08 September 2026

Erfrischende Kurz-Utopien

Die Autorin Theresa Hannig ist mir seit mehreren Jahren bekannt: Sie schreibt Science Fiction, die in der näheren Zukunft spielt, und ist politisch aktiv. Mit »Übermorgen« liegt gewissermaßen ein Querschnitt durch die zwei Seiten ihrer Persönlichkeit vor – allerdings in Buchform: Science Fiction in ihrer kurzen Form, immer unterhaltsam, immer politisch und manchmal sehr amüsant.

Veröffentlicht wurden die Texte zuerst in der »tageszeitung« aus Berlin; die Zusammenstellung in Buchform erfolgte nun im Hirnkost-Verlag. Theresa Hannig sollte in einer Kolumne politische Ereignisse so kommentieren, wie es von einer Science-Fiction-Autorin erwartet wird: also durchaus der Zukunft zugewandt, gern auch ein bisschen positiv und nicht voller Angst vor kommenden Krisen. 

Die Autorin erfand einen Zeitreisenden aus dem Jahr 2123, der bei ihr an der Tür klopft und sich mit ihr unterhält. Ihre fiktiven Gespräche mit Felix – so heißt der Zeitreisende – bilden die Grundlage für die kurzen Texte, die nie mehr als drei Buchseiten lang sind. Felix kennt sich mit der gesellschaftlichen Lage seiner Zeit gut aus und kommentiert aus seiner Warte die eine oder andere Entwicklung unserer Zeit. 

Vor allem erzählt er darüber, was sich in den fast hundert Jahren positiv verändert hat. Die Welt des Jahres 2123 ist zwar noch lange nicht perfekt, aber die Menschen leben in einer Zukunft, die man sich gern vorstellen möchte.

Die Autorin und der Zeitreisende diskutieren über den Klimawandel und neue Möglichkeiten für die Bürger, sich an demokratischen Entscheidungen zu beteiligen. Sie reden über die Rente oder die Bauern, praktisch über alle Themen, die sich heutzutage ergeben und bei denen man schon gern wüsste, wie die in der Zukunft gelöst werden.

Die Gespräche sind oft amüsant zu lesen, die Visionen einer nicht zu weit entfernten Zukunft werden häufig mit einem gewissen Augenzwinkern präsentiert. Besonders gut gefällt mir dabei, dass die Autorin nicht den mahnenden Zeigefinger erhebt, sondern ihre Figuren locker erzählen lässt. Leserinnen und Leser können sich so ihre eigene Meinung bilden.

Wer mag, kann die einzelnen Texte als Kurzgeschichten betrachten; veröffentlicht wurden sie als Kolumnen. Das Buch enthält auch Kolumnen, die nicht in der »tageszeitung« veröffentlicht wurden, weil sie der Redaktion zu negativ waren. So entsteht ein höchst unterhaltsames Science-Fiction-Lesebuch, das man immer wieder zur Hand nimmt und nicht am Stück lesen muss.

Erschienen ist »Übermorgen« als ein schön gestalteter Hardcover-Band – inklusive Lesebändchen! –, der gut in der Hand liegt. Die 132 Seiten gibt’s für 18,00 Euro überall im Buchhandel; bei einer Bestellung ist die ISBN 978-3-9885714-1-0 möglicherweise hilfreich. Das E-Book kostet übrigens 10,99 Euro – sowohl das E-Book als auch die gedruckte Ausgabe sind über den PERRY RHODAN-OnlineShop erhältlich.

Wer einige Hintergründe zu »Übermorgen« haben möchte, kann sich auf der Internet-Seite der Autorin informieren. Dort gibt es nicht nur eine Leseprobe, sondern auch ein Video zur Buchvorstellung.

(Die Rezension erschien auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie, bereits im Juli 2026. Hier teile ich sie aus dokumentarischen Gründen.) 

1 Kommentar:

Enpunkt hat gesagt…

Weitere Informationen zu »Über Morgen« von Theresa Hannig gibt es auf der Internet-Seite des Hirnkost-Verlags.
Hier:
https://theresahannig.de/buecher/ueber-morgen/