Die Serie »Monsieur Mardi-Gras« gehört zu den originellsten Phantastik-Serien, die im Splitter-Verlag veröffentlicht worden sind. Die abgefahrene Geschichte über die seltsame Zwischenwelt, in die es die Menschen nach ihrem Tod verschlägt, wurde in vier Bänden erzählt, die ich immer mal wieder gern in die Hand nehme.
Als Skelette materialisieren die Menschen in einer öden Landschaft, die unter einem unbarmherzig-schwarzen Himmel liegt. Um sich zu betäuben, trinken sie Salzsäure, streiten heftig untereinander, stehlen sich gegenseitig Knochen, um ihre Körper zu optimieren, und schlagen in sinnlosen Gesprächen die Zeit in der Unendlichkeit tot.
Die Serie ist bizarr, aber nicht sonderlich witzig. Als Leser staunt man nicht nur über die erzählerische Phantasie des Künstlers Eric Libergé, sondern ist zugleich fasziniert von der grafischen Leistung. Mit den Farben spart Libergé, sein Comic ist größtenteils in einem düsteren Schwarzweiß gehalten, in dem Schatten und Winkel eindrucksvolle Muster bilden. Er zaubert wirklich große Comic-Kunst, man muss diesen Stil allerdings mögen.
Mit »Post aus dem Jenseits« liegt eine Art Prolog für die Serie vor, die in deutscher Sprache mit dem Untertitel »Unter Knochen« veröffentlicht worden ist und die ich jetzt erst gelesen habe Die Vorgeschichte erzählt, wie ein geheimer Ratgeber des Papstes überhaupt auf die Idee kommt, ein Zwischenreich für die Toten zu errichten, wie es entsteht und sich entwickelt.
Um es klar zu sagen: Die Geschichte ist makaber, sie ergänzt die bisherigen Bände von »Monsieur Mardi-Gras« sehr gut. Wer einen Hang zu origineller bis morbider Phantastik hat, wird an der Serie sowieso seine Freude haben und sollte auch »Post aus dem Jenseits« kennen. Die gesamte Serie lohnt sich wirklich.
Besonders interessant: Es gibt einen umfangreichen Anhang, der nicht nur aus einem Interview mit dem Comic-Künstler besteht, sondern auch bisher unveröffentlichte Grafiken zeigt. Leute wie ich, die gerne Hintergründe lesen und anschauen, sind hierfür eine dankbare Zielgruppe.

1 Kommentar:
Wer sich für »Post aus dem Jenseits« interessiert, schaue sich einfach die Internet-Seite des Splitter-Verlags an, wo es auch eine Leseprobe gibt.
Hier:
https://www.splitter-verlag.de/post-aus-dem-jenseits.html
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