14 Oktober 2026

Der Kalte Krieg und seine Folgen

Ein Spionage-Roman, der im Jahr 2014 spielt und sich auf Ereignisse aus der Mitte der 80er-Jahre konzentriert: Ich las endlich »Das Moskau-Spiel« von Christian von Ditfurth, den ich ansonsten vor allem von seinen Science-Fiction-Themen her kannte, und fand den Roman richtig gut – nicht nur wegen der originellen Aufklärung gegen Ende, sondern auch wegen der Tatsache, dass er heute noch gut funktioniert. Wladimir Putun ist schließlich nach wie vor im Amt.

Um die Handlung des dicken Romans kurz zu raffen: Im Jahr 2014 wird ein Agent des Bundesnachrichtendienstes nach Moskau geschickt, um einen Todesfall zu überprüfen. Ein Angehöriger der deutschen Botschaft kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben – doch weil es sich bei diesem Angehörigen um einen erfahrenen Geheimdienstler handelt, gibt es Fragen.

Wie sich schnell herausstellt, war dieser Agent vor allem in den 80er-Jahren aktiv. Es bestehen also Zusammenhänge über Jahrzehnte hinweg – die Zeit des Kalten Krieges wirkt auch im Jahr 2014.

Geschickt stellt der Autor beide Epochen gegenüber. Mal spielt die Handlung im Jahr 2014, mal in den 80er-Jahren; mal steht der Vater des Agenten im Zentrum, dann wieder er selbst. Das ist meist sehr spannend, wenngleich ich mir klarere Zeitangaben – etwa in Form von Überschriften – gewünscht hätte. Manchmal springt die Handlung praktisch auf einer Seite von der einen in die andere Zeit.

Christian von Ditfurth scheint gut recherchiert zu haben; beide Zeiten wirken auf mich sehr glaubhaft. Moskau als Hauptstadt der Sowjetunion und Moskau als Hauptstadt von Russland unterscheiden sich, aber die Geheimdienstleute sind dieselben. Heute kommt einem die ganze Geschichte sehr »alt« vor, und wer die 80er-Jahre nicht miterlebt hat, wird kaum die Kriegsangst jener Tage nachvollziehen können.

Ein spannender Roman ist »Das Moskau-Spiel« allemal – ein Spionage-Thriller der klassischen Art also. Ich las ihn sehr gern. Wer sich mit der sowjetischen Politik der 80er-Jahre (Breschnew, Tschernenko, Andropow, Gorbatschow …) nicht auskennt, wird allerdings nicht alles verstehen, fürchte ich.

1 Kommentar:

Enpunkt hat gesagt…

Erschienen ist der Roman »Das Moskau-Spiel« bereits 2014; die gedruckte Ausgabe ist vergriffen. Das E-Book gibt's immer noch, und auf der Internet-Seite des Pendragon-Verlags kann man sich Informationen angucken:

https://www.pendragon.de/christian-v-ditfurth/das-moskau-spiel