Wie kann man Kinder und Jugendliche für die Lektüre von Science Fiction begeistern? Ich denke, dass man ihnen vor allem interessante Bücher zum Lesen geben muss, die sie faszinieren und die sie in ein spannendes Abenteuer hineinziehen. Genau das haben der Ueberreuter-Verlag und der Autor Andreas Langer mit »Erde 13« vor, einer neuen Buchserie. Der erste Band trägt den Titel »Aufbruch ins Ungewisse«, und den habe ich gelesen.
Streng genommen ist der Titel nicht ganz korrekt: Der Roman beginnt nicht mit einem Aufbruch, sondern eher mit einem Absturz oder zumindest einer Notlandung. Der elfjährige Junge Levi, der Ich-Erzähler des Romans, gehört zu den Passagieren eines Raumschiffs, dessen Besatzung einen fernen Planeten ansteuert. Diesen wollen die Menschen besiedeln, weil das Leben auf der Erde mittlerweile unerträglich geworden ist.
Bei der Landung geht einiges schief; Levi, das Mädchen Gwendolin, seine Mutter und ein seltsames Besatzungsmitglied stranden mit einer Rettungskapsel in einem See. Von dort aus muss sich die Gruppe allein durchschlagen. Man hat nur wenige Hilfsmittel, und die Natur des fremden Planeten ist durchaus vielseitig: Zwar gibt es eine Reihe von ausgesprochen schönen Tieren, doch stoßen die Menschen schnell auf allerlei Gefahren. Hier müssen sich auch die zwei Kinder bewähren …
Andreas Langer macht in seinem Roman, der sich an Kinder richtet, die idealerweise zwischen zehn und zwölf Jahren alt sind, sehr viel richtig. Die Handlung ist abwechslungsreich, auf jeder Seite geschieht etwas, und die Hauptfigur erlebt viel. Als Held darf Levi auch mal Zweifel haben, er darf unsicher sein, aber er wächst über sich hinaus und geht Risiken ein, wenn er glaubt, damit etwas Gutes erreichen zu können.
Zudem sind Levi und Gwendolin, die sich im Verlauf des Romans ein wenig anfreunden, alles andere als faul oder feige. Die beiden sind neugierig, sie erforschen die fremde Welt, sie staunen über einen See, dessen Wasser rötlich schimmert, über merkwürdige Tiere und geheimnisvolle Pflanzen. Und sie schließen sogar Freundschaft mit einem Tier, das auf Erde 13 lebt.
Der Autor versteht sich auf Weltenbau: Erde 13 ist bunt und ein bisschen gefährlich, aber nicht zu sehr. Es wird klar, dass man sich auf einer fremden Welt mit anderen Schwerkraftverhältnissen oder anderer Luft auseinandersetzen muss; ganz selbstverständlich benutzen die Kinder Filter und andere Hilfsmittel. Damit wird den jungen Leserinnen und Lesern gut vermittelt, dass eine fremde Welt eben nicht so ist wie irgendein Nachbarland auf der Erde.
Alles in allem ist »Aufbruch ins Ungewisse« ein gelungener Einstieg, der neugierig macht und hoffentlich großen Anklang findet. (Entscheidend ist ja, dass die potenziellen Leserinnen und Leser von diesem Buch überhaupt erst einmal erfahren …) Sehr empfehlenswert – ich hab’s mit viel Vergnügen durchgeschmökert!
Der Roman ist übrigens hübsch illustriert. Ich finde die Schwarzweiß-Zeichnungen, die Alina Brost angefertigt hat, manchmal ein wenig steif, aber die zurückhaltende Art passt sehr gut zur dynamischen Geschichte. Vor allem die fremde Welt wird kindgerecht gezeichnet. Wer einen Blick ins Buch wagen möchte, schaue sich die Internet-Seite des Verlags an, wo es unter anderem eine Leseprobe gibt.
Das 256 Seiten starke Buch ist angenehm gesetzt, die Schrift ist aber nicht zu groß – die Kinder haben da einen richtigen Hardcover-Band in der Hand. Mit 15,00 Euro ist der Preis gut kalkuliert; das E-Book gibt’s übrigens für 12,99 Euro.
Die gedruckte Ausgabe, die sich auch hervorragend als Geschenk eignet, kann man mithilfe der ISBN 978-3-7641-5316-8 im Buchhandel bestellen. Versender wie der PERRY RHODAN-OnlineShop bieten selbstverständlich beide Varianten an.
(Diese Rezension wurde noch im August auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich sie aus dokumentarischen Gründen.)

1 Kommentar:
Weitergehende Informationen zum Start von »Erde 13« gibt es auf der Internet-Seite des Ueberreuter-Verlags. Hier:
https://www.ueberreuter.de/produkt/erde-13-aufbruch-ins-ungewisse-erde-13-bd-1/
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