25 August 2021

Phantastik in kurzen Geschichten und großen Bildern

Ich halte den in Australien lebenden Künstler Shaun Tan für einen der Großen der phantastischen Kunst. Seine Bilder, die man in verschiedenen Kinderbüchern finden kann, überzeugen mich durch ihre Ideen und ihre ungewöhnlichen Einblicke – man kann sie oft anschauen und findet immer wieder neue Details. Mit »Reise ins Innere der Stadt« liegt ein Kurzgeschichtenband vor, der Geschichten und Bilder in wunderschöner Weise verbindet.

Shaun Tan stellt jeweils eine Tierart ins Zentrum seiner Geschichten. Er erzählt von Bären, die mithilfe von Juristen gegen die Menschheit klagen, von Schnecken, die zum Träumen anregen, von Krokodilen, die im obersten Stockwerk eines Hochhauses leben, von einem riesigen Baum, der auf dem Dach eines mehrstöckigen Gebäudes in einem Meer von Farben erblüht, von Mondfischen, die man fängt, wenn man sich nachts auf einem Dach auf die Lauer legt. Seine Geschichten sind verschieden lang, mal nur ein Gedicht – sehr kurz wird von einem Nashorn in der Innenstadt erzählt –, dann wieder über mehrere Seiten hinweg.

Und es sind zumeist keine typischen Kurzgeschichten mit Dialogen oder einem inneren Konflikt. Seine Texte ähneln eher Gedichten, voller hymnischer Sprachbilder und faszinierender Beschreibungen. Die Übersetzung hat eine starke Leistung erbracht; ich kenne das Original nicht, habe bei Eike Schönfeld aber immer das Gefühl, dass alles stimmig und auf einem sehr hohen Niveau ist.

Die Kurzgeschichten sind phantastisch im besten Sinn. Sie spielen mit der Realität und mit unserem Blick auf sie. Dabei entziehen sie sich einer klaren Begrenzung der Genres, sind keine Science Fiction, kein Horror und vor allem nicht jene Art von Fantasy, wie sie die Regale der Buchhandlungen verstopft. Mit den Tieren liefert der Künstler eigenständige Allegorien und Parabeln – wer mag, kann sich damit sicher auch literaturwissenschaftlich beschäftigen.

»Reise ins Innere der Stadt« ist ein Gesamtkunstwerk im besten Sinn. Das Buch ist toll gestaltet: ein gewichtiger Hardcover-Band mit Schutzumschlag, großzügiger Textgröße, dickem Papier und starken Illustrationen. Damit ist es eines der Bücher, die man immer mal wieder in die Hand nehmen kann, um in ihnen zu blättern und zu lesen. Toll!

24 August 2021

Am Lecksfidleturm

»Stell dich da mal hin und zeig auf dich!«, lautete die freundlich vorgetragene Anweisung. Und wer wäre ich, einer solchen Anweisung zu widersprechen? Also stellte ich mich in Positur und ließ mich fotografieren.

Wer das Schild an der Tür nicht lesen kann: Ich stehe auf diesem Foto am Eingang zum sogenannten Lecksfidleturm. Wer kein Schwäbisch kann, wird den Begriff nicht gleich verstehen. Er ist auf jeden Fall eher humorvoll und nicht beleidigend gemeint.

Nur so viel: Ein »Fidle« ist die nette Umschreibung für ein Hinterteil, eigentlich vor allem auf die Hinterteile von Kindern bezogen. Bei meinen Eltern gab's für freche Kinder schon mal »des Fidle voll«.

Es ist auf jeden Fall eine schöne Erinnerung aus meinem kurzen Urlaub in diesem August 2021, der vor allem aus Spaziergängen, Radfahrten, Städtereisen und anderen regionalen Unternehmungen bestand. Man kann nicht alles haben – aber so fand ich mich an der Tür zum Lecksfidlesturm wieder.

Mit einer Prise Steampunk und Erotik

Coraline ist eine beeindruckend gut aussehende junge Frau, groß und blond. Als sie ihre Stellung als Gouvernante antritt, weiß sie noch nicht, dass ihr Aussehen wichtiger sein wird als ihre Ausbildung. Daran ändert auch die Tatsache nicht, dass sich ihr Schützling als jugendliches Genie mit vielen Talenten erweist.

So beginnt der erste Teil des Comic-Zweiteilers »Träume«, der bereits 2008 im Splitter-Verlag unter dem Titel »Coraline« veröffentlicht wurde. Mit dem abschließenden Teil ließen sich der Autor und der Zeichner recht viel Zeit, so dass »Celia« erst 2012 in den Handel kam. Und um es gleich anzudeuten: Die vielen Versprechungen, die der erste Band mit seinem kühnen Handlungsentwurf machte, wurden im zweiten Teil leider nicht eingelöst.

Ich hatte »Coraline« beim ersten Erscheinen gleich gelesen; nun nahm ich mir endlich die beiden Bände als Gesamtwerk vor. Erzählt ist alles sehr professionell, sehr spannend. Vor allem im ersten Teil gibt es viele Geheimnisse, die neugierig machen; als Leser will man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Der zweite Teil beantwortet die Fragen zwar, macht aber nicht so viel Spaß.

Als Autor konnte mich Denis-Pierre Filippi nicht überzeugen. Der Autor kann schreiben, das weiß ich von anderen Comics her – bei »Träume« bekam ich das Gefühl nicht los, er hätte nach dem ersten Band nicht gewusst, wie er die Geschichte zu Ende erzählen sollte.

Zeichnerisch kann man allerdings nicht meckern. (Man/frau könnten die Darstellungen der jungen Frau vielleicht sexistisch finden. Muss aber auch nicht sein …) Terry Dodson rückt die körperlichen Vorzüge von Coraline immer so ins Bild, dass man sie stets klar sehen kann.

Die Technik in dem Schloss, die merkwürdigen Erfindungen und Steampunk-mäßigen Details machen dem Betrachter eine große Freude. Manche Bilder schaut man sich gern ein zweites und ein drittes Mal an.

Leider kann das die teilweise krude Geschichte nicht übertünchen. Ich empfehle, die Leseprobe auf der Internet-Seite des Splitter-Verlages anzuschauen: Bei »Träume« handelt es sich um einen Comic, der zeichnerisch immer, textlich leider nur beim ersten Band überzeugt …

23 August 2021

Eine Story über Mr Bull

Es ist selten, dass ich Kurzgeschichten schreibe, die in dem Universum spielen, für das ich redaktionell verantwortlich bin. In diesem Jahr 2021 ist das allerdings zweimal geschehen, und eine dieser Geschichten ist dieser Tage veröffentlicht worden. Das möchte ich dann doch mit einigem Stolz vermelden.

 »Ein Mann namens Malone« wurde in der Ausgabe 103 der Zeitschrift »SOL« veröffentlicht, die von der PERRY RHODAN-FanZentrale herausgegeben wird. Die Redaktion um Christina Hacker redigierte meinen Text gründlich – was ihm gut tat –, und er wurde auf zwei Seiten gebracht. Ich hoffe, die Leser goutieren ihn.

Tatsächlich wollte ich schon immer mal eine Geschichte über Reginald Bull schreiben, eine der frühesten Serienfiguren bei PERRY RHODAN. Bull steht stets im Schatten Rhodans, auch in der Serie PERRY RHODAN NEO – in deren Universum spielt die Story, die auch eine »Batman-«Anspielung hat, die hoffentlich den einen oder anderen erheitern wird. Eine schöne Fingerübung für mich, die mir Freude gemacht hat!

06 August 2021

Wir nannten sie Elvira

»Da ist etwas!«, rief meine Frau und wies auf den Fernseher. Es war am Abend, wir guckten die aktuelle Folge einer Serie an.

Sie hatte recht. Vor dem Fernseher war sie deutlich zu erkennen: ein fliegendes Insekt, vielleicht sogar eine Stechmücke oder etwas in der Art.

»Mist!«, rief ich und sprang auf. Bis ich allerdings die Fliegenklatsch geholt hatte und ins Zimmer zurückgekommen war, sahen wir kein fliegendes Insekt mehr.

Ich ließ die Fliegenklatsche neben unserem Sofa liegen, blieb die ganze Zeit gespannt, hatte aber keinen Erfolg. Das Insekt war verschwunden und ließ sich nicht mehr blicken. »Vielleicht ist es nur ein harmloses Tier«, versuchte ich uns zu beruhigen.

Am nächsten Morgen hatte ich zwei Stiche am Oberarm und einen im Nacken. Sie schwollen an und schmerzten. »Das war die verdammte Mücke«, fluchte ich. Im Verlauf des Tages behielt ich immer die Fliegenklatsche in meiner Nähe, um notfalls zuschlagen zu können. Aber ich kam nicht dazu, das Tier blieb versteckt.

Als wir am späten Abend wieder vor der Glotze vergammelten, war das Insekt wieder da. Ich versuchte erneut, es zu töten, aber es gelang mir nicht. Meine Frau versuchte sich mit der Fliegenklatsche, aber auch sie blieb erfolglos.

Keine Überraschung, dass ich am nächsten Morgen einen neuen Stich hatte. Die neue Mitbewohnerin hatte ihre Freude an mir, wie es aussah. Wir beschlossen, ihr einen Namen zu verleihen. Andere Leute hielten Katzen oder Hunde, wir hatten ein blutsaugendes Insekt in der Wohnung.

In den folgenden Tagen ging es so weiter. Elvira tauchte abends auf, wir erkannten sie im Licht der Lampe oder vor dem Fernseher, konnten sie aber nicht erlegen. Nachts bekam ich einen neuen Stich, manchmal auch zwei, und meine Arme sahen langsam aus wie Streuselkuchen mit einem Schuss roter Farbe.

Elvira war ein schlaues Tier, aber ich hätte nicht sagen können, dass ich sie liebgewann. Die Stiche juckten, das Tier nervte mich – aber ich war nicht in der Lage, sie zu töten.

Eines Morgens aber wachte ich auf und hatte keinen neuen Stich. Abends sahen wir Elvira nicht. Am nächsten Morgen hatte ich ebensowenig einen Stich. Wie es aussah, hatte uns Elvira verlassen. Vielleicht war sie fortgezogen, vielleicht schon verstorben.

Ich konnte mich nicht dazu überwinden, eine Trauerfeier für sie ausuzurichten. Aber einen Augenblick lang dachte ich, Elvira vielleicht doch zu vermissen …

05 August 2021

The Movement für Fans

Das Fanzine »Zykluszine« führte vor einem Vierteljahrhundert eine Rubrik ein, die nicht positiv gemeint war. »Nur für Fans« wurde auf Romane gemünzt, die eigentlich kein Mensch braucht. Ich fand das schon damals doof: Wieso soll etwas, das »nur für Fans« gedacht ist, eigentlich schlecht sein?

Ein recht aktuelles Beispiel ist die Platte »Globalize This!« der dänischen Band The Movement, die ich schon einige Male live gesehen habe und sehr stark finde. Auf der Platte finden sich allerlei Aufnahmen der Band, die nur auf Kassetten veröffentlicht worden sind; die meisten davon wurden später für Langspielplatten und Singles neu eingespielt.

Auch wenn die Band ja immer betont, sie sei kein Punk, zeigen die frühen Aufnahmen doch, wie kratzig und punkig der Mod-Sound der Dänen klingt. Das schrabbelt manchmal schön, die Melodien, der Soul und die klare politische Aussage kommen aber immer durch. 17 Stücke sind auf dieser Langspielplatte enthalten, und es macht viel Freude, sich die Aufnahmen der frühen Zeit in aller Ruhe anzuhören.

The Movement sind eine großartige Live-Band, und sie haben starke Stücke auf Platte gebracht. Ich freue mich über jeden Auftritt der Dänen, und die »Globalize This!« zeigt, wie früh die Band schon angefangen hat, diesen charakteristischen Stil zu spielen. Die Platte ist eigentlich nur für Fans – aber da ich hier ja tatsächlich einer bin, passt das dann doch!

(Veröffentlicht bei Mad Butcher Classics. Und wer als Deutscher das Motto der Platte, »Remember The Victims Of The Leningrad Blockade«, nicht einzuordnen weiß, sollte einfach noch mal Nachhilfe in Geschichte nehmen.)

04 August 2021

Wenn Punks zu altern anfangen

Die Folge 32 meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock’n’Roll« ist erschienen. Es sind wie immer eineinhalb Seiten, und sie wurden in der Ausgabe 157 des OX-Fanzines veröffentlicht. Der Roman spielt im Jahr 1996, und selbstverständlich mische ich persönliche und biografische Szenen hinein.

In dieser Folge verabschiedet sich Peter Meißner, den man früher nur als Peter Pank bezeichnet hat, von einer Studenten-Party, bei der er sich mittlerweile doch ein wenig alt vorkommt. Während er durch die Nacht fährt, macht er sich seine Gedanken darüber, dass er immer älter wird und trotzdem irgendwie noch Punk sein will. (Solche Gedanken hatte ich zu dieser Zeit auch gelegentlich.)

Das bittere Erwachen kommt am nächsten Morgen. Unser nicht mehr ganz so jugendlicher Held muss zur Arbeit, und das ist nach einer Nacht mit viel Bier und ein wenig Knutschen nicht mehr so einfach.

1996 ist jetzt 25 Jahre her, die Szenen spielen im Juli … Da kommen beim Schreiben wie beim Nachlesen die Erinnerungen an die »Wahrheit« hoch!

Sex und großes Geld

Es beginnt wie ein typischer Detektivroman: Eine attraktive Frau betritt das Büro der Hauptperson und möchte, dass der Detektiv in einem Fall von mutmaßlichem Ehebruch ermittelt. Es gibt eine Reihe von schlagfertigen Dialogen, dann übernimmt er den Auftrag.

Robert B. Parker wusste immer, wie man solche Romane beginnt. Sein Roman »Miese Geschäfte« wurde 2004 in den USA veröffentlicht und liegt seit 2014 in einer deutschen Übersetzung im Pendragon-Verlag vor. Ich habe ihn erst dieser Tage gelesen. Sieht man von einigen unsauberen Übersetzungen ab (die man auch auf nicht optimales Lektorat schieben könnte), hat mich der Roman prächtig unterhalten.

Vielleicht liegt das daran, weil er so typisch ist. Spenser, der Detektiv in diesem Roman, ist die erfolgreichste Figur, die der Autor erfunden hat. Spenser ist in der Lage, sich mit Faustkämpfen und mit dem Schießeisen durchzusetzen. Am stärksten ist er aber, wenn er die Hilfe seiner Freundin Susan und seiner Kumpane in Anspruch nimmt, wenn also ein Team in den Einsatz geht.

Dann jagen sich die schnellen Dialoge und trockenen Beschreibungen, es folgen skurrile Situationen und spannende Szenen dicht aufeinander. Parker setzt seine Figuren hervorragend in Szene, und das macht er so gut, dass man fast vergisst, dass eigentlich ein Mordfall aufgeklärt werden soll – aus der Beschattung eines untreuen Ehemanns wird nämlich rasch eine Mordermittlung.

Es stellt sich heraus, dass viel Geld im Spiel ist, dass es auch um Sex geht und dass sowohl der Sex als auch das viele Geld eine Reihe von unheilvollen Beziehungen eingegangen sind. »Miese Geschäfte« liefert schöne Einblicke in die schicke Welt eines Konzerns, zeigt die Verhältnisse in der modernen amerikanischen Gesellschaft und sorgt dank der schnellen Dialoge auch für den einen oder anderen Lacher bei der Lektüre.

»Miese Geschäfte« ist insofern ein typischer Spenser-Roman: schnell und gelungen, ein Krimi, der hervorragend unterhält und den ich am liebsten gleich wieder von vorne angefangen hätte. (Das erste Kapitel las ich tatsächlich ein zweites Mal, nachdem ich das Buch beendet hatte.)

03 August 2021

Vierzig Jahre MTV

In diesen Tagen schreiben Zeitungen und Zeitschriften sowie digitale Medien über MTV; der Musikfernsehsender wurde vierzig Jahre alt. Das ist respektabel, auch wenn ich den größten Teil davon nicht mitbekam. Klar kannte und kenne ich die Geschichten, aber ich hatte praktisch nie eine Beziehung zu MTV.

Mit den Buggles und ihrem Lied »Video killed the Radio Star« kann ich glatt etwas anfangen. Aber meine erste echte Begegnung mit MTV waren die Dead Kennedys und ihr Stück »MTV Get Off The Air«, das ich hörte, bevor ich auch nur eine Sekunde Musikfernsehen bei MTV geguckt hatte.

Bis 1998 lebte ich ohne Fernsehen. Dann kaufte ich mir endlich einen, und ich konnte MTZV, Viva und dergleichen angucken. Vor allem nachts, wenn ich aus der »Kombe« oder aus der »Steffi«, dem besetzten Haus in Karlsruhe, zurückkam, knallte ich mich noch mit einem Bier vor die Glotze und sah mir an, was dort lief. Fassungslos betrachtete ich die Wiederholungen von Talkshows und Video-Clips.

Das wurde mir bald langweilig. Ich fand Bands, die live auf der Bühne standen oder dort herumsprangen, einfach spannender als das Angucken von Musik-Videos. Mit der Musik fremdelte ich eh meist, und das Titten- und Arschwackeln der HipHop-Videos blieb mir wesensfremd. Also verschwand MTV nach zwei, drei Jahren wieder von meinem geistigen Schirm.

Hätte ich dieser Tage nicht die ganzen Artikel über MTV gelesen, hätte ich nicht einmal gewusst, dass es diesen Sender noch gibt. Er hat sich sowieso verändert, aber es ist mir schlicht egal.

40 Jahre MTV? Na und.

Eindrucksvoller historischer Comic

Ich bin mittlerweile ein Fan von Patrick Prugne geworden. Der Comic-Zeichner hat eine ganz spezielle Art, seine Geschichten zu erzählen, und das macht er so, dass ich in seinen Bildwelten fast versinken könnte. »Tomahawk«, das aktuelle Album, ist da ein fast schon typisches Beispiel.

Die Geschichte spielt kurz vor Beginn des Siebenjährigen Krieges in Nordamerika, konkret in der Region, die man heute als »Neuenglandstaaten« der USA bezeichnet. Französische und englische Truppen kämpfen im Jahr 1754 um die Vorherrschaft über die riesigen Ländereien, die noch von den Ureinwohnern sehr dünn besiedelt wurden. Einheiten europäischer Soldaten stoßen in die Wälder vor, begleitet von Kämpfern der Huronen, Irokesen und anderen Völkern.

In dieser Zeit folgt ein junger Milizionär seiner eigenen Mission. Er möchte einen bestimmten Bären töten, den ein großes Geheimnis umgibt. In der atemberaubenden Landschaft kommt es zu erbitterten Kämpfen und einem ungewöhnlichen Abschluss …

Patrick Prugne erzählt eine spannende Geschichte, die in sich schlüssig ist und die ich spannend fand. Vor allem überzeugt er aber mit seinen Illustrationen. Seine Aquarellbilder machen die Welt des noch weitestgehend unberührten Kontinents lebendig: Tiere und Pflanzen, europäische Soldaten und indianische Krieger, Flüsse und Berge – das alles zeigt er in einer Detailfülle, die mich begeistert.

Mir gefällt auch der Anhang zu diesem wunderschönen Hardcover-Album. Er enthält Skizzen, etwa zu Köpfen, zu Tieren und zu Waffen, und diese Bilder zeigen, wie gründlich der Künstler für sein Album recherchiert hat. »Tomahawk« ist eine lohnenswerte Geschichte – und wie beim Splitter-Verlag üblich ist das schön gestaltete und gedruckte Hardcover-Album auch ein Schmuckstück im Bücherregal.

02 August 2021

Spontan ins »Vin Fou«

Als ich noch in der Südweststadt von Karlsruhe wohnte, mangelte es an gastronomischen Einrichtungen. Das machte mir nicht so viel aus: Wollte ich eine Kleinigkeit essen, radelte ich eben in die Innenstadt oder in die Südstadt. Und wollte ich Bier trinken, gab es überall Gelegenheit dazu.

Mittlerweile hat sich die Lage in dem Viertel geändert. Ein Beleg dafür ist das »Vin Fou«, das sich in einer Straße befindet, in der ich in den 90er-Jahren manches Bier in einer Studenten-WG trank. Es handelt sich dabei um eine Weinstube mit Weinhandlung – oder eher andersrum.

Unlängst strandeten wir dort. Es geschah spontan, eigentlich hatten wir das nicht vor. Aber es war ein kleiner Tisch auf der Straße frei, und weil wir Lust auf einen Wein hatten, bot sich das an. Und so saßen wir an einem Tisch und auf zwei Stühlen, auf der anderen Straßenseite erhob sich ein altes Gemäuer, und wir kamen uns an jenem lauen Sommerabend vor wie im Urlaub.

Die Weine waren gut – und ich konnte nur zwei probieren (sonst wäre ich hackevoll gewesen). Auch das Essen schmeckte; sowohl die Tapasplatte als auch die Vorspeise und das Tagesgericht. Das »Vin Fou« ist eine kurze Reise wert, wie mir scheint. Und zumindest in dieser Zeit setze ich mich doch gern an einen kleinen Tisch auf die Straße und lass mir den Feierabend schmecken …

Die Coconuts auf Platte

Ich sah die Coconuts nur einmal: Es war ein schwülwarmer Abend im Rahmen einer Kunstveranstaltung. Die Band stand auf der Bühne, und das Publikum schwitzte. Alle tranken viel, kaum jemand bewegte sich; der Schweiß tropfte auch so. Ich fand die Band trotz der Bedingungen richtig gut.

Der entspannte Surf-Sound, den die Band aus Karlsruhe und Umgebung bei diesem sommerlich-heißen Abend präsentierte, lässt sich auch auf der Schallplatte sehr gut anhören. Die vier Männer – einmal unterstützt von einer Sängerin – haben den Surf-Sound nicht neu erfunden, sondern spielen so, als ob die Platte aus vergangenen Jahrzehnten käme. Schlagzeug und Bass geben einen lockeren Rhythmus vor, dazu singen und klimpern die Gitarren, dass es eine Freude ist.

Die insgesamt 14 Stücke sind abwechslungsreich und meist in einem angenehmen Tempo gehalten. Die Punkrock-Vergangenheit der Musiker ist nirgends zu spüren, man orientiert sich offensichtlich an den Surf-Klassikern. Eine richtig schöne Platte, die ich immer wieder gern höre, übrigens auch digital.

30 Juli 2021

Ein Symbolbild an der Kreuzung

Mit meinem Rad schlängelte ich mich auf der Schillerstraße zwischen den Straßenbahnen und den parkenden Autos hindurch. An der Kreuzung muss ich kurz anhalten. Rechts von mir standen junge Leute, vielleicht 14 oder 15 Jahre alt, so genau konnte ich das nicht erkennen; sie wirkten jung und schlaksig.

Der Junge hatte verwuschelte blonde Haare und trug eine kurze Hose, das Mädchen hatte die übliche Langhaarfigur und einen Rock. Beide hatten eine Corona-Schutzmaske im Gesicht, er in schwarz, sie in weiß. Sie hielten Händchen und standen sich gegenüber; beide hatten sie die Köpfe gegeneinander gelegt.

Es war wie ein Symbolbild für diese Pandemie: zwei Jugendliche, für die seit dem Frühjahr 2020 das nicht mehr so einfach möglich ist, dass in meiner Jugend normal gewesen war. Distanz halten, Maske tragen. Die beiden rührten mich an, ihr Bild prägte sich ein.

Die Schlacht von Maiwand im Blick

Ich bin kein ausgesprochener Fan der Romanfigur Sherlock Holmes. Zwar habe ich mehrere der Geschichten und Romane gelesen, kenne Verfilmungen und Comics, aber ich bin echt kein Experte. Die Lektüre des »Sherlock Holmes Magazins«, das mir gelegentlich ins Haus flattert, ist deshalb oft verwirrend: mit welchen Details sich die Fans des englischen Detektivs beschäftigen können!

Die Ausgabe 46 kam im Winter 2020/21 heraus, und die las ich tatsächlich genau. Die Herausgeber spüren darin der Geschichte von John Watson nach, der bekanntlich in Afghanistan schwer verwundet wurde und deshalb nach London und zu Sherlock Holmes zog. (Das hat man in den neuen Filmen ja übernommen, und darüber schreibt diese Ausgabe der Zeitschrift ebenfalls.)

Aus den wenigen Informationen, die man in den Originalgeschichten und Romanen dazu finden kann, wird John Watsons Geschichte im Afghanistan-Krieg herausgearbeitet. Vor allem konzentriert sich die Zeitschrift auf das sogenannte Desaster von Maiwand – von dem ich bislang noch nie gehört hatte. Die Schlacht wurde im Juli 1880 zwischen britisch-indischen Streitkräften und afghanischen Verbündeten ausgetragen und führte zu hohen Todesopfern auf britischer Seite. Mit dabei war wohl Dr. John Watson.

Der umfangreiche Artikel kommt mit irrsinnig vielen Details her. Aussagen in englischer Sprache – alle brav übersetzt – zeugen von der Wucht der Schlacht. Fotos und Zeichnungen ergänzen das Ganze.

Auch wenn mir das manchmal zu sehr ins Detail geht, fand ich die Darstellung doch interessant: Im Prinzip geschah den Briten im 19. Jahrhundert das in Afghanistan, was in den 80er-Jahren der Sowjetunion geschah und zuletzt den westlichen Truppen: Offensichtlich lässt sich das zerklüftete Land nicht mit schlichter militärischer Logik erobern und besetzen.

So ist die Ausgabe 46 des »Sherlock Holmes Magazins« nicht nur für die Holmes-Freunde von Interesse, sondern auch für Menschen, die sich – ganz allgemein – für Geschichte und historische Abläufe interessieren. Immerhin: 32 Seiten im A4-Format, recht professionell gesetzt. Mehr Infos dazu auf der Internet-Seite des Magazins …

29 Juli 2021

Ich bin im neuen »Plop«

Seit vierzig Jahren erscheint das Comic-Fanzine »Plop«. Ich weiß gar nicht mehr genau, ab wann ich es abonnierte; sicher nicht gleich zur ersten Ausgabe, vielleicht aber schon zur zweiten Ausgabe. Ich mochte es immer sehr gern, trotz gelegentlicher Schwächen – weil es ein echtes Fanzine war.

Dieser Tage wurde die Ausgabe 99/100 veröffentlicht, ein umfangreiches Heft im klassischen A5-Format. Gelesen habe ich es noch nicht, das nehme ich für die nächsten Tage vor.

Mich freut vor allem, dass ich in dieser Jubiläumsnummer vertreten bin. Nicht mit einem Comic, das wäre seltsam – nach wie vor bin ich nicht in der Lage, auch nur Krakelzeichnungen halbwegs brauchbar hinzuzimmern.

Aber ich bin mit einem Interview vertreten, das ich mit Heike Anacker geführt habe. Bei ihr handelt es sich um die damalige Gründerin, bei der ich damals das Fanzine abonniert hatte. Ohne jeglichen Schmarrn jetzt: Das war mir eine Ehre!

28 Juli 2021

Jennifer … wer?

Wer in den 80er-Jahren – so wie ich – regelmäßig ins Kino ging, kam an dem Film »Flashdance« nicht vorbei. Ich war nie ein Fan von Tanzfilmen, und ich schrieb damals einen sehr kritischen Beitrag über den Streifen für die örtliche Tageszeitung, aber der Film hatte seinen Charme. Vor allem die Hauptdarstellerin Jennifer Beals überzeugte 1983 mit ihrem Tanz; das war damals mitreißend und modern.

Was die Schauspielerin, die nur zehn Tage jünger ist als ich, danach alles machte, bekam ich nicht mit. Dass sie in der Serie »The L Word« mitwirkte, las ich erst in einem Wikipedia-Artikel. Man kann ja auch nicht alles wissen …

Aber dieser Tage fing ich damit an, die Serie »Swamp Thing« anzugucken, eine Superhelden-Verfilmung, die bei einem großen Streaming-Anbieter läuft. In dieser Serie spielt Jennifer Beals die Chefin eines örtlichen Polizeireviers, durchaus kompetent, aber schnell dabei, eine Schusswaffe zu ziehen.

Eine Ähnlichkeit zu der tanzenden jungen Frau von 1983 war für mich nicht festzustellen. Wenn man’s weiß, kann man sich ja eine Ähnlichkeit einbilden. Aber seit ich »Swamp Thing« gucke, habe ich immer wieder Szenen aus »Flashdance« vor Augen. Dass das so beabsichtigt war, bezweifle ich ja …

Packender Roman über die Autonomen und ihre Geschichte

Steine prasselten auf anstürmende Polizisten herab, Barrikaden wurden errichtet, Brandsätze flammten auf – es herrschte Krieg in Westberlin. In den 80er- und frühen 90er-Jahren kam es häufig zu massiven Auseinandersetzungen zwischen den Autonomen und ihren Verbündeten auf der einen sowie der Staatsmacht auf der anderen Seite. Davon erzählt der Roman »Begrabt mein Herz am Heinrichplatz«, den Sebastian Lotzer verfasst hat.

Es mangelt nicht an Büchern über die sogenannten Autonomen und ihre Geschichte. Sie sind entweder wissenschaftlich orientiert, oder sie werden von »außen« oder gar von »oben herab« erzählt. Irgendwelche Literaten schreiben also über die Autonomen und versuchen, sich einigermaßen in deren Gedankenwelt hineinzuarbeiten.

Sebastian Lotzer weiß offenbar, wovon er spricht: Sein Roman ist bei allen handwerklichen Mängeln unterhaltsam und mitreißend, zeigt letztlich eine Geschichtsschreibung von 1980 bis in die Mitte der 90er-Jahre – Geschichte »von unten« eben, nicht aus der Sicht der Mächtigen. Das macht er klar und ohne Umschweife: Paul, sein Held, geht als Schüler im Jahr 1980 auf die ersten Demonstrationen, ist bei den Hausbesetzungen in den 80er-Jahren dabei und nimmt an praktisch jeder Straßenschlacht des Jahrzehnts teil.

Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Paul redet nur von »Bullen«, das System ist immer der Gegner. Seine Abneigung gilt aber auch den »Spaltern« in der eigenen Szene und den Leuten, die unbedingt verhandeln wollen. Sein Hass trägt ihn durch ein Jahrzehnt, nicht einmal eine Liebesgeschichte kann ihn vom Kampf gegen die Staatsmacht abbringen. Das Buch endet im Jahr 2008, der Held ist alt geworden, lehnt aber immer noch das herrschende System ab.

Handwerklich ist das alles andere als elegant erzählt. Die Zeitenfolge ist manchmal verwirrend, die Sprünge durch die einzelnen Szenen nicht immer nachvollziehbar; rein grammatikalisch wimmelt es von Fehlern. Mich störte das im Lesefluss zeitweise sehr, da liest bei mir eben doch der Redakteur mit – aber es gab immer wieder Passagen, da machte mir das nichts aus, da folgte ich voller Interesse den Abenteuern des autonomen Helden und seiner Freude.

Spannend ist das Ganze nämlich schon. Die erbitterten Kämpfe zwischen Autonomen und Polizisten werden lebensecht und ohne jegliche Verharmlosung geschildert. Man riecht förmlich das Tränengas, das durch die Straßen wabert, man hört fast die Sirenen und spürt die Hiebe der Knüppel und die treffenden Steine. Lotzer schildert derart packend, dass ich mitfieberte.

Allerdings: Man muss einigermaßen verstehen, was zu welcher Zeit eigentlich abging, sonst bleiben einem viele Szenen unklar. Wer nicht weiß, um was es beim Reagan-Besuch ging, oder noch nie von der Rigaer Straße gehört hat, wird nicht kapieren, warum es bei welchen Gelegenheiten zu harten Auseinandersetzungen kam. Ähnliches gilt für Personen oder Daten – der 1. Mai '87 war ein Fanal, von dem jüngere Leute kaum noch wissen dürften. (Gut ist, dass der Verlag eine umfangreiche Liste veröffentlicht hat, wo man mithilfe von Links den einzelnen Kapiteln des Buches nachspüren kann.)

Bei allen handwerklichen Schwächen halte ich »Begrabt mein Herz am Heinrichplatz« für einen wichtigen Roman. Wer sich für die Geschichte der Autonomen interessiert oder wissen möchte, warum manche Leute in früheren Jahrzehnten militant unterwegs waren, wird hier hoffentlich viele Erkenntnisse sammeln.

Erschienen ist der Roman als Paperback im Bahoe Verlag; er umfasst 176 Seiten und kostet 14,00 Euro. Man kann ihn überall im Buchhandel bestellen, die ISBN 978-3-903022-62-1 kann dabei hilfreich sein. Und wer mehr wissen will, schaue sich die Seite des Verlages an.

27 Juli 2021

Ein Graffito an der Alb

Die Alb ist ein kleiner Fluss, der sich auf seinem Weg aus dem Schwarzwald und bis an den Rhein durch Karlsruhe windet. Im Verlauf der Jahrzehnte haben die diversen Stadtverwaltungen den kleinen Fluss als Zentrum eines langgestreckten Naherholungsgebiets ausgebaut. Liegewiesen, Grillstellen, Schrebergärten und Badestellen säumen die Alb, die auf ihrem Weg immer wieder von Straßen und Bahntrassen überquert wird.

Unter den Brücken finden sich immer wieder schöne Graffiti oder sonstige Kunstwerke, die man vielleicht mit einem anderen Begriff bezeichnen müsste. Ich schaue sie mir gern an, wenn ich an ihnen vorbeiradle, was in den vergangenen Monaten gar nicht so oft passiert ist: Entlang der Alb sind die Wege oft so mit Fußgängern und Radfahrern bevölkert, so dass es mir während der Pandemie schlichtweg zu viel war.

Dieser Tage blieb ich an einem großen Bild stehen, das mich faszinierte. (Falls es jemand sucht: Die Brücke ist unweit vom »Schupi« zu finden.)

Ein schräger Western-Comic

Beim Gratis-Comic-Tag 2020 gab es auch einen ungewöhnlichen Western-Comic, den ich dieser Tage endlich lesen konnte. »Lincoln« stammt von dem Ehepaar Jérôme und Anne-Claire Jouvray als Zeichner sowie dem Bruder Olivier Jouvray als Texter – es handelt sich also um eine echte Familienproduktion. Veröffentlicht wird die mittlerweile sieben Bände umfassende Serie im Verlag Schreiber & Leser.

Die Geschichte selbst hat nicht viel mit Familie zu tun: Die Hauptfigur namens Lincoln wird 1887 geboren, in der Endphase des Wilden Westens, die Geschichten spielen also – wenn man es genau nimmt – zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Erzählt werden aber typische Western-Geschichten, zumindest wirkt es auf mich nach Lektüre des Gratis-Heftes so.

Lincoln ist ein bösartiger Mensch, der lieber betrügt und stiehlt, als einer ehrbaren Arbeit nachzugehen. Dann trifft er Gott, der ihn mit der Unsterblichkeit belohnt – und ab diesem Moment läuft das Leben des ziellos herumstreunenden Lincoln nach anderen Gesetzen ab als zuvor.

Die Geschichte ist sarkastisch; trockene Dialoge und knallige Szenen prägen die Handlung. Die Figuren sind nicht ohne Moral, aber sie gehen damit sehr locker um. Gott und der Teufel spielen ihre Rollen und staunen über das Verhalten der Wildwest-Bewohner. Das alles wird sehr schön erzählt; das gefiel mir.

Zeichnerisch hatte ich meine Probleme. Der Stil ist eher skizzenhaft: klare Linien, leicht verzerrte Figuren, weit mehr Funny als realistisch. Das passt allerdings wunderbar zum teilweise groben und überraschenden Humor der Serie.

»Lincoln« ist nicht gerade die Art von Comic, die ich mag, wenn ich an Western denke – aber wer eine originelle Geschichte zu schätzen weiß, findet darin sicher seine Freude.

26 Juli 2021

Der Hund bleibt

Ich mag Filme mit Schriftstellern. Da fühle ich mich irgendwie verbunden. Und deshalb mochte ich »Der Hund bleibt«. Dieser französische Film wurde 2019 in Frankreich veröffentlicht, wäre 2020 in die deutschen Kinos gekommen – was wegen Corona nicht ging –, ist jetzt digital und auf DVD erhältlich und wurde von mir bei einem der bekannten Streaming-Anbieter angesehen.

Es handelt sich um eine Literaturverfilmung, gedreht nach einem Roman von John Fante, der offensichtlich gern über Schriftsteller und ihre Leiden geschrieben hat. Seine Hauptfigur – gespielt von Yvan Attal, zugleich auch der Regisseur des Filmes – hatte vor bald dreißig Jahren einen riesigen Erfolg als Autor. Davon profitiert er nach wie vor, wenngleich er in einer Schreibblockade festsitzt.

Immerhin hat er genügend Geld, um seinen vier Kindern und seiner Frau – wieder einmal toll: Charlotte Gainsbourg – ein gutes Auskommen zu sichern. Mit positiven Gefühlen ist es allerdings nicht so gut bestellt; im Prinzip öden sich alle nur noch an und haben ständig schlechte Laune. Dann aber kommt ein hässlicher Hund in das Leben der Familie – und alles ändert sich.

Bei »Der Hund bleibt« handelt es sich nicht um ein »Feelgood«-Movie, an dessen Ende sich alle wieder lieb haben. Die Familie zerfällt, die Frau geht fremd, ein Sohn wandert ins Gefängnis. Es gibt am Ende eine gewisse Hoffnung, aber … mehr will ich nicht dazu erzählen.

Der Film ist richtig gut, finde ich. Erzählt wird von einer Familie, bei der halt der Vater ein Schriftsteller ist, die aber ansonsten die üblichen Probleme hat – jeder geht mit seinen Problemen halt anders um. Das ist mal witzig, mal tragisch, auf jeden Fall immer sehr unterhaltsam. Empfehlenswert!

Jello Biafra und die Tea Party

Seit den frühen 80er-Jahren zählt Jello Biafra zu den wichtigsten Punk-Sängern für mich. Ich mag nach wie vor die Dead Kennedys, ich finde seine Folgeprojekte gut, und ich halte auch die aktuelle Band mit dem sperrigen Titel Jello Biafra & The Guantanamo School of Medicine für spannend. Einmal sah ich die Band in Berlin und war davon sehr angetan.

2020 erschien die 500. (fünfhundertste) Platte auf dem Label Alternative Tentacles, das Jello Biafra vor Jahrzehnten gegründet hat. Es ist die vierte Langspielplatte der Band, sie trägt den Titel »Tea Party Revenge Porn«, und sie gefällt mir richtig gut, sowohl textlich wie auch musikalisch.

Bei den Texten überrascht es wenig, dass sie politisch und sarkastisch sind. Biafra macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber der amerikanischen Politik; er kritisiert die Umweltzerstörung und die »Pro Life«-Bewegung, er spottet über aktuelle Diskussionen und Hassbotschaften im Internet – das alles in Texten, die nicht aus Parolen bestehen, sondern in knappen Sätzen seine Aussagen vermitteln.

Das überträgt sich auf die Stimme, die nach all den Jahrzehnten immer noch überzeugend klingt. Die Band unterstützt das mit ihrem wuchtigen Sound, der nicht unbedingt klassisch-punkig ist. Klar, die Musiker können spielen, sie haben ihr Geld in anderen Bands verdient. Also verirrt sich auch mal ein kurzes Gitarren-Solo in ein Stück, während das Tempo deutlich gebremster als früher ist.

Aber es ist ein abwechslungsreiches, ein starkes Album. Ich kann gut verstehen, dass sich Biafra diese Platte auf dem eigenen Label und zu dieser Nummer quasi als Geschenk gemacht hat. Und ich kann nur hoffen, dass er weiterhin so aktiv bleibt und ich die Band vielleicht mal wieder sehen kann!

25 Juli 2021

182,5 fürs zweite Halbjahr

Man kann schon sagen, dass ich nach vielen Jahren eine gewisse Verbundenheit mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel aufgebaut habe. Ich freue mich auch immer, Post von der Akademie zu erhalten, ob diese nun gedruckt und auf Papier oder digital kommt.

Die Broschüre »182,5«, die das Programm des zweiten Halbjahrs 2021 vorstellt, habe ich dieser Tage endlich durchgelesen. Mich freut natürlich, dass mein Name genannt wird – immerhin bieten Katrin Lange und ich wieder ein Schreibseminar an, diesmal für »politische Phantastik«, und ich bin selbst schon sehr gespannt darauf, was dabei herauskommen wird.

Schön ist, dass die Texte und Fotos das Innenleben der Akademie zeigen. Man sieht den Hausmeister in seinem Arbeitsbereich, man sieht den legendären Zugang zum Fahrradkeller (den ich nur von »innen« kenne), man sieht Büroräume und erhält Fotos der Leute, die dort arbeiten. Das fand ich sehr angenehm und sehr ansprechend!

23 Juli 2021

Der Onkel aus Stalingrad

Meine Mutter erwischte mich dabei, wie ich mit einem Roman des deutschen Schriftstellers Heinz G. Konsalik auf dem Sofa saß: »Was liest du denn da?« Bücher waren ihr suspekt, sie las selbst nicht und fand es seltsam, dass ich mich stundenlang in einen Schmöker vertiefen konnte.

Ich zeigte ihr den Roman, nicht unbedingt stolz wegen meiner Lektüre, aber auch nicht selbstkritisch. Es war »Der Arzt von Stalingrad«, ein bereits ziemlich zerlesenes Taschenbuch, das einem Klassenkameraden gehörte und von diesem nacheinander allen möglichen Jungs ausgeliehen wurde.

Ich war elf Jahre alt und politisch noch sehr unsicher; das meiste, was ich im Radio mitbekam, verstand ich ohnehin nicht. Aber den Roman fand ich ebenso spannend wie die anderen Werke des Schriftstellers, die ich in diesem Herbst 1974 las. Rassistische Klischees fielen mir nicht auf, die Darstellung deutscher oder russischer Soldaten hinterfragte ich nicht.

Die Darstellung des Zweiten Weltkriegs, vor allem der Ostfront, fand ich eben faszinierend. Mein Vater erzählte so gut wie nichts über die Jahre 1943 bis 1945, in denen er bei der Wehrmacht gewesen war; also versuchte ich mir mein Weltbild durch Bücher zusammenzuzimmern. Sachbücher wie »Unternehmen Barbarossa« lieh ich in der Dorfbücherei aus, Romane besorgten mir Schulfreunde.

Meine Mutter betrachtete das Buch. »Stalingrad«, sagte sie leise. Tränen traten in ihre Augen.

Ich war verwirrt und legte das Buch neben mich. Was hatte ich falsch gemacht? Mein Vater war doch nicht in Stalingrad gewesen, sondern in Orscha und Minsk, in der Slowakei und in Schlesien. So viel wusste ich immerhin.

»Der Onkel Wilhelm«, erläuterte sie. »Mein Onkel also. Der war in Stalingrad, der ist dort geblieben. Niemand weiß, was aus ihm geworden ist.«

»Ist er gefallen oder in Gefangenschaft gestorben?« Ich hatte zu dem Onkel keinerlei emotionale Beziehung, also stellte ich meine Frage eher nüchtern.

Nun weinte sie. »Wir wissen es nicht. Meine Mutter hat mir immer seine Briefe vorgelesen, und als der Umsturz kam, hat sie alle verbrannt.« Mit »Umsturz« meinte meine Mutter das Kriegsende, und sie war nicht die einzige Person, die diesen Begriff benutzte. »Die waren immer so schlimm, das war kaum auszuhalten.«

»Was hat er denn geschrieben?«

»Frag nicht. Wie schlimm das alles ist. Wie schlimm der Krieg ist. Und wie sie in Stalingrad gefroren und gehungert haben. Und dann hat er geschrieben, in seinem letzten Brief …« Sie brach ab. »Die Russen kriegen mich nicht, hat er geschrieben, vorher gibt er sich die Kugel.«

Ich blickte auf das Buch. Ich wusste nichts über meine Verwandtschaft und ihr Verhalten während der Nazi-Zeit. Man sprach nur selten über diese Jahre, und manchmal brachen die Gespräche der Erwachsenen ab, wenn wir Kinder in die Nähe kamen. Meine Versuche, mithilfe von Konsalik-Romanen ein wenig vom Krieg zu erfahren, kamen mir selbst falsch vor – aber ich wusste nicht, wie ich hinter das Schweigen kommen sollte.

»Und dann?«, fragte ich weiter.

»Dann haben wir nichts mehr vom Onkel Wilhelm gehört«, antwortete sie, während sie versuchte, ihre Tränen mit einem Stofftaschentuch abzuwischen. »In der Zeitung kam, dass die sechste Armee kapituliert hätte, aber wir hörten nichts mehr von ihm. Auch nach Kriegsende nicht. Er gilt als verschollen. Der gute Onkel Wilhelm, der arme Onkel Wilhelm.«

An diesem Tag erlangte meine Mutter nicht mehr ihre fröhliche Art zurück. Immer wieder schniefte sie und wirkte traurig. Ich versteckte »Der Arzt von Stalingrad«, damit sie nicht mehr deshalb weinte, las das Buch zu Ende, fand es mitreißend und gab es meinem Klassenkameraden zurück.

Danach sprach ich daheim nie wieder von Stalingrad.

Der Albtraum-Friedhof

Eine ungewöhnliche Kulisse gibt es für das »John Sinclair«-Hörspiel, das ich zuletzt gehört habe: Es spielt im Schwarzwald, und die Geschichte beginnt in einem fiktiven Waldhotel. Das ist eine Umgebung, in der ich mich sofort wohlfühle – immerhin bin ich im Schwarzwald geboren und aufgewachsen, wenngleich nicht gerade in einem Waldhotel.

In diesem Hotel ist unter anderem ein Wissenschaftler abgestiegen, der in einer Höhle nach Hinterlassenschaften der Etrusker sucht. Er durchstöbert eine Höhle, dort gibt es dann eine Spur zu einem uralten Dämon – und nach einigem Hin und Her erwachen die Toten auf einem Friedhof … ein Grund für John Sinclair, den Inspektor von Scotland Yard, so schnell wie möglich von London in den Schwarzwald zu reisen.

Etruskische Gräber im Schwarzwald? Darauf muss man erst einmal kommen! Es ist typisch für die »John Sinclair«-Serie, dass vor allem in früherer Zeit wild allerlei Mythen genommen und wild kombiniert werden. »Der Albtraum-Friedhof« ist ein typisches Beispiel für diese Art von Gruselroman: Erstmals wurde die Geschichte 1977 als Heftroman in der Reihe der »Gespenster-Krimis« veröffentlicht, jetzt liegt sie als Folge 40 der »Sinclair Classics« als Hörspiel vor.

In gewohnter Qualität versteht es Dennis Ehrhardt erneut, aus dem alten Heftroman mit all seinen sprachlichen und inhaltlichen Klischees eine vergleichsweise moderne Geschichte zu machen. Gute Sprecher, starke Geräusche – das klappt immer sehr gut und macht die Geschichte spannend. Sogar wenn am Ende die üblichen Zombies aus den Gräbern steigen und durch die Geschichte torkeln, ist das sehr gut gemacht.

Was ich interessant finde: Es wird nicht nur ein männlicher Erzähler eingesetzt, sondern auch eine Erzählerin. Das gibt der Geschichte einen zusätzlichen Reiz. Das Fehlen jeglichen Dialekts fand ich allerdings schwach; zumindest eine leichte schwäbische oder badische Färbung hätten die Sprecher für die »Einheimischen« doch haben können …

Wie immer ist das Hörspiel sehr gut – mich als ehemaligen Schwarzwälder sprach die Geschichte natürlich besonders an. Man muss halt mit Zombies, Dämonen und historischen Ungenauigkeiten klarkommen.

22 Juli 2021

Werbung für den Zeit-Gladiator

Als ich in die Science-Fiction-Szene kam, war ich durchaus politisiert. Ich hätte mich als »links« bezeichnet. In meiner Erinnerung sind meine großspurigen Sprüche leider noch vorhanden; ich hoffe, dass die meisten anderen Leute aus dieser Zeit das verdrängt haben.

Im Fandom – so nennt man die Szene der Science-Fiction-Fans – war das mit der Politik aber so eine Sache: Es gab eine sehr lautstarke Fraktion, die sich dem Kampf gegen die »Schundromane« verschrieben hatte, die also vor allem gegen Heftromane wie PERRY RHODAN vorging. Und es gab eine stille Fraktion, die eben ihre Romane las, ansonsten aber in Ruhe gelassen wollte.

Ganz anders aber das Bild, wenn man sich anfangs der 80er-Jahre manche Fanzines und ihre Inhalte genauer anschaute. In verschiedenen Fanzines wurde beispielsweise der »Time Gladiator« beworben. Herausgeber des Science-Fiction-Heftes war Ingo Dristram, der »nebenbei« auch für das Neonazi-Heft »Werwolf« verantwortlich zeichnete.

Illustre Mitarbeiter prägten das Heft. Man wies internationale Autoren wie Brian W. Aldiss und Alfred Bester auf, internationale Fans wie Wolf von Witting oder Carla Mötteli, aber eben auch Christian Worch, der damals – wenn ich mich recht erinnere – noch wegen »Wiederbetätigung« im Gefängnis saß. Irgendwie schien das niemanden zu stören …

Als die Part Time Christians schrabbelten

Man kann nicht sagen, dass mir alle Punk-Bands der frühen 80er-Jahre gefallen; manche sind auch für meine Ohren zumeist nur krachig. Ein Beispiel dafür sind die Part Time Christians, über die ich nicht viel weiß: Die drei Typen machten nur eine einzige Platte, die den coolen Titel »Rock'n'Roll Is Disco« trug und 1984 veröffentlicht wurde.

Verantwortlich dafür waren Alternative Tentacles, das Label, das die Dead Kennedys begründet hatten; man kann also davon ausgehen, dass die Band irgendwie aus deren Umfeld kam. Was die drei Herren bieten, ist musikalisch sehr schrammelig und zugleich abwechslungsreich. Meist ist es heruntergeschrubbter Punk mit viel Gebrüll und wenig Melodie, das erste Stück trägt den Titel »Religion On A Stick« und ist tatsächlich das Beste der ganzen Platte.

Ansonsten wird viel experimentiert. Bei einem Stück wird HipHop untergemixt, bei anderen Stücken klingt die Band schwer nach Hardrock. Man kann sich das auch heute schon noch anhören, es packt mich aber nicht. Früher fand man das wohl experimentiell oder auch »mutig«, heute würde ich es als unausgegoren bezeichnen.

Und ich erinnere mich düster, dass es zwischen 1983 und 1987 eine Reihe von Platten und Bands bei Alternative Tentacles gab, mit denen ich gar nichts anfangen konnte. Die Part Time Christians bilden da keine Ausnahme …

21 Juli 2021

Panini mit SF-Programm

Das Thema Science Fiction ist noch lange nicht tot, auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die das behaupten. Ab September 2021 gibt es im deutschsprachigen Raum einen weiteren Verlag, der Science Fiction veröffentlichen wird – und das finde ich spannend. Der Panini-Verlag steigt in das Geschäft ein

Als erster Titel kommt »Die Stadt aus Messing«; dabei handelt es sich um den ersten Band einer Trilogie, die von der amerikanischen Autorin Shannon Chakraborty geschrieben wird. Ab Februar 2022 sollen weitere Romane als Paperbacks mit Klappbroschur erscheinen.

Ich finde das gut: als Science-Fiction-Leser sowieso und als jemand, der sich ebenfalls in diesem Genre bewegt. Mehr Science Fiction im Ladenregal – das ist für alle Verlage gut.

Erzählungen über Mord und Einsamkeit

Im Pendragon-Verlag erschien zu Beginn der Nuller-Jahre eine sieben Bände umfassende Reihe, die den Schriftsteller Hans Herbst präsentierte. Das vierte Buch mit dem Titel »Stille und Tod« schickte mir der Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar, aber es versackte in einem der Stapel ungelesener Bücher. Dieser Tage las ich es endlich.

»Stille und Tod« umfasst elf Texte. Manche erreichen die Länge einer Kurzgeschichte, andere wiederum sind Erzählungen. Häufig könnte man die Geschichten auch als Kurzkrimis bezeichnen; sie haben aber nichts mit der einfachen Struktur jener Krimis zu tun, die früher gern in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt werden. Hans Herbst hat einen düsteren, zugleich sehr realistisch anmutenden Ton, der mich sehr beeindruckt hat.

Die Hauptfiguren der Geschichten sind stets Männer, Frauen spielen nur eine Rolle am Rand. Diese Männer sind fast immer Kriminelle, oder sie haben mit einem kriminellen Milieu zu tun. Sie kommen aus dem Gefängnis, sie brechen ein, sie hantieren mit einer Schusswaffe oder einem Messer, sie sitzen in einer Bar und warten auf ihren Tod, sie träumen von der Vergangenheit und sind längst alt geworden. Häufig regnet es, und die Wände der Häuser sind ebenso grau wie die Gesichter der Figuren, die Hans Herbst in seinen Geschichten vorstellt.

Bei manchen Geschichten gibt es Bezüge zu Südamerika und Frankreich, zu Weltregionen also, in denen der Autor zeitweise gelebt hat. Dort haben auch seine Figuren einen Teil ihres Lebens verbracht, dort haben sie sich Verletzungen geholt oder Feindschaften eingehandelt, die sie bis ans Lebensende begleiten werden. Man vergisst in dem Milieu, das der Autor schildert, offenbar keine vergangene Untat.

Die Geschichten in »Stille und Tod« haben mich allesamt gepackt. Ihr Tonfall ist trocken, die Beschreibungen einzelner Szene manchmal fast lyrisch. Das ist meist große Klasse, das fasziniert mich. Manchmal aber … Sagen wir so: Aus Redakteurssicht fand ich gelegentlich die Struktur der Absätze nicht gerade optimal – da hätte ich mir an mancher Stelle andere Absätze gewünscht, um die Dialoge besser zu strukturieren. Aber das ist Detailhuberei.

Das Buch ist klasse, die Geschichten von Hans Herbst sind spannend, und ich werde mir auch die weiteren Bände aus dieser Reihe besorgen. (Es sind übrigens schicke Hardcover-Ausgaben.)

20 Juli 2021

Genua vor zwanzig Jahren

Ich war in meinem Leben ein einziges Mal in Genua – das war 1983. Am Wochenende des 18. bis 22. Juli 2001 hatte ich mir überlegt, zu den großen Demonstrationen in die italienische Stadt zu fahren, aber nicht lange. Ich hatte dann doch mehr Lust dazu, auf einem Open-Air-Festival zu stehen, Bier zu trinken und Musik zu hören. Ich erinnere mich jedoch noch sehr gut daran, wie entsetzt wir die Berichte aus Genua wahrnahmen.

Wie die Polizei in immer brutalerer Manier die Demonstrationen angriff.

Wie friedliche Demonstranten von der Hafenbrüstung ins Wasser geprügelt wurden.

Wie Wasserwerfer und Tränengast eingesetzt wurden, vor allem gegen friedliche Demonstranten.

Wie ein junger Mann kaltblütig von der Polizei ermordet wurde (man erschoss ihn, dann fuhr man über den Toten noch mit dem Auto drüber).

Wie man inhaftierte Demonstranten misshandelte und sexuell belästigte.

Wie ein Schwarzer Block durch die Straßen marodieren konnte, ohne dass das die Polizei groß interessierte (warum wohl?).

Das ist jetzt zwanzig Jahre her. Ich war nicht in Genua, ich bin froh darüber.