Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
15 April 2021
Rinks und lechts im frühen Fandom
In der AGSF sammelten Leute wie Christian Worch ihre wichtigen Fan-Erfahrungen. An der Veranstaltung in Duisburg nahmen Leute teil, die damals klar als Mitglieder der NPD oder organisierte Neonazis galten, auch Worch selbst war dabei. Die meisten Besucher – es waren insgesamt elf Personen – dürften als unpolitisch gegolten haben.
Skurril aber: Zwei Personen nahmen als Gäste teil, die dem eher als »linksradikal« geltenden Science-Fiction-Korrespondenz-Ring (SFKR) angehörten. In diesem wurde ich ab Ende 1979 ebenfalls Mitglied. Spannend ist nun: Die beiden Besucher galten als stramm links; einer war sogar – wenn ich mich recht erinnere – Mitglied in der Deutschen Kommunistischen Partei, der DKP also.
Seltsame Begegnungen … Man mochte sich über alle Parteigrenzen hinweg. Science-Fiction-Fans eben.
Das Fanzine wurde am 16. August 1979 veröffentlicht. Es bestand aus vier Seiten im A4-Format, »abgezogen« mittels eines Umdruckers. Wie hoch die Auflage war, ist leider nicht mehr festzustellen. Sicher nicht sehr hoch.
(Aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen habe ich die Namen der Personen weggelassen, die damals teilnahmen. Sie haben sich längst weiterentwickelt, leben vielleicht schon gar nicht mehr oder wollen damit nichts mehr zu tun haben. Christian Worch ist erwähnt, weil man ihn als Person der Zeitgeschichte einstufen kann.)
Der Sound aus New York, als hätten wir 1988
Da kommt mir Brain Slug gerade recht. Die Band veröffentlichte im Dezember 2011 eine EP, die auf 410 Exemplare limitiert war – zumindest sagte es das Label – und fünf knackige Hardcore-Stücke enthielt. Dabei ließen es die Burschen, die nicht aus einem der angesagten Szeneviertel, sondern aus Long Island kamen, ordentlich krachen.
Gleich zu Beginn gibt es eine Rückkopplung, dann poltert die Band los, zuerst ein wenig behutsam und rockig. Das ist nicht unbedingt Hochgeschwindigkeits-Sound, sondern manchmal ein zäher Rhythmus, der sich langsam steigert, durchaus rüpelig und so doch nach New York klingend.
Was ich bei den Texten nicht vermisse, ist die Großspurigkeit der ollen New Yorker, und ich vermisse ebensowenig das dauernde »Unity« und »Brotherhood«. (Das hatte Ende der 80er-Jahre sicher seine Bedeutung, wurde dann aber viel zu schnell zu einer Mode.)
Statt dessen gibt es wütenden Auf-die-Fresse-Hardcore, der beispielsweise beim Titelstück »Distort New York« zu einem Wutausbruch von 52 Sekunden führt. Hat was!
14 April 2021
Der verschobene Con
Und deshalb ist der ColoniaCon immer einer der Cons, die meine fannische Heimat sind. Ich habe es in den vergangenen Jahren nicht immer geschafft, den Con zu besuchen – das hat schlicht den Grund, dass ich bei einem Con eben nicht privat bin, sondern immer beruflich, und da möchte ich doch ab und zu mal an einem Samstag im Sommer lieber privat daheim als beruflich in Köln sein.
Die dauernden Verschiebungen des Con-Termins liegen in der aktuellen Pandemie-Situation begründet. Das ist bedauerlich, in der jetzigen Situation aber nicht zu ändern. Da finde ich es konsequent, den Con gleich ins Frühjahr 2022 zu schieben.
Dann werden die Veranstalter in Köln vierzig Jahre ColoniaCon feiern: in dem Jugendpark, in dem unsereins als Jugendlicher damals herumlief und viele Leute traf. Vielleicht schaffen es die Veranstalter sogar, den Sozialarbeiter auszugraben, der in all den Jahren für die Fans als Ansprechpartner zur Verfügung stand – ich erinnere mich daran, dass ich ihm vor vielen Jahren bei einem Con einmal ein offizielles Geschenk überreichte. Das wäre doch konsequent …
Ich hoffe, dass wir bald wieder eine Saison mit Cons haben werden. Auch wenn es durchaus Gründe gibt, über das »alte Fandom« zu spotten, ist es doch mein Anfang in der Science Fiction gewesen. Und Köln gehört für mich seit den frühen 80erJahren dazu …
Ein Meisterwerk zwischen Fantasy, Thriller und Familienroman
Doch erst einmal der Reihe nach: Bei der Familie Telemachus handelt es sich um Menschen, die von Außenstehenden meist als eine Bande von Trickbetrügern angesehen werden. Angeführt von Teddy, dem Patriarchen der Familie, tingelten die Familienmitglieder vor vielen Jahren noch durch Fernsehsendungen oder traten öffentlich auf, um ihre angeblichen Wunderkräfte vorzuführen. Doch dann wurden sie »entlarvt«, es kam heraus, dass die Wunderkräfte allesamt auf Tricks beruhten, und sie mussten sich zurückziehen.
Doch alles ist in Wirklichkeit ganz anderes. Wer zur Familie Telemachus gehört, verfügt sehr wohl über seltsame Fähigkeiten. Teddys Sohn Frankie kann in seltenen Gelegenheiten mit seiner Gedankenkraft allerlei Dinge bewegen. Seine Tochter Irene spürt genau, wann jemand lügt. Teddys Enkel Matty wiederum ist in der Lage, geistig seinen Körper zu verlassen und durch die Gegend zu reisen.
Doch all das bewahrt die Familie Telemachus nicht davor, in viele Schwierigkeiten zu rutschten. Unter anderem hat man Ärger mit dem örtlichen Ableger der Mafia, wozu finanzielle Schwierigkeiten und ein teilweise erhebliches Gefühlsdurcheinander kommen. Wie sollen Großvater Teddy, seine Kinder und Enkelkinder aus diesem Chaos herauskommen?
Daryl Gregory war mir vorher als Science-Fiction-Autor bekannt, seinen Roman »Afterparty« fand ich sehr spannend. Mit diesem rasanten Zukunfts-Thriller hat »Die erstaunliche Familie Telemachus« allerdings nichts zu tun. Höchstens das Erzähltempo: Der Autor erzählt so mitreißend, dass man kaum aufhören mag; die Szenen folgen sehr schnell und sehr spannend aufeinander.
Wer sich mit Genre-Diskussionen gern beschäftigt, kann sich Gedanken darüber machen, ob das nun ein phantastischer Roman oder ein Thriller ist. Der Autor paart seinen Genre-Mix auch noch mit einem augenzwinkernden Humor, der mir sehr gut gefallen hat.
Die Handlung verläuft einerseits linear, springt aber andererseits immer wieder in die Vergangenheit. Dazu kommt ein Familienmitglied, das offensichtlich in die Zukunft schauen kann, damit aber seine Probleme hat – das alles ist großartig erzählt. Anfangs braucht man vielleicht ein wenig, um die unterschiedlichen Blickwinkel sortieren zu können, dann aber entwickelt der Roman einen starken Sucht-Charakter.
Ohne Schmarrn: ein großartiger Roman, ein Meisterwerk – unbedingt zu empfehlen!
13 April 2021
Kurzgeschichten aus der Welt des Dunklen Ritters
Da kommt mir eine Sammlung von Kurzgeschichten gerade recht. Hierzulande ist sie unter dem Titel »Batman – die Nächte von Gotham« erschienen, und mir hat die Lektüre des 156 Seiten starken Paperback-Bandes viel Spaß gemacht.
Die Comics sind in den USA im Frühjahr und Sommer 2020 zuerst digital veröffentlicht worden, dann in einer Reihe mit dem Titel »Batman: Gotham Nights« gedruckt und in den Handel gebracht. Es handelt sich also um brandneue Geschichten, die von bekannten Künstlern der amerikanischen Comic-Szene stammen. (Schon klar: Einige der Künstler stammen nicht aus den Vereinigten Staaten, aber das ändert ja nichts daran, dass es letztlich amerikanische Comics sind.)
Die Geschichten sind außerhalb der Chronologie angesiedelt, sprich, man kann sie wirklich ohne größere Vorkenntnisse verstehen. Es tauchen allerlei bekannte Figuren auf, die man auch als jemand kennen könnte, der von »Batman« nur irgendwelche Verfilmungen kennt. Bekannte Bösewichte wie der Joker oder Poison Ivy spielen in einzelnen Geschichten mit, aber auch Figuren wie der Reaper oder Killer Moth, die ich sonst nicht unbedingt auf dem Schirm hätte.
Zeichnerisch wie erzählerisch bin ich von dem Band sehr angetan. Die Geschichten sind alle gut erzählt und meist auch sehr gut gezeichnet. Ausrutscher sind selten – das ist bei so einer Anthologie schon bemerkenswert. Schon klar: Der Verlag hat hierfür so ziemlich die besten und erfahrensten Künstler aufgeboten, die er für diese Aktion bekommen konnte.
Man sollte Superhelden-Comics mögen, das ist eine grundsätzliche Vorgabe. Aber wer Batman und die Welt von Gotham City mag, wird an diesem Band sicher seine Freude haben. Das ist eines der Bücher, die man auch mehrfach in die Hand nehmen kann …
In einem Buch über Rainer Eisfeld
Der Verlag p. machinery gratulierte dem Jubilar mit einem Buch. Es trägt den schönen Titel »Visionen & Wirklichkeit« und wurde von Dr. Jörg Weigand sowie Michael Haitel herausgegeben. Im Vorfeld hatte man einige Leute gefragt, ob sie mit einem Text in diesem Buch enthalten sein wollten.
Ich wollte. Und so wurde von mir ein kurzer Text veröffentlicht, der den Titel »Mein Vorbild Rainer Eisfeld« trägt und den ich sehr ernst meine. Unsere Lebensverhältnisse und -entwicklungen unterscheiden sich stark – aber ich finde seinen Lebensweg in der Science Fiction und außerhalb halt sehr interessant.
12 April 2021
Zwischen Profi und Fan
Ähnlich ist es beim Schreiben. Ich beispielsweise verdiene mein Geld damit, dass ich als Redakteur für Science-Fiction-Romane zuständig bin. Also kann ich mich als Science-Fiction-Profi bezeichnen. Als Autor werde ich durchaus veröffentlicht, das mache ich nebenbei. Daraus ist zu schließen, dass ich kein Profi-Autor bin, sondern ein Hobby-Autor – oder ein Gelegenheitsschriftsteller, wie ich mich selbst bezeichne.
Wenn ich in einer Publikation veröffentliche und dafür Honorar erhalte, ist das eine professionelle Veröffentlichung. Schreibe ich für eine Publikation und erhalte dafür kein Geld, ist das mein Privatvergnügen – die Publikation ist dann auch als Fanzine zu betrachten.
Mit solchen Abtrennungen ist keine Aussage über die Qualität verbunden. Eine professionelle Veröffentlichung kann grottenschlecht sein, eine Hobby-Veröffentlichung kann brillant ausfallen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Das OX, für das ich schreibe, bezeichnet sich als »Fanzine«. Es hat eine Auflage von mehreren tausend Exemplaren und wird auch im Bahnhofsbuchhandel angeboten. Ich schreibe für das OX und erhalte dafür keinen Cent – ich bin schließlich ein Gelegenheitsautor und veröffentliche deshalb gern, ohne Geld dafür zu erhalten, in einem Fanzine. Damit habe ich kein Problem.
Die Diskussion in der Science-Fiction-Szene, wer denn nun professionell sei oder nicht, verfolgt mich seit Jahren, nein, seit Jahrzehnten. Ich verstehe sie von Jahr zu Jahr weniger. Ist es ehrenrührig, wenn jemand als »nicht professionell« bezeichnet wird? Ist es ehrenrührig, eine Publikation, die im niedrigen dreistelligen Bereich veröffentlicht wird, als »Fanzine« zu bezeichnen?
Ich versteh’s nicht. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen …
11 April 2021
Arturo Bandini in bewegten Bildern
Die Hauptperson ist Arturo Bandini, ein junger Amerikaner aus italienischer Familie, der davon träumt, ein großer Schriftsteller zu werden. Gespielt wird er von Colin Farrell, der die Rolle mit träumerischem Blick gut hinkriegt. Er sitzt an seiner Schreibmaschine, er hat praktisch nie Geld, und er lebt in einem eher schlichten Hotel. Dann lernt er die attraktive Mexikanerin Camilla Lopez kennen, die von Salma Hayek gespielt wird.
Die beiden streiten sich, dann lieben sie sich; sie leben zusammen, sie haben leidenschaftlichen Sex, sie trennen sich. Es ist eine große Liebes- und Drama-Geschichte, und sie braucht ihre Zeit.
Das ist auch die große Schwäche des Films. »Ask The Dust« ist nicht spannend, sondern er zieht sich. Wenn man sich auf den Streifen einlässt, packt er einen zwar irgendwann, doch die inhaltlichen Schwächen sind eindeutig. So wird nicht klar, welche Rolle ein Trunkenbold – gespielt von Donald Sutherland – oder eine seltsame Frau eigentlich haben. Sie wirken wie Stichwortgeber, die man auch ersatzlos hätte aus dem Film streichen können.
Die dreißiger Jahre in Kalifornien werden allerdings klar vermittelt, die Diskriminierung von Mexikanern ist allgegenwärtig und wird mehrfach thematisiert. Dagegen sehen die Träume des jungen Schriftstellers fast ein wenig naiv aus.
Der Film stammt aus dem Jahr 2006, der zugrunde liegende Roman entstand 1939. Ich fand den Film ein wenig arg gezogen, aber gut – es schadet nicht, wenn man ihn gesehen hat, aber es ist kein Muss. Mich hat er dazu gebracht, dass ich mir endlich mal einen Roman von John Fante besorgen möchte. Es wird wohl endlich Zeit …
09 April 2021
Phantastisches Paket zum achtzigsten
Die Ausgabe 80 kam noch im Spätjahr 2020 heraus. Es war eine »normale« Ausgabe, keine von denen, die einem besonders im Gedächtnis bleiben. Aber das ist an dieser Stelle nicht negativ gemeint, belegt es doch, wie gut das Heft eben ist: Schon eine durchschnittliche Ausgabe ist insgesamt lesens- und lohnenswert.
Schön ist, dass ich in dem Heft immer wieder auf Themen aufmerksam gemacht werde, die mir sonst entgangen wären. So habe ich von dem Schriftsteller Drew Williams bislang nichts gelesen; das Interview mit ihm machte mich zumindest neugierig. Es werden aktuelle Kinder- und Jugendbücher vorgestellt, dazu gesellt sich ein Bericht über den Science-Fiction-Klassiker »Die Triffids«.
Von mir ist ein Nachruf auf den verstorbenen Autor Konrad Schaef enthalten, es gibt einen Artikel über Robert E. Howard und die Arbeit an dem Werk des klassischen Fantasy-Schriftstellers. Dazu kommen haufenweise andere Texte, Rezensionen und Artikel. Wie immer eine kunterbunte Mischung auf insgesamt 88 Seiten!
Mein persönlicher Lektüre-Höhepunkt ist übrigens »Ein seltsamer Tag«: Der skurrile Comic, der vom Autor Olaf Brill und vom Grafiker Michael Vogt stammt, erreicht in dieser Ausgabe schon seine vierzigste Folge. Und wieder bringt mich die schöne Mixtur aus Text und Bild zum Schmunzeln!
08 April 2021
Ein Traum vom Pogo
Die Band, deren Namen ich nicht erfuhr, spielte in einer Kneipe, sie stand direkt an der Theke, und ich benötigte einige Zeit, bis ich verstand, um welche Kneipe es sich handelte. Wir standen im Innenraum der Pizzeria Centrale, die noch vor der Corona-Pandemie geschlossen hatte und seither nicht wieder aufgemacht hatte. Ich nahm aber nur den Sänger und den Schlagzeuger wahr.
Der Schlagzeuger saß in lockerer Haltung hinter seinen Trommeln, hinter ihm an der Theke standen zwei Gläser, die mit Bier bis zum Rand gefüllt waren. Immer mal wieder schlug er auf die Gläser. Bier spritzte und benetzte die Glasscheibe, die an dieser Stelle die Theke vom Raum dahinter trennte.
Der Sänger feixte sich eins und sprang zwischen der Theke und dem Schlagzeug hin und her. Die anderen Musiker sah ich nicht, ich hatte nur Augen für den Schlagzeuger und den Sänger. Als Musik gab es einen fröhlichen Pogo-Sound mit deutschen Texten, schrammelig und schnell, mit einer kräftigen und manchmal albernen Melodie. Die Band war mir völlig unbekannt, aber das schmälerte meine gute Laune nicht im geringsten.
Was ich faszinierend fand: Obwohl das Konzert eindeutig in Karlsruhe stattfand, bestand das Publikum zum größten Teil aus Leuten, die ich von Stuttgart her kannte, die meisten seit mehr als dreißig Jahren. Wir umarmten uns, wir stießen Biergläser zusammen, wir sprangen gemeinsam herum. Ich hatte Tränen der Freude in den Augen.
Zwischendurch unterhielt ich mich mit einer Frau, die mit ihren langen blonden Haaren gar nicht zum Pogo passen wollte. Sie war noch sehr jung, hatte starke Akne und wusste nicht, wie sie erzählte, was sie aus ihrem Leben machen sollte. Ich versicherte ihr, das wüsste ich auch nicht, und sie solle locker bleiben. Das Gespräch führten wir nicht weiter, weil die Band »It the kids are united« spielte, einen Uralt-Klassiker, und ich von alten Freunden aus Stuttgart zum Hüpfen animiert wurde.
Irgendwann wachte ich doch auf, die Melodie des alten Punkrock-Stückes im Kopf. Mein erster Gedanke, als ich kapierte, dass ich wach wurde, war noch mit benebeltem Kopf ein »Verdammtes Corona!« – nicht einmal die Träume sind in diesen Tagen so wie vor der Pandemie …
07 April 2021
Als Pforzheim brannte
Aus der Serie »Dorfgeschichten«
Meine Eltern hatten zu einem Grillfest eingeladen, dazu waren Verwandte aus verschiedenen schwäbischen Städten angereist. Wir saßen im Garten, eine gemütliche Runde aus Erwachsenen und Kindern. Der Grill glühte, wir futterten Würstchen und Kartoffelsalat. Bierflaschen standen auf dem Tisch, Gläser mit Saft und Mineralwasser dazwischen.
Die Dämmerung brach herein. Fledermäuse flogen im Zickzack über uns hinweg, die von einem alten Gebäude ganz in der Nähe kamen, nur wenige Dutzend Metern von uns entfernt.
Irgendwann verschwand mein Vater. Ich kannte dieses Verhalten schon: Er bereitete eine Überraschung vor. Ich hörte, wie er in den Keller ging, und ich vernahm seine leisen Schritte, als er zurückkam. Dann hörte ich das Rascheln seiner Kleidung und das Klicken des Feuerzeugs. Die Verwandtschaft plauderte eifrig weiter, und niemand außer mir achtete auf ihn.
An einer Stange, die er schon am Nachmittag in den Boden gerammt hatte, drehte sich auf einmal ein Kreisel aus grellem Licht, während rechts und links davon Fontänen aus Licht in die Höhe schossen. Genau für solche Fälle kaufte mein Vater jedes Jahr allerlei Feuerwerkskörper: nicht um sie in der Neujahrsnacht zu verballern, sondern um im Sommer die Nacht zu erhellen.
Zumindest für einige Augenblicke. Das grelle Licht flammte, es war beeindruckend. Funken wurden nach außen geschleudert, fast schmerzte es in den Augen. Und dann erlosch alles wieder.
Ich überlegte, ob ich applaudieren sollte. Verdient gehabt hätte er es. Die Verwandten waren begeistert, sagten aber nichts. Als gute Schwaben waren sie mit dem Lob immer sparsam.
Auf einmal fing eine der Tanten meines Vaters an zu weinen. »So grell hat’s damals geleuchtet, als Pforzheim gebrannt hat«, sagte sie, schluchzte ununterbrochen und war nicht mehr zu bremsen. Ihr ganzer Körper schüttelte sich.
Wir anderen saßen da wie erstarrt. Ich war vielleicht zehn Jahre alt, ich konnte den Vorgang nicht einordnen, aber für meine Mutter war das Bild eindeutig: »Als Freudenstadt gebrannt hat, war das genauso schrecklich«, sagte sie, als könnte ausgerechnet dieser Vergleich trösten.
Die Tante konnte sich nicht beruhigen. »Wir haben das über zig Kilometer gesehen!«, rief sie. »Das war so ein grelles und helles Feuer, das hat ausgesehen, als ob der Wald brennen würde. Der ganze Horizont bestand aus Flammen.«
Was ich damals noch nicht verstand, aber später erfahren sollte: Am 23. Februar 1945 war Pforzheim von einem verheerenden Luftangriff der Alliierten getroffen worden. Die klassische Innenstadt brannte praktisch komplett aus, Tausende von Menschen kamen in dem Feuersturm ums Leben.
Es dauerte einige Zeit, bis sich die Tante beruhigte. Sie erzählte von Pforzheim und vom großen Feuer, sie redete nur noch vom Bombenangriffen und Sirenen, von Phosphor und verschmorten Leichen, von Krieg und Vernichtung. Als Kind bemerkte ich nicht, dass sie nur von deutschen Opfern sprach. Die deutschen Männer waren im Krieg, und dort »blieben« von ihnen, »beim Russ« oder in Frankreich oder auch in Afrika. Deutsche Kriegsverbrechen oder die Opfer der Wehrmacht wurden nicht erwähnt.
Der Abend war nicht mehr schön. Er endete mit traurigen Geschichten, mit starren Blicken auf Bierflaschen und den halbherzigen Versuchen eines Onkels – der zum Kriegsende noch ein Kind gewesen war –, mit seinen Abenteuern für eine positive Stimmung zu sorgen. Als Kind verstand ich nicht viel. Ich saß in der Runde, trank meine Limonade und aß viel zu viel Kartoffelsalat.
In meinem Kopf entstanden Bilder von Kellern voller Leichen, Bilder von fliegenden Bomben und Flakscheinwerfern, deren Licht durch die Nacht stocherte, von Brand und Tod. Und danach assoziierte ich mit manchem Feuerwerk erst einmal nicht mehr fröhliches Feiern, sondern grausige Geschichten …
06 April 2021
Auf den Kreidefelsen
Im August 2017 waren wir dort. Étretat selbst war hübsch und klein, ein wenig überlaufen von Touristen, aber nicht so sehr, dass es einen störte. Wenn man wollte, konnte man auch ohne Engegefühl durch die Straßen und Gassen spazieren; wir aßen dort, wir tranken dort, und fast hätten wir dort auch übernachtet – wenn wir nicht schon ein Zimmer in einer anderen Kleinstadt der Normandie gebucht hätten.
Und wir fuhren mit einem kleinen Bus hoch auf die Klippen, so wie es viele andere Touristen ebenfalls taten. Ich fand den Blick von den ziemlich windigen Klippen hinaus aufs Meer beeindruckend. Wir ließen uns die frische Brise um die Nase blasen, gingen eine längere Strecke über den gut ausgebauten Weg entlang der Klippen und fanden das alles richtig schön und toll.
Wir sahen uns die Kirche an und das Luftfahrtdenkmal, wir amüsierten uns über andere Touristen und waren doch selbst ein Teil dieser Menge von Menschen, die sich entlang der Küste ausbreiteten. Ich hoffe im Nachhinein, dass wir genügend Selbstironie aufbrachten.
Die Kreidefelsen zählen für mich zu den schönsten Urlaubserinnerungen der vergangenen Jahre. Sie blieben ein Bild im Hinterkopf, das für die Normandie stand – dabei sammelten wir dort auch viele andere Eindrücke, die sich positiv ins Gedächtnis brannten. Aber offensichtlich sind Kreidefelsen nachhaltiger als kleinen Hafenstädte und verwunschene Dörfer …
01 April 2021
Ein erstes Zeugnis von Ghazir
(Wer jetzt nichts versteht, möge sich nicht grämen. Einen leichten Einblick in die Art und Weise, wie sich »Follow« heute präsentiert, also vierzig Jahre später, gibt es auf der Internet-Seite des Vereins.)
Im Februar 1980 erschien die Ausgabe 86 des Fanzines »Follow«, in dem sich die einzelnen Völker der Fantasy-Welt Magira präsentierten. Eines dieser Völker war der sogenannte Greifen-Clan, und der »Greifenruf« war das interne Fanzine, das im Sammel-Fanzine »Follow« präsentiert wurde. In der Ausgabe 62 des »Greifenrufs« findet man auch das erste Zeugnis von mir in diesem Verein.
Ich hatte mir den Namen »Ghazir en Dnormest« zugelegt, und ich schrieb einen offiziellen Brief an den Kaiser von Wolsan, der in der mächtigen Stadt Magramor residierte. Einen Auszug daraus präsentiere ich an dieser Stelle gern. Im Nachhinein finde ich es witzig, wie ich damals den Rosenweg und die Stadt Freudenstadt im Schwarzwald einbaute. Mit gerade mal 17 Jahren war ich offenbar ein echter Scherzbold …
31 März 2021
Erfolgstour für Martin
Mittlerweile werden weitere Details bekannt. Im April sollen schon die Dreharbeiten für »House oft he Dragon« beginnen, und pünktlich zu dieser Ankündigung wurde ausgesagt, dass George R. R. Martin einen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Sender geschlossen habe. Der Autor ist der Schöpfer der Buchreihe »A Song of Ice and Fire«, was bekanntlich die Grundlage für die Fernsehserie ist. (Beim einen oder anderen WorldCon habe ich ihn kennengelernt – über Werner Fuchs, der seit Jahrzehnten als sein Agent tätig ist.)
Martin soll nun weitere Serien für den Sender entwickeln. Ob und wie das klappt, weiß ich natürlich nicht – das weiß noch niemand. Ich finde es spannend. Man kann mit Fantasy im Format einer Fernsehserie offensichtlich Geld verdienen, und dann wird das natürlich getan. Am Ende profitieren andere Autorinnen und Autoren sowie andere Verlage ebenfalls von diesem Erfolg.
Und dem Autor gönne ich das viele Geld, das er mit seinen Serien hoffentlich verdient, sowieso. Möge er noch viele Romane schreiben … und vielleicht mal wieder einen, der mit Rockmusik aus den 60er- und 70er-Jahren zu tun hat. Träumen darf man ja.
Als die Käfer kamen
Dabei sah alles so harmlos aus.
Meine Tochter bemerkte die Veränderung als erste. »Die Marienkäfer sind so seltsam«, behauptete sie, als sie vom Spiel im Garten zurück kam. Ich saß auf der Veranda, ein Buch in der Hand und ein kühles Bier vor mir. Sie baute sich vor mir auf. »Du musst kommen und es dir ansehen.«
Hinter mir drang klassische Musik in dezenter Lautstärke ins Freie. Ich hatte wieder einmal Lust darauf gehabt, mir Debussys Etüden anzuhören. Sie passten, so fand ich, wunderbar zum angenehmen Wetter. Auf meine Tochter und ihre häufig sehr kindlichen Spielwünsche hatte ich eigentlich keine Lust.
Aber ich wollte in den »Papa ist toll«-Charts auf einem der vorderen Plätze landen und nicht in der Hitliste unbrauchbarer Väter verzeichnet werden. Also unterstückte ich den lautstarken Seufzer, der mir über die Lippen kommen wollte, legte mein Buch zur Seite und folgte meiner Tochter.
Sandra war ein aufgewecktes Kind. In ihren Gummistiefeln und mit den Zöpfen, die bei der jeder Bewegung wippten, wirkte sie jünger als sie war. Im nächsten Sommer sollte sie in die Schule kommen. Mir graute schon vor langweiligen Pädagogen, die es sicher bald schaffen würden, Sandra das auszutreiben, was mir manchmal auf die Nerven ging: ihre überschäumende Phantasie, ihre Freude an seltsamen Geschichten und irrwitzigen Bildern.
Als ich um die Ecke bog, zwei Schritte hinter meiner Tochter, blieb ich wie erstarrt stehen. Das war keine Phantasie, das waren keine Kleinmädchenträume: Vor mir sah ich einen Marienkäfer, aber nicht in der üblichen Größe, sondern gut einen Meter durchmessend. Eine schimmernde halbrunde Fläche in Rot, darauf die bekannten Punkte – ganz eindeutig ein Marienkäfer.
Ich reagierte schnell. Bevor Sandra auf das Tier zugehen und es vielleicht sogar streicheln konnte, sprang ich zu ihr, riss sie hoch, behielt sie im Arm und ging drei, vier Meter zurück. Dann holte ich tief Luft und betrachtete den Käfer.
Er wirkte völlig normal, sah man von der irrsinnigen Größe ab. Er fraß gerade in aller Gemütsruhe die Rosenstöcke ab, die in einem schönen Beet standen. Die einzelnen Blätter genügten ihm nicht, er vertilgte auch die dicken alten Strünke. Die Dornen machten ihm nichts aus. Das Geräusch des zersplitternden Holzes und das lautstarke Kauen klangen, als drohe sich der Weltuntergang an.
Ich bin mir heute nicht mehr sicher, ob wir die ersten waren, die auf die Marienkäfer aufmerksam wurden. Wir riefen die Polizei, dann die Presse an. Und noch während die ersten Polizisten mit wichtiger Miene unseren Garten zertrampelten, hörten wir die entsetzten Schreie unserer Nachbarn. Wie es sich herausstellte, war unsere gesamte Vorstadtsiedlung von den Marienkäfern betroffen.
Das alles war nur der Anfang. Die Polizei versuchte alles, um der Tiere Herr zu werden, und setzte irgendwann sogar Pistolen und noch später Gewehre ein. Mobile Einsatzkommandos gingen in unseren Gärten auf Käferjagd, Wasserwerfer rollten durch die Straßen, die Tanks mit leichter Säure gefüllt.
Doch es kamen immer mehr Marienkäfer. Und sie schienen größer zu werden. Während die Tiere nacheinander alle Büsche und Zierbäume in unserer Siedlung vertilgten, schwärmten die Wissenschaftler aus. Biologen und Chemiker, Physiker und Anatomen – sie alle bewiesen eindrucksvoll und durch zahlreiche Grafiken, dass die Käfer nicht so groß sein konnten. Sie würden an ihrem eigenen Gewicht ersticken, die Panzer und die Ernährung konnten nicht funktionieren.
Nach allen Regeln der Wissenschaft gab es die Tiere also nicht. Dummerweise hielten sich die Käfer nicht an die Erkenntnisse der Forscher. Sie durchmaßen mittlerweile im Schnitt eineinhalb Meter und spazierten nicht nur in den Gärten und auf den Straßen unserer Siedlung herum, sondern auch im nahegelegenen Wald. Baumstämme mochten sie nicht sonderlich, aber sie fraßen so lange an ihnen herum, bis die Stämme umkippten und die Käfer sich über das Laub und die feinen Zweige hermachen konnten.
Sie wurden größer, und sie wurden mehr. Die Polizei kapitulierte, das Militär rückte an. Salven aus Maschinengewehren zersiebten Hunderte von Käfern, Granaten zerrissen sie in unappetitlich aussehende Fetzen. Doch das hielt die Tiere nicht davon ab, zu wachsen und sich zu vermehren. So ging es weiter und weiter …
Hinter den Mauern unserer Häuser, die von den Käfern nicht gefressen wurden, sitzen meine Tochter Sandra und ich sowie Tausende anderer Menschen. Wir wissen nicht, ob die Marienkäfer auch Menschen fressen würden, aber ich will es nicht herausfinden. Wir sind organische Materialien, und bisher fraßen sich die Tiere durch so ziemlich alles hindurch. Ich möchte Sandra nicht einem Marienkäfer zum Fraß vorwerfen.
Ich schaffe es wahrscheinlich, bis zur Garage zu kommen, das Auto zu starten und zum Einkaufen zu fahren. Aber ob ich jemals wieder zurückkomme, weiß ich nicht. Wie es aussieht, sind wir dazu verurteilt, im Wohnzimmer zu sitzen und auf unser Ende zu warten.
Für Sandra ist das alles ein riesiger Spaß. Vorher kam sie aufgeregt zu mir gelaufen. »Papa!«, rief sie aufgeregt. »Die Käfer werden noch viel viel größer.«
Zuerst glaubte ich ihr nicht, doch seit einer Minute sehe ich die rote Rundung, die sich am Ende der Straße über die Häuser erhebt. Ich sehe einen dunklen Punkt, der sich auf der Rundung befindet.
»Sie werden immer größer«, murmle ich. Und dabei weiß ich nicht, ob das wirklich das Ende sein wird …
30 März 2021
Eine große und umfassende Science-Fiction-Geschichte, aber ...
Zu den großen Klassikern der Comic-Kunst zählt beispielsweise die Science-Fiction-Serie »Die Schiffbrüchigen der Zeit«. Sie entstand in den 70er-Jahren und gilt bis heute als einer der besten Science-Fiction-Serien überhaupt.
In früheren Zeiten erschien sie hierzulande bei Carlsen, in den vergangenen Jahren wurden die zehn Bände in einer sehr schönen Ausgabe bei Splitter veröffentlicht. Ich habe sie nun endlich komplett gelesen und muss gestehen: Die Bilder sind toll, die Geschichten sind abenteuerlich, über Sinnhaftigkeit darf man aber nicht einmal nachdenken. Das macht's dann echt schwierig.
Die Geschichte beginnt in unserer Zeit: Weil die Welt vor ihrem Untergang steht, werden ein Mann und eine Frau mit einer Raumkapsel ins All geschossen. Tausend Jahre später wird der Mann geborgen, er muss sich dann in einer Zeit durchschlagen, die sich völlig von unserer heutigen Gegenwart unterscheidet. Die Menschheit hat sich ins All ausgebreitet, Mutanten und seltsame Mächte spielen eine wesentliche Rolle.
Recht schnell hat unser Held die Sachlage kapiert und kann sich dann seiner wichtigsten Aufgabe widmen: Er sucht die Frau, die damals seine Begleiterin war. Doch längst gibt es eine andere Frau, die sich unsterblich in ihn verliebt hat. Und so beginnt eine Odyssee durch die unterschiedlichsten Schauplätze einer fernen Zukunft.
Das Problem ist – und hier mutiere ich zum spießigen Fanboy –, dass die Handlung zeitweise absolut haarsträubend ist. Warum sich alle Frauen in den heldenhaften Raumfahrer verlieben, wird nicht klar; sie tun's nun mal und verhalten sich in seiner Nähe zänkisch und blöd. Auch alle möglichen Aliens zanken und balgen sich um den Raumfahrer von der Erde, ordnen sich ihm unter oder richten ihre Aktionen an ihm aus.
Wie das ganze Universum funktioniert, ist völlig gleichgültig. Entfernungen spielen keine Rolle. Ob man mit einem Raumschiff zu den Saturnringen fliegt oder in ein anderes Sonnensystem, interessiert ebensowenig wie Grundlagen der Physik und der Biologie. Dinge passieren halt einfach.
Seien wir ehrlich: Die Geschichten, die Jean Claude Forest erzählt, sind herrlich altmodisch. Wer Lust darauf hat, ein großes Science-Fiction-Abenteuer zu erleben, ist hier nicht schlecht bedient. Die Grafik ist sogar richtig überzeugend, Paul Gillon schuf beeindruckende Welten und Aliens. In den 70er-Jahren begeisterte das bildgewaltige Abenteuer sicher zu Recht.
Heute sitze ich ein wenig verwirrt vor den schönen Comic-Büchern und bin ratlos. Die Geschichte ist so haarsträubend, dass letztlich einfach nur tolle Bilder übrig bleiben. Das ist mir im Jahr 2021 dann doch zu wenig. Und ich lerne daraus: Es genügt einfach nicht mehr, nur ein »Kult« zu sein ...
Wenn die Natur so langsam erwacht
Weil es recht frisch war, radelte ich mit langer Hose und Pullover los. Den Pullover zog ich rasch aus, weil mir sehr warm wurde; die Hose ließ ich an. Mir begegneten die unterschiedlichsten Menschen: Es gab Leute, die mit Mantel und Schal, Mütze und Handschuhen unterwegs waren. In einem der Dörfer kamen mir zwei Jungmänner mit nacktem Oberkörper entgegen; der eine zeigte stolz seine neue »Patriot«-Tätowierung (vielleicht sah ich das »s« nicht, und es war irgendeine Baseball-Mannschaft aus den USA).
Aber dann war es eben doch die Natur, die mich dazu brachte, ab und zu anzuhalten und einfach nur zu gucken. Der Winter war vorüber, die Pflanzen erwachten sichtlich an allen möglichen Stellen. Es roch nach Frühling, die Insekten schwirrten. Das fand ich schön.
Und ich freue mich darauf, in diesem Jahr noch öfter mit dem Rad an die frische Luft zu können. Es gibt im Umkreis von vierzig Kilometern schließlich genügend zu sehen und zu tun. (Das Bild stammt aus der Umgebung der Belle.)
29 März 2021
Fußball, Schlager, Punkrock
In der aktuellen Folge, die wieder im Jahr 1996 spielt, greife ich zwei Themenpaaren auf, die in dieser Zeit durchaus relevant waren: Schlager und Punks sind das eine Thema, Fußball und Punks das andere. Beides passt eigentlich nie so richtig zusammen, und doch waren sie in den 90er-Jahren immer wieder mit dabei.
Ich erinnere mich an manche Party, bei der wir lauthals dämliche deutsche Schlager mitgesungen haben; ich war auf Schlager-Partys im besetzten Haus in Karlsruhe oder in den Autonomen Zentren in Mannheim und Heidelberg. Und Fußball guckte ich bei jeder Gelegenheit; mangels eigenem Fernseher saß ich bei Freunden in der Studentenwohnung herum oder zeckte mich in Kneipen ein, wo ich auf manchen Deutschlandbegeisterten stieß.
Heute stelle ich fest, dass ich Schlager nicht einmal mehr mit ironischer Distanz lustig oder gar gut finde. Und mein Interesse an Fußball ist im Jahr 2021 sehr geschwunden. So ändern sich die Dinge ... und so erweist sich eben eine Fortsetzungsgeschichte auch als ein Blick in die eigene Vergangenheit.
27 März 2021
Der Totengräber bei Audible
Heute sah ich mir mal an, wie das Hörbuch auf der Audible-Seite bewertet wird. Das ist teilweise sehr positiv. Der Sprecher Alex Bolte gebe »jeder Person ein individuelles Gesicht«, heißt es beispielsweise. »Er überträgt alle Facetten der Emotionen und Stimmungen!« Das ist ein schönes Kompliment, das freut mich.
Klar findet nicht jeder Hörer alles gut, deshalb gibt es auch negative Bewertungen. Unterm Strich kommt das Hörbuch aber sehr gut weg. Vielleicht sollte ich es mir doch einmal anhören ..,
26 März 2021
Kurzer Blick aufs Schloss
In den vergangenen Jahren bildete es die Kulisse für die wunderbaren Schlosslichtspiele. Diese fielen 2020 wegen der Pandemie aus. Und auch 2021 sehe ich mich noch nicht mit Tausenden von Menschen zum Schloss zu pilgern, um dort auf dem Boden zu sitzen, Bier oder Wein zu trinken und beeindruckende Shows zu sehen, die auf das Schloss projiziert werden.
Immerhin treibt das schöne Wetter dieser Tage die Menschen wieder zum Schloss. Erste kleine Gruppen bevölkern die Grünflächen und die angewärmten Steine. Die meisten Leute achten auf die Abstandsregeln, alles in allem ergibt das ein Bild, das ich positiv finde.















