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05 August 2026

Zwischen Salon-Linken und Kaufhausregalen

Die aktuelle Folge meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock’n’Roll« ist erschienen: Die Ausgabe 187 des OX-Fanzines wurde an die Abonnenten verschickt und liegt im Zeitschriftenhandel aus. Ich schreibe mittlerweile seit gut dreißig Jahren für das OX, so genau kann ich das nicht sagen, aber ich bin da selbst ein wenig verblüfft – damals dachte sicher niemand, dass es die Zeitschrift noch so lange geben würde und dass ich so lange durchhalten könnte.

Aber gut: Dreißig Jahre danach sind wir noch am Start. Mit einigen grauen Haaren mehr und dickeren Brillengläsern zwar, aber immerhin … Und ich freue mich nach wie vor, meine Texte beisteuern zu können.

Die Geschichte spielt im Juni 1996, was nun auch schon einige Zeit her ist. Der Ich-Erzähler stolpert durch ein Kaufhaus, in dem eine skurrile »Critical Mass«-Aktion stattfindet, die langsam außer Kontrolle zu geraten scheint. Zumindest glaubt das wohl die Polizei, die mittlerweile anrückt. Wie es weitergeht, das erzählt dann hoffentlich die nächste Folge …

12 Juni 2026

Tote Pioniere, alternde Punkrocker

Die aktuelle Ausgabe 186 des OX-Fanzines zeigt die amerikanische Band Dead Pioneers auf dem Titelbild; die gefallen mir derzeit auch sehr gut. Im Inhalt bin ich wieder mit einer neuen Folge meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock’n’Roll« zu finden; es ist bereits die Folge 61.

Im Wesentlichen spielt diese Folge im Innern eines Kaufhauses, wo in den 90erJahren eine sogenannte Critical-Mass-Aktion stattfindet. Ich hoffe, ich habe es geschafft, den turbulenten Charakter einer solchen Veranstaltung glaubhaft und interessant zu vermitteln.

Beim Schreiben hatte ich durchaus meine Probleme, mir das Innere eines solchen Kaufhauses vorzustellen – so oft bin ich nun mal doch nicht im Karstadt, und Kaufhof oder Kaufhalle gibt es schon lange nicht mehr. Aber das ist ja kein historischer Roman, bei dem die Details einer Innenausstattung ebenfalls stimmen sollten …

04 Mai 2026

Mit der Sozialwissenschaft und der Science Fiction

Am 4. April 1941 wurde Rainer Eisfeld geboren, in einer Zeit, die wir »Nachgeborenen« uns heute nicht mehr vorstellen können. Sein Leben führte ihn zuerst zur Science Fiction, die ihn nie wieder loslassen sollte, und dann zur Politikwissenschaft, die sein Beruf wurde; er war in diesem Fall als Professor tätig.

Zu seinem 85. Geburtstag erschien ein Buch, das die beiden Seiten seines Lebens präsentiert. Es trägt den Titel »Sozialwissenschaft und Science Fiction« und den netten Untertitel »Dokumente eines ›Doppellebens‹«. Auf den über 300 Seiten des Buches, das ich noch nicht gelesen habe, finde sich haufenweise Artikel und Fotos zu Rainer Eisfeld, seinem Leben und Schaffen.

Ich bin stolz darauf, ebenfalls in diesem Buch vertreten zu sein: mit einem Interview, das ich mit Rainer Eisfeld zu Clark Darlton geführt habe – wobei man fairerweise anmerken muss, dass sein Anteil bei etwa 98 Prozent lag –, und einem Beitrag, den ich über ihn geschrieben habe. Die »Umgebung«, die meine Beiträge erhalten, finde ich höchst interessant und auch beeindruckend.

85 Jahre ist ein stolzes Alter. Ich hoffe, dass sich Rainer Eisfeld auch weiterhin meinungsstark zu Wort melden wird – zu politischen Themen ebenso wie zur Science Fiction.

13 April 2026

Folge 60 mit kritischer Masse

Nachdem ich am Samstag mit vielen anderen Leuten das OX-Fest in Karlsruhe gefeiert habe, wird es heute wohl Zeit, endlich auf meine aktuelle Veröffentlichung hinzuweisen: Die Rede ist von der Folge 60 meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock’n’Roll«, die in der Ausgabe 185 des OX-Fanzines erschienen ist.

Das aktuelle Heft macht ohnehin einen so guten Eindruck, dass ich wieder einmal weiß, dass ich es nicht schaffen werde, es komplett zu lesen: so viele Interviews, Artikel, Rezensionen und sonstigen Texten zu Hardcore, Punkrock und artverwandtem Krawall – das beeindruckt schon und schüchtert mich immer ein wenig ein. Früher hätte ich das Heft von vorne bis hinten gelesen, garantiert jede Seite, heute bekomme ich das kaum mehr auf die Reihe.

Ein Luxusproblem.

Um eine kritische Masse geht es übrigens in meinem Fortsetzungsroman. Irgendwelche Aktivisten haben zu einer »Critical Mass«-Aktion aufgerufen, und der Ich-Erzähler mischt mit. Ich hoffe, dass ich den chaotischen und spontanen Geist jener Zeit ein bisschen vermitteln konnte. (Eine ähnliche Aktion war damals in Karlsruhe ja wirklich angedacht, kam aber nie zustande.)

27 Februar 2026

Ein richtiger Punk?

Wenn ich meine Texte für das OX schreibe – zum allergrößten Teil meinen ich damit die Folgen meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock'n'Roll« –, versuche ich immer, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen: Innerhalb der einzelnen Folge soll so viel Handlung sein, dass die einzelne Folge für sich gelesen werden kann. Sie soll ein wenig vom Lebensgefühl der neunziger Jahre einfangen. Und sie darf ein bisschen »Philosophieren« über Punkrock enthalten, sofern ich dafür überhaupt in der Lage bin.

In der aktuellen Folge 59, die in der Ausgabe 184 des OX-Fanzines erschienen ist, im ersten Heft des Jahres 2026 also, lasse ich einen Teil der Handlung im Keller des besetzten Hauses spielen. Gemeint ist natürlich die »Steffi« in Karlsruhe, die im Jahr 1996 praktisch mein erweitertes Wohnzimmer war, vor allem die wunderbare Haifischbar im Keller.

Es gibt einige Gespräche über Musik: Damals gaben einige Leute ihre Spekulationen zu HipHop und Elektro-Musik ab und lagen damit natürlich falsch. Und es gibt einige Fragen zur damals immer wieder wichtigen Frage, was denn ein »richtiger Punk« sei. Mir wurde nicht nur einmal vorgeworfen, ich sei kein »richtiger Punk«, was mir ziemlich egal war; schließlich ging ich jeden Tag zur Arbeit und kümmerte mich um eine Raketenheftchenserie.

Falls ich aus all diesen Fortsetzungen jemals einen Roman in Buchform zimmern werde, kann ich solche Gespräche wohl drin lassen. Die sind gewissermaßen zeitlos und nicht nur ein Chronistenblick ins Jahr 1996.

11 Dezember 2025

Bereits der Teil 58

Es sind schon weder fast zehn Jahre, dass mein Fortsetzungsroman »Der gute Geist des Rock’n’Roll« im OX-Fanzine zu lesen ist. In der aktuellen Ausgabe 183 des Magazins, das alle zwei Monate erscheint, ist mein Roman mit der Folge 58 erschienen – ich bin selbst verblüfft, wie viele Seiten da im Verlauf der Zeit zusammengekommen sind.

Der Roman spielt im Sommer 1996. Als ich mit der Arbeit daran anfing, war das also gut zwanzig Jahre her. Mittlerweile sind es fast dreißig Jahre, und ich merke, dass ich mit den Erinnerungen ins Trudeln geraten. Klar weiß ich noch, welche Musik ich damals hörte und zu welchen Konzerten wir gefahren sind.

Aber wie war das damals wirklich mit den Computern? Hatte ich schon einen Internet-Anschluss? Welche technischen Möglichkeiten, die heute selbstverständlich sind, waren damals reine Science Fiction? Tatsächlich stellen sich solche Fragen beim Schreiben eines fast schon historisch anmutenden Textes immer wieder aufs Neue.

Die Folge 58 kommt gut ohne technische Details aus. Meine Hauptfigur plagt sich mit dem Älterwerden herum – das machte mir 1996 tatsächlich mehr zu schaffen als heute, scheint mir … – und ärgert sich über politische Aktivisten auf der »linken Seite«, die er in Gedanken als »Automaten« beschimpft. Eine damals häufige Äußerung in den Kreisen von Leuten, die laute Musik hörten und in besetzten Häusern ihre Zeit verbrachten, aber nicht so begeistert von ausufernden Plenumssitzungen waren …

Aber das ist dann eine andere Geschichte!

02 Oktober 2025

Wenn Emos mal stressen wollen …

Auch in den 90er-Jahren konnte man in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt werden, wenn man sich auf ein Punkrock- oder Hardcore-Konzert begab. Meist hielten sich die Streitereien untereinander in Grenzen – außer es waren zu viel Alkohol oder zu viele Drogen oder alles auf einmal im Spiel –, und meist erwiesen sich irgendwelche Glatzen oder sonstigen Schlägertypen als die Gegner.

Ich erinnere mich an die eine oder andere Stresserei, bei der meine Hände oder Füße mal in einem anderen Gesicht landeten. Deshalb fällt es mir leicht, mir entsprechende Geschichten auszudenken.

Die aktuelle Folge 57 von »Der gute Geist des Rock’n’Roll« ist hierfür ein gutes Beispiel. Veröffentlicht wurde dieser Teil meines Fortsetzungsromans in der Ausgabe 182 des OX-Fanzines, die mittlerweile bei allen Abonnenten sein sollte und die man auch im Zeitschriftenhandel kaufen kann.

Erzählt wird darin von einem Emocore-Konzert irgendwo in der Provinz, bei dem es Ärger mit örtlichen Schlägertypen gibt. Die können aber offensichtlich nur austeilen, wenn sie es mit Jugendlichen zu tun haben, und sind ernsthaft verwirrt, wenn plötzlich ein Pulk von Emo-Jugendlichen auf sie einprügelt oder eintritt.

Wieviel von der Szenerie, die ich da beschreibe, auch nur ansatzweise autobiografisch ist, kann sich jeder selbst ausdenken. Die geschilderten Szenen sind auf jeden Fall frei erfunden, könnten sich aber so – oder eben ähnlich – irgendwo in der badischen oder pfälzischen Provinz zugetragen haben …

11 August 2025

Peter und die neue Welle

Wenn ich an »Der gute Geist des Rock’n’Roll« schreibe, versuche ich immer wieder, die Themen der damaligen Zeit einzubauen. Der Fortsetzungsroman spielt im Juni 1996, und natürlich beschäftigte sich unsereins unter anderem damit, sich auf der Straße mit allerlei stolzen Deutschen herumzuschlagen, während man gleichzeitig beim Fußball auf der Seite der deutschen Nationalmannschaft mitfieberte. Nicht drüber nachdenken …

Zum Zeitgeschehen jener Tage zählte aber auch, dass sich innerhalb der Hardcore- und Punkrock-Szene wieder mal Änderungen vollzogen. Was in den 90er-Jahren als Newschool-Hardcore oder Emocore aufspielte, war nicht immer nach meinem Geschmack, um es höflich zu formulieren, und das Pubikum fand ich oftmals grausig. Aber diese »ganz neue Welle« war oftmals interessanter als der tausendste Aufguss von Stilrichtungen, die aus den 80er-Jahren stammten.

Und so spielt in der Folge 56 meines Fortsetzungsromans, die in der Ausgabe 181 des OX-Fanzines veröffentlicht worden ist, ein Emocore-Konzert eine Rolle. In der wirklichen Welt und in meiner echten Vergangenheit gab’s Konzerte dieser Art in einem Ort in der Pfalz; für den Roman verlegte ich die Handlung in einen Vorort von Karlsruhe. Ich hoffe, das ist trotzdem alles kapierbar.

Die Szenerie habe ich übrigens wirklich so in Erinnerung: Konzerte wurden in den Räumlichkeiten eines Kindergartens veranstaltet, und Bier gab’s keines. Aber so war das halt manchmal in den 90er-Jahren …

06 Juni 2025

Zu Emos in die Provinz

Die Gelehrten streiten sich gern über die Frage, was denn zu Punk gehöre und was nicht. Für mich zählte Emocore immer irgendwie dazu, aber ich konnte gut vorstellen, dass das viele Leute anders betrachten. Die »Emos« sahen in den 90er-Jahren, als die Emo-Welle anlief, schon anders aus als Punks, und sie verhielten sich anders.

(Von den heutigen Emos möchte ich gar nicht sprechen; das ist etwas völlig anderes, finde ich. Da ist ja nur der Name mit der alten Zeit identisch.)

Darum geht es in der aktuellen Folge meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock’n’Roll«, der in der aktuellen OX-Ausgabe 180 veröffentlicht wird. Mein Ich-Erzähler ist im Juni 1996 in einem badischen Dorf unterwegs – einem Vorort eigentlich – und schaut sich dort ein Konzert an. Es spielt eine Band, und deren Musik wird als Powerviolence bezeichnet. Für jemanden, der mit Punkrock sozialisiert worden ist, kann so eine Begegnung mit neuer Musik durchaus anstrengend sein …

Ich hoffe, es ist mir in diesem Teil der Fortsetzungsgeschichte gelungen, einen Teil des damaligen Zeitgeistes einzufangen. Punkrock war und ist in gewisser Weise konservativ; wenn es etwas Neues gab, wurde es immer kritisch beäugt. So war es 1982, so war es 1988, so war es 1996, und so ist es sicher auch heute noch – nur bekomme ich es nicht mehr großartig mit.

10 April 2025

Über Dörfler und Emos

In der aktuellen Ausgabe des OX-Fanzines bin ich wieder mit einer aktuellen Folge meines Fortsetzungsromans vertreten. Folge 54 von »Der gute Geist des Rock’n’Roll« erzählt von einem Besuch des Ich-Erzählers in einem kleinen Ort, in dessen Jugendhaus an einem Freitagabend ein Emocore-Konzert stattfinden soll. Dabei gibt es das eine oder andere Gespräch und vor allem den einen oder anderen Einblick in die Denkstruktur von Leuten, die in einem dörflichen Umfeld leben.

Das ist wieder ein Kapitel, das auf biografischen Grundzügen beruht. Während ich in den 80er-Jahren häufig zu Konzern in schwäbische und badische Kleinstädte fuhr – Orte wie Geislingen oder Waiblingen, Schwäbisch Gmünd oder Offenburg, Schramberg oder Bernhausen tauchten auf meiner Landkarte sehr häufig auf –, veränderte sich das Bild in den 90er-Jahren.

Tatsächlich gab es Emocore-Konzerte in Dörfern in der Pfalz oder im Umland von Karlsruhe, zu denen ich fuhr und auf denen ich mit Lederjacke und Stiefeln oft wie ein Fremdkörper wirkte. Nicht nur wegen des Alters, sondern auch wegen des Aussehens. Im Nachhinein würde mich schon interessieren, wie ich auf die jungen Leute in diesen Ortschaften wirkte: Hielten die Leute mich für einen seltsamen alten Kauz oder fanden sie das normal?

Die Ausgabe 179 des OX-Fanzines gibt darüber keine weitere Auskunft. Aber sie gibt hoffentlich wieder einen unterhaltsamen Einblick in die 90er-Jahre.

03 Februar 2025

Jammern über neue Punks

Seit Punkrock irgendwann um 1976 anfing, gab es wohl immer wieder das gleiche Band: Die »alten Punks« stellten fest, dass es »neue Punks« gab, die anders waren. Und denen wurde natürlich ein Verrat an der Bewegung oder sonstiger Unsinn vorgeworfen. Das war in den 80er- und 90er-Jahren nicht anders. 

In der aktuellen Folge meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock'n'Roll« geht es unter anderem darum: War oder ist Emocore ein Teil von Punk, oder war das in den 90er-Jahren nur neumodisches Zeugs? Zumindest war man sich immer einig darüber, dass man die Polizei doof zu finden hatte.

Die aktuelle Folge trägt die Nummer 53, sie spielt – wie die vorherigen Folgen auch – im Sommer 1996 und gibt einige der Gedanken dieser Zeit wieder. Diskussionen, wie ich sie in diesem Text skizziere, führte ich selbst genug. Ich hoffe, dass die Leser, die »damals« dabei waren, sich entsprechend erinnern, während es für die »Neuleser« vielleicht wie eine Zeitreise anmuten mag.

Veröffentlicht wurde das Ganze in der Ausgabe 178 des OX-Fanzines. Sie kam heute per Post ins Haus. Ich denke, die Abonnenten erhalten sie ebenfalls in diesen Tagen; im Bahnhofsbuchhandel bekommt man das Heft ebenfalls.

16 Dezember 2024

Im staubigen Archiv

Turbostaat auf dem Titelbild, mein Roman als Fortsetzung im Innenteil: Auch in der aktuellen Ausgabe des OX-Fanzines, die schon ihren Weg zu den Abonnenten gefunden hat und die man an verschiedenen Verkaufsstellen finden kann, fühle ich mich mit meinem Text sehr wohl. Die Folge 52 ist in der Ausgabe 177 der Zeitschrift enthalten, und wieder erzähle ich vom Sommer 1996.

Je länger der Roman in Fortsetzungen abgedruckt wird, desto weiter liegt die Zeit zurück, über die ich schreibe. Die ersten »Peter Pank«-Geschichten, damals noch im ZAP-Fanzine, wurden in der Mitte der 90er-Jahre veröffentlicht und spielten 1986 – da lag also nicht mal ein Jahrzehnt zwischen dem Inhalt der Texte und ihrer Publikation.

Mittlerweile spielt die Handlung im Jahr 1996, veröffentlicht wird sie 2024 und bald 2025. Wenn ich so weitermache, hinke ich dreißig Jahre hinter der Handlung des Fortsetzungsromans her – das finde ich schon beeindruckend. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch machen werde; der aktuelle Teil mit dem Titel »Der gute Geist des Rock’n’Roll« wird hoffentlich ordentlich zu Ende gebracht.

Diesmal geht’s übrigens noch mal um ein Treffen mit Kolleginnen, um ein Stöbern in einem alten und recht staubigen Archiv und der Fahrt auf ein Emocore-Konzert. Das pralle Leben also – und das ist dann doch ein bisschen autobiografisch …

02 Oktober 2024

Zwischen Oi! und Büro

Die aktuelle Ausgabe 176 des OX-Fanzines ist seit einigen Tagen im Handel. Wie immer freut es mich, dass wieder ein Beitrag von mir enthalten ist. Es handelt sich bereits um die Folge 51 meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock’n’Roll«, der diesmal wenig Action enthält, aber die Figuren weiter entwickelt, um die es geht.

Konkret wird Peter Meißner, die Hauptfigur und zugleich der Ich-Erzähler des Romans, mit seinem Punkrock-Umfeld einerseits und dem Büroleben andererseits konfrontiert. Wie er damit umgehen soll, weiß er natürlich ebensowenig wie bei vorherigen Gelegenheiten. Seine Kolleginnen sollen ja nichts davon wissen, wo und bei welchen Gelegenheiten er sich nachts auf der Straße oder in besetzten Häusern herumtreibt.

Das ist in gewisser Weise autobiografisch. Von mir wussten viele Kolleginnen und Kollegen in den 80er- und 90er-Jahren vielleicht, dass ich seltsame Musik hörte oder eine seltsame Frisur trug. Vom wahren Ausmaß meiner »Action« hatten sie keinerlei Ahnung. Das war vielleicht auch besser so …

08 August 2024

Peter und ein kleines Jubiläum

Bei meinem Fortsetzungsroman »Der gute Geist des Rock'n'Roll« handelt es sich um einen Roman und nicht um eine »true story« – das muss ich immer wieder betonen. Die Geschichte ist frei erfunden, und die Leute, die in ihr auftauchen, gibt es nicht und gab es auch nie. Aber natürlich kann ich keinen Roman schreiben, der im Punkrock-Milieu spielt, ohne auf Erinnerungen zurückzugreifen.

Die aktuelle Folge fünfzig – hey, ich habe ein kleines Jubiläum! – wurde in der Ausgabe 175 abgedruckt. Es geht um das Arbeiten in einem Verlag und die Probleme, die man als Punkrocker damit hat, in einem solchen Unternehmen tätig zu sein. Die Handlung spielt 1996, aber mit der Arbeit, die ich in jenem Jahr zu bewältigen hatte, hat sie wiederum nichts zu tun. Der Ich-Erzähler ist ja eher in einem Anzeigenblatt tätig, und das machte ich 1988/89.

Mir macht es Spaß, solche Details aus der Wirklichkeit mit der fiktiven Wirklichkeit des Romans zu verknüpfen. Den meisten Lesern dürfte das gar nicht groß auffallen, denke ich; ich mag so etwas. Und so schreibe ich mit einem leichten Lächeln im Gesicht dann auch schon an der nächsten Folge des Fortsetzungsromans.

28 Juni 2024

Comic, Satire und ein Krimi

Ich habe weiter im »Klausbuch« gelesen, also in dem Buch, das man mir zum sechzigsten Geburtstag geschenkt hat, und ich bin davon immer noch sehr angetan. Die Vielfalt der Beiträge ist überraschend, die Inhalte finde ich toll.

Von meinem ehemaligen Kollegen Klaus Bollhöfener – er macht heute immer noch das Magazin »phantastisch!« – und dem Zeichner Michael Vogt, der zuletzt durch »Der kleine Perry« sehr bekannt geworden ist, erhielt ich einen kompletten Comic: schön gezeichnet, toll gemacht!

Hermann Ritter ist in der Riege der Mitarbeitenden an diesem Buch derjenige, der mich am längsten kennt; wir trafen uns 1982 zum ersten Mal und hatten zuvor Briefkontakt. Wie es sich gehört, schrieb Hermann eine Satire, die von einigen wunderbaren Übertreibungen und augenzwinkerndem Humor lebt.

Großartig ist der Krimi, den Norbert Fiks beigesteuert hat. In »Der Heftromanmord« geht's nicht unbedingt um mich – auch mal gut so! –, sondern halt um mein berufliches Umfeld und die gelegentlich starke Begeisterung mancher Fans. Ebenfalls augenzwinkernd, handwerklich sehr gut geschrieben – Norbert Fiks zeigt damit, dass er auch als Pensionär noch weiß, wie man einen starken Text verfasst.

21 Juni 2024

Der Einstieg in das Klausbuch

Weil in dieser Woche sehr viel zu tun war, kam ich nicht so richtig dazu, in dem Buch »Das wüsste ich aber!« weiterzulesen. Ich finde die Gestaltung des Titelbildes und der Rückseite sehr eindrucksvoll und auch ein bisschen schmeichelhaft. Und über die Beiträge freue ich mich sehr.

»Klaus ist ein Phänomen!« ist der erste Satz des Buches, und damit beginnt ein Vorwort von Christina Hacker, die das Werk ja hauptsächlich zusammengestellt hat. Es ist ein Text, bei dessen Lektüre ich ein bisschen erröte – weil ich so gelobt werde –, aber er leitet gut in das Buch ein.

Kritischer geht's bei Arndt Ellmer zu, den ich als Autor seit den frühesten 80er-Jahren kenne, mit dem ich seit über dreißig Jahren zusammenarbeite. Wir hatten im Verlauf dieser Zeit manchen Konflikt – und ich finde es gut, dass er diese andeutet. Es wäre gelogen, so zu tun, als könnte man jahrzehntelang konfliktfrei miteinander klarkommen; die Interessen von Autor und Redakteur sind ja häufig nicht identisch.

Einen großartigen Beitrag schrieb Wim Vandemaan, den ich ebenfalls seit dreißig Jahren kenne. »über Klaus Frick, seine Herkunft und die Wechselfälle des Verlagsgeschäftes« ist ja eher eine Satire; ich musste bei der Lektüre mehrfach schmunzeln.

Ich stelle fest: Der Start in das »Klausbuch« ist gelungen. Ich werde mit Interesse weiterlesen!

07 Juni 2024

Zwischen Archiv und Telefon

Die Folge 49 meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock'n'Roll« ist erschienen; dieser Tage wurde die aktuelle Ausgabe des OX-Fanzines verschickt – die Nummer 174 –, in der ich damit vertreten bin. (Ich altere mit dem Heft, was ich daran merke, dass ich vor allem Berichte über alte Punk-Bands gerne lese, um mich mit wohligem Schauer an die 80er- und 90er-Jahre zu erinnern.)

Diesmal geht's für meinen Helden Peter Meißner weiter mit seltsamen Aktivitäten in dem Verlag, in dem er arbeitet. Er stöbert im Archiv herum, er fremdelt mit sich und dem Älterwerden, und er bekommt einen Anruf seines Chefs.

Der Fortsetzungsroman spielt im Jahr 1996, während der Europameisterschaft im Fußball. Im Nachhinein wurde das von mir schlecht geplant: Diese aktuelle Folge hätte stärkere Fußball-Bezüge haben sollen. Wenn schon, denn schon ... Aber es hat leider nicht geklappt. Den Lesern gefallen die eineinhalb eng bedruckten Seiten hoffentlich trotzdem.

12 April 2024

Im alten Zeitungsarchiv

Die aktuelle Ausgabe des OX-Fanzines flatterte mir dieser Tage ins Haus, heute schaute ich sie mir endlich mal durch. Auf dem Titelbild der Nummer 173 sieht man Hot Water Music, die ich früher sehr mochte, und im Innenteil gibt es die neue Folge meines Fortsetzungsromans »Der gute Geist des Rock’n’Roll«. In diesem hält sich der Ich-Erzähler in einem Archiv auf, das sich unter dem Dach eines Verlagsgebäudes befindet.

Das Archiv, das ich in dieser Folge schildere, gab es so nie. Ich kannte in den 80er-Jahren die Zeitungsarchive der Lokalausgabe der »Südwest-Presse«, für die ich damals arbeitete. Das ist auch schon vierzig Jahre her; 1983 fing ich als freier Mitarbeiter an.

Das Archiv ähnelt ein wenig – ich kann es ja gestehen – den Räumen auf dem Dachboden des Verlags, für den ich seit den 90er-Jahren tätig bin. Ich erinnere mich noch gut an mein Staunen, als ich die Unmengen von Schätzen aus Papier und Pappe in ab 1992 erstmals sehen durfte. Heute gibt es das alles nicht mehr.

Aber klar, wir haben es bei diesem Text mit einem Roman zu tun, nicht mit einer seriösen Biografie. Und der Ich-Erzähler möchte ein wenig mehr über die Vergangenheit herausfinden. Dass er zu dieser Gelegenheit einen Schnaps trinken muss, damit hat er nicht gerechnet. Aber so konnte ich den Archiven meiner Vergangenheit eine kleine literarische »Verewigung« verpassen …

09 Februar 2024

Verlagsarbeit in den 80er-Jahren

Da ich nicht so richtig weiß, wie die Leser des Fanzines OX im Jahr 2024 aussehen, schreibe ich meinen Fortsetzungsroman »Der gute Geist des Rock’n’Roll« ein wenig ins Blaue hinein. Ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Leser männlich sind und sich in einem Altersspektrum bewegen, das im Durchschnitt etwas jünger ist als ich – aber nicht zu sehr. Daher glaube ich, dass die meisten sehr gut nachvollziehen können, was im Kopf meines Ich-Erzählers abgeht, wenn ich ihn von seinen Abenteuern in der Mitte der 90er-Jahre berichten lasse.

Die aktuelle Folge 47 erschien dieser Tage in der OX-Ausgabe 172, wie immer war sie eineinhalb Seiten lang. Die Szene spielt vor allem im Innern des Verlags, für den Peter Meißner im Sommer 1996 arbeitet. Unter anderem gibt es kurze Einblicke in die interne Kommunikation, dann beginnt ein Besuch im Archiv.

(Ich arbeitete in den 80er-Jahren zuerst bei einer Tages- und später bei einer Wochenzeitung. Die Archive dort sahen natürlich völlig anders aus als diejenigen, die ich in dieser Geschichte beschreibe.)

26 Januar 2024

Ein Buch zum Geburtstag

Es war im Dezember 2023 die größte Überraschung für mich: Christina Hacker und ein Team aus Science-Fiction-Machern präsentierten mir zu meinem Geburtstag ein Buch – ein schickes Paperback zum sechzigsten Geburtstag, das dann auch noch den schönen Titel »Das wüsste ich aber!« trug. Ich war wirklich sprachlos, und eigentlich bin ich es immer noch.

Seit ich das Buch bekommen habe, liegt es daheim herum. Ich habe es durchgeblättert, mehr nicht. Enthalten sind viele Texte von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren, dazu haufenweise Fotos aus allerlei Phasen meines Lebens. Nicht nur aus dem Science-Fiction-Umfeld – unter anderem gibt es ein Bild, das mich mit Iro zeigt.

Es gibt hoffentlich nachvollziehbare Gründe, warum ich bisher vor einer Lektüre zurückschreckte: Ein Buch, das gewissermaßen zu meinen Ehren erschienen ist, schüchtert mich in gewisser Weise ein. Ich habe mir aber vorgenommen, es in den kommenden Tagen und Wochen zu lesen. Die meisten Leute, die über mich geschrieben haben, kenne ich ja persönlich, manche seit Jahrzehnten – es wird sicher eine Lektüre, die abwechslungsreich und spannend sein wird.

Ich lasse mich darauf ein. Schauen wir mal, was da alles auf mich zukommen wird …