Gestern führte ich ein langes Telefonat mit Uschi Zietsch, die unter dem Pseudonym Susan Schwartz für diverse Romanserien schrieb und schreibt; es ging um die ELFENZEIT-Serie, die wir gemeinsam ausgeheckt haben. Von ihr stammen die Ideen und Handlungsvorgaben, ich war daran beteiligt, dass die Bücher erschienen sind.
Und das haben wir jetzt ja wohl tatsächlich geschafft: Insgesamt werden 20 Romane der ELFENZEIT-Serie erscheinen, allesamt schicke Hardcover, allesamt mit ordentlichen Verkaufsauflagen. Ein Ergebnis, auf das wir stolz sein können. Wir haben's geschafft, eine richtige Fantasy-Buchreihe zu etablieren.
Im Gespräch wurde mir das irgendwann erst bewusst: »Es ist vor allem die umfangreichste Fantasy-Buchreihe aus Deutschland«, sagte ich, von der eigenen Erkenntnis überrascht. »Zwanzig Hardcover von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren – das hat bislang keiner geschafft.«
Kein Schmarrn: Als ich auflegte, fühlte ich mich richtig stolz.
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
19 Januar 2010
Red Tape Parade mit geilem Hardcore
In den letzten 15 Jahren habe ich ja schon gelegentlich den Spaß am Hardcore verloren: zu viele Modeburschen, zu viel Karate-Pogo, zu viel Macho-Gehabe, zu viele belanglose Bands. Als ich Red Tape Parade aus München zum ersten Mal sah, fand ich die Band aus München schlicht klasse.
Seit einigen Tagen läuft ihre LP bei mir zu Hause: »Ballads of the flexible bullet« wurde im Frühjahr 2008 aufgenommen und vereint all das, was Hardcore in den späten 80er und frühen 90er Jahren ausgemacht hat, spart aber die vielen Metal-Anleihen weitestgehend aus. Die Musik ist extrem schwungvoll und lässt mich schon im Sitzen zappeln, die Stimme des Sängers, der mal kreischt und mal »richtig« singt, ist ausdrucksstark.
Coole Platte – wenn schon Hardcore im Jahr 2010, dann so. Ich freue mich darauf, die Band in absehbarer Zeit wieder sehen zu können.
Seit einigen Tagen läuft ihre LP bei mir zu Hause: »Ballads of the flexible bullet« wurde im Frühjahr 2008 aufgenommen und vereint all das, was Hardcore in den späten 80er und frühen 90er Jahren ausgemacht hat, spart aber die vielen Metal-Anleihen weitestgehend aus. Die Musik ist extrem schwungvoll und lässt mich schon im Sitzen zappeln, die Stimme des Sängers, der mal kreischt und mal »richtig« singt, ist ausdrucksstark.
Coole Platte – wenn schon Hardcore im Jahr 2010, dann so. Ich freue mich darauf, die Band in absehbarer Zeit wieder sehen zu können.
18 Januar 2010
Fannische Zeitreise
Ich weiß nicht mehr genau, wann ich dem PERRY RHODAN-Briefclub Bullys Schreibtisch, kurz PRBCBS, beigetreten bin. Wahrscheinlich war es »erst« 1981, denn ich erinnere mich gut daran, dass ich mit den Burschen noch auf dem großen Science-Fiction-Treffen nicht so viel anfangen konnte. (Das aber ist eine ganz andere Geschichte.)
Das heißt aber, dass mir die wahre Geschichte der dienstältesten PERRY RHODAN-Fanvereinigung weitestgehend unbekannt ist. Der Club gründete sich 1978, anfangs eine typische Drei-Mann-Erscheinung, und dass es ihn heute immer noch gibt, ist geradezu eine Überraschung.
Armin Würfl aus Passau hat jetzt die ersten zehn Ausgaben der Clubnachrichten nachgedruckt, Fanzines aus den Jahren 1978 und 1979 also. Das ganze erschien in einem schicken Paperback, sicher an die 200 Seiten stark, für den es auch einen Verkaufspreis von 12,80 Euro gibt, allerdings bislang keine Bezugsadresse.
Dabei lohnt sich die Zeitreise für jene, die sich für Fanzines ebenso interessieren wie für das frühe Science-Fiction-Fandom. Quasi hautnah bekommt man als Leser mit, wie sich die Schüler zu organisieren versuchten, wie sich selbst überschätzten und wie sich langsam die Strukturen eines Vereins herausbildeten.
Oder man stolpert über News, in denen als ernsthafte Neuigkeit verkündet wird, dass es jetzt Plastikkarten gäbe, mit denen der bargeldlose Einkauf möglich sei. Das ist dann endgültig eine Zeitreise, denn längst sind allerlei Karten beim Einkauf zum normalsten von der Welt geworden ...
Ich bin mit der Sammelausgabe gerne in die Vergangenheit eingetaucht. In eine Zeit, in der sich Fans noch mit zwei bis acht Seiten umfassenden Briefen austauschten, in der man sich schlecht kopierte Fanzeitschriften schickte und davon schwärmte, dass eine neue Superintelligenz auf den Seiten einer Romanheftserie auftauchte. Das ist schon richtig lange her ...
Das heißt aber, dass mir die wahre Geschichte der dienstältesten PERRY RHODAN-Fanvereinigung weitestgehend unbekannt ist. Der Club gründete sich 1978, anfangs eine typische Drei-Mann-Erscheinung, und dass es ihn heute immer noch gibt, ist geradezu eine Überraschung.
Armin Würfl aus Passau hat jetzt die ersten zehn Ausgaben der Clubnachrichten nachgedruckt, Fanzines aus den Jahren 1978 und 1979 also. Das ganze erschien in einem schicken Paperback, sicher an die 200 Seiten stark, für den es auch einen Verkaufspreis von 12,80 Euro gibt, allerdings bislang keine Bezugsadresse.
Dabei lohnt sich die Zeitreise für jene, die sich für Fanzines ebenso interessieren wie für das frühe Science-Fiction-Fandom. Quasi hautnah bekommt man als Leser mit, wie sich die Schüler zu organisieren versuchten, wie sich selbst überschätzten und wie sich langsam die Strukturen eines Vereins herausbildeten.
Oder man stolpert über News, in denen als ernsthafte Neuigkeit verkündet wird, dass es jetzt Plastikkarten gäbe, mit denen der bargeldlose Einkauf möglich sei. Das ist dann endgültig eine Zeitreise, denn längst sind allerlei Karten beim Einkauf zum normalsten von der Welt geworden ...
Ich bin mit der Sammelausgabe gerne in die Vergangenheit eingetaucht. In eine Zeit, in der sich Fans noch mit zwei bis acht Seiten umfassenden Briefen austauschten, in der man sich schlecht kopierte Fanzeitschriften schickte und davon schwärmte, dass eine neue Superintelligenz auf den Seiten einer Romanheftserie auftauchte. Das ist schon richtig lange her ...
17 Januar 2010
In der Dubai Mall
Rückblick auf Dubai im November 2009
Früher hasste ich Einkaufszentren, und ich bin heute nach wie vor ein Einkaufsmuffel: Brauche ich eine neue Hose oder ein neues Hemd, gehe ich eben in einen Laden und kaufe es mir. Grundnahrungsmittel und Getränke kaufe ich, weil ich sie benötige. Nicht einmal Schallplatten- und Comic-Läden mag ich sonderlich.
Aber ich gehe mittlerweile gern in Einkaufszentren, vorzugsweise die großen, die man mittlerweile weltweit als Malls bezeichnet. Selten kann man so viel über ein Land und die Menschen, die es bevölkern erfahren, wie bei einem Besuch in einem Einkaufszentrum: Die Menschen halten sich hier auf, als sei es ihr zweites Zuhause, und viele verbringen ganze Tage auf den Etagen und in den Gängen solcher Malls, bummeln von Geschäft zu Geschäft, essen und trinken.
In Singapur sind die Malls der Ersatz für Jugendzentren, in den USA sind sie häufig das Zentrum einer Gemeinde. Und in Dubai sind sie offensichtlich das Aushängeschild einer Kultur, die krampfhaft zu den Errungenschaften des Westens aufschließen will: gigantische Paläste aus Beton und Glas, die alles übertrumpfen, was ich bislang in den USA, in Asien oder in Deutschland gesehen habe.
So auch die Dubai Mall, die angeblich 1200 Geschäfte beherbergt, die so groß ist, dass man sich merken muss, in welchem der vielen Parkhäuser man seinen Wagen abstellt, und die in ihrem Zentrum ein über drei Stockwerke gehendes Aquarium beherbergt, das – zumindest auf den ersten Blick – noch größer ist als das gigantische Ding, das ich vor einigen Jahren in Monterey, Kalifornien, besichtigt habe.
Staunend stand ich vor der gigantischen Scheibe und sah den Tieren zu, die sich durch das Wasser bewegten. Wer wollte, konnte sogar mit einer entsprechenden Ausrüstung im Aquarium tauchen und sozusagen direkten Kontakt zu den Tieren haben – unglaublich!
Mit das interessanteste in dieser Mall waren die Menschen: Selbstverständlich gab es Touristen aus Europa, Asien und Amerika, darunter Menschen, die recht leicht gekleidet waren, Frauen mit tief ausgeschnittenen Kleidern beispielsweise. Direkt daneben bewegten sich schwarz gekleidete, komplett verschleierte Frauen aus den arabischen Ländern oder Männer in weißer, traditionell arabischer Kleidung.
Ich hätte mich stundenlang in der Dubai Mall aufhalten können. Und wenn ich jemals wieder in dieser Weltgegend sein sollte, werde ich genau das auch tun.
Früher hasste ich Einkaufszentren, und ich bin heute nach wie vor ein Einkaufsmuffel: Brauche ich eine neue Hose oder ein neues Hemd, gehe ich eben in einen Laden und kaufe es mir. Grundnahrungsmittel und Getränke kaufe ich, weil ich sie benötige. Nicht einmal Schallplatten- und Comic-Läden mag ich sonderlich.
Aber ich gehe mittlerweile gern in Einkaufszentren, vorzugsweise die großen, die man mittlerweile weltweit als Malls bezeichnet. Selten kann man so viel über ein Land und die Menschen, die es bevölkern erfahren, wie bei einem Besuch in einem Einkaufszentrum: Die Menschen halten sich hier auf, als sei es ihr zweites Zuhause, und viele verbringen ganze Tage auf den Etagen und in den Gängen solcher Malls, bummeln von Geschäft zu Geschäft, essen und trinken.
In Singapur sind die Malls der Ersatz für Jugendzentren, in den USA sind sie häufig das Zentrum einer Gemeinde. Und in Dubai sind sie offensichtlich das Aushängeschild einer Kultur, die krampfhaft zu den Errungenschaften des Westens aufschließen will: gigantische Paläste aus Beton und Glas, die alles übertrumpfen, was ich bislang in den USA, in Asien oder in Deutschland gesehen habe.
So auch die Dubai Mall, die angeblich 1200 Geschäfte beherbergt, die so groß ist, dass man sich merken muss, in welchem der vielen Parkhäuser man seinen Wagen abstellt, und die in ihrem Zentrum ein über drei Stockwerke gehendes Aquarium beherbergt, das – zumindest auf den ersten Blick – noch größer ist als das gigantische Ding, das ich vor einigen Jahren in Monterey, Kalifornien, besichtigt habe.
Staunend stand ich vor der gigantischen Scheibe und sah den Tieren zu, die sich durch das Wasser bewegten. Wer wollte, konnte sogar mit einer entsprechenden Ausrüstung im Aquarium tauchen und sozusagen direkten Kontakt zu den Tieren haben – unglaublich!
Mit das interessanteste in dieser Mall waren die Menschen: Selbstverständlich gab es Touristen aus Europa, Asien und Amerika, darunter Menschen, die recht leicht gekleidet waren, Frauen mit tief ausgeschnittenen Kleidern beispielsweise. Direkt daneben bewegten sich schwarz gekleidete, komplett verschleierte Frauen aus den arabischen Ländern oder Männer in weißer, traditionell arabischer Kleidung.
Ich hätte mich stundenlang in der Dubai Mall aufhalten können. Und wenn ich jemals wieder in dieser Weltgegend sein sollte, werde ich genau das auch tun.
16 Januar 2010
Die gute olle Patti
Patti Smith gilt gerne als eine der Vorreiterinnen des Punk, eine Auszeichnung, die ich nicht so richtig verstehe. Mag sein, dass sie in den 70er Jahren mit den Leuten herumhing, die später Punk und New Wave machten – aber ihre Musik hat damit nicht sonderlich viel zu tun. Das merkt man deutlich an ihrer Platte »Easter«, die ich dieser Tage mal wieder anhörte.
Okay, die kam auch erst 1978 raus, zu einem Zeitpunkt, als Punk und Wave schon richtig ins Laufen gekommen waren; als die Frau drei Jahre davor die erste Platte raushaute und ihre Gedichte mal so richtig vertonte, war das wahrscheinlich schon einflussreich. »Easter« ist aber nichts anderes als eine gute Rock-Langspielplatte.
»Easter« war damals kommerziell erfolgreich, und das Stück »Because The Night« war für viele Jahre das absolut einzige, was ich von Patti Smith kannte. Dass es in Wirklichkeit von Bruce Springsteen stammte, war mir damals nicht bewusst, stark fand ich es trotzdem. Auch andere Stücke auf der Platte sind ziemlich klasse: »Rock'n'Roll Nigger« ist zynisch und rotzig zugleich, Stücke wie »we three« kommen melancholisch daher.
Gelegentlich sieht man Patti Smith im Fernsehen, dann wird sie meist zu den 70er Jahren und zu Punk befragt. Um ihre Gedichte geht es selten, um andere Themen auch kaum. Irgendwie schon tragisch, wenn man auf eine Rolle festgelegt wird, die man einem auch noch zuschreibt.
Wer »Easter« auf einem Flohmarkt oder im Secondhand-Laden findet, kann übrigens getrost zuschlagen. Das ist kein Punk, aber gute Rockmusik. Okay, das ist schon mal was wert ...
Und da sich das Ding Ende der 70er Jahre gut verkauft hat, dürfte es noch gut zu kriegen sein. (Ich habe eine schon angekratzte französische Pressung, auf der noch der Aufkleber eines Plattenladens namens »d'Orelli« in Mulhouse/Mühlhausen zu sehen ist.)
Okay, die kam auch erst 1978 raus, zu einem Zeitpunkt, als Punk und Wave schon richtig ins Laufen gekommen waren; als die Frau drei Jahre davor die erste Platte raushaute und ihre Gedichte mal so richtig vertonte, war das wahrscheinlich schon einflussreich. »Easter« ist aber nichts anderes als eine gute Rock-Langspielplatte.
»Easter« war damals kommerziell erfolgreich, und das Stück »Because The Night« war für viele Jahre das absolut einzige, was ich von Patti Smith kannte. Dass es in Wirklichkeit von Bruce Springsteen stammte, war mir damals nicht bewusst, stark fand ich es trotzdem. Auch andere Stücke auf der Platte sind ziemlich klasse: »Rock'n'Roll Nigger« ist zynisch und rotzig zugleich, Stücke wie »we three« kommen melancholisch daher.
Gelegentlich sieht man Patti Smith im Fernsehen, dann wird sie meist zu den 70er Jahren und zu Punk befragt. Um ihre Gedichte geht es selten, um andere Themen auch kaum. Irgendwie schon tragisch, wenn man auf eine Rolle festgelegt wird, die man einem auch noch zuschreibt.
Wer »Easter« auf einem Flohmarkt oder im Secondhand-Laden findet, kann übrigens getrost zuschlagen. Das ist kein Punk, aber gute Rockmusik. Okay, das ist schon mal was wert ...
Und da sich das Ding Ende der 70er Jahre gut verkauft hat, dürfte es noch gut zu kriegen sein. (Ich habe eine schon angekratzte französische Pressung, auf der noch der Aufkleber eines Plattenladens namens »d'Orelli« in Mulhouse/Mühlhausen zu sehen ist.)
15 Januar 2010
Kreativer Abend
Es gibt diese Tage, an denen ich meinen Job hasse; ich bin mir allerdings sicher, dass mir das in jedem Beruf ähnlich ginge. Es gibt einfach Tage, an denen ist einem alles zuviel, da kommt so vieles dazwischen, mit dem man nicht gerechnet hat, und da hat man so viel Unfug zu erledigen - aber all das gibt es nach meiner bisherigen Beobachtung in fast jedem Beruf.
Dann aber gibt es die Tage und Abende, an denen ich richtig vergnügt heimkomme. So am Donnerstag, 14. Januar 2010: Mit dem PERRY RHODAN-Autor Uwe Anton saß ich im »fünf«; wir tranken Bier und Wein und Spezi und Saft, und wir aßen lecker.
Und natürlich besprachen wir aktuelle Themen, die mit unserem gemeinsamen Beruf zu tun haben. (Wollten wir über Musik sprechen, wäre das auch schwierig: Der Mann steht allen Ernstes auf Udo Jürgens.) Das heißt, wir diskutierten über die Handlung der nächsten PERRY RHODAN-Romane, für die Uwe die Hintergründe erarbeitet, die sogenannten Exposés, nach denen die anderen Autoren dann ihre Romane verfassen - und als Redakteur interessiert mich natürlich brennend, wie es da bei ihm und mit seiner Arbeit weitergeht.
Ein kreativer Prozess, eine angenehme Atmosphäre: Ich hatte das Gefühl, sogar was erarbeitet zu haben, auch wenn unsere Notizblätter hinterher eher wenig Schriftliches aufwiesen. Aber manchmal ist es einfach eine tolle Geschichte, sich mit einem Kollegen auszutauschen und sich Informationen an den Kopf zu werfen, die kein normaler Mensch versteht ...
(Die Ergebnisse unseres Gesprächs gibt es ab dem Sommer 2010 wohl in gedruckter Form. Schauen wir mal, was wirklich dabei herauskommt und wie es die Leser finden werden.)
Dann aber gibt es die Tage und Abende, an denen ich richtig vergnügt heimkomme. So am Donnerstag, 14. Januar 2010: Mit dem PERRY RHODAN-Autor Uwe Anton saß ich im »fünf«; wir tranken Bier und Wein und Spezi und Saft, und wir aßen lecker.
Und natürlich besprachen wir aktuelle Themen, die mit unserem gemeinsamen Beruf zu tun haben. (Wollten wir über Musik sprechen, wäre das auch schwierig: Der Mann steht allen Ernstes auf Udo Jürgens.) Das heißt, wir diskutierten über die Handlung der nächsten PERRY RHODAN-Romane, für die Uwe die Hintergründe erarbeitet, die sogenannten Exposés, nach denen die anderen Autoren dann ihre Romane verfassen - und als Redakteur interessiert mich natürlich brennend, wie es da bei ihm und mit seiner Arbeit weitergeht.
Ein kreativer Prozess, eine angenehme Atmosphäre: Ich hatte das Gefühl, sogar was erarbeitet zu haben, auch wenn unsere Notizblätter hinterher eher wenig Schriftliches aufwiesen. Aber manchmal ist es einfach eine tolle Geschichte, sich mit einem Kollegen auszutauschen und sich Informationen an den Kopf zu werfen, die kein normaler Mensch versteht ...
(Die Ergebnisse unseres Gesprächs gibt es ab dem Sommer 2010 wohl in gedruckter Form. Schauen wir mal, was wirklich dabei herauskommt und wie es die Leser finden werden.)
14 Januar 2010
Schön angekündigt

Nachdem's letzte Jahr nicht geklappt hat, weil die Leipziger Buchmesse dazwischen sprang, versuchen es die Organisatoren des »Freak'n'Art«-Festivals in diesem Jahr noch einmal mit mir. Das Festival steigt am 5. und 6. März 2010 in der Fleischmarkthalle in Karlsruhe, und neben diversen Bands werde auch ich zeitweise auf der Bühne stehen.
Wohl eher sitzen, wenn ich es mir recht überlege. Schließlich soll ich vorlesen, und das geht im Stehen nicht so gut. Im Programm werde ich auf jeden Fall schon mal schön angekündigt ...
13 Januar 2010
Abgesang auf Galore
Wieder mal ist eine Zeitschrift futsch, die ich zumindest teilweise sehr gerne gelesen habe. Die Rede ist von Galore, die schon vor einem halben Jahr am Kiosk aufgehört hat und zuletzt übers Internet weitermachte. Am heutigen Tag wurde es bekannt gegeben – das Heft ist am Ende.
»Unsere Idee, das Interview-Magazin GALORE im Netz weiter zu führen, ist leider nicht aufgegangen«, schreibt Sascha Krüger vn der Redaktion. »Es ist unter wirtschaftlichen Aspekten nicht verantwortbar, das Projekt weiter zu führen.«
Das gedruckte Heft habe ich nicht regelmäßig gekauft, aber immer mal wieder, um darin zu stöbern. Insgesamt empfand ich es als unterhaltsam und häufig sehr gut gelungen; manche Texte waren natürlich zu zeitgeistig und auch langweilig. Aber damit ist bei einer solchen Themenmischung zu rechnen – das kann nicht jedem gefallen.
Die Internet-Ausgabe habe ich selten verfolgt. Obwohl ich den Newsletter erhielt, in dem ich auf Interviews aufmerksam gemacht wurde, schaute ich mir diese zu selten an.
Zum wiederholten Mal stellte ich fest: Interviews und längere Texte lese ich gerne gedruckt, und es ist dann doch ein Unterschied, ob ich ein Magazin in der Hand habe, in dem ich auch Beiträge betrachte, die mich vielleicht nicht interessieren, oder ob ich etwas ausdrucke und die Texte dann irgendwann mal lese.
Schade ums Galore; schauen wir, wen's als nächstes erwischt.
»Unsere Idee, das Interview-Magazin GALORE im Netz weiter zu führen, ist leider nicht aufgegangen«, schreibt Sascha Krüger vn der Redaktion. »Es ist unter wirtschaftlichen Aspekten nicht verantwortbar, das Projekt weiter zu führen.«
Das gedruckte Heft habe ich nicht regelmäßig gekauft, aber immer mal wieder, um darin zu stöbern. Insgesamt empfand ich es als unterhaltsam und häufig sehr gut gelungen; manche Texte waren natürlich zu zeitgeistig und auch langweilig. Aber damit ist bei einer solchen Themenmischung zu rechnen – das kann nicht jedem gefallen.
Die Internet-Ausgabe habe ich selten verfolgt. Obwohl ich den Newsletter erhielt, in dem ich auf Interviews aufmerksam gemacht wurde, schaute ich mir diese zu selten an.
Zum wiederholten Mal stellte ich fest: Interviews und längere Texte lese ich gerne gedruckt, und es ist dann doch ein Unterschied, ob ich ein Magazin in der Hand habe, in dem ich auch Beiträge betrachte, die mich vielleicht nicht interessieren, oder ob ich etwas ausdrucke und die Texte dann irgendwann mal lese.
Schade ums Galore; schauen wir, wen's als nächstes erwischt.
Nachdenklichkeits-Pop

Seit geschätzten zwanzig Jahren gehören die Boxhamsters zu meinen musikalischen Wegbegleitern; ich weiß nicht, wie oft ich sie live gesehen habe, und ich habe wahrscheinlich all ihre Platten. Von daher kann die aktuelle LP »Brut Imperial« eigentlich keine großen Überraschungen für mich bereit halten. Das geht letztlich schon beim geschmackvollen Cover los und endet nicht bei der schönen Gestaltung des Textblattes.
Textlich ist die Platte ganz groß. So singt Co im Stück »1982« mit nöliger, leicht depressiv klingender Stimme von der Zeit, in der er 17 Jahre alt war ... »im Jahr, als Alex Harvey starb« - und ich bin sicher, dass die meisten Leute heute nicht mehr wissen, wer das überhaupt war. Ziemlich traurig klingt es in »Der 3. Ton«, wenn die Band über ihre »verlor'nen Jahre« singt, »wir waren lang genug dabei« postuliert und »ein letzter Punkrocksong muss sein« verkündet.
Musikalisch ist das alles schon lange kein Punkrock mehr. Wer mag, darf immer noch die Emo-Schublade aufmachen, und kewle Indie-Kids dürfen die Band ebenso für sich vereinnahmen. Die Stücke sind meist ruhig, sieht man bei gelegentlichen Rock-Ausflügen etwa bei »Herzigel« ab, gehen aber unter die Haut. Wer wie die Herren aus Gießen schon so lange dabei ist, kriegt das hin, ohne dass es peinlich oder abgeschmackt wirken könnte.
»Brut Imperial« ist eine nachdenkliche Platte, die mich beim ersten Anhören nicht begeisterte, die sich dann aber in mein Ohr fraß. Klasse.
11 Januar 2010
Druckkostenzuschüsse und E-Books
Seit Anfang an bin ich Leser und Abonnent des Fandom Observer. Das Fanzine, für das auf »meinem« FreuCon anno dunnemals im Jugendzentrum »Murgtäler Hof« in Freudenstadt erstmals fleißig Werbung gemacht wurde, escheint seit über zwanzig Jahren mit einer Regelmäßigkeit, die verblüfft und begeistert. Aktuell liegt die Ausgabe 247 vor, verschickt zum Anfang des Januars 2010, und wieder gefüllt mit allerlei Informationen und Besprechungen.
Zwei Schwerpunkte gibt es allerdings, die belegen, wie wichtig ein solches Fanzine gerade in Zeiten des sich wandelnden Medienzirkus' ist. Es kann nämlich nach wie vor eine gute Orientierung liefern und dabei noch unterhalten, dann allerdings nur, wenn die Redaktion was taugt. Das tut sie bei der Nummer 247: Verantwortlich ist Günther Freunek, mit dem ich in den 80er Jahren schon mal SAGITTARIUS herausgegeben habe.
Schön finde ich den Artikel über Druckkostenzuschussverlage, der diesmal auch ein Produkt aus dem Science-Fiction-Umfeld ins Auge fasst. Solche Verlage, über die ich mich schon vor 25 Jahren öffentlich geärgert habe, gibt es immer noch, und es sterben nicht jene Autoren aus, die offensichtlich zu viel Geld und Eitelkeit haben und ihre Bücher für teuer Geld drucken lassen.
Neben diesem gelungenen Artikel gibt es ausführliche Beiträge zur aktuellen Diskussion um E-Books, die von vielen Menschen irritierenderweise so gut wie komplett ignoriert wird. Bei den Filmberichten ist »Blasse Blutsauger« der beste Texte, eine einseitige Abrechnung mit den aktuellen Vampirstreifen: »Früher waren die Vampire die Reaktionäre, heute sind es ihre Autoren.«
Wenn der Fandom Observer weiterhin mit solchen Ausgaben aufwartet, wird es dieses Heft noch lange geben. Klasse. (Und wer sich dafür interessiert, kann es auf der Homepage downloaden; ein Abonnement ist ebenfalls möglich.)
Zwei Schwerpunkte gibt es allerdings, die belegen, wie wichtig ein solches Fanzine gerade in Zeiten des sich wandelnden Medienzirkus' ist. Es kann nämlich nach wie vor eine gute Orientierung liefern und dabei noch unterhalten, dann allerdings nur, wenn die Redaktion was taugt. Das tut sie bei der Nummer 247: Verantwortlich ist Günther Freunek, mit dem ich in den 80er Jahren schon mal SAGITTARIUS herausgegeben habe.
Schön finde ich den Artikel über Druckkostenzuschussverlage, der diesmal auch ein Produkt aus dem Science-Fiction-Umfeld ins Auge fasst. Solche Verlage, über die ich mich schon vor 25 Jahren öffentlich geärgert habe, gibt es immer noch, und es sterben nicht jene Autoren aus, die offensichtlich zu viel Geld und Eitelkeit haben und ihre Bücher für teuer Geld drucken lassen.
Neben diesem gelungenen Artikel gibt es ausführliche Beiträge zur aktuellen Diskussion um E-Books, die von vielen Menschen irritierenderweise so gut wie komplett ignoriert wird. Bei den Filmberichten ist »Blasse Blutsauger« der beste Texte, eine einseitige Abrechnung mit den aktuellen Vampirstreifen: »Früher waren die Vampire die Reaktionäre, heute sind es ihre Autoren.«
Wenn der Fandom Observer weiterhin mit solchen Ausgaben aufwartet, wird es dieses Heft noch lange geben. Klasse. (Und wer sich dafür interessiert, kann es auf der Homepage downloaden; ein Abonnement ist ebenfalls möglich.)
10 Januar 2010
Zeitreise in die 90er Jahre
Warum wir in der verschneiten Nacht von Samstag auf Sonntag irgendwann gegen zwei Uhr morgens in die »Katakombe« stolperten, tut nichts zur Sache. In den 90er Jahren war der Keller-Club zeitweise mein zweites Wohnzimmer, in den letzten zehn Jahren war ich extrem selten mal dort, dann eben, wenn ein Konzert war.
Es war wie eine Zeitreise: Alles sah so aus wie früher, inklusive der tollen Konzertplakate hinter dem Billardtisch. Okay, jede Änderung wäre ja auch ein Sakrileg, von daher ist das hundertprozentig richtig.
Ich erkannte den Chef, den DJ und eine Frau, die mir ein Bier verkaufte - ansonsten waren es allesamt neue und vor allem junge Gesichter. Zwischen 18 und 25 Jahren war das Publikum alt, die meisten schwarz angezogen und mit einschlägigen Band-T-Shirts versehen.
Die Musik? Wie früher: viel Metal, viel Crossover, viel Hardcore mit schwerer Metal-Kante. Das Bier? Moninger wie früher, also nicht mein Lieblingsgetränk, aber ich schüttete dennoch einige in mich hinein.
Alles in allem sehr lustig: Die Leute gingen auf der Tanzfläche ab, sie sangen die Lieder mit, ich hatte zeitweise mehrfach das Gefühl, mich selbst vor 15 Jahren zu sehen. Hey, ich gönn's jedem von denen, dass sie 2010 ihren Spaß in der »Kombe« haben!
Es war wie eine Zeitreise: Alles sah so aus wie früher, inklusive der tollen Konzertplakate hinter dem Billardtisch. Okay, jede Änderung wäre ja auch ein Sakrileg, von daher ist das hundertprozentig richtig.
Ich erkannte den Chef, den DJ und eine Frau, die mir ein Bier verkaufte - ansonsten waren es allesamt neue und vor allem junge Gesichter. Zwischen 18 und 25 Jahren war das Publikum alt, die meisten schwarz angezogen und mit einschlägigen Band-T-Shirts versehen.
Die Musik? Wie früher: viel Metal, viel Crossover, viel Hardcore mit schwerer Metal-Kante. Das Bier? Moninger wie früher, also nicht mein Lieblingsgetränk, aber ich schüttete dennoch einige in mich hinein.
Alles in allem sehr lustig: Die Leute gingen auf der Tanzfläche ab, sie sangen die Lieder mit, ich hatte zeitweise mehrfach das Gefühl, mich selbst vor 15 Jahren zu sehen. Hey, ich gönn's jedem von denen, dass sie 2010 ihren Spaß in der »Kombe« haben!
09 Januar 2010
Abends im Schnee
Dass das Vorderlicht meines Fahrrads nicht ging, störte mich an diesem Abend nicht. Erstens blinkte das Rücklicht wie blöd, und zweitens zeichnete sich meine schwarze Silhouette bestens gegen den weißen Neuschnee und die unaufhörlich fallenden Flocken ab.
Und zudem waren so gut wie keine Autos unterwegs. Nur wenige rollten durch die Nacht, fast geräuschlos auf dem Weiß, ein leises Knirschen, das ich kaum hörte. Ein sicherer Abend für einen Radfahrer; ich hatte nur aufzupassen, dass ich nicht den Reifen in Straßenbahnschienen geriet oder in einer Kurve auf die Nase purzelte.
Was mir wirklich zum Glück fehlte, bemerkte ich, als ich aus der Kneipe kam: Schön aufgeheizt war ich, und mein Radsattel war voller Schnee und Eis. Da konnte ich mit dem warmen Pop auf das kalte Ding sitzen – na super.
Warum erfindet niemand beheizte Fahrradgaragen und stellt die in die Innenstadt von Karlsruhe? Ich wär' ein Kunde.
Und zudem waren so gut wie keine Autos unterwegs. Nur wenige rollten durch die Nacht, fast geräuschlos auf dem Weiß, ein leises Knirschen, das ich kaum hörte. Ein sicherer Abend für einen Radfahrer; ich hatte nur aufzupassen, dass ich nicht den Reifen in Straßenbahnschienen geriet oder in einer Kurve auf die Nase purzelte.
Was mir wirklich zum Glück fehlte, bemerkte ich, als ich aus der Kneipe kam: Schön aufgeheizt war ich, und mein Radsattel war voller Schnee und Eis. Da konnte ich mit dem warmen Pop auf das kalte Ding sitzen – na super.
Warum erfindet niemand beheizte Fahrradgaragen und stellt die in die Innenstadt von Karlsruhe? Ich wär' ein Kunde.
08 Januar 2010
Fanzine von und mit Sherlock Holmes
Demnächst kommt eine moderne Verfilmung von »Sherlock Holmes« in die Kinos, und auf die freue ich mich schon. Da passt es ja ganz gut, dass ich dieser Tage das Fanzine »Snob« zum ersten Mal in der Hand hielt und las. Genauer gesagt war's die Ausgabe 34, die 68 Seiten stark ist, schick als Paperback im A5-Format hergestellt.
Wer sich über den Titel wundert: Das heißt so viel wie »The Soft-Nosed Bullet In«. Im Untertitel nennt sich das Heft »Das Journal für die Freunde von Sherlock Holmes«, und herausgegeben wurde es von der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft »Von Herder Airguns Ltd.«. Das klingt alles ein bisschen skurril, was dann schon wieder zum britischen Humor und Understatement gehört.
Inhaltlich fand ich's ziemlich stark, und ich bin kein Holmes-Fan: So gibt es einen umfangreichen Artikel, über Sir Arthur Conan Doyle, der im Jahr 2009 immerhin 150 Jahre alt geworden wäre. Von ihm kenne ich nicht nur einige Holmes-Geschichten, sondern auch einen klassischen Fantasy-Roman, der meines Wissens erstmals einen »Lost Race«-Mythos modern aufgelegt hat.
Die Kurzgeschichte »Sherlock Holmes und der stumme Klavierspieler« von einem gewissen John H. Watson, M.D. (»entdeckt und übersetzt von Klaus-Peter Walter«) atmet buchstäblich den Geist der frühen Doyle-Geschichten – sehr schön! Dazu kommt ein Artikel über den phantastischen Gehalt der Holmes-Geschichten, für mich als ollen SF- und Fantasy-Leser ist so was natürlich besonders lesenswert.
Alles in allem (es gibt noch Buchbesprechungen und dergleichen) ist »Snob« ein richtig gelungenes Fanzine, dessen Lektüre mir richtig Spaß machte. Wer sich ernsthaft für das schicke Ding interessiert, kann's über die Gesellschaft abonnieren – ein ungewöhnliches Fanzine ist das allemal.
Wer sich über den Titel wundert: Das heißt so viel wie »The Soft-Nosed Bullet In«. Im Untertitel nennt sich das Heft »Das Journal für die Freunde von Sherlock Holmes«, und herausgegeben wurde es von der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft »Von Herder Airguns Ltd.«. Das klingt alles ein bisschen skurril, was dann schon wieder zum britischen Humor und Understatement gehört.
Inhaltlich fand ich's ziemlich stark, und ich bin kein Holmes-Fan: So gibt es einen umfangreichen Artikel, über Sir Arthur Conan Doyle, der im Jahr 2009 immerhin 150 Jahre alt geworden wäre. Von ihm kenne ich nicht nur einige Holmes-Geschichten, sondern auch einen klassischen Fantasy-Roman, der meines Wissens erstmals einen »Lost Race«-Mythos modern aufgelegt hat.
Die Kurzgeschichte »Sherlock Holmes und der stumme Klavierspieler« von einem gewissen John H. Watson, M.D. (»entdeckt und übersetzt von Klaus-Peter Walter«) atmet buchstäblich den Geist der frühen Doyle-Geschichten – sehr schön! Dazu kommt ein Artikel über den phantastischen Gehalt der Holmes-Geschichten, für mich als ollen SF- und Fantasy-Leser ist so was natürlich besonders lesenswert.
Alles in allem (es gibt noch Buchbesprechungen und dergleichen) ist »Snob« ein richtig gelungenes Fanzine, dessen Lektüre mir richtig Spaß machte. Wer sich ernsthaft für das schicke Ding interessiert, kann's über die Gesellschaft abonnieren – ein ungewöhnliches Fanzine ist das allemal.
07 Januar 2010
Ich freu' mich aufs Fanzinetreffen
Das AJZ Bahndamm in Wermelskirchen ist mir seit vielen Jahren ein Begriff. Ich hatte dort sogar mal eine gut besuchte Lesung, in der es viele staunenswerte Ereignisse gab. Unter anderem hatte ich zwei namhafte Science-Fiction-Autoren aus Wuppertal zu Besuch, und zu sehr vorgerückter Stunde fischten wir einen volltrunkenen Fanzine-Herausgeber aus Köln hinter einem Tresen hervor, wo er sich zum Schlummer niedergelegt hatte.
Seither finde ich Wermelskirchen gut. Und im April 2010 finde ich das AJZ hoffentlich wieder gut. Denn am 24. April 2010 soll dort wieder einmal ein Fanzine-Treffen stattfinden, das diesmal im Rahmen der sogenannten Heartcoretage veranstaltet wird. Ein Ereignis, auf das ich mich schon jetzt freue.
Die letzten Fanzine-Tage, die ich besucht habe, waren in den 90er Jahren; sie wurden in Neuss veranstaltet und glänzten durch Höhepunkte ohnegleichen. Die meisten habe ich vergessen, weil ich immer ziemlich ... ähm ... alkoholisiert war. Umso mehr freue ich mich auf Wermelskirchen.
Großartig übrigens der Text zum Hintergrund: »Das Programm sieht dabei vor, dass getreu dem Mickey Rourke Motto ›Tagsüber boxen, nachts bumsen‹ zunächst am Nachmittag eine zünftige Sauforgie mit gegenseitigem Veriss der jeweiligen Pamphlete stattfindet und am gesamten Tag bundesweit bekannte Chaoscombos das AJZ zurück in die Steinzeit bomben werden.«
Seither finde ich Wermelskirchen gut. Und im April 2010 finde ich das AJZ hoffentlich wieder gut. Denn am 24. April 2010 soll dort wieder einmal ein Fanzine-Treffen stattfinden, das diesmal im Rahmen der sogenannten Heartcoretage veranstaltet wird. Ein Ereignis, auf das ich mich schon jetzt freue.
Die letzten Fanzine-Tage, die ich besucht habe, waren in den 90er Jahren; sie wurden in Neuss veranstaltet und glänzten durch Höhepunkte ohnegleichen. Die meisten habe ich vergessen, weil ich immer ziemlich ... ähm ... alkoholisiert war. Umso mehr freue ich mich auf Wermelskirchen.
Großartig übrigens der Text zum Hintergrund: »Das Programm sieht dabei vor, dass getreu dem Mickey Rourke Motto ›Tagsüber boxen, nachts bumsen‹ zunächst am Nachmittag eine zünftige Sauforgie mit gegenseitigem Veriss der jeweiligen Pamphlete stattfindet und am gesamten Tag bundesweit bekannte Chaoscombos das AJZ zurück in die Steinzeit bomben werden.«
06 Januar 2010
Der höchste Turm der Welt
Rückblick auf Dubai im November 2009
Dieser Tage wurde er eröffnet: der Burj Dubai, das höchste Gebäude der Welt. Über 800 Meter hoch erstreckt sich seine faszinierende Silhouette in die Luft, eine Demonstration dessen, was Dubai leisten kann.
Als wir zum ersten Mal auf die Stadt zufuhren, sahen wir vom Bus aus »die Nadel«, wie wir den Turm nannten, schon aus gut dreißig Kilometern Entfernung. Und als wir uns dem Burj Dubai zum ersten Mal wirklich näherten, diesmal an Bord eines Taxis, leuchtete er wie ein irrwitziges Science-Fiction-Gebilde durch die Nacht.
Es glitzerte und gleißte, eine gigantische Nadel, die sich in die Nacht reckte. Wir steuerten über eine breite Straße auf das Einkaufszentrum zu Füßen des Gebäudes zu, auf die Dubai Mall, die wir uns da anguckten, aber so lange wir konnten, starrten wir auf das Gebäude, die Augen und die Münder offen vor Bewunderung.
Man mag ja einwenden, dass das alles ganz schön übertrieben ist, und hat damit hundertprozentig recht. Aber gut aussiehen tut das riesige Bauwerk – und wer einmal in seiner Nähe war, wird's wohl kaum vergessen.
Dieser Tage wurde er eröffnet: der Burj Dubai, das höchste Gebäude der Welt. Über 800 Meter hoch erstreckt sich seine faszinierende Silhouette in die Luft, eine Demonstration dessen, was Dubai leisten kann.
Als wir zum ersten Mal auf die Stadt zufuhren, sahen wir vom Bus aus »die Nadel«, wie wir den Turm nannten, schon aus gut dreißig Kilometern Entfernung. Und als wir uns dem Burj Dubai zum ersten Mal wirklich näherten, diesmal an Bord eines Taxis, leuchtete er wie ein irrwitziges Science-Fiction-Gebilde durch die Nacht.
Es glitzerte und gleißte, eine gigantische Nadel, die sich in die Nacht reckte. Wir steuerten über eine breite Straße auf das Einkaufszentrum zu Füßen des Gebäudes zu, auf die Dubai Mall, die wir uns da anguckten, aber so lange wir konnten, starrten wir auf das Gebäude, die Augen und die Münder offen vor Bewunderung.
Man mag ja einwenden, dass das alles ganz schön übertrieben ist, und hat damit hundertprozentig recht. Aber gut aussiehen tut das riesige Bauwerk – und wer einmal in seiner Nähe war, wird's wohl kaum vergessen.
05 Januar 2010
Hardrock-Punk von Lousy – ziemlich cool
Von der Band Lousy habe ich Ende der 90er Jahre zum ersten Mal gehört, die Burschen aus Chemnitz lieferten damals noch eine Mischung aus Punkrock, Oi! und einer fetten Prise Hardcore. In meinem Plattenschrank finden sich auch eine EP und zwei Langspielplatten, alles Zeugs, das gut knallt und mir gut gefallen hat.
Das ist lange her, und mittlerweile hat sich die Band ganz schön geändert und ist mehr ins Rockige gewechselt. Das Label vergleicht den Sound der Band gern mit den kalifornischen Bonecrusher, und das ist nicht mal so falsch: Harte-Männer-Musik mit fetten Chören und schweren Rock-Gitarren, die zum Mitgrölen animiert und bei deren Refrains im Konzert gern die Fäuste gehoben werden.
Musikalisch ist die Band ziemlich ausgereift, da sitzt jeder Ton. Und nachdem ich mit dem hardrockigen Unterton klargekommen war, gefiel mir die aktuelle CD »Moments of Fame« immer besser.
Das ist ein schmissiger Sound, der gut in die Beine geht und live sicher bestens funktioniert. (Der CD liegt übrigens noch eine DVD bei, die ich allerdings nicht angeguckt habe. Man entschuldige ...) Mit klassischem Oi! oder Punkrock hat das nur bedingt zu tun, aber das gilt ja ebenso für Bonecrusher, die von vielen Leuten abgekultet werden.
In den englischsprachigen Texten geht's um persönliche Themen, aber auch um Albernheiten. Hat auf jeden Fall was! Um ein Fazit zu ziehen: Diese Art Rock'n'Roll-Punk kann ich mir gerne anhören, und ich bin sicher, dass der Sound in einem Konzert noch besser zieht.
Das ist lange her, und mittlerweile hat sich die Band ganz schön geändert und ist mehr ins Rockige gewechselt. Das Label vergleicht den Sound der Band gern mit den kalifornischen Bonecrusher, und das ist nicht mal so falsch: Harte-Männer-Musik mit fetten Chören und schweren Rock-Gitarren, die zum Mitgrölen animiert und bei deren Refrains im Konzert gern die Fäuste gehoben werden.
Musikalisch ist die Band ziemlich ausgereift, da sitzt jeder Ton. Und nachdem ich mit dem hardrockigen Unterton klargekommen war, gefiel mir die aktuelle CD »Moments of Fame« immer besser.
Das ist ein schmissiger Sound, der gut in die Beine geht und live sicher bestens funktioniert. (Der CD liegt übrigens noch eine DVD bei, die ich allerdings nicht angeguckt habe. Man entschuldige ...) Mit klassischem Oi! oder Punkrock hat das nur bedingt zu tun, aber das gilt ja ebenso für Bonecrusher, die von vielen Leuten abgekultet werden.
In den englischsprachigen Texten geht's um persönliche Themen, aber auch um Albernheiten. Hat auf jeden Fall was! Um ein Fazit zu ziehen: Diese Art Rock'n'Roll-Punk kann ich mir gerne anhören, und ich bin sicher, dass der Sound in einem Konzert noch besser zieht.
04 Januar 2010
Punk aus Großbritannien
Gemeinhin gibt es zwei Glaubensrichtungen zum Thema Punk aus dem Vereinigten Königreich: Die eine geht davon aus, dass Punk dort vor über dreißig Jahren angefangen hat und irgendwie dazu gehört. Die andere glaubt, dass Punk in England keine Rolle mehr spielt. Beides stimmt nicht – denn irgendwie gibt es eben seit 1976 ununterbrochen Bands von der Insel, die ordentliche bis sehr gute Musik spielen.
Einige davon spielte ich am Sonntag abend, 3. Januar 2010, in meiner ENPUNKT-Sendung im örtlichen Radio Querfunk. Die erste Sendung im Jahr 2010, die gefühlt eintausendste mittlerweile. Aber es machte dennoch Spaß.
Zu hören gab es Deadline und Loyalties, beides modern aufgenommener, aber klassisch klingender Punkrock aus London, dazu Skimmer (da sind Leute von The Sect dabei, also sehr melodisch) und Levellers (eher Folk-Punk) aus Brighton und Umgebung. Krach lieferten Disco Lepers aus London und In The Shit (saugeiler Hardcore-Punk) aus Wales.
Zwischendurch ein bisschen Ska-Punk von den Babylon Whackers, klassischen 77er-Sound von den Spittin Vicars und ruppigen Skinhead-Sound von Argy Bargy – eine sehr bunte Mischung also. Ziemlich cool, wie ich fand.
Einige davon spielte ich am Sonntag abend, 3. Januar 2010, in meiner ENPUNKT-Sendung im örtlichen Radio Querfunk. Die erste Sendung im Jahr 2010, die gefühlt eintausendste mittlerweile. Aber es machte dennoch Spaß.
Zu hören gab es Deadline und Loyalties, beides modern aufgenommener, aber klassisch klingender Punkrock aus London, dazu Skimmer (da sind Leute von The Sect dabei, also sehr melodisch) und Levellers (eher Folk-Punk) aus Brighton und Umgebung. Krach lieferten Disco Lepers aus London und In The Shit (saugeiler Hardcore-Punk) aus Wales.
Zwischendurch ein bisschen Ska-Punk von den Babylon Whackers, klassischen 77er-Sound von den Spittin Vicars und ruppigen Skinhead-Sound von Argy Bargy – eine sehr bunte Mischung also. Ziemlich cool, wie ich fand.
03 Januar 2010
Durchmischtes OX 87

Seit ich für das OX-Fanzine schreibe, passiert mir meist folgendes: Die aktuelle Ausgabe kommt, ich blättere sie interessiert durch, stelle fest, dass mich vieles interessiert, lese einige Beiträge an und packe das Heft dann zur Seite, um es irgendwann komplett zu lesen. Es kommt auf den Stapel, in dem schon ein Dutzend weiterer OX-Hefte liegt, und irgendwann packe ich eine weitere OX-Ausgabe hinzu, die ebenfalls ein Lesezeichen trägt. Seufz: zu viel Lektüre, zu wenig Lebenszeit.
Bei der Ausgabe 87 machte ich es anders; kein Wunder, die kam auch vor den Feiertagen raus und konnte von mir über Weihnachten gelesen werden. Sehr schön! Und wenn mich schon Lemmy von Motörhead vom Cover aus anguckt, ist das gleich ein doppelt cooles Argument für die Lektüre.
Ansonsten bietet das Heft die übliche Mischung aus vielen Platten-, Musik-, Fanzine- und Filmbesprechungen, dazu eine Unmenge an Interviews. Mit 116 eng bedruckten und farbigen Seiten hat es schon fast den Umfang eines Telefonbuches ... das ist also eigentlich für einen berufstätigen Menschen neben der üblichen Fachliteratur und der Tageszeitung nicht zu lesen.
Wenn ich mir das Heft mal ausnahmsweise so genau vornehme, stelle ich halt wieder einmal fest, dass es viele Texte gibt, die belanglos sind. Nicht nur, weil mich die Bands nicht interessieren, sondern weil den Musikern auch Fragen gestellt werden, auf die nur 0815-Antworten kommen können.
Interessante Bands wie Die Art oder auch Distemper kommen erstaunlich kurz weg, bei anderen Bands frage ich mich, warum ich das überhaupt lesen soll. Immer wieder gibt es ausführliche Interviews und Gespräche, die mir allerdings gefallen – na ja, Geschmäcker sind halt verschieden.
Insgesamt eine durchwachsene Ausgabe, die dennoch genügend lesenswertes bietet. Die Szene ist vielseitig, das OX bildet sie einigermaßen ab; als Leser muss ich halt selektiv vorgehen. Bei 'nem Preis von schlappen viereinhalb Euro ist das auch locker zu leisten.
02 Januar 2010
Auf der Suche nach dem XVA
Eine Erinnerung an Dubai im November 2009
Weder der Taxifahrer noch seine Zentrale hatten jemals von einem XVA-Hotel gehört, also ließen wir uns in der Nähe des Museums absetzen und gingen zu Fuß durch Bastakiya, das älteste Viertel von Dubai – was in der supermodernen Stadt sooo alt dann auch nicht ist. Wir benötigten einige Zeit, aber dann fanden wir es.
Das Hotel erwies sich als Teil eines Gebäudekomplexes, der auf alt getrimmt war, wie eine Ansammlung von Gebäuden, die aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammten. In dem Komplex gab es ein Café und eine Art Herberge, alles eher bescheidene Gebäude, die nicht so recht zu den Glitzerfassaden der großen Hotels in Dubai passen wollten.
Das XVA-Hotel selbst war klein und schick, preiswert war da nichts. Rundbögen um einen Innenhof, wo es Kaffee und Mokka zu trinken gab, beeindruckende Zimmer mit toller Ausstattung – alles vom feinsten und ziemlich klasse.
Was uns mehr beeindruckte und was der eigentliche Grund war, warum wir dort waren: Die zeigten eine Ausstellung zeitgenössischer Künstler aus der Stadt. Das war ziemlich modern, teilweise ziemlich cool, gemalte Bilder und einige Plastiken, durchaus wert, es zu besichtigen.
Und vor allem der Beweis dafür, dass in Dubai eben nicht alles so gleich aussah, wie man es auf den ersten Blick annehmen wollte ...
Weder der Taxifahrer noch seine Zentrale hatten jemals von einem XVA-Hotel gehört, also ließen wir uns in der Nähe des Museums absetzen und gingen zu Fuß durch Bastakiya, das älteste Viertel von Dubai – was in der supermodernen Stadt sooo alt dann auch nicht ist. Wir benötigten einige Zeit, aber dann fanden wir es.
Das Hotel erwies sich als Teil eines Gebäudekomplexes, der auf alt getrimmt war, wie eine Ansammlung von Gebäuden, die aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammten. In dem Komplex gab es ein Café und eine Art Herberge, alles eher bescheidene Gebäude, die nicht so recht zu den Glitzerfassaden der großen Hotels in Dubai passen wollten.
Das XVA-Hotel selbst war klein und schick, preiswert war da nichts. Rundbögen um einen Innenhof, wo es Kaffee und Mokka zu trinken gab, beeindruckende Zimmer mit toller Ausstattung – alles vom feinsten und ziemlich klasse.
Was uns mehr beeindruckte und was der eigentliche Grund war, warum wir dort waren: Die zeigten eine Ausstellung zeitgenössischer Künstler aus der Stadt. Das war ziemlich modern, teilweise ziemlich cool, gemalte Bilder und einige Plastiken, durchaus wert, es zu besichtigen.
Und vor allem der Beweis dafür, dass in Dubai eben nicht alles so gleich aussah, wie man es auf den ersten Blick annehmen wollte ...
01 Januar 2010
Neue Schreibweisen
Eigentlich finde ich die sogenannte neue deutsche Rechtschreibung immer noch völlig bescheuert und kann daran so gut wie nichts gut finden. Und ich habe sie privat immer gemieden. Nur: Nach all den Jahren, in denen ich beruflich »dass« schreiben muss, fällt es mir schwer, privat »daß« zu benutzen.
Also gebe ich auf. Es ist zwar Unfug, aber ich schließe mich der gemäßigten neuen deutschen Rechtschreibung an. Auch in diesem Blog und ab heute. Jetzt also echt mit der »ss-ß«-Regelung, aber ohne die schlimmen Kommavorschläge und die schlimmsten Auswüchse des Zusammen-, Getrennt- und Sonstwieblöd-Schreibens.
»Science Fiction« schreibe ich immer noch so und nicht, wie es der Duden und irgendwelche Rechtschreibpäpste vorschreiben. Na ja, und Begrifflichkeiten wie »Maßnahmen« oder »durchführen« sind in der alten wie in der neuen Rechtschreibung kacke; also was soll's?
Also gebe ich auf. Es ist zwar Unfug, aber ich schließe mich der gemäßigten neuen deutschen Rechtschreibung an. Auch in diesem Blog und ab heute. Jetzt also echt mit der »ss-ß«-Regelung, aber ohne die schlimmen Kommavorschläge und die schlimmsten Auswüchse des Zusammen-, Getrennt- und Sonstwieblöd-Schreibens.
»Science Fiction« schreibe ich immer noch so und nicht, wie es der Duden und irgendwelche Rechtschreibpäpste vorschreiben. Na ja, und Begrifflichkeiten wie »Maßnahmen« oder »durchführen« sind in der alten wie in der neuen Rechtschreibung kacke; also was soll's?
Hüpfend nach 2010
Irgendwie passte alles: Das Essen im »fünf« war sensationell, und die Weine beim festlichen Silvestermenü ergänzten das - wunderbar! Nur dumm, dass ich nach den Weinen und Schnäpsen schon schwer angeheitert war.
Danach wurde im Freien geballert, es gab viel Sekt, und ich bekam Schlagseite. Hinterher an der »fünf«-Theke noch zwei Bier, später im »Mikado« noch mal Bier und zwischendurch Bionade zum Nüchternwerden.
Irgendwann lief eine krude Mischung aus Dead Kennedys, Members, Seed und Balkanbeats-Sounds; mit nicht mehr klarem Kopf lässt sich dazu gut hüpfen, auch wenn außer einer Gruppe unentwegter Partymenschen eigentlich tote Hose herrschte.
Den Plan, noch in die »Hackerei« zu fahren, gaben wir auf, weil kein Taxi zu bekommen war. Also gingen wir zu Fuß nach Hause, besser war das. Um kurz vor sieben Uhr morgens lag ich im Bett.
Ein Spitzenstart ins Jahr 2010.
Danach wurde im Freien geballert, es gab viel Sekt, und ich bekam Schlagseite. Hinterher an der »fünf«-Theke noch zwei Bier, später im »Mikado« noch mal Bier und zwischendurch Bionade zum Nüchternwerden.
Irgendwann lief eine krude Mischung aus Dead Kennedys, Members, Seed und Balkanbeats-Sounds; mit nicht mehr klarem Kopf lässt sich dazu gut hüpfen, auch wenn außer einer Gruppe unentwegter Partymenschen eigentlich tote Hose herrschte.
Den Plan, noch in die »Hackerei« zu fahren, gaben wir auf, weil kein Taxi zu bekommen war. Also gingen wir zu Fuß nach Hause, besser war das. Um kurz vor sieben Uhr morgens lag ich im Bett.
Ein Spitzenstart ins Jahr 2010.
31 Dezember 2009
In der Büchermühle
In unserer Wohnung türmen sich Bücher in Bergen, also wurde endlich einmal wieder ausgemistet. Ruckzuck hatte ich eine Kiste zusammen, in der sich mehrere Dutzend Taschenbücher und Hardcover fanden.
Keine Science Fiction und Fantasy (das geht immer an die Phantastische Bibliothek), dafür aber Western und Krimis, Sachbücher und allgemeine Literatur, sogar ein Packen Lyrik. Alles Bücher, die ich seit dem Umzug im Jahr 2010 nicht mal im Gedächtnis hatte, geschweige denn in der Hand - die konnte ich also wegwerfen.
Das wollte ich nicht, also brachte ich sie ins Kashka in der Karlsruher Karlstraße. Dort nimmt man, wie ich wußte, gebrauchte Kleidung und auch alte Bücher in Empfang; die Dinge werden dort sortiert, dann wieder neu verkauft. Es handelt sich quasi um ein »Kaufhaus für Bedürftigte«, und diese kaufen dort gern ein.
Die junge Frau, der ich meine Kiste übergab, erwies sich als sehr freundlich. Sie bat mich um die Ecke, wo sie kurz einen Karton auf andere Kartons stellte. Dann lud sie die Bücher um: Mit beiden Händen griff sie in meine Kiste, wo alles piekfein und super-ordentlich gestapelt war, und packte die Bücher in den Karton.
Ruckzuck fiel alles übereinander, was sie nicht kümmerte. Sie stapelte Hardcover auf Taschenbücher und Manga-Comics so zwischen Comic-Alben, daß sie garantiert kaputtgingen, und kümmerte sich einen Dreck darum, daß irgendjemand die Sachen vielleicht mal wieder in die Hand nehmen würde. Entsetzt sah ich zu, außerstande, der Beschädigung der Bücher zuzuschauen.
Dann kannst du sie beim nächsten Mal gleich in einen Papiercontainer stopfen, dachte ich. Die nimmt jetzt keiner mehr.
Und als ich sah, daß der Karton mit den Büchern auf einem anderen Karton stand, in dem sich Bücher, Taschenbücher und kreuz und quer gestapelte Vinyl-Scheiben zu einem chaotischen Durcheinander sammelten, in dem garantiert nichts heil blieb, machte ich, daß ich aus dem Laden kam. Die kriegen von mir nix mehr!, schwor ich mir.
Keine Science Fiction und Fantasy (das geht immer an die Phantastische Bibliothek), dafür aber Western und Krimis, Sachbücher und allgemeine Literatur, sogar ein Packen Lyrik. Alles Bücher, die ich seit dem Umzug im Jahr 2010 nicht mal im Gedächtnis hatte, geschweige denn in der Hand - die konnte ich also wegwerfen.
Das wollte ich nicht, also brachte ich sie ins Kashka in der Karlsruher Karlstraße. Dort nimmt man, wie ich wußte, gebrauchte Kleidung und auch alte Bücher in Empfang; die Dinge werden dort sortiert, dann wieder neu verkauft. Es handelt sich quasi um ein »Kaufhaus für Bedürftigte«, und diese kaufen dort gern ein.
Die junge Frau, der ich meine Kiste übergab, erwies sich als sehr freundlich. Sie bat mich um die Ecke, wo sie kurz einen Karton auf andere Kartons stellte. Dann lud sie die Bücher um: Mit beiden Händen griff sie in meine Kiste, wo alles piekfein und super-ordentlich gestapelt war, und packte die Bücher in den Karton.
Ruckzuck fiel alles übereinander, was sie nicht kümmerte. Sie stapelte Hardcover auf Taschenbücher und Manga-Comics so zwischen Comic-Alben, daß sie garantiert kaputtgingen, und kümmerte sich einen Dreck darum, daß irgendjemand die Sachen vielleicht mal wieder in die Hand nehmen würde. Entsetzt sah ich zu, außerstande, der Beschädigung der Bücher zuzuschauen.
Dann kannst du sie beim nächsten Mal gleich in einen Papiercontainer stopfen, dachte ich. Die nimmt jetzt keiner mehr.
Und als ich sah, daß der Karton mit den Büchern auf einem anderen Karton stand, in dem sich Bücher, Taschenbücher und kreuz und quer gestapelte Vinyl-Scheiben zu einem chaotischen Durcheinander sammelten, in dem garantiert nichts heil blieb, machte ich, daß ich aus dem Laden kam. Die kriegen von mir nix mehr!, schwor ich mir.
30 Dezember 2009
Flying Lizards mal wieder
Einen grauen Tag am Ende des Jahres empfand ich als die ideale Gelegenheit, im Plattenschrank nach Scheiben zu fahnden, die ich seit langem nicht mehr gehört hatte. Also stöberte ich ein wenig und förderte »fourth wall« von The Flying Lizards zu Tage, nicht die erste Platte der Band, sondern die zweite, die 1981 erschienen war.
Eine seltsame Musik, die anfangs irritierte, mir nach einiger Zeit aber wieder gefiel. Unglaublich, dass so etwas anno dunnemals auf Platte gepresst worden war: Da zirpt es, da quäkt es, da schrabbelt ein seltsames Schlagzeug durch den Hintergrund, und zu dem rhythmischen, ja sogar tanzbaren Sound wird zeitweise eher schräg gesungen. Post-Punk nannte man das damals, für mich war's aber einfach nur »Wave-Sound«.
Ihr Stück »Money« war mir in all den Jahrzehnten im Ohr geblieben, die coole Version eines Pink-Floyd-Hits, aber an die anderen Stücke erinnerte ich mich nicht mehr. Laut Info hatte sich die Band 1978 gegründet, »Money« wurde 1979 glatt ein kleiner Hit – dreißig Jahre war das jetzt her.
»fourth wall« war ein ziemlicher Flop, was mir einleuchtend. Das Album verschließt sich gängigen Hörgewohnheiten, die damals immer stärker in Richtung New Romantic gingen. Das war garantiert zu ungewohnt, zu schräg und zu hippelig. Ich find's trotzdem cool, und ich mochte es, die Platte an diesem Tag zum ersten Mal seit langer Zeit einige Male anzuhören. Coole Scheibe im wahrsten Sinne des Wortes.
Eine seltsame Musik, die anfangs irritierte, mir nach einiger Zeit aber wieder gefiel. Unglaublich, dass so etwas anno dunnemals auf Platte gepresst worden war: Da zirpt es, da quäkt es, da schrabbelt ein seltsames Schlagzeug durch den Hintergrund, und zu dem rhythmischen, ja sogar tanzbaren Sound wird zeitweise eher schräg gesungen. Post-Punk nannte man das damals, für mich war's aber einfach nur »Wave-Sound«.
Ihr Stück »Money« war mir in all den Jahrzehnten im Ohr geblieben, die coole Version eines Pink-Floyd-Hits, aber an die anderen Stücke erinnerte ich mich nicht mehr. Laut Info hatte sich die Band 1978 gegründet, »Money« wurde 1979 glatt ein kleiner Hit – dreißig Jahre war das jetzt her.
»fourth wall« war ein ziemlicher Flop, was mir einleuchtend. Das Album verschließt sich gängigen Hörgewohnheiten, die damals immer stärker in Richtung New Romantic gingen. Das war garantiert zu ungewohnt, zu schräg und zu hippelig. Ich find's trotzdem cool, und ich mochte es, die Platte an diesem Tag zum ersten Mal seit langer Zeit einige Male anzuhören. Coole Scheibe im wahrsten Sinne des Wortes.
Lights Out! knallen einfach
Nach einer furiosen ersten EP legen die vier jungen Stuttgarter von, die sich nach einem Stück der Angry Samoans benannt haben, gleich eine Schippe nach: Mit »Destroy Create« liegt die erste Langspielplatte von Lights Out! vor, und ich fühle mich in die frühen 80er Jahre erinnert.
Was die vier Burschen liefern, ist lupenreiner Hardcore-Punk, wie er anfangs der 80er Jahre aus den USA kam. Das klingt nach Kalifornien und den entsprechenden Bands, hat aber genügend Eigenständigkeit, um mir saugut zu gefallen.
Zu der Band und ihrer Platte kann und muss ich nicht viel schreiben: Das Gebratzel und die rotzigen Texte stehen jeweils für sich. Starke Sache!
Was die vier Burschen liefern, ist lupenreiner Hardcore-Punk, wie er anfangs der 80er Jahre aus den USA kam. Das klingt nach Kalifornien und den entsprechenden Bands, hat aber genügend Eigenständigkeit, um mir saugut zu gefallen.
Zu der Band und ihrer Platte kann und muss ich nicht viel schreiben: Das Gebratzel und die rotzigen Texte stehen jeweils für sich. Starke Sache!
29 Dezember 2009
Vier Klassen von Dubai
Gelegentlich reden politisch engagierte Menschen davon, daß in Deutschland eine Zwei-Klassen-Gesellschaft herrsche. Das glaube ich gelegentlich ebenfalls – in Dubai allerdings habe ich eine Vier-Klassen-Gesellschaft erlebt, die mich teilweise zum Staunen brachte, teilweise in Verwunderung versetzte.
Ganz oben in der Hackordnung stehen die Araber, also die ursprünglichen Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen bekanntlich Dubai gehört. Wie ich mehrmals erzählt bekam, seien diese Menschen so wohlhabend, daß sie schon gar nicht mehr zu arbeiten bräuchten. Die hätten das nicht nötig. Also zeigen sie lieber ihren Reichtum oder kontrollieren die Arbeit ihrer Untergebenen in den jeweiligen Unternehmen.
Die zweite Klasse sind »gehobene« Arbeitnehmer, sprich Menschen aus den USA oder Europa, die für die Dubai-Chefs arbeiten. Irgendjemand muß ja die Arbeit auf den Baustellen leiten oder die Hotels steuern. Diese Arbeitnehmer werden aber auch, sobald sie längere Zeit krank sind, nach Hause geschickt; besondere Rechte haben sie nicht.
So gut wie keine Rechte scheinen die Menschen am unteren Rand der Gesellchaft zu haben. Meist handelt es sich um Arbeitnehmer aus Indien und Pakistan; ich habe aber auch mit Menschen aus Nepal oder Myanmar geredet. Sie hausen häufig in miesen Quartieren, werden schlecht bezahlt, haben unmögliche Arbeitszeiten und bekommen vom Reichtum nur die Brosamen ab. Daß ihr Leben in Dubai in meinen Augen unerträglich ist, gleichzeitig aber ihren Familien im jeweiligen Heimatland dabei hilft, nicht gerade zu verhungern, macht die Sache nicht unbedingt reizender.
Die vierte Klasse sind eigentlich die Touristen oder andere Urlauber, die sich von der Kultur oder von den weißen Stränden angezogen fühlen, die Devisen ins Land spülen, sich in abgeschotteten Strandhotels aufhalten und meist nicht so viel vom Land mitbekommen. Leute wie ich also ... Menschen, die für ein paar Wochen kommen, ihr Geld da lassen und dann wieder verschwinden.
So ein Zwischending sind übrigens iranische Händler, die beispielsweise den Betrieb in den Souks aufrecht erhalten. Sie werden fast wie Einheimische behandelt; dennoch gehören sie nicht dazu.
Ein seltsames Land. Eine seltsame Kultur. Wie lang geht das noch gut?, fragte ich mich nicht nur einmal.
Ganz oben in der Hackordnung stehen die Araber, also die ursprünglichen Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen bekanntlich Dubai gehört. Wie ich mehrmals erzählt bekam, seien diese Menschen so wohlhabend, daß sie schon gar nicht mehr zu arbeiten bräuchten. Die hätten das nicht nötig. Also zeigen sie lieber ihren Reichtum oder kontrollieren die Arbeit ihrer Untergebenen in den jeweiligen Unternehmen.
Die zweite Klasse sind »gehobene« Arbeitnehmer, sprich Menschen aus den USA oder Europa, die für die Dubai-Chefs arbeiten. Irgendjemand muß ja die Arbeit auf den Baustellen leiten oder die Hotels steuern. Diese Arbeitnehmer werden aber auch, sobald sie längere Zeit krank sind, nach Hause geschickt; besondere Rechte haben sie nicht.
So gut wie keine Rechte scheinen die Menschen am unteren Rand der Gesellchaft zu haben. Meist handelt es sich um Arbeitnehmer aus Indien und Pakistan; ich habe aber auch mit Menschen aus Nepal oder Myanmar geredet. Sie hausen häufig in miesen Quartieren, werden schlecht bezahlt, haben unmögliche Arbeitszeiten und bekommen vom Reichtum nur die Brosamen ab. Daß ihr Leben in Dubai in meinen Augen unerträglich ist, gleichzeitig aber ihren Familien im jeweiligen Heimatland dabei hilft, nicht gerade zu verhungern, macht die Sache nicht unbedingt reizender.
Die vierte Klasse sind eigentlich die Touristen oder andere Urlauber, die sich von der Kultur oder von den weißen Stränden angezogen fühlen, die Devisen ins Land spülen, sich in abgeschotteten Strandhotels aufhalten und meist nicht so viel vom Land mitbekommen. Leute wie ich also ... Menschen, die für ein paar Wochen kommen, ihr Geld da lassen und dann wieder verschwinden.
So ein Zwischending sind übrigens iranische Händler, die beispielsweise den Betrieb in den Souks aufrecht erhalten. Sie werden fast wie Einheimische behandelt; dennoch gehören sie nicht dazu.
Ein seltsames Land. Eine seltsame Kultur. Wie lang geht das noch gut?, fragte ich mich nicht nur einmal.
28 Dezember 2009
SF ausnahmsweise mit Hirn
Jetzt habe ich auch »Avatar« gesehen, den neuen Hollywood-Blockbuster von James Cameron. Entsprechende Kritiken finden sich haufenweise im Netz, also muß ich mich nicht ausführlich zu den Inhalten des Streifens äußern. Nur soviel: endlich mal ein Science-Fiction-Film, bei dem man sich nicht zu schämen braucht, selbst ein Fan dieses Genres zu sein.
Klar ist die Handlung nicht gerade super-aktuell. Zahlreiche Romane in den 70er Jahren und danach haben ähnliche Themen verarbeitet; mir fällt stets »Das Wort für Welt ist Wald« von Ursula K. Le Guin ein. Fürs Kino-Publikum des Jahres 2009 dürfte die Mixtur aus brachialer Action, Öko-Touch und eine Handvoll Esoterik genug Originalität bieten.
Wobei das Publikum im Karlsruher »Filmpalast« an Gelaber und dämlichen Bemerkungen nicht sparte. Es scheint zu viel verlangt zu sein, eine halbwegs fremde Kultur zu akzeptieren – und ich war mir sicher, daß sich ziemlich viele Leute eher mit den militärisch organisierten Menschen und nicht mit den außeriridschen Hippies verstanden hätten.
Sei's drum: Die Tricks waren klasse, die dreidimensionale Welt begeisterte mich. Die fremde Welt Pandora wurde mir nahe gebracht, das Ökosystem eines außerirdischen Planeten lebte gerade auf der Leinwand. (Und dann stört es mich eben nicht, daß alles doch sehr unserer Erde entspricht; bis hin zu Aliens, die wie Menschen lächeln und kopfnicken und sich verlieben.)
Ich kann jeden verstehen, der sich »Avatar« zweimal anguckt. Nicht wegen der Story, sondern wegen der beeindruckenden Optik. Ganz ehrlich: Bei dem Streifen würde ich eine Fortsetzung begrüßen.
Klar ist die Handlung nicht gerade super-aktuell. Zahlreiche Romane in den 70er Jahren und danach haben ähnliche Themen verarbeitet; mir fällt stets »Das Wort für Welt ist Wald« von Ursula K. Le Guin ein. Fürs Kino-Publikum des Jahres 2009 dürfte die Mixtur aus brachialer Action, Öko-Touch und eine Handvoll Esoterik genug Originalität bieten.
Wobei das Publikum im Karlsruher »Filmpalast« an Gelaber und dämlichen Bemerkungen nicht sparte. Es scheint zu viel verlangt zu sein, eine halbwegs fremde Kultur zu akzeptieren – und ich war mir sicher, daß sich ziemlich viele Leute eher mit den militärisch organisierten Menschen und nicht mit den außeriridschen Hippies verstanden hätten.
Sei's drum: Die Tricks waren klasse, die dreidimensionale Welt begeisterte mich. Die fremde Welt Pandora wurde mir nahe gebracht, das Ökosystem eines außerirdischen Planeten lebte gerade auf der Leinwand. (Und dann stört es mich eben nicht, daß alles doch sehr unserer Erde entspricht; bis hin zu Aliens, die wie Menschen lächeln und kopfnicken und sich verlieben.)
Ich kann jeden verstehen, der sich »Avatar« zweimal anguckt. Nicht wegen der Story, sondern wegen der beeindruckenden Optik. Ganz ehrlich: Bei dem Streifen würde ich eine Fortsetzung begrüßen.
23 Dezember 2009
Klasse-Heft aus Monnem

Über das Fanzine Punkrock! aus Mannheim lobende Worte verlieren, ist eigentlich unnötig: Wer es kennt, findet es eh klasse. Von daher könnte ich hier gleich aufhören. Da's aber ein wenig unfair wäre, rede, ach was, schreibe ich jetzt doch einige Sätze dazu.
Denn die Nummer 10 ist was besonderes und das nicht nur deshalb, weil's einen Rückblick auf die eigene Story gibt: Wieder tanzt das A5-Heft mit einem farbigen Umschlag um die Ecke, die hundert Druckseiten sehen saugut aus, und inhaltlich gibt's auch haufenweise lesens- und guckenswertes Zeugs. Klar hat das Heft - bei dem Namen kein Wunder - eine klare Punkrock-Richtung, aber es gibt eben auch einen Rückblick auf die Skinhead-Geschichte der Jahre 1976 bis 1985.
Einer meiner Lieblingsartikel beschäftigt sich mit dem »Büro für angewandten Realismus« mit Sitz in Ludwigshafen, dessen Aktivitäten mich schon seit Jahren immer wieder ins Staunen versetzen. Zu Wort kommt der Autor Oliver Maria Schmitt, ehemals »Titanic«-Chef und mittlerweile Schrifsteller
Musikjournalistisch geht es bei Interviews und Artikel zu Bands wie den zu Recht populären Anti-Flag aus Amerika, den Italienern von Los Fastidios, den Skapunkern Distemper aus Russland oder den deutschen Punkrockern von Pascow zur Sache. Naja, und wir erfahren mehr über People Like You Records oder - zum guten Ausgleich - das wahre Leben in einem deutschen Gefängnis
Selbstverständlich gibt es darüber hinaus sach- und fachkundige Besprechungen von Büchern, Fanzines und Tonträgern. Hin wie her: Das Heft ist klasse. Diese Ausgabe kostet drei Euro, aber ich empfehle ein Abonnement. Einfach über die Homepage bestellen!
22 Dezember 2009
Frust in Heidelberg
Manchmal sollte man Lesungen vom Wetter abhängig machen. Zumindest dachte ich das, als ich am Montag abend, 21. Dezember 2009, im Heidelberger Café Gegendruck eintraf: Nur die zwei Veranstalter waren anwesend.
Kein Wunder: Schnee und vor allem Matsch hielten Heidelberg fest im Griff, man rutschte auf jedem Meter. Und so hatten tatsächlich einige potentielle Besucher per Telefon abgesagt. Wir überlegten uns ernsthaft, das ganze ausfallen zu lassen und stattdessen zu labern und Bier zu trinken.
Immerhin trudelten noch einige wenige Gäste ein, und ich machte doch eine Lesung. Die ging gegen Ende in allgemeines Gelaber über, und ich kann im Nachhinein nur hoffen, daß ich die Handvoll Besucher nicht zu sehr gelangweilt habe.
Die Rückfahrt war einigermaßen okay: In Heidelberg herrschte immer noch Sauwetter, auf der Autobahn wurde es besser, und in Karlsruhe empfing mich ein fieser Regen bei vier Grad Celsius. Im Plus-Bereich wohlgemerkt.
Kein Wunder: Schnee und vor allem Matsch hielten Heidelberg fest im Griff, man rutschte auf jedem Meter. Und so hatten tatsächlich einige potentielle Besucher per Telefon abgesagt. Wir überlegten uns ernsthaft, das ganze ausfallen zu lassen und stattdessen zu labern und Bier zu trinken.
Immerhin trudelten noch einige wenige Gäste ein, und ich machte doch eine Lesung. Die ging gegen Ende in allgemeines Gelaber über, und ich kann im Nachhinein nur hoffen, daß ich die Handvoll Besucher nicht zu sehr gelangweilt habe.
Die Rückfahrt war einigermaßen okay: In Heidelberg herrschte immer noch Sauwetter, auf der Autobahn wurde es besser, und in Karlsruhe empfing mich ein fieser Regen bei vier Grad Celsius. Im Plus-Bereich wohlgemerkt.
21 Dezember 2009
Mit dem Essen spielt man nicht
Das Chaostheater Oropax gibt's seit gut einem Vierteljahrhundert. Ich selbst habe die Brüder Volker und Thomas zuletzt live auf der Miniaturbühne des Jugendzentrums Freudenstadt gesehen, irgendwann um 1987 herum. Das ist lang her, und seither sind sie chaotisch geblieben, aber professioneller geworden.
Davon überzeugte ich mich am Sonntag abend, 20. Dezember 2009: Oropax trat im Theaterhaus Stuttgart auf, wir hatten Karten für die vierte Reihe, und ich saß genau hinter einem freien Stuhl, der im späteren Verlauf des Programms auch noch seine Bedeutung bekam. Und ich hatte hinter Bauchschmerzen vor Lachen, ein verzerrtes Gesicht und Atemnot – mehr als hektisches Japsen ging zeitweise nicht.
Das Programm stand unter dem Motto »Der 54. November«, gemeint war natürlich Weihnachten, und karikiert wurde der alljährliche Weihnachtskonsumterror. Dabei zogen sich die Brüder ständig um, tauchten in verschiedene Rollen, brachten Wortspielereien, die zwischen hirnlos und großartig schwankten, und sie sorgten vor allem dafür, daß ein Gag nach dem anderen von der Bühne ins Publikum geschossen wurde.
Das war nicht immer geistreich und häufig weit unter der Gürtellinie – aber es war stets Unterhaltung, bei der ich nur schreien, lachen und kichern konnte. Eine ältere Dame, die in meiner Nähe saß, empörte sich hinterher sehr über das ganze.
Kein Wunder: Grenzen des guten Geschmacks wurden geschmackssicher unterlaufen. Zermatschte Schokoriegel und eine zersägte Weihnachtsgans, dazu Brotteig als Perücken-Ersatz – Oropax spielten sogar mit Nahrungsmittel. Und sackdoofe Running-Gags wie ein debiler Mönch muß man mögen.
Ich mochte das. Noch Stunden danach amüsierte ich mich über Einzelheiten des Programms. Ich bin sicher, daß ich nicht zwanzig Jahre bis zum nächsten Oropax-Abend warten werde.
Davon überzeugte ich mich am Sonntag abend, 20. Dezember 2009: Oropax trat im Theaterhaus Stuttgart auf, wir hatten Karten für die vierte Reihe, und ich saß genau hinter einem freien Stuhl, der im späteren Verlauf des Programms auch noch seine Bedeutung bekam. Und ich hatte hinter Bauchschmerzen vor Lachen, ein verzerrtes Gesicht und Atemnot – mehr als hektisches Japsen ging zeitweise nicht.
Das Programm stand unter dem Motto »Der 54. November«, gemeint war natürlich Weihnachten, und karikiert wurde der alljährliche Weihnachtskonsumterror. Dabei zogen sich die Brüder ständig um, tauchten in verschiedene Rollen, brachten Wortspielereien, die zwischen hirnlos und großartig schwankten, und sie sorgten vor allem dafür, daß ein Gag nach dem anderen von der Bühne ins Publikum geschossen wurde.
Das war nicht immer geistreich und häufig weit unter der Gürtellinie – aber es war stets Unterhaltung, bei der ich nur schreien, lachen und kichern konnte. Eine ältere Dame, die in meiner Nähe saß, empörte sich hinterher sehr über das ganze.
Kein Wunder: Grenzen des guten Geschmacks wurden geschmackssicher unterlaufen. Zermatschte Schokoriegel und eine zersägte Weihnachtsgans, dazu Brotteig als Perücken-Ersatz – Oropax spielten sogar mit Nahrungsmittel. Und sackdoofe Running-Gags wie ein debiler Mönch muß man mögen.
Ich mochte das. Noch Stunden danach amüsierte ich mich über Einzelheiten des Programms. Ich bin sicher, daß ich nicht zwanzig Jahre bis zum nächsten Oropax-Abend warten werde.
19 Dezember 2009
Schmal und dunkel
Die erste Winternacht, es schneit im Schwarzwald, und ich bin mit dem neuen Auto unterwegs. Und es macht Spaß wie sonst was: Langsam schlittere ich um die Kurven, nie schneller als 70 oder 80 Stundenkilometer, schön ruhig - und ich bin die meiste Zeit allein unterwegs durch die Mischung aus Dunkelheit und aufgewirbelten Schnee.
Mich begleiten nur der Punkrock aus den Lautsprechern und das gleichmäßige Summen des Motors. Eine schöne Fahrt.
Bis ins Flachland. Dort herrschen Leute vor, die mit Tempo 30 über kerzengerade Landstraßen schleichen. Und es gibt Auffahrunfälle sowie Krankenwagen, die mit Blaulicht und Geheule über die Landstraße heizen.
Der Winter kommt auch jedes Jahr so plötzlich.
Mich begleiten nur der Punkrock aus den Lautsprechern und das gleichmäßige Summen des Motors. Eine schöne Fahrt.
Bis ins Flachland. Dort herrschen Leute vor, die mit Tempo 30 über kerzengerade Landstraßen schleichen. Und es gibt Auffahrunfälle sowie Krankenwagen, die mit Blaulicht und Geheule über die Landstraße heizen.
Der Winter kommt auch jedes Jahr so plötzlich.
18 Dezember 2009
Flyer zum Gegendruck
17 Dezember 2009
Endlich mal 'ne Rezi
Igendwie scheint es zwar eine Menge Leute zu geben, die meinen Kurzroman »Sardev - der Schatten des Friedens« gekauft und hoffentlich auch gelesen haben, aber es hapert schon ein wenig an Besprechungen in Fanzines und auf Homepages. Das hat mich zuletzt ein wenig frustriert.
Gottseidank gibt es Erik Schreiber, der seine positive Besprechung gleich auf zwei Homepages gehievt hat. »Er ist für mich eine Kurzgeschichtensammlung mit durchgehenden Handlungsfaden« schreibt er über den kurzen Roman auf Buchtips.net. Interesanter Gedanke.
Und auf der Seite fictionfantasy steht dasselbe, und ich freue mich sehr über das Fazit: »Bleibt die Schlussbewertung, die der von mir bevorzugten Sichtweise sehr entgegenkommt: ein gutes Buch.«
Gottseidank gibt es Erik Schreiber, der seine positive Besprechung gleich auf zwei Homepages gehievt hat. »Er ist für mich eine Kurzgeschichtensammlung mit durchgehenden Handlungsfaden« schreibt er über den kurzen Roman auf Buchtips.net. Interesanter Gedanke.
Und auf der Seite fictionfantasy steht dasselbe, und ich freue mich sehr über das Fazit: »Bleibt die Schlussbewertung, die der von mir bevorzugten Sichtweise sehr entgegenkommt: ein gutes Buch.«
16 Dezember 2009
Menschen und Maischbergers
Talkshows schaue ich mir eher selten an; ich bin der Überzeugung, daß das zumeist Zeitverschendung ist und ich mehr davon habe, wenn ich mit normalen Menschen über irgendwas rede anstatt mir anzuschauen, was sogenannte Prominente zu irgendwelchen Themen zu erzählen haben. Doch am gestrigen Dienstag abend, 15. Dezember 2009, zappte ich bei »Menschen bei Maischberger« vorbei, wo ich Zeuge eines ungewöhnlichen Duetts wurde.
Duett - ja klar. Ein Duell war es ja wohl nicht, was die beiden Damen, die von der Regie nebeneinander plaziert worden waren, so lieferten. Dafür ging die Moderatorin zu oft dazwischen, und die beidseitige Abneigung ging so weit, daß die beiden sich zeitweise nur verächtlich musterten.
»Sie riechen nach Container«, sagte Marianne Baronin Brandstetter, von der ich noch nie im Leben gehört hatte, eine Dame, die ihr Geld ihren Männern und ihrem Erbe verdankt und die mit Millionen ausgestattet ist, eine Dame aber vor allem, der man mit Schönheitsoperationen das Gesicht ziemlich verunstaltet hat, und das sagte sie zu Hanna Poddig, einer jungen Frau, die sich als Aktivistin bezeichnete, die am liebsten den Kapitalismus abschaffen würde und unter anderem davon lebt, daß sie Nahrungsmitteln aus den Abfallcontainern der Supermärkte holt, die noch gut sind, aber als Müll gelten.
Und Hanna Poddig antwortete mit steifer Miene, mit einem Lächeln, das zwischen Abscheu und Faszination schwankte: »Das ist Unfug.« Und so ging es die ganze Zeit: Vom Regisseur Dieter Wedel, der davon schwadronierte, daß der Haß der Armen auf die Reichen irgendwann dazu führen könnte, daß man die Wohlhabenden an Bäume aufhängen würde, wurde sie ebenso angegriffen wie von Roger Köppel, einem Schweizer Journalisten und wohl dem Klügsten in der Runde.
Der kam mit dem unseligen Judenvergleich, den auch Schweizer ungestraft aus der Tasche ziehen dürfen, und verglich allen Ernstes die Menschen, denen in Hamburg und Berlin die Nobelkarossen angezündet werden, mit Menschen, »denen man früher in Deutschland auch alles weggenommen hat«, steckte also Poddig zuerst in die Nazi-Schublade, um sie später in die Kommunisten-Schublade zu stecken.
Eine großartige Talkshow, selten so oft über unfreiwilligen Humor gelacht. Vielleicht sollte ich so was öfter gucken. Obwohl ... nächste Woche kommt Nina Hagen, da ist dann wieder Fremdschämen (weil die Dame so peinlich ist) und Eigenschämen (weil ich ein halbes Dutzend Platten inklusive der »Punk-Hochzeit« von der Dame besitze) angesagt ... und ob ich das überstehe?
Duett - ja klar. Ein Duell war es ja wohl nicht, was die beiden Damen, die von der Regie nebeneinander plaziert worden waren, so lieferten. Dafür ging die Moderatorin zu oft dazwischen, und die beidseitige Abneigung ging so weit, daß die beiden sich zeitweise nur verächtlich musterten.
»Sie riechen nach Container«, sagte Marianne Baronin Brandstetter, von der ich noch nie im Leben gehört hatte, eine Dame, die ihr Geld ihren Männern und ihrem Erbe verdankt und die mit Millionen ausgestattet ist, eine Dame aber vor allem, der man mit Schönheitsoperationen das Gesicht ziemlich verunstaltet hat, und das sagte sie zu Hanna Poddig, einer jungen Frau, die sich als Aktivistin bezeichnete, die am liebsten den Kapitalismus abschaffen würde und unter anderem davon lebt, daß sie Nahrungsmitteln aus den Abfallcontainern der Supermärkte holt, die noch gut sind, aber als Müll gelten.
Und Hanna Poddig antwortete mit steifer Miene, mit einem Lächeln, das zwischen Abscheu und Faszination schwankte: »Das ist Unfug.« Und so ging es die ganze Zeit: Vom Regisseur Dieter Wedel, der davon schwadronierte, daß der Haß der Armen auf die Reichen irgendwann dazu führen könnte, daß man die Wohlhabenden an Bäume aufhängen würde, wurde sie ebenso angegriffen wie von Roger Köppel, einem Schweizer Journalisten und wohl dem Klügsten in der Runde.
Der kam mit dem unseligen Judenvergleich, den auch Schweizer ungestraft aus der Tasche ziehen dürfen, und verglich allen Ernstes die Menschen, denen in Hamburg und Berlin die Nobelkarossen angezündet werden, mit Menschen, »denen man früher in Deutschland auch alles weggenommen hat«, steckte also Poddig zuerst in die Nazi-Schublade, um sie später in die Kommunisten-Schublade zu stecken.
Eine großartige Talkshow, selten so oft über unfreiwilligen Humor gelacht. Vielleicht sollte ich so was öfter gucken. Obwohl ... nächste Woche kommt Nina Hagen, da ist dann wieder Fremdschämen (weil die Dame so peinlich ist) und Eigenschämen (weil ich ein halbes Dutzend Platten inklusive der »Punk-Hochzeit« von der Dame besitze) angesagt ... und ob ich das überstehe?
15 Dezember 2009
Ashtones zwischen Hardrock und Punk
Eigentlich hasse ich Hardrock, und die Vermengen von Punk zu Hardrock sind mir meist ein Greuel. Aus dem Grund hatte ich anfangs meine Probleme mit der französischen Band Ashtones und ihrer CD »Mainline Rockets«. Da gibt's nämlich elf mal wuchtigen Hardrock (jeder andere Begriff ist meiner Ansicht nach falsch, da können sich Rezensenten und das Label noch so viel einfallen lassen) auf die Ohren, und wenn man das ganze laut genug spielt, rockt und rotzt das ganze recht ordentlich.
Im Prinzip ist das schon Rock'n'Roll, schon klar, vor allem, wenn man jene Definition zu Rate zieht, die sich in den 90er Jahren im Gefolge von Hellacopters und Gluecifer und anderen Bands immer stärker verbreitete. Mit klassischem Rock'n'Roll, wie man das vielleicht bis in die 80er Jahre hinein verstand, hat's weniger zu tun ...
Und mit Punkrock erst recht nichts. Die Band verneigt sich in ihren Stücken durchaus vor den Klassikern wie den Ramones, oder sie covert in gelungener Weise einen Clash-Klassiker – aber es ist und bleibt eben Hardrock. Wer das mag, ist hier richtig; für andere (wie mich) isses auf Dauer nix.
Im Prinzip ist das schon Rock'n'Roll, schon klar, vor allem, wenn man jene Definition zu Rate zieht, die sich in den 90er Jahren im Gefolge von Hellacopters und Gluecifer und anderen Bands immer stärker verbreitete. Mit klassischem Rock'n'Roll, wie man das vielleicht bis in die 80er Jahre hinein verstand, hat's weniger zu tun ...
Und mit Punkrock erst recht nichts. Die Band verneigt sich in ihren Stücken durchaus vor den Klassikern wie den Ramones, oder sie covert in gelungener Weise einen Clash-Klassiker – aber es ist und bleibt eben Hardrock. Wer das mag, ist hier richtig; für andere (wie mich) isses auf Dauer nix.
14 Dezember 2009
Inder in Dubai
Es war mein erster Aufenthalt in Dubai - eine Fahrt mit einem kostenlosen Shuttle-Bus, mit einem unmöglichen Stau und viel Generve und daraus resultierend viel zu wenig Zeit. Auf jeden Fall mußte ich irgendwann pinkeln, ich stand ohnehin vor dem Burjuman-Einkaufszentrum, und kurz entschlossen machte ich mich auf die Suche nach einer Toilette.
Schräg gegenüber von »H&M«, direkt neben einer Autoausstellung mitten im Einkaufszentrum, fand ich den Toilettentrakt. Alles war sauber, schick und aufgeräumt - wie ohnehin die ganze Stadt aussah, als hätte sie jemand extra vor meinem Besuch gründlich geputzt.
Ich erledigte die Dinge, die ich auf dem Klo zu tun hatte, und wusch mir anschließend gründlich die Hände. Mit dem zusammengeknüllten Papiertuch, mit dem ich mir die Finger abgetrocknet hatte, ging ich in Richtung des Mülleimers.
Dort stand gerade der indisch aussehende Mann, vielleicht so alt wie ich, der so aussah, als wollte er die Toiletten putzen. Er lächelte mich an, sagte »please, Sir« und betätigte den Fußdrücker, der den Deckel zum Mülleimer öffnete.
Das ist Dubai: Man hat einen indischen Mann, der dafür angestellt wird, den (nicht einkaufenden) Besuchern eines Einkaufszentrums beim Beseitigen des Mülls zu helfen ... Kopfschüttelnd ging ich wieder hinaus.
Schräg gegenüber von »H&M«, direkt neben einer Autoausstellung mitten im Einkaufszentrum, fand ich den Toilettentrakt. Alles war sauber, schick und aufgeräumt - wie ohnehin die ganze Stadt aussah, als hätte sie jemand extra vor meinem Besuch gründlich geputzt.
Ich erledigte die Dinge, die ich auf dem Klo zu tun hatte, und wusch mir anschließend gründlich die Hände. Mit dem zusammengeknüllten Papiertuch, mit dem ich mir die Finger abgetrocknet hatte, ging ich in Richtung des Mülleimers.
Dort stand gerade der indisch aussehende Mann, vielleicht so alt wie ich, der so aussah, als wollte er die Toiletten putzen. Er lächelte mich an, sagte »please, Sir« und betätigte den Fußdrücker, der den Deckel zum Mülleimer öffnete.
Das ist Dubai: Man hat einen indischen Mann, der dafür angestellt wird, den (nicht einkaufenden) Besuchern eines Einkaufszentrums beim Beseitigen des Mülls zu helfen ... Kopfschüttelnd ging ich wieder hinaus.
12 Dezember 2009
Kurzgeschichten im Härtetest
Der zweite Seminartag bot bislang zwei Schwerpunkte, neben diversen theoretischen Erläuterungen und dergleichen: Am Morgen stellten wir den Autoren eine Schreibaufgabe, bei der es im wesentlichen darum ging, nach einer kleinen Vorgabe eine neue Kurzgeschichte zu entwickeln und dazu einen Anfang zu schreiben. (Daran wird am Abend weitergearbeitet.)
Der zweite Schwerpunkt betraf das Bearbeiten jener Texte, die von den Autoren im voraus eingereicht wurden. Was war gut, was war schlecht, bei welchen Texten hat welche Passage funktioniert, und wo lief alles schief? Das ist, so denke ich, für alle Teilnehmer stets erhellend ...
Der zweite Schwerpunkt betraf das Bearbeiten jener Texte, die von den Autoren im voraus eingereicht wurden. Was war gut, was war schlecht, bei welchen Texten hat welche Passage funktioniert, und wo lief alles schief? Das ist, so denke ich, für alle Teilnehmer stets erhellend ...
11 Dezember 2009
Seminar mit Uwe Anton
Wieder mal Wolfenbüttel: Der erste Seminar-Tag fängt immer eher ruhig an. Mit meinem Kollegen Uwe Anton gebe ich den Autorinnen und Autoren möglichst realistische Einblicke ins Verlagsgeschäft und ins tägliche Leben von Autoren. Das räumt stets einige Vorurteile beiseite, finde ich.
Die Gruppe ist überschaubar: zwölf Teilnehmer sind es diesmal, mit leichtem Übergewicht bei den Männern. Thema ist die Science-Fiction-Kurzgeschichte - und nicht alle haben einen SF-Hintergrund. Da werden wir sorgsam überprüfen, mit welchen Themen wir um die Ecke kommen.
Wobei's heute eh vor allem um die Textarbeit geht. Sprich: Es werden die Texte durchgesprochen, die von den Teilnehmern im voraus eingereicht worden sind. Eins nach dem anderen ...
Die Gruppe ist überschaubar: zwölf Teilnehmer sind es diesmal, mit leichtem Übergewicht bei den Männern. Thema ist die Science-Fiction-Kurzgeschichte - und nicht alle haben einen SF-Hintergrund. Da werden wir sorgsam überprüfen, mit welchen Themen wir um die Ecke kommen.
Wobei's heute eh vor allem um die Textarbeit geht. Sprich: Es werden die Texte durchgesprochen, die von den Teilnehmern im voraus eingereicht worden sind. Eins nach dem anderen ...
10 Dezember 2009
Wenn der Erzengel sich meldet
Zu den bizarren Welten, in denen ich mich nicht auskenne, von denen ich aber immer wieder etwas mitbekomme, gehören die der Esoteriker. Da gibt's Dinge, da schüttle ich nur mit dem Kopf. Im Januar ist in relativer Nähe zu meinem Wohnort eine Veranstaltung, bei der ich mir ja glatt überlege, dahin zu pilgern.
Konkret ist das ganze am 30. und 31. Januar 2010 in Freiburg. Es handelt sich um einen Kongress, »den Erzengel Michael inspiriert hat«, so die Veranstalter, »um in diesen Jahren des Wandels vor 2012 den Menschen eine Unterstützung zu sein.« Das beste daran: Das kst keine Satire, die meinen das ernst.
Laut Aussage der Veranstalter sorgt der Erzengel Michael – ob das ein Außerirdischer ist oder er Engel aus der Bibel, weiß ich nicht – dafür, dass »ein neues Heil-Potential von jenseits 2012« nutzbar gemacht wird. Dabei geht es nicht um halbherzige Dinge, sondern um handfestes Zeugs.
So »channelt« die »spirituelle Moderatorin« Cela Fenn irgendwelchen Kram, der mit der »Matrix für vollständige Gesundheit« zusammenhängt. Das besorgt der Erzengel Gabriel, sie ist nur das Medium. Der gute Engel kann mit der »Goldenen Flamme der Heilung und dem Diamantenen Licht der Reinheit« tätig werden, um allerlei Hgilfen zu leisten.
Auch Cecilia Sifontes verspricht viel, denn im nächsten Jahr werde »ein großes Erwachen einsetzen«, während Julius Colombo »eine neue kristalline Struktur der DNS vorstellen« wird. Ich bin ziemlich beeindruckt und hoffe, daß man alsbald auch ein Mittel gegen meine bescheuerten Allergien finden wird.
Ach ja, das ganze kostet auch was. Geht aber: 250 Euro. Und das ganze nennen die Veranstalter sehr freundlich »den Energieausgleich für den Kongress«. Ich glaub', ich buch' mir gleich einen Platz.
Konkret ist das ganze am 30. und 31. Januar 2010 in Freiburg. Es handelt sich um einen Kongress, »den Erzengel Michael inspiriert hat«, so die Veranstalter, »um in diesen Jahren des Wandels vor 2012 den Menschen eine Unterstützung zu sein.« Das beste daran: Das kst keine Satire, die meinen das ernst.
Laut Aussage der Veranstalter sorgt der Erzengel Michael – ob das ein Außerirdischer ist oder er Engel aus der Bibel, weiß ich nicht – dafür, dass »ein neues Heil-Potential von jenseits 2012« nutzbar gemacht wird. Dabei geht es nicht um halbherzige Dinge, sondern um handfestes Zeugs.
So »channelt« die »spirituelle Moderatorin« Cela Fenn irgendwelchen Kram, der mit der »Matrix für vollständige Gesundheit« zusammenhängt. Das besorgt der Erzengel Gabriel, sie ist nur das Medium. Der gute Engel kann mit der »Goldenen Flamme der Heilung und dem Diamantenen Licht der Reinheit« tätig werden, um allerlei Hgilfen zu leisten.
Auch Cecilia Sifontes verspricht viel, denn im nächsten Jahr werde »ein großes Erwachen einsetzen«, während Julius Colombo »eine neue kristalline Struktur der DNS vorstellen« wird. Ich bin ziemlich beeindruckt und hoffe, daß man alsbald auch ein Mittel gegen meine bescheuerten Allergien finden wird.
Ach ja, das ganze kostet auch was. Geht aber: 250 Euro. Und das ganze nennen die Veranstalter sehr freundlich »den Energieausgleich für den Kongress«. Ich glaub', ich buch' mir gleich einen Platz.
09 Dezember 2009
Daheim bei der Alb

Die aktuelle Folge von »Peter Pank - und Hardcore!«, die in der Ausgabe 87 des OX-Fanzines abgedruckt wird, führt den Helden zurück in die schwäbische Provinz. Nix mehr mit munteren Pogo-Attacken in der Weltstadt Ludwigshafen, eher das normale Allerlei mit Dorfnazis, Spießern und dem Holzfäller-Kumpel Jörg.
Ich bin mir ja nie so sicher, wie das die Leser finden - aber in einem Fortsetzungsroman muß es ja ab und zu auch andere Handlungselemente geben. Meine zumindest ich. Und jetzt geht's eben wieder in die Provinz, wo auf den Helden des Romans nach wie vor viel Streß wartet.
Es ist übrigens die Folge 23 des aktuellen Romans, und ich weiß wirklich noch nicht, wie viele Folgen es insgesamt werden. Vierzig? Schauen wir mal.
(Wer übrigens wissen will, wie die Abenteuer von Peter Meißner alias Peter Pank angefangen haben, muß die zwei Bücher »Vielen Dank Peter Pank« und »Chaos en France« lesen. Beide im Archiv der Jugendkulturen erschienen und über amazon.de und andere Buchhändler zu erstehen. Ende der Werbeeinblendung.)
08 Dezember 2009
Fahrt nach Fujairah
Vom Hotel wurde eine kostenlose Fahrt nach Fujairah angeboten, in die Hauptstadt jenes Emirats also, in dem wir uns aufhielten. War ja klar, daß wir diese Offerte annahmen; immerhin wollten wir ein wenig von Land und Leuten mitbekommen.
Wir wurden am Museum abgesetzt, aus welchen Gründen auch immer. Die anderen Mitreisenden beschwerten sich, weil sie zu einem Einkaufszentrum wollten - es kam fast zu einer Meuterei gegen den indischen Busfahrer, der verzweifelt versuchte, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Das Ende vom Lied: Zwei kulturbeflissene deutsche Paare stiegen aus, der Rest fuhr zum Supermarkt.
Das Museum ignorierten wir, die alte Festung guckten wir an. Die Tür stand offen, also gingen wir hinein: nett, nicht groß, aber durchaus imposant. Noch während wir drin waren, wurde die Tür verschlossen, von außen allerdings. Der freundliche Turbanträger ließ uns dennoch ziehen ...
Das war unser einziges Abenteuer in Fujairah, das wir ansonsten mit dem Taxi und zu Fuß erkundigten. Der sogenannte Central Market, der im Reiseführer erwähnt wird, erwies sich als Sammlung kleiner Läden, zumeist von Indern und Pakistani geführt. Die Hauptverkehrsstraße war von vielen Geschäften geprägt, und überall standen Baustellen in voller Pracht.
Zuletzt landeten wie auch im »Lulu Hypermarket«, wo wir die anderen Mitreisenden trafen, die sich sichtlich langweilten: Es war im Prinzip ein Supermarkt mit einigen kleinen zusätzlichen Geschäften.
Ganz umsonst war die Fahrt nicht: In einem kleinen Geschäft kauften wir leckere arabische Süßigkeiten, irgendwelches Gebäck eben. Und wir stolperten durch eine kleine Mall, in der auffallend viele Frauen in schwarzer Komplettverschleierung (außer einem Augenschlitz) unterwegs waren.
Wir wurden am Museum abgesetzt, aus welchen Gründen auch immer. Die anderen Mitreisenden beschwerten sich, weil sie zu einem Einkaufszentrum wollten - es kam fast zu einer Meuterei gegen den indischen Busfahrer, der verzweifelt versuchte, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Das Ende vom Lied: Zwei kulturbeflissene deutsche Paare stiegen aus, der Rest fuhr zum Supermarkt.
Das Museum ignorierten wir, die alte Festung guckten wir an. Die Tür stand offen, also gingen wir hinein: nett, nicht groß, aber durchaus imposant. Noch während wir drin waren, wurde die Tür verschlossen, von außen allerdings. Der freundliche Turbanträger ließ uns dennoch ziehen ...
Das war unser einziges Abenteuer in Fujairah, das wir ansonsten mit dem Taxi und zu Fuß erkundigten. Der sogenannte Central Market, der im Reiseführer erwähnt wird, erwies sich als Sammlung kleiner Läden, zumeist von Indern und Pakistani geführt. Die Hauptverkehrsstraße war von vielen Geschäften geprägt, und überall standen Baustellen in voller Pracht.
Zuletzt landeten wie auch im »Lulu Hypermarket«, wo wir die anderen Mitreisenden trafen, die sich sichtlich langweilten: Es war im Prinzip ein Supermarkt mit einigen kleinen zusätzlichen Geschäften.
Ganz umsonst war die Fahrt nicht: In einem kleinen Geschäft kauften wir leckere arabische Süßigkeiten, irgendwelches Gebäck eben. Und wir stolperten durch eine kleine Mall, in der auffallend viele Frauen in schwarzer Komplettverschleierung (außer einem Augenschlitz) unterwegs waren.
07 Dezember 2009
Röchelndes Radio
Wer am Sonntag abend, 6. Dezember 2009, meine aktuelle Radiosendung im Enpunkt-Radio im freien Radio Querfunk anhörte, glaubte womöglich, ich hätte meine Stimme absichtlich verzerrt. Tatächlich röchelte ich gelegentlich, und ich rede manchmal noch schlimmeren Unsinn als sonst.
Dabei gab's ein bierernstes Thema - oder eher weinselig? Sei's drum: Punk aus der Palz, oder eben Punkrock/Hardcore aus dem Bundesland-Rheinland-Pfalz war das Thema. Und mit Kick Joneses durften die alten Helden aus Kaiserslautern nicht fehlen.
Aus Kaiserslautern stammten auch Headcrash mit ihrem Techno-Hardcore-Crossover, aus Idar-Oberstein kamen die jungen Deutschpunker von Splash. Aus Limburg rotzten Bubonix ihren großartigen HC-Punk aus den Lautsprechern.
Landau, die Kreisstadt in der Südpfalz, hat seit Jahren eine aktive Szene. Ich spielte Stressfaktor mit ihrem deutschsprachigen Hardcore-Punk und Trend, die immer noch verdammt nach einer Kreuzung aus 1979 und 1981 klingen.
Ebenfalls nach 1977 klingen Front aus Mainz. Dann noch zweimal Geschichtsunterricht: Memento Mori aus Ludwigshafen spielten den Hardcore, den man 1988 hörte, und von My Lai aus Bendorf kam von 1994 ihre LP, die anno dunnemals zu den neuen Emocore-Platten gehörte.
Dabei gab's ein bierernstes Thema - oder eher weinselig? Sei's drum: Punk aus der Palz, oder eben Punkrock/Hardcore aus dem Bundesland-Rheinland-Pfalz war das Thema. Und mit Kick Joneses durften die alten Helden aus Kaiserslautern nicht fehlen.
Aus Kaiserslautern stammten auch Headcrash mit ihrem Techno-Hardcore-Crossover, aus Idar-Oberstein kamen die jungen Deutschpunker von Splash. Aus Limburg rotzten Bubonix ihren großartigen HC-Punk aus den Lautsprechern.
Landau, die Kreisstadt in der Südpfalz, hat seit Jahren eine aktive Szene. Ich spielte Stressfaktor mit ihrem deutschsprachigen Hardcore-Punk und Trend, die immer noch verdammt nach einer Kreuzung aus 1979 und 1981 klingen.
Ebenfalls nach 1977 klingen Front aus Mainz. Dann noch zweimal Geschichtsunterricht: Memento Mori aus Ludwigshafen spielten den Hardcore, den man 1988 hörte, und von My Lai aus Bendorf kam von 1994 ihre LP, die anno dunnemals zu den neuen Emocore-Platten gehörte.
06 Dezember 2009
Warum nicht Rastatt?
Eigentlich hatte ich mich sehr auf das Twisted-Chords-Festival gefreut, das am Freitag, 4. Dezember, und Samstag, 5. Dezember 2009, in Rastatt lief. Ich war für den Samstag abend geplant: einmal Lesung und nach den Bands auch noch als DJ. Der klare Auftrag lautete: Pop aus den 80er und 90er Jahren.
Nun gut. Ich bereitete mich ordentlich vor, sammelte im Verlauf der gesamten Woche meine Platten und CDs zusammen, die ich für so eine Disco für sinnvoll hielt. Und bemerkte, daß ich ab Donnerstag immer stärker rotzen und schnupfen mußte. (Zwischendurch war ich mir nicht sicher, ob es eine Erkältung oder ein Allergieschub war; die Symptome sind nunmal sehr ähnlich.)
Am Samstag, 5. Dezember, war der Ofen aus: höllische Kopfschmerzen, Übelkeit, dann auch Fieber. Ich befürchtete, die Schweinegrippe hätte mich erwischt, blieb im Bett und sagte die Lesung und alles ab.
Am späten Abend ließen die Kopfschmerzen und das Fieber nach, die Erkältung blieb. Also doch keine Schweinegrippe. Aber gelesen und Musik aufgelegt hatte ich trotzdem nicht. Bescheuerter Samstag.
Nun gut. Ich bereitete mich ordentlich vor, sammelte im Verlauf der gesamten Woche meine Platten und CDs zusammen, die ich für so eine Disco für sinnvoll hielt. Und bemerkte, daß ich ab Donnerstag immer stärker rotzen und schnupfen mußte. (Zwischendurch war ich mir nicht sicher, ob es eine Erkältung oder ein Allergieschub war; die Symptome sind nunmal sehr ähnlich.)
Am Samstag, 5. Dezember, war der Ofen aus: höllische Kopfschmerzen, Übelkeit, dann auch Fieber. Ich befürchtete, die Schweinegrippe hätte mich erwischt, blieb im Bett und sagte die Lesung und alles ab.
Am späten Abend ließen die Kopfschmerzen und das Fieber nach, die Erkältung blieb. Also doch keine Schweinegrippe. Aber gelesen und Musik aufgelegt hatte ich trotzdem nicht. Bescheuerter Samstag.
05 Dezember 2009
Russen-Klischees
Wir bummelten durch den parkähnlichen Garten des Hotels, ein kleiner Spaziergang nach dem leckeren Abendessen. Sterne am Himmel, Schiffe am Horizont auf dem Meer, vom Meer-Restaurant drang Essensgeruch an unsere Nasen.
Dann hörten wir die Stimmen: Eine Gruppe von Männern sang. Wir traten näher und sahen, daß sechs oder sieben Menschen auf zwei Holzbänken saßen. Die Frauen schienen still zu sein, die Männer sangen; es klang melancholisch und nett.
»Das sind die Russen«, sagte ich irritiert. Und es stimmte: Die russischen Gäste, über deren manchmal arg klobiges Benehmen wir uns mehrfach geärgert hatten, saßen auf den Holzbänken unweit des Strandes und sangen.
Manchmal gaben sie sich Mühe, alle Klischees zu erfüllen: Sie tranken Unmengen von Alkohol, der in diesem arabischen Land ziemlich teuer war, sie waren laut und lustig, sie häuften die Teller im Restaurant voll, und sie verhielten sich am Strand laut und angesoffen.
Aber jetzt erfüllten sie das andere Klischee: der sangeslustige, melancholische Russe, wie man ihn aus alten Filmen wie »Doktor Schiwago« kennt. Immer wieder finde ich es nett, wenn Leute sich Mühe geben, ihre eigenen Klischees zu erfüllen.
Dann hörten wir die Stimmen: Eine Gruppe von Männern sang. Wir traten näher und sahen, daß sechs oder sieben Menschen auf zwei Holzbänken saßen. Die Frauen schienen still zu sein, die Männer sangen; es klang melancholisch und nett.
»Das sind die Russen«, sagte ich irritiert. Und es stimmte: Die russischen Gäste, über deren manchmal arg klobiges Benehmen wir uns mehrfach geärgert hatten, saßen auf den Holzbänken unweit des Strandes und sangen.
Manchmal gaben sie sich Mühe, alle Klischees zu erfüllen: Sie tranken Unmengen von Alkohol, der in diesem arabischen Land ziemlich teuer war, sie waren laut und lustig, sie häuften die Teller im Restaurant voll, und sie verhielten sich am Strand laut und angesoffen.
Aber jetzt erfüllten sie das andere Klischee: der sangeslustige, melancholische Russe, wie man ihn aus alten Filmen wie »Doktor Schiwago« kennt. Immer wieder finde ich es nett, wenn Leute sich Mühe geben, ihre eigenen Klischees zu erfüllen.
04 Dezember 2009
Traditionelle Weihnachtslesung
Zum nunmehr dritten (oder schon vierten?) Mal gibt es in der Vorweihnachtszeit eine Lesung von mir in Heidelberg - das wird zu einer guten Tradition, denke ich. Und wieder findet die Veranstaltung im Café Gegendruck statt.
Das sympathische, extrem kleine Café liegt in der Innenstadt der Universitätsstadt, beim Weihnachtsmarkt buchstäblich um die Ecke. Nach eigenen Angaben soll in dem unkommerziellen Treffpunkt »ein unabhängiger politischer und kultureller Austausch ermöglicht werden«. Unter anderem ist der Infoladen Heidelberg in den Räumlichkeiten des Cafés untergebracht, die Lesung ist gewissermaßen nebendran.
Meine Lesung ist am Montag, 21. Dezember 2009; sie beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber ich freue mich über jeden, der Bücher kauft ...
Das sympathische, extrem kleine Café liegt in der Innenstadt der Universitätsstadt, beim Weihnachtsmarkt buchstäblich um die Ecke. Nach eigenen Angaben soll in dem unkommerziellen Treffpunkt »ein unabhängiger politischer und kultureller Austausch ermöglicht werden«. Unter anderem ist der Infoladen Heidelberg in den Räumlichkeiten des Cafés untergebracht, die Lesung ist gewissermaßen nebendran.
Meine Lesung ist am Montag, 21. Dezember 2009; sie beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber ich freue mich über jeden, der Bücher kauft ...
03 Dezember 2009
Rückflug mit Tücken
Wir flogen mit Gulf Air, und die erwiesen sich schon beim Flug in die Emirate als nicht unbedingt optimal. Der Rückflug war allerdings katastrophal. Von Dubai nach Bahrain sollte es um 23.45 Uhr losgehen; nicht gerade mein Lieblingstermin. Als wir gegen 21 Uhr eincheckten, wurde uns noch eine Boarding-Zeit von 23 Uhr genannt.
Als wir allerdings um 23 Uhr am Schalter ankamen, gab es weder eine Information noch eine Person, die uns weiterhalf; wir erfuhren aus anderen Informationsmöglichkeiten, dass der Flug auf 0.45 Uhr geschoben worden war. Daran hielt sich niemand: Letztlich flogen wir gegen 1.30 Uhr Ortszeit von Dubai los.
Aufgrund von Gerüchten bekamen wir mit, dass der Flug von Bahrain nach Frankfurt, der um 1.50 Uhr Ortszeit geplant war, gegen 7 Uhr erst starten sollte. Wir trafen um 2.30 Uhr Ortszeit ein; ein völlig überforderter Gulf Air-Angestellter, der keinerlei Information hatte, stellte uns (er wurde von Dutzenden von Menschen umlagert) vor die Alternative: für zwei bis drei Stunden in ein Hotel oder ein kostenloses Essen.
Wir verzichteten auf das Hotel (das sich, wie wir von anderen Reisenden, die auch in Bahrain strandeten, erfuhren, als ziemliche Katastrophe entpuppte) und entschlossen uns, im Flughafen zu bleiben. Im Restaurant, in das wir uns mit anderen Reisenden begaben, wusste niemand etwas von kostenlosem Essen oder kostenlosen Getränken; wir beide verzichteten dann auf das Essen (das Personal hatte die Küche kurz zuvor geschlossen), nahmen ein Getränk und gingen in den Duty-Free-Bereich.
Später änderte sich das Gate (ohne dass man am bisherigen Gate informiert wurde), und die Abflugzeit wechselte auf 8.00 Uhr. Später dasselbe: neues Gate, Abflugzeit um 8.50 Uhr. Noch später: neues Gate, Abflugzeit um 8.40 Uhr. Gegen 9.30 Uhr (in etwa) ging dann das Flugzeug von Bahrain nach Frankfurt.
In solchen Fällen geht der Erholungswert von zwei Wochen Strand und Sonne dann doch recht zackig auf den Nullpunkt zurück ...
Als wir allerdings um 23 Uhr am Schalter ankamen, gab es weder eine Information noch eine Person, die uns weiterhalf; wir erfuhren aus anderen Informationsmöglichkeiten, dass der Flug auf 0.45 Uhr geschoben worden war. Daran hielt sich niemand: Letztlich flogen wir gegen 1.30 Uhr Ortszeit von Dubai los.
Aufgrund von Gerüchten bekamen wir mit, dass der Flug von Bahrain nach Frankfurt, der um 1.50 Uhr Ortszeit geplant war, gegen 7 Uhr erst starten sollte. Wir trafen um 2.30 Uhr Ortszeit ein; ein völlig überforderter Gulf Air-Angestellter, der keinerlei Information hatte, stellte uns (er wurde von Dutzenden von Menschen umlagert) vor die Alternative: für zwei bis drei Stunden in ein Hotel oder ein kostenloses Essen.
Wir verzichteten auf das Hotel (das sich, wie wir von anderen Reisenden, die auch in Bahrain strandeten, erfuhren, als ziemliche Katastrophe entpuppte) und entschlossen uns, im Flughafen zu bleiben. Im Restaurant, in das wir uns mit anderen Reisenden begaben, wusste niemand etwas von kostenlosem Essen oder kostenlosen Getränken; wir beide verzichteten dann auf das Essen (das Personal hatte die Küche kurz zuvor geschlossen), nahmen ein Getränk und gingen in den Duty-Free-Bereich.
Später änderte sich das Gate (ohne dass man am bisherigen Gate informiert wurde), und die Abflugzeit wechselte auf 8.00 Uhr. Später dasselbe: neues Gate, Abflugzeit um 8.50 Uhr. Noch später: neues Gate, Abflugzeit um 8.40 Uhr. Gegen 9.30 Uhr (in etwa) ging dann das Flugzeug von Bahrain nach Frankfurt.
In solchen Fällen geht der Erholungswert von zwei Wochen Strand und Sonne dann doch recht zackig auf den Nullpunkt zurück ...
02 Dezember 2009
Dreck-Spaziergang
Der erste Strandspaziergang: Wir bummelten gemeinsam los, nach links über den weißen Sand, hin zu den Felsen, die gewissermaßen den ersten Horizont bildeten. Meine Überlegung war, soweit über den Strand zu spazieren, bis wir auf diese Weise zum nahe gelegenen Dorf kommen würden.
Der Sand war geradezu heiß, das Wasser dagegen angenehm warm. Mit bloßem Auge sah ich Fische, die im flachen Wasser schwammen; kleine Wellen brachen sich, und überall lagen kleine Muscheln sowie die Reste von Korallen.
Am Ende des Strandes kamen Felsen und ein kleines Kap, das sich in Form eines Haufens großer Steine ins Meer hinaus erstreckte. Dort kamen wir nicht weiter. Stacheldraht und ein Maschenzaun schirmten einige flache Gebäude ab.
Da auf dem Berg zur Linken ein Funkmast stand, vermutete ich, daß hier vielleicht militärisches Gelände begann. Im Schatten des Berges parkten zwei Geländewagen, bunte Zelte wurden errichtet; es sah aus, als ob hier jemand einen Camping-Urlaub am Strand verbringen wollten.
Wir drehten um und bummelten zurück. Vor dem Hotel stellten wir fest, daß wir schmierig-schwarze Füße hatte, eine Melange aus Teer und Ölresten. Zwar hatten wir nichts davon bemerkt, aber wir schienen ständig in Klumpen aus Dreck getreten zu sein.
Kein großes Problem im Hotel: Die Füße konnten wir mit einem Lappen und spezieller Flüssigkeit rasch sauber bekommen. Zumindest soweit, daß wir nicht mehr alles verschmierten.
Und abends sahen wir den Grund für den Dreck: Dutzende von Schiffe zogen über den Horizont, eine lange Schlange von Frachtern und Öltransportern. Sie alle waren wohl auf dem Weg nach Fujairah, der Hafenstadt, die vierzig Kilometer weiter südlich lag, die Hauptstadt des Emirats, in dem wir uns aufhielten.
Dort befand sich ein sogenannter Bunkering Port, wie ich dem Reiseführer entnahm, ein riesiger Ölverladehafen, angeblich einer der drei größten der Welt. Kein Wunder, daß da gelegentlich mal ein Tröpfchen Öl oder Teer austrat und an Land gespült wurde ...
Der Sand war geradezu heiß, das Wasser dagegen angenehm warm. Mit bloßem Auge sah ich Fische, die im flachen Wasser schwammen; kleine Wellen brachen sich, und überall lagen kleine Muscheln sowie die Reste von Korallen.
Am Ende des Strandes kamen Felsen und ein kleines Kap, das sich in Form eines Haufens großer Steine ins Meer hinaus erstreckte. Dort kamen wir nicht weiter. Stacheldraht und ein Maschenzaun schirmten einige flache Gebäude ab.
Da auf dem Berg zur Linken ein Funkmast stand, vermutete ich, daß hier vielleicht militärisches Gelände begann. Im Schatten des Berges parkten zwei Geländewagen, bunte Zelte wurden errichtet; es sah aus, als ob hier jemand einen Camping-Urlaub am Strand verbringen wollten.
Wir drehten um und bummelten zurück. Vor dem Hotel stellten wir fest, daß wir schmierig-schwarze Füße hatte, eine Melange aus Teer und Ölresten. Zwar hatten wir nichts davon bemerkt, aber wir schienen ständig in Klumpen aus Dreck getreten zu sein.
Kein großes Problem im Hotel: Die Füße konnten wir mit einem Lappen und spezieller Flüssigkeit rasch sauber bekommen. Zumindest soweit, daß wir nicht mehr alles verschmierten.
Und abends sahen wir den Grund für den Dreck: Dutzende von Schiffe zogen über den Horizont, eine lange Schlange von Frachtern und Öltransportern. Sie alle waren wohl auf dem Weg nach Fujairah, der Hafenstadt, die vierzig Kilometer weiter südlich lag, die Hauptstadt des Emirats, in dem wir uns aufhielten.
Dort befand sich ein sogenannter Bunkering Port, wie ich dem Reiseführer entnahm, ein riesiger Ölverladehafen, angeblich einer der drei größten der Welt. Kein Wunder, daß da gelegentlich mal ein Tröpfchen Öl oder Teer austrat und an Land gespült wurde ...
01 Dezember 2009
Zwei Wochen Emirate
In früheren Jahren suchte ich mir eher jene Weltgegenden aus, die als »arm« gelten. Der diesjährige Urlaub führte in eine Region, die als aufblühend und reich gilt. Richtig – die Vereinten Arabischen Emirate.
Die VAE bestehen bekanntlich aus sieben verschiedenen Emiraten; das bekannteste davon ist wohl Dubai. Diese Stadt haben wir natürlich auch besucht, insgesamt waren wir zweimal in der Stadt. Ein Wahnsinn! – selten so viele Gegensätze gesehen, selten so oft den Kopf geschüttelt angesichts völlig überzogener Dinge.
Unser Hotel lag nicht am Persischen Golf, sondern am Golf von Oman, also auf »der anderen Seite«, im Emirat Fujairah. Die Hotel-Homepage zeigt eine Dia-Show, die sehr ... ähm ... touristisch aussieht, aber viele Eindrücke wahrheitsgetreu wiedergibt.
Einen Geldscheißer besitze ich nicht, das braucht jetzt niemand zu glauben. Der Urlaub war letztlich sogar in diesem bonzigen Hotel ein echtes Schnäppchen und nicht teurer als die gleiche Zeit irgendwo auf den Kanaren.
Und ich habe es ziemlich genossen – jeden Tag. (Jetzt steht mir erst einmal bevor, die angefutterten Kilos wieder loszubekommen ...) Politisch-gesellschaftliche Diskurse und weitere Texte folgen.
Die VAE bestehen bekanntlich aus sieben verschiedenen Emiraten; das bekannteste davon ist wohl Dubai. Diese Stadt haben wir natürlich auch besucht, insgesamt waren wir zweimal in der Stadt. Ein Wahnsinn! – selten so viele Gegensätze gesehen, selten so oft den Kopf geschüttelt angesichts völlig überzogener Dinge.
Unser Hotel lag nicht am Persischen Golf, sondern am Golf von Oman, also auf »der anderen Seite«, im Emirat Fujairah. Die Hotel-Homepage zeigt eine Dia-Show, die sehr ... ähm ... touristisch aussieht, aber viele Eindrücke wahrheitsgetreu wiedergibt.
Einen Geldscheißer besitze ich nicht, das braucht jetzt niemand zu glauben. Der Urlaub war letztlich sogar in diesem bonzigen Hotel ein echtes Schnäppchen und nicht teurer als die gleiche Zeit irgendwo auf den Kanaren.
Und ich habe es ziemlich genossen – jeden Tag. (Jetzt steht mir erst einmal bevor, die angefutterten Kilos wieder loszubekommen ...) Politisch-gesellschaftliche Diskurse und weitere Texte folgen.
30 November 2009
Coole Rezension
»Er holt ein mit Kitsch und allerlei Tand überfrachtetes Sujet zurück auf die (schmutzige) Arbeitsebene.« Das schreibt der Kollege Felix Mescoli in seinem Big Rock Blog über meinen Fantasy-Kurzroman »Sardev - der Schatten des Friedens«.
Das ist eine Besprechung, wie ich sie selbstverständlich liebe: »Ein kleines, gradlinig geschriebenes, spannendes, manchmal brutales Buch.« Damit kann ich gut leben.
Gut leben kann ich auch mit dem Western-Vergleich. In der Tat folgt »Sardev« einigen Western-Anleihen, wenngleich das damals nicht absichtlich geplant war. Aber man kann sich ja nicht alles im voraus so richtig zurechtlegen ...
Das ist eine Besprechung, wie ich sie selbstverständlich liebe: »Ein kleines, gradlinig geschriebenes, spannendes, manchmal brutales Buch.« Damit kann ich gut leben.
Gut leben kann ich auch mit dem Western-Vergleich. In der Tat folgt »Sardev« einigen Western-Anleihen, wenngleich das damals nicht absichtlich geplant war. Aber man kann sich ja nicht alles im voraus so richtig zurechtlegen ...
15 November 2009
Urlaub ...
Die nächsten Tage wird in diesem Blog hier Funkstille herrschen. Der banale Grund: Ich bin im Urlaub. Und zwar Urlaub, der weitestgehend ohne Internet auskommen wird.
Ende November sollte es weitergehen. Wundere sich so lange bitte niemand ...
Ende November sollte es weitergehen. Wundere sich so lange bitte niemand ...
14 November 2009
Immer noch 2001

Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich um 1980 in der Kreissparkasse am Marktplatz stand und »Verrechnungsschecks« bestellte (jüngere Leser, die nicht mehr wissen, was das ist, mögen den Begriff bitte googeln). Ich war 16 Jahre alt und eigentlich viel zu jung dafür.
Und als der Bankangestellte fragte, warum ich denn das bräuchte, sagte ich: »Ich möchte bei 2001 was bestellen.« Er grinste wissend, nickte und händigte mir nach einigem Papierkram die Verrechnungsschecks aus.
Der Bankangestellte war Motorradfahrer und damit wohl ebensosehr »Gegenkultur« wie ich in meiner naiven Antihaltung zum Großteil der Welt um mich herum. Und einen Teil dieser alternativen Denkweise bot ein Versandhandel mit Sitz in Frankfurt an – seit 1980 war ich Kunde bei »Zweitausendeins«, und ich kaufte dort billige Vinylscheiben, preiswerte Bücher und auch Comics.
Bis heute bin ich Kunde bei dem Versandhaus, auch wenn ich genügend Bücher und Platten habe und auf Sonderangebote eigentlich nicht angewiesen sein möchte. Aber ich lese nach wie vor gern das Merkheft, und ich gehe gern in den örtlichen »2001«-Laden, wo ich im Keller stöbere.
Mathias Bröckers hat darüber ein Buch geschrieben. Der Autor und Redakteur schreibt in »Zweitausendeins. Der Versand. 40 Jahre danach« über die Geschichte eines Unternehmens, das in der 68er-Revolution anfing, das zeitweise viele Leute prägte und das es heute immer noch gibt.
Ein bißchen Selbstbeweihräucherung ist dabei, aber das ist völlig in Ordnung. Immerhin darf sich der Versand feiern lassen, und ich habe die kleine Chronik – nicht mal hundert Seiten im Taschenbuchformat – mit viel Vergnügen gelesen.
Soooo lang ist das schon wieder her? Angesichts der Tatsache sollte ich glatt mal wieder einige Bücher bestellen ...
13 November 2009
2012 geguckt
Es war ein Kurz-Trip nach Stuttgart, und eigentlich ging es unter anderem mal darum, alte Bekannte wiederzutreffen. Und natürlich bot es sich an, gleich zu Beginn den aktuellen Emmerich-Streifen »2012« zu gucken. Vorab-Verrisse hatte ich schon genug gelesen, so daß ich einigermaßen interessiert war.
Seien wir ehrlich: Selten habe ich die Geschichte eines Weltuntergangs so eindrucksvoll erlebt wie in diesem Streifen. Die völlige Zerstörung von Los Angeles, der Untergang von Las Vegas, die Explosion des Yellowstone Nationalparks, das Zertrümmern des Weißen Hauses und des Peterdoms – das war alles unglaublich gut in Szene gesetzt. Hammer!, was da für Bilder erzeugt werden.
Auch der Anfang der emotionalen Verwicklungen war stark: der Vater, der Science-Fiction-Romane schreibt und mit seinen Kindern in Urlaub fahren möchte, der Geologe, der das Unheil spürt, der Verrückte in der Wildnis, der schon alles weiß und ahnt. Mir gefiel das alles sehr gut, da fieberte ich geradezu mit.
Gegen Ende nervten mich die emotionalen Verwicklungen, und das Happy-End ärgerte mich dann. Das scheint ein Problem mit allen Emmerich-Filmen sowie generell vielen Hollywood-Erfolgen zu sein. Fair gesagt: Die gefühlten ersten zwei Stunden des Filmes sind klasse, die letzte halbe Stunde kann man sich eigentlich schenken.
Noch ein Wort zur Handlungslogik sowie zur Physik, die dem Film zugrundeliegt: Das ist natürlich alles ebensolcher Humbug (»mutierende Neutrinos« ... aha!) wie die angebliche Maya-Prophezeihung. Aber wenn man das alles gut ignoriert, was ich gut konnte, bekommt man streckenweise richtig gelungene Kino-Unterhaltung.
Seien wir ehrlich: Selten habe ich die Geschichte eines Weltuntergangs so eindrucksvoll erlebt wie in diesem Streifen. Die völlige Zerstörung von Los Angeles, der Untergang von Las Vegas, die Explosion des Yellowstone Nationalparks, das Zertrümmern des Weißen Hauses und des Peterdoms – das war alles unglaublich gut in Szene gesetzt. Hammer!, was da für Bilder erzeugt werden.
Auch der Anfang der emotionalen Verwicklungen war stark: der Vater, der Science-Fiction-Romane schreibt und mit seinen Kindern in Urlaub fahren möchte, der Geologe, der das Unheil spürt, der Verrückte in der Wildnis, der schon alles weiß und ahnt. Mir gefiel das alles sehr gut, da fieberte ich geradezu mit.
Gegen Ende nervten mich die emotionalen Verwicklungen, und das Happy-End ärgerte mich dann. Das scheint ein Problem mit allen Emmerich-Filmen sowie generell vielen Hollywood-Erfolgen zu sein. Fair gesagt: Die gefühlten ersten zwei Stunden des Filmes sind klasse, die letzte halbe Stunde kann man sich eigentlich schenken.
Noch ein Wort zur Handlungslogik sowie zur Physik, die dem Film zugrundeliegt: Das ist natürlich alles ebensolcher Humbug (»mutierende Neutrinos« ... aha!) wie die angebliche Maya-Prophezeihung. Aber wenn man das alles gut ignoriert, was ich gut konnte, bekommt man streckenweise richtig gelungene Kino-Unterhaltung.
12 November 2009
Über dunkle Rebellen

Die Musik-Szene in der ehemaligen DDR wird in den letzten Jahren immer stärker erforscht; manchmal habe ich das Gefühl, es gäbe mittlerweile über jede Punk-Band ein Buch und als wäre mittlerweile jeder, der irgendwann mal eine Gitarre in der Hand hielt, im Fernsehen abgefeiert worden. Schlecht muß das nicht sein: Auf diese Weise bekomme ich was über Bands vermittelt, die ich in den 80er Jahren nicht kannte.
So Die Art aus Leipzig, die sich 1984 unter anderem Namen gründeten und in den 80er Jahren zu den angesagten Underground-Kapellen der DDR gehörten. Auch nach der sogenannten Wende ging es mit der Band weiter, es gab Höhen und Tiefen, und im Jahr 2001 war Schluß.
Die Mischung aus Punk und Rock und Gothic, die jahrelang eine große Fan-Schar begeisterte, ging allerdings ziemlich an mir vorüber. So sehr, daß auch das Buch »Dunkle Rebellen« von Volly Tanner einige Jahre bei mir im Bücherstapel vergammelte, bis ich es endlich lesen konnte. (Mittlerweile dürfte es verlagsvergriffen sein, seufz.)
Es ist in der kleinen Edition 42 erschienen, umfasst rund 100 Seiten und ist ein schick gestaltetes Paperback mit vielen Fotos, Textauszügen, Interviews und einem subjektiven Rückblick auf die Geschichte der Band. Volly Tanner ist kein seriöser Sachbuchautor, will das auch gar nicht sein, sondern erzählt die Geschichte der Band aus einer subjektiven Perspektive nach – leider enthält diese subjektive Wahrnehmung viele Anspielungen, die ich als Außenseiter nicht verstand.
Trotzdem blieb der Eindruck einer Band, die etwas zu sagen hatte und deren Auflösung viele bedauerten. Vielleicht muß ich doch mal gucken, daß ich mir Platten von Die Art besorge.
11 November 2009
Trubel in der Blogosphäre
Robert Basic ist ein sogenannter Alpha-Blogger, also einer von denen, die in der sogenannten Blogosphäre wichtig sind. Jetzt bekomme ich normalerweise von der Blogosphäre eh nichts mit, weil mich weder interessiert, wie man mit einem Blog Geld verdienen kann, noch der Illusion unterliege, ein Blog sein irgendwie journalistisch bedeutsam.
Unter der Headline »Was ist aus den Blogs geworden?« schreibt Robert Basic über den angeblichen Hype um die Blogs, der seiner Ansicht nach »gelaufen« scheint.
Wenn der Hype vorüber ist, so Basic, seien Blogs womöglich »nicht mehr so wichtig«. Gründe könnten sein, weil »nur ganz wenige bis gar keine Blogs wirtschaftlich« seien oder weil es »kein Blog mit der FAZ aufnehmen« könne. Interessante Argumentation, die Blogs tatsächlich einen Stellenwert zuweist, den sie zumeist doch nicht haben.
Der Artikel ist interessant, und er ist als Kommentar lesenswert. Er hat allerdings mit meiner »Blog-Realität« nichts zu tun. Von daher kann ich auch die nächsten Jahre die sogenannten Alpha-Blogger in ihrer anspruchsvollen Blogosphäre ignorieren; die dürfen dort gern Journalist spielen.
Unter der Headline »Was ist aus den Blogs geworden?« schreibt Robert Basic über den angeblichen Hype um die Blogs, der seiner Ansicht nach »gelaufen« scheint.
Wenn der Hype vorüber ist, so Basic, seien Blogs womöglich »nicht mehr so wichtig«. Gründe könnten sein, weil »nur ganz wenige bis gar keine Blogs wirtschaftlich« seien oder weil es »kein Blog mit der FAZ aufnehmen« könne. Interessante Argumentation, die Blogs tatsächlich einen Stellenwert zuweist, den sie zumeist doch nicht haben.
Der Artikel ist interessant, und er ist als Kommentar lesenswert. Er hat allerdings mit meiner »Blog-Realität« nichts zu tun. Von daher kann ich auch die nächsten Jahre die sogenannten Alpha-Blogger in ihrer anspruchsvollen Blogosphäre ignorieren; die dürfen dort gern Journalist spielen.
10 November 2009
Bald Jubiläum
Wenn ich's mir richtig überlege, gibt es meine Radiosendung jetzt schon bald 15 Jahre. Das genaue Jubiläum wird sich mangels eigener Hirnleistung wohl nie genau ermitteln lassen.
Im Juni 1995 ging Querfunk auf Sendung, seit damals gibt es die Radiosendung so richtig regelmäßig. Aber dass ich ENPUNKT-Radio machen wollte und wie das alles heißen sollte, muss sich irgendwann mal Ende 1994 herauskristallisiert haben. Wahrscheinlich bei einem der vielen Plena im »Felshof« oder im »Tempel«.
Die erste Radiosendung wurde in einem Raum aufgenommen, der nicht viel größer war als die Kabine im öffentlichen WC. Ausgestrahlt wurde sie dann ausschließlich in den Räumen des Gewerbehofs, konnte also von maximal 25 Leuten gehört werden. Trotzdem gab es hinterher Kritik und Lob – das fand ich stark.
Dass es aber superschwer war, so eine Sendung journalistisch sauber zu machen und dabei abwechslungsreich zu bleiben, merkte ich früh genug. Aus diesem Grund verzichtete ich früh auf ernsthafte Polit-Sendungen und spielte lieber meinen Musik-Kram. Das war letztlich doch einfacher ...
Im Juni 1995 ging Querfunk auf Sendung, seit damals gibt es die Radiosendung so richtig regelmäßig. Aber dass ich ENPUNKT-Radio machen wollte und wie das alles heißen sollte, muss sich irgendwann mal Ende 1994 herauskristallisiert haben. Wahrscheinlich bei einem der vielen Plena im »Felshof« oder im »Tempel«.
Die erste Radiosendung wurde in einem Raum aufgenommen, der nicht viel größer war als die Kabine im öffentlichen WC. Ausgestrahlt wurde sie dann ausschließlich in den Räumen des Gewerbehofs, konnte also von maximal 25 Leuten gehört werden. Trotzdem gab es hinterher Kritik und Lob – das fand ich stark.
Dass es aber superschwer war, so eine Sendung journalistisch sauber zu machen und dabei abwechslungsreich zu bleiben, merkte ich früh genug. Aus diesem Grund verzichtete ich früh auf ernsthafte Polit-Sendungen und spielte lieber meinen Musik-Kram. Das war letztlich doch einfacher ...
09 November 2009
Twitter und Co.
Der Mann ist mit persönlich bekannt als jemand, der im weitesten Sinne mit Computern zu tun hat. Täglich sitzt er vor seinem PC, und er ist in dem Unternehmen, für das er arbeitet, unter anderem für die Verwaltung von Homepages und so verantwortlich.
Irgendwann kamen wir aufs Thema Twitter. Ich erzählte nicht, dass ich einen eigenen Twitter-Account habe, auf dem ich aber nicht sooo viel schreibe, sondern berichtete von den PERRY RHODAN-Aktivitäten unter anderem bei Twitter.
Das fand er sehr interessant. Und dann fragte er: »Bei Twitter kriege ich dann immer, wenn da jemand was schreibt, eine SMS aufs Handy, oder?«
So kam ich in den Genuss, jemandem in Kurzform zu erläutern, was Twitter ist und was man damit mehr oder weniger sinnvolles machen kann. (Nach dem wirklichen Sinn suche ich auch noch; es kann allerdings durchaus unterhaltsam sein.) Ich kam mir vor wie ein Teenager, der einem Erwachsenen die neuesten technischen Wunderdinge vor Augen hält ...
Irgendwann kamen wir aufs Thema Twitter. Ich erzählte nicht, dass ich einen eigenen Twitter-Account habe, auf dem ich aber nicht sooo viel schreibe, sondern berichtete von den PERRY RHODAN-Aktivitäten unter anderem bei Twitter.
Das fand er sehr interessant. Und dann fragte er: »Bei Twitter kriege ich dann immer, wenn da jemand was schreibt, eine SMS aufs Handy, oder?«
So kam ich in den Genuss, jemandem in Kurzform zu erläutern, was Twitter ist und was man damit mehr oder weniger sinnvolles machen kann. (Nach dem wirklichen Sinn suche ich auch noch; es kann allerdings durchaus unterhaltsam sein.) Ich kam mir vor wie ein Teenager, der einem Erwachsenen die neuesten technischen Wunderdinge vor Augen hält ...
08 November 2009
Don Carlos und ich
Es war ein zugleich faszinierendes wie verstörendes Bild: Rechts und links der Bühne zeigten die Leinwände riesige Schwarzweiß-Bilder mit den Konterfeis berühmter Diktatoren des zwanzigsten Jahrhunderts; auf der Bühne strahlte ein gigantisches Kreuz, hinter dem ebenfalls mal Stalin, mal Hitler, mal Khomeini, mal Mao, mal Pinochet und so weiter zu sehen waren. Und auf der kargen Bühne tanzten verkleidete Menschen mit den Masken der Diktatoren einen Reigen, während auf Monitoren eine Explosion nach der anderen, eine marschierende Armee oder sterbende Menschen zu sehen waren.
Ich war in der Oper. Genauer gesagt: im Karlsruher Opernhaus. Es wurde »Don Carlos« gegeben, die Verdi-Oper, die nach dem gleichnamigen Theaterstück von Schiller entstanden ist. Und ich fand's saugut.
Manchmal ging mir das Gesinge ein wenig auf die Nerven; die beeindruckende Inszenierung mit modernen Einsprengseln, mit einer absolut karten Bühne und teilweise sehr statisch funktionierenden Figuren fand ich aber absolut stark. Das war kein leichtfüßiges Musical (und natürlich kein hektisch-dynamisches Punk-Konzert), sondern das war anspruchsvolle Kunst.
Opern-Fan werde ich sicher nicht werden. Aber die »Don Carlos«-Inszenierung im Opernhaus wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.
Ich war in der Oper. Genauer gesagt: im Karlsruher Opernhaus. Es wurde »Don Carlos« gegeben, die Verdi-Oper, die nach dem gleichnamigen Theaterstück von Schiller entstanden ist. Und ich fand's saugut.
Manchmal ging mir das Gesinge ein wenig auf die Nerven; die beeindruckende Inszenierung mit modernen Einsprengseln, mit einer absolut karten Bühne und teilweise sehr statisch funktionierenden Figuren fand ich aber absolut stark. Das war kein leichtfüßiges Musical (und natürlich kein hektisch-dynamisches Punk-Konzert), sondern das war anspruchsvolle Kunst.
Opern-Fan werde ich sicher nicht werden. Aber die »Don Carlos«-Inszenierung im Opernhaus wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.
07 November 2009
Helles Bier in Belgien
Reise-Erinnerung ans Jahr 2005
Der Wind pfiff vom Meer her, als wir durch De Haan spazierten. Die kleine belgische Stadt, nicht viel mehr als ein Dorf mit einigen Hotels, vielen kleinen Häusern und einigen Pensionen – in einer davon hatten wir uns einquartiert – machte im September 2005 keinen besonders gemütlichen Eindruck. Auch wenn noch nicht die Jahreszeit dafür war, hatte ich doch das Gefühl, der Herbst wollte bald in einen eisig-kalten Winter übergehen.
Wir hatten Hunger und Durst, und irgendwie konnten wir uns nicht so recht entscheiden. Überall gab es Restaurants, die frische Muscheln anboten, überall saßen Touristen, und in manchen Restaurants schreckten die Preise ab. Wir entschieden uns nach einigem Hin und Her dann doch für die »Brasserie Carnac«, ohne dass ich heute noch sagen könnte, welchen Grund es dafür gab.
Der Raum war zugig: Ich saß mit dem Rücken zu einer Fensterfront, durch die unaufhörlich die Kälte hereindrang. Das ganze hatte einen durchaus rustikalen Charme, nicht übermäßig schick, aber nett, kein feines Lokal, sondern im Prinzip ein etwas gehobener Imbiss. Und damit es passte, trank ich rasch hintereinander ein Jupiler und ein Leffe, zwei blonde Biere also.
Wir bekamen ein anständiges Essen hingestellt; sowohl der Fisch als auch das vegetarische Essen schmeckten. Die Musik war dezent, die lärmenden Touristen am Nachbarisch gehörten zur Folklore dazu. Es war weiß Gott kein Lokal, das in irgendeinem seriösen Reiseführer einen prominenten Platz verdient hätte – aber wir waren zufrieden und gesättigt, und als ich leicht torkelnd hinaus ins Freie trat, die Nase wieder in den Wind haltend, wurde mir erst wieder bewusst, wie warm es trotz Zugluft gewesen war.
Belgien im September 2005, das war eine sehr schöne Reise, und De Haan sowie die Brasserie Carnac passten gut dazu.
Der Wind pfiff vom Meer her, als wir durch De Haan spazierten. Die kleine belgische Stadt, nicht viel mehr als ein Dorf mit einigen Hotels, vielen kleinen Häusern und einigen Pensionen – in einer davon hatten wir uns einquartiert – machte im September 2005 keinen besonders gemütlichen Eindruck. Auch wenn noch nicht die Jahreszeit dafür war, hatte ich doch das Gefühl, der Herbst wollte bald in einen eisig-kalten Winter übergehen.
Wir hatten Hunger und Durst, und irgendwie konnten wir uns nicht so recht entscheiden. Überall gab es Restaurants, die frische Muscheln anboten, überall saßen Touristen, und in manchen Restaurants schreckten die Preise ab. Wir entschieden uns nach einigem Hin und Her dann doch für die »Brasserie Carnac«, ohne dass ich heute noch sagen könnte, welchen Grund es dafür gab.
Der Raum war zugig: Ich saß mit dem Rücken zu einer Fensterfront, durch die unaufhörlich die Kälte hereindrang. Das ganze hatte einen durchaus rustikalen Charme, nicht übermäßig schick, aber nett, kein feines Lokal, sondern im Prinzip ein etwas gehobener Imbiss. Und damit es passte, trank ich rasch hintereinander ein Jupiler und ein Leffe, zwei blonde Biere also.
Wir bekamen ein anständiges Essen hingestellt; sowohl der Fisch als auch das vegetarische Essen schmeckten. Die Musik war dezent, die lärmenden Touristen am Nachbarisch gehörten zur Folklore dazu. Es war weiß Gott kein Lokal, das in irgendeinem seriösen Reiseführer einen prominenten Platz verdient hätte – aber wir waren zufrieden und gesättigt, und als ich leicht torkelnd hinaus ins Freie trat, die Nase wieder in den Wind haltend, wurde mir erst wieder bewusst, wie warm es trotz Zugluft gewesen war.
Belgien im September 2005, das war eine sehr schöne Reise, und De Haan sowie die Brasserie Carnac passten gut dazu.
06 November 2009
Chaostage jetzt auch als Soundtrack
Den »Chaostage«-Film habe ich noch nicht gesehen, was mir nur wenig peinlich ist: Immerhin muß ich nur die Augen zumachen, um die Szenen von früher in Erinnerung zu rufen, ob das nun Hannover oder Bremen oder Düsseldorf oder sonst wo ist. Die Chaostage sind zumindest für mich Vergangenheit.
Jetzt habe ich aber den Soundtrack des Filmes zum Besprechen erhalten, was dann schon ein bißchen seltsam ist. Bands wie Steakknife oder Kassierer, Molotow Soda, Slime oder Toxoplasma sorgen für klare Akzente und machen den Soundtrack eigentlich schon zu etwas gutem.
Die Zusammenstellung mutet trotzdem seltsam an, denn dazwischen ist halt auch viel Kram, den man nicht braucht. Ich bin ehrlich: Die CD braucht man nur als beinharter Fan des Films, sonst garantiert nicht. Ansonsten gibt's weitaus bessere Gelegenheiten, sich knalligen Deutschpunk auf Platte zusammenzutun.
Jetzt habe ich aber den Soundtrack des Filmes zum Besprechen erhalten, was dann schon ein bißchen seltsam ist. Bands wie Steakknife oder Kassierer, Molotow Soda, Slime oder Toxoplasma sorgen für klare Akzente und machen den Soundtrack eigentlich schon zu etwas gutem.
Die Zusammenstellung mutet trotzdem seltsam an, denn dazwischen ist halt auch viel Kram, den man nicht braucht. Ich bin ehrlich: Die CD braucht man nur als beinharter Fan des Films, sonst garantiert nicht. Ansonsten gibt's weitaus bessere Gelegenheiten, sich knalligen Deutschpunk auf Platte zusammenzutun.
05 November 2009
Autorentreffen und Erinnerungen
In meiner Rubrik »Der Redakteur erinnert sich«, die eine Art Vergangenheitsbewältigung auf Egotrip-Ebene darstellt, habe ich auf der PERRY RHODAN-Homepage jetzt dreimal über den März 1998 berichtet. Die ersten zwei Texte erschienen im August 2009, der letzte Text erst im November 2009 – zwischendurch verließ mich die Freude an diesem Thema ...
Dabei hatten die beiden Autoren Ernst Vlcek und Robert Feldhoff sowie ich bei unseren Besprechungen immer viel Spaß. Klar ging es um die Arbeit, aber das war eben nicht alles. Und darüber schrieb ich zuletzt eben dreimal.
Unter der Überschrift »Eine Zeitschleuse und ein neuer Mutant« ging es um die Exposé-Besprechung in Karlsruhe; am 8. März 1998 saßen wir unter anderem in der Bar des Hotels »Ambassador« und im »Krokodil« und dachten uns beispielsweise seltsame Mutanten aus.
Unter dem Titel »Wie Mondra und Perry zusammenkamen« ging es weiter; wir dachten uns eine Liebesbeziehung für den Terraner aus und machten uns Gedanken über Außerirdische, die Wasserstoff einatmen. Hübsches Thema.
Es schloß sich eine Autorenkonferenz an, die wir in einem Hotel in Ettlingen veranstalteten. Davon leitet sich dann der Titel des Textes ab: »Konferenz am ›Runden Plom‹« klingt gut und stimmt. Dabei ging's unter anderem um Sonnenwürmber und Buckyball-Systeme.
Dabei hatten die beiden Autoren Ernst Vlcek und Robert Feldhoff sowie ich bei unseren Besprechungen immer viel Spaß. Klar ging es um die Arbeit, aber das war eben nicht alles. Und darüber schrieb ich zuletzt eben dreimal.
Unter der Überschrift »Eine Zeitschleuse und ein neuer Mutant« ging es um die Exposé-Besprechung in Karlsruhe; am 8. März 1998 saßen wir unter anderem in der Bar des Hotels »Ambassador« und im »Krokodil« und dachten uns beispielsweise seltsame Mutanten aus.
Unter dem Titel »Wie Mondra und Perry zusammenkamen« ging es weiter; wir dachten uns eine Liebesbeziehung für den Terraner aus und machten uns Gedanken über Außerirdische, die Wasserstoff einatmen. Hübsches Thema.
Es schloß sich eine Autorenkonferenz an, die wir in einem Hotel in Ettlingen veranstalteten. Davon leitet sich dann der Titel des Textes ab: »Konferenz am ›Runden Plom‹« klingt gut und stimmt. Dabei ging's unter anderem um Sonnenwürmber und Buckyball-Systeme.
04 November 2009
Influenza-Fanzine
Die Zeiten, in denen ich haufenweise Punkrock-Fanzines gelesen habe, sind lange vorbei. Im ZAP hatte ich sogar eine eigene Fanzine-Rubrik. Irgendwie schrumpfte in den letzten Jahren die Zeit zusammen, und das ist echt frustrierend.
Dabei gibt es immer wieder gute Hefte, so zuletzt das Fanzine Influenza, von dem mir die Nummer 3 vorliegt. Mit dem wunderbaren Logo von »Punx and Dogs United« und der gelungenen Unterzeile »Von Hundetrainern für Hundetrainer« gibt's gleich einen satirischen Seitenhieb auf die Köter-Manie in manchen Teilen der Szene.
Ansonsten ist das Heft eine gute Mischung aus persönlichen Betrachtungen (über die Szene an sich und die Gema, aber auch über alte Männer, die über Punk schreiben) und Konzertberichten (man fährt nach Flensburg und Kiel, besucht das Ruhrpott-Rodeo oder ein Konzert in Aachen), das alles im klassischen Schnipsel-Layout. Kein Computer-Schnickschnack, keine Pseudo-Professionalität.
Beeindruckend wie eh und je sind die seitenlangen, ohne Absatz auskommenden und dennoch unterhaltsam zu lesenden Texte von Mikro, der sein Fanzine Entkettet vor Jahren zwar eingestellt hat, es jetzt aber in Form eigener Beiträge im Influenza weiterführt. Er plaudert über Punks und Crusties, über Bands und Personen, über Politik und Alkohol - und vor allem über Griechenland, wo er sich in den letzten Jahren ein paarmal rumgetrieben hat.
Natürlich gibt es Fanzine-Besprechungen, meist recht kritisch; Band-Interviews und so Kram habe ich nicht gefunden. Insgesamt eine gut lesbare Mischung voller »Punk-Spirit«. Das Heft hat 60 Seiten Umfang, kommt im A5-Format und kostet 1,50 Euro. Man kriegt es bei diversen Versänden, etwa dem Plastic Bomb, aber auch direkt bei der Herausgeberin - die Adresse steht im Kommentarbereich.
03 November 2009
Lese-Onkel und Disco-Star
Ich arbeite in Rastatt, und eigentlich kenne ich außer dem Verlag, dem Bahnhof, der Apotheke und zwei, drei Kneipen nicht so viel. Eine Ausnahme: das famose Jugendzentrum «Art Canrobert«, das ich sehr mag, wenngleich ich doch nicht so oft dort bin. Aber die aktiven Leute, die dort Konzerte organisieren und haufenweise Zeugs auf die Beine stellen, finde ich ebenso sympathisch wie ihren Laden.
Am Freitag, 4. Dezember 2009, und Samstag, 5. Dezember 2009, gibt es dort das diesjährige Twisted Chords Festival, an dem haufenweise Bands auftreten werden. Schönes Zitat aus dem Info: Das Karlsruher Label Twisted Chords kehrt nach dem letztjährigen Frankfurt-Ausflug mit seinem Festival zurück in die Heimat und veranstaltet in Rastatt ein zweitägiges Festival mit einem Querschnitt durch das komplette musikalische Programm des Labels.
Mit dabei: meine Nase. Der Freitag gehört dem Punkrock und dem Hardcore, da wird der Sound sicher wuchtig und heftig sein. Am Samstag gibt's HipHop und Ska - und mich. Ich lese aus meinen Büchern (keine Ahnung, welches Thema), und nachts lege ich noch irgendwelche Musik aus. Und weil es so schön klingt, zitiere ich völlig stolz aus dem Info des Labels:
»Die Allzweckwaffe: vor dem Konzert Lesung aus seinen Erfolgsromanen, dem ENPUNKT-Fanzine und weitere Veröffentlichungen aus 25 Jahren Punkrock, hinterher an den Plattentellern mit allerlei tanzbaren 80er und 90er Pop-und Disco-Hits.« Ich freu' mich schon jetzt.
Am Freitag, 4. Dezember 2009, und Samstag, 5. Dezember 2009, gibt es dort das diesjährige Twisted Chords Festival, an dem haufenweise Bands auftreten werden. Schönes Zitat aus dem Info: Das Karlsruher Label Twisted Chords kehrt nach dem letztjährigen Frankfurt-Ausflug mit seinem Festival zurück in die Heimat und veranstaltet in Rastatt ein zweitägiges Festival mit einem Querschnitt durch das komplette musikalische Programm des Labels.
Mit dabei: meine Nase. Der Freitag gehört dem Punkrock und dem Hardcore, da wird der Sound sicher wuchtig und heftig sein. Am Samstag gibt's HipHop und Ska - und mich. Ich lese aus meinen Büchern (keine Ahnung, welches Thema), und nachts lege ich noch irgendwelche Musik aus. Und weil es so schön klingt, zitiere ich völlig stolz aus dem Info des Labels:
»Die Allzweckwaffe: vor dem Konzert Lesung aus seinen Erfolgsromanen, dem ENPUNKT-Fanzine und weitere Veröffentlichungen aus 25 Jahren Punkrock, hinterher an den Plattentellern mit allerlei tanzbaren 80er und 90er Pop-und Disco-Hits.« Ich freu' mich schon jetzt.
02 November 2009
Tanzende Mädels und dicke Burgers
Ich war noch nicht im »Hooters« in Karlsruhe, und ich werde das sicher so schnell nicht tun. Mir reichen schon die Bilder auf der Homepage des sogenannten Restaurants, und ich weiß, daß ich da fehl am Platz wäre. Wobei da sicher auch nette Leute hingehen; ich frage mich dennoch nach der eigentlichen Motivation: Will man da sehen, wie sich manche junge Frauen öffentlich blamieren, oder will man denen auf knappe Oberteile und noch knappere Höschen schauen?
Hin wie her - es gibt ja glücklicherweise Menschen, die sich für mich opfern. Im »gelb-rot-gelb«-Blog ist ein sehr schöner Bericht dazu zu finden. Lohnt sich!
Hin wie her - es gibt ja glücklicherweise Menschen, die sich für mich opfern. Im »gelb-rot-gelb«-Blog ist ein sehr schöner Bericht dazu zu finden. Lohnt sich!
Spanien als Schwerpunkt
Wieder mal hatte ich eine Radiosendung, in der ich mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem durch miese Sprachkenntnisse glänzte: Ich spielte am Sonntag abend, 1. November 2009, allerlei Musik aus Spanien, und spanisch hatte ich zwar mal in der Schule, aber das ist mehr als ein Vierteljahrhundert hert. Nun denn ...
Immerhin war die Sendung musikalisch sehr gut, finde ich: Skapunk von den Locos oder Skalariak und Streetpunk von Skarmento, dazu IndieRock von The Unfinished Sympathy. Klassischen Punkrock lieferten dann noch Extension 333.
Wo ich eine Band wie Insomnio einordnen soll, weiß ich eh nicht; irgendwie zwischen IndieRock und Punk. Egal, Hauptsache, die Gitarre rockt gut.
Für die Geschichtsstunde spielte ich Ultimo Resorte, eine der ersten spanischen Punk-Bands ausm Jahr 1981, die Decibelios, die wohl beste spanische Oi!-Band der 80er Jahre, und als knalligen Abschluss noch die Subterranean Kids aus Barcelona, die mich 1988 ziemlich begeisterten.
Immerhin war die Sendung musikalisch sehr gut, finde ich: Skapunk von den Locos oder Skalariak und Streetpunk von Skarmento, dazu IndieRock von The Unfinished Sympathy. Klassischen Punkrock lieferten dann noch Extension 333.
Wo ich eine Band wie Insomnio einordnen soll, weiß ich eh nicht; irgendwie zwischen IndieRock und Punk. Egal, Hauptsache, die Gitarre rockt gut.
Für die Geschichtsstunde spielte ich Ultimo Resorte, eine der ersten spanischen Punk-Bands ausm Jahr 1981, die Decibelios, die wohl beste spanische Oi!-Band der 80er Jahre, und als knalligen Abschluss noch die Subterranean Kids aus Barcelona, die mich 1988 ziemlich begeisterten.
01 November 2009
Doom und Hardcore und verrückte Affen
Neblig und kalt war's, als ich mit dem Rad losfuhr; Samstag abend, 31. Oktober 2009, und haufenweise Halloween-Deppen unterwegs. Zuerst über die Brücke über die Bahn, dann durch die stockfinstere Grünanlage (ich sah keine zwei Meter weit), dann über die endlos erscheinende Fußgängerbrücke, die die vierspurige Bundesstraße überquert, und ich stand im Hof des »Crazy Kong«.
Ich halte das »Crazy Kong« für eine sehr gute Einrichtung; daß ich dort eher selten aufschlage, liegt an der merkwürdigen Art und Weise der Veranstalter, für ihre Konzerte so gut wie keine Werbung zu machen. Vom Samstag-Konzert hatte ich auch nur von den Bands erfahren. Kein Wunder, daß sich im schönen Konzertraum, der locker 150 bis 200 Leute fassen dürfte, gerade mal fünfzig Besucher aufhielten.
Nach einiger Wartezeit, die mit viel Gerede und dem einen oder anderen Bier verbracht wurde, spielten auch schon Bone Idles, die aktuelle Hardcore-Hoffnung aus Karlsruhe: mittelschneller und ziemlich geil gespielter Hardcore-Punk in der Tradition der späten 80er Jahre, kein Metal und kein Emo. Am Gesang Gunnar, der in den 80er und frühen 90er Jahren mit Kafka Proses und So Much Hate schon Maßstäbe für knalligen Sound und großartige Konzerte gesetzt hatte.
Es war das zweite Konzert der Band, das Repertoire ist noch nicht so groß - aber ich war sehr davon angetan. Saugut! Das Publikum johlte und applaudierte eifrig, und nach einem viel zu kurzen Auftritt war's schon wieder rum.
Danach Tomen, die ihren Sound als »Doom« bezeichnen. So klang es auch: schleppender, langsamer Sound, tief und düster gespielt, mit einem Sänger, der ein bißchen zu brav klang. In den besten Momenten klang die Band fast wie Gore (auch so eine Band aus den 80er Jahren), aber recht schnell wurde es mir zu langweilig.
Man kann an einem Samstag abend ja auch nicht alles haben. (Und im Nachhinein war ich eh froh, daß ich mit dem Rad wieder gut nach Hause kam ...)
Ich halte das »Crazy Kong« für eine sehr gute Einrichtung; daß ich dort eher selten aufschlage, liegt an der merkwürdigen Art und Weise der Veranstalter, für ihre Konzerte so gut wie keine Werbung zu machen. Vom Samstag-Konzert hatte ich auch nur von den Bands erfahren. Kein Wunder, daß sich im schönen Konzertraum, der locker 150 bis 200 Leute fassen dürfte, gerade mal fünfzig Besucher aufhielten.
Nach einiger Wartezeit, die mit viel Gerede und dem einen oder anderen Bier verbracht wurde, spielten auch schon Bone Idles, die aktuelle Hardcore-Hoffnung aus Karlsruhe: mittelschneller und ziemlich geil gespielter Hardcore-Punk in der Tradition der späten 80er Jahre, kein Metal und kein Emo. Am Gesang Gunnar, der in den 80er und frühen 90er Jahren mit Kafka Proses und So Much Hate schon Maßstäbe für knalligen Sound und großartige Konzerte gesetzt hatte.
Es war das zweite Konzert der Band, das Repertoire ist noch nicht so groß - aber ich war sehr davon angetan. Saugut! Das Publikum johlte und applaudierte eifrig, und nach einem viel zu kurzen Auftritt war's schon wieder rum.
Danach Tomen, die ihren Sound als »Doom« bezeichnen. So klang es auch: schleppender, langsamer Sound, tief und düster gespielt, mit einem Sänger, der ein bißchen zu brav klang. In den besten Momenten klang die Band fast wie Gore (auch so eine Band aus den 80er Jahren), aber recht schnell wurde es mir zu langweilig.
Man kann an einem Samstag abend ja auch nicht alles haben. (Und im Nachhinein war ich eh froh, daß ich mit dem Rad wieder gut nach Hause kam ...)
31 Oktober 2009
Immerhin schmutzige Finger
Als wir den Film hinter uns hatten und im Freien standen, drückte sich jeder - so hatte ich den Eindruck - um eine klare Beurteilung. »Ganz scheiße war er nicht«, sagte dann jemand in der Runde. Kein schlechtes Fazit für »Die Päpstin«, den ich mir dieser Tage anschaute.
Immerhin hatte der Historienstreifen ein gewisses Star-Aufgebot: Johanna Wokalek (die ich ja sau-hübsch finde) spielte das aus der Pfalz stammende Mädchen Johanna, das sich als Johannes aus dem Elend der Frauen im frühen Mittelalter dadurch befreien kann, daß es bis nach Rom und dort irgendwann auf den Thron des Papstes kommt. Das ganze ist höchst dramatisch bebildert, es gibt Gemetzel und eine Vergewaltigung, viel christliches Gerede und eine lange Liebesgeschichte.
Das ganze läuft dann doch recht spannungsarm ab. Auch wer - wie ich - das Buch nie gelesen hat, kann sich in etwa vorstellen, was passieren wird. Von daher gibt es keine ungewöhnlichen Wendungen, sondern höchstens so Fragen wie »was passiert mit Johanna, wenn die Wikinger angreifen?« und dergleichen. Unterm Strich ist das nicht sehr befriedigend.
Dafür ist der Film schön bebildert; vieles ist unterm Strich recht glaubhaft. Am besten fand ich, daß die Helden vor allem am Anfang ständig schmutzig sind. Auch Frau Wokalek als die Heldin hat dreckige Fingernägel und ein verschmiertes Gesicht; so viel Realitätsnähe sieht man normalerweise weder in Historien- noch in Fantasy-Streifen.
Unterm Strich ein Streifen, den man im Fernsehen sicher nicht mit Genuß gucken kann: Da fällt die Langeweile zu sehr ins Gewicht. Im Kino machen die großen Bilder teilweise richtig Eindruck, und das hielt mich gut bei der Stange. Ich unterhielt mich also gut, und das ist für so einen Mittwoch abend nicht das dümmste.
Immerhin hatte der Historienstreifen ein gewisses Star-Aufgebot: Johanna Wokalek (die ich ja sau-hübsch finde) spielte das aus der Pfalz stammende Mädchen Johanna, das sich als Johannes aus dem Elend der Frauen im frühen Mittelalter dadurch befreien kann, daß es bis nach Rom und dort irgendwann auf den Thron des Papstes kommt. Das ganze ist höchst dramatisch bebildert, es gibt Gemetzel und eine Vergewaltigung, viel christliches Gerede und eine lange Liebesgeschichte.
Das ganze läuft dann doch recht spannungsarm ab. Auch wer - wie ich - das Buch nie gelesen hat, kann sich in etwa vorstellen, was passieren wird. Von daher gibt es keine ungewöhnlichen Wendungen, sondern höchstens so Fragen wie »was passiert mit Johanna, wenn die Wikinger angreifen?« und dergleichen. Unterm Strich ist das nicht sehr befriedigend.
Dafür ist der Film schön bebildert; vieles ist unterm Strich recht glaubhaft. Am besten fand ich, daß die Helden vor allem am Anfang ständig schmutzig sind. Auch Frau Wokalek als die Heldin hat dreckige Fingernägel und ein verschmiertes Gesicht; so viel Realitätsnähe sieht man normalerweise weder in Historien- noch in Fantasy-Streifen.
Unterm Strich ein Streifen, den man im Fernsehen sicher nicht mit Genuß gucken kann: Da fällt die Langeweile zu sehr ins Gewicht. Im Kino machen die großen Bilder teilweise richtig Eindruck, und das hielt mich gut bei der Stange. Ich unterhielt mich also gut, und das ist für so einen Mittwoch abend nicht das dümmste.
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