Im Dezember 1982 schien ich einen lyrischen Anfall gehabt zu haben – wie es aussieht, während langweiliger Unterrichtsstunden. Auf einem gelochten und karierten Blatt im A4-Format, wie ich es im Unterricht benutzte, schrieb ich insgesamt sechs Gedichte nieder, oder zumindest das, was ich damals für Gedichte hielt.
Das ganze entstand am 15., 16. und 17. Dezember 1982, jedes der Gedichte wurde erstmals auf diesem Blatt formuliert; die krakelige Handschrift – mit einem Füller! – belegt das ebenfalls wie die Korrekturen, die Streichungen und Einfügungen.
Die Texte stellen dabei eine Mixtur aus persönlichen Eindrücken (singender Draht im Herbst, heulende Sirenen) und politisch-gesellschaftlichen Themen dar. Man merkt ihnen an, dass ich damals durchaus um die Worte rang. Klammheimlich träumte ich zu jener Zeit davon, meine Gedichte in einem schönen Lyrik-Band zu veröffentlichen und dann einen Literaturpreis abzuräumen.
Dazu ist es nie gekommen. Schaue ich mir die Texte nach all den Jahren wieder an, wird mir auch klar, warum daraus nie etwas werden konnte ... (Einen Beispieltext hieve ich gleich in die Kommentare.)
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
09 April 2011
08 April 2011
Schwer rockende Cenobiten
Aus Rotterdam stammen die drei kernig aussehenden Typen, die sich Cenobites nennen und eine rotzig-rockige Mischung aus Psychobilly mit entsprechenden Fantasy- und Horror-Texten sowie ein wenig Hardcore spielen. Das ist manchmal richtig gut, manchmal aber doch zu arg rocknrollig.
Gut gespielt ist das allemal, da gibt es nicht das geringste zu maulen. Mit ihrer Platte »No Paradise For The Damned« landeten sie jetzt bei mir, und das ganze entpuppte sich als durchwachsene Mischung: Gut gespielt genügt nicht immer; ich kann mir so was gern anhören, aber es bleibt unterm Strich nichts hängen. Schade eigentlich.
Gut gespielt ist das allemal, da gibt es nicht das geringste zu maulen. Mit ihrer Platte »No Paradise For The Damned« landeten sie jetzt bei mir, und das ganze entpuppte sich als durchwachsene Mischung: Gut gespielt genügt nicht immer; ich kann mir so was gern anhören, aber es bleibt unterm Strich nichts hängen. Schade eigentlich.
Buchmessebericht gedruckt
Im aktuellen »Fandom Observer«, den ich noch gar nicht besitze, den man sich aber von der Homepage des Fanzines herunterladen kann, ist mein Bericht zur Leipziger Buchmesse enthalten. Der diesjährigen Messe wohlgemerkt - denn mein Bericht ist einigermaßen aktuell. Und subjektiv ist er ohnehin.
Wer sich also dafür interessiert, was ein Redakteur so alles auf einer Buchmesse und drumherum erfährt, der ist hier bestens informiert. Erfreulicherweise kann der Bericht jetzt auch im Blog des Fanzines nachgelesen werden. Schöner Service für die Leser, die nicht das gesamte Heft downloaden wollen.
Wer sich also dafür interessiert, was ein Redakteur so alles auf einer Buchmesse und drumherum erfährt, der ist hier bestens informiert. Erfreulicherweise kann der Bericht jetzt auch im Blog des Fanzines nachgelesen werden. Schöner Service für die Leser, die nicht das gesamte Heft downloaden wollen.
07 April 2011
Autorenneid oder was?
Ich kenne Charlotte Roche nicht persönlich und gehöre zu der Minderheit in Deutschland, die ihr Buch »Feuchtgebiete« nicht gelesen haben. Die Meinungen zu dem Roman gingen ganz schön auseinander, die Lektüre reizte mich nicht, aber sage und schreibe zwei Millionen Exemplare wurden verkauft.
Das ist sensationell. Die Autorin, die sich in unzähligen Talkshows rechtfertigen musste oder auch nett plaudern durfte, wurde mir in der Folge recht sympathisch. Ihr Buch interessierte mich dennoch nicht so sehr.
Jetzt wird das nächste Werk angekündigt. Der Titel ist »Schoßgebete«, und damit will der Verlag natürlich an den Erfolg des ersten Werks anknüpfen. Der Roman kommt als Hardcover und als Hörbuch, übrigens von der Autorin selbst vorgelesen.
Seit Tagen bin ich sehr beeindruckt von der Werbe- und Öffentlichkeitsarbeit, die der Verlag im Vorfeld auffährt. Das Buch kommt im August, und ich habe schon jetzt eine schön gestaltete Broschüre dafür vorliegen; eine Startauflage von 500.000 Exemplaren wurde angekündigt, und schon jetzt wird ¨Schoßgebete« mit »Der neue Bestseller von« beworben.
Das ist sensationell. Und natürlich hat die Autorin diesen Erfolg verdient: Als sie »Feuchtgebiete« schrieb und veröffentlichte, konnte keiner davon ausgehen, dass das Buch mehr als 5000mal verkauft werden würde.
Und ich gestehe, dass ich neidisch bin. Nicht eifersüchtig. Nur ein wenig neidisch auf den ungeheuren Erfolg. Von so was träumt ein jeglicher Gelegenheitsautor - und Charlotte Roche hat's hingekriegt. Irgendwie cool.
Das ist sensationell. Die Autorin, die sich in unzähligen Talkshows rechtfertigen musste oder auch nett plaudern durfte, wurde mir in der Folge recht sympathisch. Ihr Buch interessierte mich dennoch nicht so sehr.
Jetzt wird das nächste Werk angekündigt. Der Titel ist »Schoßgebete«, und damit will der Verlag natürlich an den Erfolg des ersten Werks anknüpfen. Der Roman kommt als Hardcover und als Hörbuch, übrigens von der Autorin selbst vorgelesen.
Seit Tagen bin ich sehr beeindruckt von der Werbe- und Öffentlichkeitsarbeit, die der Verlag im Vorfeld auffährt. Das Buch kommt im August, und ich habe schon jetzt eine schön gestaltete Broschüre dafür vorliegen; eine Startauflage von 500.000 Exemplaren wurde angekündigt, und schon jetzt wird ¨Schoßgebete« mit »Der neue Bestseller von« beworben.
Das ist sensationell. Und natürlich hat die Autorin diesen Erfolg verdient: Als sie »Feuchtgebiete« schrieb und veröffentlichte, konnte keiner davon ausgehen, dass das Buch mehr als 5000mal verkauft werden würde.
Und ich gestehe, dass ich neidisch bin. Nicht eifersüchtig. Nur ein wenig neidisch auf den ungeheuren Erfolg. Von so was träumt ein jeglicher Gelegenheitsautor - und Charlotte Roche hat's hingekriegt. Irgendwie cool.
Supabond mag ich immer
Seit ich Supabond einmal live gesehen habe, im Keller der »Au« in Frankfurt, finde ich die Band richtig gut. Was die Sängerin mit ihrer Band auf der Bühne rüberbringt, ist verdammt viel Energie und eine geballte Ladung an Leben – das muss man gesehen haben. Auf Platte gefiel mir die Band ebenfalls, aber live ist das einfach besser.
Die Platte »Narben«, die 2010 bereits erschienen ist, läuft in letzter Zeit öfter bei mir. Es gibt eine CD, ich habe mir aber die Vinylscheibe bei Klartext gekauft – der Vinylscheibe liegt die CD übrigens bei, so dass man das Ding auch im Auto (oder in meinem Fall fürs Radio ...) benutzen kann.
Wobei die Platte nicht viel neues bringt. Die Band liefert das, was sie kann: rasanter Punk mit deutschen Texten und einer manchmal keifend klingenden Sängerin, das alles in einem Stil gehalten, der stark an die auslaufenden 70er Jahre erinnert, ohne aber eine reine Kopie zu sein. Mit »Narben« und den Stücken darauf baut Supabond am eigenen Stil weiter, und das macht die Band sehr gut: eine gelungene Platte, die mich überzeugt!
Die Platte »Narben«, die 2010 bereits erschienen ist, läuft in letzter Zeit öfter bei mir. Es gibt eine CD, ich habe mir aber die Vinylscheibe bei Klartext gekauft – der Vinylscheibe liegt die CD übrigens bei, so dass man das Ding auch im Auto (oder in meinem Fall fürs Radio ...) benutzen kann.
Wobei die Platte nicht viel neues bringt. Die Band liefert das, was sie kann: rasanter Punk mit deutschen Texten und einer manchmal keifend klingenden Sängerin, das alles in einem Stil gehalten, der stark an die auslaufenden 70er Jahre erinnert, ohne aber eine reine Kopie zu sein. Mit »Narben« und den Stücken darauf baut Supabond am eigenen Stil weiter, und das macht die Band sehr gut: eine gelungene Platte, die mich überzeugt!
06 April 2011
Arrogant, weia
Gelegentlich halte ich Fanzines in den Händen, die ich in früheren Jahrzehnten publiziert habe. Der Mensch, der mir da entgegen schaut, den kenne ich nicht. Oder nicht mehr. Das fiel mir ganz besonders bei der Lektüre von »Axel würde spalten« auf.
Das Fanzine erschien im Dezember 1988 und war meiner damaligen Freundin gewidmet; auch so eine Marotte, die ich früher gern betrieb. Den Titel könnte ich jetzt erklären, aber das würde zu weit führen. Es ist eine Anspielung auf einen PERRY RHODAN-Fan, der damals »seinen« Club in zwei Hälften spaltete, weil er mit dem Zulauf an neuen Mitgliedern nicht klar kam ...
Das Mini-Fanzine hat gerade mal vier Seiten Umfang und ist eines der Briefbeantwortungs-Fanzines, wie sie damals nicht nur von mir publiziert wurden. Die konnte man als Drucksache verschicken, was Porto sparte, und sie sorgten dafür, dass auch andere Menschen mitbekamen, was man über Dritte dachte und schrieb. Eine Art Vorstufe von Facebook und Twitter, wenn man sich das heute überlegt.
So beschimpfte ich den Science-Fiction-Fan Jürgen Steininger öffentlich ziemlich heftig. Der arme Mann wurde von mir als »blöder Hippie« tituliert, und mein öffentliches Gegen-das-Schienbein-treten gipfelte im absichtlich proletigen Spruch »Laß Dir doch die Haare schneiden!« Das hat im Jahr 2011 und mit entsprechendem Rückblick schon wieder was ...
Nett behandelt werden Leute wie Carsten Scheibe, heute Besitzer eines Medienbüros in der Nähe von Berlin, oder Armin Möhle, der sein Fanzine immer noch publiziert. Angegriffen werden Matthias Hofmann, damals ein sehr bekannter Fan, sowie Hans-Jürgen Mader.
Beide scheinen sich in jener Zeit ein wenig Sorgen um mich gemacht haben. Zumindest verwehre ich mich gegen Begriffe wie »unzurechnungsfähiger Alki« und »Punk macht krank«. Irgendwie schien 1988 schon der Bär losgewesen sein ...
Alles in allem ein seltsamer Blick in eine Vergangenheit, die zwar die meine ist, mit der ich aber gar nicht so viel anfangen kann. Ich war auf jeden Fall ganz schön arrogant, zumindest tu' ich so.
Noch ein Zitat, aber nicht aus diesem Fanzine: »Seltsam, aber so steht es geschrieben.«
Das Fanzine erschien im Dezember 1988 und war meiner damaligen Freundin gewidmet; auch so eine Marotte, die ich früher gern betrieb. Den Titel könnte ich jetzt erklären, aber das würde zu weit führen. Es ist eine Anspielung auf einen PERRY RHODAN-Fan, der damals »seinen« Club in zwei Hälften spaltete, weil er mit dem Zulauf an neuen Mitgliedern nicht klar kam ...
Das Mini-Fanzine hat gerade mal vier Seiten Umfang und ist eines der Briefbeantwortungs-Fanzines, wie sie damals nicht nur von mir publiziert wurden. Die konnte man als Drucksache verschicken, was Porto sparte, und sie sorgten dafür, dass auch andere Menschen mitbekamen, was man über Dritte dachte und schrieb. Eine Art Vorstufe von Facebook und Twitter, wenn man sich das heute überlegt.
So beschimpfte ich den Science-Fiction-Fan Jürgen Steininger öffentlich ziemlich heftig. Der arme Mann wurde von mir als »blöder Hippie« tituliert, und mein öffentliches Gegen-das-Schienbein-treten gipfelte im absichtlich proletigen Spruch »Laß Dir doch die Haare schneiden!« Das hat im Jahr 2011 und mit entsprechendem Rückblick schon wieder was ...
Nett behandelt werden Leute wie Carsten Scheibe, heute Besitzer eines Medienbüros in der Nähe von Berlin, oder Armin Möhle, der sein Fanzine immer noch publiziert. Angegriffen werden Matthias Hofmann, damals ein sehr bekannter Fan, sowie Hans-Jürgen Mader.
Beide scheinen sich in jener Zeit ein wenig Sorgen um mich gemacht haben. Zumindest verwehre ich mich gegen Begriffe wie »unzurechnungsfähiger Alki« und »Punk macht krank«. Irgendwie schien 1988 schon der Bär losgewesen sein ...
Alles in allem ein seltsamer Blick in eine Vergangenheit, die zwar die meine ist, mit der ich aber gar nicht so viel anfangen kann. Ich war auf jeden Fall ganz schön arrogant, zumindest tu' ich so.
Noch ein Zitat, aber nicht aus diesem Fanzine: »Seltsam, aber so steht es geschrieben.«
05 April 2011
Zum Abschluss einer Comic-Ära

Dass ich die Comic-Serie »Comanche« mag, habe ich in diesem Blog schon mehrfach geschrieben. Schon in den 70er Jahren mochte ich die »Zack«-Version des Comics, bevor ich in den 80er Jahren die Alben des Ehapa-Verlages kaufte. Seit die bisher beste Version der Serie im Splitter-Verlag erscheint, juble ich jedesmal, wenn ein neues Album herauskommt.
Gestern las ich die Nummer 10, die gewissermaßen einen Abschluss bildet. Es ist der letzte »Comanche«-Band, der von Greg getextet und von Hermann gezeichnet wurde. Der Verlag würdigt das noch einmal durch einen umfangreichen Anhang mit zahlreichen Skizzen und künstlerischen Details – ein Leckerbissen für Comic-Fans.
Die Geschichte selbst finde ich auch stark, ein Mix aus Western und Krimi, ein Verwirrspiel zwischen Sümpfen und Prärie einerseits und der modernen Stadt andererseits, in dem die alten Westernhelden zeitweise wie Dorftrottel wirken.
Zeichnerisch auf höchstem Niveau, detailverliebt und mit einigen Gags, die einem beim ersten Durchblättern nicht auffallen (ein telefonierender Japaner im Hintergrund beispielsweise).
Richtig klasse finde ich, dass der Splitter-Verlag die »Comanche«-Edition fortsetzt. Auch die Alben, die Michel Rouge gezeichnet hat, kommen jetzt an die Reihe – von denen gibt es bisher eine Hardcover-Ausgabe bei Kult Editionen. Aber eine einheitliche Reihengestaltung schmückt dann auch das Bücherregal ...
04 April 2011
Canada on air
Es war wieder einmal eine bunt gemischte Sendung, die ich am Sonntag, 3. April 2011, im Querfunk, dem Freien Radio Karlsruhe, zu Gehör brachte. Das Thema war Kanada, und obwohl es keinen aktuellen Anlass dafür gab, bekam ich doch was ordentliches zustande.
Selbstverständlich durften die alten Recken von D.O.A. nicht fehlen, und ein wenig Melodie-Punk aus den 90er Jahren gab's ebenfalls: Die Asexuals mochte ich früher sehr gern, und die McRackins sowie die Smugglers kann ich mir immer noch gern anhören.
Die Freunde des gepflegten Offbeat kamen mit den Planet Smashers auf ihre Kosten, für die Hardcore-Fraktion gab's die sauguten Fucked Up, und ich gönnte mir noch die Sainte Catherines, die mich bei ihren Konzerten in der »Ex-Steffi« stets begeistert hatten. Ich glaube, viel abwechslungsreicher konnte man eine Punk-Sendung kaum machen.
Selbstverständlich durften die alten Recken von D.O.A. nicht fehlen, und ein wenig Melodie-Punk aus den 90er Jahren gab's ebenfalls: Die Asexuals mochte ich früher sehr gern, und die McRackins sowie die Smugglers kann ich mir immer noch gern anhören.
Die Freunde des gepflegten Offbeat kamen mit den Planet Smashers auf ihre Kosten, für die Hardcore-Fraktion gab's die sauguten Fucked Up, und ich gönnte mir noch die Sainte Catherines, die mich bei ihren Konzerten in der »Ex-Steffi« stets begeistert hatten. Ich glaube, viel abwechslungsreicher konnte man eine Punk-Sendung kaum machen.
03 April 2011
Perry-Chronik mit Frick-Vorwort
Da bin ich ja schon einigermaßen stolz darauf: Der erste Teil der auf vier Teile angelegten »PERRY RHODAN-Chronik« ist im Hannibal-Verlag erschienen, verfasst von Michael Nagula, mit dem mich ja auch schon eine ellenlange Geschichte verbindet. 1980 war er derjenige, der als Literaturagent dafür sorgte, dass ich mit 16 Jahren meine erste kommerziell bezahlte Kurzgeschichte veröffentlichen konnte ...
Die »PR-Chronik« ist ein superfettes Hardcover mit unglaublich viel Text - was ich bisher angelesen habe, fand ich auf jeden Fall klasse. Von mir stammt ein Vorwort, dessen Veröffentlichung mir natürlich schmeichelt.
Allerdings habe ich es prompt geschafft, in diesem Vorwort einen peinlichen Fehler einzubauen. Den hat niemand bemerkt - bis das Buch gedruckt war. So schlecht kann die Welt sein ...
Die »PR-Chronik« ist ein superfettes Hardcover mit unglaublich viel Text - was ich bisher angelesen habe, fand ich auf jeden Fall klasse. Von mir stammt ein Vorwort, dessen Veröffentlichung mir natürlich schmeichelt.
Allerdings habe ich es prompt geschafft, in diesem Vorwort einen peinlichen Fehler einzubauen. Den hat niemand bemerkt - bis das Buch gedruckt war. So schlecht kann die Welt sein ...
02 April 2011
Kistenschleppen ahoi
Nachdem wir am Freitag abend das eine oder andere Bierlein im »fünf« getrunken hatten, ging es mir am Samstag morgen nicht so richtig gut. Aber die Sonne stand am Himmel, mein Versprechen stand in der Luft - also stand ich früh auf. (Ja, und die dreimal »stand« in diesem Satz sind Absicht!)
Mit dem Rad fuhr ich in die Südstadt, und ich war nicht mal eine Viertelstunde zu spät. Generalstabsmäßig organisierte Umzüge liebe ich, und so schleppte ich mit einem gefühlten Dutzend anderer Leute dann haufenweise Kisten aus der Wohnung nach unten und verfrachtete alles in einen Transporter. Schwere Dinge wie Fernseher, Waschmaschine und Spüle machten dabei besonders Spaß.
In der anderen Wohnung, zu der ich mit dem Rad schneller kam als die anderen mit dem Transporter, ging's die Treppen wieder hoch. Auch hier war alles super organisiert; auf den Kisten stand sogar, an welche Wand sie in welches Zimmer zu stellen waren.
Die Sonne knallte, wir schwitzten wie blöd, und ich verzichtete auf das Pausenbier. Immerhin gönnten wir uns »Karamalz«, was gut passte, und ließen uns zum Abschluss die Brötchen und den Kaffee schmecken.
Alles in allem bereitete mir das ganze tatsächlich ein gewisses Vergnügen. Als Dauerberuf oder gar Berufung würde ich Umzugshelfer nicht einstufen, aber einmal im Jahr scheint okay zu sein ...
Mit dem Rad fuhr ich in die Südstadt, und ich war nicht mal eine Viertelstunde zu spät. Generalstabsmäßig organisierte Umzüge liebe ich, und so schleppte ich mit einem gefühlten Dutzend anderer Leute dann haufenweise Kisten aus der Wohnung nach unten und verfrachtete alles in einen Transporter. Schwere Dinge wie Fernseher, Waschmaschine und Spüle machten dabei besonders Spaß.
In der anderen Wohnung, zu der ich mit dem Rad schneller kam als die anderen mit dem Transporter, ging's die Treppen wieder hoch. Auch hier war alles super organisiert; auf den Kisten stand sogar, an welche Wand sie in welches Zimmer zu stellen waren.
Die Sonne knallte, wir schwitzten wie blöd, und ich verzichtete auf das Pausenbier. Immerhin gönnten wir uns »Karamalz«, was gut passte, und ließen uns zum Abschluss die Brötchen und den Kaffee schmecken.
Alles in allem bereitete mir das ganze tatsächlich ein gewisses Vergnügen. Als Dauerberuf oder gar Berufung würde ich Umzugshelfer nicht einstufen, aber einmal im Jahr scheint okay zu sein ...
01 April 2011
Sangeskamerad Püschel
Man müsse Angst haben, dass die attraktiven jungen Ausländer unseren einheimischen Männern die jungen Frauen wegnhmen. Auf diese einfache Logik bringt's ein NPD-Politiker, dessen Namen ich mir nicht merken möchte, weil ich sonst immer lachen muss - der Mann war früher bei den Sozialdemokraten und wird jetzt allen Ernstes als »SPD-Dissident« bezeichnet.
Es gibt dazu ein wunderbares Filmchen auf Youtube, entnommen der »heute show« im ZDF. Die Sendung ist nicht immer gut, aber das Filmchen lohnt sich. Und der »Schnauzbart« am Mikrofon ist zwar ein alberner Gag, reizt mich dennoch zum Lachen.
Merke: Sich über Nazis lustig machen - das macht Spaß.
Es gibt dazu ein wunderbares Filmchen auf Youtube, entnommen der »heute show« im ZDF. Die Sendung ist nicht immer gut, aber das Filmchen lohnt sich. Und der »Schnauzbart« am Mikrofon ist zwar ein alberner Gag, reizt mich dennoch zum Lachen.
Merke: Sich über Nazis lustig machen - das macht Spaß.
31 März 2011
Ein Remix für die ORION
Ich gehöre wohl zu den wenigen Science-Fiction-Fans, die mit den Abenteuern der »Raumpatrouille« nicht so viel anfangen können. Klar, die ollen Geschichten aus den 60er Jahren sind längst ein Kulturgut und zugleich ein echter Kult-Stoff – aber sie sind eben doch ganz schön abgeschmackt und funktionierten schon damals nicht als gute Science Fiction. Deshalb bin ich vielleicht nicht der ideale »Rezipient« für das vorliegende Hörspiel.
Verantwortlich dafür ist A.J. Weigoni, den ich seit den 90er Jahren als Autor im Grenzbereich zwischen »Underground«, Social Beat und Kunst wahrnehme und mit dem ich anfangs der 90er Jahre in Mainz sogar einmal Fußball spielte. Mit ihm ist Tom Täger zugange, der aus dem Musikbereich kommt und unter anderem die Musik von Helge Schneider produzierte
Zusammen machten sie »Raumbredouille Replica«, eine Art akustisches Fanzine, das sich als achte Folge der ORION-Serie versteht. Im Prinzip nahmen die beiden sich die Dialoge der sieben Folgen an, mixten sie fleißig durcheinander, stellten sie in neue Zusammenhänge, mixten Musik darunter und erstellten so eine Collage zur ORION, wie ich sie so noch nie gehört hatte.
Das ist streckenweise witzig, blieb aber meist unverständlich für mich. Womöglich muss man ORION-Fan sein, um das Hörspiel so richtig gut zu finden. Da ich die Folgen nicht oft genug gesehen habe, erschließt sich mir wohl der meiste Witz überhaupt nicht.
Deshalb sitze ich ein wenig ratlos vor der schön gemachten CD, die in einer DVD-Hülle steckt und nicht mal eine halbe Stunde lang ist. Dreimal habe ich sie angehört, beim Autofahren ging das gut, aber mitreißen konnte sie mich nicht.
Vielleicht hat jemand anders da viel Spaß daran. Es gibt auf der »Vordenker«-Seite eine Hörprobe zum kostenlosen Download – das ist in diesem Fall dann mein Tipp.
Verantwortlich dafür ist A.J. Weigoni, den ich seit den 90er Jahren als Autor im Grenzbereich zwischen »Underground«, Social Beat und Kunst wahrnehme und mit dem ich anfangs der 90er Jahre in Mainz sogar einmal Fußball spielte. Mit ihm ist Tom Täger zugange, der aus dem Musikbereich kommt und unter anderem die Musik von Helge Schneider produzierte
Zusammen machten sie »Raumbredouille Replica«, eine Art akustisches Fanzine, das sich als achte Folge der ORION-Serie versteht. Im Prinzip nahmen die beiden sich die Dialoge der sieben Folgen an, mixten sie fleißig durcheinander, stellten sie in neue Zusammenhänge, mixten Musik darunter und erstellten so eine Collage zur ORION, wie ich sie so noch nie gehört hatte.
Das ist streckenweise witzig, blieb aber meist unverständlich für mich. Womöglich muss man ORION-Fan sein, um das Hörspiel so richtig gut zu finden. Da ich die Folgen nicht oft genug gesehen habe, erschließt sich mir wohl der meiste Witz überhaupt nicht.
Deshalb sitze ich ein wenig ratlos vor der schön gemachten CD, die in einer DVD-Hülle steckt und nicht mal eine halbe Stunde lang ist. Dreimal habe ich sie angehört, beim Autofahren ging das gut, aber mitreißen konnte sie mich nicht.
Vielleicht hat jemand anders da viel Spaß daran. Es gibt auf der »Vordenker«-Seite eine Hörprobe zum kostenlosen Download – das ist in diesem Fall dann mein Tipp.
30 März 2011
Jetzt auch in der Klappe
Unlängst berichtete ich von dem Portrait, das über mich auf einer Karlsruher Veranstaltungsseite zu lesen war. Das wurde jetzt ergänzt durch eine Veröffentlichung in der »Klappe Auf!«, einem der zwei relevanten Veranstaltungsmagezine der Stadt, sowie durch einen Hinweis auf der Homepage.
Gefällt mir gut, schmeichelt mir auch. Nur bräuchte ich nach vier Jahren endlich mal ein neues Foto ...
Gefällt mir gut, schmeichelt mir auch. Nur bräuchte ich nach vier Jahren endlich mal ein neues Foto ...
Grundschulzeugnisse
Ich hielt mein Zeugnisheft aus der Grundschule dieser Tage in den Händen; dass ich das überhaupt noch besitze, war mir gar nicht bewusst. Ein sehr seltsames Gefühl, dieses Dokument durchzublättern und anzuschauen. Vor allem, wenn ich genau weiß, an wieviel ich mich nicht mehr erinnern kann.
So schaue ich mir die Namen der Lehrer an. Ich weiß noch, dass »Pfeiffer« in der ersten Klasse eine Frau war und dass ich Herrn Kappler in der vierten Klasse sehr mochte. Aber wer zum Teufel waren »Schlenk« und »Camerer«? Männer oder Frauen? Gut oder schlecht? Lang oder kurz? Alles verdrängt.
Immerhin ist die Unterschrift meines Vaters immer eindeutig. Ebenso die der beiden Schulleiter, an die ich seltsamerweise richtig viele Erinnerungen habe. Schon seltsam, wie selektiv das Gedächtnis arbeitet ...
Lustig fand ich, dass im vorgedruckten Heft eine Note für »Betragen« vorgesehen war. Mittels eines Stempels war auf allen Zeugnisblättern daraus das Wort »Verhalten« geworden. Ich hatte meist ein »gut« erhalten, in der dritten Klasse allerdings mal nur ein »befriedigend«.
Keine Überraschung: In Musik und »Bildhaftes Gestalten« hatte es nie zu mehr als einem »befriedigend« gereicht. Kein Wunder, dass ich später bei Punk und Comics landen musste ...
Alles in allem aber erhielt ich sehr ordentliche Zeugnisse, was erklärt, warum mich meine Eltern trotz des Widerstandes von Familienangehörigen aufs Gymnasium gehen ließen. Und jetzt schaue ich mir das an, einige Jahrzehnte danach, und stelle fest, wie ausradiert komplette Schuljahre sind.
So schaue ich mir die Namen der Lehrer an. Ich weiß noch, dass »Pfeiffer« in der ersten Klasse eine Frau war und dass ich Herrn Kappler in der vierten Klasse sehr mochte. Aber wer zum Teufel waren »Schlenk« und »Camerer«? Männer oder Frauen? Gut oder schlecht? Lang oder kurz? Alles verdrängt.
Immerhin ist die Unterschrift meines Vaters immer eindeutig. Ebenso die der beiden Schulleiter, an die ich seltsamerweise richtig viele Erinnerungen habe. Schon seltsam, wie selektiv das Gedächtnis arbeitet ...
Lustig fand ich, dass im vorgedruckten Heft eine Note für »Betragen« vorgesehen war. Mittels eines Stempels war auf allen Zeugnisblättern daraus das Wort »Verhalten« geworden. Ich hatte meist ein »gut« erhalten, in der dritten Klasse allerdings mal nur ein »befriedigend«.
Keine Überraschung: In Musik und »Bildhaftes Gestalten« hatte es nie zu mehr als einem »befriedigend« gereicht. Kein Wunder, dass ich später bei Punk und Comics landen musste ...
Alles in allem aber erhielt ich sehr ordentliche Zeugnisse, was erklärt, warum mich meine Eltern trotz des Widerstandes von Familienangehörigen aufs Gymnasium gehen ließen. Und jetzt schaue ich mir das an, einige Jahrzehnte danach, und stelle fest, wie ausradiert komplette Schuljahre sind.
29 März 2011
Ein spießbürgerliches Schattenspiel
Am besten sind die Romane von Georges Simenon, wenn er in die Untiefen der spießbürgerlichen Gesellschaft eintaucht. Das belegt aufs vorzüglichste der Roman »Maigret und das Schattenspiel«, der zwölfte in der Maigret-Gesamtausgabe, den ich zuletzt las. Das Werk ist streckenweise fast ein Kammerspiel, denn er spielt vor allem im Innenhof eines großen Stadthauses mitten in Paris, in dem es nicht nur Wohnungen, sondern auch Büroräume gibt.
Ein Firmenleiter wird an seinem Schreibtisch erschossen, der Tresor hinter ihm ist geplündert. Verdächtig sind viele, denn im Haus wohnen neben seiner aktuellen Frau auch seine Exfrau und deren neuer Mann in einer eigenen Wohnung.
Es gibt eine tratschende Concierge und eine neugierige alte Frau, es gibt Fenster, von denen aus man wunderbar in andere Wohnungen und vor allem in das Büro schauen kann – und vor allem gibt es die »massige Gestalt« des Kommissar Maigret, der sich des Falls annimmt.
Simenon schafft es erneut, die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren, ihre Lügen und ihre kleinen Intrigen bloßzustellen, indem er sie nüchtern schildert. Maigret, der sich selbst ekelt, wenn er mit den schmierigen Verdächtigungen umgeht, ermittelt in der ihm eigenen Art, langsam und behäbig und dennoch zielstrebig.
Kein packender Spannungskracher, das sind die Maigret-Romane eh nicht, aber ein intensives Schauspiel, das mich von Seite zu Seite mehr packte. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall!
Ein Firmenleiter wird an seinem Schreibtisch erschossen, der Tresor hinter ihm ist geplündert. Verdächtig sind viele, denn im Haus wohnen neben seiner aktuellen Frau auch seine Exfrau und deren neuer Mann in einer eigenen Wohnung.
Es gibt eine tratschende Concierge und eine neugierige alte Frau, es gibt Fenster, von denen aus man wunderbar in andere Wohnungen und vor allem in das Büro schauen kann – und vor allem gibt es die »massige Gestalt« des Kommissar Maigret, der sich des Falls annimmt.
Simenon schafft es erneut, die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren, ihre Lügen und ihre kleinen Intrigen bloßzustellen, indem er sie nüchtern schildert. Maigret, der sich selbst ekelt, wenn er mit den schmierigen Verdächtigungen umgeht, ermittelt in der ihm eigenen Art, langsam und behäbig und dennoch zielstrebig.
Kein packender Spannungskracher, das sind die Maigret-Romane eh nicht, aber ein intensives Schauspiel, das mich von Seite zu Seite mehr packte. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall!
Tackleberry mit furiosem Hardcore
Aus dem hohen Norden kommen Tackleberry, und das sind fünf junge Typen, die genau den großartigen Hardcore spielen, der zwar nach alten Zeiten klingt, aber eben keine Sekunde abgeschmackt wirkt. Ich höre zuletzt häufig ihre gleichnamige EP, die vor einem halben Jahr von Twisted Chords veröffentlicht wurde.
Da sind vier Stücke drauf, die allesamt ziemlich knallen. Das geht frisch und rotzig nach vorne ab, da gibt es wütendes Gebrüll und heftigen Sound, und vor allem gibt es keinen Metal, trotz aller modernen Einflüsse. Das finde ich klasse, das mag ich 2011 weiter hören.
Wer übrigens mag, kann sich davon auf der Blogseite der Band überzeugen – da gibt es mehrere Stücke zum kostenfreien und legalen Download. Wobei ... ganz ehrlich: So ein schickes Vinylscheibchen ist trotzdem viel schöner.
Da sind vier Stücke drauf, die allesamt ziemlich knallen. Das geht frisch und rotzig nach vorne ab, da gibt es wütendes Gebrüll und heftigen Sound, und vor allem gibt es keinen Metal, trotz aller modernen Einflüsse. Das finde ich klasse, das mag ich 2011 weiter hören.
Wer übrigens mag, kann sich davon auf der Blogseite der Band überzeugen – da gibt es mehrere Stücke zum kostenfreien und legalen Download. Wobei ... ganz ehrlich: So ein schickes Vinylscheibchen ist trotzdem viel schöner.
28 März 2011
Entmappt
Der gestrige Sonntag abend brachte glatt einen spannenden Wahlkrimi ins Fernsehen: Immer wieder schaltete ich die Glotze an, um zu gucken, wie die Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ausgehen würden. In den beiden Ländern wird es wohl eine rot-grüne oder eben grün-rote Regierung geben, und diverse Menschen faselten bereits von »historisch« und anderem.
Ich gestehe: Ich habe mich gefreut. Ich gehöre nämlich zu den bisherige Nichtwählern oder Ungültigwählern, die ihr Kreuz nicht »für« eine Partei gemacht haben, sondern klar »gegen«. Mir ist fast egal, ob der trockene Grüne oder der faselnde Sozi das Land regieren, mir war wichtig, dass Mappus seinen Posten verliert. Und das hat geklappt, dafür mache ich gern mal ein Kreuz in der Wahlkabine.
Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass die Liberalen in Rheinland-Pfalz aus dem Parlament geflogen sind; schade, dass sie in Baden-Württemberg drin geblieben sind. Als ich mich anfangs der 80er Jahre ernsthaft für Politik interessierte, waren in der FDP noch honorige Menschen, die klare politische Ziele hatten. Davon ist nicht mehr viel übrig, und ausnahmsweise gab's dafür eine Quittung.
Lustig ist jetzt, wie sich der Widerstand entwickelt. Bei Facebook formiert sich bereits eine Gruppe namens »Wir wollen Mappus zurück«, bei der ich mir anfangs nicht sicher war, ob das nicht satirisch gemeint ist.
Lese ich aber Aussagen wie die folgenden, komme ich mir vor wie im falschen Film: »Wieder hat die linke Presse einen großen Politiker geschasst«, schreibt Siegfried. »Erst Guttenberg und jetzt werden schon Wahlen manipuliert.« Genau so solle »die Regierung gestürzt werden«, der Mann hat augenscheinlich Angst vor den »Wahnsinnigen von Grün/Rot«.
Auch gut: »mappus hatte niemals eine chance, vor allem, wenn man das geistig hohe diskussionsniveau von den grünen betrachtet.« Aha. Der Mann hatte also keine Chance, weil die Grünen so doof sind - auf so eine logische Wende muss man erst einmal kommen ... Manchmal macht es richtig Spaß, sich auf Facebook-Seiten zu tummeln.
Ich gestehe: Ich habe mich gefreut. Ich gehöre nämlich zu den bisherige Nichtwählern oder Ungültigwählern, die ihr Kreuz nicht »für« eine Partei gemacht haben, sondern klar »gegen«. Mir ist fast egal, ob der trockene Grüne oder der faselnde Sozi das Land regieren, mir war wichtig, dass Mappus seinen Posten verliert. Und das hat geklappt, dafür mache ich gern mal ein Kreuz in der Wahlkabine.
Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass die Liberalen in Rheinland-Pfalz aus dem Parlament geflogen sind; schade, dass sie in Baden-Württemberg drin geblieben sind. Als ich mich anfangs der 80er Jahre ernsthaft für Politik interessierte, waren in der FDP noch honorige Menschen, die klare politische Ziele hatten. Davon ist nicht mehr viel übrig, und ausnahmsweise gab's dafür eine Quittung.
Lustig ist jetzt, wie sich der Widerstand entwickelt. Bei Facebook formiert sich bereits eine Gruppe namens »Wir wollen Mappus zurück«, bei der ich mir anfangs nicht sicher war, ob das nicht satirisch gemeint ist.
Lese ich aber Aussagen wie die folgenden, komme ich mir vor wie im falschen Film: »Wieder hat die linke Presse einen großen Politiker geschasst«, schreibt Siegfried. »Erst Guttenberg und jetzt werden schon Wahlen manipuliert.« Genau so solle »die Regierung gestürzt werden«, der Mann hat augenscheinlich Angst vor den »Wahnsinnigen von Grün/Rot«.
Auch gut: »mappus hatte niemals eine chance, vor allem, wenn man das geistig hohe diskussionsniveau von den grünen betrachtet.« Aha. Der Mann hatte also keine Chance, weil die Grünen so doof sind - auf so eine logische Wende muss man erst einmal kommen ... Manchmal macht es richtig Spaß, sich auf Facebook-Seiten zu tummeln.
27 März 2011
Artikel über mich
»Wenn es Klaus N. Frick in eine Kneipe zieht, dann mit Vorliebe in die Alte Hackerei im Schlachthof«, beginnt ein Artikel über mich, der auf der Homepage ka-city.de zu lesen ist. »Dort fühlt sich der bekennende Punk-Fan nämlich nicht nur wegen der an Punk und Hardcore orientierten Musik ausgesprochen wohl, sondern auch wegen der durchmischten Klientel.«
Der Artikel, der wohl auch in der Zeitschrift »Klappe auf« erscheinen wird, behandelt nicht nur meine Punkrock-, sondern auch meine Science-Fiction-Seite. Und natürlich fühle ich mich dadurch sehr geschmeichelt.
Der Artikel, der wohl auch in der Zeitschrift »Klappe auf« erscheinen wird, behandelt nicht nur meine Punkrock-, sondern auch meine Science-Fiction-Seite. Und natürlich fühle ich mich dadurch sehr geschmeichelt.
26 März 2011
Wolfenbüttel mit Kathrin
Es ist mein erstes Seminar, das ich in diesem Jahr in Wolfenbüttel als Dozent mitbetreue. Konkreter: An der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel findet an diesem Wochenende ein Seminar statt, in dem es um den phantastischen Roman geht. Dozenten sind Kathrin Lange, die ich schon seit vielen Jahren kenne und schätze, sowie ich; als Fachleiter - oder wie der Titel genau lautet - wirkt der nie um einen Spruch verlegene Dr. Olaf Kutzmutz.
Mit uns dabei: 16 Autorinnen und Autoren, die extrem unterschiedliche Vorkenntnisse haben. So gehört beispielweise Carolina Möbis zu unserer Gruppe, die sogar schon mal für eine "meiner" Reihen geschrieben hat, ebenso gibt es Menschen, die schon in anderen Seminaren waren - aber ebenso völlig neue Besucher.
Das macht die Koordination nicht immer ganz einfach. Die Anforderungen an uns Dozenten sind recht vielseitig, und wir versuchen damit so gut wie möglich umzugehen. Am Freitag besprachen wir vor allem die eingeschickten Exposés, am heutigen Samstag gab es Aufgaben, nach denen die Autorinnen und Autoren ihre Texte verfassten.
Das geht an die Substanz, nicht nur intellektuell, sondern tatsächlich auch körperlich. Kein Wunder, dass ab 21.30 Uhr die allgemeine Erschöpfung einsetzte - Zeit, zum gemütlichen Bier überzugehen.
Mit uns dabei: 16 Autorinnen und Autoren, die extrem unterschiedliche Vorkenntnisse haben. So gehört beispielweise Carolina Möbis zu unserer Gruppe, die sogar schon mal für eine "meiner" Reihen geschrieben hat, ebenso gibt es Menschen, die schon in anderen Seminaren waren - aber ebenso völlig neue Besucher.
Das macht die Koordination nicht immer ganz einfach. Die Anforderungen an uns Dozenten sind recht vielseitig, und wir versuchen damit so gut wie möglich umzugehen. Am Freitag besprachen wir vor allem die eingeschickten Exposés, am heutigen Samstag gab es Aufgaben, nach denen die Autorinnen und Autoren ihre Texte verfassten.
Das geht an die Substanz, nicht nur intellektuell, sondern tatsächlich auch körperlich. Kein Wunder, dass ab 21.30 Uhr die allgemeine Erschöpfung einsetzte - Zeit, zum gemütlichen Bier überzugehen.
25 März 2011
KNF-Sonderausgabe beim Bully
Seit den frühen 80er Jahren bin ich Mitglied im PERRY RHODAN-Briefclub Bullys Schreibtisch (PRBCBS). Das war damals ein ziemlich aktiver Club, und heute ist er es nicht mehr; in Zeiten der schnellen Internet-Kommunikation wirkt ein Briefclub auch reichlich anachronistisch.
Trotzdem finde ich es gut, dass es den Club noch gibt, wenngleich ich zu den wenig aktiven Mitgliedern gehöre. Gelegentlich stelle ich dem Redakteur der Clubnachrichten (CN) trotzdem Texte zur Verfügung, und so entstand im Januar 2011 eine "KNF Sonderausgabe", was mir sehr schmeichelte.
Neben einem Leserbrief und diversen Buchbesprechungen sowie Auszüge aus dem Tagebuch der Redaktion gibt es meine Kurzgeschichte "Als der Verderber kam". Die erschien vor einigen Jahrem in "Magira - Jahrbuch zur Fantasy". Da sich die Lesergruppen kaum überschneiden werden, dürften die meisten Leser diese Geschichte nicht kennen.
Ob's da Resonanz darauf gibt? Angesichts der Passivität der Mitglideder würde es mich wundern. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zwar kläglich, aber doch ziemlich spät ...
Trotzdem finde ich es gut, dass es den Club noch gibt, wenngleich ich zu den wenig aktiven Mitgliedern gehöre. Gelegentlich stelle ich dem Redakteur der Clubnachrichten (CN) trotzdem Texte zur Verfügung, und so entstand im Januar 2011 eine "KNF Sonderausgabe", was mir sehr schmeichelte.
Neben einem Leserbrief und diversen Buchbesprechungen sowie Auszüge aus dem Tagebuch der Redaktion gibt es meine Kurzgeschichte "Als der Verderber kam". Die erschien vor einigen Jahrem in "Magira - Jahrbuch zur Fantasy". Da sich die Lesergruppen kaum überschneiden werden, dürften die meisten Leser diese Geschichte nicht kennen.
Ob's da Resonanz darauf gibt? Angesichts der Passivität der Mitglideder würde es mich wundern. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zwar kläglich, aber doch ziemlich spät ...
24 März 2011
Ich habe gewählt
Lange Zeit tat ich so, als ginge mich die Wahl in Baden-Württemberg nichts an. Der schreckliche Ministerpräsident Stefan Mappus ist mir zwar ein Greuel, aber Nils Schmidt von der SPD kommt mir auch nicht viel heller vor – und im Zweifelsfall knicken die Sozialdemokraten ohnehin ein und setzen den unsinnigen Bahnhofsbau von Stuttgart fort.
Aber heute morgen ging ich zur Wahl. Ja, ich weiß selbst, dass der offizielle Wahltag am Sonntag ist. Aber da bin ich nicht in Karlsruhe, also musste ich zur Briefwahl.
Das verlief ganz einfach. Mit der Wahlbenachrichtigung ging ich hin, dann musste ich einen Schrieb ausfüllen und unterschreiben, bekam meine Unterlagen – und dann konnte ich gleich mein Kreuz setzen und den ganzen Kram in eine Wahlurne stopfen. Sehr schön, damit war das sofort-sogleich erledigt.
Wenn ich gewählt habe? Glaub mir kein Mensch: die Grünen. Nicht aus Überzeugung, garantiert nicht. Eher aus Verzweiflung.
Keine Ahnung, wer von der Großbürgerpartei für Karlsruhe gewählt werden möchte, ich will es nicht mal wissen. Aber wenn es wenigstens einen Funken an Chance gibt, dass der schlimmste Unfug in Baden-Württemberg gestoppt werden kann, muss ich wohl für die Grünen stimmen.
Mein Finger hat buchstäblich dabei gezittert. Ich guckte nicht mal den Namen an, ignorierte sowieso den ganzen Rest auf dem Wahlzettel. Somit ging die Pflicht rasch genug an mir vorüber, und ich konnte mich dem Rest meines bürgerlichen Lebens widmen.
Aber heute morgen ging ich zur Wahl. Ja, ich weiß selbst, dass der offizielle Wahltag am Sonntag ist. Aber da bin ich nicht in Karlsruhe, also musste ich zur Briefwahl.
Das verlief ganz einfach. Mit der Wahlbenachrichtigung ging ich hin, dann musste ich einen Schrieb ausfüllen und unterschreiben, bekam meine Unterlagen – und dann konnte ich gleich mein Kreuz setzen und den ganzen Kram in eine Wahlurne stopfen. Sehr schön, damit war das sofort-sogleich erledigt.
Wenn ich gewählt habe? Glaub mir kein Mensch: die Grünen. Nicht aus Überzeugung, garantiert nicht. Eher aus Verzweiflung.
Keine Ahnung, wer von der Großbürgerpartei für Karlsruhe gewählt werden möchte, ich will es nicht mal wissen. Aber wenn es wenigstens einen Funken an Chance gibt, dass der schlimmste Unfug in Baden-Württemberg gestoppt werden kann, muss ich wohl für die Grünen stimmen.
Mein Finger hat buchstäblich dabei gezittert. Ich guckte nicht mal den Namen an, ignorierte sowieso den ganzen Rest auf dem Wahlzettel. Somit ging die Pflicht rasch genug an mir vorüber, und ich konnte mich dem Rest meines bürgerlichen Lebens widmen.
23 März 2011
Splatter, Sex und Werwölfe

Ich bin ein großer Fan der Horror-Hörspielserie »Dorian Hunter«, und das habe ich an diesr Stelle und in diesem Blog schon oft verkündet. Die aktuelle Ausgabe 13 - das passt ja - war mir aber echt zu derb; da fühle ich mich ein wenig zartbesaitet.
Gut gemacht war die »Wolfshochzeit«, so der Titel des Hörspiels, selbstverständlich erneut. Es geht um Werwölfe, und um den Dämonenkiller Dorian Hunter, der den Mächten der Finsternis immer wieder entgegentritt. Das ist superspannend gemacht und brachte mich erneut dazu, jedem der 31 Tracks mit großem Interesse zu lauschen. Wieder einmal hat's die Mannschaft von Zaubermond auf höchstem Niveau hingekriegt.
Aber es war zeitweise ganz schön derb. Man hört buchstäblich, wie Fleisch und Blut durch die Gegend spritzen - das ist dann echt zeitweise ganz schön splatterig. Dazu kommt eine Prise Sex, ziemlich grob geschildert zudem, und fertig sind einige ziemlich schockierende Sequenzen.
Dabei geraten die witzigen Sequenzen, die es ebenfalls gibt, fast ins Hintertreffen. Die Szene, in der Dorian Hunter als eiskalter Dämonenkiller in das Haus eindringt, in dem die Bösewichte auf ihn warten, und das Kindermädchen sowie der kleine Junge ihm folgen, ist großartig.
Ich denke mir, die angepeilte Zielgruppe wird an diesem Hörspiel mehr Spaß haben als ich. Wahrscheinlich bin ich tatsächlich zu zart besaitet für solche Szenen ...
22 März 2011
Nur mit Gummi

Falls sich jemand dafür interessiert, was unsereins so auf der Buchmesse treibt und um welche Themen es teilweise geht, der möge sich das Foto anschauen. Es zeigt die Autorin Uschi Zietsch-Jambor, mich, den Autor und Verleger Klaus Farin und den Autor Marc A. Herren (von links); das Foto schoss Heidrun Imo. Und es ging so.
Später Sonntag mittag, wir waren alle schon ein wenig zerknautscht und verwirrt nach vier Tagen in blöden Messehallen. Uschi kam mit einem Fotoapparat und ihrem Mann vorbei. »Wir brauchen noch ein Erinnerungsbild«, sagte sie forsch und trommelte alle zusammen, die gerade in der Nähe waren.
Ich hatte gerade die letzten Werbemittel ausgepackt, damit wir die noch verteilen konnten, und stand jetzt mit den Gummibändern in der Hand da, ein wenig unglücklich guckend. Vor allem wusste ich nicht, wohin ich mit den Dingern sollte.
»Nur mit Gummi!«, ordnete die Kollegin in flottem Ton an, und ich hielt die Gummis zwischen den Fingern. Sieht jetzt ziemlich verunglückt aus. Aber lustig fanden wir's trotzdem.
21 März 2011
Erschöpft danach
Nach vier Tagen Leipziger Buchmesse fühle ich mich heute völlig erschöpft. Es sind viele Sachen zu erledigen, das ist nichts neues, und trotzdem müssen auch einige private Dinge sein.
Da die Rückfahrt lange dauerte und wir hinterher in Karlsruhes Nacht-Pizzeria zu lange herumsaßen, hängt mir das alles buchstäblich in den Knochen. Irgendwie passt der Passus »same procedure as every year« auf Buchmessen und dergleichen immer.
Da die Rückfahrt lange dauerte und wir hinterher in Karlsruhes Nacht-Pizzeria zu lange herumsaßen, hängt mir das alles buchstäblich in den Knochen. Irgendwie passt der Passus »same procedure as every year« auf Buchmessen und dergleichen immer.
20 März 2011
Stolpern in der Moritzbastei
Freitag abend in Leipzig: Nach meiner Lesung fuhr ich in die Innenstadt, um dort noch ein wenig Bier zu trinken. Wie es sich gehört, steuerte ich die Moritzbastei an, in der alljährlich die famose Messeparty veranstaltet wird.
Am Eingang erwartete mich ein Häuflein Elend. Christian Montillon, einer unserer Autoren, hatte sich - wie er sagte - das Bein verstaucht und war an die frische Luft gegangen. Es tat höllisch weh, er war kalkweiß im Gesicht und fror. Auch meine Jacke half ihm nicht grundsätzlich weiter.
Dank Heidrun Imo, die ihn ins Krankenhaus in die Notaufnahme begleitete und später auch zur Apotheke, bekam er die Nacht einigermaßen gut vorüber. Wie es sich herausstellte, hatte er sich tatsächlich das Bein angebrochen: einmal arglos über eine Stufe gestolpert und zwei Stufen auf einmal genommen, und zackbumm!, alles ist futsch.
Während der Kollege im Krankenhaus einen Gips verpasst bekam, tranken wir Bier, lauschten der lauten Musik und laberten Unfug. Später im Hotel gab's noch ungarischen Schnaps, der mir einige Gehirnteile verödete, und sehr viel später lag ich gut bettschwer in der Falle.
Die Moritzbastei ist immer wieder einen Besuch wert ...
Am Eingang erwartete mich ein Häuflein Elend. Christian Montillon, einer unserer Autoren, hatte sich - wie er sagte - das Bein verstaucht und war an die frische Luft gegangen. Es tat höllisch weh, er war kalkweiß im Gesicht und fror. Auch meine Jacke half ihm nicht grundsätzlich weiter.
Dank Heidrun Imo, die ihn ins Krankenhaus in die Notaufnahme begleitete und später auch zur Apotheke, bekam er die Nacht einigermaßen gut vorüber. Wie es sich herausstellte, hatte er sich tatsächlich das Bein angebrochen: einmal arglos über eine Stufe gestolpert und zwei Stufen auf einmal genommen, und zackbumm!, alles ist futsch.
Während der Kollege im Krankenhaus einen Gips verpasst bekam, tranken wir Bier, lauschten der lauten Musik und laberten Unfug. Später im Hotel gab's noch ungarischen Schnaps, der mir einige Gehirnteile verödete, und sehr viel später lag ich gut bettschwer in der Falle.
Die Moritzbastei ist immer wieder einen Besuch wert ...
In Stötteritz
Bis vor wenigen Wochen wusste ich nicht einmal, dass es in Leipzig einen Stadtteil namens Stötteritz gibt. Am Freitag abend, 18. März 2011, war ich dort einer der Autoren bei einer Gemeinschaftslesung, die unter dem Titel "L.E. Dystopia" veranstaltet wurde.
Der Ort war die Stötteritzer Margerite, eine Art Stadtteilzentrum, schon ein wenig in die Jahre gekommen und nach Einbruch der Dunkelheit nicht ganz so einfach zu finden; mit dem Auto fuhr ich zweimal dran vorbei, bis ich einfach durch die feuchte Nacht ging, bis ich am richtigen Ort war. Innendrin herrschte behagliche Wärme, die ein echter Holz- und Kohle-Ofen verbreitete.
Es gab einen Moderator und ein gut zwei Dutzend Köpfe umfassendes Publikum; wir lasen stehend und mit Mikrofon. Vor mir war der Kollege Uwe Schimunek mit einer Kurzgeschichte dran, danach las ich aus einer Kurzgeschichte, und auf mich folgte der Kollege Frank Hebben. Ich entfleuchte in der Pause, weil ich noch mit Kollegen in die Moritzbastei sollte und wollte - aber was da alles geschah und passierte, das ist eine ganz andere Geschichte.
Der Ort war die Stötteritzer Margerite, eine Art Stadtteilzentrum, schon ein wenig in die Jahre gekommen und nach Einbruch der Dunkelheit nicht ganz so einfach zu finden; mit dem Auto fuhr ich zweimal dran vorbei, bis ich einfach durch die feuchte Nacht ging, bis ich am richtigen Ort war. Innendrin herrschte behagliche Wärme, die ein echter Holz- und Kohle-Ofen verbreitete.
Es gab einen Moderator und ein gut zwei Dutzend Köpfe umfassendes Publikum; wir lasen stehend und mit Mikrofon. Vor mir war der Kollege Uwe Schimunek mit einer Kurzgeschichte dran, danach las ich aus einer Kurzgeschichte, und auf mich folgte der Kollege Frank Hebben. Ich entfleuchte in der Pause, weil ich noch mit Kollegen in die Moritzbastei sollte und wollte - aber was da alles geschah und passierte, das ist eine ganz andere Geschichte.
18 März 2011
Seltsame Besucher
Ist man in Leipzig auf der Buchmesse, trifft man seltsame Gestalten. Das ist seit Jahren ein ehernes Gesetz, und normalerweise bezieht es sich auf die Scharen von Cosplayern und Manga-Kids, die ich häufig witzig finde.
Diesmal war's anders. Ein junger Skinhead kam des Weges, er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ian Stuart - Heroes Never Die". Kurz verschlug es mir die Sprache, dann war der junge Kamerad auch schon vorüber.
Ian Stuart war Sänger der Naziskin-Band Skrewdriver; er starb vor einigen Jahren. Offensichtlich ist es schick, mit T-Hemden rumzulaufen, auf denen dieser Sänger gewürdigt wird. (Sie werden legal über einen Internet-Versand verkauft; kann man leicht googeln, wer mag.)
Was hätte man da tun sollen? Hätte ich umdrehen und ihn mit körperlichem Zuspruch ermuntern sollen, sein T-Shirt gegen ein anderes Motiv auszutauschen? Sachdienliche Hinweise nimmt die örtliche Antifa entgegen.
Diesmal war's anders. Ein junger Skinhead kam des Weges, er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ian Stuart - Heroes Never Die". Kurz verschlug es mir die Sprache, dann war der junge Kamerad auch schon vorüber.
Ian Stuart war Sänger der Naziskin-Band Skrewdriver; er starb vor einigen Jahren. Offensichtlich ist es schick, mit T-Hemden rumzulaufen, auf denen dieser Sänger gewürdigt wird. (Sie werden legal über einen Internet-Versand verkauft; kann man leicht googeln, wer mag.)
Was hätte man da tun sollen? Hätte ich umdrehen und ihn mit körperlichem Zuspruch ermuntern sollen, sein T-Shirt gegen ein anderes Motiv auszutauschen? Sachdienliche Hinweise nimmt die örtliche Antifa entgegen.
17 März 2011
Erfahrener Leipzig-Reisender
Da dachte ich schon, ich kenne mich gut aus ... Und dann war's mal wieder Sense. Doch erst einmal der Reihe nach.
Erster Tag auf der Leipziger Buchmesse 2011. Mit dem Kollegen Herren schaffte ich es, gut durch den Verkehr zu kommen. Seither absolvierte ich Termine, bevor ich mit den Kollegen von der Messe aus in Richtung Hotel eierte. Ich fuhr einmal falsch, sonst klappte es aber sehr gut.
Ich hatte allen das italienische Restaurant empfohlen, das sich im Erdgeschoss des Hotels befindet. Das sei super, hatte ich allen erzählt, und alle verließen sich auf meine Aussage.
Um es kurz zu machen. Meine Pizza war die schlechteste seit gut fünfzehn Monaten. Den Salat bezeichnete der mitessende Fantasy-Bestsellerautor am Tisch als ungenießbar. Und der Service kam mit den Bestellungen nicht nach.
Immerhin gab es noch die Hotelbar. Bei der war allerdings justament der Grappa ausgegangen. Nicht einmal das wurde mir gegönnt ...
Erster Tag auf der Leipziger Buchmesse 2011. Mit dem Kollegen Herren schaffte ich es, gut durch den Verkehr zu kommen. Seither absolvierte ich Termine, bevor ich mit den Kollegen von der Messe aus in Richtung Hotel eierte. Ich fuhr einmal falsch, sonst klappte es aber sehr gut.
Ich hatte allen das italienische Restaurant empfohlen, das sich im Erdgeschoss des Hotels befindet. Das sei super, hatte ich allen erzählt, und alle verließen sich auf meine Aussage.
Um es kurz zu machen. Meine Pizza war die schlechteste seit gut fünfzehn Monaten. Den Salat bezeichnete der mitessende Fantasy-Bestsellerautor am Tisch als ungenießbar. Und der Service kam mit den Bestellungen nicht nach.
Immerhin gab es noch die Hotelbar. Bei der war allerdings justament der Grappa ausgegangen. Nicht einmal das wurde mir gegönnt ...
16 März 2011
Wiki für Männer
Was es nicht alles im Internet gibt: Mittlerweile haben einige offenbar sehr bedauernswerte Männer eine »Wissensdatenbank über die Bevorzugung der Frauen und Benachteiligung der Männer in Politik und Gesellschaft« gestartet. Das Ding nennt sich »WikiMANNia« - und ich dachte recht lange, es handle sich dabei um eine Satire auf den Gechlechterkrieg.
Anscheinend ist das alles ernst gemeint. Es geht um Männer, die sich benachteiligt fühlen, und die angebliche Bevorzugung von Frauen. Sehr witzig - diese Wiki-Seite lohnt sich echt. Ich zerdrücke einige Tränen über die armen Männer und kümmere mich wieder um die echten Probleme dieser Welt ...
Anscheinend ist das alles ernst gemeint. Es geht um Männer, die sich benachteiligt fühlen, und die angebliche Bevorzugung von Frauen. Sehr witzig - diese Wiki-Seite lohnt sich echt. Ich zerdrücke einige Tränen über die armen Männer und kümmere mich wieder um die echten Probleme dieser Welt ...
15 März 2011
Uralt-Fantasy gedruckt
Manchmal schrecke ich vor nichts zurück. Zumindest dann nicht, wenn es darum geht, in dem Berg veröffentlichter Jugendsünden zu wühlen. In diesem Fall geht es um eine uralte Fantasy-Geschichte von mir.
Meine Kurzgeschichte »Das Schwert der Finsternis« wurde im Januar 1981 geschrieben; ob sie in dem Fanzine »Wüstenkurier« veröffentlicht wurde, weiß ich schon gar nicht mehr. Im Rahmen des Gemeinschaftsmagazins »Follow« wurde sie jetzt immerhin publiziert: Die Nummer 408, die im Spätjahr 2010 herauskam, also vor einigen Wochen, brachte diese Kurzgeschichte nebst einigen Anmerkungen von mir.
Streng genommen wurde sie im Fanzine »Hornsignale« veröffentlicht, das wiederum in »Follow« abgedruckt wurde. Wer das nicht kapiert, möge sich nicht grämen - das ist für Außenstehende stets ein wenig schwierig. (Damit dürften jetzt die meisten meiner alten Fantasy-Geschichten um den streitbaren Helden Ghazir en Dnormes in hübscher Gestaltung publiziert sein.)
Leider gibt's auf solche Geschichten noch weniger Resonanz als auf diejenigen, die neu und mit viel Herzblut geschrieben worden sind. In der gleichen ist übrigens auch »Am Meer der Blitze« zu finden, und das ist eigentlich ein richtig aktueller Text.
Meine Kurzgeschichte »Das Schwert der Finsternis« wurde im Januar 1981 geschrieben; ob sie in dem Fanzine »Wüstenkurier« veröffentlicht wurde, weiß ich schon gar nicht mehr. Im Rahmen des Gemeinschaftsmagazins »Follow« wurde sie jetzt immerhin publiziert: Die Nummer 408, die im Spätjahr 2010 herauskam, also vor einigen Wochen, brachte diese Kurzgeschichte nebst einigen Anmerkungen von mir.
Streng genommen wurde sie im Fanzine »Hornsignale« veröffentlicht, das wiederum in »Follow« abgedruckt wurde. Wer das nicht kapiert, möge sich nicht grämen - das ist für Außenstehende stets ein wenig schwierig. (Damit dürften jetzt die meisten meiner alten Fantasy-Geschichten um den streitbaren Helden Ghazir en Dnormes in hübscher Gestaltung publiziert sein.)
Leider gibt's auf solche Geschichten noch weniger Resonanz als auf diejenigen, die neu und mit viel Herzblut geschrieben worden sind. In der gleichen ist übrigens auch »Am Meer der Blitze« zu finden, und das ist eigentlich ein richtig aktueller Text.
14 März 2011
Leckerschmeckerabend
Manchmal muss man sich einfach mal was Gutes gönnen: Nach diesem Motto ging's am Sonntag abend ins »fünf«. Es gab ein Suppen-Menü unter dem Motto »fest & flüssig«, und das war derart lecker, dass ich noch im Nachhinein völlig begeistert bin.
Ich hatte das Menü inklusive der Getränke genommen. Das hieß, dass es zweimal Wein gab, dazu einen Aperetif und vor allem haufenweise Wasser. Das Wasser war nötig, weil ich sonst vor lauter Wein ernsthafte Probleme bekommen hätte.
Als Vorspeise gab's eine Klare Suppe, dazu eine Terrine mit Pilzen und Wurzelgemüse, zumindest für mich als Vegetarier. Die Fleischfraktion bekam hier Ochsenschwanz in einer Terrine.
Dann servierte man mir ein »Estragon-Tomaten-Granita«, das sich als eine Art Eis mit Tomaten herausstellte. Klingt seltsam, schmeckte aber supergut.
Bei der Bouilebaisse entschloss ich mich, auf meinen Vegetarismus zu verzichten und tote Fische zu essen. Ich bereute es nicht, weil die dicke Suppe mit viel Fisch und Muscheln und so logischerweise ebenfalls sehr gut war.
Der Knaller allerdings war das Dessert. Unter einem »weißen Schokoschaumsüppchen mit zweierlei Beerensorbet« konnte ich mir so viel nicht vorstellen - aber das war echt so, dass ich davon sofort eine zweite Portion geordert hätte.
Ich war glücklich und begeistert. Bei so einem Essen kann ich die schlimmsten Nachrichten verdrängen und die stressigste Arbeitswoche aus dem Hirn schlagen. Sehr gut!
Ich hatte das Menü inklusive der Getränke genommen. Das hieß, dass es zweimal Wein gab, dazu einen Aperetif und vor allem haufenweise Wasser. Das Wasser war nötig, weil ich sonst vor lauter Wein ernsthafte Probleme bekommen hätte.
Als Vorspeise gab's eine Klare Suppe, dazu eine Terrine mit Pilzen und Wurzelgemüse, zumindest für mich als Vegetarier. Die Fleischfraktion bekam hier Ochsenschwanz in einer Terrine.
Dann servierte man mir ein »Estragon-Tomaten-Granita«, das sich als eine Art Eis mit Tomaten herausstellte. Klingt seltsam, schmeckte aber supergut.
Bei der Bouilebaisse entschloss ich mich, auf meinen Vegetarismus zu verzichten und tote Fische zu essen. Ich bereute es nicht, weil die dicke Suppe mit viel Fisch und Muscheln und so logischerweise ebenfalls sehr gut war.
Der Knaller allerdings war das Dessert. Unter einem »weißen Schokoschaumsüppchen mit zweierlei Beerensorbet« konnte ich mir so viel nicht vorstellen - aber das war echt so, dass ich davon sofort eine zweite Portion geordert hätte.
Ich war glücklich und begeistert. Bei so einem Essen kann ich die schlimmsten Nachrichten verdrängen und die stressigste Arbeitswoche aus dem Hirn schlagen. Sehr gut!
13 März 2011
Mein persönliches Dschungelbuch

Bevor ich das »Dschungelbuch« von Rudyard Kipling in der Version eines »richtigen Buches« las und auch lange, bevor ich den wunderbaren Zeichentrick-Film von Walt Disney sah, kannte ich bereits Mogli, die Wölfe, die schrägen Affen oder Balu den Elefanten. Und schuld daran waren meine Eltern und die Firma Kaba.
Das kam nämlich so: Als Kind trank ich gerne Kaba, das Schokoladengetränk, das mit dem unschlagbaren Slogan »der Plantagentrank« für sich warb. Meine Mutter kaufte fleißig Kaba, und ich trank Tasse um Tasse; meine Schwester ebenfalls.
In jenen Tagen waren Sammelpunkte bei allen möglichen Produkten völlig normal, die man ausschnitt und irgendwann einschickte. Wir waren Schwaben und sparsam, also sammelten wir eifrig mit. Für die Kaba-Sammelpunkte gab es »Dschungelbuch«-Hefte, zwanzig Seiten starke Hefte im Querformat, farbig gedruckt und mit Abbildungen aus dem Zeichentrickfilm versehen.
Es muss Ende der 60er Jahre gewesen sein, als meine Mutter mir diese Hefte schenkte. Diese Ausgaben blätterte ich unglaublich oft durch, ich las sie, und ich malte in ihnen herum; sie haben »Gebrauchsspuren«, wie man so schön sagt.
Und irgendwie überdauerten sie die Jahrzehnte, zumindest sieben von den insgesamt acht erschienenen Heften. Seit ich sie wiederfand, hatte ich sie oft in den Händen, lächelte bei den Bildern und bei den kindlichen Zeichnungen und versuchte mir vorzustellen, wie das ganze 1968 oder 1970 auf mich gewirkt haben musste.
Ich lernte Bären und Wölfe, Affen und Schlangen buchstäblich durch die Augen von Mogli kennen. Als Junge wollte ich Abenteuer wie dieser Mogli erleben – und wäre natürlich viel zu ängstlich dafür gewesen. Die »Dschungelbuch«-Geschichten schenkten mir einen phantastischen Blick in eine phantastische Welt, und das fand ich als Kind stark.
Als Erwachsener denke ich gern daran zurück; ich glaube, dass ich diese Büchlein auch weitere Jahrzehnte aufbewahren werde ...
12 März 2011
Ein Gefühl von Demut
Fassungslos starre ich seit dem Freitag nachmittag immer wieder auf den Bildschirm: entweder am Computer oder im Fernseher. Die Bilder aus Japan sind erschreckend und erschütternd: zuerst das starke Erdebeben, dann die alles verwüstende Flutwelle - so etwas macht einem klar, wie verletztlich wir Menschen mit unserer ach so tollen Zivilisation sind.
Dazu dann die Kernkraftkatastrophe, mit der eigentlich immer zu rechnen war, die aber jeder so weit wie möglich von sich wegdrückte und wegdachte. Keiner weiß, was noch passieren wird oder passieren kann; die Medienberichte schwanken zwischen Beschwichtigung und Panikmache.
Es erinnert mich ein wenig an das Jahr 1986 mit der Tschernobyl-Katastrophe, aber eben nur ein wenig: Die Japaner kommunizieren klarer und eindeutiger, bei den Russen damals wurde viel zu lange sehr viel geheim gehalten. Aber ich weiß selbstverständlich nicht, was da in Japan los ist.
Und das macht mich in gewisser Weise doch »demütig«. Klingt blöd, ist aber so. Gegen die Gewalt der Natur kann ich eh nichts machen, und wenn so ein bescheuertes Kernkraftwerk hochgeht, kann ich gleich zweimal nichts machen. Da packt mich ein Gefühl von Hilflosigkeit.
Mir wird - klar doch! - wieder mal bewusst, dass die Atomkraft mit ihren Nebenwirkungen viel zu gefährlich ist. Dafür bin ich in den 80er Jahren einige Male bei Demonstrationen mitgelaufen; seither nicht mehr. Zur Menschenkette am heutigen Samstag konnte ich mich nicht aufraffen.
Also verhalte ich mich bürgerlich: Ich sitze vor der Glotze und stiere entsetzt auf die Bilder, die sich mir bieten. Und bin heilfroh, dass in Mitteleuropa die Gefahr von Erdbeben und Tsunamis doch recht gering ist und bisher - toi toi toi! - mit den Kernkraftwerken alles gut ging ...
Man nennt eine solche Denkweise gelegentlich auch »Kopf in den Sand«-Haltung.
Dazu dann die Kernkraftkatastrophe, mit der eigentlich immer zu rechnen war, die aber jeder so weit wie möglich von sich wegdrückte und wegdachte. Keiner weiß, was noch passieren wird oder passieren kann; die Medienberichte schwanken zwischen Beschwichtigung und Panikmache.
Es erinnert mich ein wenig an das Jahr 1986 mit der Tschernobyl-Katastrophe, aber eben nur ein wenig: Die Japaner kommunizieren klarer und eindeutiger, bei den Russen damals wurde viel zu lange sehr viel geheim gehalten. Aber ich weiß selbstverständlich nicht, was da in Japan los ist.
Und das macht mich in gewisser Weise doch »demütig«. Klingt blöd, ist aber so. Gegen die Gewalt der Natur kann ich eh nichts machen, und wenn so ein bescheuertes Kernkraftwerk hochgeht, kann ich gleich zweimal nichts machen. Da packt mich ein Gefühl von Hilflosigkeit.
Mir wird - klar doch! - wieder mal bewusst, dass die Atomkraft mit ihren Nebenwirkungen viel zu gefährlich ist. Dafür bin ich in den 80er Jahren einige Male bei Demonstrationen mitgelaufen; seither nicht mehr. Zur Menschenkette am heutigen Samstag konnte ich mich nicht aufraffen.
Also verhalte ich mich bürgerlich: Ich sitze vor der Glotze und stiere entsetzt auf die Bilder, die sich mir bieten. Und bin heilfroh, dass in Mitteleuropa die Gefahr von Erdbeben und Tsunamis doch recht gering ist und bisher - toi toi toi! - mit den Kernkraftwerken alles gut ging ...
Man nennt eine solche Denkweise gelegentlich auch »Kopf in den Sand«-Haltung.
11 März 2011
SF-Lesung in Karlsruhe
Da freue ich mich darauf: Ich lese bei den Science-Fiction-Tagen in Karlsruhe. Es ist wieder einmal eine Gemeinschaftslesung, die das Künstlernetzwerk e.V. organisiert, diesmal mit sechs Autoren. Ich selbst lese am Freitag, 15. April 2011 – los geht es um 19 Uhr im Veranstaltungsraum hinter dem Speisegasthaus »Gurke« (Augustastraße 3, Karlsruhe).
Mit dabei sind Jo Zybell, der vor allem durch seine Mitarbeit an der Heftromanserie »Maddrax« bekannt worden ist und den ich von einer einzigen Begegnung her kenne, sowie Matthias Falke, der 2010 den Deutschen Science-Fiction-Preis gewonnen hat und der in Karlsruhe wohnt. Da bin ich schon mal richtig gespannt darauf.
Am Samstag lesen übrigens Annabelle Plein, die ich nicht kenne, die »Maddrax«-Autorin Mia Zorn sowie Frank Gerigk, den ich auch schon seit gut dreißig Jahren kenne. Das wird sicher ein unterhaltsames und erlebnisreiches Wochenende.
Mit dabei sind Jo Zybell, der vor allem durch seine Mitarbeit an der Heftromanserie »Maddrax« bekannt worden ist und den ich von einer einzigen Begegnung her kenne, sowie Matthias Falke, der 2010 den Deutschen Science-Fiction-Preis gewonnen hat und der in Karlsruhe wohnt. Da bin ich schon mal richtig gespannt darauf.
Am Samstag lesen übrigens Annabelle Plein, die ich nicht kenne, die »Maddrax«-Autorin Mia Zorn sowie Frank Gerigk, den ich auch schon seit gut dreißig Jahren kenne. Das wird sicher ein unterhaltsames und erlebnisreiches Wochenende.
10 März 2011
Ein Blick auf Rezensionen
Wie ich in diesem Blog schon gelegentlich geschrieben habe, verfasse ich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen (idealerweise einmal pro Woche) meine Buchbesprechungen für die PERRY RHODAN-Homepage. Heute gibt's mal einen kurzen Rückblick auf die letzten Rezensionen – ich nehme mir da immer recht interessante Bücher vor.
Als »Science-Fiction-Roman für Jugendliche und Junggebliebene« umschrieb ich »Sonnensturz« von David Jones. Den Roman des amerikanischen Autors hat übrigens Frank Böhmert übersetzt, und das spricht schon mal für seine Qualität. Ansonsten ist das ein richtig gelungener SF-Roman, mit Raumschiffen und Mönchen und einem jugendlichen Helden.
Ebenfalls ein Jugendbuch ist der neueste Roman von Andreas Eschbach; bei »Blackout« handelt es sich um einen packenden SF-Thriller, der aber nicht nur für Jugendliche tauglich und gut verständlich ist. Mir machte der Roman auf jeden Fall viel Spaß.
Ein Sachbuch »Über den Ahnherrn der deutschsprachigen Science Fiction« lieferte Rudi Schweikert, und natürlich geht es um Kurd Laßwitz. Schweikerts Sachbuch erschien bereits 2010, und es passt wunderbar in das abgelaufene hundertste Laßwitz-Todesjahr.
Eine sogenannte Liebesnovelle verfasste Uwe Schimunek. Der in Leipzig wohnende Journalist und Schriftsteller ist mir persönlich bekannt, und sein Roman »Das Thüringen-Projekt« ist richtig eindeutige, sehr gelungene Science Fiction. Sympathisch fand ich ja zudem die Kürze des Werkes ... endlich mal keine 500 Seiten aufwärts!
Kein brandneues Werk ist »Quarantäne« von Robert Charles Wilson – aber es gibt ja kein Gesetz, das mich dazu zwingt, immer nur Neuerscheinungen vorzustellen. Und da »Quarantäne« eine richtig gute Mixtur aus Science Fiction, Thriller und Familienroman darstellt, kann das Werk auch 2011 noch empfohlen werden.
Aus der Reihe tanzt in gewisser Weise »Ein hoher Preis« von Nick McDonell: Der anspruchsvolle Polit-Roman wurde von mir nur als Hörbuch besprochen, was den Blick auf den Original-Stoff tatsächlich verändert. Ich kannte den Roman nicht und hörte nur zu – und das gibt schlicht ein anderes Gefühl für die Materie.
Als »Science-Fiction-Roman für Jugendliche und Junggebliebene« umschrieb ich »Sonnensturz« von David Jones. Den Roman des amerikanischen Autors hat übrigens Frank Böhmert übersetzt, und das spricht schon mal für seine Qualität. Ansonsten ist das ein richtig gelungener SF-Roman, mit Raumschiffen und Mönchen und einem jugendlichen Helden.
Ebenfalls ein Jugendbuch ist der neueste Roman von Andreas Eschbach; bei »Blackout« handelt es sich um einen packenden SF-Thriller, der aber nicht nur für Jugendliche tauglich und gut verständlich ist. Mir machte der Roman auf jeden Fall viel Spaß.
Ein Sachbuch »Über den Ahnherrn der deutschsprachigen Science Fiction« lieferte Rudi Schweikert, und natürlich geht es um Kurd Laßwitz. Schweikerts Sachbuch erschien bereits 2010, und es passt wunderbar in das abgelaufene hundertste Laßwitz-Todesjahr.
Eine sogenannte Liebesnovelle verfasste Uwe Schimunek. Der in Leipzig wohnende Journalist und Schriftsteller ist mir persönlich bekannt, und sein Roman »Das Thüringen-Projekt« ist richtig eindeutige, sehr gelungene Science Fiction. Sympathisch fand ich ja zudem die Kürze des Werkes ... endlich mal keine 500 Seiten aufwärts!
Kein brandneues Werk ist »Quarantäne« von Robert Charles Wilson – aber es gibt ja kein Gesetz, das mich dazu zwingt, immer nur Neuerscheinungen vorzustellen. Und da »Quarantäne« eine richtig gute Mixtur aus Science Fiction, Thriller und Familienroman darstellt, kann das Werk auch 2011 noch empfohlen werden.
Aus der Reihe tanzt in gewisser Weise »Ein hoher Preis« von Nick McDonell: Der anspruchsvolle Polit-Roman wurde von mir nur als Hörbuch besprochen, was den Blick auf den Original-Stoff tatsächlich verändert. Ich kannte den Roman nicht und hörte nur zu – und das gibt schlicht ein anderes Gefühl für die Materie.
09 März 2011
Phantastik-Anthologie im Jahr 1984
In meinen Unterlagen fand ich einen Schriftwechsel aus dem Jahr 1984, den ich mit großem Interesse durchlas. Über den Abgrund von über 25 Jahren hinweg vor allem ...
Der Autor und Herausgeber Hubert Katzmarz, der leider bereits 2004 verstorben ist, suchte im Jahr 1984 nach Science-Fiction-Texten, aus denen er eine Anthologie zusammenstellen wollte. Ich bekam von dieser Ausschreibung selbstverständlich Wind und reichte einen Text ein.
Am 25. September 1984 schickte mir Katzmarz einen Brief, in dem er meine Geschichte ablehnte. Wie es sich zu jener Zeit gehörte, wurde der Brief mit einer Schreibmaschine auf ein eigenes Briefpapier getippt; das Farbband war wohl schon ein wenig schwach.
Der Herausgeber fand mein Manuskript »Rückkehr« nicht besonders gut. »... wo Sie aber zusätzlich ohne erkennbare Not oder Absicht eben diese stilistische Grundhaltung immer wieder durchbrechen (Stilbrüche!)« schrieb er klar und deutlich. Das war damals ein echter Schlag für mich; schaue ich mir das Manuskript heute an, hat der Mann natürlich recht.
»Dann kann mir die Idee auch ganz und gar nicht behagen«, schrieb er, aber das sei »in noch viel größerem Maße subjektiv bedingt«. Im weiteren Verlauf des Briefs äußerte er dann ein wenig Kritik an einem anderen Herausgeber.
Trotz der Kritik war ich einigermaßen stolz. Der Herausgeber, der nicht über besonders viel Zeit verfügte, hatte meine Geschichte mit einer ausführlichen Begründung abgelehnt und sogar mein Fanzine bestellt. So schlimm schien das alles nicht zu sein, fand ich ...
Der Autor und Herausgeber Hubert Katzmarz, der leider bereits 2004 verstorben ist, suchte im Jahr 1984 nach Science-Fiction-Texten, aus denen er eine Anthologie zusammenstellen wollte. Ich bekam von dieser Ausschreibung selbstverständlich Wind und reichte einen Text ein.
Am 25. September 1984 schickte mir Katzmarz einen Brief, in dem er meine Geschichte ablehnte. Wie es sich zu jener Zeit gehörte, wurde der Brief mit einer Schreibmaschine auf ein eigenes Briefpapier getippt; das Farbband war wohl schon ein wenig schwach.
Der Herausgeber fand mein Manuskript »Rückkehr« nicht besonders gut. »... wo Sie aber zusätzlich ohne erkennbare Not oder Absicht eben diese stilistische Grundhaltung immer wieder durchbrechen (Stilbrüche!)« schrieb er klar und deutlich. Das war damals ein echter Schlag für mich; schaue ich mir das Manuskript heute an, hat der Mann natürlich recht.
»Dann kann mir die Idee auch ganz und gar nicht behagen«, schrieb er, aber das sei »in noch viel größerem Maße subjektiv bedingt«. Im weiteren Verlauf des Briefs äußerte er dann ein wenig Kritik an einem anderen Herausgeber.
Trotz der Kritik war ich einigermaßen stolz. Der Herausgeber, der nicht über besonders viel Zeit verfügte, hatte meine Geschichte mit einer ausführlichen Begründung abgelehnt und sogar mein Fanzine bestellt. So schlimm schien das alles nicht zu sein, fand ich ...
08 März 2011
Eine Bilanz in Sachen Terror
»Tote ohne Anerkennung« - unter diesem Titel schreibt die aktuelle Ausgabe 89 des Antifaschistischen Infoblattes aus Berlin über die »Tradition« in Deutschland, dass Rechtsradikale zwar immer öfter Menschen töten, ihre Taten aber häufig als »Einzeltäter-Erscheinungen« verharmlost werden. Zwanzig Jahre nach der sogenannten Wiedervereinigung ist das ein heikles Thema, das von der Ausgabe sehr gut aufgegriffen wird.
Stiefelnazis und Kameradschaftsschläger sind ein wichtiges Thema in diesem Heft, die vergessenen Opfer ihrer Prügelexzesse sowieso. Eine Bundesregierung, die zwischen »rechts« und »links« und »islamistisch« am liebsten so unterscheidet, wie es ihr in den Kram passt, gehört aber ebenfalls zur Tradition – das Magazin verweist auf den Neonazi-Terror in den 80er Jahren, beispielsweise auf das Oktoberfest-Attentat im Jahr 1980 (13 Tote, 200 Verletzte).
Wer es gern ein wenig intellektueller mag, erfährt in der aktuellen Ausgabe des Antifa-Infos etwas über »rassistische Politik à la Sarrazin« oder die sogenannten Thinktanks des sogenannten Islamkritik. Und für Freunde von Punkrock darf die Band Frei.Wild nicht fehlen, die erfolgreich zwischen Oi! und Metal, zwischen Klischee-Patriotismus und Freiheitsgegröle pendelt.
Dieses Heft habe ich von vorne bis hinten gelesen – wieder einmal eine essentielle Lektüre für jeden, der sich gegen Nazis und Rassisten engagiert oder mehr über diese wissen will. Die 60 Seiten gibt's für 3,10 Euro im örtlichen Infoladen oder eben direkt über die Homepage.
Stiefelnazis und Kameradschaftsschläger sind ein wichtiges Thema in diesem Heft, die vergessenen Opfer ihrer Prügelexzesse sowieso. Eine Bundesregierung, die zwischen »rechts« und »links« und »islamistisch« am liebsten so unterscheidet, wie es ihr in den Kram passt, gehört aber ebenfalls zur Tradition – das Magazin verweist auf den Neonazi-Terror in den 80er Jahren, beispielsweise auf das Oktoberfest-Attentat im Jahr 1980 (13 Tote, 200 Verletzte).
Wer es gern ein wenig intellektueller mag, erfährt in der aktuellen Ausgabe des Antifa-Infos etwas über »rassistische Politik à la Sarrazin« oder die sogenannten Thinktanks des sogenannten Islamkritik. Und für Freunde von Punkrock darf die Band Frei.Wild nicht fehlen, die erfolgreich zwischen Oi! und Metal, zwischen Klischee-Patriotismus und Freiheitsgegröle pendelt.
Dieses Heft habe ich von vorne bis hinten gelesen – wieder einmal eine essentielle Lektüre für jeden, der sich gegen Nazis und Rassisten engagiert oder mehr über diese wissen will. Die 60 Seiten gibt's für 3,10 Euro im örtlichen Infoladen oder eben direkt über die Homepage.
07 März 2011
Australien punkrockt
In der Radiosendung am Sonntag, 6. März 2011, ging es um Australien. Das Land hatte ich 1991 besucht; seither vergaß ich zwar so gut wie alles, was ich da gesehen und erlebt hatte, aber den Punkrock-Sound aus OZ-Land fand ich oftmals richtig klasse.
Kein Wunder, dass ich Klassiker wie The Saints aus Brisbane und The Rocks aus Sydney spielte. Ebenso kamen die Hard-Ons zur Geltung, deren neue Stücke aber arg weichgespült klingen.
Neuer waren dann Pisschrist mit ihrem wütenden Dis-Gebretter oder Marching Orders mit wuchtigem Oi!-Punk. Damit die Sendung übrigens geografisch ein wenig abgerundet wurde, spielte ich noch Sommerset aus Neuseeland.
Nach der Sendung hatte ich glatt Lust, mal wieder nach Australien zu reisen. 2011 wird das sicher nichts. Also werde ich wohl andere australische Bands wie Spiderbait oder Vicious Circle aus dem Plattenschrank zerren müssen.
Kein Wunder, dass ich Klassiker wie The Saints aus Brisbane und The Rocks aus Sydney spielte. Ebenso kamen die Hard-Ons zur Geltung, deren neue Stücke aber arg weichgespült klingen.
Neuer waren dann Pisschrist mit ihrem wütenden Dis-Gebretter oder Marching Orders mit wuchtigem Oi!-Punk. Damit die Sendung übrigens geografisch ein wenig abgerundet wurde, spielte ich noch Sommerset aus Neuseeland.
Nach der Sendung hatte ich glatt Lust, mal wieder nach Australien zu reisen. 2011 wird das sicher nichts. Also werde ich wohl andere australische Bands wie Spiderbait oder Vicious Circle aus dem Plattenschrank zerren müssen.
06 März 2011
Intellektuellen-Kabarett
Endlich sah ich mal das neue Tollhaus; das Karlsruher Konzert- und Veranstaltungszentrum ist in den letzten Jahren ziemlich umgebaut worden und präsentiert sich jetzt deutlich moderner. Vor allem der neue Konzertraum, den ich mir am Samstag, 5. März 2011, anschauen konnte, gefiel mir sehr gut.
Wobei wir nicht wegen des Raumes dort waren, sondern wegen des Mannes, der dort auf der Bühne am Mikrofon stand. Das war Jochen Malmsheimer, der Kabarettist aus Bochum, der mir zuvor nur aus dem einen oder anderen Auftritt im Fernsehen bekannt gewesen war. Viel wusste ich nicht über ihn, also kam ich mit entsprechend zurückhaltenden Erwartungen hin.
Nach einer Minute hatte ich Tränen in den Augen. Vor Lachen, versteht sich. Und nach einer Viertelstunde konnte ich schon fast nicht mehr. Es war superlustig.
Malmsheimer macht kein politisches Kabarett, für Comedy ist er aber definitiv zu schlau. Die Gag-Dichte ist hoch, aber viele Gags haben etwas mit Sprache zu tun - es ist oftmals eine Art von Linguisten-Kabarett.
Wer sein Programm »Wenn Worte reden könnten oder 14 Tage im Leben einer Stunde« nennt, der muss ein bisschen aus der Rolle fallen. Und so gibt's bei Malmsheimer eben Sequenzen über die siebziger Jahre, aber eben auch die Schilderung einer Party, bei der Pronomen, Substantive und Umlaute gemeinsam am Saufen sind. Sehr lustig.
Ein gelungener Abend - und garantiert witziger und besser als alle Fasnetsprogramme zusammen.
Wobei wir nicht wegen des Raumes dort waren, sondern wegen des Mannes, der dort auf der Bühne am Mikrofon stand. Das war Jochen Malmsheimer, der Kabarettist aus Bochum, der mir zuvor nur aus dem einen oder anderen Auftritt im Fernsehen bekannt gewesen war. Viel wusste ich nicht über ihn, also kam ich mit entsprechend zurückhaltenden Erwartungen hin.
Nach einer Minute hatte ich Tränen in den Augen. Vor Lachen, versteht sich. Und nach einer Viertelstunde konnte ich schon fast nicht mehr. Es war superlustig.
Malmsheimer macht kein politisches Kabarett, für Comedy ist er aber definitiv zu schlau. Die Gag-Dichte ist hoch, aber viele Gags haben etwas mit Sprache zu tun - es ist oftmals eine Art von Linguisten-Kabarett.
Wer sein Programm »Wenn Worte reden könnten oder 14 Tage im Leben einer Stunde« nennt, der muss ein bisschen aus der Rolle fallen. Und so gibt's bei Malmsheimer eben Sequenzen über die siebziger Jahre, aber eben auch die Schilderung einer Party, bei der Pronomen, Substantive und Umlaute gemeinsam am Saufen sind. Sehr lustig.
Ein gelungener Abend - und garantiert witziger und besser als alle Fasnetsprogramme zusammen.
05 März 2011
Sport für alte Männer
In Wien gibt es die älteste Tischtennishalle der Welt. Zumindest behaupten das irgendwelche Notizen im Eingangsbereich des Kellerlokals, das im achten Bezirk liegt. Und ich, der ich seit gut dreißig Jahren keinen Tischtennisschläger mehr in der Hand gehabt hatte, musste an diesem Wochenende zum ersten Mal wieder mitspielen.
Das machte auch noch Spaß. Wir spielten ohne Regeln, die Herren Autoren jagten mich ordentlich um das Brett, und danach war ich gut verschwitzt - aber es machte Spaß.
Fragt sich nur, welche Schlussfolgerungen ich daraus ziehe. Soll ich etwa Tischtennis als Hobby anfangen? Mir einen neuen Lebensinhalt suchen? Ratlos grüble ich seitdem vor mich hin ...
Das machte auch noch Spaß. Wir spielten ohne Regeln, die Herren Autoren jagten mich ordentlich um das Brett, und danach war ich gut verschwitzt - aber es machte Spaß.
Fragt sich nur, welche Schlussfolgerungen ich daraus ziehe. Soll ich etwa Tischtennis als Hobby anfangen? Mir einen neuen Lebensinhalt suchen? Ratlos grüble ich seitdem vor mich hin ...
04 März 2011
Zugfahrer am Donnerstag
Ich war mit der Bahn unterwegs, diesmal in Richtung Flughafen Frankfurt. Es sollte nach Wien gehen, also eine ganz normale Dienstreise. Womit ich nicht rechnete: Es ist Faschingszeit, und an so was denke ich nie.
Der Zug war voll mit verkleideten Menschen. Nicht die, die man sonst im Zug tritt, also Männer und Frauen in Business-Klamotten. Diesmal waren es Damen in hautengen Korsetts, Männer in Cowboy-Klamotten oder auch Kinder mit Clowns-Nasen.
Ich war nüchtern und blieb es auch. Andere hatten morgens um acht Uhr schon ein Bier in der Hand. Das finde ich nicht schlimm, so was machte unsereins bei Chaostagen und vergleichbaren Veranstaltunten auch.
Nur sahen die Menschen im Zug eben so aus, als würden sie unter normalen Umständen über Menschen lästern, die das tun. Prekariatssaufen sozusagen. Bei Fasching sind eben viele Regeln außer Kraft gesetzt.
Und so schaukelten wir in Richtung Frankfurt, die trinkenden Faschingsleute wurden fröhlicher und lauter, und ich überlegte mir, einfach auch ein Bier zu trinken. Dann hätte ich das übertrieben fröhliche Gesinge und Geschunkel vielleicht besser ertragen ...
Der Zug war voll mit verkleideten Menschen. Nicht die, die man sonst im Zug tritt, also Männer und Frauen in Business-Klamotten. Diesmal waren es Damen in hautengen Korsetts, Männer in Cowboy-Klamotten oder auch Kinder mit Clowns-Nasen.
Ich war nüchtern und blieb es auch. Andere hatten morgens um acht Uhr schon ein Bier in der Hand. Das finde ich nicht schlimm, so was machte unsereins bei Chaostagen und vergleichbaren Veranstaltunten auch.
Nur sahen die Menschen im Zug eben so aus, als würden sie unter normalen Umständen über Menschen lästern, die das tun. Prekariatssaufen sozusagen. Bei Fasching sind eben viele Regeln außer Kraft gesetzt.
Und so schaukelten wir in Richtung Frankfurt, die trinkenden Faschingsleute wurden fröhlicher und lauter, und ich überlegte mir, einfach auch ein Bier zu trinken. Dann hätte ich das übertrieben fröhliche Gesinge und Geschunkel vielleicht besser ertragen ...
02 März 2011
Motorradfahrer-Hardrock von The Mochines
Drei kurzhaarige, tätowierte Typen, die aus Kapstadt in Südafrika kommen, nennen sich The Mochines und fabrizieren ruppige Rock-Musik, die laut Label-Info als »High Voltage Rock'n'Roll« bezeichnet wird. Hört man sich die Platte »The Eagles Has Landed« an, wird schnell klar, dass das eigentlich eine Mogelpackung ist: Was die Herren machen, ist schon Rock'n'Roll, aber in der Art, wie man ihn Ende der 70er Jahre definierte.
Genau – das ist Hardrock alter Schule, der tatsächlich nach ollen Deep Purple oder gar Rainbow klingt, der mich an bisschen an die Schulfeten der Jahre 1978/79 erinnert, nur eben moderner gespielt und besser abgemischt. Das machen die drei Typen auf jeden Fall ziemlich gut, das rockt und rotzt und knallt ganz schön.
Punkrock ist es keiner, sondern eben hardrockig gespielter Rock'n'Roll. Im Autoradio macht die CD, die 2009 schon rausgekommen ist, übrigens echt Spaß: Regler aufdrehen und Vollgas ...
Genau – das ist Hardrock alter Schule, der tatsächlich nach ollen Deep Purple oder gar Rainbow klingt, der mich an bisschen an die Schulfeten der Jahre 1978/79 erinnert, nur eben moderner gespielt und besser abgemischt. Das machen die drei Typen auf jeden Fall ziemlich gut, das rockt und rotzt und knallt ganz schön.
Punkrock ist es keiner, sondern eben hardrockig gespielter Rock'n'Roll. Im Autoradio macht die CD, die 2009 schon rausgekommen ist, übrigens echt Spaß: Regler aufdrehen und Vollgas ...
01 März 2011
Männerfeindschaft?
Manchmal verstehe ich den »Fandom Observer« ja nicht. Das beste Informations-Fanzine, das die ansonsten kreuzlangweilige deutschsprachige Science-Fiction-Szene zu bieten hat, widmet sich in der aktuellen Ausgabe 261 einer angeblichen Feindschaft zwischen mir und dem guten Dr. Robert Hector.
Der lief mir indirekt unlängst in Mannheim über den Weg. Ich war beim Spermbirds-Konzert und wurde in breitem Schwäbisch angesprochen. Es war jemand, den ich aus den Zeiten kannte, als ich in Freudenstadt Punk-Konzerte mit-organisierte und häufig in Nagold auf Konzerten war.
Ich plauderte mit dem Mann, dessen Namen ich längst vergessen hatte, und er sagte: »Du kennst übrigens meinen Hausarzt.« Ich war verwirrt, und er fügte hinzu. »Das ist der Doktor Hector.« Das fand ich sehr lustig.
Die Welt ist klein, und ich habe nichts gegen fannische Kritiker. Was es mit Zensur zu tun hat, wenn ich Beiträge von jemandem nicht mehr drucken will, der uns ständig gegen das Bein pinkelt, verstehe ich nicht.
Ich gebe ihm schlicht kein Geld mehr dafür, dass er uns gegen das Bein pinkeln kann. Wenn er darüber hinaus Beiträge schreibt, die in irgendwelchen Fanzines stehen, ist das seine Sache - und über diese Fanzines berichten wir sogar in unseren Heften.
Zensur sieht anders aus, aber es ist tröstlich zu wissen, dass der alte Beißreflex noch funktioniert: »Zensur isses immer dann, wenn mein Kruschd nicht supertoll gedruckt wird.« Da war die Fan-Szene schon in den 80er Jahren seltsam.
Ach ja, wer das jetzt alles nicht kapiert: Es geht um den »Fandom Observer«, dessen Nummer 261 eine sehr gelungene Ausgabe geworden ist. Und aus einem Verriss, den ich über ein schlechtes Buch geschrieben habe, einen zweiseitigen Artikel zu machen, finde ihc schon wieder lustig.
Der lief mir indirekt unlängst in Mannheim über den Weg. Ich war beim Spermbirds-Konzert und wurde in breitem Schwäbisch angesprochen. Es war jemand, den ich aus den Zeiten kannte, als ich in Freudenstadt Punk-Konzerte mit-organisierte und häufig in Nagold auf Konzerten war.
Ich plauderte mit dem Mann, dessen Namen ich längst vergessen hatte, und er sagte: »Du kennst übrigens meinen Hausarzt.« Ich war verwirrt, und er fügte hinzu. »Das ist der Doktor Hector.« Das fand ich sehr lustig.
Die Welt ist klein, und ich habe nichts gegen fannische Kritiker. Was es mit Zensur zu tun hat, wenn ich Beiträge von jemandem nicht mehr drucken will, der uns ständig gegen das Bein pinkelt, verstehe ich nicht.
Ich gebe ihm schlicht kein Geld mehr dafür, dass er uns gegen das Bein pinkeln kann. Wenn er darüber hinaus Beiträge schreibt, die in irgendwelchen Fanzines stehen, ist das seine Sache - und über diese Fanzines berichten wir sogar in unseren Heften.
Zensur sieht anders aus, aber es ist tröstlich zu wissen, dass der alte Beißreflex noch funktioniert: »Zensur isses immer dann, wenn mein Kruschd nicht supertoll gedruckt wird.« Da war die Fan-Szene schon in den 80er Jahren seltsam.
Ach ja, wer das jetzt alles nicht kapiert: Es geht um den »Fandom Observer«, dessen Nummer 261 eine sehr gelungene Ausgabe geworden ist. Und aus einem Verriss, den ich über ein schlechtes Buch geschrieben habe, einen zweiseitigen Artikel zu machen, finde ihc schon wieder lustig.
28 Februar 2011
Winterpause vorüber?
Im Winter werde ich fast immer dick, träge und depressiv. Dabei bedingt das eine das andere: Es ist kalt im Freien, also bleibt man in der Wärme - ich werde dadurch faul und träge. Wenn ich dann schon mal im Warmen bin, futtere ich viel zu viel, und dadurch werde ich ein wenig dick.
Und was mich depressiv macht, ist das immerwährende Grau. Morgens geht's in der Dämmerung zur Arbeit, abends komme ich bei stockfinsterer Nacht heim. Tagsüber sehe ich manchmal aus dem Fenster, stelle fest, dass das Wetter gar nicht so schlimm ist, vergesse das aber angesichts des Kunstlichtes schnell wieder.
Doch heute nahm ich den Kampf gegen diese schreckliche Trinität auf: Ich fuhr mal wieder Rad. Nicht nur ein bisschen, so von daheim zur Kneipe und zurück, sondern gleich richtig. Bei strahlendem Sonnenschein und mit dickem Schal um den Hals ging es hinaus an die Natur.
Auf geteerten Straßen und Radstrecken war das gar kein Problem; ein wenig schwieriger ging's auf matschigen Waldwegen voran. Trotzdem genoss ich es, mich über eine Stunde stramm an der frischen Luft zu bewegen. Und war hinterher gebührend erschöpft und verschwitzt, wegen irgendwelcher Pollen zudem verrotzt.
Und was mich depressiv macht, ist das immerwährende Grau. Morgens geht's in der Dämmerung zur Arbeit, abends komme ich bei stockfinsterer Nacht heim. Tagsüber sehe ich manchmal aus dem Fenster, stelle fest, dass das Wetter gar nicht so schlimm ist, vergesse das aber angesichts des Kunstlichtes schnell wieder.
Doch heute nahm ich den Kampf gegen diese schreckliche Trinität auf: Ich fuhr mal wieder Rad. Nicht nur ein bisschen, so von daheim zur Kneipe und zurück, sondern gleich richtig. Bei strahlendem Sonnenschein und mit dickem Schal um den Hals ging es hinaus an die Natur.
Auf geteerten Straßen und Radstrecken war das gar kein Problem; ein wenig schwieriger ging's auf matschigen Waldwegen voran. Trotzdem genoss ich es, mich über eine Stunde stramm an der frischen Luft zu bewegen. Und war hinterher gebührend erschöpft und verschwitzt, wegen irgendwelcher Pollen zudem verrotzt.
27 Februar 2011
Tanzende Blutsauger
Womöglich wird sich jetzt der eine oder andere Leser dieses Blogs wundern, aber: Ich war in »Tanz der Vampire«, und ich habe es nicht bereut. Kein Schmarrn! Das Musical war in Stuttgart, wir hatten sehr gute Karten in der dritten Reihe, und es war rundum unterhaltsam.
Natürlich ist die Handlung um einen jungen Mann, der in Begleitung eines erfahrenen Forschers nach Transsylvanien kommt und sich dort verliebt, nicht schreiend originall. Und selbstverständlich klingt die Musik schwer nach frühen 80er Jahren und oft genug eine Spur zu pompös.
Aber das Ding ist einfach gut gemacht: Tanzende Bauern und Herbergsleute, singende Vampire, ein ständig wechselndes Bühnenbild – alles in allem eine professionelle Produktion, bei der ich als Zuschauer auch staunen konnte und hinterher sehr überzeugt applaudierte. So ein Musical ist bombastisch gemachtes Unterhaltungsprogramm, und das kann ich mir einmal im Jahr oder so anschauen.
Natürlich ist die Handlung um einen jungen Mann, der in Begleitung eines erfahrenen Forschers nach Transsylvanien kommt und sich dort verliebt, nicht schreiend originall. Und selbstverständlich klingt die Musik schwer nach frühen 80er Jahren und oft genug eine Spur zu pompös.
Aber das Ding ist einfach gut gemacht: Tanzende Bauern und Herbergsleute, singende Vampire, ein ständig wechselndes Bühnenbild – alles in allem eine professionelle Produktion, bei der ich als Zuschauer auch staunen konnte und hinterher sehr überzeugt applaudierte. So ein Musical ist bombastisch gemachtes Unterhaltungsprogramm, und das kann ich mir einmal im Jahr oder so anschauen.
25 Februar 2011
Dienstleister vor Ort
Abends in einem nicht näher zu nennenden Hotel in Karlsruhe, in das wir einen unserer Autoren »einquartiert« haben. An der Theke der Hotelbar geht es hoch her. Viele Herren in Anzügen, wenige Damen in Kostümen, teilweise schon angetrunken, alle sehr fröhlich und lautstark.
Es scheint eine Konferenz zu sein. Erst später bekomme ich mit, wer hier eigentlich tagt. Es ist eine große Gesellschaft, die private Finanzdienstleistungen anbietet.
»Euch geb ich mein Geld nicht«, sage ich mir und betrachte die laute, sehr fröhliche Gesellschaft. Wobei sie meine paar Kröten sicher nicht benötigen.
So sehen also Sieger aus. So sehen Leute aus, die damit Geld verdienen, dass sie anderer Leute Geld irgendwie »anlegen«. Laut und aufgesetzt und mit großen Sprüchen. Warum geben sich Leute immer so viel Mühe, die Klischees zu erfüllen, die über sie verbreitet werden?
Es scheint eine Konferenz zu sein. Erst später bekomme ich mit, wer hier eigentlich tagt. Es ist eine große Gesellschaft, die private Finanzdienstleistungen anbietet.
»Euch geb ich mein Geld nicht«, sage ich mir und betrachte die laute, sehr fröhliche Gesellschaft. Wobei sie meine paar Kröten sicher nicht benötigen.
So sehen also Sieger aus. So sehen Leute aus, die damit Geld verdienen, dass sie anderer Leute Geld irgendwie »anlegen«. Laut und aufgesetzt und mit großen Sprüchen. Warum geben sich Leute immer so viel Mühe, die Klischees zu erfüllen, die über sie verbreitet werden?
24 Februar 2011
Lesenswertes zum Schreiben
Die Zeitschrift »Federwelt« kenne ich seit vielen Jahren, und ich habe sie auch abonniert. Manchmal ist die »Zeitschrift für Autorinnen und Autoren« ein wenig jammerig, weil die Artikel häufig das harte Los freier Schriftsteller beklagen; meist aber enthält das Heft haufenweise sinnvolle Beiträge und Service-Informationen. So auch die Nummer 86, die ich zuletzt gelesen habe.
Lesenswert ist die Diskussion um das Urheberrecht. Anhänger der Piratenpartei finden es ja toll, das Urheberrecht auszuhebeln; in der aktuellen »Federwelt« stehen mal wieder die Argumente für dieses Recht, das letztlich die Autoren schützt. (Ja, es hilft auch den Verlagen. Logisch – die gehen im Idealfall für unbekannte Autoren ins finanzielle Risiko.)
Lohnenswert ist der Beitrag von Vito von Eichborn, der sehr klar und pointiert einige Aussagen zur Literatur loslässt. »Kein Marketing kann aus einem Borges einen Grisham machen« - so geht er beispielsweise mit Leuten in den Clinch, die immer über schlechte Verlagsprogramme jammern.
Und was ich ebenfalls mit viel Vergnügen las, waren die Beiträge zur DeLiA, der Organisation von Liebesroman-Schriftstellerinnen. Die Damen und Herren arbeiten zusammen, sie machen gemeinsame Kongresse und so weiter – finde ich gut. Während man in der Science Fiction seit Jahren erfolgreich gegeneinander kämpft, arbeiten die harmonischen Liebesromanschreiberline zusammen. Bingo.
Hin wie her: gutes Heft. Sechseinhalb Euro für 60 Seiten, auch okay. Gibt’s im Uschtrin-Verlag!
Lesenswert ist die Diskussion um das Urheberrecht. Anhänger der Piratenpartei finden es ja toll, das Urheberrecht auszuhebeln; in der aktuellen »Federwelt« stehen mal wieder die Argumente für dieses Recht, das letztlich die Autoren schützt. (Ja, es hilft auch den Verlagen. Logisch – die gehen im Idealfall für unbekannte Autoren ins finanzielle Risiko.)
Lohnenswert ist der Beitrag von Vito von Eichborn, der sehr klar und pointiert einige Aussagen zur Literatur loslässt. »Kein Marketing kann aus einem Borges einen Grisham machen« - so geht er beispielsweise mit Leuten in den Clinch, die immer über schlechte Verlagsprogramme jammern.
Und was ich ebenfalls mit viel Vergnügen las, waren die Beiträge zur DeLiA, der Organisation von Liebesroman-Schriftstellerinnen. Die Damen und Herren arbeiten zusammen, sie machen gemeinsame Kongresse und so weiter – finde ich gut. Während man in der Science Fiction seit Jahren erfolgreich gegeneinander kämpft, arbeiten die harmonischen Liebesromanschreiberline zusammen. Bingo.
Hin wie her: gutes Heft. Sechseinhalb Euro für 60 Seiten, auch okay. Gibt’s im Uschtrin-Verlag!
23 Februar 2011
My Name Is Music
Laut Info handelt es sich bei My Name Is Music um ein »gemischtes Doppel aus Wien«, sprich ein Mann und eine Frau. Ich habe ihre Single »Straight & Simple« erhalten und bin von dieser wirklich hin und weg. Das ist »IndiePop« oder wie immer man das heute nennen mag im besten Sinne.
Musikalisch fallen die beiden Stücke auf der Single ganz schön auseinander: Während das Titelstück eher ein trockener Kracher ist, der mich auch beim dritten Mal Anhören noch an die White Stripes erinnert, ist das so ruhig daher kommende »We Are Terrorists« ein subversiv ins Ohr kriechende Hitmonster.
Textlich ist das ganze eh ziemlich cool, aber wie die Sängerin ihre Angst vor ausufernden Sicherheitsgesetzen in schönem Englisch ins Mikro haucht, das ist auch musikalisch sehr gelungen. Von der Band gibt's bereits eine »richtige« CD, die zweite kommt im Frühjahr 2011. Da werde ich mir glatt überlegen, ob ich mir die kaufe ...
Musikalisch fallen die beiden Stücke auf der Single ganz schön auseinander: Während das Titelstück eher ein trockener Kracher ist, der mich auch beim dritten Mal Anhören noch an die White Stripes erinnert, ist das so ruhig daher kommende »We Are Terrorists« ein subversiv ins Ohr kriechende Hitmonster.
Textlich ist das ganze eh ziemlich cool, aber wie die Sängerin ihre Angst vor ausufernden Sicherheitsgesetzen in schönem Englisch ins Mikro haucht, das ist auch musikalisch sehr gelungen. Von der Band gibt's bereits eine »richtige« CD, die zweite kommt im Frühjahr 2011. Da werde ich mir glatt überlegen, ob ich mir die kaufe ...
22 Februar 2011
Im Fokus des Zauberspiegels
»Ich hatte meinen Verkaufsstand, wo ich mein Fanzine SAGITTARIUS anbot, und ich kam ständig ins Gespräch mit anderen Fans – mit einigen von denen bin ich heute noch im Kontakt. Zwar war ich keiner der Autogrammsammler, aber ich hatte hinterher einige Autogramme im Gepäck. Und ich war völlig beeindruckt von Menschen wie Walter Ernsting oder Hans Kneifel, die ganz normal mit jungen Fans wie mir redeten, nicht abgehoben wie andere Erwachsene.«
Das steht in meinem Interview. Nein, das steht in dem Interview, das der »Zauberspiegel« mit mir geführt hat. Dabei handelt es sich um ein Online-Magazin, das über alle möglichen Genres berichtet, vor allem über Science Fiction, Fantasy, Horror und dergleiche. Ich laufe da unter Science Fiction, nehme ich zumindest an.
Im aktuellen Interview geht es um den anstehenden PERRY RHODAN-WeltCon. Auf die vielen Fragen versuchte ich eine halbwegs vernünftige Antwort zu finden. So was schmeichelt mir natürlich ...
Das steht in meinem Interview. Nein, das steht in dem Interview, das der »Zauberspiegel« mit mir geführt hat. Dabei handelt es sich um ein Online-Magazin, das über alle möglichen Genres berichtet, vor allem über Science Fiction, Fantasy, Horror und dergleiche. Ich laufe da unter Science Fiction, nehme ich zumindest an.
Im aktuellen Interview geht es um den anstehenden PERRY RHODAN-WeltCon. Auf die vielen Fragen versuchte ich eine halbwegs vernünftige Antwort zu finden. So was schmeichelt mir natürlich ...
21 Februar 2011
Wiener Pestgruben
Dass ich die Hörspiele der »Dorian Hunter«-Serie mag, habe ich schon oft genug erzählt; der Zaubermond-Verlag leistet hier eine unglaublich gute Arbeit. Das zwölfte Hörspiel auf Basis der alten »Dämonenkiller«-Heftromane ist hierfür wieder ein gelungenes Beispiel.
Es heißt »Das Mädchen in der Pestgrube« und spielt in Wien. Das passt, denn die Autoren Ernst Vlcek und Kurt Luif, die vor allem den »Dämonenkiller« schrieben und erfanden, wohnten und arbeiteten in Wien.
Die finstere Geschichte führt den Helden Dorian in die Pestgruben unterhalb der Wiener Innenstadt. Und sie führt zugleich in die Vergangenheit des Dämonenfürsten Asmodi – die neuen Erkenntnisse erschließen sich vor allem jenen, die alle anderen Hörspiele der Reihe bislang kennen.
Wie immer ist das ganze superspannend gemacht, mit tollen Geräuschen und hervorragenden Sprechern. Das Hörspiel ist tatsächlich gruselig, und die verschiedenen Handlungsebenen sind nachvollziehbar »getrennt«.
Die Witwe des leider schon verstorbenen Schriftstellers Ernst Vlcek hat eine Gastrolle als Fremdenführerin, und zu Kurt Luifs Pseudonym Neal Davenport gibt es den einen oder anderen »Gag«. So werden die Klassiker-Autoren auch noch gewürdigt – das fand ich doppelt gelungen!
Es heißt »Das Mädchen in der Pestgrube« und spielt in Wien. Das passt, denn die Autoren Ernst Vlcek und Kurt Luif, die vor allem den »Dämonenkiller« schrieben und erfanden, wohnten und arbeiteten in Wien.
Die finstere Geschichte führt den Helden Dorian in die Pestgruben unterhalb der Wiener Innenstadt. Und sie führt zugleich in die Vergangenheit des Dämonenfürsten Asmodi – die neuen Erkenntnisse erschließen sich vor allem jenen, die alle anderen Hörspiele der Reihe bislang kennen.
Wie immer ist das ganze superspannend gemacht, mit tollen Geräuschen und hervorragenden Sprechern. Das Hörspiel ist tatsächlich gruselig, und die verschiedenen Handlungsebenen sind nachvollziehbar »getrennt«.
Die Witwe des leider schon verstorbenen Schriftstellers Ernst Vlcek hat eine Gastrolle als Fremdenführerin, und zu Kurt Luifs Pseudonym Neal Davenport gibt es den einen oder anderen »Gag«. So werden die Klassiker-Autoren auch noch gewürdigt – das fand ich doppelt gelungen!
20 Februar 2011
Unverkennbare Eignung
Über drei Jahre arbeitete ich für die Südwest Presse, genauer gesagt für die Lokalausgabe in Freudenstadt. Das ist lange her, genauer gesagt war das von 1983 bis 1986. Dieser Tage fiel mir meine »Arbeitsbescheinigung« in die Hand – die hatte ich zuletzt benutzt, als ich mich 1989 für einen Arbeitsplatz in Tübingen beworben hatte.
Den Text verfasste damals Susan Jones, ihres Zeichens verantwortliche Redakteurin, von der ich in diesen Jahren unglaublich viel gelernt hatte. Sie war gebürtige Amerikanerin und hatte Deutsch studiert; im Gegensatz zu mir wusste sie also über die Regeln Bescheid und konnte sie mir immer haarklein erläutern.
Im Zeugnis schrieb sie glücklicherweise nichts von meinen schlechten Seiten, sondern lobte auf einer Seite ganz ordentlich – übrigens mit einer elektrischen Schreibmaschine geschrieben, wie unschwer am Schriftbild und dem ausgeleierten Farbband zu erkennen. Unverkennbar – so ihr Fazit – sei dabei meine »Eignung für das journalistisch-publizistische Berufsfeld«.
Schöner Satz im Zentrum: »Rasch erfaßte er nicht nur den Ablauf der täglichen Produktionsroutine und seine Möglichkeiten zur Mitgestaltung, sondern auch das Spektrum journalistischer Aufgaben in einer renommierten Kurstadt, die wegen ihrer Abhängigkeit vom Fremdenverkehr und vom bedrohten Wald eine wirtschaftlich unsichere und politisch interessante Phase durchlebt.«
Ich habe »über Kunst, Kultur oder Freizeiteinrichtungen« (damit meint sie wohl meine Artikelreihe über Bands im Landkreis) mit »ebensoviel Geschick und Engagement geschrieben wie über Erwachsenenbildung oder Lokalgeschichte, Umweltfragen und Kommunalpolitik«. Klingt gut, war wohl auch so.
Manchmal denke ich mit Wehmut an die Zeit in der Lokalpresse zurück. Vor allem an die Gerichtsreportagen: Die wurden zwar allesamt mies bezahlt, aber es waren spannende Themen. Ich zerdrücke eine Träne im Augenwinkel ...
Den Text verfasste damals Susan Jones, ihres Zeichens verantwortliche Redakteurin, von der ich in diesen Jahren unglaublich viel gelernt hatte. Sie war gebürtige Amerikanerin und hatte Deutsch studiert; im Gegensatz zu mir wusste sie also über die Regeln Bescheid und konnte sie mir immer haarklein erläutern.
Im Zeugnis schrieb sie glücklicherweise nichts von meinen schlechten Seiten, sondern lobte auf einer Seite ganz ordentlich – übrigens mit einer elektrischen Schreibmaschine geschrieben, wie unschwer am Schriftbild und dem ausgeleierten Farbband zu erkennen. Unverkennbar – so ihr Fazit – sei dabei meine »Eignung für das journalistisch-publizistische Berufsfeld«.
Schöner Satz im Zentrum: »Rasch erfaßte er nicht nur den Ablauf der täglichen Produktionsroutine und seine Möglichkeiten zur Mitgestaltung, sondern auch das Spektrum journalistischer Aufgaben in einer renommierten Kurstadt, die wegen ihrer Abhängigkeit vom Fremdenverkehr und vom bedrohten Wald eine wirtschaftlich unsichere und politisch interessante Phase durchlebt.«
Ich habe »über Kunst, Kultur oder Freizeiteinrichtungen« (damit meint sie wohl meine Artikelreihe über Bands im Landkreis) mit »ebensoviel Geschick und Engagement geschrieben wie über Erwachsenenbildung oder Lokalgeschichte, Umweltfragen und Kommunalpolitik«. Klingt gut, war wohl auch so.
Manchmal denke ich mit Wehmut an die Zeit in der Lokalpresse zurück. Vor allem an die Gerichtsreportagen: Die wurden zwar allesamt mies bezahlt, aber es waren spannende Themen. Ich zerdrücke eine Träne im Augenwinkel ...
Guilty Faces und Domestic Bliss
Das ist eine starke neue Band! Die vier Burschen stammen aus Bethel im US-Bundesstaat Connecticut, und sie haben für sich den Hardcore-Punk entdeckt, wie er anfangs der 80er Jahre vor allem aus Kalifornien kam. Wer eine Schublade sucht, schaue bitte bei den alten D.I. nach oder meinetwegen bei den guten Adolescents; da gehören dann – 30 Jahre später – auch Guilty Faces rein.
Die Burschen gibt es seit 2007 oder so, sie brachten eine EP raus und haben seit 2009 eine LP am Start. Die »Domestic Bliss« enthält nur Hits – ein Stück nach dem anderen knallt in wunderbarer Qualität aus den Boxen: Das ist schnell und aggressiv und dennoch mit einem Schuss Ironie und Melodie, dazu Texte, die rotzig und augenzwinkernd zugleich sind. Großartig!
Die Burschen gibt es seit 2007 oder so, sie brachten eine EP raus und haben seit 2009 eine LP am Start. Die »Domestic Bliss« enthält nur Hits – ein Stück nach dem anderen knallt in wunderbarer Qualität aus den Boxen: Das ist schnell und aggressiv und dennoch mit einem Schuss Ironie und Melodie, dazu Texte, die rotzig und augenzwinkernd zugleich sind. Großartig!
19 Februar 2011
Googleberg ist mir egal
Die eine Hälfte der Republik scheint sich über die Doktorarbeit eines Ministers aufzuregen, die andere Hälfte verteidigt ihn umso heftiger. Freiherr Xerox von Guttenberg ist wieder mal der Held der Stunde, und mit seinem Talent, als Teflon-Minister durch die Weltgeschichte zu spazieren, kommt er womöglich auch jetzt wieder ohne Kratzer davon.
Nur ... es ist mir völlig egal. Ob der Mann lügt oder betrügt, das ändert nichts daran, dass dieses Land derzeit andere Probleme hat, um die man sich kümmern sollte, über die derzeit aber weniger gesprochen wird.
Hartz-IV-Bezieher werden verarscht, das Gesundheits- und das Bildungssystem sind marode, Nazis marschieren, und die Bonzen werden immer reicher – und man diskutiert allen Ernstes über falsche Zitate eines Gel-Ministers.
Das Gesindel, das uns in Bund und Land regiert, ist bis in die Knochen korrupt; da macht ein bisschen Lügen eines Ministers den Kohl auch nicht mehr fett. Guttenberg hat einfach gut gelernt, und er gehört in die jetzige Riege an Ministern und Wichtig-Politikern. Warum sich also über ihn aufregen?
Nur ... es ist mir völlig egal. Ob der Mann lügt oder betrügt, das ändert nichts daran, dass dieses Land derzeit andere Probleme hat, um die man sich kümmern sollte, über die derzeit aber weniger gesprochen wird.
Hartz-IV-Bezieher werden verarscht, das Gesundheits- und das Bildungssystem sind marode, Nazis marschieren, und die Bonzen werden immer reicher – und man diskutiert allen Ernstes über falsche Zitate eines Gel-Ministers.
Das Gesindel, das uns in Bund und Land regiert, ist bis in die Knochen korrupt; da macht ein bisschen Lügen eines Ministers den Kohl auch nicht mehr fett. Guttenberg hat einfach gut gelernt, und er gehört in die jetzige Riege an Ministern und Wichtig-Politikern. Warum sich also über ihn aufregen?
Fro-Tee Slips mit flottem Melodiepunk
Hat eine Band einmal ihr Image weg, fällt es schwer, das zu korrigieren. So dürfte es den vier Flensburgern von Fro-Tee Slips gehen. Die sind zumindest bei mir in der Funpunk-Ecke verankert, seit sie in den 90er Jahren mit entsprechender Musik auf sich aufmerksam gemacht haben.
Die aktuelle Platte trägt den großartigen Titel »Starschnitt Troopers« und ist weitaus besser, als ich gedacht habe. Zwar gibt es einige pubertär-blöde Stücke, etwa über die »Tiere in Bob Marleys Haar«, und schrecklichen Offbeat mischen die Burschen gelegentlich in die Stücke; unterm Strich handelt es sich aber um ein richtig gutes Melodiepunk-Album.
Vor allem am Anfang geht man stürmisch zur Sache; das gefällt mir, und das macht auf jeden Fall Laune. Jetzt wär's mal angebracht, dass ich die Band live sehe. Vielleicht krieg das Label es fertig, die Band auch mal in den tiefen Süden zu schicken ...
Die aktuelle Platte trägt den großartigen Titel »Starschnitt Troopers« und ist weitaus besser, als ich gedacht habe. Zwar gibt es einige pubertär-blöde Stücke, etwa über die »Tiere in Bob Marleys Haar«, und schrecklichen Offbeat mischen die Burschen gelegentlich in die Stücke; unterm Strich handelt es sich aber um ein richtig gutes Melodiepunk-Album.
Vor allem am Anfang geht man stürmisch zur Sache; das gefällt mir, und das macht auf jeden Fall Laune. Jetzt wär's mal angebracht, dass ich die Band live sehe. Vielleicht krieg das Label es fertig, die Band auch mal in den tiefen Süden zu schicken ...
18 Februar 2011
Theatura live
Nachdem ich unlängst in diesem Blog das seltsame »Dadaistische Manifest« präsentieren konnte, hier ein weiterer Text aus meiner Experimentierphase. Laut Notiz entstand er am 5. August 1984 – das war in der Phase zwischen meinem Abitur und dem Beginn meiner Bundeswehrzeit. Offensichtlich dachte ich in jenen Monaten, ich müsste stilistische Experimente beginnen.
»Theatura live« springt zwischen Obszönität und seltsamem Humor hin und her. Ich kann heute nicht mehr nachvollziehen, was ich mir vor über einem Vierteljahrhundert dabei gedacht habe. Dennoch dokumentiere ich den Text – in der Kommentarspalte dieses Blogs.
Die Anspielung auf »Hamster Fidel« kapiert heutzutage wahrscheinlich kein Mensch. Ich hatte »Hamster Fidel« als Comic zu Hause, gezeichnet und getextet von dem französischen Künstler Gotlib; und in diesen Comics ging es vor allem um einen Pfadfinder-Chef und seine Jung-Pfadfinder sowie deren sehr eindeutiges Verhältnis zu Sex.
Sprich, es ging um grobe Witze – das musste mich damals sehr beeindruckt haben. Vielleicht sollte ich gewisse Gotlib-Comics noch mal aus dem Schrank fischen.
»Theatura live« springt zwischen Obszönität und seltsamem Humor hin und her. Ich kann heute nicht mehr nachvollziehen, was ich mir vor über einem Vierteljahrhundert dabei gedacht habe. Dennoch dokumentiere ich den Text – in der Kommentarspalte dieses Blogs.
Die Anspielung auf »Hamster Fidel« kapiert heutzutage wahrscheinlich kein Mensch. Ich hatte »Hamster Fidel« als Comic zu Hause, gezeichnet und getextet von dem französischen Künstler Gotlib; und in diesen Comics ging es vor allem um einen Pfadfinder-Chef und seine Jung-Pfadfinder sowie deren sehr eindeutiges Verhältnis zu Sex.
Sprich, es ging um grobe Witze – das musste mich damals sehr beeindruckt haben. Vielleicht sollte ich gewisse Gotlib-Comics noch mal aus dem Schrank fischen.
17 Februar 2011
Der Schwarze Kanal
In den späten 80er Jahren tauchte auf einmal ein neues Label auf: Es nannte sich L'age D'or, den Namen fand ich damals seltsam – und niemand konnte sich damals denken, dass es zehn Jahre später für »Hamburger Schule« und andere Begriffe stehen sollte. Die Bands, die auf dem Hamburger Label veröffentlicht wurden, waren nicht Punkrock, spielten aber auch keine »normale« Rock-Musik.
Eine der ersten Platten, die ich aus der Ecke kaufte und hörte, war von Der Schwarze Kanal und trug den seltsamen Namen »Der endgültige Abschluß des Erdgasröhrengeschäftes«; mehr als diese Scheibe im Jahr 1988 brachte die Band nie heraus. Einmal sah ich die Band sogar live, das muss irgendwann Ende der 80er Jahre in Leonberg gewesen sein. Zwei von den vier Männern, die in der Band spielten, waren später bei Blumfeld dabei – und die waren in den 90er Jahren ziemlich »groß«.
Auf der Platte selbst hört man neun Stücke, die allesamt sehr gitarrenlastig sind: schwerfällige Riffs, dann wieder wütende Ausbrüche, keine Punk-Anleihen, aber ganz offensichtlich nichts für den Massengeschmack. Je genauer ich zuhöre, desto besser finde ich die Platte – das ist zeitweise ein wenig intellektuell, dann wieder brachial und krachig.
Da wummert die Gitarre, da schwebt die Stimme des Sängers, die englische Texte knarzt, über den Schlagzeug-Ausbrüchen, da klimpert dann auch mal wieder jemand emo-mäßig vor sich hin. Eine starke, wenngleich nicht eingängige Platte!
Eine der ersten Platten, die ich aus der Ecke kaufte und hörte, war von Der Schwarze Kanal und trug den seltsamen Namen »Der endgültige Abschluß des Erdgasröhrengeschäftes«; mehr als diese Scheibe im Jahr 1988 brachte die Band nie heraus. Einmal sah ich die Band sogar live, das muss irgendwann Ende der 80er Jahre in Leonberg gewesen sein. Zwei von den vier Männern, die in der Band spielten, waren später bei Blumfeld dabei – und die waren in den 90er Jahren ziemlich »groß«.
Auf der Platte selbst hört man neun Stücke, die allesamt sehr gitarrenlastig sind: schwerfällige Riffs, dann wieder wütende Ausbrüche, keine Punk-Anleihen, aber ganz offensichtlich nichts für den Massengeschmack. Je genauer ich zuhöre, desto besser finde ich die Platte – das ist zeitweise ein wenig intellektuell, dann wieder brachial und krachig.
Da wummert die Gitarre, da schwebt die Stimme des Sängers, die englische Texte knarzt, über den Schlagzeug-Ausbrüchen, da klimpert dann auch mal wieder jemand emo-mäßig vor sich hin. Eine starke, wenngleich nicht eingängige Platte!
16 Februar 2011
Wenn die Zeit rast
Kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel. »Na, wieviel Mails hast du heute schon geschrieben?« Es geht derzeit allen gleich: Morgens hat man über hundert unbeantwortete Mails auf der Kiste, dann ackert man den ganzen Tag wie blöd, um dann abends immer noch neunzig Mails auf der Kiste zu haben - es kommen einfach ständig neue Anfragen, Manuskripte und Texte herein.
Das Maß an »ausgepowert« sein hat bei mir mittlerweile eine gewisse Höhe erreicht, die eigentlich nicht mehr tolerierbar ist. Zumindest klappt es mit dem Schlafen gut: Ich brauche nicht einmal Alkohol, um sofort in einen fürchterlichen Tiefschlaf zu fallen. (Gut, am gestrigen Abend hat das kreuzlangweilige Manuskript ebenfalls dazu beigetragen.)
Fragt sich nur, wie das Jahr weitergeht. Ich fühle mich jetzt schon wieder völlig urlaubsreif ...
Das Maß an »ausgepowert« sein hat bei mir mittlerweile eine gewisse Höhe erreicht, die eigentlich nicht mehr tolerierbar ist. Zumindest klappt es mit dem Schlafen gut: Ich brauche nicht einmal Alkohol, um sofort in einen fürchterlichen Tiefschlaf zu fallen. (Gut, am gestrigen Abend hat das kreuzlangweilige Manuskript ebenfalls dazu beigetragen.)
Fragt sich nur, wie das Jahr weitergeht. Ich fühle mich jetzt schon wieder völlig urlaubsreif ...
15 Februar 2011
Der vielleicht beste Kinky-Roman
Dass ich die Romane von Kinky Friedman mag, erzähle ich praktisch jedem, der nicht rechtzeitig auf dem Baum ist. Der aus Texas stammende jüdische Cowboy, der als Countrysänger, Krimiautor und Gouverneurskandidat eine schillernde Laufbahn hinter sich hat, verfasste insgesamt 17 Romane um ... ja, wie soll man das sagen? ... na ja, um sich selbst.
Als Held seiner Romane agiert der ehemalige Countrysänger Kinky Friedman, der als Detektiv in New York lebt. Und mit »Der Gefangene der Vandam Street«, der im Haffmanns Verlag bei Zweitausendeins erschienen ist, legte er einen brillanten Roman vor, den ich so richtig klasse fand – und ich mochte bislang alle Kinky-Romane.
Diesmal ist es eigentlich gar kein Krimi. Zwar gibt es eine Leiche, aber erst sehr spät, denn vor allem geht es um Malaria und Freundschaft, um Chaos und Katzenscheiße, um ein Resümieren über Leben und Tod. Anders gesagt: Dieser Roman ist so richtige Literaturliteratur, saukomisch geschrieben und ungemein abwechslungsreich.
Die Handlung: Kinky hat sich eine Malaria eingefangen, und deshalb ist er gezwungen, in seiner Wohnung zu bleiben. Vom Fenster aus beobachtet er die Welt, wenn er nicht gerade in Fieberträumen im Bett liegt. Er bekommt mit, wie eine Frau misshandelt wird, ruft die Polizei, und die findet nichts – und in der Folge wird seine Sorge um diese Frau geradezu zu einer fixen Idee.
Allerlei Freunde helfen ihm, wieder ins Leben zurückzufinden, und sie helfen sogar, die Katzenscheiße aus der Wohnung zu räumen. Sie versuchen, ihm bei dem Fall zu helfen und das Problem der unbekannten Frau zu lösen. Und bei alledem sinniert Kiny Friedman über das Wesen der Welt und andere Themen.
Das mag jetzt in der Zusammenfassung seltsam klingen, hat mich aber fast umgehauen. Ein brillanter, witziger, spannender Roman – klasse!
Als Held seiner Romane agiert der ehemalige Countrysänger Kinky Friedman, der als Detektiv in New York lebt. Und mit »Der Gefangene der Vandam Street«, der im Haffmanns Verlag bei Zweitausendeins erschienen ist, legte er einen brillanten Roman vor, den ich so richtig klasse fand – und ich mochte bislang alle Kinky-Romane.
Diesmal ist es eigentlich gar kein Krimi. Zwar gibt es eine Leiche, aber erst sehr spät, denn vor allem geht es um Malaria und Freundschaft, um Chaos und Katzenscheiße, um ein Resümieren über Leben und Tod. Anders gesagt: Dieser Roman ist so richtige Literaturliteratur, saukomisch geschrieben und ungemein abwechslungsreich.
Die Handlung: Kinky hat sich eine Malaria eingefangen, und deshalb ist er gezwungen, in seiner Wohnung zu bleiben. Vom Fenster aus beobachtet er die Welt, wenn er nicht gerade in Fieberträumen im Bett liegt. Er bekommt mit, wie eine Frau misshandelt wird, ruft die Polizei, und die findet nichts – und in der Folge wird seine Sorge um diese Frau geradezu zu einer fixen Idee.
Allerlei Freunde helfen ihm, wieder ins Leben zurückzufinden, und sie helfen sogar, die Katzenscheiße aus der Wohnung zu räumen. Sie versuchen, ihm bei dem Fall zu helfen und das Problem der unbekannten Frau zu lösen. Und bei alledem sinniert Kiny Friedman über das Wesen der Welt und andere Themen.
Das mag jetzt in der Zusammenfassung seltsam klingen, hat mich aber fast umgehauen. Ein brillanter, witziger, spannender Roman – klasse!
14 Februar 2011
Fanzine für klassische Phantastik

Seit Jahre lese ich »Arcana«, das einzige deutschsprachige Fanzine (soweit ich weiß), dass sich intensiv mit der »Schauerliteratur« beschäftigt. Der Untertitel »Magazin für klassische und moderne Phantastik« sagt das klar aus, und der Inhalt spiegelt das stets wider. Verantwortlich für das Magazin ist Gerhard Lindenstruth, den ich vom Namen her seit dreißig Jahren kenne, aber in all der Zeit nur einmal getroffen habe.
Die aktuelle Nummer 13, die schon im September 2010 erschien, ist ein schönes Beispiel für den Charakter des A5-Heftes: Auf 64 schwarzweiß gedruckten Seiten gibt es beispielsweise die Kurzgeschichte eines britischen Autors aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in deutscher Erstübersetzung. Sie hat mir sehr gut gefallen, weil sie doch recht modern daher kam.
Als richtig klassisch und damit ein wenig umständlich und verschroben erweist sich die Kurzgeschichte eines lateinamerikanischen Schriftstellers, von dem ich noch nie zuvor gehört habe. Fast schon Standard ist dann ein alter Text von Bodo Wildberg, der in der Zwischenkriegszeit phantastische Literatur verfasste.
Dazu kommen Buchvorstellungen, Artikel und Illustrationen – alles in allem ein sorgsam geschriebenes und gestaltetes Heft, für das ich mir gern ein bisschen Zeit nehme. Wer phantastische Literatur mag, sollte die Homepage des Kleinverlages einmal besuchen, um sich einen Eindruck von seinem Programm zu verschaffen. Da gibt es viel zu entdecken!
13 Februar 2011
Gelungener Samstagsausflug
Ich weiß nicht, wie oft ich die Spermbirds in den letzten zwei Dutzend Jahren gesehen habe – an ein schlechtes Konzert kann ich mich nicht erinnern. Entsprechend gut gelaunt fuhr ich also am Samstag abend, 12. Februar 2011, nach Mannheim.
Und weil viele Leute so dachten wie ich, war gut voll. Zudem kannte ich viele Besucher, so dass die Zeit wie im Flug verstrich und ich schon wieder bereute, nicht trinken zu können, sondern fahren zu müssen. Einige hundert Leute waren anwesend, aber das Autonome Zentrum war nicht mörderisch überfüllt. Gut so.
Als erste Band spielten Bun Grave. Die vier Burschen auf der Bühne stammen aus Östringen, also aus dem Landkreis Karlsruhe, haben schon einige Tonträger raus, waren mir aber dennoch unbekannt. Ich fand sie ziemlich gut; rotziger Teenage-Punk mit viel Druck – das war schon mal ein richtig guter Einstieg.
Danach Kick Joneses, die ich schon x-mal gesehen habe. Wie immer fand ich ihren Pop-und-Mod-Punk live großartig, und diesmal war ich nicht einer der wenigen, die mitwippten. Vor der Bühne wurde sogar richtig getanzt – mit einem hohen Frauenanteil in den vorderen Reihen.
Bei den Spermbirds steppte danach der Bär. Nicht nur bei den Klassikern wie »Texas Cowboy«, sondern auch bei den neuen Stücken von der aktuellen Platte herrschte vor der Bühne ein permanentes Pogo-Getümmel. Die Hitze stieg wie die Stimmung, mir lief die Brühe schon vom Herumstehen herunter, was dazu führte, dass ich gelegentlich auch in den Mob hüpfte.
Wunderbar!, ich war hinterher fix und fertig und jappste nach Luft, brauchte erst mal ein neues T-Shirt, weil die bisherigen Klamotten verschwitzt waren. Und erst nachts um drei war ich wieder daheim – ein gelungener Abend!
Und weil viele Leute so dachten wie ich, war gut voll. Zudem kannte ich viele Besucher, so dass die Zeit wie im Flug verstrich und ich schon wieder bereute, nicht trinken zu können, sondern fahren zu müssen. Einige hundert Leute waren anwesend, aber das Autonome Zentrum war nicht mörderisch überfüllt. Gut so.
Als erste Band spielten Bun Grave. Die vier Burschen auf der Bühne stammen aus Östringen, also aus dem Landkreis Karlsruhe, haben schon einige Tonträger raus, waren mir aber dennoch unbekannt. Ich fand sie ziemlich gut; rotziger Teenage-Punk mit viel Druck – das war schon mal ein richtig guter Einstieg.
Danach Kick Joneses, die ich schon x-mal gesehen habe. Wie immer fand ich ihren Pop-und-Mod-Punk live großartig, und diesmal war ich nicht einer der wenigen, die mitwippten. Vor der Bühne wurde sogar richtig getanzt – mit einem hohen Frauenanteil in den vorderen Reihen.
Bei den Spermbirds steppte danach der Bär. Nicht nur bei den Klassikern wie »Texas Cowboy«, sondern auch bei den neuen Stücken von der aktuellen Platte herrschte vor der Bühne ein permanentes Pogo-Getümmel. Die Hitze stieg wie die Stimmung, mir lief die Brühe schon vom Herumstehen herunter, was dazu führte, dass ich gelegentlich auch in den Mob hüpfte.
Wunderbar!, ich war hinterher fix und fertig und jappste nach Luft, brauchte erst mal ein neues T-Shirt, weil die bisherigen Klamotten verschwitzt waren. Und erst nachts um drei war ich wieder daheim – ein gelungener Abend!
12 Februar 2011
Folge 30 erreicht
Ich komme mir fast schon vor wie in einer Maschine: Alle zwei Monate erscheint eine neue Ausgabe des OX-Fanzines, und alle zwei Monate ist eine Fortsetzung von mir enthalten. So auch in der aktuellen Ausgabe 94, in der die dreißigste Folge von »Und: Hardcore!« erschienen ist, dem dritten Roman mit Peter Pank in der Hauptrolle.
Diesmal geht der junge Mann erneut auf eine Reise per Anhalter. Sie wird aber nicht so weit sein, sondern führt - Geografie-Experten aufgepasst! - vom Rand der Schwäbischen Alb in eine Kleinstadt am Rande des Schwarzwaldes. Dort wird sich dann sein Schicksal erfüllen ... oder so.
Die aktuelle Folge ist nicht so spannend, wie mir beim Nachlesen aufgefallen ist: kein Sex, keine Drogen, keine Gewalt. Aber eigentlich passiert doch ziemlich viel, das auf weitere Geschehnisse hindeutet. Na immerhin!
Diesmal geht der junge Mann erneut auf eine Reise per Anhalter. Sie wird aber nicht so weit sein, sondern führt - Geografie-Experten aufgepasst! - vom Rand der Schwäbischen Alb in eine Kleinstadt am Rande des Schwarzwaldes. Dort wird sich dann sein Schicksal erfüllen ... oder so.
Die aktuelle Folge ist nicht so spannend, wie mir beim Nachlesen aufgefallen ist: kein Sex, keine Drogen, keine Gewalt. Aber eigentlich passiert doch ziemlich viel, das auf weitere Geschehnisse hindeutet. Na immerhin!
11 Februar 2011
Achtmal intelligentes Krimi-Vergnügen
Der Autor Andrea Camilleri erfreut sich im deutschsprachigen Raum großer Beliebtheit. Grund dafür sind die Fälle des Commissario Montalbano, der in Sizilien ermittelt; veröffentlicht werden die Romane von der Lübbe-Gruppe.
Ich selbst bin kein ausgeprochener Montalbano-Fan, habe aber schon einige Romane der Reihe gelesen. Sie zeichnen sich vor allem durch eine Fülle von »Nebenbei«-Details aus, die zur Lösung des Falles nicht unbedingt beitragen, aber die Hauptfigur, ihre Essgewohnheiten und ihre politisch-kritische Haltung charakterisieren.
Ähnliches gilt für das schmale Büchlein mit dem Titel »Die Ermittlungen des Commissario Collura«, das ich zuletzt gelesen habe. Erschienen ist es im Wagenbach-Verlag, es hat gerade mal 96 Seiten, und das gefällt mir: Dicke Bücher gibt es schließlich genug.
Commissario Collura ist ein Ex-Polizist, der auf einem Kreuzfahrtschiff anheuert und dort als Zahlmeister fungiert. Nacheinander sind doch seine Fähigkeiten als Polizist gefragt, er stolpert in insgesamt acht Fälle.
Die acht Fälle entsprechen den acht Kurzgeschichten, die Camilleri ursprünglich in einer italienische Tageszeitung veröffentlichte. Er musste sich an eine gewisse Länge halten, er musste immer für gleichbleibende Spannung sorgen, und das glückt wunderbar: Entstanden sind acht Stories, die allesamt vergnüglich zu lesen sind, nie kompliziert werden und dennoch stets einen kleinen Kriminalfall präsentieren.
Als Gelegenheitsautor profitiere ich gern von dem, was populäre Kollegen im Lauf ihrer Zeit geleistet haben. Camilleri ist ein schönes Beispel: Wie er es schafft, auf so wenigen Seiten das Panorama eines Kreuzfahrtschiffes zu entwickeln, verblüfft mich.
Das Buch ist klasse! Wer nur beinharte Krimis mag, wird es enttäuscht zur Seite legen; wer ausufernde Erzählungen wie die Montalbano-Krimis liebt, findet es vielleicht zu knapp. Aber es zeigt eine herrliche Silhouette des sizilianischen Bestsellerautors. (Und: Montalbano selbst hat ebenso einen Gastauftritt wie Berlusconi, der Noch-Staatschef ...)
Ich selbst bin kein ausgeprochener Montalbano-Fan, habe aber schon einige Romane der Reihe gelesen. Sie zeichnen sich vor allem durch eine Fülle von »Nebenbei«-Details aus, die zur Lösung des Falles nicht unbedingt beitragen, aber die Hauptfigur, ihre Essgewohnheiten und ihre politisch-kritische Haltung charakterisieren.
Ähnliches gilt für das schmale Büchlein mit dem Titel »Die Ermittlungen des Commissario Collura«, das ich zuletzt gelesen habe. Erschienen ist es im Wagenbach-Verlag, es hat gerade mal 96 Seiten, und das gefällt mir: Dicke Bücher gibt es schließlich genug.
Commissario Collura ist ein Ex-Polizist, der auf einem Kreuzfahrtschiff anheuert und dort als Zahlmeister fungiert. Nacheinander sind doch seine Fähigkeiten als Polizist gefragt, er stolpert in insgesamt acht Fälle.
Die acht Fälle entsprechen den acht Kurzgeschichten, die Camilleri ursprünglich in einer italienische Tageszeitung veröffentlichte. Er musste sich an eine gewisse Länge halten, er musste immer für gleichbleibende Spannung sorgen, und das glückt wunderbar: Entstanden sind acht Stories, die allesamt vergnüglich zu lesen sind, nie kompliziert werden und dennoch stets einen kleinen Kriminalfall präsentieren.
Als Gelegenheitsautor profitiere ich gern von dem, was populäre Kollegen im Lauf ihrer Zeit geleistet haben. Camilleri ist ein schönes Beispel: Wie er es schafft, auf so wenigen Seiten das Panorama eines Kreuzfahrtschiffes zu entwickeln, verblüfft mich.
Das Buch ist klasse! Wer nur beinharte Krimis mag, wird es enttäuscht zur Seite legen; wer ausufernde Erzählungen wie die Montalbano-Krimis liebt, findet es vielleicht zu knapp. Aber es zeigt eine herrliche Silhouette des sizilianischen Bestsellerautors. (Und: Montalbano selbst hat ebenso einen Gastauftritt wie Berlusconi, der Noch-Staatschef ...)
10 Februar 2011
Der Cyberpunk-Gipfel

Unter dem Motto »L.E. Dystopia« gibt es während der Leipziger Buchmesse eine Lesung, an der ich auch teilnehme. Der Untertitel ist übrigens »Der Cyberpunk-Gipfel bei Leipzig Liest«, was schon ziemlich cool klingt.
Neben mir tummeln sich auch noch Kollegen wie Michael K. Iwoleit, Frank Hebben, Christian Günther und Uwe Schimunek auf der Bühne, die ich allesamt kenne; die anderen sind mir nur vom Namen her bekannt. Es verspricht aber eine unterhaltsame Gechichte zu werden.
Veranstaltet wird das ganze in der »Stötteritzer Margerite«, wo immer das auch sein mag, und zwar am 18. März 2011, ab 20 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro.
09 Februar 2011
Jellybeat sind cool
Von der Band Jellybeat aus Wien hatte ich bislang nie gehört. Dabei gibt es die dreiköpfige Band seit 1998, und sie hat auch schon mehrere Platten veröffentlicht. Es mag am Genre liegen: Geschickt operiert die Band im Spannungsfeld zwischen Elektro- und IndiePop, und da kenne ich mich nun mal gar nicht aus.
Das scheint ein Fehler zu sein. Mir liegt die fünfte Platte als CD vor, die heißt »don't let us be misunderstood«, und ich finde sie ziemlich klasse. Der Sound ist tatsächlich tanzbar, es sind einige echte Hits drauf, und ich habe die CD mittlerweile mehrfach angehört.
Mit Punkrock oder artverwandten Klängen, die ich üblicherweise bevorzuge, hat das ganze nichts zu tun. Andere Vergleiche fallen mir schwer, da ich mich in dem Bereich nicht auskenne – vergleichbar ist meine Reaktion auf die Band höchstens mit der, als ich vor einigen Jahren mal Faithless live sah und völlig baff war angesichts der Energie, die diese Band auf der Bühne entfachte.
Die Musik ist »cool« im positiven Sinne, die Stücke haben einen treibenden Rhythmus, bei dem ich nicht stillsitzen kann, der Gesang trägt dazu bei, dass ich bewusst und unbewusst »mitgehe«. Das müsste auch live funktionieren und ist sicher besser als der x-te Aufguss des New Yorker Brüllochsen-Hardcore ...
Das scheint ein Fehler zu sein. Mir liegt die fünfte Platte als CD vor, die heißt »don't let us be misunderstood«, und ich finde sie ziemlich klasse. Der Sound ist tatsächlich tanzbar, es sind einige echte Hits drauf, und ich habe die CD mittlerweile mehrfach angehört.
Mit Punkrock oder artverwandten Klängen, die ich üblicherweise bevorzuge, hat das ganze nichts zu tun. Andere Vergleiche fallen mir schwer, da ich mich in dem Bereich nicht auskenne – vergleichbar ist meine Reaktion auf die Band höchstens mit der, als ich vor einigen Jahren mal Faithless live sah und völlig baff war angesichts der Energie, die diese Band auf der Bühne entfachte.
Die Musik ist »cool« im positiven Sinne, die Stücke haben einen treibenden Rhythmus, bei dem ich nicht stillsitzen kann, der Gesang trägt dazu bei, dass ich bewusst und unbewusst »mitgehe«. Das müsste auch live funktionieren und ist sicher besser als der x-te Aufguss des New Yorker Brüllochsen-Hardcore ...
08 Februar 2011
Dadaistisches Manifest
In den frühen 80er Jahren trieb meine Kreativität teilweise seltsame Blüten. Ein schönes Dokument hierfür ist das sogenannte Dadaistische Manifest, das ich im Jahr 1983 verfasste, das aber glücklicherweise keine weitere Verbreitung erfuhr.
Wahrscheinlich kam es aus dem Kreis einiger weniger dauerbekiffter Freunde nicht heraus. Umso besser ist es deshalb, den Unfug im Jahr 2011 zu dokumentieren.
Dadaismus fand ich damals stark, wenngleich ich nicht so richtig kapierte, weshalb das manche Leute vor rund hundert Jahren als so interessant betrachteten. Ich fand zudem spannend, dass es damals niemand kapierte und dass ich 1983 gerne die Menschen in meiner Umgebung verstörte. Das passte in meine eigene Weltsicht.
Gleichzeitig ärgerte mich, dass man in Freudenstadt, meiner damaligen Heimatstadt, ständig von Kultur faselte. Sogar eine Kulturinitiative wurde gegründet, die Zielgruppe all jener Bemühungen waren Menschen jenseits der vierzig. Jugendliche wie ich fühlten sich von all diesen Bemühungen nicht angesprochen.
Das Dadaistische Manifest, so albern es also gemeint war, hatte tatsächlich einen ernsthaften Kern: einen frustrierten Jugendlichen, der mit seiner Heimatstadt nicht richtig klar kam und nach neuen Wegen suchte.
Wahrscheinlich kam es aus dem Kreis einiger weniger dauerbekiffter Freunde nicht heraus. Umso besser ist es deshalb, den Unfug im Jahr 2011 zu dokumentieren.
Dadaismus fand ich damals stark, wenngleich ich nicht so richtig kapierte, weshalb das manche Leute vor rund hundert Jahren als so interessant betrachteten. Ich fand zudem spannend, dass es damals niemand kapierte und dass ich 1983 gerne die Menschen in meiner Umgebung verstörte. Das passte in meine eigene Weltsicht.
Gleichzeitig ärgerte mich, dass man in Freudenstadt, meiner damaligen Heimatstadt, ständig von Kultur faselte. Sogar eine Kulturinitiative wurde gegründet, die Zielgruppe all jener Bemühungen waren Menschen jenseits der vierzig. Jugendliche wie ich fühlten sich von all diesen Bemühungen nicht angesprochen.
Das Dadaistische Manifest, so albern es also gemeint war, hatte tatsächlich einen ernsthaften Kern: einen frustrierten Jugendlichen, der mit seiner Heimatstadt nicht richtig klar kam und nach neuen Wegen suchte.
Berliner Oi! von den Ruckers
Drei Skinheads aus Berlin nennen sich The Ruckers und besingen »Berlin Nights«, zumindest auf der Single, die Contra Records rausgebracht haben. Wenn man das so liest, könnte man auf den Gedanken kommen, hier käme patriotischer Kram um die Ecke.
Ist es aber nicht: Die drei Herren nehmen das klassische »Brickfield Nights« der ollen Boys aus dem Jahr 1977 und verwandeln es in ein streetpunkiges Statement zu ihrer Heimatstadt.
Damit kann ich bestens leben, vor allem, wenn auf der A-Seite der Single das wuchtige und schmissige »Take It Or Leave It« zu hören ist. Das ist ein echter Streetpunk-Kracher, rotzig und melodisch zugleich, eindeutig im Hier und Heute verwurzelt und ohne Anleihen an heutigen »Streetrock« oder an andere Ausrutscher.
Dazu ist die Single noch ein schickes Sammlerstück – sehr cool! Ich werde dann demnächst wohl gucken, was es von den Herren sonst noch guckt. Und meinen nächsten Berlin-Trip kann ich dann nicht nur nach den Terminen der Bertelsmann-Kolleginnen ausrichten, sondern auch nach den Konzerten der Ruckers. Geht schon!
Ist es aber nicht: Die drei Herren nehmen das klassische »Brickfield Nights« der ollen Boys aus dem Jahr 1977 und verwandeln es in ein streetpunkiges Statement zu ihrer Heimatstadt.
Damit kann ich bestens leben, vor allem, wenn auf der A-Seite der Single das wuchtige und schmissige »Take It Or Leave It« zu hören ist. Das ist ein echter Streetpunk-Kracher, rotzig und melodisch zugleich, eindeutig im Hier und Heute verwurzelt und ohne Anleihen an heutigen »Streetrock« oder an andere Ausrutscher.
Dazu ist die Single noch ein schickes Sammlerstück – sehr cool! Ich werde dann demnächst wohl gucken, was es von den Herren sonst noch guckt. Und meinen nächsten Berlin-Trip kann ich dann nicht nur nach den Terminen der Bertelsmann-Kolleginnen ausrichten, sondern auch nach den Konzerten der Ruckers. Geht schon!
Berliner Oi! von den Ruckers
Drei Skinheads aus Berlin nennen sich The Ruckers und besingen »Berlin Nights«, zumindest auf der Single, die Contra Records rausgebracht haben. Wenn man das so liest, könnte man auf den Gedanken kommen, hier käme patriotischer Kram um die Ecke.
Ist es aber nicht: Die drei Herren nehmen das klassische »Brickfield Nights« der ollen Boys aus dem Jahr 1977 und verwandeln es in ein streetpunkiges Statement zu ihrer Heimatstadt.
Damit kann ich bestens leben, vor allem, wenn auf der A-Seite der Single das wuchtige und schmissige »Take It Or Leave It« zu hören ist. Das ist ein echter Streetpunk-Kracher, rotzig und melodisch zugleich, eindeutig im Hier und Heute verwurzelt und ohne Anleihen an heutigen »Streetrock« oder an andere Ausrutscher.
Dazu ist die Single noch ein schickes Sammlerstück – sehr cool! Ich werde dann demnächst wohl gucken, was es von den Herren sonst noch guckt. Und meinen nächsten Berlin-Trip kann ich dann nicht nur nach den Terminen der Bertelsmann-Kolleginnen ausrichten, sondern auch nach den Konzerten der Ruckers. Geht schon!
Ist es aber nicht: Die drei Herren nehmen das klassische »Brickfield Nights« der ollen Boys aus dem Jahr 1977 und verwandeln es in ein streetpunkiges Statement zu ihrer Heimatstadt.
Damit kann ich bestens leben, vor allem, wenn auf der A-Seite der Single das wuchtige und schmissige »Take It Or Leave It« zu hören ist. Das ist ein echter Streetpunk-Kracher, rotzig und melodisch zugleich, eindeutig im Hier und Heute verwurzelt und ohne Anleihen an heutigen »Streetrock« oder an andere Ausrutscher.
Dazu ist die Single noch ein schickes Sammlerstück – sehr cool! Ich werde dann demnächst wohl gucken, was es von den Herren sonst noch guckt. Und meinen nächsten Berlin-Trip kann ich dann nicht nur nach den Terminen der Bertelsmann-Kolleginnen ausrichten, sondern auch nach den Konzerten der Ruckers. Geht schon!
07 Februar 2011
Flotte Mucke aus Italien
Die ENPUNKT-Radiosendung am Sonntag, 6. Februar 2011, stand ganz im Zeichen des italienischen Punkrocks. Da gibt es viele gute Bands, und über die spreche ich gern.
Sehr poppig waren The New Story, eher in die Folk-Richtung tendierten die Modena City Ramblers. Und wer Ska mochte, war mit der Frauenband Tremende sicher sehr gut bedient.
Klassischen Streetpunk mit vielen Chören und Straßenschlachten-Begeisterung lieferten auch in dieser Sendung die modernen Klassiker Los Fastidios und Klasse Kriminale – bei denen kann ich nie etwas falsch machen. Wobei die Mixtur aus Zirkusmusik, Punkrock und Ska, die von Talco kommt, auch ziemlich gelungen ist.
Gegen Ende ging's in die Retroecke: Mess Mess Mess sehen nicht nur so aus, sondern klingen auch wie englische Punks von 1982. Und Reazione sehen nicht nur so aus, sondern klingen auch so wie britische Skinheads von 1982. Guter Kontrast!
Sehr poppig waren The New Story, eher in die Folk-Richtung tendierten die Modena City Ramblers. Und wer Ska mochte, war mit der Frauenband Tremende sicher sehr gut bedient.
Klassischen Streetpunk mit vielen Chören und Straßenschlachten-Begeisterung lieferten auch in dieser Sendung die modernen Klassiker Los Fastidios und Klasse Kriminale – bei denen kann ich nie etwas falsch machen. Wobei die Mixtur aus Zirkusmusik, Punkrock und Ska, die von Talco kommt, auch ziemlich gelungen ist.
Gegen Ende ging's in die Retroecke: Mess Mess Mess sehen nicht nur so aus, sondern klingen auch wie englische Punks von 1982. Und Reazione sehen nicht nur so aus, sondern klingen auch so wie britische Skinheads von 1982. Guter Kontrast!
06 Februar 2011
Seltsame Empfindung
Beim Aufräumen von Bildern, die ich im Nachlass meiner Eltern gefunden habe, fiel mir ein Bild in die Hand, das meine Mutter im Jahr 1950 zeigt. Da war sie 20 Jahre alt, einige Jahre vor der Hochzeit und bereits mit meinem Vater »liiert«. Auf dem Bild erkannte ich sie kaum wieder, in meiner Erinnerung ist schließlich auch keine junge Frau, sondern die 76 Jahre alte Frau, als die ich sie zuletzt erlebte.
Es ist ein professionelles Foto, wie es aussieht, ordentlich ausgelichtet und mit einem großen Krug im Hintergrund, der wohl zur Dekoration diente. Sie lächelt auf dem Bild, aber es ist ein eher verlegenes Lächeln; 1950 wurde man noch nicht so oft abgelichtet.
Die Kleidung ist schlicht, fast ärmlich. Eleganz konnten sich arme Leute kurz nach dem Krieg nicht leisten. Wenn ich das Bild anschaue, werde ich jetzt immer traurig: Sie hat ihr Leben lang eigentlich nur gearbeitet, zu einem bisschen Luxus musste man sie fast schon zwingen. Und dann starb sie viel zu früh.
Es ist ein professionelles Foto, wie es aussieht, ordentlich ausgelichtet und mit einem großen Krug im Hintergrund, der wohl zur Dekoration diente. Sie lächelt auf dem Bild, aber es ist ein eher verlegenes Lächeln; 1950 wurde man noch nicht so oft abgelichtet.
Die Kleidung ist schlicht, fast ärmlich. Eleganz konnten sich arme Leute kurz nach dem Krieg nicht leisten. Wenn ich das Bild anschaue, werde ich jetzt immer traurig: Sie hat ihr Leben lang eigentlich nur gearbeitet, zu einem bisschen Luxus musste man sie fast schon zwingen. Und dann starb sie viel zu früh.
05 Februar 2011
Skurrile Diskussion
»Ich verstehe mich als linksradikal«, sagte der Mann neben mir an der Theke. Wir waren in ein Gespräch über Politik und Gesellschaft gerutscht, und ich hatte ihm erzählt, dass mir persönliche Freiheit sehr wichtig sei, dass ich unbedingt den Individualismus verteidigen würde und dass ich trotzdem ein Gemeinschaftsgefühl für wichtig hielte. Das eine schließe das andere nicht aus.
Der Mann neben mir sah das andere. Wenn es nach ihm ginge, so argumentierte er, könnte auch eine Diktatur das Land regieren. »Hauptsache, die Diktatur ist so, dass sie meine Meinung vertritt.«
Ich versuchte es noch eine Weile, aber gab es dann auf. Den Rest des Gespräches verbrachte ich damit, Witze zu reißen und über die DDR zu lästern. Er fühlte sich irgendwann verarscht.
Wenn ich das richtig sehe, sind politische Diskussionen mit mir kein Spaß. Der gute Mann tat mir dann fast schon leid ...
Der Mann neben mir sah das andere. Wenn es nach ihm ginge, so argumentierte er, könnte auch eine Diktatur das Land regieren. »Hauptsache, die Diktatur ist so, dass sie meine Meinung vertritt.«
Ich versuchte es noch eine Weile, aber gab es dann auf. Den Rest des Gespräches verbrachte ich damit, Witze zu reißen und über die DDR zu lästern. Er fühlte sich irgendwann verarscht.
Wenn ich das richtig sehe, sind politische Diskussionen mit mir kein Spaß. Der gute Mann tat mir dann fast schon leid ...
04 Februar 2011
SF-Deppen und die Politik
1979 begannen meine Kontakte zur Science-Fiction-Szene, in der ich mich jahrzehntelang sehr wohl fühlte und es häufig heute noch tue. Allerdings fiel mit im Lauf der letzten Jahre immer stärker auf, wie spießig, wie konservativ und wie ekelhaft zugleich viele Leute in dieser Szene sind.
Wer das nicht glaubt, besuche beispielsweise Seiten wie das SF-Netzwerk und begutachte dort einige der Diskussionen. Ich mache das selten, bin dann aber meist sprachlos angesichts der geballten Mischung aus Einbildung (die meisten glauben, richtig viel Ahnung zu haben und deshalb etwas »besseres« zu sein) und Unkenntnis (wie es in Verlagen zugeht, können sich beispielsweise Hobbyschriftsteller nicht vorstellen).
Zuletzt fiel mir das wieder auf, als der »Fandom Observer« eine wunderbare Ausgabe veröffentlichte. Diese wurde in den einschlägigen Foren diskutiert, und da ich über den »FO« positiv schrieb und in diesem auch zitiert wurde, finde ich mich indirekt in irgendwelchen Auseinandersetzungen einiger Gralshüter der Science-Fiction-Szene wieder.
Und natürlich haben einige dieser Leute nichts anderes zu tun, als mir dann die Kommentarspalte meines Blogs zuzuschmieren. Macht nichts, das kann ich stets sofort löschen. Das machen diese Leute immer schön anonym, damit man ihnen nichts nachweisen kann.
Besonders schick ein Eintrag von dieser Woche: »"links" und "antifaschistisch" passt ja wohl nicht zusammen. Die Linken&Rechten sind gemeinsam Faschisten.« Genauso schrieb es jemand, und ich habe diesen Kommentar nicht freigeschaltet.
Dabei will ich jetzt gar nicht in eine Extremismus-Diskussion einsteigen. Ich habe einige Standpunkte, und das genügt. (Kommunisten finde ich lästig, und von ihnen will ich sicher nicht regiert werden. Mit Salonfaschisten à la Sarrazin diskutiere ich nicht. Nazis sind einfach indiskutabel, und notfalls müssen sie mit sportlichen Mitteln in ihre Schranken verwiesen werden.)
Für den anonymen Feigling sei dennoch zusammengefasst: Dass ich mich als »antifaschistisch« verstehe, heißt noch lange nicht, dass ich auch »links« bin. Aber wahrscheinlich überschreitet eine solche Logik die Hirnkapazität mancher selbsternannter Science-Fiction-Experten.
Wer das nicht glaubt, besuche beispielsweise Seiten wie das SF-Netzwerk und begutachte dort einige der Diskussionen. Ich mache das selten, bin dann aber meist sprachlos angesichts der geballten Mischung aus Einbildung (die meisten glauben, richtig viel Ahnung zu haben und deshalb etwas »besseres« zu sein) und Unkenntnis (wie es in Verlagen zugeht, können sich beispielsweise Hobbyschriftsteller nicht vorstellen).
Zuletzt fiel mir das wieder auf, als der »Fandom Observer« eine wunderbare Ausgabe veröffentlichte. Diese wurde in den einschlägigen Foren diskutiert, und da ich über den »FO« positiv schrieb und in diesem auch zitiert wurde, finde ich mich indirekt in irgendwelchen Auseinandersetzungen einiger Gralshüter der Science-Fiction-Szene wieder.
Und natürlich haben einige dieser Leute nichts anderes zu tun, als mir dann die Kommentarspalte meines Blogs zuzuschmieren. Macht nichts, das kann ich stets sofort löschen. Das machen diese Leute immer schön anonym, damit man ihnen nichts nachweisen kann.
Besonders schick ein Eintrag von dieser Woche: »"links" und "antifaschistisch" passt ja wohl nicht zusammen. Die Linken&Rechten sind gemeinsam Faschisten.« Genauso schrieb es jemand, und ich habe diesen Kommentar nicht freigeschaltet.
Dabei will ich jetzt gar nicht in eine Extremismus-Diskussion einsteigen. Ich habe einige Standpunkte, und das genügt. (Kommunisten finde ich lästig, und von ihnen will ich sicher nicht regiert werden. Mit Salonfaschisten à la Sarrazin diskutiere ich nicht. Nazis sind einfach indiskutabel, und notfalls müssen sie mit sportlichen Mitteln in ihre Schranken verwiesen werden.)
Für den anonymen Feigling sei dennoch zusammengefasst: Dass ich mich als »antifaschistisch« verstehe, heißt noch lange nicht, dass ich auch »links« bin. Aber wahrscheinlich überschreitet eine solche Logik die Hirnkapazität mancher selbsternannter Science-Fiction-Experten.
03 Februar 2011
Im Zug nach Köln
Der Mann setzt sich neben mich in die Sitzreihe. Ich schaue kurz auf, widme mich dann wieder dem Manuskript, in dem ich lese. Auf der Fahrt von Karlsruhe nach Köln sind es genau zwei Stunden, in denen ich eigentlich meine Ruhe haben möchte.
Der Mann, vielleicht in meinem Alter, zückt sein Handy. »Ich konnte vorher nicht reden«, fängt er laut an. »Da saß ich in einem normalen Abteil, mit fünf Leuten, die alle gelesen haben.« Er lacht leise. »Na ja, und die konnte ich ja nicht stören. Aber jetzt sitze ich im Großraumabteil, und da geht es.«
Ich überlege kurz, ob ich niemand sei. Er telefoniert ununterbrochen, gut eine Stunde lang. Es sind Nichtigkeiten, sofern ich das richtig mitbekomme. Denn glücklicherweise kann ich ihn gut ausblenden ...
Manno.
Der Mann, vielleicht in meinem Alter, zückt sein Handy. »Ich konnte vorher nicht reden«, fängt er laut an. »Da saß ich in einem normalen Abteil, mit fünf Leuten, die alle gelesen haben.« Er lacht leise. »Na ja, und die konnte ich ja nicht stören. Aber jetzt sitze ich im Großraumabteil, und da geht es.«
Ich überlege kurz, ob ich niemand sei. Er telefoniert ununterbrochen, gut eine Stunde lang. Es sind Nichtigkeiten, sofern ich das richtig mitbekomme. Denn glücklicherweise kann ich ihn gut ausblenden ...
Manno.
02 Februar 2011
Seltsame Zeitreise in den Jaguar-Club
Noch nie in meinem Leben war ich in Herford. In den 80er Jahren kam von dort das coole Fanzine »Sun Over Herford«, aber sonst weiß ich nichts über die Stadt. Doch dann schenkte mir Werner Fuchs, der Chef von Fantasy Productions, ein Buch über die 60er-Jahre, zumindest über die 60er-Jahre, wie sie in dieser Stadt abliefen.
Es gab einen Musik-Club in der Stadt, den »Jaguar-Club«. Der Name ist leicht bescheuert, aber das war Mitte der 60er Jahre wohl so üblich. Die ehemalige Chefin des Clubs, Carola Frauli, verfasste das Fotobuch »Musikszene der 60er/70er Jahre«, das ich mit großem Vergnügen gelesen und angehört habe; dem Buch liegt auch eine CD bei.
Rein schriftstellerisch oder journalistisch ist das großformatige Buch kein Highlight. Es lebt von der Zusammenstellung kurzer Notizen sowie den Fotos, und ich bin sicher, dass alte Herforder das Buch mit glänzenden Augen durchblättern.
Für mich, der ich diese Zeit als kleines Kind erlebt habe und Herford nicht kenne, stellt sich keine Erinnerung ein, nicht die geringste. Aber das Buch ist auf seine Art cool, denn es gibt einen schönen Einblick in eine Zeit, in der noch vieles möglich schien. Und durch seine Jeans-Optik sowie die nostalgischen Fotos ist es ebenfalls ziemlich gelungen.
Wo man es kaufen kann? Keine Ahnung. Wahrscheinlich in ausgewählten Fachgeschäften in Herford und den umliegenden Weltstädten.
Es gab einen Musik-Club in der Stadt, den »Jaguar-Club«. Der Name ist leicht bescheuert, aber das war Mitte der 60er Jahre wohl so üblich. Die ehemalige Chefin des Clubs, Carola Frauli, verfasste das Fotobuch »Musikszene der 60er/70er Jahre«, das ich mit großem Vergnügen gelesen und angehört habe; dem Buch liegt auch eine CD bei.
Rein schriftstellerisch oder journalistisch ist das großformatige Buch kein Highlight. Es lebt von der Zusammenstellung kurzer Notizen sowie den Fotos, und ich bin sicher, dass alte Herforder das Buch mit glänzenden Augen durchblättern.
Für mich, der ich diese Zeit als kleines Kind erlebt habe und Herford nicht kenne, stellt sich keine Erinnerung ein, nicht die geringste. Aber das Buch ist auf seine Art cool, denn es gibt einen schönen Einblick in eine Zeit, in der noch vieles möglich schien. Und durch seine Jeans-Optik sowie die nostalgischen Fotos ist es ebenfalls ziemlich gelungen.
Wo man es kaufen kann? Keine Ahnung. Wahrscheinlich in ausgewählten Fachgeschäften in Herford und den umliegenden Weltstädten.
01 Februar 2011
Ein überflüssiges Sachbuch
Als ich zum ersten Mal davon hörte, hielt ich es für eine gute Idee: In seinem eigenen Verlag p.machinery wollte Michael Haitel ein Sachbuch über PERRY RHODAN veröffentlichen. Es sollte innerhalb der Reihe »andro SF« erscheinen, sogar als erster Band dieser Reihe, und es sollte sich auf den Jubiläumsband 2500 beziehen.
Ich bin erst während meines einwöchigen »Urlaubs« dazu gekommen, mir das Buch genauer anzuschauen. Die letzten eineinhalb Jahre lag es in einem Stapel und wurde nicht gewürdigt; jetzt steht es im Regal, und ich fürchte, dass ich es dort die nächsten Jahre auch kaum anschauen werde.
Es ist nämlich kein gutes Buch, nein, es ist sogar ein überflüssiges Werk. Dabei sieht es gut und professionell aus: schickes Cover, sauberes Layout, ein sehr ordentliches Werk also. Bei 25,90 für 463 Taschenbuchseiten kann man das tatsächlich erwarten; der hohe Preis kommt von der niedrigen Auflage.
Neben kürzeren Texten von Hermann Ritter und Frank Gerigk, die eher satirischen Charakter haben, enthält das Buch vor allem Texte von Dr. Robert Hector. Der Mann ist klug und gebildet, und er ist PERRY RHODAN-Fan. Es fehlt ihm allerdings die Distanz zur Serie, in seiner Kritik ist er fannisch verbissen und wirkt humorlos.
Seitenweise werden die PERRY RHODAN-Zyklen nacherzählt, werden relevante Figuren erwähnt und Zusammenhänge zwischen der Wissenschaft und der Serie hergestellt. Das alles kann man anderswo lesen, etwa in den wunderbaren »Zeitraffer«-Bänden des SF-Clubs Universum, allerdings bekommt man dort nicht die permanenten Einwürfe des Autors mitgeliefert ...
Ach, ich muss das Buch nicht so ausführlich würdigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand wirklich lesen wird. Wer sich für PERRY RHODAN-Inhalte interessiert, bekommt im Netz oder im »Zeitraffer« wesentlich besseres Material; wer Tratsch und Klatsch mag, schaut in die einschlägigen Diskussionsforen.
Es bleibt ein Sachbuch, das keiner braucht und das auch inhaltlich schlecht ist. (Kapitel, die ich genauer gelesen habe, enthalten haufenweise Fehler; wenn's beispielsweise um Verlagsinterna geht, von denen der Autor keine Ahnung hat.) Wer's trotzdem mag, kann es sich ja über Amazon.de oder sonstwie übers Internet bestellen. Man ärgert sich bei der Lektüre nicht sooo sehr ...
Ich bin erst während meines einwöchigen »Urlaubs« dazu gekommen, mir das Buch genauer anzuschauen. Die letzten eineinhalb Jahre lag es in einem Stapel und wurde nicht gewürdigt; jetzt steht es im Regal, und ich fürchte, dass ich es dort die nächsten Jahre auch kaum anschauen werde.
Es ist nämlich kein gutes Buch, nein, es ist sogar ein überflüssiges Werk. Dabei sieht es gut und professionell aus: schickes Cover, sauberes Layout, ein sehr ordentliches Werk also. Bei 25,90 für 463 Taschenbuchseiten kann man das tatsächlich erwarten; der hohe Preis kommt von der niedrigen Auflage.
Neben kürzeren Texten von Hermann Ritter und Frank Gerigk, die eher satirischen Charakter haben, enthält das Buch vor allem Texte von Dr. Robert Hector. Der Mann ist klug und gebildet, und er ist PERRY RHODAN-Fan. Es fehlt ihm allerdings die Distanz zur Serie, in seiner Kritik ist er fannisch verbissen und wirkt humorlos.
Seitenweise werden die PERRY RHODAN-Zyklen nacherzählt, werden relevante Figuren erwähnt und Zusammenhänge zwischen der Wissenschaft und der Serie hergestellt. Das alles kann man anderswo lesen, etwa in den wunderbaren »Zeitraffer«-Bänden des SF-Clubs Universum, allerdings bekommt man dort nicht die permanenten Einwürfe des Autors mitgeliefert ...
Ach, ich muss das Buch nicht so ausführlich würdigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand wirklich lesen wird. Wer sich für PERRY RHODAN-Inhalte interessiert, bekommt im Netz oder im »Zeitraffer« wesentlich besseres Material; wer Tratsch und Klatsch mag, schaut in die einschlägigen Diskussionsforen.
Es bleibt ein Sachbuch, das keiner braucht und das auch inhaltlich schlecht ist. (Kapitel, die ich genauer gelesen habe, enthalten haufenweise Fehler; wenn's beispielsweise um Verlagsinterna geht, von denen der Autor keine Ahnung hat.) Wer's trotzdem mag, kann es sich ja über Amazon.de oder sonstwie übers Internet bestellen. Man ärgert sich bei der Lektüre nicht sooo sehr ...
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