Was für ein Knaller! Und wieso habe ich diesen großartigen Comic so lange sträflich vernachlässigt? Dieser Tage las ich endlich den ersten Band von »Shooting Ramirez« und bin davon hin und weg. Hier liegt eine rasante Mischung aus Gangster-Komödie, Action-Comic und Gesellschaftssatire vor, die auch noch in einem originellen Stil gestaltet ist und die ich extrem spannend fand.
Die Geschichte spielt in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts und in Arizona. Und weil der Comic in dieser Zeit angesiedelt ist, wird fiktive Werbung eingeblendet, sogar ganzseitige »Anzeigen« mitten in der Geschichte. Autos und coole Kleidung werden beworben; wer diese Zeit erlebt hat, wird vieles wiedererkennen.
In dieser Zeit lebt Jack Ramirez, ein Mechaniker, der in der Lage ist, alle möglichen Gerätschaften zu reparieren. Ramirez ist immer freundlich, spricht kein Wort, weil er stumm ist, und wird von seinen Kollegen geschätzt. Klaglos engagiert er sich in einer Firma, in der ein rauer Umgangston herrscht, und ist stets für die Arbeit da. Was er privat macht, weiß niemand und interessiert auch niemanden.
Doch auf einmal setzen sich mexikanische Killer auf seine Fersen. Sie halten ihn für einen gefährlichen und äußerst rabiaten Auftragsmörder. Die Firma, in der Ramirez arbeitet, verwandelt sich in ein Schlachtfeld ...
Soweit die grob angerissene Geschichte. Nebenbei spielen noch zwei Bankräuberinnen eine Rolle, und die völlig überforderte Polizei hat einige größere Auftritte.
Der Vergleich mit »Pulp Fiction« und anderen Filmen liegt nahe und ist nicht ganz falsch. Die vielschichtige Geschichte, die sich bei »Shooting Ramirez« anbahnt, bietet viel groben Humor, ist aber nicht so zynisch wie »Pulp Fiction«, und wird nicht ganz so vertrackt erzählt. Ansonsten wird aber auch hier viel geballert, und es mangelt nicht an sarkastischen Dialogen, die zu lesen eine wahre Freude ist.
Zeichnerisch hält der Comic die Waage zwischen. »funny« und realistisch. Die Figuren sind nicht realistisch gezeichnet, aber weit genug von irgendwelchen Knollennasen entfernt. Der Stil ist modern, manchmal fast glatt – das ist alles schon sehr cool, was ich an dieser Stelle positiv meine.
»Shooting Ramirez« ist klasse. Ich freue mich auf die Lektüre des zweiten Bands, den es ja bereits gibt.


























