Das halte ich für ein bewundernswertes Durchhaltevermögen: Der schwedische Fan und Autor Sam J. Lundwall hat jetzt angekündigt, sein Fanzine Jules-Verne Magasinet einzustellen. Seine letzte Ausgabe wird in diesem Jahr erscheinen und die Nummer 542 tragen - nach insgesamt 38 Jahren, die er das Fanzine herausgegeben hat. (Es sind übrigens 53 Jahre, wenn man hinzuzählt, daß das Fanzine Science Fiction Nytt in den letzten 30 Jahren eine Beilage des Jules-Verne-Heftes war.)
Das Genre mag er noch, wie er in schönem Englisch formuliert: »I still enjoy esseff (although not the yankee scifi oder syfy sort)«, was ich durchaus verstehen kann. Daß er aber nach all den Jahrzehnten keine Lust mehr hat, kann ich nachvollziehen - der Mann ist Jahrgang 1941 und seit Urzeiten in der Szene aktiv.
Ich habe ihn nie kennengelernt, kenne seinen Namen aber seit den frühen 80er Jahren. Lundwall war stets präsent, und wenn er jetzt in den Hintergrund tritt, ist das nachvollziehbar.
(Zum Vergleich: Als 1988 mein Fanzine SAGITTARIUS erstmals eingestellt wurde, gab es das Heft gerade mal seit 1980, und ich hatte das Gefühl, mein Lebenswerk abzuschließen. So ändern sich die Maßstäbe.)
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
10 August 2009
09 August 2009
Telemark begeistern mich derzeit
Bisher kannte ich die aus Duisburg stammende Band Telemark nur aus euphorischen Besprechungen, in denen es von sperrigen Begriffen wie »Postcore« nur so wimmelte – jetzt habe ich mir ihre aktuelle CD »Informat« (gibt's als schicke LP bei X-Mist Records, die CD ist vom Salon Alter Hammer) gut zwei Dutzend mal hintereinander angehört; das Ding ist einfach klasse!
Machen wir uns dabei jetzt nichts vor: All diese Begrifflichkeiten sollen wohl nur darüber hinwegtäuschen, daß es sich bei Telemark um eine waschechte Punk-Band handelt. Die Burschen können zwar mit ihren Gitarren umgehen und haben schlauere Texte als die meisten Deutschpunk-Bands, trotzdem gehören sie zur Punkrock-Subkultur.
Die Texte sind ebenso hektisch und atemlos wie die Musik, die Pointen sitzen, und wer mag, kann sicher ein Lyrik-Seminar dazu abhalten – wer nicht mag, kann die Refrains sicher auch im Konzert mitschreien. Mein persönlicher Hit heißt »Keine Lust«, und das ist ein Klasse-Pogo-Stück.
Klar unterscheidet sich die Band in manchen Punkten von herkömmlichen Punk, wie er aus deutschen Landen kommt. Im Hintergrund zirpt und fiept es irgendwie elektronisch, vorne bolzen aber Schlagzeug, Bass und Gitarre, und über alles tobt die klar verständliche Stimme des Sängers.
Wenn's einen Vergleich gibt, den ich aber auch schon gelesen habe, dann ist es der mit Trend oder eben mit den ersten Fehlfarben-Scheiben. Das ist aber kein schlechter Vergleich; für den braucht sich die Band sicher nicht zu schämen ... (Ich werde mir jetzt die ersten zwei Platten auch noch kaufen. Natürlich auf Vinyl; ich weiß ja, was gut ist ...)
Machen wir uns dabei jetzt nichts vor: All diese Begrifflichkeiten sollen wohl nur darüber hinwegtäuschen, daß es sich bei Telemark um eine waschechte Punk-Band handelt. Die Burschen können zwar mit ihren Gitarren umgehen und haben schlauere Texte als die meisten Deutschpunk-Bands, trotzdem gehören sie zur Punkrock-Subkultur.
Die Texte sind ebenso hektisch und atemlos wie die Musik, die Pointen sitzen, und wer mag, kann sicher ein Lyrik-Seminar dazu abhalten – wer nicht mag, kann die Refrains sicher auch im Konzert mitschreien. Mein persönlicher Hit heißt »Keine Lust«, und das ist ein Klasse-Pogo-Stück.
Klar unterscheidet sich die Band in manchen Punkten von herkömmlichen Punk, wie er aus deutschen Landen kommt. Im Hintergrund zirpt und fiept es irgendwie elektronisch, vorne bolzen aber Schlagzeug, Bass und Gitarre, und über alles tobt die klar verständliche Stimme des Sängers.
Wenn's einen Vergleich gibt, den ich aber auch schon gelesen habe, dann ist es der mit Trend oder eben mit den ersten Fehlfarben-Scheiben. Das ist aber kein schlechter Vergleich; für den braucht sich die Band sicher nicht zu schämen ... (Ich werde mir jetzt die ersten zwei Platten auch noch kaufen. Natürlich auf Vinyl; ich weiß ja, was gut ist ...)
08 August 2009
Ein Tag in der Schweiz
Ich gelte nicht als besonders fremdsprachenbegabt, und die erste fremde Sprache, die ich zu lernen hatte, war hochdeutsch. Da ich das bis heute nicht richtig sprechen kann (mit dem Lesen klappt's super, und das Schreiben ist auch halbwegs okay), liegt wohl nahe, daß ich mit anderen Sprachen ebenfalls meine Probleme habe.
Dazu zählen Sprachen wie das »Baarndütsch« (oder wie immer man das schreiben würde) und »schwyzerdütsch« allgemein. Wer glaubt, das seien alemannische und damit dem Schwäbischen verwandte Dialekte, hat unrecht: Die Grammatik ist anders, und viele Wörter werden nicht nur anders ausgesprochen, sondern haben sogar eine andere Bedeutung.
Kurzum: Als ich gestern - Samstag, 7. August 2009 - nach Zürich fuhr, brach ich wirklich auf in ein völlig fremdes Land. Die Menschen haben andere Sitten, in der Pizzeria gibt's fettige Pommes, und als Bier kann man immerhin Erdinger trinken, also bayerisches Weizenbier.
Was ich in Zürich machte? Die Lesung und die Abschiedsveranstaltung eines »meiner« Autoren besuchen, ein bißchen mit dem jungen Kollegen reden, mich gut amüsieren und dann hundemüde wieder auf die Autobahn gehen. War eine angenehme Dienstreise, zwar zeitweise ein bißchen anstrengend und vor allem gelegentlich mit Verständnisproblemen - aber es hat Spaß gemacht.
Dazu zählen Sprachen wie das »Baarndütsch« (oder wie immer man das schreiben würde) und »schwyzerdütsch« allgemein. Wer glaubt, das seien alemannische und damit dem Schwäbischen verwandte Dialekte, hat unrecht: Die Grammatik ist anders, und viele Wörter werden nicht nur anders ausgesprochen, sondern haben sogar eine andere Bedeutung.
Kurzum: Als ich gestern - Samstag, 7. August 2009 - nach Zürich fuhr, brach ich wirklich auf in ein völlig fremdes Land. Die Menschen haben andere Sitten, in der Pizzeria gibt's fettige Pommes, und als Bier kann man immerhin Erdinger trinken, also bayerisches Weizenbier.
Was ich in Zürich machte? Die Lesung und die Abschiedsveranstaltung eines »meiner« Autoren besuchen, ein bißchen mit dem jungen Kollegen reden, mich gut amüsieren und dann hundemüde wieder auf die Autobahn gehen. War eine angenehme Dienstreise, zwar zeitweise ein bißchen anstrengend und vor allem gelegentlich mit Verständnisproblemen - aber es hat Spaß gemacht.
07 August 2009
Lesung in Hamburg
Meine nächste Lesung ist ausnahmsweise mal nicht in Süddeutschland, sondern in Hamburg. Allerdings ist es keine spezielle Lesung, sondern ich trete quasi im Rahmen einer Science-Fiction-Veranstaltung auf, des Zellaktivator-Cons.
Dieser Con findet vom 11. bis 13. September 2009 im Eidelstedter Bürgerhaus (Alte Elbgaustraße 12, 22523 Hamburg) statt. Zu erwarten ist wohl eher ein fannisches Treffen. Mit dabei ist aber unter anderem Richard Rossbach, der Filmmusiker und Komponist, den ich anno 1980 auch mal live gesehen habe. Bin ja echt mal gespannt.
Meine Lesung ist am Samstag, 12. September 2009, um 15.30 Uhr. Da könnte ich auch schon fit und wach sein ... Und thematisch gibt's Fantasy (ich lese ein bißchen aus »Sardev - Schatten des Friedens« vor, der dann schon da sein sollte) und Afrika (zumindest eine Geschichte aus »Das Tier von Garoua«). Schauen wir mal, ob ich den einen oder anderen Science-Fiction-Fan mit meinem Zeugs infizieren kann ...
Dieser Con findet vom 11. bis 13. September 2009 im Eidelstedter Bürgerhaus (Alte Elbgaustraße 12, 22523 Hamburg) statt. Zu erwarten ist wohl eher ein fannisches Treffen. Mit dabei ist aber unter anderem Richard Rossbach, der Filmmusiker und Komponist, den ich anno 1980 auch mal live gesehen habe. Bin ja echt mal gespannt.
Meine Lesung ist am Samstag, 12. September 2009, um 15.30 Uhr. Da könnte ich auch schon fit und wach sein ... Und thematisch gibt's Fantasy (ich lese ein bißchen aus »Sardev - Schatten des Friedens« vor, der dann schon da sein sollte) und Afrika (zumindest eine Geschichte aus »Das Tier von Garoua«). Schauen wir mal, ob ich den einen oder anderen Science-Fiction-Fan mit meinem Zeugs infizieren kann ...
06 August 2009
Texte aus den Jahren 1869 bis 1910

Kurd Laßwitz gilt als einer der Begründer der Science Fiction, sicher aber hat der Mann in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg viel dazu beigetragen, daß sich so etwas wie eine eigenständige phantastische Literatur im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. Mit Ausnahme seines Romans »Zwischen zwei Planeten« kannte ich bis vor einigen Jahren nichts von ihm.
Das ändert sich peu à peu: Ich bin Abonnent der sehr verdienstvollen Hardcover-Ausgaben, die im Verlag Dieter von Reeken erscheint und das Gesamtwerk des Schriftstellers zusammenfasst. Mittlerweile liegt allerdings ein Packen ungelesener Bücher zu Hause, und ich gebe mir redlich Mühe, immer mal wieder darin zu stöbern.
Durch habe ich jetzt »Gedichte und Erzählungen«, ein Sammelband, der Texte aus den Jahren 1869 bis 1910 zusammenfasst und ein breites Spektrum an Texten bietet. Auch wenn ich manches davon langweilig, antiquiert oder einfach unverständlich fand, hat's mir doch Spaß bereitet, mich durch den »alten Kram« zu lesen .
Mir persönlich haben die letzten Geschichten am besten gefallen; bei ihnen handelt es sich um eine Art Science Fiction, wo es um intelligente Pflanzen und derartiges geht. Der Mars spielt ebenfalls eine Rolle, wenngleich eher in einer romantischen Ansicht und nicht wissenschaftlich korrekt.
Um saubere Wissenschaft geht es in anderen Texten. Laßwitz variiert Themen wie den Magnetismus und die Weltausstellung in Chicago, vermengt dies mit Liebesgeschichten oder Konflikten zwischen Jung und Alt. In solchen Texten wird der Klassiker-Autor auch für heutige Zeiten lesbar.
Panne sind nach heutigen Begriffen manche der humoristischen Erzählungen oder der lustig gemeinten Gedichte. Als teilweise sehr schön empfinde ich einige Gedichte, etwa der Liebesgedichte; andere Texte sind nur aus Gründen der Gesamtheit noch sinnvoll.
Alles in allem ist das Buch durchaus lesenswert, allerdings wirklich nur für Leute, die gern mehr über den Klassiker wissen wollen. Ich bin sicher, daß es für die Literaturwissenschaft mal interessant wäre, sich mit dem Autor zu beschäftigen, aber das ist ja nun wirklich nicht mein Thema.
05 August 2009
Ganz anderes Universum
Es gibt Dinge neben meiner Realität, von denen bekomme ich nur selten etwas damit. Dazu gehört so etwas wie ein »Glamour Stiletto Run«, den die Zeitschrift »Glamour« veranstaltet. Wenn ich's richtig kapiert habe, rennen da insgesamt hundert Frauen - in diesem Zusammenhang gern »Mädels« oder »Mädchen« genannt - über eine Strecke von 100 Meter über den Wittenbergplatz in Berlin. Dabei müssen die Absätze an den Schuhen mindestens sieben Zentimeter hoch sein.
So weit so seltsam. Ich bin nicht die Zielgruppe und möchte mir an dieser Stelle auch längere Reflexionen über Begriffe wie »Emanzipation« oder »Sexismus« verkneifen. Das ist ja schließlich alles super-lustig und garantiert völlig ironisch gemeint, und ich bin nur eine Spaßbremse.
Richtig seltsam wird es aber, wenn ich mir die Berichterstattung anschaue. Da meine ich jetzt nicht »Bild Online« und andere Fachblätter, sondern die dafür ausgerichtete Berichterstattung. Das Filmchen auf der »Glamour«-Homepage konnte ich beispielsweise nicht ohne körperliche Schmerzen anschauen.
Besonders gelungen fand ich die Fan-Homepage, auf der es einen ausführlichen Bericht mit Text und Bildern gibt. Mir ist jegliches Fantum sympathisch, von daher ist dieser Text völlig in Ordnung. Aber er bestärkt mich in meiner Empfindung, daß ich in einem anderen Universum lebe ...
So weit so seltsam. Ich bin nicht die Zielgruppe und möchte mir an dieser Stelle auch längere Reflexionen über Begriffe wie »Emanzipation« oder »Sexismus« verkneifen. Das ist ja schließlich alles super-lustig und garantiert völlig ironisch gemeint, und ich bin nur eine Spaßbremse.
Richtig seltsam wird es aber, wenn ich mir die Berichterstattung anschaue. Da meine ich jetzt nicht »Bild Online« und andere Fachblätter, sondern die dafür ausgerichtete Berichterstattung. Das Filmchen auf der »Glamour«-Homepage konnte ich beispielsweise nicht ohne körperliche Schmerzen anschauen.
Besonders gelungen fand ich die Fan-Homepage, auf der es einen ausführlichen Bericht mit Text und Bildern gibt. Mir ist jegliches Fantum sympathisch, von daher ist dieser Text völlig in Ordnung. Aber er bestärkt mich in meiner Empfindung, daß ich in einem anderen Universum lebe ...
04 August 2009
Erkundung in Sirmione
Aus der Serie »Mein kleiner Urlaubsrückblick auf den Juni«
Schaut man sich auf einer Landkarte den Gardasee an, sieht er auf den ersten Blick ein wenig so aus wie eine schräg liegende Birne: unten ein dicker Bauch, oben ein immer schlanker werdender Abschluß. Das schöne Bild wird von der dünnen Halbinsel getrübt, die sich unten in den Dickbauch hineinschiebt ... und diese Halbinsel ist im Prinzip das Städtchen Sirmione.
Rechts und links der Halbinsel liegen einige Dörfer, die ebenfalls zu Sirmione gehören; bewegt man sich auf der Halbinsel, kommt man an zahlreichen Hotels und Campingplätzen vorbei. Der Zugang zur eigentliche Stadt wird von einem alten Tor gebildet, eine alte Festung erhebt ihre Zinnen über den Gässchen der Innenstadt.
Und dort läßt sich wirklich schön schlendern. Kopfsteinpflaster und altes Gemäuer ergeben eine Mischung, für die Reiseführer-Autoren die Bezeichnung »bezaubernd« wählen. Nicht zu Unrecht, wie ich finde ...
Immerhin waren wir abends da. Die Sonne war bereits sehr tief gesunken, die Dämmerung zog über das Land, und die schlimmsten Heerscharen an Touristen hatten bereits die Stadt verlassen. Tagsüber und in der Hochsaison sei die Altstadt von Sirmione völlig überfüllt, sagte man uns.
Abends und vor allem spät abends waren wir zeitweise die einzigen, die über das Kopfsteinpflaster stolperten, am See entlang spazierten - wo uns die Insekten nervten -, leckeres Eis aßen, in einem kleinen Spezialitätengeschäft Wein, Nudeln und Süßigkeiten erstanden und zuletzt in einer kleinen Osteria noch ein vernünftiges Abendessen zu einem vernünftigen Preis zu uns nahmen.
Sirmione ist eine Reise wert. Ich würd' wieder hinfahren, wenn es zeitlich paßt. Aber sicher nicht tagsüber und im Hochsommer!
Schaut man sich auf einer Landkarte den Gardasee an, sieht er auf den ersten Blick ein wenig so aus wie eine schräg liegende Birne: unten ein dicker Bauch, oben ein immer schlanker werdender Abschluß. Das schöne Bild wird von der dünnen Halbinsel getrübt, die sich unten in den Dickbauch hineinschiebt ... und diese Halbinsel ist im Prinzip das Städtchen Sirmione.
Rechts und links der Halbinsel liegen einige Dörfer, die ebenfalls zu Sirmione gehören; bewegt man sich auf der Halbinsel, kommt man an zahlreichen Hotels und Campingplätzen vorbei. Der Zugang zur eigentliche Stadt wird von einem alten Tor gebildet, eine alte Festung erhebt ihre Zinnen über den Gässchen der Innenstadt.
Und dort läßt sich wirklich schön schlendern. Kopfsteinpflaster und altes Gemäuer ergeben eine Mischung, für die Reiseführer-Autoren die Bezeichnung »bezaubernd« wählen. Nicht zu Unrecht, wie ich finde ...
Immerhin waren wir abends da. Die Sonne war bereits sehr tief gesunken, die Dämmerung zog über das Land, und die schlimmsten Heerscharen an Touristen hatten bereits die Stadt verlassen. Tagsüber und in der Hochsaison sei die Altstadt von Sirmione völlig überfüllt, sagte man uns.
Abends und vor allem spät abends waren wir zeitweise die einzigen, die über das Kopfsteinpflaster stolperten, am See entlang spazierten - wo uns die Insekten nervten -, leckeres Eis aßen, in einem kleinen Spezialitätengeschäft Wein, Nudeln und Süßigkeiten erstanden und zuletzt in einer kleinen Osteria noch ein vernünftiges Abendessen zu einem vernünftigen Preis zu uns nahmen.
Sirmione ist eine Reise wert. Ich würd' wieder hinfahren, wenn es zeitlich paßt. Aber sicher nicht tagsüber und im Hochsommer!
03 August 2009
Lob für'n Blog
Unter dem Titel »Ein Herz für Blogs« gibt es auf spontis.de auch einen schönen Beitrag über meinen ENPUNKT-Blog. Ich zitiere den Macher: »... ich möchte das Herz wörtlich nehmen und einige wenige Blogs vorstellen, die mir tatsächlich ans Herz gewachsen sind ...«
Das höre ich gern, das lese ich auch gern. Und ich zitiere vor allem gern eine so freundliche Einschätzung wie die folgende: »... betreibt hier ein klassisches Ego-Zine, so einer Art Kolumne – gefüllt mit dem täglichen Tag und geschrieben mit spitzer und erfahrener Feder liest er sich so ein bisschen wie die Neverending Story ...«
Dankeschön für das schöne Lob!
Das höre ich gern, das lese ich auch gern. Und ich zitiere vor allem gern eine so freundliche Einschätzung wie die folgende: »... betreibt hier ein klassisches Ego-Zine, so einer Art Kolumne – gefüllt mit dem täglichen Tag und geschrieben mit spitzer und erfahrener Feder liest er sich so ein bisschen wie die Neverending Story ...«
Dankeschön für das schöne Lob!
02 August 2009
Hardcore und Punk aus Südamerika
Am heutigen Sonntag, 2. August, ließ ich es im ENPUNKT-Radio im freien Radio Querfunk ordentlich knallen - wobei die Musik aus Südamerika kam. Einige Länder schaffte ich, nicht aber alle.
So kamen Jason mit ihrem von New York beeinflußten Hardcore-Punk oder die schon reichlich alten Colera und Agrotoxico mit ihrem Hardcore-Punk allesamt aus Sao Paolo in Brasilien, ebenso die Blind Pigs, die eher Punk à la 1982 in England spielen. Mit Rechazo hatte ich zudem eine Band aus Kolumbien am Start.
Aus Argentinien gab's diesmal Oi!-Punk: Que Risa spielen nach eigenen Angaben »oi! proletario antifascista« und klingen genauso. Mit klarem Frauenpunkt und schnell-hippeligem Gesang kamen dann noch Penadas Por La Ley aus demselben Land.
Mit Dona Maldad und ihrem Anarcho-Punk sowie Desorden Publico und ihrem lockeren Ska-Sound spielte ich zwei Bands aus Venezuela. Den krachigen Abschluß bildeten Dios Hastio aus Peru, die wütenden Hardcore spielen. Alles in allem eine eher krachige Sendung - danach klingt »Jazz zur Nacht« auf jeden Fall melodisch und sehr nett.
So kamen Jason mit ihrem von New York beeinflußten Hardcore-Punk oder die schon reichlich alten Colera und Agrotoxico mit ihrem Hardcore-Punk allesamt aus Sao Paolo in Brasilien, ebenso die Blind Pigs, die eher Punk à la 1982 in England spielen. Mit Rechazo hatte ich zudem eine Band aus Kolumbien am Start.
Aus Argentinien gab's diesmal Oi!-Punk: Que Risa spielen nach eigenen Angaben »oi! proletario antifascista« und klingen genauso. Mit klarem Frauenpunkt und schnell-hippeligem Gesang kamen dann noch Penadas Por La Ley aus demselben Land.
Mit Dona Maldad und ihrem Anarcho-Punk sowie Desorden Publico und ihrem lockeren Ska-Sound spielte ich zwei Bands aus Venezuela. Den krachigen Abschluß bildeten Dios Hastio aus Peru, die wütenden Hardcore spielen. Alles in allem eine eher krachige Sendung - danach klingt »Jazz zur Nacht« auf jeden Fall melodisch und sehr nett.
01 August 2009
Im EXODUS-Jubelheft
In den späten 70er und ganz frühen 80er Jahren gehörte EXODUS zu den besten Science-Fiction-Fanzines im deutschsprachigen Raum; es beeinflußte mich stark, auch in politischer Hinsicht. Mit dem Fanzine-Sterben um diese Zeit verschwand EXODUS.
Und stand vor einigen Jahren wieder neu auf: René Moreau wollte es noch mal wissen und legte mit vollem Elan los. Längst ist das Magazin aus dem gewöhnlichen Fanzine-Umfeld herausgewachsen, und das belegt die Ausgabe 25 ganz eindrucksvoll.
Ich habe sie noch nicht gelesen, sondern freue mich derzeit vor allem darüber, daß ich mit einem Beitrag im Heft vertreten bin: Das Heft hat als Themenschwerpunkt »Die neuen Menschen«, dazu haben einige Künstler farbige Grafiken geliefert, und von mir stammt zur Bilderstrecke eine Art »einführendes Wort«.
Mein Text trägt den Titel »Der neue Mensch der nahen Zukunft« und unternimmt den Versuch, die verschiedenen Bilder irgendwie inhaltlich zu bündeln. Schauen wir mal, wie's die Leser finden werden. Und ich gebe mir in der Zwischenzeit Mühe, mal wieder eine Kurzgeschichte fürs EXODUS zu liefern.
Und stand vor einigen Jahren wieder neu auf: René Moreau wollte es noch mal wissen und legte mit vollem Elan los. Längst ist das Magazin aus dem gewöhnlichen Fanzine-Umfeld herausgewachsen, und das belegt die Ausgabe 25 ganz eindrucksvoll.
Ich habe sie noch nicht gelesen, sondern freue mich derzeit vor allem darüber, daß ich mit einem Beitrag im Heft vertreten bin: Das Heft hat als Themenschwerpunkt »Die neuen Menschen«, dazu haben einige Künstler farbige Grafiken geliefert, und von mir stammt zur Bilderstrecke eine Art »einführendes Wort«.
Mein Text trägt den Titel »Der neue Mensch der nahen Zukunft« und unternimmt den Versuch, die verschiedenen Bilder irgendwie inhaltlich zu bündeln. Schauen wir mal, wie's die Leser finden werden. Und ich gebe mir in der Zwischenzeit Mühe, mal wieder eine Kurzgeschichte fürs EXODUS zu liefern.
Im EXODUS-Jubelheft
In den späten 70er und ganz frühen 80er Jahren gehörte EXODUS zu den besten Science-Fiction-Fanzines im deutschsprachigen Raum; es beeinflußte mich stark, auch in politischer Hinsicht. Mit dem Fanzine-Sterben um diese Zeit verschwand EXODUS.
Und stand vor einigen Jahren wieder neu auf: René Moreau wollte es noch mal wissen und legte mit vollem Elan los. Längst ist das Magazin aus dem gewöhnlichen Fanzine-Umfeld herausgewachsen, und das belegt die Ausgabe 25 ganz eindrucksvoll.
Ich habe sie noch nicht gelesen, sondern freue mich derzeit vor allem darüber, daß ich mit einem Beitrag im Heft vertreten bin:
Und stand vor einigen Jahren wieder neu auf: René Moreau wollte es noch mal wissen und legte mit vollem Elan los. Längst ist das Magazin aus dem gewöhnlichen Fanzine-Umfeld herausgewachsen, und das belegt die Ausgabe 25 ganz eindrucksvoll.
Ich habe sie noch nicht gelesen, sondern freue mich derzeit vor allem darüber, daß ich mit einem Beitrag im Heft vertreten bin:
31 Juli 2009
Fauler Tag in Valeggio
Aus der Serie »Mein kleiner Urlaubsrückblick auf den Juni«
Am Donnerstag morgen, 11. Juni 2009, beschlossen wir nach dem ausgiebigen Frühstück, in das Gebiet südlich des Gardasees zu fahren. Wir gondelten über die Landstraße und kamen kurz nach der Mittagszeit nach Valeggio Sul Mincio, einer kleinen Stadt, die – wie der Name schon sagt – am Fluß Mincio liegt.
Valeggio erwies sich als sehr gemütlich: Die Kleinstadt briet in der Sonne, fast alle Läden und Restaurants hatten geschlossen. Wir stellten das Auto mitten in der Stadt ab, bummelten durch die Gassen und setzten uns nach einiger Zeit erst einmal in das einzige Café, das auf dem Platz vor dem Rathaus überhaupt offen hatte.
Da saßen wir unter dem Sonnenschirm und tranken einen Espresso nach dem anderen, schauten den Leuten zu, wie sie durch die Sonne schlenderten, lauschten den in rasantem Italienisch geführten Gesprächen der alten Männer an den Tischen hinter uns und genossen den Tag.
Später bummelten wir zu der Burg hoch, die aus dem Mittelalter stammt und immer noch wuchtig ist – von dort aus genossen wir den Blick über die Stadt, über die Ebene des Mincio und das wunderschöne Umland.
Am Donnerstag morgen, 11. Juni 2009, beschlossen wir nach dem ausgiebigen Frühstück, in das Gebiet südlich des Gardasees zu fahren. Wir gondelten über die Landstraße und kamen kurz nach der Mittagszeit nach Valeggio Sul Mincio, einer kleinen Stadt, die – wie der Name schon sagt – am Fluß Mincio liegt.
Valeggio erwies sich als sehr gemütlich: Die Kleinstadt briet in der Sonne, fast alle Läden und Restaurants hatten geschlossen. Wir stellten das Auto mitten in der Stadt ab, bummelten durch die Gassen und setzten uns nach einiger Zeit erst einmal in das einzige Café, das auf dem Platz vor dem Rathaus überhaupt offen hatte.
Da saßen wir unter dem Sonnenschirm und tranken einen Espresso nach dem anderen, schauten den Leuten zu, wie sie durch die Sonne schlenderten, lauschten den in rasantem Italienisch geführten Gesprächen der alten Männer an den Tischen hinter uns und genossen den Tag.
Später bummelten wir zu der Burg hoch, die aus dem Mittelalter stammt und immer noch wuchtig ist – von dort aus genossen wir den Blick über die Stadt, über die Ebene des Mincio und das wunderschöne Umland.
Massendefekt verschenken ihren Punk
Das halte ich für eine gute Aktion: Angesichts der desolaten Situation der Musik-Branche geht die Punkrock-Band Massendefekt einen anderen Weg und verschenkt ihre Platte gleich. Wer mag, kann sich die Platte auf der Homepage der Band herunterladen; kostenlos natürlich. Wer mag, kann dennoch den einen oder anderen Euro an die Band überweisen.
Und wer mag, kann die aktuelle CD »Kung Fu Charlie« auch als Plastikhülle mit Silberscheibe drin kaufen. Bei der Band direkt gibt es das Ding für fünf Euro, was ein sehr anständiger Preis ist. Immerhin gibt es dafür viermal rockigen Deutschpunk und drei eher obskure Live-Stücke als Bonus-Stücke.
Was Massendefekt machen, ist der seit einigen Jahren weit verbreitete Deutschpunk, der mit schwer rockenden Gitarren aufwartet und mich immer wieder an die Toten Hosen erinnert. Mir ist klar, daß das vielen Leuten gefällt, weshalb ich daran nicht herumnörgeln möchte. Die Band kann auf jeden Fall spielen, die Stücke sind kompetent, und alles rockt ganz gut.
Persönlich hätte ich's mir aggressiver und mit mehr Feuer im Arsch gewünscht. Aber man kann ja nicht alles haben ...
Und wer mag, kann die aktuelle CD »Kung Fu Charlie« auch als Plastikhülle mit Silberscheibe drin kaufen. Bei der Band direkt gibt es das Ding für fünf Euro, was ein sehr anständiger Preis ist. Immerhin gibt es dafür viermal rockigen Deutschpunk und drei eher obskure Live-Stücke als Bonus-Stücke.
Was Massendefekt machen, ist der seit einigen Jahren weit verbreitete Deutschpunk, der mit schwer rockenden Gitarren aufwartet und mich immer wieder an die Toten Hosen erinnert. Mir ist klar, daß das vielen Leuten gefällt, weshalb ich daran nicht herumnörgeln möchte. Die Band kann auf jeden Fall spielen, die Stücke sind kompetent, und alles rockt ganz gut.
Persönlich hätte ich's mir aggressiver und mit mehr Feuer im Arsch gewünscht. Aber man kann ja nicht alles haben ...
30 Juli 2009
An der hohen Literatur gescheitert
Einmal im Jahr unternehme ich den Versuch, anspruchsvolle Literatur zu lesen. Diesen Sommer war's das Taschenbuch »Die Wolldecke«, verfaßt von der Schriftstellerin, Zeichnerin und Filmerin (so das Verlags-Info) Gundi Feyrer.
Ich gab mir Mühe und las recht viel. Das Buch enthält drei Geschichten, und ich fing jede davon an – scheiterte aber an allen dreien. Ich kam nicht rein, und ich fand die Lektüre durch die Bank ungenießbar.
Kein einziger Satz, den ich nachvollziehbar fand, keine Handlung, die irgendwie etwas hergab. Es wurden Satzfragmente aneinander gereiht, und was in den Geschichten passierte, war mir nicht klar.
Ich nehme an, daß all das schwerstens intellektuell ist und daß es an mir liegt, daß ich die Texte nicht verstehe. Ernüchtert gab ich auf jeden Fall wieder mal auf: Anspruchsvolle Literatur dieser Art ist nicht meine Tasse Bier.
Jetzt habe ich wieder ein Buch in der Wohnung, für das ich eine Abnehmerin oder einen Abnehmer suche ...
Ich gab mir Mühe und las recht viel. Das Buch enthält drei Geschichten, und ich fing jede davon an – scheiterte aber an allen dreien. Ich kam nicht rein, und ich fand die Lektüre durch die Bank ungenießbar.
Kein einziger Satz, den ich nachvollziehbar fand, keine Handlung, die irgendwie etwas hergab. Es wurden Satzfragmente aneinander gereiht, und was in den Geschichten passierte, war mir nicht klar.
Ich nehme an, daß all das schwerstens intellektuell ist und daß es an mir liegt, daß ich die Texte nicht verstehe. Ernüchtert gab ich auf jeden Fall wieder mal auf: Anspruchsvolle Literatur dieser Art ist nicht meine Tasse Bier.
Jetzt habe ich wieder ein Buch in der Wohnung, für das ich eine Abnehmerin oder einen Abnehmer suche ...
29 Juli 2009
Lektorats-Diskussionen
Schon ein seltsames Gefühl, mal wieder die Schreibtischseite zu tauschen ... So geht es mir in diesen Tagen: Mein »Sardev – Schatten des Friedens« ist derzeit im Lektorat, der Band soll schließlich bald in die Setzerei und dann in den Druck gehen. Und das heißt, daß ich mit dem Lektorat des Basilisk-Verlages telefoniere ...
Ganz andere Situation: Ich bin jetzt der Autor, dem die Fehler vor die Nase gehalten werden. Sehr höflich natürlich – und die »Gegenseite« hat zu allem Überfluß auch noch immer recht.
Ich bin heilfroh, wenn an meinem Text so gründlich herumgearbeitet wird. Dann wird es hoffentlich auch ein gut lesbarer Kurzroman, der irgendwann anfang September käuflich zu erwerben sein wird. Und darauf freue ich mich schon.
Ganz andere Situation: Ich bin jetzt der Autor, dem die Fehler vor die Nase gehalten werden. Sehr höflich natürlich – und die »Gegenseite« hat zu allem Überfluß auch noch immer recht.
Ich bin heilfroh, wenn an meinem Text so gründlich herumgearbeitet wird. Dann wird es hoffentlich auch ein gut lesbarer Kurzroman, der irgendwann anfang September käuflich zu erwerben sein wird. Und darauf freue ich mich schon.
28 Juli 2009
Flashmobs und Chaos
Das aktuelle heiße Ding sind ja wohl »Flashmobs«. Sogar in Karlsruhe gab es das schon: einige Dutzend oder hundert Menschen treffen sich im Schloßgarten zur vorher vereinbarten Zeit und spannen dort Regenschirme auf.
Nun denn ... Es gibt sicher sinnvollere Methoden, seine Zeit zu vertreiben, aber ich bin sicher, daß es durchaus lustig sein kann.
Nur: Wenn Flashmobs an Stellen entstehen, wo sie keiner mag, gibt es mittlerweile Ärger. Da zertrampelt ein Haufen von aktivistischen Leuten dann mal kurz einen Haufen von Sanddünen auf Sylt - und in Braunschweig wird kurzerhand ein Flashmob verboten.
Die ganze Diskussion erinnert total an die Chaostage. Während es bei Stadtfesten oder anderen Festivitäten wie dem Oktoberfest von Vergewaltigung über Prügelei bis hin zu Tonnen von Müll alle möglichen Begleitumstände gibt, die offensichtlich niemanden so richtig stören, rasten die Ordnungsmächte sofort aus, wenn sich Dinge entwickeln, mit denen sie nichts anzufangen wissen.
Sind Flashmobs also die neuen Chaostage? Junge Leute, die Sachen tun, die eigentlich harmlos sind, die aber die Staatsmacht verwirren? Ereignisse, die von den »Alten« niemand nachvollziehen kann? Interessante Vorstellung ...
Nun denn ... Es gibt sicher sinnvollere Methoden, seine Zeit zu vertreiben, aber ich bin sicher, daß es durchaus lustig sein kann.
Nur: Wenn Flashmobs an Stellen entstehen, wo sie keiner mag, gibt es mittlerweile Ärger. Da zertrampelt ein Haufen von aktivistischen Leuten dann mal kurz einen Haufen von Sanddünen auf Sylt - und in Braunschweig wird kurzerhand ein Flashmob verboten.
Die ganze Diskussion erinnert total an die Chaostage. Während es bei Stadtfesten oder anderen Festivitäten wie dem Oktoberfest von Vergewaltigung über Prügelei bis hin zu Tonnen von Müll alle möglichen Begleitumstände gibt, die offensichtlich niemanden so richtig stören, rasten die Ordnungsmächte sofort aus, wenn sich Dinge entwickeln, mit denen sie nichts anzufangen wissen.
Sind Flashmobs also die neuen Chaostage? Junge Leute, die Sachen tun, die eigentlich harmlos sind, die aber die Staatsmacht verwirren? Ereignisse, die von den »Alten« niemand nachvollziehen kann? Interessante Vorstellung ...
27 Juli 2009
Krawallig-kreischig
Ich hatte noch nie zuvor von der Band An Albatross gehört. Und hätte mir jemand die Musik vorher beschrieben, wäre ich nicht aufs Konzert gegangen. Aber so verschlug es mich am Samstag abend, 25. Juli 2009, recht spontan ins »Café Nancy«, wo ich eigentlich nur Bier trinken wollte.
Stattdessen war es gewissermaßen eine Hausbesetzer-Party, bei der es um das neue Kulturzentrum in der Pfannkuchstraße ging. Bier gab es dennoch, die erste Band hatte ich verpaßt, dann aber kamen An Albatross.
Der Sänger erwies sich als durchgeknallter Langhaariger, der ins Mikro kreischte und schrie, als ob er am Spieß gebraten würde. Der Schlagzeuger war ein ungeheuerlicher Berserker, der in einem Affentempo komplizierte Rhythmen prügelte. Der Basser spielte sein Instrument mit einem absoluten Affenzahn, und der Gitarrist quälte sein Instrument meist, als ob er einen Bass in der Hand hielte.
Soweit so hektisch. Dazu kam der Typ an der Schweineorgel: Gekleidet in eine Weste mit Hemd und Krawatte, dazu sauber geschnittene Haare und ein ordentlicher Bart, sah er aus wie ein protestantischer Wanderprediger aus den USA, und er spielte seine Orgel mit einer Coolness, die mich verblüffte.
Das ganze zusammen gab eine furiose Mischung, wie ich sie so selten zuvor gehört und vor allem gesehen hatte. Kreischend-keifender Gesang, prügelnde Gitarren-Bass-Attacken, das alles in einer unaufhörlichen Welle von Bewegung und Aktion. Der Hammer!, ich stand da, hatte den Mund offen, trank ganz schnell mehrere Biere und war völlig fassungslos. Keine Band, von der ich die Platte kaufen würde, aber live der Kracher.
Später sagte jemand, das ganze habe wie »Grindcore meets The Doors« geklungen. Und das war ein Vergleich, den ich zutreffend fand. Was für ein geiles Konzert!
Stattdessen war es gewissermaßen eine Hausbesetzer-Party, bei der es um das neue Kulturzentrum in der Pfannkuchstraße ging. Bier gab es dennoch, die erste Band hatte ich verpaßt, dann aber kamen An Albatross.
Der Sänger erwies sich als durchgeknallter Langhaariger, der ins Mikro kreischte und schrie, als ob er am Spieß gebraten würde. Der Schlagzeuger war ein ungeheuerlicher Berserker, der in einem Affentempo komplizierte Rhythmen prügelte. Der Basser spielte sein Instrument mit einem absoluten Affenzahn, und der Gitarrist quälte sein Instrument meist, als ob er einen Bass in der Hand hielte.
Soweit so hektisch. Dazu kam der Typ an der Schweineorgel: Gekleidet in eine Weste mit Hemd und Krawatte, dazu sauber geschnittene Haare und ein ordentlicher Bart, sah er aus wie ein protestantischer Wanderprediger aus den USA, und er spielte seine Orgel mit einer Coolness, die mich verblüffte.
Das ganze zusammen gab eine furiose Mischung, wie ich sie so selten zuvor gehört und vor allem gesehen hatte. Kreischend-keifender Gesang, prügelnde Gitarren-Bass-Attacken, das alles in einer unaufhörlichen Welle von Bewegung und Aktion. Der Hammer!, ich stand da, hatte den Mund offen, trank ganz schnell mehrere Biere und war völlig fassungslos. Keine Band, von der ich die Platte kaufen würde, aber live der Kracher.
Später sagte jemand, das ganze habe wie »Grindcore meets The Doors« geklungen. Und das war ein Vergleich, den ich zutreffend fand. Was für ein geiles Konzert!
26 Juli 2009
Unkommerzielle Kultur in Karlsruhe
Ich war nicht dabei und hörte nur davon: Am Freitag abend, 24. Juli 2009, wurde in Karlsruhe ein seit drei Jahren leer stehendes Haus kurzerhand für eine Einweihungsfeier genutzt - so die vorsichtige Formulierung. In der Pfannkuchstraße wollen die Aktivisten von »bon lieu vivant« ein unkommerzielles Kulturzentrum errichten.
Eine interessante Perspektive, wie ich finde. Nachdem die »Steffi« als besetztes Wohn- und Kulturprojekt in den 90er Jahren mitten in der Stadt gestanden war und dann die »Ex-Steffi« in der Schwarzwaldstraße unweit des Bahnhofs immer nur als ein Kompromiss gewertet werden konnte, ist die Zeit reif für einen neuen Anlauf. Besonders klasse finde ich, daß sich hier vor allem junge Leute engagieren.
Wie es weitergeht in der Pfannkuchstraße, bleibt abzuwarten. Die am Freitag anrückende Polizei verhielt sich korrekt: Es gab keine Festnahmen, dafür zogen die Party-Besetzer auch rasch ab. Im Verlauf der Woche soll es Verhandlungen mit der Stadtverwaltung geben.
Solange kann man sich über einen eingerichteten Blog über die Fortschritte informieren. Es gibt dort auch einige Fotos, die zeigen, wie beeindruckend groß das freistehende Haus ist ...
Eine interessante Perspektive, wie ich finde. Nachdem die »Steffi« als besetztes Wohn- und Kulturprojekt in den 90er Jahren mitten in der Stadt gestanden war und dann die »Ex-Steffi« in der Schwarzwaldstraße unweit des Bahnhofs immer nur als ein Kompromiss gewertet werden konnte, ist die Zeit reif für einen neuen Anlauf. Besonders klasse finde ich, daß sich hier vor allem junge Leute engagieren.
Wie es weitergeht in der Pfannkuchstraße, bleibt abzuwarten. Die am Freitag anrückende Polizei verhielt sich korrekt: Es gab keine Festnahmen, dafür zogen die Party-Besetzer auch rasch ab. Im Verlauf der Woche soll es Verhandlungen mit der Stadtverwaltung geben.
Solange kann man sich über einen eingerichteten Blog über die Fortschritte informieren. Es gibt dort auch einige Fotos, die zeigen, wie beeindruckend groß das freistehende Haus ist ...
Tora Bora mit schweinegeilem Punkrock
Manchmal bin ich heilfroh, wenn ich eine Band zu Gehör bekomme, bei deren Musik mir als Beschreibung schlicht und ergreifend nur »Punkrock« einfällt. So ist es mit der Band Tora Bora aus Freiburg, die ich noch nie live mitgekriegt habe, was ich aber mal bei Gelegenheit nachholen sollte.
Was die fünf Leute machen, ist nicht schreiend originell: Auf ihrer CD »Modern Life Overdose« gibt's fünfzehnmal Punkrock auf die Ohren, durchaus ruppig und mit klaren gesellschaftlichen Aussagen, aber weit entfernt vom klischeehaften »Abkulten« über die angeblich so guten alten Zeiten. Das ganze wird klassisch präsentiert, die Stücke kommen teilweise mit schicken »Ohooo«-Chören und klingen durch die Bank gut.
Sehr oft ist mir unklar, warum manche Bands hochgejubelt werden und andere nicht. Tora Bora machen einen sauguten Eindruck, die Platte gefällt, und so was kann ich mir auch im Jahr 2009 gern um die Ohren blasen. Da kann 1982 noch so lange her sein!
Was die fünf Leute machen, ist nicht schreiend originell: Auf ihrer CD »Modern Life Overdose« gibt's fünfzehnmal Punkrock auf die Ohren, durchaus ruppig und mit klaren gesellschaftlichen Aussagen, aber weit entfernt vom klischeehaften »Abkulten« über die angeblich so guten alten Zeiten. Das ganze wird klassisch präsentiert, die Stücke kommen teilweise mit schicken »Ohooo«-Chören und klingen durch die Bank gut.
Sehr oft ist mir unklar, warum manche Bands hochgejubelt werden und andere nicht. Tora Bora machen einen sauguten Eindruck, die Platte gefällt, und so was kann ich mir auch im Jahr 2009 gern um die Ohren blasen. Da kann 1982 noch so lange her sein!
25 Juli 2009
Wie aus einem Kind ein Mädchen wird
Im Einkaufszentrum »Ettlinger Tor« in Karlsruhe ist eine »wüste Woche« angebrochen. Das ganze heißt natürlich anders, gemeint ist aber: An zahlreichen Informationsständen gibt es Bilder aus Wüstenregionen dieser Erde, also beispielsweise die Sahara in Afrika oder das Outback in Australien, dazu gibt es Terrarien und anderes.
Beim Einkaufen vergaß ich fast die Zeit, weil ich auf einmal die Menschen um mich herum ignorierte und mich stattdessen auf exotische Schlangen, Echsen und Insekten konzentrierte. Teilweise extrem interessant, ich war sehr davon angetan.
An einem Terrarium, wo man große Ameisen beobachten konnte, sah ich einer jungen Frau um die dreißig mit ihren Kindern zu. Während sich die Mutter sichtlich ekelte, beugte sich der Junge mit großem Interesse über das Terrarium.
»Boh!«, rief er mehrmals. »Das sind ja Killerameisen.« Er war komplet fasziniert und hätte die Tiere am liebsten wohl angefasst.
Die Mutter ekelte sich; sie schüttelte sich vor Entsetzen und kam nicht näher als zwei Meter an das Terrarium heran. Dann ging sie und befahl ihrem Sohn, er möge ihr folgen. Ihre Tochter hatte sie bei alledem nicht losgelassen, das Kind sollte wohl nichts von den Schrecknissen mitbekommen. Sie zerrte sie zur Seite, wandte ihr Gesicht ab.
»So werden kleine Kinder zu Mädchen und Jungs erzogen«, dachte ich und wunderte mich nicht.
Beim Einkaufen vergaß ich fast die Zeit, weil ich auf einmal die Menschen um mich herum ignorierte und mich stattdessen auf exotische Schlangen, Echsen und Insekten konzentrierte. Teilweise extrem interessant, ich war sehr davon angetan.
An einem Terrarium, wo man große Ameisen beobachten konnte, sah ich einer jungen Frau um die dreißig mit ihren Kindern zu. Während sich die Mutter sichtlich ekelte, beugte sich der Junge mit großem Interesse über das Terrarium.
»Boh!«, rief er mehrmals. »Das sind ja Killerameisen.« Er war komplet fasziniert und hätte die Tiere am liebsten wohl angefasst.
Die Mutter ekelte sich; sie schüttelte sich vor Entsetzen und kam nicht näher als zwei Meter an das Terrarium heran. Dann ging sie und befahl ihrem Sohn, er möge ihr folgen. Ihre Tochter hatte sie bei alledem nicht losgelassen, das Kind sollte wohl nichts von den Schrecknissen mitbekommen. Sie zerrte sie zur Seite, wandte ihr Gesicht ab.
»So werden kleine Kinder zu Mädchen und Jungs erzogen«, dachte ich und wunderte mich nicht.
24 Juli 2009
Schickes Conbuch
Zum PERRY RHODAN-Con in Garching erschien ein superschick gestaltetes Conbuch. Nebst vielen anderen Beiträgen enthält es unter anderem eine Kurzgeschichte von meinem Autorenkollegen Uwe Anton.
Und es enthält ein Vorwort von mir; man könnte auch Geleitwort dazu sagen. Das habe ich bereits im April 2009 verfasst, und man hat es mit einem mehr oder weniger gelungenen Bild von mir garniert.
Da mein Blog ja auch der Dokumentation dient, kopiere ich den Text in die Kommentare rein. Ist ja auch mal nett.
Und es enthält ein Vorwort von mir; man könnte auch Geleitwort dazu sagen. Das habe ich bereits im April 2009 verfasst, und man hat es mit einem mehr oder weniger gelungenen Bild von mir garniert.
Da mein Blog ja auch der Dokumentation dient, kopiere ich den Text in die Kommentare rein. Ist ja auch mal nett.
23 Juli 2009
Hardcore-Klassiker knallen
Mittwoch, 22. Juli 2009 - und ich kam zum zweiten Mal in einer Woche in die »Alte Hackerei«. Der Grund dafür war, daß echte Klassiker auf der Bühne stehen sollten; kein Wunder, daß auch viele Leute kamen, die ich seit Jahren auf keinem Konzert mehr gesehen hatte und an deren Namen ich mich kaum noch erinnern konnte.
Als erste Band spielte vor vollem Haus die neueste Karlsruher Hardcore-Band: Bone Idles, mit Gunnar (ehemals bei Kafka Proses und So Much Hate) am Gesang. Bedenkt man, daß es sich um das erste Konzert der neuen Band handelte, war es absolut beeindruckend: treibender Hardcore, der vor allem durch den charakteristischen Gesang nach vorne geprügelt wurde.
In der Sauna-Atmosphäre der »Hackerei« war es an diesem Abend auch ohne jegliche Bewegung ein leichtes, die Klamotten durchzuschwitzen. Ich trank deshalb schnell einige Biere, um noch mehr zu schwitzen und mich auf die nächste Band zu freuen.
Das waren The Freeze, altes Punkrock-Urgestein aus Boston, die seit den frühen 80er Jahren immer wieder Platten herausbringen und auftreten. Ich hatte die Band noch nie gesehen und war positiv überrascht: Die haben's noch drauf, die sind energiegeladen - und sie schafften es, der brachialen Hitze mit viel Bewegung noch eins draufzusetzen.
Da war das Publikum deutlich schlapper. Man bewegte sich, auch ich wackelte ein wenig mit Kopf und Beinen und hüpfte sogar mal ein wenig - aber so richtig Kracher-Stimmung kam nicht auf. Angesichts der Schwüle und der Hitze keine große Überraschung.
Irgendwann stand ich im Freien, verschwitzt und begeistert, erfreute mich des leichten Nieselregens, redete noch stundenlang mit Bekannten, trank Bier und fuhr - viel zu spät - irgendwann mit dem Rad nach Hause.
Als erste Band spielte vor vollem Haus die neueste Karlsruher Hardcore-Band: Bone Idles, mit Gunnar (ehemals bei Kafka Proses und So Much Hate) am Gesang. Bedenkt man, daß es sich um das erste Konzert der neuen Band handelte, war es absolut beeindruckend: treibender Hardcore, der vor allem durch den charakteristischen Gesang nach vorne geprügelt wurde.
In der Sauna-Atmosphäre der »Hackerei« war es an diesem Abend auch ohne jegliche Bewegung ein leichtes, die Klamotten durchzuschwitzen. Ich trank deshalb schnell einige Biere, um noch mehr zu schwitzen und mich auf die nächste Band zu freuen.
Das waren The Freeze, altes Punkrock-Urgestein aus Boston, die seit den frühen 80er Jahren immer wieder Platten herausbringen und auftreten. Ich hatte die Band noch nie gesehen und war positiv überrascht: Die haben's noch drauf, die sind energiegeladen - und sie schafften es, der brachialen Hitze mit viel Bewegung noch eins draufzusetzen.
Da war das Publikum deutlich schlapper. Man bewegte sich, auch ich wackelte ein wenig mit Kopf und Beinen und hüpfte sogar mal ein wenig - aber so richtig Kracher-Stimmung kam nicht auf. Angesichts der Schwüle und der Hitze keine große Überraschung.
Irgendwann stand ich im Freien, verschwitzt und begeistert, erfreute mich des leichten Nieselregens, redete noch stundenlang mit Bekannten, trank Bier und fuhr - viel zu spät - irgendwann mit dem Rad nach Hause.
22 Juli 2009
Halbblutprinzen und Teenager-Sorgen
Ich mag »Harry Potter«; die ersten drei Bücher habe ich mit großem Vergnügen gelesen, und die Filme haben mir bislang alle Spaß bereitet. Deshalb ging ich am Dienstag, 21. Juli, abends mit einer gewissen Vor-Erwartung ins Kino, um mir »Harry Potter und der Halbblutprinz« anzuschauen, wieder mal ein Film mit Überlänge.
Um es kurz zu machen: Ich habe mich gut bis sehr gut unterhalten. Der Film behielt die passende Spannung, schwankte mal ins Düstere und mal ins Teenager-verliebte, brachte witzige und spannende Szene und machte durchgehend sehr viel Spaß.
Lustig war das Publikum, daß bei Szenen, die besonders düster wirken sollten, dann auch gern mal lachte: Das kommt davon, wenn man am Kino-Dienstag ins Kino geht, wenn ansonsten die Säle mit Schülern und Studenten überfüllt sind.
Irgendwann möchte ich alle »Harry Potter«-Romane lesen, irgendwann alle Filme hintereinander anschauen. Solange ich das nicht auf die Reihe bekomme, bin ich sehr damit zufrieden, jeden Film einzeln zu genießen.
Um es kurz zu machen: Ich habe mich gut bis sehr gut unterhalten. Der Film behielt die passende Spannung, schwankte mal ins Düstere und mal ins Teenager-verliebte, brachte witzige und spannende Szene und machte durchgehend sehr viel Spaß.
Lustig war das Publikum, daß bei Szenen, die besonders düster wirken sollten, dann auch gern mal lachte: Das kommt davon, wenn man am Kino-Dienstag ins Kino geht, wenn ansonsten die Säle mit Schülern und Studenten überfüllt sind.
Irgendwann möchte ich alle »Harry Potter«-Romane lesen, irgendwann alle Filme hintereinander anschauen. Solange ich das nicht auf die Reihe bekomme, bin ich sehr damit zufrieden, jeden Film einzeln zu genießen.
21 Juli 2009
Extrem nettes Gesinge
Ich konnte mir bis zum Abend des Montags, 20. Juli 2009, nichts unter Emiliana Torrini vorstellen; irgendwelche Versuche von Freunden und Bekannten, mir ihren aktuellen Superhit »Jungle Drum« vorzusingen, fruchteten nichts. Vielleicht sollte ich lieber mal »Germany's Next Topmodel« angucken, um solche Stücke kennenzulernen - damit erreichte die Dame schließlich einen großen Hit. Und erreichte vor allem ein Publikum, das ihr bislang aus dem Weg gegangen war.
Das sah man, so finde ich, auch am Abend im Karlsruher Kulturzentrum Tollhaus, wo die Dame isländisch-italienischer Herkunft im Rahmen des »Zeltivals« auftrat: Vom »Indie-Girlie« mit Piercing-Ringchen bis hin zur Dauerwellen-Fregatte mittleren Alters war eine große Bandbreite vertreten, der Frauenanteil dürfte bei 60 Prozent gelegen haben.
Anfangs war ich skeptisch: Die Stücke waren nett, ein wenig sehr sphärisch, getragen durch die Stimme der Sängerin und untermalt durch die sparsame und meist zurückhaltende Instrumentierung. Ich fand, das ganze könne man sich gut auf Platte anhören, aber Live müsste man das nicht unbedingt haben.
Doch dann kam eine coole Ansage nach der anderen, und ich schloß die Sängerin buchstäblich ins Herz. Sie parlierte in herzzerreißend holprigem Deutsch und einem amüsanten Englisch über Schwitzen auf der Bühne, blöde Zwischenrufer und ihre Geburt, Ansagen also, die man sicher nicht alltäglich bekommt. Es gab viel zu lachen, ich fand die Sängerin sehr lustig und authentisch.
Und fand die Musik dadurch besser. Okay, die Stücke wurden nach einiger Zeit auch flotter, es blieb nicht nur beim sphärisch-dezenten. Weit genug entfernt vom Punkrock blieb die Sängerin, aber damit war zu rechnen. Als Vergleiche bietet sich eine Mixtur aus Katie Melua und Suzanne Vega an - und das stimmt sicher nicht.
Es gab reichlich Zugaben, die vom frenetisch jubelnden Publikum gefordert wurden, und die Sängerin auf der Bühne wirkte hinterher erschöpft und glücklich zugleich. Ein ausgesprochen schönes Konzert, mal was ganz anderes für mich: Soweit ich mich erinnere, war das mein erstes »normales« Pop-Konzert seit gut zwei, drei Jahren.
Das sah man, so finde ich, auch am Abend im Karlsruher Kulturzentrum Tollhaus, wo die Dame isländisch-italienischer Herkunft im Rahmen des »Zeltivals« auftrat: Vom »Indie-Girlie« mit Piercing-Ringchen bis hin zur Dauerwellen-Fregatte mittleren Alters war eine große Bandbreite vertreten, der Frauenanteil dürfte bei 60 Prozent gelegen haben.
Anfangs war ich skeptisch: Die Stücke waren nett, ein wenig sehr sphärisch, getragen durch die Stimme der Sängerin und untermalt durch die sparsame und meist zurückhaltende Instrumentierung. Ich fand, das ganze könne man sich gut auf Platte anhören, aber Live müsste man das nicht unbedingt haben.
Doch dann kam eine coole Ansage nach der anderen, und ich schloß die Sängerin buchstäblich ins Herz. Sie parlierte in herzzerreißend holprigem Deutsch und einem amüsanten Englisch über Schwitzen auf der Bühne, blöde Zwischenrufer und ihre Geburt, Ansagen also, die man sicher nicht alltäglich bekommt. Es gab viel zu lachen, ich fand die Sängerin sehr lustig und authentisch.
Und fand die Musik dadurch besser. Okay, die Stücke wurden nach einiger Zeit auch flotter, es blieb nicht nur beim sphärisch-dezenten. Weit genug entfernt vom Punkrock blieb die Sängerin, aber damit war zu rechnen. Als Vergleiche bietet sich eine Mixtur aus Katie Melua und Suzanne Vega an - und das stimmt sicher nicht.
Es gab reichlich Zugaben, die vom frenetisch jubelnden Publikum gefordert wurden, und die Sängerin auf der Bühne wirkte hinterher erschöpft und glücklich zugleich. Ein ausgesprochen schönes Konzert, mal was ganz anderes für mich: Soweit ich mich erinnere, war das mein erstes »normales« Pop-Konzert seit gut zwei, drei Jahren.
20 Juli 2009
Der Zahn der Zeit
Was zwanzig Jahre bedeuten, macht mir immer wieder ein Blick in den Spiegel klar: Ich sehe nun mal nicht mehr so aus wie Mitte zwanzig ... Das geht anderen Leuten auch so, und davon konnte ich mich am Sonntag, 19. Juli 2009, überzeugen.
In der »Alten Hackerei« spielten SNFU aus Vancouver, Kanada. Die Band hatte ich 1989 (?) in Herrenberg schon mal gesehen, dann Mitte der 90er Jahre noch einmal in Karlsruhe. Bei dem Konzert in Herrenberg, in einem völlig überfüllten Jugendzentrum, hatte der Sänger eine beeindruckende Show hingelegt, an die ich mich noch heute erinnere: mit Salti und angedeuteten Karateschlägen, mit wildem Gehüpfe und schrägen Ansagen.
Schräge Ansagen gab's auch am Sonntag abend, Gehüpfe eher weniger, und aus dem ehemals sehr sportlich wirkenden jungen Mann ist ein langhaariger Mann mit zahnlos-nuschelnder Stimme geworden. Singen kann er allerdings immer noch.
Ich kam zu spät, weil ich erst am Abend aus München zurückgekommen war; als ich eintraf, spielte die Band bereits, war aber eher bei den langsamen Stücken angelangt. Nach und nach wurden die Stücke schneller, und während das Publikum weniger wurde (die meisten mußten am nächsten Tag aufstehen), gefiel's mir immer besser.
Frenetischer Jubel der paar Dutzend Besucher trieb die beeindruckende Live-Band von Stück zu Stück, ich zappelte ein wenig im 80er-Jahre-Slamdance-Stil herum (macht heute ja echt keine Sau mehr, aber paßt zu SNFU) und freute mich wie ein kleines Kind. Ein Super-Konzert, das mir viel Spaß machte – die Band ist immer noch klasse, auch wenn der Sänger eben nicht mehr so aussieht wie Mitte oder Ende der 80er Jahre.
In der »Alten Hackerei« spielten SNFU aus Vancouver, Kanada. Die Band hatte ich 1989 (?) in Herrenberg schon mal gesehen, dann Mitte der 90er Jahre noch einmal in Karlsruhe. Bei dem Konzert in Herrenberg, in einem völlig überfüllten Jugendzentrum, hatte der Sänger eine beeindruckende Show hingelegt, an die ich mich noch heute erinnere: mit Salti und angedeuteten Karateschlägen, mit wildem Gehüpfe und schrägen Ansagen.
Schräge Ansagen gab's auch am Sonntag abend, Gehüpfe eher weniger, und aus dem ehemals sehr sportlich wirkenden jungen Mann ist ein langhaariger Mann mit zahnlos-nuschelnder Stimme geworden. Singen kann er allerdings immer noch.
Ich kam zu spät, weil ich erst am Abend aus München zurückgekommen war; als ich eintraf, spielte die Band bereits, war aber eher bei den langsamen Stücken angelangt. Nach und nach wurden die Stücke schneller, und während das Publikum weniger wurde (die meisten mußten am nächsten Tag aufstehen), gefiel's mir immer besser.
Frenetischer Jubel der paar Dutzend Besucher trieb die beeindruckende Live-Band von Stück zu Stück, ich zappelte ein wenig im 80er-Jahre-Slamdance-Stil herum (macht heute ja echt keine Sau mehr, aber paßt zu SNFU) und freute mich wie ein kleines Kind. Ein Super-Konzert, das mir viel Spaß machte – die Band ist immer noch klasse, auch wenn der Sänger eben nicht mehr so aussieht wie Mitte oder Ende der 80er Jahre.
19 Juli 2009
Drei Tage in Garching
Garching bei München ist nicht gerade das, was ich eine schöne Stadt nennen würde. Was ich von der Stadt kenne, ist eine Ansammlung von recht modern wirkenden 70er-Jahre-Häusern rings um den Bürgerplatz - das ist wenig eindrucksvoll und verströmt den Charme einer Fertigbausiedlung.
Für den Charme der Stadt sorgen zweimal im Jahr allerdings die PERRY RHODAN-Cons, die dort stattfinden. Von Freitag bis Sonntag war ich da, drei sehr anstrengende Tage, bei denen es teilweise bis morgens um halb fünf Uhr recht laut und lustig her ging: tagsüber meist recht seriöses Programm, bei dem ich über Romaninhalte und anderes sprach, abends dann eher amüsantes Programm mit viel Bier und divesen Hart-Alkoholika.
Ich stelle fest, daß ich nicht mehr in der Lage bin, zwei Nächte durchzufeiern, ohne hinterher völlig erschöpft zu sein. Und ich stelle vor allem fest, daß es mir immer noch Spaß macht. Nicht die dümmste Erkenntnis.
Für den Charme der Stadt sorgen zweimal im Jahr allerdings die PERRY RHODAN-Cons, die dort stattfinden. Von Freitag bis Sonntag war ich da, drei sehr anstrengende Tage, bei denen es teilweise bis morgens um halb fünf Uhr recht laut und lustig her ging: tagsüber meist recht seriöses Programm, bei dem ich über Romaninhalte und anderes sprach, abends dann eher amüsantes Programm mit viel Bier und divesen Hart-Alkoholika.
Ich stelle fest, daß ich nicht mehr in der Lage bin, zwei Nächte durchzufeiern, ohne hinterher völlig erschöpft zu sein. Und ich stelle vor allem fest, daß es mir immer noch Spaß macht. Nicht die dümmste Erkenntnis.
17 Juli 2009
Presserummel
Derzeit läuft ein ziemlicher Presserummel um PERRY RHODAN - und damit verbunden ist immer wieder auch die eine oder andere Erwähnung von meiner einer. Teilweise ist das gut, teilweise schlecht.
Gut gefallen hat mir ein Interview der »Augsburger Allgemeinen«; der Redakteur stellte ziemlich schlaue Fragen. Geführt wurde das Interview schon vor zwei Jahren, jetzt steht es auf der Homepage.
Meine liebste Frage-Antwort-Kombination kopiere ich hier rein:
Bald soll es Weltraumreisen für jedermann geben…
Frick: …der es sich leisten kann.
Wenn Sie es sich leisten könnten, würden Sie mitfliegen wollen?
Frick: Ja! Wo die hinfliegen, ist natürlich nicht Weltraum, das ist nur Orbit. Aber allein der Blick von der Weltraumstation auf die Erde - das würde ich schon gerne sehen.
Wo würden Sie gerne hinfliegen?
Frick: Ach… die jugendliche Faszination für ferne Planeten habe ich umgesetzt, indem ich gerne reise. Es gibt auf der Erde noch so viele Orte, an denen ich noch nie war. Ich würde gerne nach Neuseeland reisen. Ich war bestimmt 15-mal in Afrika. Wenn man in der Sahara sitzt und dort zum Sternenhimmel hoch guckt - wo es komplett still ist, wo sich nichts rührt - das ist schon ziemlich Science-Fiction-mäßig.
Manche Leute lassen sich nach dem Tod einäschern und ins All schießen. Wäre das was für Sie?
Frick: Habe ich noch nicht drüber nachgedacht, aber …nö, ich möchte auf der Erde bleiben. Da bin ich ganz konventionell.
Gut gefallen hat mir ein Interview der »Augsburger Allgemeinen«; der Redakteur stellte ziemlich schlaue Fragen. Geführt wurde das Interview schon vor zwei Jahren, jetzt steht es auf der Homepage.
Meine liebste Frage-Antwort-Kombination kopiere ich hier rein:
Bald soll es Weltraumreisen für jedermann geben…
Frick: …der es sich leisten kann.
Wenn Sie es sich leisten könnten, würden Sie mitfliegen wollen?
Frick: Ja! Wo die hinfliegen, ist natürlich nicht Weltraum, das ist nur Orbit. Aber allein der Blick von der Weltraumstation auf die Erde - das würde ich schon gerne sehen.
Wo würden Sie gerne hinfliegen?
Frick: Ach… die jugendliche Faszination für ferne Planeten habe ich umgesetzt, indem ich gerne reise. Es gibt auf der Erde noch so viele Orte, an denen ich noch nie war. Ich würde gerne nach Neuseeland reisen. Ich war bestimmt 15-mal in Afrika. Wenn man in der Sahara sitzt und dort zum Sternenhimmel hoch guckt - wo es komplett still ist, wo sich nichts rührt - das ist schon ziemlich Science-Fiction-mäßig.
Manche Leute lassen sich nach dem Tod einäschern und ins All schießen. Wäre das was für Sie?
Frick: Habe ich noch nicht drüber nachgedacht, aber …nö, ich möchte auf der Erde bleiben. Da bin ich ganz konventionell.
16 Juli 2009
Wahlkampf-Generve
Daß in diesem Jahr ein neuer Bundestag gewählt wird, habe sogar ich als antipolitisch denkender Mensch mitbekommen. Daß allen Ernstes eine schwarz-gelbe Koalition droht, die den Dreck endlich umsetzen will, den man sich bislang nicht traute, ist mir ebenfalls klar.
(Nein, ich werde trotzdem nicht SPD wählen. Diese Partei hat ihren historischen Absturz verdient. Solange da nicht halbwegs vernünftige Köpfe nach vorne rücken und die Karrieristen ablösen, kann ich meinen Würgereiz nicht überwinden.)
Damit die Bundestagswahl mit entsprechendem Begleitfeuer auch garantiert von schwarz-gelb gewonnen wird, muß zuerst die schwarz-rote Regierung im Norden abgeschossen werden. Der Landtag von Schleswig-Holstein wird sich auflösen, es gibt Neuwahlen. Na wunderbar!
Das verantwortungslose Gesindel, von dem unsereins in Bund und Ländern betreut, verwaltet und regiert wird, schlägt erneut zu. Es werden Unsummen verschwendet, um unfähige Menschen in Macht und Ämter zu heben, und dann werden Unsummen verschwendet, um die Apparate abzuwählen, neuzuwählen und sonstigen Kram zu machen.
Mal ernsthaft: Politiker werden vielleicht nicht bombastisch bezahlt, aber doch recht ordentlich. Dafür sollen die einfach mal so halbwegs ihre Arbeit tun (machen wir Angestellten, Arbeiter und Selbständigen ja auch). Ansonsten sollen sie normale Arbeiten annehmen oder fairerweise Hartz IV beantragen.
Das Kasperletheater, das man in Schleswig-Holstein anstimmt, um eine günstige Ausgangsposition für die Bundestagswahl zu haben, die Schmierpolitik, um von Skandalen abzulenken, und all die damit zusammenhängenden Skandälchen – all das macht es mir unmöglich, auch nur einen aus dieser Bande ernstzunehmen.
Der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident heult jetzt von »Verantwortungsgemeinschaft« und anderem. Mir kommen die Tränen ...
(Nein, ich werde trotzdem nicht SPD wählen. Diese Partei hat ihren historischen Absturz verdient. Solange da nicht halbwegs vernünftige Köpfe nach vorne rücken und die Karrieristen ablösen, kann ich meinen Würgereiz nicht überwinden.)
Damit die Bundestagswahl mit entsprechendem Begleitfeuer auch garantiert von schwarz-gelb gewonnen wird, muß zuerst die schwarz-rote Regierung im Norden abgeschossen werden. Der Landtag von Schleswig-Holstein wird sich auflösen, es gibt Neuwahlen. Na wunderbar!
Das verantwortungslose Gesindel, von dem unsereins in Bund und Ländern betreut, verwaltet und regiert wird, schlägt erneut zu. Es werden Unsummen verschwendet, um unfähige Menschen in Macht und Ämter zu heben, und dann werden Unsummen verschwendet, um die Apparate abzuwählen, neuzuwählen und sonstigen Kram zu machen.
Mal ernsthaft: Politiker werden vielleicht nicht bombastisch bezahlt, aber doch recht ordentlich. Dafür sollen die einfach mal so halbwegs ihre Arbeit tun (machen wir Angestellten, Arbeiter und Selbständigen ja auch). Ansonsten sollen sie normale Arbeiten annehmen oder fairerweise Hartz IV beantragen.
Das Kasperletheater, das man in Schleswig-Holstein anstimmt, um eine günstige Ausgangsposition für die Bundestagswahl zu haben, die Schmierpolitik, um von Skandalen abzulenken, und all die damit zusammenhängenden Skandälchen – all das macht es mir unmöglich, auch nur einen aus dieser Bande ernstzunehmen.
Der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident heult jetzt von »Verantwortungsgemeinschaft« und anderem. Mir kommen die Tränen ...
15 Juli 2009
Interview für Hannover-Zeitung
Ein schönes und auch kritisches Interview mit mir erschien in der Neuen Presse Hannover. Nein, es ging nicht um irgendwelche sportlichen Aktivitäten in den 80er und 90er Jahren, die mich in die Leine-Metropole geführt haben, sondern tatsächlich um meinen Job.
Der Journalist, der die Fragen stellte, kannte PERRY RHODAN einigermaßen; entsprechend war seine Vorgehensweise. Unter anderem ging es tatsächlich auch um Politik und andere Themen. Ich zitiere als »Teaser« einfach mal mich selbst:
»Eine große Vision Anfang der 60er Jahre, als das Perryversum entwickelt wurde, war das Ideal einer faulen Gesellschaft, in der Roboter den Menschen die Arbeit abnehmen. Man muss das vor dem Hintergrund verstehen, dass die meisten Menschen damals 48 Stunden pro Woche gearbeitet haben – als Chefredakteur würde ich natürlich sagen: „Wie? Nur so wenig?“ (lacht) Heute aber, angesichts der Arbeitslosenzahlen, ist das eine gruselige Vorstellung. Das setzen wir bewusst ein.«
Der Journalist, der die Fragen stellte, kannte PERRY RHODAN einigermaßen; entsprechend war seine Vorgehensweise. Unter anderem ging es tatsächlich auch um Politik und andere Themen. Ich zitiere als »Teaser« einfach mal mich selbst:
»Eine große Vision Anfang der 60er Jahre, als das Perryversum entwickelt wurde, war das Ideal einer faulen Gesellschaft, in der Roboter den Menschen die Arbeit abnehmen. Man muss das vor dem Hintergrund verstehen, dass die meisten Menschen damals 48 Stunden pro Woche gearbeitet haben – als Chefredakteur würde ich natürlich sagen: „Wie? Nur so wenig?“ (lacht) Heute aber, angesichts der Arbeitslosenzahlen, ist das eine gruselige Vorstellung. Das setzen wir bewusst ein.«
14 Juli 2009
Kurze Leseprobe gefällig
Es dauert noch einige Wochen, bis »Sardev - der Schatten des Friedens« im Basilisk-Verlag erscheint. Dort kann man das Paperback auch schon im voraus bestellen.
Es handelt sich um »Sword & Sorcery«, hat also nix mit den modernen Fantasy-Richtungen Urban Fantasy oder Romantic Fantasy zu tun. Die mag ich durchaus auch, aber mein »Sardev« ist halt eher klassisch.
Wer mehr darüber wissen mag, kann sich die kurze Leseprobe durchlesen, die ich schlicht als Text in die Kommentare dieses Blog-Eintrags setze. Es ist der Anfang des Romans - der sich im Korrektorat aber durchaus noch ändern kann ...
Es handelt sich um »Sword & Sorcery«, hat also nix mit den modernen Fantasy-Richtungen Urban Fantasy oder Romantic Fantasy zu tun. Die mag ich durchaus auch, aber mein »Sardev« ist halt eher klassisch.
Wer mehr darüber wissen mag, kann sich die kurze Leseprobe durchlesen, die ich schlicht als Text in die Kommentare dieses Blog-Eintrags setze. Es ist der Anfang des Romans - der sich im Korrektorat aber durchaus noch ändern kann ...
13 Juli 2009
Kritisches zum Afrika-Buch
Da guck' ich mal bei Amazon vorbei, ganz der neugierige Autor, der wissen möchte, welchen Platz sein Buch eingenommen hat - und es gibt glatt eine neue Besprechung zu meinem Buch »Das Tier von Garoua«. Na ja, eigentlich ist es eher ein Verriß, aber da muß ich jetzt durch.
Der Autor der neuen Kritik, der sich nur als »Reisender« bezeichnet und der insgesamt fünf Besprechungen bislang zu Amazon-Titeln beigesteuert hat, war auf seinen Afrika-Reisen auch schon in Garoua. Und er bemängelt bei meinem Buch das »Banale« und ärgert sich darüber, daß ich »schwäbisch-knickrig« sei ...
»Damit wird er wohl kaum für Afrika oder eine Reise dahin werben.« So endet die Kritik, und ich bin ein bißchen ratlos. Wirkt mein Buch wirklich wie ein Reiseführer, der Tips für die lustige Afrika-Reise gibt? Ich hielt's bislang eher für eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen, ergänzt durch einige weitergehende Ratschläge.
Der Autor der neuen Kritik, der sich nur als »Reisender« bezeichnet und der insgesamt fünf Besprechungen bislang zu Amazon-Titeln beigesteuert hat, war auf seinen Afrika-Reisen auch schon in Garoua. Und er bemängelt bei meinem Buch das »Banale« und ärgert sich darüber, daß ich »schwäbisch-knickrig« sei ...
»Damit wird er wohl kaum für Afrika oder eine Reise dahin werben.« So endet die Kritik, und ich bin ein bißchen ratlos. Wirkt mein Buch wirklich wie ein Reiseführer, der Tips für die lustige Afrika-Reise gibt? Ich hielt's bislang eher für eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen, ergänzt durch einige weitergehende Ratschläge.
12 Juli 2009
Wahrnehmungsverschiebung
Wir gingen die Straße zur Straßenbahnhaltestelle hoch; gemütlich und Hand in Hand. An der Straßenecke sitzen normalerweise immer einige Wohnsitzlose, die in der Nähe auch ihr Winterquartier haben; sie trinken Bier, unterhalten sich und kümmern sich ansonsten nicht um die Passanten.
Diesmal saßen zwei Mädchen dabei; Teenager irgendwie: lange Haare, schwarze Klamotten, Typ »Metallerin«. Wie ich aus den Augenwinkeln sah, tranken sie auch irgend etwas, während der eine Obdachlose an der Ecke einen großen Abstand zu ihnen hielt.
Ich ignorierte sie; meinetwegen können Jugendliche saufen, das habe ich in dem Alter auch getan. Und Erziehungsberechtigter bin ich nicht, von niemandem.
Wir waren an den Mädchen vorbei, als ich den Ruf hörte. Er war eindeutig auf uns gemünzt, aber noch ein wenig zu verschüchtert, um richtig zu provozieren: »Spießer!«
Ich widerstand dem Impuls, mich umzudrehen, und grinste. Hatte ich es endlich geschafft! Noch vor elf Jahren hatten mir Bürger in der Karlsruher Innenstadt Arbeitslager und Gaskammern auf den Hals gewünscht (im Rahmen von APPD-Aktionen), und jetzt wurde ich von Jugendlichen als Spießer betrachtet.
So schnell kann's gehen.
Diesmal saßen zwei Mädchen dabei; Teenager irgendwie: lange Haare, schwarze Klamotten, Typ »Metallerin«. Wie ich aus den Augenwinkeln sah, tranken sie auch irgend etwas, während der eine Obdachlose an der Ecke einen großen Abstand zu ihnen hielt.
Ich ignorierte sie; meinetwegen können Jugendliche saufen, das habe ich in dem Alter auch getan. Und Erziehungsberechtigter bin ich nicht, von niemandem.
Wir waren an den Mädchen vorbei, als ich den Ruf hörte. Er war eindeutig auf uns gemünzt, aber noch ein wenig zu verschüchtert, um richtig zu provozieren: »Spießer!«
Ich widerstand dem Impuls, mich umzudrehen, und grinste. Hatte ich es endlich geschafft! Noch vor elf Jahren hatten mir Bürger in der Karlsruher Innenstadt Arbeitslager und Gaskammern auf den Hals gewünscht (im Rahmen von APPD-Aktionen), und jetzt wurde ich von Jugendlichen als Spießer betrachtet.
So schnell kann's gehen.
11 Juli 2009
The Fine Print aus Regensburg
Zu den vielen Bands, die hierzulande eine Mischung aus Emo- und Melodie-Punk spielen, gehören The Fine Print aus Regensburg. Die vier Burschen orientieren sich – und geben es zu – eindeutig am Sound, der aus Gainesville in Florida kommt, sprich, sie arbeiten sich an Hot Water Music und vergleichbaren Kapellen ab.
Das machen sie aber sehr anständig. Mir liegt die CD »Excorcism« vor, die vier Titel enthält, und das rockt alles ziemlich angenehm und melodisch vor sich hin. Spektakulär ist es noch nicht, ich poge nicht gleich durch die Bude, aber das ist bei dieser Musik kaum zu erwarten.
The Fine Print machen angenehmen Punkrock, den ich mir gut für den Sommer vorstellen kann. Schöne Sache, das!
Das machen sie aber sehr anständig. Mir liegt die CD »Excorcism« vor, die vier Titel enthält, und das rockt alles ziemlich angenehm und melodisch vor sich hin. Spektakulär ist es noch nicht, ich poge nicht gleich durch die Bude, aber das ist bei dieser Musik kaum zu erwarten.
The Fine Print machen angenehmen Punkrock, den ich mir gut für den Sommer vorstellen kann. Schöne Sache, das!
Über Aus- und Inländer

Ich mag die Zeitschrift »Am Erker«, über die ich in diesem Blog schon gelegentlich mal geschrieben habe – zuletzt über die Ausgaben 53 und 54. Im Zug von Hamburg nach Karlsruhe hatte ich die Muße, die aktuelle Ausgabe 57 zu lesen: ein umfangreiches Themenheft, nein, -buch zum Thema »Fremde Länder, fremde Sitten«.
Auf 184 Seiten plus Umschlag gibt es Kurzgeschichten, Gedichte und andere Texte zum Thema; wunderbar ist eine Satire über Reiseschriftsteller, bei der ich mich gelegentlich auch an der eigenen Nase packen mußte. Wie immer gefällt mir nicht alles, das ist aber einem solchen Sammelsurium an Texten auch nicht anders möglich.
Unterm Strich aber wieder eine gelungene Ausgabe. Gibt's für neun Euro zumindest theoretisch im Buchladen, ISBN 978-3-89126-557-4 nicht vergessen. Besser geht's wohl über die Homepage. Auf der neu gestalteten Homepage gibt's übrigens einige nette Textbeispiele – anklicken lohnt sich.
10 Juli 2009
Miese Pizza
Der Kollege Frank Borsch und ich standen nach der Pressekonferenz ein wenig unschlüssig herum, während die Filmleute ihre Kamera einpackten. Die Interviews waren fertig, und natürlich hatten wir von den angebotenen Schnittchen so gut wie nichts abbekommen; das ist einer der Probleme, wenn man der »Star« einer Pressekonferenz ist und anschließend die Journalisten alles an Käsebrötchen verdrücken und gehässigerweise eine Handvoll an Schinken- udn Wurstbrötchen übrig lassen.
»Ich hab' gleich wieder einen Termin«, sagte er. »Halb vier am Bahnhof treffe ich mich. Lass uns mit der S-Bahn hinfahren.«
Noch während ich zustimmen wollte, brach ein fieser Regen über Hamburg herein. Spontan entschlossen wir uns zum »Spesenmachen« und enterten ein bereitstehendes Taxi direkt vor dem Hotel. Und so gelangten wir fast trocken in den Hauptbahnhof.
Und dort packte uns der Hunger. Während der Regen auf die Stadt herunterprasselte, entschlossen wir uns kurzerhand, im Bahnhof und in den Unterführungen zu bleiben, um dort etwas zu essen. Wir landeten in der »Fressmeile« der Wandelhalle, und nach einigem Zögern saßen wir an der Theke eines Pizza-Imbisses, bestellten, wurden rasch beliefert und futterten.
Es war definitiv eine der schlechtesten Pizzen meines Lebens: Geschmacklos war sie, mit billigstem oder gar künstlichem Käse bestreut, immerhin so halbwegs vegetarisch. Danach stieß ich mehrfach auf und hatte Verlangen nach einem Schnaps.
Ich entschied mich dann doch dafür, mit dem Zug nach Hause zu fahren und still im Abteil vor mich hinzuleiden. Was die kulinarischen Genüsse anging, so hatte es Hamburg an diesem Tag mit mir verschissen.
»Ich hab' gleich wieder einen Termin«, sagte er. »Halb vier am Bahnhof treffe ich mich. Lass uns mit der S-Bahn hinfahren.«
Noch während ich zustimmen wollte, brach ein fieser Regen über Hamburg herein. Spontan entschlossen wir uns zum »Spesenmachen« und enterten ein bereitstehendes Taxi direkt vor dem Hotel. Und so gelangten wir fast trocken in den Hauptbahnhof.
Und dort packte uns der Hunger. Während der Regen auf die Stadt herunterprasselte, entschlossen wir uns kurzerhand, im Bahnhof und in den Unterführungen zu bleiben, um dort etwas zu essen. Wir landeten in der »Fressmeile« der Wandelhalle, und nach einigem Zögern saßen wir an der Theke eines Pizza-Imbisses, bestellten, wurden rasch beliefert und futterten.
Es war definitiv eine der schlechtesten Pizzen meines Lebens: Geschmacklos war sie, mit billigstem oder gar künstlichem Käse bestreut, immerhin so halbwegs vegetarisch. Danach stieß ich mehrfach auf und hatte Verlangen nach einem Schnaps.
Ich entschied mich dann doch dafür, mit dem Zug nach Hause zu fahren und still im Abteil vor mich hinzuleiden. Was die kulinarischen Genüsse anging, so hatte es Hamburg an diesem Tag mit mir verschissen.
09 Juli 2009
Kurz in der »Mopo«
Früher gab's ein Punkrock-Fanzine namens »Hamburger Mottenpost«; das war damals eine satirische Antwort auf die »Hamburger Morgenpost«. Während das Punkrock-Heft vor vielen Jahren das Zeitliche gesegnet hat, läuft die »Mopo« weiter.
Heute mit einem Kurz-Interview mit mir. Verlinkt haben sie's auch auf ihrer Homepage. Leider ohne das seltsame Foto, das den Autor Frank Borsch und mich zeigt.
Heute mit einem Kurz-Interview mit mir. Verlinkt haben sie's auch auf ihrer Homepage. Leider ohne das seltsame Foto, das den Autor Frank Borsch und mich zeigt.
Interview in der SOL
Die SOL ist die Mitgliederzeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale, in der ich ja auch Mitglied bin. (Wäre ja blöd, wenn ich's nicht wäre. Aber ich war's jahrelang nicht, weil ich an so banale Dinge wie einen Mitgliedsbeitrag nie gedacht habe.) Die Ausgabe 55, die in den nächsten Tagen an die Abonnenten und Mitglieder ausgeliefert wird, enthält ein Interview mit mir, das mehrere Seiten umfasst.
Die Fragen stellte Rüdiger Schäfer, der es mittlerweile zum Autor mehrerer ATLAN-Romane gebracht hat. So mußte ich zu meinem Job als Chefredakteur einiges erzählen, die Vergangenheit ein wenig beleuchten und einen Ausblick auf die nahe Zukunft der Serie liefern.
Die Leser werden darüber hinaus mit einem Foto von mir belohnt, auf dem ich dynamisch in die Wäsche gucke; so richtig ernsthaft mit Anzug und Krawatte, aufgenommen auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse. Manchmal erkenne ich mich auf den eigenen Fotos nicht wieder ...
Die Fragen stellte Rüdiger Schäfer, der es mittlerweile zum Autor mehrerer ATLAN-Romane gebracht hat. So mußte ich zu meinem Job als Chefredakteur einiges erzählen, die Vergangenheit ein wenig beleuchten und einen Ausblick auf die nahe Zukunft der Serie liefern.
Die Leser werden darüber hinaus mit einem Foto von mir belohnt, auf dem ich dynamisch in die Wäsche gucke; so richtig ernsthaft mit Anzug und Krawatte, aufgenommen auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse. Manchmal erkenne ich mich auf den eigenen Fotos nicht wieder ...
08 Juli 2009
Schickes Hotel, schicke PK
Das Hotel East in St. Pauli ist richtig stylisch: Die Bar ist schick, die Rezeption sieht super aus, die Konferenzräume wirken, als sei ein Raumschiff gelandet. Überall läuft dezente Elektro-Musik, der Kaffee schmeckt, und das Personal ist nett.
Am heutigen Mittwoch, 8. Juli, war das Hotel der Schauplatz einer Pressekonferenz. Ich kann nur hoffen, daß ich die Journalisten mit langen Monologen nicht zu sehr überfordert habe - die Berichterstattung zu der Pressekonferenz werde ich mit großer Spannung lesen.
Am heutigen Mittwoch, 8. Juli, war das Hotel der Schauplatz einer Pressekonferenz. Ich kann nur hoffen, daß ich die Journalisten mit langen Monologen nicht zu sehr überfordert habe - die Berichterstattung zu der Pressekonferenz werde ich mit großer Spannung lesen.
07 Juli 2009
Sommer in Hamburg
In all den Jahren, in denen ich schon nach Hamburg fahre, sowohl geschäftlicher als auch privater Natur, habe ich eines nie erlebt: daß es in der Hansestadt mal wärmer war als in Karlsruhe. Morgens war's in Karlsruhe auf jeden Fall deutlich kühler als an der Alster - und ich Trottel bin auch noch mit dem Anzug unterwegs.
Daß ich den ersten »Business-Termin« allerdings mit einem ollen Punkrock-Kumpan (der aber noch im klassischen Outfit) absolvierte, fand ich dann schon wieder richtig lustig. Man kann ja altern, aber das bitteschön in Würde.
Die zweite Garnitur der Klamotten kommt immerhin abends zum Einstz: zwar nicht eben pogotauglich, aber immerhin so weit normalisiert, daß ich auch in eine Kneipe gehen kann. Hat ja dann doch was mit der Firma zu tun, trotz der netten Leute, die ich treffe. (Irgendwas mache ich falsch, fürchte ich ...)
Daß ich den ersten »Business-Termin« allerdings mit einem ollen Punkrock-Kumpan (der aber noch im klassischen Outfit) absolvierte, fand ich dann schon wieder richtig lustig. Man kann ja altern, aber das bitteschön in Würde.
Die zweite Garnitur der Klamotten kommt immerhin abends zum Einstz: zwar nicht eben pogotauglich, aber immerhin so weit normalisiert, daß ich auch in eine Kneipe gehen kann. Hat ja dann doch was mit der Firma zu tun, trotz der netten Leute, die ich treffe. (Irgendwas mache ich falsch, fürchte ich ...)
06 Juli 2009
Weltstadt Düsseldorf
In der gestrigen Radiosendung, die ich im örtlichen Sender Querfunk live brachte, war Düsseldorf das Thema. Genau jene Stadt, aus der eine der bekanntesten deutschsprachigen Bands überhaupt kommt: die Toten Hosen. Und auch jene Stadt, die - glaubt man einschlägigen Büchern - Deutschlands erste eigenständige Punk-Szene hervorbrachte.
Weder das eine noch das andere war ein Thema in meiner Sendung. In die Geschichtskiste griff ich allerdings dennoch - und das meist gespielte Label wurde Teenage Rebel Records aus Düsseldorf.
Ziemlich alten Punk brachten Die Profis aus den frühen 80er Jahren. Aus den späten 80er Jahren steuerten die Schwarzen Schafe einiges bei, und aus den frühen 90er Jahren stammten die Silly Encores, eine zu Unrecht völlig untergegangene Band. Auch aus den 90er Jahren stammte Eskalierende Vernunft.
Recht aktuelle Bands waren die Ska-Kumpels von Alpha Boy School und die Glatzen von den Broilers. Knallig wie immer waren Supabond, die ich sehr mag, oder Ultrafair - beide Bands orientieren sich bewusst an den späten 70er Jahren.
Hardcore gab's diesmal keinen. Aber abwechslungsreich war die Sendung allemal.
Weder das eine noch das andere war ein Thema in meiner Sendung. In die Geschichtskiste griff ich allerdings dennoch - und das meist gespielte Label wurde Teenage Rebel Records aus Düsseldorf.
Ziemlich alten Punk brachten Die Profis aus den frühen 80er Jahren. Aus den späten 80er Jahren steuerten die Schwarzen Schafe einiges bei, und aus den frühen 90er Jahren stammten die Silly Encores, eine zu Unrecht völlig untergegangene Band. Auch aus den 90er Jahren stammte Eskalierende Vernunft.
Recht aktuelle Bands waren die Ska-Kumpels von Alpha Boy School und die Glatzen von den Broilers. Knallig wie immer waren Supabond, die ich sehr mag, oder Ultrafair - beide Bands orientieren sich bewusst an den späten 70er Jahren.
Hardcore gab's diesmal keinen. Aber abwechslungsreich war die Sendung allemal.
05 Juli 2009
Nicht an fröhliche Stunden gedacht
Es war eine recht spontane Idee, die uns am Samstag abend zu vorgerückter Stunde noch ins »Besitos« stolpern ließ. Essen wollten wir nichts, denn wir hatten zuvor in der »Kräuterküche« lecker gespeist - aber wir hatten noch Lust, im Freien zu sitzen und etwas zu trinken, und da bot sich in der Innenstadt das »Besitos« geradezu ideal an.
Was wir nicht beachteten: Es war Happy Hour. Und so tranken wir fleißig diverse Cockteils, erfreuten uns des guten Geschmacks, der guten frischen Luft und des später einsetzenden Regens, der uns ins Innere vertrieb, und wir achteten keine Sekunde lang darauf, was irgend etwas kostete.
Die Bedienungen waren freundlich, die Cocktails mächtig - und bei der Bezahlung stellten wir fest, daß alles gar nicht so teuer war. Happy Hour kann eine tolle Sache sein, vor allem dann, wenn man sie geistig-moralisch nicht auf dem Schirm hat.
Über das Essen im »Besitos« kann ich nach wie vor nichts aussagen, aber über die Cocktails: Die waren klasse, und sie bollerten ordentlich rein. Der Heimweg war auf den feuchten Straßen durchaus feucht-fröhlich, und daß uns die Polizei nicht anhielt, lag sicher daran, daß sie mit herumstromernden Jugendlichen mehr zu tun hatte.
Eine gelungene Expedition in die Innenstadt. Es muss nicht immer Krachmusik sein ...
Was wir nicht beachteten: Es war Happy Hour. Und so tranken wir fleißig diverse Cockteils, erfreuten uns des guten Geschmacks, der guten frischen Luft und des später einsetzenden Regens, der uns ins Innere vertrieb, und wir achteten keine Sekunde lang darauf, was irgend etwas kostete.
Die Bedienungen waren freundlich, die Cocktails mächtig - und bei der Bezahlung stellten wir fest, daß alles gar nicht so teuer war. Happy Hour kann eine tolle Sache sein, vor allem dann, wenn man sie geistig-moralisch nicht auf dem Schirm hat.
Über das Essen im »Besitos« kann ich nach wie vor nichts aussagen, aber über die Cocktails: Die waren klasse, und sie bollerten ordentlich rein. Der Heimweg war auf den feuchten Straßen durchaus feucht-fröhlich, und daß uns die Polizei nicht anhielt, lag sicher daran, daß sie mit herumstromernden Jugendlichen mehr zu tun hatte.
Eine gelungene Expedition in die Innenstadt. Es muss nicht immer Krachmusik sein ...
04 Juli 2009
Assi am Brunnen
Es war eigentlich eine gute Idee: Meine zwei Begleiterinnen und ich bewaffneten uns mit drei Weingläsern und einer Flasche Vinho Verde; damit gingen wir an den Brunnen, entzündeten einige Kerzen, damit die Fliegen zumindest ein wenig abgewehrt wurden, tranken Wein und unterhielten uns leise.
Zwei Besoffene torkelten halbnackt durch den Brunnen; der eine stellte lallend fest, daß die »Tauchtiefe nur fünfzig Zentimeter« beträgt. Sie lachten laut und waren fröhlich, ignorierten uns aber völlig.
Aus einer anderen Gruppe von Menschen, die Musik hörten, löste sich irgendwann einer und torkelte zu uns herüber. Er trank Bier aus einer Plastikflasche (mit Schraubverschluß), stellte sich uns vor und laberte uns zu.
Das war nicht unfreundlich, sieht man von den andauernden Versuchen ab, gegen mich zu sticheln. Keine Ahnung, was das sollte, aber wir blieben freundlich und fröhlich, tranken weiter Wein und stießen mit unserem Besucher an.
Bis die Polizei kam ... Tatsächlich hatten die Nachbarn angerufen und sich beschwert. Unglaublich!, alle Leute unterhielten sich in Zimmerlautstärke.
Und so wurde ich zum ersten Mal seit vielen Jahren von der Polizei von einem gemütlich-ruhigen Trinkgelage vertrieben – in diesem Fall war's mir nicht unrecht, weil der schlecht riechende Schnauzbartträger mit dem Plastikbier irgendwann ziemlich nervte ...
Zwei Besoffene torkelten halbnackt durch den Brunnen; der eine stellte lallend fest, daß die »Tauchtiefe nur fünfzig Zentimeter« beträgt. Sie lachten laut und waren fröhlich, ignorierten uns aber völlig.
Aus einer anderen Gruppe von Menschen, die Musik hörten, löste sich irgendwann einer und torkelte zu uns herüber. Er trank Bier aus einer Plastikflasche (mit Schraubverschluß), stellte sich uns vor und laberte uns zu.
Das war nicht unfreundlich, sieht man von den andauernden Versuchen ab, gegen mich zu sticheln. Keine Ahnung, was das sollte, aber wir blieben freundlich und fröhlich, tranken weiter Wein und stießen mit unserem Besucher an.
Bis die Polizei kam ... Tatsächlich hatten die Nachbarn angerufen und sich beschwert. Unglaublich!, alle Leute unterhielten sich in Zimmerlautstärke.
Und so wurde ich zum ersten Mal seit vielen Jahren von der Polizei von einem gemütlich-ruhigen Trinkgelage vertrieben – in diesem Fall war's mir nicht unrecht, weil der schlecht riechende Schnauzbartträger mit dem Plastikbier irgendwann ziemlich nervte ...
Punk-Action-Knaller

Daß ich Fanzines nicht in der »richtigen« Reihenfolge lese, ist meinem dauernden Zeitmangel geschuldet. Und der Tatsache, daß das Papier buchstäblich tonnenweise in unsere Wohnung schwappt. Glücklicherweise gibt es Fanzines, die kann man auch Jahre nach ihrem Erscheinen mit Genuß und Spaß lesen.
Dazu zählt auf jeden Fall das AntiEverything, das praktisch ohne aktuelle Berichte auskommt. Ich habe jetzt erst die »Platinum Edition« gelesen, die als Nummer die 6666 trägt und die etwa 2005 erschienen sein müßte. Leider steht das nirgends so genau drin; aber genau diese obskure Art und Weise, das Heft zu anonymisieren, hat dazu beigetragen, daß das AntiEverything eines der faszinierendsten Hefte der letzten zehn Jahre war.
Herausgeber und Autor Krzysztof Wrath, der garantiert nicht mit bürgerlichem Namen so heißt, hat auch in diesem Heft wieder mal einen gnadenlosen Fortsetzungsroman. Der heißt »Glory White Trash«, arbeitet tatsächlich mit den Mitteln trashiger Unterhaltungsromane und knallt gut rein: Sex, Gewalt, Musik und Berlin, das alles gut vermengt. Coole Scheiße.
Daneben geht's aber um Manila, die Hauptstadt der Philipinen, wozu es einen lesenserten Reisebericht gibt, oder um den Unabomber in den USA. Diese Beiträge sind bewußt am Rand dessen, was die Punkrock-Szene interessiert, und von daher spannend.
Klasse Heft. Wer so was mag, berappt für das farbige Cover und den klasse gestalteten Inhalt nur zwoeinhalb Euro; gibt's bei diversen Punkrock-Vertrieben.
03 Juli 2009
Chaostage in Südfrankreich
Wer wissen möchte, wie richtig gelungene Chaostage - in diesem Fall eher Chaosminuten - aussehen, möge den entsprechenden Youtube-Link anklicken. Gezeigt wird mal wieder Remi Gaillard in Aktion; der Mann ist ohnehin völlig durch den Wind, aber in positivem Sinn.
Ich habe mittlerweile von dem Kerl mehrere Filmchen im Internet gesehen; qualitativ zwischen genial und »geht so«. Dieser Film aber sprengt einige Maßstäbe: Zwei, drei Dutzend verkleidete Menschen stürmen ein Fachgeschäft für Party-Zubehör in der südfranzösischen Stadt Béziers, wo sie eine Party feiern, die im Prinzip den ganzen Laden in Schutt und Asche legt.
Die Aufnahmen sind alle wackelig und ein wenig unscharf, alles soll schließlich authentisch aussehen. Aber unterm Strich ist das mehr Punkrock als das Gros der aktuellen Bands; so was hätte ich vor 15 Jahren in Hannover auch ausgesprochen lustig gefunden.
Ich habe mittlerweile von dem Kerl mehrere Filmchen im Internet gesehen; qualitativ zwischen genial und »geht so«. Dieser Film aber sprengt einige Maßstäbe: Zwei, drei Dutzend verkleidete Menschen stürmen ein Fachgeschäft für Party-Zubehör in der südfranzösischen Stadt Béziers, wo sie eine Party feiern, die im Prinzip den ganzen Laden in Schutt und Asche legt.
Die Aufnahmen sind alle wackelig und ein wenig unscharf, alles soll schließlich authentisch aussehen. Aber unterm Strich ist das mehr Punkrock als das Gros der aktuellen Bands; so was hätte ich vor 15 Jahren in Hannover auch ausgesprochen lustig gefunden.
02 Juli 2009
Zehn Jahre ZACK

Als Jugendlicher habe ich »Zack« gelesen; es war mein erstes Comic-Magazin, und es hat meine Lesegewohnheiten bis heute beeinflußt. Ich konnte das Heft damals nicht regelmäßig lesen, und fürs Kaufen fehlte das Geld, also war ich darauf angewiesen, daß ich es ausgeliehen bekam.
Umso besser fand ich es von daher, als vor zehn Jahren die neue »Zack«-Ära begann. Seit 1999 erscheint jetzt wieder ein neues »Zack«-Magazin, jeden Monat neu, mit der Präzision eines Uhrwerks. Und im Juni kam auf diese Methode die Ausgabe 120 auf den Markt - ich habe sie erst dieser Tage ausgelesen.
Nicht jeden der veröffentlichten Comics mag ich; manche Story wäre verzichtbar oder gefällt mir entweder künstlerisch oder erzählerisch überhaupt nicht. Aber gerade das macht seit Jahren den Charakter des Magazins aus: Ich finde immer wieder neue und interessante Stoffe, die ich sonst nie entdeckt hätte.
Mag sein, daß so etwas antiquiert ist, im Jahr 2009 noch ein gedrucktes Magazin mit Comics zu lesen. Aber in dieser Hinsicht bin ich erschütternd konservativ und freue mich jeden Monat auf das neue »Zack«. Was die Redaktion hier unterm Strich leistet, ist bewundernswert, und ich kann ihr nur ein glückliches Händchen für die Zukunft wünschen.
Herzliche Gratulation zum Zehnjährigen!
01 Juli 2009
Mauerschau jetzt auch als Beleg
Auf die Zeitschrift »mauerschau« habe ich schon im Frühjahr hingewiesen. Es handelt sich dabei um eine Fachzeitschrift für Germanistik, verlegt von der Universität Duisburg-Essen. Die aktuelle Ausgabe 1/2009 habe ich mittlerweile auch erhalten; sieht sehr schick aus. Um was es in dem Schwerpunkt-Thema »Konstruktion/Dekonstruktion« geht, habe ich allerdings nich hat kapiert.
Immerhin gibt es ein sehr ausführliches und auch gelungenes Interview, über das ich mich gefreut habe. Es geht natürlich um PERRY RHODAN, was an dieser Stelle niemanden verwundern dürfte. Wer das Ding nachlesen möchte, kann es über die offizielle PR-Homepage tun.
Die restlichen Artikel habe ich angelesen, aber meist nicht so richtig kapiert. »Jugend ohne Charakter – Dekonstruktivismus oder die Unmöglichkeit der Revolte« oder auch »Das Geschlechterverhältnis in Stanley Kubricks Shining« sind nicht so ganz meine Tasse Bier ...
Immerhin gibt es ein sehr ausführliches und auch gelungenes Interview, über das ich mich gefreut habe. Es geht natürlich um PERRY RHODAN, was an dieser Stelle niemanden verwundern dürfte. Wer das Ding nachlesen möchte, kann es über die offizielle PR-Homepage tun.
Die restlichen Artikel habe ich angelesen, aber meist nicht so richtig kapiert. »Jugend ohne Charakter – Dekonstruktivismus oder die Unmöglichkeit der Revolte« oder auch »Das Geschlechterverhältnis in Stanley Kubricks Shining« sind nicht so ganz meine Tasse Bier ...
29 Juni 2009
Hardcore-Gebolze am Freitag
Es gibt diese Wochen, da ist man froh, wenn das Ende naht, und fühlt sich trotzdem wie erschlagen. So ging es mir am Freitag abend, 26. Juni: Als ich kurz vor Mitternacht aus dem Haus ging, überlegte ich mir noch ein letztes Mal, ob ich mich nicht lieber gleich ins Bett legen sollte. Aber dann fuhr ich doch dann mit dem Rad langsam durch die Innenstadt.
Bis ich in der »Alten Hackerei« ankam, hatte die erste Band schon aufgehört: Norton aus Zürich. Schade, aber nicht zu ändern. Ich vertrieb mir die Zeit mit Trinken und Labern.
Dann kamen Scheisse Minelli, die trotz des bescheuerten Namens keinen Deutschpunk spielen, sondern aggressiven Hardcore, wie man ihn Ende der 80er Jahre hierzulande in subkulturellen Kreisen bevorzugte. Das Trio ging auf der Bühne auch sehr energisch zur Sache, das knallte und rappelte und machte durchwegs gute Laune.
Im Publikum herrschten eher Gemütlichkeit und Ruhe vor. (Den meisten geht es wie mir: Man wird halt älter.) Nur eine Gruppe von jüngeren Hardcore-Leuten bewegte sich vorne. Alles in allem sehr nett, wenngleich nicht überragend spektakulär.
Bis ich in der »Alten Hackerei« ankam, hatte die erste Band schon aufgehört: Norton aus Zürich. Schade, aber nicht zu ändern. Ich vertrieb mir die Zeit mit Trinken und Labern.
Dann kamen Scheisse Minelli, die trotz des bescheuerten Namens keinen Deutschpunk spielen, sondern aggressiven Hardcore, wie man ihn Ende der 80er Jahre hierzulande in subkulturellen Kreisen bevorzugte. Das Trio ging auf der Bühne auch sehr energisch zur Sache, das knallte und rappelte und machte durchwegs gute Laune.
Im Publikum herrschten eher Gemütlichkeit und Ruhe vor. (Den meisten geht es wie mir: Man wird halt älter.) Nur eine Gruppe von jüngeren Hardcore-Leuten bewegte sich vorne. Alles in allem sehr nett, wenngleich nicht überragend spektakulär.
28 Juni 2009
New Noise Festival
Das New Noise Festival im beschaulichen Durmersheim (liegt zwischen Rastatt und Karlsruhe) war am gestrigen Samstag, 27. Juni 2009. Ich fand's klasse: Zwischen 500 und 800 Leute, die meisten Jugendliche, tummelten sich auf dem Gelände rings um das Jugendhaus der Gemeinde; die Skateboard-Rampen waren ständig belagert, und zwischen Ständen und Zelten war richtig was los.
Als ich ankam, hatte ich bereits die Karlsruher Bands The Equal Men und Ende Oktober verpaßt; das ist peinlich, weil das waren so ziemlich die einzigen Bands, die ich kannte. Ich lungerte im Merchandising-Zelt herum, futterte vegane Muffins und trank Bier, so daß ich mittags um 16 Uhr schon leicht bedröppelt war.
Idealer Zustand für meine erste Lesung im »Liedermacher-Zelt«: Anfangs saß ich dort mit drei Leuten, gegen Ende waren's trotz tropischer Hitze 15 Leute, die sich eine Kurzgeschichte und einmal »Maschinengewehr, sing!« anhörten.
Danach schaute ich mir im großen Zelt die Band The Haverbrook Disaster an: Sehr junge Leute auf der Bühne fabrizierten ein metallisches Hardcore-Brett. Vor der Bühne gab es einen Freiraum von acht auf acht Metern, in dem sich alle fünf Minuten für vielleicht 20, 30 Sekunden eine Gruppe von vier, fünf Typen tummelte. Die Burschen führten die neuesten »Hardcore-Moves« vor, Kampfsport- und Kickbox-Einlagen inklusive. Nun denn ...
Nach vielem Gerede und Gelaber pendelte ich ins Liedermacher-Zelt, um mir Tom Mess anzuschauen, der mit Wandergitarre auftrat, dabei aber nicht peinlich wurde. Es nieselte und regnete abwechselnd, und ich hatte schon die Befürchtung, das Festival fiele ins Wasser.
Das Wetter hielt sich, und später guckte ich bei Ende/Aus ins Musik-Zelt. Es war der erste Auftritt der Karlsruher Hardcore-Band: mächtiges Gebretter mit einem Sänger, der sich die Kehle aus dem Leib brüllte; war echt klasse.
Die nächsten Bands verpaßte ich wegen Bier und veganen Schnitzeln komplett. Das Vegan-Futter war lecker, verpaßte mir aber im Verlauf des Abends noch fiese Fürze. Mannomann. Meine zweite Lesung ging aber gut vorüber; immerhin hatten sich diesmal gut zwei Dutzend Leute eingefunden.
Von Trainwreck und Shipwreck A.D. bekam ich genug mit, um zu erkennen, daß es ziemlich metallischer Hardcore war. Die Belgier von Rise And Fall lieferten die Art von trockenem Hardcore, für die das Land bei mir langsam bekannt ist; auf die Dauer zu langweilig.
Immerhin war's jetzt so voll, daß die üblichen Spacken für ihre »Moves« kaum noch Platz hatten; vor dem Zelt übten einige supercoole Jugendliche aber die neuesten Hardcore-Tanzschritte ein. (Nein, das ist jetzt keine Satire. Ich dachte auch, ich traute meinen Augen nicht.)
Den Abschluß eines Konzerttages, von dem ich zwei Drittel komplett verlabert hatte, bildeten Have Heart, bei denen das Zelt buchstäblich kochte. Massenpogo und eine Flut von Stagedivern sorgte für heftige Stimmung. Die Band strotzte nicht vor Originalität, brachte aber schon die Energie rüber, die in den 90er Jahren von Bands wie Madball oder Sick Of It All verkörpert worden war.
Alles in allem ein schönes Festival
Als ich ankam, hatte ich bereits die Karlsruher Bands The Equal Men und Ende Oktober verpaßt; das ist peinlich, weil das waren so ziemlich die einzigen Bands, die ich kannte. Ich lungerte im Merchandising-Zelt herum, futterte vegane Muffins und trank Bier, so daß ich mittags um 16 Uhr schon leicht bedröppelt war.
Idealer Zustand für meine erste Lesung im »Liedermacher-Zelt«: Anfangs saß ich dort mit drei Leuten, gegen Ende waren's trotz tropischer Hitze 15 Leute, die sich eine Kurzgeschichte und einmal »Maschinengewehr, sing!« anhörten.
Danach schaute ich mir im großen Zelt die Band The Haverbrook Disaster an: Sehr junge Leute auf der Bühne fabrizierten ein metallisches Hardcore-Brett. Vor der Bühne gab es einen Freiraum von acht auf acht Metern, in dem sich alle fünf Minuten für vielleicht 20, 30 Sekunden eine Gruppe von vier, fünf Typen tummelte. Die Burschen führten die neuesten »Hardcore-Moves« vor, Kampfsport- und Kickbox-Einlagen inklusive. Nun denn ...
Nach vielem Gerede und Gelaber pendelte ich ins Liedermacher-Zelt, um mir Tom Mess anzuschauen, der mit Wandergitarre auftrat, dabei aber nicht peinlich wurde. Es nieselte und regnete abwechselnd, und ich hatte schon die Befürchtung, das Festival fiele ins Wasser.
Das Wetter hielt sich, und später guckte ich bei Ende/Aus ins Musik-Zelt. Es war der erste Auftritt der Karlsruher Hardcore-Band: mächtiges Gebretter mit einem Sänger, der sich die Kehle aus dem Leib brüllte; war echt klasse.
Die nächsten Bands verpaßte ich wegen Bier und veganen Schnitzeln komplett. Das Vegan-Futter war lecker, verpaßte mir aber im Verlauf des Abends noch fiese Fürze. Mannomann. Meine zweite Lesung ging aber gut vorüber; immerhin hatten sich diesmal gut zwei Dutzend Leute eingefunden.
Von Trainwreck und Shipwreck A.D. bekam ich genug mit, um zu erkennen, daß es ziemlich metallischer Hardcore war. Die Belgier von Rise And Fall lieferten die Art von trockenem Hardcore, für die das Land bei mir langsam bekannt ist; auf die Dauer zu langweilig.
Immerhin war's jetzt so voll, daß die üblichen Spacken für ihre »Moves« kaum noch Platz hatten; vor dem Zelt übten einige supercoole Jugendliche aber die neuesten Hardcore-Tanzschritte ein. (Nein, das ist jetzt keine Satire. Ich dachte auch, ich traute meinen Augen nicht.)
Den Abschluß eines Konzerttages, von dem ich zwei Drittel komplett verlabert hatte, bildeten Have Heart, bei denen das Zelt buchstäblich kochte. Massenpogo und eine Flut von Stagedivern sorgte für heftige Stimmung. Die Band strotzte nicht vor Originalität, brachte aber schon die Energie rüber, die in den 90er Jahren von Bands wie Madball oder Sick Of It All verkörpert worden war.
Alles in allem ein schönes Festival
26 Juni 2009
Prominente Tote
Michael Jackson ist gestorben. Und der Tod des »King of Pop« erschüttert jetzt die Welt. So sehr, daß in den Medien sogar die erschütternden Ereignisse im Iran von den Titeln und Anfängen verdrängt werden.
Ich will den Mann posthum gar nicht schlecht machen. Wenngleich ich seine Musik nie mochte, kann ich Stücke wie »Thriller« oder »Billy Jean« sofort-sogleich mitpfeifen. Wobei »Billy Jean« in der Version der Punk-Band The Bates eh besser klang. (Apropos: Ist deren Sänger nicht letztes oder vorletztes Jahr gestorben?)
Ganz ehrlich: Mich hat der Tod von Pedder Theumer stärker getroffen. Der Sänger der klassischen Deutschpunk-Band Daily Terror ist kürzlich im Alter von 53 Jahren gestorben. In den 80er Jahren gehörten Stücke wie »Der Countdown läuft« zu den großen Feten-Klassikern; natürlich hat unsereins den Text auch ernst gemeint.
Daß die Band in den 90er Jahren und danach nichts relevantes mehr auf die Reihe bekommen hat, ist unbestritten - das teilt sie mit Michael Jackson. Zu meiner Sozialisation gehören irgendwie beide musikalische Seiten ...
Ich will den Mann posthum gar nicht schlecht machen. Wenngleich ich seine Musik nie mochte, kann ich Stücke wie »Thriller« oder »Billy Jean« sofort-sogleich mitpfeifen. Wobei »Billy Jean« in der Version der Punk-Band The Bates eh besser klang. (Apropos: Ist deren Sänger nicht letztes oder vorletztes Jahr gestorben?)
Ganz ehrlich: Mich hat der Tod von Pedder Theumer stärker getroffen. Der Sänger der klassischen Deutschpunk-Band Daily Terror ist kürzlich im Alter von 53 Jahren gestorben. In den 80er Jahren gehörten Stücke wie »Der Countdown läuft« zu den großen Feten-Klassikern; natürlich hat unsereins den Text auch ernst gemeint.
Daß die Band in den 90er Jahren und danach nichts relevantes mehr auf die Reihe bekommen hat, ist unbestritten - das teilt sie mit Michael Jackson. Zu meiner Sozialisation gehören irgendwie beide musikalische Seiten ...
25 Juni 2009
Tattoo-Gespräche
Ich saß im »Palladio« im Schatten, wartete auf mein Essen und trank immer wieder aus dem Glas Spezi, das vor mir stand. Donnerstag mittag, ein schöner Tag auf dem Stephansplatz; in fauler Sitzhaltung konnte ich anderen Leuten zuschauen, wie sie eilenden Schrittes über den Platz hetzten.
Einen Tisch weiter saßen vier Leute, alle anfangs der zwanzig, alle tätowiert. Die Mädchen trugen entweder Arschgeweih oder schlecht gestochenen Schmetterling auf den Schulterblättern, die Jungs waren ordentlich zugetackert, teilweise bis ans Handgelenk.
Und während sie sich unterhielten und Bier tranken, hatte immer mindestens einer das Handy am Ohr und telefonierte. »Jaja, ich bin gerade am Stephansplatz, jaja, das Bier schmeckt, jaja, alles super. Ich wünsch' dir auch was.« Aussagekräftiger war keines der lauthals geführten Gespräche.
Auf einmal rollte ein auffällig schwarzweiß gespritzter Sportwagen auf den Platz; das ist eigentlich Parkverbotszone, aber es gibt wohl Sonderregeln. Der Fahrer stellte das Fahrzeug, aus dem dumpf die Bässe wummerten, in den Schatten, direkt neben dem Zugang zur Tiefgarage.
»Boah, ist das geil!«, schrie der eine der jungen Männer, griff zum Handy und erzählte nacheinander einem halben Dutzend Kumpels von dem tollen Auto. Und ich genoß meinen Nachmittag im 4-D-Kino der Karlsruher Innenstadt.
Einen Tisch weiter saßen vier Leute, alle anfangs der zwanzig, alle tätowiert. Die Mädchen trugen entweder Arschgeweih oder schlecht gestochenen Schmetterling auf den Schulterblättern, die Jungs waren ordentlich zugetackert, teilweise bis ans Handgelenk.
Und während sie sich unterhielten und Bier tranken, hatte immer mindestens einer das Handy am Ohr und telefonierte. »Jaja, ich bin gerade am Stephansplatz, jaja, das Bier schmeckt, jaja, alles super. Ich wünsch' dir auch was.« Aussagekräftiger war keines der lauthals geführten Gespräche.
Auf einmal rollte ein auffällig schwarzweiß gespritzter Sportwagen auf den Platz; das ist eigentlich Parkverbotszone, aber es gibt wohl Sonderregeln. Der Fahrer stellte das Fahrzeug, aus dem dumpf die Bässe wummerten, in den Schatten, direkt neben dem Zugang zur Tiefgarage.
»Boah, ist das geil!«, schrie der eine der jungen Männer, griff zum Handy und erzählte nacheinander einem halben Dutzend Kumpels von dem tollen Auto. Und ich genoß meinen Nachmittag im 4-D-Kino der Karlsruher Innenstadt.
Los Krachos aus Rostock
Wer kommt denn auf so einen Namen? Bei Los Krachos denke ich automatisch an dümmlichen Deutschpunk oder noch dümmlicheren Deutsch-Hardrock; da kann das Label in seinem Info noch so oft den Vergleich zu Bands wie Razzia bringen. Angesichts dieser Vergleiche und der ausufernden Info-Beschreibung zuckte ich – ernsthaft! – wochenlang davor zurück, mir die CD »Gegenwind« der Band anzuhören.
Dann tat ich's doch, und ich fand Los Krachos gut: Die vier kurzhaarigen Herren können gut mit ihren Instrumenten umgehen, die Platte ist fett aufgenommen, und der wuchtige Sound dürfte Punkrockern ebenso gefallen wie Oi!-Fans oder Billy-Freunden. Also alles paletti, das kracht und rockt und rappelt ohne Ende.
Textlich ist die Band ein wenig unentschlossen, die Burschen haben noch nicht »ihr« Thema gefunden. Manchmal habe ich den Eindruck, daß man sich mit Sauf-Texten bei den Glatzen anbiedern wolle und daß die rebellische Attitüde manchmal aufgesetzt wirkt. Dann aber ein Text wie »Leitkultur«, der sarkastisch und indirekt ist, ohne in Parolengedresche einerseits oder Deutschland-Beschwörung andererseits umzukippen – sehr schön!
Die CD ist auf jeden Fall ein guter Start: ruppiger Deutschpunk mit heftiger Attitüde, das paßt sehr gut. Die CD ist dazu auch noch schick gestaltet, kann man auf jeden Fall antesten.
Dann tat ich's doch, und ich fand Los Krachos gut: Die vier kurzhaarigen Herren können gut mit ihren Instrumenten umgehen, die Platte ist fett aufgenommen, und der wuchtige Sound dürfte Punkrockern ebenso gefallen wie Oi!-Fans oder Billy-Freunden. Also alles paletti, das kracht und rockt und rappelt ohne Ende.
Textlich ist die Band ein wenig unentschlossen, die Burschen haben noch nicht »ihr« Thema gefunden. Manchmal habe ich den Eindruck, daß man sich mit Sauf-Texten bei den Glatzen anbiedern wolle und daß die rebellische Attitüde manchmal aufgesetzt wirkt. Dann aber ein Text wie »Leitkultur«, der sarkastisch und indirekt ist, ohne in Parolengedresche einerseits oder Deutschland-Beschwörung andererseits umzukippen – sehr schön!
Die CD ist auf jeden Fall ein guter Start: ruppiger Deutschpunk mit heftiger Attitüde, das paßt sehr gut. Die CD ist dazu auch noch schick gestaltet, kann man auf jeden Fall antesten.
24 Juni 2009
Sardev als Paperback

1982 oder so schrieb ich meine erste Geschichte um den Fantasy-Helden Sardev Örhun, Mitte der 80er Jahre wurden einige Geschichten veröffentlicht. 1986 verfasste ich »Der Vorhang senkte sich«, das erst 1991 in einer komplett neu bearbeiteten und verlängerten Version erschien.
Jetzt habe ich das Manuskript noch mal bearbeitet und vor allem verlängert; es erscheint unter dem Titel »Sardev - Der Schatten des Friedens« im Basilisk-Verlag, wo es auch vorbestellt werden kann. Das Cover liegt mittlerweile vor.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie das Paperback aussehen wird. Es ist kein umfangreicher Roman, und die Auflage ist - wie für einen kleinen Verlag üblich - nicht übermäßig groß. Aber ich freue mich dennoch auf das Erscheinen des Buches.
23 Juni 2009
Stromern in Verona
Wir stromerten durch die Innenstadt von Verona, nicht zum ersten Mal, und langsam wurden wir müde und durstig. Die Stadt ist interessant, es macht Spaß, sie zu durchstreifen: haufenweise Läden, die durchaus auch mich dazu einladen, mal einen Blick hineinzuwerfen, die Arena, unzählige wuchtige alte Gebäude und dergleichen.
In der Arena, die noch aus der Römerzeit stammt, spielte an diesem Tag eine Band: The Killers traten auf, und Hunderte von Jugendlichen trieben sich bereits Stunden vor Beginn des Konzerts in der Nähe der Arena herum. Und der Soundcheck trieb Bass- und Schlagzeug-Rhythmen über das alte Gemäuer hinweg, ebenso über die Aufbauten für die Opernfestspiele, die bereits auf dem ganzen Platz bereit lagen.
Aber irgendwann waren wir doch zermatscht genug, um das erstbeste Café in einer Seitengasse anzusteuern. Das schöne in Verona ist ja, daß man mit hoher Wahrscheinlichkeit ein schickes Gebäude hat, auf das man schauen kann, während man seinen Café schlürft: Wir saßen geschickt zwischen einer hypermodernen Bank und einem alten Wohnhaus, mit direktem Blick auf die Fußgängerzone, tranken Café und San Bitter, futterten kleine Panini und schauten den Leuten zu.
Es war früher Abend oder später Nachmittag; viele Leute waren bereits auf dem Heimweg. Mopeds knatterten durch die Via San Rocchetto und an uns vorbei, man begrüßte sich lautstark und unterhielt sich von Tür zu Tür, von Fenster zu Straße und zurück. Und ich streckte die Füße aus und war einfach nur froh, im Urlaub zu sein ...
In der Arena, die noch aus der Römerzeit stammt, spielte an diesem Tag eine Band: The Killers traten auf, und Hunderte von Jugendlichen trieben sich bereits Stunden vor Beginn des Konzerts in der Nähe der Arena herum. Und der Soundcheck trieb Bass- und Schlagzeug-Rhythmen über das alte Gemäuer hinweg, ebenso über die Aufbauten für die Opernfestspiele, die bereits auf dem ganzen Platz bereit lagen.
Aber irgendwann waren wir doch zermatscht genug, um das erstbeste Café in einer Seitengasse anzusteuern. Das schöne in Verona ist ja, daß man mit hoher Wahrscheinlichkeit ein schickes Gebäude hat, auf das man schauen kann, während man seinen Café schlürft: Wir saßen geschickt zwischen einer hypermodernen Bank und einem alten Wohnhaus, mit direktem Blick auf die Fußgängerzone, tranken Café und San Bitter, futterten kleine Panini und schauten den Leuten zu.
Es war früher Abend oder später Nachmittag; viele Leute waren bereits auf dem Heimweg. Mopeds knatterten durch die Via San Rocchetto und an uns vorbei, man begrüßte sich lautstark und unterhielt sich von Tür zu Tür, von Fenster zu Straße und zurück. Und ich streckte die Füße aus und war einfach nur froh, im Urlaub zu sein ...
22 Juni 2009
Gratulation zu 20 Jahren
Irgendwie gefeiert wird das wohl nicht: Der FANDOM OBSERVER wird oder wurde zwanzig Jahre alt. Das Fanzine erschien im Juni 2009 mit seiner Ausgabe 240. Bedenkt man, daß jeden Monat eine Ausgabe erscheint, macht das logischerweise zwanzig Jahre.
Eine respektable Leistung! Ich erinnere mich noch sehr gut, wie Martin Kempf und Markus Sämisch damals starteten. Auf dem FreuCon wurden Flugblätter verteilt und aufgehängt, die auf das neue Fanzine hinwiesen. Einige Leute ärgerten sich sogar über die unwillkommene Konkurrenz; von diesen Leuten redet aber keiner mehr.
Seit zwanzig Jahren freue ich mich über jeden FANDOM OBSERVER; ich lese jede Ausgabe und finde sie meist gut. Umso erfreulicher, daß dieses coole Nachrichten-Fanzine schon so lange existiert.
Eine respektable Leistung! Ich erinnere mich noch sehr gut, wie Martin Kempf und Markus Sämisch damals starteten. Auf dem FreuCon wurden Flugblätter verteilt und aufgehängt, die auf das neue Fanzine hinwiesen. Einige Leute ärgerten sich sogar über die unwillkommene Konkurrenz; von diesen Leuten redet aber keiner mehr.
Seit zwanzig Jahren freue ich mich über jeden FANDOM OBSERVER; ich lese jede Ausgabe und finde sie meist gut. Umso erfreulicher, daß dieses coole Nachrichten-Fanzine schon so lange existiert.
Würste und Feste
»Erinnerst du dich eigentlich noch an die Peinlichkeit?«, fragte mich die ehemalige Klassenkameradin kurz vor Mitternacht. »Ich hab' dir doch mal bei einer Party in den Garten gekotzt.«
Ich guckte sie an, schnieke gekleidet und geschminkt, wie sie war, und mir fiel alles wieder ein. Ich lachte. »Na klar.«
Und ich zitierte meinen Vater, was auf schwäbisch natürlich besser klingt als auf deutsch: »Dia Mädle henn aber viel Wierschd gässa.« Zu deutsch: »Die Mädchen haben aber viele Würste gegessen.«
Das sagte er am Tag darauf, als wir die Reste der Party beseitigten und halb verdaute Bratwürste in wenig ansehlichen Schmodderhäufen herumlagen. Schon seltsam, was einem einfällt, wenn man sich auf alte Party-Erinnerungen besinnt …
Ich guckte sie an, schnieke gekleidet und geschminkt, wie sie war, und mir fiel alles wieder ein. Ich lachte. »Na klar.«
Und ich zitierte meinen Vater, was auf schwäbisch natürlich besser klingt als auf deutsch: »Dia Mädle henn aber viel Wierschd gässa.« Zu deutsch: »Die Mädchen haben aber viele Würste gegessen.«
Das sagte er am Tag darauf, als wir die Reste der Party beseitigten und halb verdaute Bratwürste in wenig ansehlichen Schmodderhäufen herumlagen. Schon seltsam, was einem einfällt, wenn man sich auf alte Party-Erinnerungen besinnt …
21 Juni 2009
25 Jahre danach
Vor einem Vierteljahrhundert habe ich mein Abitur abgelegt. Ich hätte dieses Datum vergessen und verpeilt, wenn man mich nicht per Mail und per Einladung daran erinnert hätte: Es gab eine Feier zu diesem Jubiläum, und sie fand im Bistro jenes Schulzentrums statt, das ich vor 25 Jahren zum letzten Mal betreten hatte.
Ich gestehe, daß ich haufenweise seltsame Empfinden mit mir herumschleppte, als ich im Auto nach Freudenstadt saß. Und als ich dann in diesem Bistro stand, das es 1984 noch nicht gegeben hatte, schaute ich die Meute von mir völlig unbekannten Menschen an und machte mir klar, daß es die Personen waren, mit denen ich jahrelang gefeiert und gelernt, gelacht und gestritten, gejubelt und getrauert hatte.
Eine halbe Stunde später war ich akklimatisiert. Ich hatte meine Klassenkameraden wieder getroffen und mit den ehemaligen Lehrern geredet (»Sie sind ja immer noch lebhaft wie damals«; aha, ist das jetzt ein Kompliment oder eher negativ zu verstehen?), ich trank mein erstes Bier (»eine Halbe« mit Alpirsbacher Klosterbräu, wie damals eben) und schlug mir den Magen mit Suppe und Nudeln und Salat voll.
Viele hatten sich stark verändert, viele waren sich sehr ähnlich geblieben. Die meisten waren verheiratet (einige auch schon wieder geschieden), und viele hatten Kinder, manche sogar gleich drei von der Sorte. Grundsätzliche charakterliche Eigenschaften hatten sich wenig verändert: Die Leute, mit denen ich vor 25 Jahren klargekommen war, fand ich auch jetzt noch sympathisch. (Und mit dem Kollegen, der damals in der Jungen Union gewesen war, stritt ich mich nach Mitternacht über Politik, als hätten wir wirklich 25 Jahre übersprungen.)
Es gab graue Haare, Halbglatzen und dicke Bäuche zu bewundern (außer »Otto« oder so, der 15 Jahre jünger aussah als wir alle – wie macht der das?), aber auch sehr viel Lachen und Fröhlichkeit. Aus den meisten war »was geworden«: Ärzte, Ingenieure, Lehrer, selbständige Unternehmer und so weiter.
1984 hatte ich mit struppigen Haaren und mit Sicherheitsnadeln im Revers meines zerrissenen Jacketts mein Abi-Zeugnis in Empfang genommen; ich hatte an keiner Abi-Feier teilgenommen und war auch nicht in der Abi-Zeitung mit Foto drin – ich wollte nur noch weg. 2009 fand ich es richtig schön, die alten Freunde und Bekannten wiederzutreffen. Auch ein Beispiel dafür, wie man sich ändert und älter wird …
Ich gestehe, daß ich haufenweise seltsame Empfinden mit mir herumschleppte, als ich im Auto nach Freudenstadt saß. Und als ich dann in diesem Bistro stand, das es 1984 noch nicht gegeben hatte, schaute ich die Meute von mir völlig unbekannten Menschen an und machte mir klar, daß es die Personen waren, mit denen ich jahrelang gefeiert und gelernt, gelacht und gestritten, gejubelt und getrauert hatte.
Eine halbe Stunde später war ich akklimatisiert. Ich hatte meine Klassenkameraden wieder getroffen und mit den ehemaligen Lehrern geredet (»Sie sind ja immer noch lebhaft wie damals«; aha, ist das jetzt ein Kompliment oder eher negativ zu verstehen?), ich trank mein erstes Bier (»eine Halbe« mit Alpirsbacher Klosterbräu, wie damals eben) und schlug mir den Magen mit Suppe und Nudeln und Salat voll.
Viele hatten sich stark verändert, viele waren sich sehr ähnlich geblieben. Die meisten waren verheiratet (einige auch schon wieder geschieden), und viele hatten Kinder, manche sogar gleich drei von der Sorte. Grundsätzliche charakterliche Eigenschaften hatten sich wenig verändert: Die Leute, mit denen ich vor 25 Jahren klargekommen war, fand ich auch jetzt noch sympathisch. (Und mit dem Kollegen, der damals in der Jungen Union gewesen war, stritt ich mich nach Mitternacht über Politik, als hätten wir wirklich 25 Jahre übersprungen.)
Es gab graue Haare, Halbglatzen und dicke Bäuche zu bewundern (außer »Otto« oder so, der 15 Jahre jünger aussah als wir alle – wie macht der das?), aber auch sehr viel Lachen und Fröhlichkeit. Aus den meisten war »was geworden«: Ärzte, Ingenieure, Lehrer, selbständige Unternehmer und so weiter.
1984 hatte ich mit struppigen Haaren und mit Sicherheitsnadeln im Revers meines zerrissenen Jacketts mein Abi-Zeugnis in Empfang genommen; ich hatte an keiner Abi-Feier teilgenommen und war auch nicht in der Abi-Zeitung mit Foto drin – ich wollte nur noch weg. 2009 fand ich es richtig schön, die alten Freunde und Bekannten wiederzutreffen. Auch ein Beispiel dafür, wie man sich ändert und älter wird …
20 Juni 2009
Im Camping Wien
Wenn ich morgens aus unserem kleinen Haus trat (Schlafzimmer, Wohnzimmer inklusive Küchenzeile, kleiner Flur, Bad mit Toilette) und mühsam in die Sonne blinzelte, hatte ich tatsächlich einen Blick auf den Gardasee. Ansonsten schaute ich auf mein Auto, das zwischen Büschen auf dem Parkplatz stand. Es war warm und ruhig, und das mochte ich.
Die bayerischen Nachbarn (Papa, Mama, zwei Söhne) versuchten uns gelegentlich in Gespräche zu verwickeln, die wir mit höflicher Unnahbarkeit quittierten. Ansonsten hatten wir praktisch keinen Kontakt zu anderen Urlaubern. Bayern und Österreicher bildeten die Mehrheit, dazu kamen einige Niederländer oder Deutsche aus anderen Regionen sowie ein Auto mit tschechischem Kennzeichen.
Manche Reisende spazierten in Badehose und Badeschlappen durchs Gelände, andere wiederum zogen sich gelegentlich richtig schick an. Und es gab welche, die sah ich immer nur auf irgendwelchen Stühlen herumlümmeln, die neben dem Wohnwagen standen, ein Buch oder eine Zeitung in der Hand.
Es gab einen kleinen Laden, in dem wir gelegentlich Grundnahrungsmittel kauften, und ein Restaurant, das wir ignorierten. Der Swimming Pool war eigentlich nett; da man aber eine Bademütze tragen mußte, sprangen wir dort nie ins Wasser.
Immerhin war es von unserem Haus zum eigentlichen See keine hundert Meter weit. Zum Hintereingang des Campingplatzes hinaus und dann rund acht Meter über ein bißchen Rasen und Kies – dann war auch schon das kühle Wasser da.
Wir waren im Spießerparadies von »Camping Wien«, und es gefiel mir. Ich hatte meine Ruhe, genoß gute Gesellschaft, gutes Essen und guten Wein. Gerne mal wieder.
Die bayerischen Nachbarn (Papa, Mama, zwei Söhne) versuchten uns gelegentlich in Gespräche zu verwickeln, die wir mit höflicher Unnahbarkeit quittierten. Ansonsten hatten wir praktisch keinen Kontakt zu anderen Urlaubern. Bayern und Österreicher bildeten die Mehrheit, dazu kamen einige Niederländer oder Deutsche aus anderen Regionen sowie ein Auto mit tschechischem Kennzeichen.
Manche Reisende spazierten in Badehose und Badeschlappen durchs Gelände, andere wiederum zogen sich gelegentlich richtig schick an. Und es gab welche, die sah ich immer nur auf irgendwelchen Stühlen herumlümmeln, die neben dem Wohnwagen standen, ein Buch oder eine Zeitung in der Hand.
Es gab einen kleinen Laden, in dem wir gelegentlich Grundnahrungsmittel kauften, und ein Restaurant, das wir ignorierten. Der Swimming Pool war eigentlich nett; da man aber eine Bademütze tragen mußte, sprangen wir dort nie ins Wasser.
Immerhin war es von unserem Haus zum eigentlichen See keine hundert Meter weit. Zum Hintereingang des Campingplatzes hinaus und dann rund acht Meter über ein bißchen Rasen und Kies – dann war auch schon das kühle Wasser da.
Wir waren im Spießerparadies von »Camping Wien«, und es gefiel mir. Ich hatte meine Ruhe, genoß gute Gesellschaft, gutes Essen und guten Wein. Gerne mal wieder.
Elektrische Familie mit Psych-Sound
Manche Platten muss man sich zweimal anhören, bevor sie einem gefallen. So ging es mir mit The Electric Family, deren CD »Royal Hunt« beim ersten Anhören bei mir auf Unverständnis stieß. »Hippie-Gedudel«, dachte ich und legte die CD, die mir Werner Fuchs geschenkt hatte, wieder zur Seite.
Irgendwann aber landete sie im CD-Player meines Autos, und dort drehte sie sich dann doch recht lange. Der Grund dafür: Beim zweiten Anhören wird die Stimme des Sängers eindrucksvoller, und das zieht mich dann doch rein. Die Stimme ist dunkel, sie ist einprägsam; in den 80er Jahren gefiel mir The Perc Meets The Hidden Gentleman, bei der Tom Redecker ebenfalls sang, schon sehr gut.
Und auf einmal gewinnt die Musik auch an Fahrt. Die langen Gitarrenläufe passen, das faszinierende Klavierspiel beim »Misty Moon Ride« gefällt mir immer besser, und auf einmal stelle ich fest, dass ich eine Band gut finde, die stilistisch ganz eindeutig im Psychedelic Rock verankert ist.
Dass ich zum Hippie mutiere, ist kaum anzunehmen. Ein bisschen mal auf die anderen Seiten zu gucken, kann mir aber auch nicht schaden, denke ich mal ...
Irgendwann aber landete sie im CD-Player meines Autos, und dort drehte sie sich dann doch recht lange. Der Grund dafür: Beim zweiten Anhören wird die Stimme des Sängers eindrucksvoller, und das zieht mich dann doch rein. Die Stimme ist dunkel, sie ist einprägsam; in den 80er Jahren gefiel mir The Perc Meets The Hidden Gentleman, bei der Tom Redecker ebenfalls sang, schon sehr gut.
Und auf einmal gewinnt die Musik auch an Fahrt. Die langen Gitarrenläufe passen, das faszinierende Klavierspiel beim »Misty Moon Ride« gefällt mir immer besser, und auf einmal stelle ich fest, dass ich eine Band gut finde, die stilistisch ganz eindeutig im Psychedelic Rock verankert ist.
Dass ich zum Hippie mutiere, ist kaum anzunehmen. Ein bisschen mal auf die anderen Seiten zu gucken, kann mir aber auch nicht schaden, denke ich mal ...
19 Juni 2009
Kopieren, klauen und die Moral
»Wissen muss befreit werden und nicht etwa weggesperrt, wie das die Urberrechtsverteidiger immer fordern.« Das schreibt Manfred in einem Kommentar zu einem Kommentar von meinerseits in diesem Blog. Es geht um das leidige Urheberrecht.
Da nehme ich eine konservative Grundstellung ein, was vielleicht damit zu tun hat, dass ich meine Kohle damit verdiene, dass ich »geistiges Eigentum« selbst erstelle und im Verlag auch publiziere. Wieviel Geld und Aufwand da bewegt werden muß, bis ein lesenswerter Roman auf den Markt kommt, kann sich wohl nur jemand vorstellen, der das selbst schon mal gemacht hat.
Werden die dabei entstandenen Produkte dann illegal kopiert und verbreitet, ist das schlicht Diebstahl. Jeder andere Begriff ist ein Euphemismus. Auch eine Kopie ist in diesem Fall Diebstahl, so nett das gemeint sein mag. (Mir geht's da im übrigen nicht um die legendären Privatkopien; schon klar, wie das gemeint ist. Aber wer sich Dateien vom »Esel« oder bei einer obskuren russischen Seite oder bei einer Torrent-Seite oder sonstwo besorgt, der stiehlt. Der begeht Diebstahl an einem Autor.)
Daß das Urheberrecht dann weiterhin bei den Autoren und Künstlern liegt, ist ja schön. Es dürfte die aber wenig begeistern, wenn diese Urheber erfahren, daß viele Leute ihre Bücher toll finden, aber dafür keinen Cent bezahlt haben. Und was im Musikbereich geht – nämlich einfach viel Kohle durch Live-Auftritte verdienen, um damit die Rückgänge im Plattengeschäft auszugleichen –, ist in der Buchbranche schlicht nicht möglich.
Autoren schreiben lange an einem Buch; sie werden in dieser Zeit nicht – wie beispielsweise ein Uni-Professor, der ein Sachbuch verfaßt – von jemandem finanziert. Der Verlag druckt das Buch, steckt vorher viel Arbeit und Geld in Lektorat, Korrektorat etc.pp., das ist ein großes Risiko. Da ist es dann auch vernünftig, dafür Geld zu nehmen und andererseits dafür zu bezahlen.
Wer hier von »freier Kultur« und »Open Source« faselt, hat einiges falsch verstanden. Und er verwechselt möglicherweise Hobby und Beruf.
Da nehme ich eine konservative Grundstellung ein, was vielleicht damit zu tun hat, dass ich meine Kohle damit verdiene, dass ich »geistiges Eigentum« selbst erstelle und im Verlag auch publiziere. Wieviel Geld und Aufwand da bewegt werden muß, bis ein lesenswerter Roman auf den Markt kommt, kann sich wohl nur jemand vorstellen, der das selbst schon mal gemacht hat.
Werden die dabei entstandenen Produkte dann illegal kopiert und verbreitet, ist das schlicht Diebstahl. Jeder andere Begriff ist ein Euphemismus. Auch eine Kopie ist in diesem Fall Diebstahl, so nett das gemeint sein mag. (Mir geht's da im übrigen nicht um die legendären Privatkopien; schon klar, wie das gemeint ist. Aber wer sich Dateien vom »Esel« oder bei einer obskuren russischen Seite oder bei einer Torrent-Seite oder sonstwo besorgt, der stiehlt. Der begeht Diebstahl an einem Autor.)
Daß das Urheberrecht dann weiterhin bei den Autoren und Künstlern liegt, ist ja schön. Es dürfte die aber wenig begeistern, wenn diese Urheber erfahren, daß viele Leute ihre Bücher toll finden, aber dafür keinen Cent bezahlt haben. Und was im Musikbereich geht – nämlich einfach viel Kohle durch Live-Auftritte verdienen, um damit die Rückgänge im Plattengeschäft auszugleichen –, ist in der Buchbranche schlicht nicht möglich.
Autoren schreiben lange an einem Buch; sie werden in dieser Zeit nicht – wie beispielsweise ein Uni-Professor, der ein Sachbuch verfaßt – von jemandem finanziert. Der Verlag druckt das Buch, steckt vorher viel Arbeit und Geld in Lektorat, Korrektorat etc.pp., das ist ein großes Risiko. Da ist es dann auch vernünftig, dafür Geld zu nehmen und andererseits dafür zu bezahlen.
Wer hier von »freier Kultur« und »Open Source« faselt, hat einiges falsch verstanden. Und er verwechselt möglicherweise Hobby und Beruf.
18 Juni 2009
Beim falschen Wein
Pozzolengo erwies sich – was uns nicht weiter überraschte – als kleine italienische Stadt mit verwinkelten Straßen, einem großen Platz in der Mitte, einer alten Burg im Hintergrund und einer verwirrenden Beschilderung. Langsam rollte ich durch die Straßen, aber das gewünschte Schild fand sich nicht am Straßenrand.
Wir hielten an einem kleinen Tabakgeschäft an und fragten nach. Radebrechend erläuterten wir dem jungen, freundlichen Verkäufer, dessen Englisch unwesentlich besser war als unser Drei-Worte-Italienisch, wohin wir wollten: In Sirmione hatten wir einen sehr leckeren Lugana-Wein gekauft, den die Weinkellerei Zenegaglia in Pozzolengo herstellte, und davon wollten wir einige Flaschen mitnehmen.
Der junge Verkäufer erklärte uns den Weg, wir verstanden ihn nicht so richtig, fuhren aber eifrig nickend irgendwann mal los. Den erwähnten Kreisverkehr fanden wir, die Straße nach links stimmte ebenfalls, die nächste Straße nach links kam mir falsch vor, weshalb ich sie ignorierte und lieber nach rechts abbog, um danach wieder nach links abzubiegen.
Da war nämlich ein kleines Schild: hellgrün auf dunkelgrün. »Carlo Zenegaglia« stand angeschrieben, und wir folgten ihm, um keine hundert Meter später im Hof einer Weinkellerei mit angeschlossenem Verkauf zu stehen. Eine sehr freundliche junge Frau sprach brauchbares Deutsch, und so klappte die Kommunikation trotz der peinlichen Nicht-Italienisch-Kenntnisse.
Sie zeigte uns die Weinflaschen, und wir waren irritiert. »Das Etikett sieht aber anders aus als das von dem Zenegaglia, den wir kennen.«
Jetzt war sie irritiert, verlor aber keine Sekunde lang ihre Freundlichkeit. »Oh, das ist die andere Zenegaglia-Weinkellerei, 200 Meter von hier. Wir waren früher mal eine Familie, aber dann haben wir uns getrennt ...« Sie verzog das Gesicht, das hörte sich nicht gut an. »Ich bin nicht böse, wenn Sie zur anderen Familie fahren.«
Wir winkten ab, beschlossen, einfach ihren Lugana zu probieren, und stellten fest, daß er ganz hervorragend schmeckte: sicher ein schlichter Wein – ich habe da eh nicht viel Ahnung -, aber einer, der eine leichte Säure aufwies und gekühlt super schmeckte. Ein toller Sommerwein also, ideal für die nächsten Monate.
Wir kauften eine Kiste und eine Flasche, diese von einem anderen Jahrgang, und rollten fast als Freunde vom Hof. An der anderen Zenegaglia-Familie fuhren wir dann nur vorbei, schauten auf das geöffnete Tor des deutlich größeren Geländes und gaben wieder Gas – einmal Zenegaglia reichte.
Wir hielten an einem kleinen Tabakgeschäft an und fragten nach. Radebrechend erläuterten wir dem jungen, freundlichen Verkäufer, dessen Englisch unwesentlich besser war als unser Drei-Worte-Italienisch, wohin wir wollten: In Sirmione hatten wir einen sehr leckeren Lugana-Wein gekauft, den die Weinkellerei Zenegaglia in Pozzolengo herstellte, und davon wollten wir einige Flaschen mitnehmen.
Der junge Verkäufer erklärte uns den Weg, wir verstanden ihn nicht so richtig, fuhren aber eifrig nickend irgendwann mal los. Den erwähnten Kreisverkehr fanden wir, die Straße nach links stimmte ebenfalls, die nächste Straße nach links kam mir falsch vor, weshalb ich sie ignorierte und lieber nach rechts abbog, um danach wieder nach links abzubiegen.
Da war nämlich ein kleines Schild: hellgrün auf dunkelgrün. »Carlo Zenegaglia« stand angeschrieben, und wir folgten ihm, um keine hundert Meter später im Hof einer Weinkellerei mit angeschlossenem Verkauf zu stehen. Eine sehr freundliche junge Frau sprach brauchbares Deutsch, und so klappte die Kommunikation trotz der peinlichen Nicht-Italienisch-Kenntnisse.
Sie zeigte uns die Weinflaschen, und wir waren irritiert. »Das Etikett sieht aber anders aus als das von dem Zenegaglia, den wir kennen.«
Jetzt war sie irritiert, verlor aber keine Sekunde lang ihre Freundlichkeit. »Oh, das ist die andere Zenegaglia-Weinkellerei, 200 Meter von hier. Wir waren früher mal eine Familie, aber dann haben wir uns getrennt ...« Sie verzog das Gesicht, das hörte sich nicht gut an. »Ich bin nicht böse, wenn Sie zur anderen Familie fahren.«
Wir winkten ab, beschlossen, einfach ihren Lugana zu probieren, und stellten fest, daß er ganz hervorragend schmeckte: sicher ein schlichter Wein – ich habe da eh nicht viel Ahnung -, aber einer, der eine leichte Säure aufwies und gekühlt super schmeckte. Ein toller Sommerwein also, ideal für die nächsten Monate.
Wir kauften eine Kiste und eine Flasche, diese von einem anderen Jahrgang, und rollten fast als Freunde vom Hof. An der anderen Zenegaglia-Familie fuhren wir dann nur vorbei, schauten auf das geöffnete Tor des deutlich größeren Geländes und gaben wieder Gas – einmal Zenegaglia reichte.
17 Juni 2009
Tischlerei Lischitzki will Kommunikation
Einer der ungewöhnlichsten Band-Namen der aktuellen Zeit: Die Tischlerei Lischitzki kommt irgendwo aus Lüneburg und macht Deutschpunk, meinetwegen dürft ihr auch Emopunk dazu sagen. Ich habe von den Jungs schon diverse Tonträger gehört, und die haben mir in den letzten Jahren immer gefallen.
Das gilt dann auch für die aktuelle Platte, die den hübschen Titel »Kommunikation ist ...« trägt und mir seit März 2009 als Promo-CD vorliegt. Die Texte sind mal nachdenklich, mal schräg, behandeln in der Tat meist zwischenmenschliche Themen und verzichten angenehmerweise auf Parolen und zu viele Floskeln.
Musikalisch bleibt man beim bisher Bekannten, nicht sonderlich schnell also, eher ein bißchen gemütlich und gelegentlich ruppig. Keine außergewöhnliche und herausragende Platte, aber eine, die mehr ist als der übliche Emo-Kram. Gefällt mir von daher gut; ich möchte die Band trotzdem irgendwann live sehen.
Wer mehr über die Band sehen will, schaue übrigens bei der Homepage vorbei. Dort gibt es auch Musik zum Anhören!
Das gilt dann auch für die aktuelle Platte, die den hübschen Titel »Kommunikation ist ...« trägt und mir seit März 2009 als Promo-CD vorliegt. Die Texte sind mal nachdenklich, mal schräg, behandeln in der Tat meist zwischenmenschliche Themen und verzichten angenehmerweise auf Parolen und zu viele Floskeln.
Musikalisch bleibt man beim bisher Bekannten, nicht sonderlich schnell also, eher ein bißchen gemütlich und gelegentlich ruppig. Keine außergewöhnliche und herausragende Platte, aber eine, die mehr ist als der übliche Emo-Kram. Gefällt mir von daher gut; ich möchte die Band trotzdem irgendwann live sehen.
Wer mehr über die Band sehen will, schaue übrigens bei der Homepage vorbei. Dort gibt es auch Musik zum Anhören!
Grinse-Politiker
Die Bundestagswahl steht alsbald vor der Tür, und diesmal weiß ich genau, wen oder was ich wählen werde: Ich gehe in die Wahlkabine und mache einen dicken Strich über den Wahlzettel. Keine der aktuellen Parteien ist wählbar; ihren Protagonisten geht es meiner Ansicht nach durchgehend um Macht und Ansehen, um irgendwelche Unterstützer und Lobbyisten und alles andere widerliche Zeugs.
Wer sich davon überzeugen will, welche Wahl unsereins wirklich hat, möge die NDR-Homepage anklicken. Dort gibt es zwei Grinsegesichter zur Auswahl, allerdings nur die Mundpartie.
Man kann also zwischem Steinmeiers schrägem und Merkels verzogenem Lächeln wählen. Das halte ich für eine hübsche Alternative, die es mir noch leichter macht, beiden einen Strich durchzuziehen.
Wer sich davon überzeugen will, welche Wahl unsereins wirklich hat, möge die NDR-Homepage anklicken. Dort gibt es zwei Grinsegesichter zur Auswahl, allerdings nur die Mundpartie.
Man kann also zwischem Steinmeiers schrägem und Merkels verzogenem Lächeln wählen. Das halte ich für eine hübsche Alternative, die es mir noch leichter macht, beiden einen Strich durchzuziehen.
16 Juni 2009
Peter und die Billys

Mit Psychobillys und besoffenen Punks hat es Peter Pank in der aktuellen Folge von »Peter Pank Und Hardcore« zu tun, die in der aktuellen OX-Ausgabe 84 erscheinen ist. Es ist die mittlerweile zwanzigste Folge meines Fortsetzungsromans.
Musikalisch geht es unter anderem um die Mainzer Funpunk-Band Frohlix, die damals recht populär war. Und es geht um die Graveyard Stompers, von denen ich nach dem geschilderten Ereignis in Ludwigshafen nie wieder etwas gehört habe.
Wie immer vermischen sich in der Fortsetzungsgeschichte reale Ereignisse - die Bands haben an diesem Tag in dieser Veranstaltungshalle gespielt - mit erfundenen Dingen: Natürlich war ich selbst nie so besoffen, und alle Dialoge sind frei erfunden. Ist ja auch ein Roman und kein Sachbuch ...
15 Juni 2009
Zwei Füchse am Ende
Als ich ein Kind war - das ist lange her -, mochte ich »Fix & Foxi« lieber als »Micky Maus«. Frage mich keiner, warum das so war. Vielleicht lag es daran, daß das dörfliche Anwesen der beiden Füchse, in dem sie mit Onkel Fax wohnten, und der nahe gelegene Turm von Lupo mir besser gefielen als die immer wieder anders dargestellte Stadt Entenhausen. (Daß ich heute die Barks-Ausgaben liebe und sammle, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin ja älter geworden.)
Als »Fix & Foxi« dann fünfzig Jahre alt wurden, ergriff ich die Chance und bastelte das Jubiläumsbuch dazu, unterstützt von meinem Kollegen Klaus Bollhöfener und mehreren freien Mitarbeitern. Das Projekt lief mühsam und erbrachte viele Querelen, das Buch wurde aber dennoch ganz anständig.
Und dann kamen die zwei Füchse auf einmal wieder in einem neuen Heft heraus. Ich gestehe: Das Heft fand ich furchtbar. Aber ich war nicht die Zielgruppe: weder eines der Kids, die man mit den neuen Comics ansprechen wollte, noch einer der Nostalgiker, die in alten Erinnerungen schwelgen konnten.
Dieser Tage geht durch alle möglichen Medien von »Bild« bis »Spiegel«, daß der Verlag Tigerpress aufhören muß. Dies bedeutet das Ende für die alten Comic-Füchse. Irgendwie schon traurig.
Als »Fix & Foxi« dann fünfzig Jahre alt wurden, ergriff ich die Chance und bastelte das Jubiläumsbuch dazu, unterstützt von meinem Kollegen Klaus Bollhöfener und mehreren freien Mitarbeitern. Das Projekt lief mühsam und erbrachte viele Querelen, das Buch wurde aber dennoch ganz anständig.
Und dann kamen die zwei Füchse auf einmal wieder in einem neuen Heft heraus. Ich gestehe: Das Heft fand ich furchtbar. Aber ich war nicht die Zielgruppe: weder eines der Kids, die man mit den neuen Comics ansprechen wollte, noch einer der Nostalgiker, die in alten Erinnerungen schwelgen konnten.
Dieser Tage geht durch alle möglichen Medien von »Bild« bis »Spiegel«, daß der Verlag Tigerpress aufhören muß. Dies bedeutet das Ende für die alten Comic-Füchse. Irgendwie schon traurig.
Urlaub ganz brav
Ich komme in die Jahre: Nachdem ich früher immer eher abgelegene Reiseziele hatte (Kamerun beispielsweise), war ich jetzt für eine Woche am Gardasee. Ausführliche Berichte folgen in diesem Blog; das sei hiermit garantiert.
Wer glaubt, daß der Gardasee ein beliebtes Ziel für deutsche Spießer ist, der hat recht. Ich kam mir zeitweise vor wie in einer bayerischen Kolonie mit dicken Familienkutschen und entsprechendem Verhalten.
Aber da wir uns ja schließlich entsprechend einquartierten - familienfreundlicher Campingplatz und dort eine Ferienwohnung -, durfte mich nichts überraschen. Wir paßten wunderbar dazu. Und es war schön erholsam ...
Viel Wein, leckeres Essen, ein bißchen planschen im See, Tretboot auf dem See, rumgammeln in der Sonne, dicke Bücher lesen und gemeinsam kochen: Ich erholte mich richtig gut. Und ich kam fast zehn Tage ohne Computer und Fernseher aus; das empfand ich als zusätzliche Erholung. Gut so.
Wer glaubt, daß der Gardasee ein beliebtes Ziel für deutsche Spießer ist, der hat recht. Ich kam mir zeitweise vor wie in einer bayerischen Kolonie mit dicken Familienkutschen und entsprechendem Verhalten.
Aber da wir uns ja schließlich entsprechend einquartierten - familienfreundlicher Campingplatz und dort eine Ferienwohnung -, durfte mich nichts überraschen. Wir paßten wunderbar dazu. Und es war schön erholsam ...
Viel Wein, leckeres Essen, ein bißchen planschen im See, Tretboot auf dem See, rumgammeln in der Sonne, dicke Bücher lesen und gemeinsam kochen: Ich erholte mich richtig gut. Und ich kam fast zehn Tage ohne Computer und Fernseher aus; das empfand ich als zusätzliche Erholung. Gut so.
05 Juni 2009
Kein Bock auf Wahlen
Die Europawahl steht vor der Tür, in Baden-Württemberg dazu noch die Kommunalwahl. Ich werde beide Wahlen nicht dazu nutzen, meine Stimme abzugeben.
Behaupten, ich wollte die Wahlen ignorieren, kann ich nicht. Dafür habe ich mich zu sehr damit beschäftigt. In Karlsruhe habe ich beispielsweise sehr wohl die Parteiprogramme angeschaut und sie verglichen. Hätte ja sein können, daß mich eine Partei anspricht, in dem chaotischen Durcheinander von Befürwortern und Ablehnern von Projekten wie der zweiten Rheinbrücke, der Untertunnelung der Innenstadt oder neuer Kohlekraftwerke am Stadtrand ... war aber nicht.
Und bei der Europawahl? Nach Monaten der Vorwahlzeit kann ich von keiner einzigen Partei sagen, was sie eigentlich für Europa vorhat. Silvana aus Karlsruhe behauptet, Arbeit müsse sich wieder lohnen, und strahlt mit ihrem Mannequin-und-Rechtsanwältin-Lächeln von den Plakaten. Na gut. Aber wenn die Europawahl nur dazu genutzt wird, die üblichen landespolitischen Argumente zu plakatieren und ansonsten nix verlautbaren zu lassen, kann Europa meinetwegen weiterhin von den Bürokraten regiert werden.
Ich war wirklich interessiert. Ich hatte sogar darüber nachgedacht, mir Briefwahlunterlagen zu besorgen. Aber ich stellte von Tag zu Tag eine größere Wahlmüdigkeit fest. Die wollen meine Stimme nicht, die geben sich nicht mal Mühe.
Und deshalb geh' ich jetzt in Urlaub. Wir lesen uns danach wieder ...
Behaupten, ich wollte die Wahlen ignorieren, kann ich nicht. Dafür habe ich mich zu sehr damit beschäftigt. In Karlsruhe habe ich beispielsweise sehr wohl die Parteiprogramme angeschaut und sie verglichen. Hätte ja sein können, daß mich eine Partei anspricht, in dem chaotischen Durcheinander von Befürwortern und Ablehnern von Projekten wie der zweiten Rheinbrücke, der Untertunnelung der Innenstadt oder neuer Kohlekraftwerke am Stadtrand ... war aber nicht.
Und bei der Europawahl? Nach Monaten der Vorwahlzeit kann ich von keiner einzigen Partei sagen, was sie eigentlich für Europa vorhat. Silvana aus Karlsruhe behauptet, Arbeit müsse sich wieder lohnen, und strahlt mit ihrem Mannequin-und-Rechtsanwältin-Lächeln von den Plakaten. Na gut. Aber wenn die Europawahl nur dazu genutzt wird, die üblichen landespolitischen Argumente zu plakatieren und ansonsten nix verlautbaren zu lassen, kann Europa meinetwegen weiterhin von den Bürokraten regiert werden.
Ich war wirklich interessiert. Ich hatte sogar darüber nachgedacht, mir Briefwahlunterlagen zu besorgen. Aber ich stellte von Tag zu Tag eine größere Wahlmüdigkeit fest. Die wollen meine Stimme nicht, die geben sich nicht mal Mühe.
Und deshalb geh' ich jetzt in Urlaub. Wir lesen uns danach wieder ...
04 Juni 2009
Lustige Blog-Kritik
»Was rauchen die da in Rastatt eigentlich für ein Kraut?« Das fragt Oliver Naujoks aus Zeven in seinem eigentlich sehr gelungenen Blog, in dem ich immer wieder gern lese und stöbere.
Ich kontere leicht gehässig: »Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.« Oliver ist nämlich nicht in der Lage, den Namen eines Artikelschreibers richtig abzuschreiben, und macht aus Rainer Nagel einen Florian Nagel. Das wäre harmlos, wäre Rainer Nagel irgendein x-beliebiger No-Name – aber der Mann ist jetzt auch seit über einem Vierteljahrhundert in dieser seltsamen Science-Fiction-undsoweiter-Szene, in der sich auch Monsieur Naujoks und ich sich tummeln ...
Ebenso lustig ist, dass Oliver so ziemlich alles verstanden hat, was wir uns in der Redaktion gelegentlich zum Thema »die Länge von Text-Absätzen« so ausdenken. Und noch lustiger ist, daß er unsereins dann erklärt wie Dean R. Koontz schreibt. Man mag es ja kaum glauben, aber auch »Schundheftredakteure« sind in der Lage, »richtige Bücher« in die Hand zu nehmen und zu lesen.
Vielleicht sollte ich eher fragen, welches Kraut man in Zeven so raucht? Aber vielleicht kann ich von Bloggern nicht zu viel erwarten, die Bollywood-Filme gut finden und die offensichtlich ihre Zeit mit DVD-Gucken, Lesen und Computerspielen verbringen ...
Ich kontere leicht gehässig: »Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.« Oliver ist nämlich nicht in der Lage, den Namen eines Artikelschreibers richtig abzuschreiben, und macht aus Rainer Nagel einen Florian Nagel. Das wäre harmlos, wäre Rainer Nagel irgendein x-beliebiger No-Name – aber der Mann ist jetzt auch seit über einem Vierteljahrhundert in dieser seltsamen Science-Fiction-undsoweiter-Szene, in der sich auch Monsieur Naujoks und ich sich tummeln ...
Ebenso lustig ist, dass Oliver so ziemlich alles verstanden hat, was wir uns in der Redaktion gelegentlich zum Thema »die Länge von Text-Absätzen« so ausdenken. Und noch lustiger ist, daß er unsereins dann erklärt wie Dean R. Koontz schreibt. Man mag es ja kaum glauben, aber auch »Schundheftredakteure« sind in der Lage, »richtige Bücher« in die Hand zu nehmen und zu lesen.
Vielleicht sollte ich eher fragen, welches Kraut man in Zeven so raucht? Aber vielleicht kann ich von Bloggern nicht zu viel erwarten, die Bollywood-Filme gut finden und die offensichtlich ihre Zeit mit DVD-Gucken, Lesen und Computerspielen verbringen ...
03 Juni 2009
Eine Verbeugung vor der Comic-Vergangenheit

Die ersten »Spirou«-Abenteuer erschienen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg, zu einer Zeit, als jugendlicher Übermut und eher kindliche Streiche die Comic-Serie aus Belgien beherrschten. Längst ist »Spirou & Fantasio« erwachsen geworden, und ich mag sowohl die Klassiker aus den fünfziger und sechziger Jahren als auch die neueren Geschichten, die in den letzten zehn Jahren erschienen sind.
»Die Gruft derer von Rummelsdorf« habe ich als letzten Band gelesen; eine brillante Verbeugung vor den frankobelgischen Klassikern, die alte Fans – wie mich ... – und neue Leser begeistern dürfte. Der Band erschien in der Spezial-Reihe, in der Comics von jeweils wechselnden Zeichnern und Autoren publiziert werden.
Die Handlung will ich nicht großartig zusammenfassen; wer mag, schaue sich die Produktseite im Internet an. Die Titelhelden Spirou und Fantasio fahren mit einem sportlichen Fahrzeug, dem Turbot, nach Rummelsdorf, wo sie vom dortigen Grafen um Hilfe gerufen werden. Es folgt eine Reise mit dem Zyklomobil nach Tibet, und dann geht es schon wieder zurück in die eigentliche Gruft von Rummelsdorf – immer auf der Suche nach alten, sehr mystischen Geheimnissen ...
Zeichnerisch überzeugt Fabrice Tarrin komplett: Er nähert sich den klassischen Comics an, bringt aber moderne Elemente herein und schafft so eine Mischung aus »funny« und »realistisch«. Das gleiche gilt für die Geschichte, die von Yann stammt: Er spielt ebenfalls mit den alten Verhältnissen der Helden, mixt aber Gefühle wie Eifersucht und Liebe hinein, die in den fünfziger Jahren undenkbar gewesen wären.
Wer ein Fan der alten Stories ist, findet sehr viel wieder, was ihm gefallen dürfte, und wird sich an Anspielungen und Gags erfreuen. Wer Spirou und Konsorten bisher für alberne Kinder-Comics gehalten hat – was mir ja unverständlich wäre –, sollte sich im Comic-Laden seiner Wahl mal die Zeit nehmen, das Ding durchzublättern. Ich bin sicher, das wird ein unterhaltsamer »Augenblick« werden.
Ich fand »Die Gruft derer von Rummelsdorf« toll; nicht ganz der geniale Wurf, den mancher Franquin-Klassiker hatte, aber doch weitaus besser als vieles von dem, was in den letzten Jahren als neue »Funny«-Comics auf den Markt kam.
Bullenwagen klau'n
Unter dem schrägen Begriff »Gehirnamputierte Szene St. Pauli«, abgekürzt mit »GAS St. Pauli«, verbirgt sich eine Gruppe von Leuten, die unter anderem das Fanzine Out Of Control herausbringen, aber gelegentlich auch Musik machen. Von ihnen stammt das ruppige »Bullenwagen klau'n und die Innenstadt demolieren«, das in Hamburg längst zu einer inoffiziellen Stadionhmyne beim 1. FC St. Pauli wurde.
So lautet auch der Titel eines Deutschpunk-Samplers, der im Sommer 2008 erschienen ist. Musikalisch geht's dabei von eher schlichten Bands wie den Grölbüdels oder Oräng Ättang oder schnellen Deutschpunk von Neue Katastrophen oder Contrareal bis hin zu hektischem 77er-Sound von Front oder NdW-ähnlichem von Zosch.
Eine bunte Mischung also, die unterm Strich zu gefallen weiß. Sehr schön. Der Kracher schlechthin ist allerdings immer das Titelstück ...
Zu bestellen ist der Sampler übrigens über die Homepage www.punkmacabre.de.
So lautet auch der Titel eines Deutschpunk-Samplers, der im Sommer 2008 erschienen ist. Musikalisch geht's dabei von eher schlichten Bands wie den Grölbüdels oder Oräng Ättang oder schnellen Deutschpunk von Neue Katastrophen oder Contrareal bis hin zu hektischem 77er-Sound von Front oder NdW-ähnlichem von Zosch.
Eine bunte Mischung also, die unterm Strich zu gefallen weiß. Sehr schön. Der Kracher schlechthin ist allerdings immer das Titelstück ...
Zu bestellen ist der Sampler übrigens über die Homepage www.punkmacabre.de.
02 Juni 2009
Skurrile Christen
Die Evangelen sind mal wieder drauf: Die Bibel wurde von denen allen Ernstes getwittert. Das Heilige Buch, runtergerechnet auf Einheiten à 140 Zeichen. Und das ganze nennt sich dann Rekordversuch.
Das ganze sei dann auch noch eine typisch evangelische Aktion, denn schon Luther habe das Wort Gottes in einer zeitgemäßen Sprache serviert. Aha. Glauben wir das auch. Es ist beruhigend, dass Superchristen und ihre Anhänger auf jeden Hype anspringen ...
Das ganze sei dann auch noch eine typisch evangelische Aktion, denn schon Luther habe das Wort Gottes in einer zeitgemäßen Sprache serviert. Aha. Glauben wir das auch. Es ist beruhigend, dass Superchristen und ihre Anhänger auf jeden Hype anspringen ...
01 Juni 2009
Allerlei Krawalliges aus Asien
Eigentlich mache ich meine Radiosendung nur jeden ersten Sonntag im Monat. Hat ein Monat aber fünf Sonntag, so wie der jetzt beendete Mai, dann springe ich auch am fünften Sonntag ein. So am Sonntag, 31. Mai 2009 - und als Quasi-Spezialangebot gab's dann mal Punkrock und artverwandte Krawallmusik aus Asien.
Brain Failure und Mi San Dao sind recht neue Bands aus China; die ersten machen so Rancid-mäßigen Punkrock, die anderen eher so klassischen Oi!-Sound. Dazu spielte ich noch SMZB aus Wuhan; knallte alles gut.
Aus Japan gab es Thug Murder und Tokyo Skunx - die sind ja mal gaga! - und Electric Eel Shock. Aus Indonesien gesellten sich Hark mit wütendem Hardcore dazu. Und aus Singapur kamen die Pop-Punker von Plain Sunset und die Wave-Punks von 1234X.
Alles in allem eine schöne Mischung, finde ich. Und als meinen persönlichen Abschluß gab's noch ein kühles Bier auf einer Veranda in Ettlingen; auch schön
Brain Failure und Mi San Dao sind recht neue Bands aus China; die ersten machen so Rancid-mäßigen Punkrock, die anderen eher so klassischen Oi!-Sound. Dazu spielte ich noch SMZB aus Wuhan; knallte alles gut.
Aus Japan gab es Thug Murder und Tokyo Skunx - die sind ja mal gaga! - und Electric Eel Shock. Aus Indonesien gesellten sich Hark mit wütendem Hardcore dazu. Und aus Singapur kamen die Pop-Punker von Plain Sunset und die Wave-Punks von 1234X.
Alles in allem eine schöne Mischung, finde ich. Und als meinen persönlichen Abschluß gab's noch ein kühles Bier auf einer Veranda in Ettlingen; auch schön
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