Über die Band Capaje weiß ich nicht viel. Die drei Musiker stammen aus Valencia in Spanien, und ich höre seit Tage ihre Platte »Inagotable suministro«. Sie wurde 2013 aufgenommen; es gibt eine auf 200 Exemplare limitierte Version auf Vinyl – die muss ich mir irgendwie noch besorgen, glaube ich. Denn ich höre diese Platte in ihrer elektronischen Version schon seit Tagen immer wieder an.
Das ist kein Punkrock, schon klar; es ist aber auch kein Hardcore oder Emocore. Ich tu' mich bei der Mixtur, die von den drei Männern serviert wird, tatsächlich schwer, eine vernünftige Definition zu finden. Was natürlich auch nicht wichtig ist.
Geboten wird Rockmusik im weitesten Sinne, ein Bass, eine Gitarre, ein Schlagzeug und drei Männer, die abwechselnd singen. Der Sound ist treibend, die Musik finde ich mitreißend, die Melodien knallen, ab und zu wird richtig gebrüllt, dann aber wieder gesungen.
Schon klar, die Musik wird von Capaje nicht neu erfunden. Was die drei jungen Männer heute machen, hätte man in den 80er-Jahren bei Dischord Records gefunden. Heute stoße ich bei Bandcamp auf solche Bands – und freue mich darüber, dass mir so was immer noch gefallen kann ...
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
18 Juli 2017
17 Juli 2017
Der ENPUNKT im Jugendkulturen-Blog
Den Blog der Jugendkulturen schaue ich mir immer wieder gern an; vor allem, wenn dort Fanzines aus aller Welt präsentiert werden. Heute fand ich es besonders spannend – es ging in einem lesenswerten Artikel um mein Fanzine ENPUNKT, das ich ab 1986 veröffentlichte und dessen Ausgaben ich heute noch gern durchblättere. Die erste Ausgabe hatte noch eine sehr geringe Auflage, zeitweise lag die Auflage bei 700 Exemplaren, und die letzte Ausgabe kam 2006 heraus.
Ich verkaufte das Heft immer zu einem erschütternd niedrigen Preis, hatte nie bezahlte Werbung auf den jeweiligen Seiten und ließ mich gern in Bier bezahlen. Der Inhalt war durchaus schroff – Schreibfehler wurden zwar nicht gerade provoziert, störten aber nicht. Das Layout war nie sonderlich gut, wenngleich ich mir Mühe gab. Ich war eben immer ein Schreiberling, kein Layouter.
Und in den Grenzbereichen zwischen Punkrock und Science Fiction, in denen ich mich seit Jahrzehnten bewege, war mir recht egal, wie viele Leute das Heft mochten und kauften. Über Lob freute ich mich – logisch! –, bei manchen Leuten freute ich mich auch, wenn sie's scheiße fanden.
Der Artikel von Christian Schmidt ist sehr gut, finde ich; er zeichnet die Geschichte meines Fanzines nach, lobt es ausgiebig und weist vor allem darauf hin, dass man es im Archiv der Jugendkulturen ausleihen kann. (Dieser Blog hier ist im Prinzip nichts anderes als das Fanzine von »damals«, nur eben elektronisch.)
Manchmal vermisse ich solche Hefte. Vielleicht gibt es sie noch und ich kenne sie nicht. Aber wahrscheinlich haben die meisten Leute ihre entsprechenden Aktivitäten ins Netz verlegt. Sogar Blogs gelten ja mittlerweile als altmodisch.
Ich verkaufte das Heft immer zu einem erschütternd niedrigen Preis, hatte nie bezahlte Werbung auf den jeweiligen Seiten und ließ mich gern in Bier bezahlen. Der Inhalt war durchaus schroff – Schreibfehler wurden zwar nicht gerade provoziert, störten aber nicht. Das Layout war nie sonderlich gut, wenngleich ich mir Mühe gab. Ich war eben immer ein Schreiberling, kein Layouter.
Und in den Grenzbereichen zwischen Punkrock und Science Fiction, in denen ich mich seit Jahrzehnten bewege, war mir recht egal, wie viele Leute das Heft mochten und kauften. Über Lob freute ich mich – logisch! –, bei manchen Leuten freute ich mich auch, wenn sie's scheiße fanden.
Der Artikel von Christian Schmidt ist sehr gut, finde ich; er zeichnet die Geschichte meines Fanzines nach, lobt es ausgiebig und weist vor allem darauf hin, dass man es im Archiv der Jugendkulturen ausleihen kann. (Dieser Blog hier ist im Prinzip nichts anderes als das Fanzine von »damals«, nur eben elektronisch.)
Manchmal vermisse ich solche Hefte. Vielleicht gibt es sie noch und ich kenne sie nicht. Aber wahrscheinlich haben die meisten Leute ihre entsprechenden Aktivitäten ins Netz verlegt. Sogar Blogs gelten ja mittlerweile als altmodisch.
16 Juli 2017
Die Kaiserallee auf zwei Rädern
Ich wollte mit dem Fahrrad aus dem Stadtteil Mühlburg in die Innenstadt von Karlsruhe fahren. Weil ich ein bisschen – selbstverschuldet natürlich – in Zeitdruck geraten war, wollte ich nicht durch die Nebenstraßen eiern oder über Gehwege fahren.
Dabei wollte ich mich einem der schicken und toll gestalteten Radwege anvertrauen, auf die man in Karlsruhe so stolz ist. Über die Kaiserallee und die Kaiserstraße, den direkten Weg also, würde ich schnell vorankommen.
Dachte ich.
Nach hundert Metern stand das erste Auto auf dem Radweg. Der Fahrer parkte in zweiter Reihe, er oder sie war nirgends zu sehen. Ich hatte Glück, von hinten kam niemand – also scherte ich aus, verließ den Radweg, fuhr auf der Autoseite weiter und scherte wieder ein.
Nach weiteren hundert Metern standen gleich zwei Autos hintereinander auf dem Radweg. Wieder wollte ich ausscheren, aber es ging nicht. Hinter mir kamen Fahrzeuge über die Kaiserallee, die sich offenbar nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten.
Ein Autofahrer hupte hektisch; ich bremste ab und kam hinter den parkenden Autos zum Stehen. Als der Autofahrer an mir vorüberdüste, fuchtelte er mit erhobener Faust zu mir herüber.
Ich wartete, bis die Autos vorüber waren, passierte die Falschparker, wechselte wieder auf den Radweg. Dann parkte einer aus – rückwärts verließ er die Parklücke und schob sich auf den Radweg hinaus. Der Fahrer war unschuldig, er konnte mich nicht sehen. Immerhin nahm ich ihn rechtzeitig wahr und bremste wie blöd, um nicht auf das Auto zu knallen.
Nachdem er ausgeparkt war, konnte ich weiterfahren. Der Radweg wechselte auf die Parallelspur, der ich folgte. Als ich aus der Parallelspur wieder über den Radweg auf die Kaiserallee fahren wollte, ging das nicht: Ein Autofahrer parkte genau an der Ecke. Weil von hinten weitere Fahrzeuge kamen, eierte ich über den Gehweg, umfuhr eine Frau mit Kinderwagen und wechselte erst fünfzig Meter weiter auf den so toll eingezeichneten Radweg.
Um das Drama abzukürzen: Ich fahre beim nächsten Mal wieder durch Nebenstraßen, benutze Gehwege gegen die Fahrtrichtung und verletze lieber jede Verkehrsregel, als mich auf einer Hauptstraße mit wunderschön eingezeichnetem Radweg mit Falschparkern und Dränglern auseinanderzusetzen ...
Dabei wollte ich mich einem der schicken und toll gestalteten Radwege anvertrauen, auf die man in Karlsruhe so stolz ist. Über die Kaiserallee und die Kaiserstraße, den direkten Weg also, würde ich schnell vorankommen.Dachte ich.
Nach hundert Metern stand das erste Auto auf dem Radweg. Der Fahrer parkte in zweiter Reihe, er oder sie war nirgends zu sehen. Ich hatte Glück, von hinten kam niemand – also scherte ich aus, verließ den Radweg, fuhr auf der Autoseite weiter und scherte wieder ein.
Nach weiteren hundert Metern standen gleich zwei Autos hintereinander auf dem Radweg. Wieder wollte ich ausscheren, aber es ging nicht. Hinter mir kamen Fahrzeuge über die Kaiserallee, die sich offenbar nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten.
Ein Autofahrer hupte hektisch; ich bremste ab und kam hinter den parkenden Autos zum Stehen. Als der Autofahrer an mir vorüberdüste, fuchtelte er mit erhobener Faust zu mir herüber.
Ich wartete, bis die Autos vorüber waren, passierte die Falschparker, wechselte wieder auf den Radweg. Dann parkte einer aus – rückwärts verließ er die Parklücke und schob sich auf den Radweg hinaus. Der Fahrer war unschuldig, er konnte mich nicht sehen. Immerhin nahm ich ihn rechtzeitig wahr und bremste wie blöd, um nicht auf das Auto zu knallen.
Nachdem er ausgeparkt war, konnte ich weiterfahren. Der Radweg wechselte auf die Parallelspur, der ich folgte. Als ich aus der Parallelspur wieder über den Radweg auf die Kaiserallee fahren wollte, ging das nicht: Ein Autofahrer parkte genau an der Ecke. Weil von hinten weitere Fahrzeuge kamen, eierte ich über den Gehweg, umfuhr eine Frau mit Kinderwagen und wechselte erst fünfzig Meter weiter auf den so toll eingezeichneten Radweg.
Um das Drama abzukürzen: Ich fahre beim nächsten Mal wieder durch Nebenstraßen, benutze Gehwege gegen die Fahrtrichtung und verletze lieber jede Verkehrsregel, als mich auf einer Hauptstraße mit wunderschön eingezeichnetem Radweg mit Falschparkern und Dränglern auseinanderzusetzen ...
15 Juli 2017
Sozialdemokratischer Wahlkampf 2017
Auch wenn ich samstags gern ausschlafe, mag ich es sehr, auf den Wochenmarkt zu gehen. Auf dem Gutenbergplatz in Karlsruhe trifft man Bekannte, man kann auch vernünftige Dinge kaufen und hat stets das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. An diesem Samstag stelle ich mich also – wie immer – in die Schlange bei einem Stand an, an dem Pfälzer Bauern leckeren Salat anbieten.
Direkt daneben hat sich die SPD Karlsruhe mit einem Wahlkampfstand aufgebaut. Stimmt, denke ich, da war ja was. Dieses Jahr ist Bundestagswahl. Mir fällt auf, dass sie mich in diesem Jahr 2017 bisher überhaupt nicht interessiert und meine Ablehnung aller politischen Parteien so groß ist wie seit langem nicht mehr.
Ich überlege mir, ob ich den Sozialdemokraten meine Meinung reindrücken soll, lasse es aber. Der junge Mann und die Frau mittleren Alters an diesem Stand sind nicht die Leute, die eine hirnrissige Politik vertreten – sie müssen sich auf der Straße aber dafür rechtfertigen, dass die SPD-Führung derzeit krampfhaft versucht, ihren Job als Juniorpartner in einer Großen Koalition nicht an die FDP zu verlieren.
Soll ich den beiden reindrücken, was ich vom Gefasel des SPD-Oberbürgermeisters von Hamburg halte? Soll ich meine Meinung dazu äußern, dass die SPD immer noch eine Politik vertritt, die den Reichen hilft und den Armen schadet? Soll ich ihnen meine Meinung zur menschenverachtenden Abschiebepraxis vor Augen halten?
Ich lasse es. Das wäre unfair. Wer sich in diesen Zeiten für die Sozialdemokratie auf einen Platz stellt, um Wahlkampf zu betreiben, ist irgendwie ja auch zu respektieren.
Das sieht der Mann anders, der auf einmal – quasi neben mir – vor den beiden steht. Sein eisgrauer Schnauzer zittert, als er ihnen ein Gespräch über zu viel Muslime und geplante Moscheebauten aufdrückt. Die beiden versuchen vernünftig zu argumentieren, liefern Statistiken und Rechtfertigungen.
Das finde ich ausgesprochen höflich. Ich hätte einen solchen Mann, der mich so zutextet, nach spätestens zwei Minuten angebrüllt und unter Androhung von Gewalt aus meiner Nähe verscheucht.
Weiter kann ich nicht zuhören. Ich bin dran und kaufe Salat; danach eile ich weiter. Ein leckeres Abendessen ist mir dann doch wichtiger als sozialdemokratische Politik.
Direkt daneben hat sich die SPD Karlsruhe mit einem Wahlkampfstand aufgebaut. Stimmt, denke ich, da war ja was. Dieses Jahr ist Bundestagswahl. Mir fällt auf, dass sie mich in diesem Jahr 2017 bisher überhaupt nicht interessiert und meine Ablehnung aller politischen Parteien so groß ist wie seit langem nicht mehr.
Ich überlege mir, ob ich den Sozialdemokraten meine Meinung reindrücken soll, lasse es aber. Der junge Mann und die Frau mittleren Alters an diesem Stand sind nicht die Leute, die eine hirnrissige Politik vertreten – sie müssen sich auf der Straße aber dafür rechtfertigen, dass die SPD-Führung derzeit krampfhaft versucht, ihren Job als Juniorpartner in einer Großen Koalition nicht an die FDP zu verlieren.
Soll ich den beiden reindrücken, was ich vom Gefasel des SPD-Oberbürgermeisters von Hamburg halte? Soll ich meine Meinung dazu äußern, dass die SPD immer noch eine Politik vertritt, die den Reichen hilft und den Armen schadet? Soll ich ihnen meine Meinung zur menschenverachtenden Abschiebepraxis vor Augen halten?
Ich lasse es. Das wäre unfair. Wer sich in diesen Zeiten für die Sozialdemokratie auf einen Platz stellt, um Wahlkampf zu betreiben, ist irgendwie ja auch zu respektieren.
Das sieht der Mann anders, der auf einmal – quasi neben mir – vor den beiden steht. Sein eisgrauer Schnauzer zittert, als er ihnen ein Gespräch über zu viel Muslime und geplante Moscheebauten aufdrückt. Die beiden versuchen vernünftig zu argumentieren, liefern Statistiken und Rechtfertigungen.
Das finde ich ausgesprochen höflich. Ich hätte einen solchen Mann, der mich so zutextet, nach spätestens zwei Minuten angebrüllt und unter Androhung von Gewalt aus meiner Nähe verscheucht.
Weiter kann ich nicht zuhören. Ich bin dran und kaufe Salat; danach eile ich weiter. Ein leckeres Abendessen ist mir dann doch wichtiger als sozialdemokratische Politik.
14 Juli 2017
Der Chic der Revolution
Eines der vielen Dinge, die wir in dieser Woche gelernt haben: Es ist sehr wichtig, welche Kleidung ein Demonstrant trägt. Wenn einer beispielsweise Markenturnschuhe anhat, darf er nicht gegen die Globalisierung sein. Wenn einer gegen Globalisierung ist, darf er kein Smartphone benutzen.
Darauf haben nicht nur – gefühlt – alle Journalisten dieser Republik hingewiesen, sondern auch schätzungsweise jeder zweite Nutzer von Twitter und Facebook; die unglaublich witzigen Sprüche ähnelten sich landauf, landab teilweise bis aufs Wort. Es scheint ein bedeutendes Diskussionsthema zu sein, welche Kleidung eigentlich wer am Leib hat.
Gleichzeitig ist es offenbar ein Bedürfnis vieler Leute, auf schlecht oder auch nur unpassend gekleidete Demonstranten hinzuweisen. Was habe ich gelacht angesichts der meist irrsinnig witzigen Sprüche über Schuhe, Hosen, Unterhosen, Halstücher und dergleichen!
Treibt man diese Überlegung ein bisschen weiter, stellt sich die ergänzende Frage, was ein Demonstrant denn wirklich anziehen darf. Sack und Asche? Müllsäcke und Badelatschen? Sicher ginge das auch nicht gut, weil die Badelatschen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Bangladesch oder sonst einem Drittweltstaat gefertigt werden.
Was offensichtlich fehlt, ist ein Blog, der sich mit diesen wirklich wichtigen Fragen dieser Zeit beschäftigt. Ein Fashion-Blog für Demonstranten, ein Tagebuch für die modebewussten Bürgerinnen und Bürger dieser Tage. Da ich sehr unerfahren in Sachen Mode bin, kann ich diese staatstragende Aufgabe nicht erfüllen.
Aber ich hoffe, dass sich jemand für diesen Job findet. Da winken sicher hohe Auszeichnungen und eine immense mediale Würdigung.
Darauf haben nicht nur – gefühlt – alle Journalisten dieser Republik hingewiesen, sondern auch schätzungsweise jeder zweite Nutzer von Twitter und Facebook; die unglaublich witzigen Sprüche ähnelten sich landauf, landab teilweise bis aufs Wort. Es scheint ein bedeutendes Diskussionsthema zu sein, welche Kleidung eigentlich wer am Leib hat.
Gleichzeitig ist es offenbar ein Bedürfnis vieler Leute, auf schlecht oder auch nur unpassend gekleidete Demonstranten hinzuweisen. Was habe ich gelacht angesichts der meist irrsinnig witzigen Sprüche über Schuhe, Hosen, Unterhosen, Halstücher und dergleichen!
Treibt man diese Überlegung ein bisschen weiter, stellt sich die ergänzende Frage, was ein Demonstrant denn wirklich anziehen darf. Sack und Asche? Müllsäcke und Badelatschen? Sicher ginge das auch nicht gut, weil die Badelatschen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Bangladesch oder sonst einem Drittweltstaat gefertigt werden.
Was offensichtlich fehlt, ist ein Blog, der sich mit diesen wirklich wichtigen Fragen dieser Zeit beschäftigt. Ein Fashion-Blog für Demonstranten, ein Tagebuch für die modebewussten Bürgerinnen und Bürger dieser Tage. Da ich sehr unerfahren in Sachen Mode bin, kann ich diese staatstragende Aufgabe nicht erfüllen.
Aber ich hoffe, dass sich jemand für diesen Job findet. Da winken sicher hohe Auszeichnungen und eine immense mediale Würdigung.
Gil St-André als Gratis-Comic
Es ist eine Comic-Serie, von der ich immer wieder hörte und las, die ich mir aber nie näher anschaute: Von »Gil St-André« aus dem All-Verlag gab's beim Gratis-Comic-Tag ein schönes Heft, das ich dieser Tage endlich las. Das wurde jetzt auch Zeit für mich ... Die Geschichte passt zur klassischen frankobelgischen Tradition; es handelt sich optisch wie inhaltlich um einen Comic, der gut in ein Magazin wie das »Zack« passen würde.
Erzählt wird die spannende Geschichte von Gil, der sehr gemütlich vor sich hinlebt, der seine Frau und seine Tochter liebt – bis auf einmal seine Frau verschwindet. Während die Polizei ihn anfangs ignoriert oder gar verspottet, beginnt er, immer mehr Fragen zu stellen. In der ersten Geschichte der Serie, die jetzt als Gratis-Comic vorliegt, löst er am Ende auch ein Geheimnis – um danach aber noch mehr Fragen zu haben ...
Jean-Charles Kraehn und Sylvain Vallée sind die Schöpfer dieses spannenden Comics, der nach klassischem Thriller-Muster funktioniert. Die Perspektive ist immer klar und eindeutig, man fiebert mit der Hauptfigur mit. Die Dialoge sind stimmig, die Zeichnungen realitätsnah.
Kritisch könnte man einwenden, dass das alles ja nicht »so super-originell« ist – aber das ist mir gleichgültig: Die Geschichte ist richtig gut, und »Gil St-André« ist ein hervorragendes Beispiel für gelungene Comic-Unterhaltung. Ich fürchte, die Serie kommt auch auf meine »muss ich haben«-Liste ...
Erzählt wird die spannende Geschichte von Gil, der sehr gemütlich vor sich hinlebt, der seine Frau und seine Tochter liebt – bis auf einmal seine Frau verschwindet. Während die Polizei ihn anfangs ignoriert oder gar verspottet, beginnt er, immer mehr Fragen zu stellen. In der ersten Geschichte der Serie, die jetzt als Gratis-Comic vorliegt, löst er am Ende auch ein Geheimnis – um danach aber noch mehr Fragen zu haben ...
Jean-Charles Kraehn und Sylvain Vallée sind die Schöpfer dieses spannenden Comics, der nach klassischem Thriller-Muster funktioniert. Die Perspektive ist immer klar und eindeutig, man fiebert mit der Hauptfigur mit. Die Dialoge sind stimmig, die Zeichnungen realitätsnah.
Kritisch könnte man einwenden, dass das alles ja nicht »so super-originell« ist – aber das ist mir gleichgültig: Die Geschichte ist richtig gut, und »Gil St-André« ist ein hervorragendes Beispiel für gelungene Comic-Unterhaltung. Ich fürchte, die Serie kommt auch auf meine »muss ich haben«-Liste ...
13 Juli 2017
Auch eine Begegnung der dritten Art
Die Kurzgeschichte »Auch eine Begegnung der dritten Art« entstand, wenn ich einer handschriftlichen Notiz glauben darf, am 11. Februar 1979. Es schien die erste Science-Fiction-Kurzgeschichte gewesen zu sein, die ich schrieb; die ersten schriftstellerischen Gehversuche, die ich als Kind zuvor unternommen hatte, waren eher allgemein orientiert gewesen.
Erzählt ist sie schnell, sie ist auch nur zwei Seiten lang: Ein Raumfahrer von der Erde erreicht das Alpha-Centauri-System, dessen Planeten von Pflanzenwesen bewohnt werden. Es kommt zum Kontaktversuch, der Raumfahrer macht alles falsch und wird am Ende abgeschossen.
Ich erinnere mich gut daran, dass ich die ersten Notizen für die Geschichte machte, als wir bei einem Verwandtschaftsbesuch waren: bei Tante Annelies in Hörschweiler ... Ich langweilte mich, saß die meiste Zeit herum und verlangte irgendwann nach einem Block und einem Kugelschreiber. Daheim tippte ich die Geschichte mit meiner Kofferschreibmaschine ab, deren Schriftbild schon 1979 eher wackelig war.
Später schickte ich sie an diverse Fanzines; veröffentlicht wurde sie immerhin auf der Leserseite eines ATLAN-Heftromans sowie in einem SF-Fanzine. Wann genau das war, lässt sich kaum noch nachvollziehen: entweder bereits 1979 oder eben 1980. Danach geriet die Geschichte in Vergessenheit. Es ist auch zu deutlich, dass es der Text eines sehr jungen Anfängers ist.
Für eine mögliche Veröffentlichung in der aktuellen Zeit tippte ich die Geschichte heute noch einmal ab; dabei ließ ich die Formulierungen, verbesserte nur echte Fehler und brachte die Rechtschreibung auf den aktuellen Stand. Und wenn es irgendwann einmal ein Buch oder ein Fanzine geben sollte, in dem ich meine »Frühwerke« zusammenfasse, wird »Auch eine Begegnung der dritten Art« sicher einen Ehrenplatz erhalten.
Erzählt ist sie schnell, sie ist auch nur zwei Seiten lang: Ein Raumfahrer von der Erde erreicht das Alpha-Centauri-System, dessen Planeten von Pflanzenwesen bewohnt werden. Es kommt zum Kontaktversuch, der Raumfahrer macht alles falsch und wird am Ende abgeschossen.
Ich erinnere mich gut daran, dass ich die ersten Notizen für die Geschichte machte, als wir bei einem Verwandtschaftsbesuch waren: bei Tante Annelies in Hörschweiler ... Ich langweilte mich, saß die meiste Zeit herum und verlangte irgendwann nach einem Block und einem Kugelschreiber. Daheim tippte ich die Geschichte mit meiner Kofferschreibmaschine ab, deren Schriftbild schon 1979 eher wackelig war.
Später schickte ich sie an diverse Fanzines; veröffentlicht wurde sie immerhin auf der Leserseite eines ATLAN-Heftromans sowie in einem SF-Fanzine. Wann genau das war, lässt sich kaum noch nachvollziehen: entweder bereits 1979 oder eben 1980. Danach geriet die Geschichte in Vergessenheit. Es ist auch zu deutlich, dass es der Text eines sehr jungen Anfängers ist.
Für eine mögliche Veröffentlichung in der aktuellen Zeit tippte ich die Geschichte heute noch einmal ab; dabei ließ ich die Formulierungen, verbesserte nur echte Fehler und brachte die Rechtschreibung auf den aktuellen Stand. Und wenn es irgendwann einmal ein Buch oder ein Fanzine geben sollte, in dem ich meine »Frühwerke« zusammenfasse, wird »Auch eine Begegnung der dritten Art« sicher einen Ehrenplatz erhalten.
12 Juli 2017
Monster Allergy beim Gratis-Comic-Tag
Immer wieder gibt es Comics, die mich völlig verblüffen, weil ich nie auf die Idee gekommen wäre, sie in die Hand zu nehmen. Ein schönes Beispiel dafür ist »Monster Allergy«. Im Rahmen des Gratis-Comic-Tages gab es die erste Episode als kostenloses Heft, und mittlerweile habe ich »Das Haus der Monster« gelesen.
Was für eine großartige Comic-Unterhaltung! Natürlich vor allem für Kids, aber das Heft macht echt Spaß.
Hauptfigur ist ein Mädchen namens Elena, das mit seinem Kater in einen anderen Stadtteil zieht. Es gibt seltsame Nachbarn, sie lernt neue Leute kennen. Seltsam ist vor allem Zick, ein Junge aus dem Nachbarhaus, der eine hässliche Katze besitzt und einige schlechte Angewohnheiten hat. Wie sich schnell herausstellt, kann er Monster sehen – und diese wohnen buchstäblich überall in der Gegend.
Das hört sich jetzt harmlos an, wird aber von Katja Centomo und Francesco Artibani in eine rasante Geschichte umgesetzt. Ständig passiert etwas, die jugendlichen Hauptfiguren stolpern von einer Aktion in die nächste. Dass man als Leser mehr weiß als Elena, macht die Geschichte zusätzlich witzig.
Großartig sind die Zeichnungen: Alessandro Barbucci liefert schnelle Bilder, die ihren Manga-Einfluss nicht verbergen, die mir manchmal wie eine jugendliche und saubere Version des Klassikers »Tank Girl« vorkommen und ansonsten geschickt mit allerlei »Funny«-Elementen spielen. Die Augen sind groß, die Bewegungen der Figuren stets dynamisch, die Hintergründe könnten aus Zeichentrickfilmen stammen.
Schon klar: Dieser Comic, den dani books in einer Gesamtausgabe veröffentlicht, richtet sich an Jugendliche, vielleicht sogar eher noch an Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren. Als Erwachsener kann man sich dabei aber auch gut amüsieren. Ein Beleg dafür, dass es heutzutage immer noch neue und originelle Geschchten zu entdecken gibt. Toll!
Was für eine großartige Comic-Unterhaltung! Natürlich vor allem für Kids, aber das Heft macht echt Spaß.
Hauptfigur ist ein Mädchen namens Elena, das mit seinem Kater in einen anderen Stadtteil zieht. Es gibt seltsame Nachbarn, sie lernt neue Leute kennen. Seltsam ist vor allem Zick, ein Junge aus dem Nachbarhaus, der eine hässliche Katze besitzt und einige schlechte Angewohnheiten hat. Wie sich schnell herausstellt, kann er Monster sehen – und diese wohnen buchstäblich überall in der Gegend.
Das hört sich jetzt harmlos an, wird aber von Katja Centomo und Francesco Artibani in eine rasante Geschichte umgesetzt. Ständig passiert etwas, die jugendlichen Hauptfiguren stolpern von einer Aktion in die nächste. Dass man als Leser mehr weiß als Elena, macht die Geschichte zusätzlich witzig.
Großartig sind die Zeichnungen: Alessandro Barbucci liefert schnelle Bilder, die ihren Manga-Einfluss nicht verbergen, die mir manchmal wie eine jugendliche und saubere Version des Klassikers »Tank Girl« vorkommen und ansonsten geschickt mit allerlei »Funny«-Elementen spielen. Die Augen sind groß, die Bewegungen der Figuren stets dynamisch, die Hintergründe könnten aus Zeichentrickfilmen stammen.
Schon klar: Dieser Comic, den dani books in einer Gesamtausgabe veröffentlicht, richtet sich an Jugendliche, vielleicht sogar eher noch an Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren. Als Erwachsener kann man sich dabei aber auch gut amüsieren. Ein Beleg dafür, dass es heutzutage immer noch neue und originelle Geschchten zu entdecken gibt. Toll!
11 Juli 2017
The Nose machen unaufgeregte Rockmusik
In jüngster Zeit fällt mir auf, dass die »normale« Rockmusik wieder stärker im Kurs zu stehen scheint: also kein Metal, kein Punk, kein Deutsch-Hardrock, sondern einfach gut gemachte Rock-Musik mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. Vielleicht gibt’s da ein Revival, von dem ich bislang einfach nichts mitbekommen habe.
Eine dieser Bands kommt aus Wien, besteht seit 2010 und nennt sich The nOSE. Ich habe die CD »Who’s the Monster Now«, die im Sommer 2016 veröffentlicht wurde, mehrmals angehört. Die Band ist – ja, das klingt am besten – unaufgeregt; die macht halt ihr Ding und wirkt nicht sehr effekthascherisch.
Die Stücke sind angenehm instrumentiert, der Frauengesang ist cool – und singen kann die Dame auch noch. Manche Melodien der Band sind sperrig, so richtig eingängig wird das dann erst nach dem zweiten und dritten Anhören. Das stört nicht, ich entdeckte immer wieder etwas Neues in den Stücken.
Die Gitarre schrabbelt ab und zu, meist sind die Stücke aber klar und melodisch. Auf klassische Rock-Klischees verzichtet die Band größtenteils. Die Texte sind in englischer Sprache und machen gelegentlich einen skurrilen Eindruck; es geht durchaus um gesellschaftliche Themen oder Zeitkritik.
Und manchmal habe ich bei dieser Band sogar das Gefühl, als ob man die gesamte Geschichte des Rock’n’Roll geplündert habe. Nicht einmal vom Blues-Rock schreckt The nOSE zurück, und das klingt bei den Wienern – wie in »Now« – auch noch richtig gut. Die Band macht einen coolen Eindruck, wirkt zudem live recht knackig; das ist echt empfehlenswert!
Eine dieser Bands kommt aus Wien, besteht seit 2010 und nennt sich The nOSE. Ich habe die CD »Who’s the Monster Now«, die im Sommer 2016 veröffentlicht wurde, mehrmals angehört. Die Band ist – ja, das klingt am besten – unaufgeregt; die macht halt ihr Ding und wirkt nicht sehr effekthascherisch.
Die Stücke sind angenehm instrumentiert, der Frauengesang ist cool – und singen kann die Dame auch noch. Manche Melodien der Band sind sperrig, so richtig eingängig wird das dann erst nach dem zweiten und dritten Anhören. Das stört nicht, ich entdeckte immer wieder etwas Neues in den Stücken.
Die Gitarre schrabbelt ab und zu, meist sind die Stücke aber klar und melodisch. Auf klassische Rock-Klischees verzichtet die Band größtenteils. Die Texte sind in englischer Sprache und machen gelegentlich einen skurrilen Eindruck; es geht durchaus um gesellschaftliche Themen oder Zeitkritik.
Und manchmal habe ich bei dieser Band sogar das Gefühl, als ob man die gesamte Geschichte des Rock’n’Roll geplündert habe. Nicht einmal vom Blues-Rock schreckt The nOSE zurück, und das klingt bei den Wienern – wie in »Now« – auch noch richtig gut. Die Band macht einen coolen Eindruck, wirkt zudem live recht knackig; das ist echt empfehlenswert!
10 Juli 2017
Eine Schwäche und ihre tragischen Folgen
Zuerst schaut ein Mann weg, dann handelt er, um daraufhin zu schweigen und zu vertuschen. Und während alles immer schlimmer wird, drehen sich seine Gedanken in einem Kreis, aus dem es für ihn kein Entrinnen gibt. So lässt sich die Geschichte des Rangiermeisters Maloin zusammenfassen, die Georges Simenon in seinem Roman »Der Mann aus London« schildert.
Ich las das Buch an einem grauen Tag, an dem das Wetter wunderbar zur Lektüre passte. Der Roman spielt in den dreißiger Jahren in Dieppe, an einem Fährhafen, der Frankreich mit England verbindet. Er wird aus der Perspektive eines Rangiermeisters erzählt, der die meiste Zeit in einer Glaskabine über dem Hauptbahnhof sitzt, von wo aus er die Anlage gut im Blick hat.
Maloin wird Zeuge eines Verbrechens – ein Mann wird getötet und fällt in die Nordsee –, und er fischt einen Koffer mit Geld aus dem Meer. Er versteckt das Geld, anstatt zur Polizei zu gehen. Und als diese kommt, um die Spur des Täters aufzunehmen, schweigt er, anstatt zu reden. Doch sein Gewissen spricht zu ihm, es quält ihn, und alles, was er tut, macht die gesamte Lage immer schwieriger.
»Der Mann aus London« ist eine zutiefst tragische Geschichte. Ihr Held ist ein Spießer, ein Mann, der seine Frau und seine Kinder herumkommandiert ist, der sich durch das viele Geld verführen lässt und der dann zu feige ist, schnell genug die Wahrheit zu beichten. Man leidet als Leser mit ihm, man möchte ihm bei der Lektüre zurufen, er möge doch endlich innehalten und die Spirale aufhalten, die sich immer schneller dreht.
Beeindruckend sind bei diesem Roman wie immer die Beschreibungen. Dieppe wird mit all seinem Nebel und seinem Hafen so plastisch, dass man sich alles gut vorstellen kann. Die anrollenden Züge, die Schiffe aus England, die Fischer, die wenigen Kneipen – das alles zeigt Simenon lebendig.
Ich konnte mich dem Sog dieses Romans nicht entziehen und las ihn praktisch ohne Atempause. Mit nicht einmal 180 Seiten ist er sowieso erfreulich dünn; das aber könnte ein Buch sein, das ich in zwei, drei Jahren noch einmal aus dem Regal ziehe und ein weiteres Mal anlese ...
Ich las das Buch an einem grauen Tag, an dem das Wetter wunderbar zur Lektüre passte. Der Roman spielt in den dreißiger Jahren in Dieppe, an einem Fährhafen, der Frankreich mit England verbindet. Er wird aus der Perspektive eines Rangiermeisters erzählt, der die meiste Zeit in einer Glaskabine über dem Hauptbahnhof sitzt, von wo aus er die Anlage gut im Blick hat.Maloin wird Zeuge eines Verbrechens – ein Mann wird getötet und fällt in die Nordsee –, und er fischt einen Koffer mit Geld aus dem Meer. Er versteckt das Geld, anstatt zur Polizei zu gehen. Und als diese kommt, um die Spur des Täters aufzunehmen, schweigt er, anstatt zu reden. Doch sein Gewissen spricht zu ihm, es quält ihn, und alles, was er tut, macht die gesamte Lage immer schwieriger.
»Der Mann aus London« ist eine zutiefst tragische Geschichte. Ihr Held ist ein Spießer, ein Mann, der seine Frau und seine Kinder herumkommandiert ist, der sich durch das viele Geld verführen lässt und der dann zu feige ist, schnell genug die Wahrheit zu beichten. Man leidet als Leser mit ihm, man möchte ihm bei der Lektüre zurufen, er möge doch endlich innehalten und die Spirale aufhalten, die sich immer schneller dreht.
Beeindruckend sind bei diesem Roman wie immer die Beschreibungen. Dieppe wird mit all seinem Nebel und seinem Hafen so plastisch, dass man sich alles gut vorstellen kann. Die anrollenden Züge, die Schiffe aus England, die Fischer, die wenigen Kneipen – das alles zeigt Simenon lebendig.
Ich konnte mich dem Sog dieses Romans nicht entziehen und las ihn praktisch ohne Atempause. Mit nicht einmal 180 Seiten ist er sowieso erfreulich dünn; das aber könnte ein Buch sein, das ich in zwei, drei Jahren noch einmal aus dem Regal ziehe und ein weiteres Mal anlese ...
09 Juli 2017
Heute ein wenig Eigenwerbung – Teil zwei
Nachdem ich heute bereits die eine Seite präsentiert habe, die Droemer-Knaur zu meinem Roman gestaltet hat, möchte ich zudem die zweite Seite zeigen. Schön sind die Vergleiche für meinen Roman – ich hoffe, dass diese den Verkauf auch entsprechend unterstützen. In Zeiten, in denen alles entweder mit dem »Herrn der Ringe« oder »Game Of Thrones« verglichen wird, sind solche Statements womöglich viel geschickter.
Ich finde das Titelbild immer noch klasse, wenngleich es mit dem Roman ja nicht so viel zu tun hat. Es gibt aber den Geist wieder, der vor allem im dritten Drittel von »Das blutende Land« vorherrscht. Ich hoffe ja, dass sich das auch auf die Leser überträgt. Wenn sie das Taschenbuch dann im Laden finden ...
Ich finde das Titelbild immer noch klasse, wenngleich es mit dem Roman ja nicht so viel zu tun hat. Es gibt aber den Geist wieder, der vor allem im dritten Drittel von »Das blutende Land« vorherrscht. Ich hoffe ja, dass sich das auch auf die Leser überträgt. Wenn sie das Taschenbuch dann im Laden finden ...
Heute ein wenig Eigenwerbung – Teil eins
Ich weiß, man sollte nie zu viel Eigenwerbung betreiben – aber weil ich ich darüber so freue, tu' ich das jetzt einfach mal wieder: Die Kolleginnen und Kollegen bei Droemer-Knaur haben in ihrem Prospekt zwei schöne Seiten zu meinem Roman »Das blutende Land« freigeräumt. Das Buch kommt, wie ich schon mal verkündet habe, im November in den Buchhandel.
Hier und jetzt zeige ich die linke Seite, die ein wenig Hintergrund vermittelt; sie gefällt mir grafisch sehr gut und würde mich als Leser neugierig machen. Die Diskussion, was denn nun »Sword & Sorcery« und was denn nun »Dark Fantasy« ist, würde ich gern den Experten überlassen und vor allem denen, die sich dafür halten ... Ich freue mich so lange.
Hier und jetzt zeige ich die linke Seite, die ein wenig Hintergrund vermittelt; sie gefällt mir grafisch sehr gut und würde mich als Leser neugierig machen. Die Diskussion, was denn nun »Sword & Sorcery« und was denn nun »Dark Fantasy« ist, würde ich gern den Experten überlassen und vor allem denen, die sich dafür halten ... Ich freue mich so lange.
07 Juli 2017
Luzifers Engelschar sieht cool aus
Keine Ahnung, um was es eigentlich in dem Roman »Luzifers Engelschar« geht, den die Kollegen bei Bastei-Lübbe in dieser Woche veröffentlicht haben. Es ist der Band 2034 der klassischen Gruselserie »John Sinclair«, die ich ja eher selten lese. Aber das Cover ist – obwohl es völlig schlicht ist – echt ein Kracher.
Seit ich das Heft habe, nehme ich das Bild immer wieder in die Hand und überlege. Welche Schauspielerin ist das, die man hier verwendet hat? Oder kenne ich die Dame gar privat?
Seit ich das Heft habe, nehme ich das Bild immer wieder in die Hand und überlege. Welche Schauspielerin ist das, die man hier verwendet hat? Oder kenne ich die Dame gar privat?
Phantastische Lektüre zum 67. Mal
Ohne viel Gerede: Die neue »phantastisch!« ist da und sieht super aus. Ich weiß nicht, wann sie offiziell an die Abonnenten ausgeliefert wird. Wenn der Chefredakteur dieses Heftes aber im Nachbarzimmer sitzt, legt er einem freien Mitarbeiter wie mir gern das Heft in der Mittagspause auf den Schreibtisch.
Es ist die Nummer 67 – das Heft erscheint schon im siebzehnten Jahrgang. Damit konnte kein Mensch rechnen, als das Heft in den 90er-Jahren als Beilage zur »SOL« zum ersten Mal das Licht der fannischen Welt erblickte.
Für mich ist die »phantastisch!« heute die einzige Zeitschrift, die sich regelmäßig und auf sehr ordentlichem Niveau mit der phantastischen Literatur und ihrem Umfeld auseinandersetzt. Ich schaffe es selten, das Heft komplett zu lesen, genieße aber immer die Lektüre.
Deshalb freut's mich, dass ich in der aktuellen Ausgabe mit einem kleinen Beitrag vertreten bin. Meine Rezension zu dem coolen Comic »MPH« wurde auf zwei Seiten hochgepustet, was sie gleich eindrucksvoller wirken lässt. Mehr zum eigentlichen Inhalt des Heftes kann ich dann erst sagen, nachdem ich es gelesen habe ...
Es ist die Nummer 67 – das Heft erscheint schon im siebzehnten Jahrgang. Damit konnte kein Mensch rechnen, als das Heft in den 90er-Jahren als Beilage zur »SOL« zum ersten Mal das Licht der fannischen Welt erblickte.
Für mich ist die »phantastisch!« heute die einzige Zeitschrift, die sich regelmäßig und auf sehr ordentlichem Niveau mit der phantastischen Literatur und ihrem Umfeld auseinandersetzt. Ich schaffe es selten, das Heft komplett zu lesen, genieße aber immer die Lektüre.
Deshalb freut's mich, dass ich in der aktuellen Ausgabe mit einem kleinen Beitrag vertreten bin. Meine Rezension zu dem coolen Comic »MPH« wurde auf zwei Seiten hochgepustet, was sie gleich eindrucksvoller wirken lässt. Mehr zum eigentlichen Inhalt des Heftes kann ich dann erst sagen, nachdem ich es gelesen habe ...
06 Juli 2017
Danke schön, Herr Kieser!
Ich bin eigentlich ein fauler Mensch. Weil ich aber den ganzen Tag im Büro herumsitze und mich viel zu wenig auf der Straße herumtreibe, war mir klar, dass ich irgendwann etwas tun musste, um keine fiesen Rückenprobleme zu bekommen. Also meldete ich mich beim Kieser-Training an.
Das Training dort gefällt mir nicht. Ich hasse es. Ich gehe zweimal in der Woche ins Training – wenn es gut läuft – und quäle mich auf den Maschinen. Es macht keinen Spaß.
Aber es ist sinnvoll. Ich habe das Gefühl, dass mein Rücken wirklich gestärkt wird. Und wenn ich regelmäßig trainiere, habe ich nicht einmal mehr Knieprobleme.
Dieser Tage wurde ich von dem jungen Mann, der meist an der Rezeption steht, freundlich angesprochen. »Herr Frick, Sie können ein Jubiläum feiern«, machte er mir klar.
Nachdem ich meine Verwunderung überwunden hatte, glaubte ich es auch: Ich trainiere seit zehn Jahren bei der Firma Kieser. Das überraschte mich dann doch; aber so schnell rast die Zeit.
Man überreichte mir einen Gutschein für einen Gratis-Monat und eine Geschenktüte, die ich erst daheim anschaute. Dann starte ich verwundert auf die Sektflasche, die ich aus der Verpackung fischte.
Echt jetzt, Kieser-Mannschaft? Eine Pulle »Rotkäppchen«-Sekt für zehn Jahre? Für mich? Da hat das Content Management Programm irgendwie geschlampert, fürchte ich. Aber gut – verkochen kann man das sicher auch.
Das Training dort gefällt mir nicht. Ich hasse es. Ich gehe zweimal in der Woche ins Training – wenn es gut läuft – und quäle mich auf den Maschinen. Es macht keinen Spaß.
Aber es ist sinnvoll. Ich habe das Gefühl, dass mein Rücken wirklich gestärkt wird. Und wenn ich regelmäßig trainiere, habe ich nicht einmal mehr Knieprobleme.
Dieser Tage wurde ich von dem jungen Mann, der meist an der Rezeption steht, freundlich angesprochen. »Herr Frick, Sie können ein Jubiläum feiern«, machte er mir klar.
Nachdem ich meine Verwunderung überwunden hatte, glaubte ich es auch: Ich trainiere seit zehn Jahren bei der Firma Kieser. Das überraschte mich dann doch; aber so schnell rast die Zeit.
Man überreichte mir einen Gutschein für einen Gratis-Monat und eine Geschenktüte, die ich erst daheim anschaute. Dann starte ich verwundert auf die Sektflasche, die ich aus der Verpackung fischte.
Echt jetzt, Kieser-Mannschaft? Eine Pulle »Rotkäppchen«-Sekt für zehn Jahre? Für mich? Da hat das Content Management Programm irgendwie geschlampert, fürchte ich. Aber gut – verkochen kann man das sicher auch.
Ein Blick auf das Nuite Blanche
Nicht zum ersten Mal in meinem Leben war ich in Brügge; ich bin sicher, nicht zum letzten Mal in der schönen Stadt in Belgien gewesen zu sein. Bekanntlich ist die Stadt so schön, weil sie einige Jahrhunderte lang vom Fortschritt gewissermaßen vergessen wurde. Auch der Erste und der Zweite Weltkrieg gingen praktisch spurlos an der Altstadt von Brügge vorüber.
Deshalb gibt es auch Gebäude wie das Gasthaus Nuite Blanche, in dem wir einige Tage und Nächte wohnten. Das Haus ist einige Jahrhuunderte alt; es steckt voller Kunst, und man kommt sich vor wie in einer Kulisse für einen historischen Film. Das zeigt schon das Foto ...
Man sieht mich: Ich sitze auf der Mauer, mit Blick auf die Liebfrauenkirche. Hinter mir ist ein Kanal – nicht im Bild zu sehen –, auf der anderen Seite erhebt sich das Gasthaus Nuite Blanche. Das Fenster unter dem spitzen Giebel ist das, aus dem ich an jedem Morgen auf die Liebfrauenkirche herunterschaute.
Im Nachhinein kann ich nur sagen: eines der beeindruckendsten Gästehäuser, in dem ich in meinem Leben genächtigt habe. Ein ausführlicher Bericht folgt!
Deshalb gibt es auch Gebäude wie das Gasthaus Nuite Blanche, in dem wir einige Tage und Nächte wohnten. Das Haus ist einige Jahrhuunderte alt; es steckt voller Kunst, und man kommt sich vor wie in einer Kulisse für einen historischen Film. Das zeigt schon das Foto ...
Man sieht mich: Ich sitze auf der Mauer, mit Blick auf die Liebfrauenkirche. Hinter mir ist ein Kanal – nicht im Bild zu sehen –, auf der anderen Seite erhebt sich das Gasthaus Nuite Blanche. Das Fenster unter dem spitzen Giebel ist das, aus dem ich an jedem Morgen auf die Liebfrauenkirche herunterschaute.
Im Nachhinein kann ich nur sagen: eines der beeindruckendsten Gästehäuser, in dem ich in meinem Leben genächtigt habe. Ein ausführlicher Bericht folgt!
05 Juli 2017
Das »DC Rebirth« als Gratis-Comic
Ich mag einen Teil des Comic-Universums, das die amerikanischen Kollegen von DC fabrizieren – vor allem den Teil, der in Gotham City spielt und mit Batman zu tun hat. Sobald es mir zu »superheldig« wird, habe ich ein Problem mit Superhelden. Das klingt jetzt ein wenig bescheuert, ist aber so.
Immerhin gab es beim Gratis-Comic-Tag 2017 ein Sonderheft unter dem Titel »Rebirth«, das von Panini Deutschland produziert wurde. Man startet das Comic-Universum von DC wieder einmal neu, das bezieht sich auf alle wichtigen Figuren, und in diesem Sonderheft werden einige davon präsentiert. Das macht mich neugierig.
Zentral ist »Wonder Woman«; klar, die Figur wird in diesen Tagen auch durch eine aufwendige Kinoverfilmung geehrt. Die Story ist gut gezeichnet – sieht man von der Art und Weise ab, dass vor allem das halbnackte Hinterteil der Hauptdarstellerin und ihre spärlich bedeckten Brüste gezeigt werden –, kann mich aber nicht packen. Ich las sie und fand sie eher wirr. Aber vielleicht geht's da nur darum, auf Brüste und Hinterteile zu gucken, und ich bin einfach die falsche Zielgruppe.
Ziemlich cool ist die Kurzgeschichte mit »Superman«. Da muss ich die Hintergründe nicht verstehen; der Held wirkt hier sympathisch und positiv-heldisch. Schön!
Bei »Harley Quinn« bin ich schon vor Jahren ausgestiegen. Die Komik der ach so lustigen Brutalität erschließt sich mir nicht – aber ich kann ja auch nicht lachen, wenn in Tarantino-Filmen das Blut meterweit spritzt.
Seien wir fair: Ich werde Fan der »Batman«-Serien bleiben, werde »Wonder Woman« weiterhin für sexistischen Mist halten, bei »Harley Quinn« verwirrt zur Decke starren und immerhin wohl mal beim neuen »Superman« einen Blick riskieren. Das ist keine allzuschlechte Ausbeute für »Rebirth«, finde ich.
Immerhin gab es beim Gratis-Comic-Tag 2017 ein Sonderheft unter dem Titel »Rebirth«, das von Panini Deutschland produziert wurde. Man startet das Comic-Universum von DC wieder einmal neu, das bezieht sich auf alle wichtigen Figuren, und in diesem Sonderheft werden einige davon präsentiert. Das macht mich neugierig.
Zentral ist »Wonder Woman«; klar, die Figur wird in diesen Tagen auch durch eine aufwendige Kinoverfilmung geehrt. Die Story ist gut gezeichnet – sieht man von der Art und Weise ab, dass vor allem das halbnackte Hinterteil der Hauptdarstellerin und ihre spärlich bedeckten Brüste gezeigt werden –, kann mich aber nicht packen. Ich las sie und fand sie eher wirr. Aber vielleicht geht's da nur darum, auf Brüste und Hinterteile zu gucken, und ich bin einfach die falsche Zielgruppe.
Ziemlich cool ist die Kurzgeschichte mit »Superman«. Da muss ich die Hintergründe nicht verstehen; der Held wirkt hier sympathisch und positiv-heldisch. Schön!
Bei »Harley Quinn« bin ich schon vor Jahren ausgestiegen. Die Komik der ach so lustigen Brutalität erschließt sich mir nicht – aber ich kann ja auch nicht lachen, wenn in Tarantino-Filmen das Blut meterweit spritzt.
Seien wir fair: Ich werde Fan der »Batman«-Serien bleiben, werde »Wonder Woman« weiterhin für sexistischen Mist halten, bei »Harley Quinn« verwirrt zur Decke starren und immerhin wohl mal beim neuen »Superman« einen Blick riskieren. Das ist keine allzuschlechte Ausbeute für »Rebirth«, finde ich.
04 Juli 2017
Fang mit ihrem rockigen Hardcore-Punk
In den späten 80er-Jahren war es durchaus üblich, sich darüber zu streiten, ob eine Band jetzt noch dem Punkrock zuzuzählen war, ob sie vielleicht Hardcore war oder ob man sie besser in die Metal-Ecke passte. Bei Fang war ich mir nie so sicher; für mich waren sie viel zu metallisch und rockig, aber solche Diskussionen sind dreißig Jahre danach wirklich müßig.
Ich hörte mir dieser Tage mal wieder die Platte »A mi ga sfafas?« an, die 1987 aufgenommen und veröffentlicht worden war – das Studio war übrigens in Bremen. Die Band hatte damals ihren Zenit schon überschritten: Angefangen hatte man 1980 in Berkeley, war anfangs durchaus einflussreich, hatte aber in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre immer mehr mit Drogen zu kämpfen. (Wer mehr wissen möchte, lese den englischsprachigen Wikipedia-Artikel.)
Auf der genannten Platte ist die Band manchmal rüpelig und schnell, oftmals aber klingen die Stücke langsam, wie von Drogen umhüllt, zäh und eine Spur zu metallisch. Das ist nicht immer gelungen und sorgt dafür, dass die Platte keine von denen ist, die man unbedingt haben müsste. Einige Stücke krachen, die Band zeigt dabei immer wieder, wie gut sie sein kann – oftmals verliert man sich in lahmem Gitarrengedöns wie auf dem ewig lang wirkenden »Damaging Dose«.
(Wahrscheinlich könnte man heute einen »Emo«-Sticker draufkleben, und alles wäre gut.)
»A mi ga sfafas?« ist durchaus typisch für eine Zeit, in der sich die Szene noch selbst fand, in der Grunge-Rock noch nicht am Horizont aufleuchtete und wo eine Kommerzialisierung von Hardcore in weiter Zukunft lag. Anhören kann ich mir das immer noch, aber ich habe dabei die Zeit von »damals« und vor allem die damaligen Diskussionen gut im Kopf.
Ich hörte mir dieser Tage mal wieder die Platte »A mi ga sfafas?« an, die 1987 aufgenommen und veröffentlicht worden war – das Studio war übrigens in Bremen. Die Band hatte damals ihren Zenit schon überschritten: Angefangen hatte man 1980 in Berkeley, war anfangs durchaus einflussreich, hatte aber in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre immer mehr mit Drogen zu kämpfen. (Wer mehr wissen möchte, lese den englischsprachigen Wikipedia-Artikel.)Auf der genannten Platte ist die Band manchmal rüpelig und schnell, oftmals aber klingen die Stücke langsam, wie von Drogen umhüllt, zäh und eine Spur zu metallisch. Das ist nicht immer gelungen und sorgt dafür, dass die Platte keine von denen ist, die man unbedingt haben müsste. Einige Stücke krachen, die Band zeigt dabei immer wieder, wie gut sie sein kann – oftmals verliert man sich in lahmem Gitarrengedöns wie auf dem ewig lang wirkenden »Damaging Dose«.
(Wahrscheinlich könnte man heute einen »Emo«-Sticker draufkleben, und alles wäre gut.)
»A mi ga sfafas?« ist durchaus typisch für eine Zeit, in der sich die Szene noch selbst fand, in der Grunge-Rock noch nicht am Horizont aufleuchtete und wo eine Kommerzialisierung von Hardcore in weiter Zukunft lag. Anhören kann ich mir das immer noch, aber ich habe dabei die Zeit von »damals« und vor allem die damaligen Diskussionen gut im Kopf.
03 Juli 2017
ENPUNKT-Radio mit lokalem Bezug
Das Thema zählt sicher nicht zu denen, die ich als besonders anspruchsvoll betrachte: Zu Punkrock und Hardcore aus Baden-Württemberg könnte ich aus dem Stegreif – wenngleich stotternd – sicher einen Vortrag mit schrecklich vielen Namen halten. Aber ab und zu bietet es sich an, dazu auch eine Radiosendung zu machen. So an diesem Sonntag, 2. Juli, im örtlichen Radio Querfunk in Karlsruhe.
Es gab einen echten Punk-Klassiker aus den 80er-Jahren: Ja, ich spielte Normahl aus Winnenden – die mochte unsereins vor über dreißig Jahren echt gern. Mehr bekamen die Hörerinnen und Hörer in der Folge aus neueren Zeiten zu hören, was allerdings eher ein Zufall war. (Meine Sendungen haben zwar ein Konzept, das entwickle ich aber ein wenig aus dem Bauch heraus.)
Aus den 90er-Jahren brachte ich Das Ding mit ihrem gelungenen Melodie-Punk (klang immer ein wenig wie Wizo) und die Bam Bams, die ihre Begeisterung für die Ramones ja nie verbargen. Ebenfalls aus den 90er-Jahren kam die Ska-Band Busters aus Wiesloch – so beinhart halte ich die reine Punkrock-Linie in meiner Sendung sowieso nie durch.
Deutlich moderner ist die Band Paddelnohnekanu – den Namen finde ich immer noch super – aus Baden-Baden, die ich ebenfalls spielte wie Karmacopter aus Mannheim. Beide Bands haben deutsche Texte, beide sind musikalisch aber weit entfernt von Deutschpunk-Konventionen der 80er-Jahre.
Aus Stuttgart kamen City Of Cars, die eher diesen modernen Melodie-Punk spielten, sowie Guerilla mit ihrem wütenden Straßenkämpfer-Hardcore, den ich vor allem live sehr mochte, der aber auch auf Platte stark klingt. Zum Abschluss dann, damit der Jazz in der nachfolgenden Sendung besser klingt, spielte ich Never Built Ruins mit ihrem wuchtig-derben Hardcore aus Freiburg.
Eine gut durchmischte Sendung, wie ich finde. Sie zeigte ganz nebenbei, dass auch aus der südwestdeutschen Provinz immer wieder gute Bands gekommen sind und künftig kommen werden ...
Es gab einen echten Punk-Klassiker aus den 80er-Jahren: Ja, ich spielte Normahl aus Winnenden – die mochte unsereins vor über dreißig Jahren echt gern. Mehr bekamen die Hörerinnen und Hörer in der Folge aus neueren Zeiten zu hören, was allerdings eher ein Zufall war. (Meine Sendungen haben zwar ein Konzept, das entwickle ich aber ein wenig aus dem Bauch heraus.)
Aus den 90er-Jahren brachte ich Das Ding mit ihrem gelungenen Melodie-Punk (klang immer ein wenig wie Wizo) und die Bam Bams, die ihre Begeisterung für die Ramones ja nie verbargen. Ebenfalls aus den 90er-Jahren kam die Ska-Band Busters aus Wiesloch – so beinhart halte ich die reine Punkrock-Linie in meiner Sendung sowieso nie durch.
Deutlich moderner ist die Band Paddelnohnekanu – den Namen finde ich immer noch super – aus Baden-Baden, die ich ebenfalls spielte wie Karmacopter aus Mannheim. Beide Bands haben deutsche Texte, beide sind musikalisch aber weit entfernt von Deutschpunk-Konventionen der 80er-Jahre.
Aus Stuttgart kamen City Of Cars, die eher diesen modernen Melodie-Punk spielten, sowie Guerilla mit ihrem wütenden Straßenkämpfer-Hardcore, den ich vor allem live sehr mochte, der aber auch auf Platte stark klingt. Zum Abschluss dann, damit der Jazz in der nachfolgenden Sendung besser klingt, spielte ich Never Built Ruins mit ihrem wuchtig-derben Hardcore aus Freiburg.
Eine gut durchmischte Sendung, wie ich finde. Sie zeigte ganz nebenbei, dass auch aus der südwestdeutschen Provinz immer wieder gute Bands gekommen sind und künftig kommen werden ...
02 Juli 2017
Der Ge-Eichelte Bote
Zu den vielen dümmlichen Entscheidungen, die ich in meinem Leben traf, zählte in den 80er-Jahren sicher die, zur Bundeswehr zu gehen. Ich leiste meinen Wehrdienst ab, was in diesem Fall heißt, dass ich fünfzehn Monate in Uniform in Kasernen herumlungerte, dass ich mit einer Waffe durchs Gelände rannte oder Wache schob.
Weil ich zeitweise in einer Schreibstube saß, in der ich chronisch unterbeschäftigt war, aber eben Zugang zu einer Schreibmaschine und einem Umdrucker hatte, kam ich recht früh auf die Idee, in der Kaserne auch ein Fanzine zu produzieren. Ich nannte es »Der Ge-Eichelte Bote«, leitete diesen Namen von der Eichelbergkaserne ab und fand mich damit unglaublich originell.
Der Fairness halber muss man sagen, dass viele Egozines der damaligen Zeit ähnlich großkotzig waren. Man schrieb über sich und seine Interessen, stellte sich und sein Leben ins Zentrum, und ich machte dabei keine Ausnahme. Immerhin ging es im »Ge-Eichelten Boten«, der irgendwann im Frühjahr 1985 entstand, nicht nur um persönliche Belange, sondern auch um Literatur.
Ich schrieb über Charles Bukowski, dessen Kurzgeschichten ich damals mochte, und Philip K. Dick, dessen Science Fiction mich verblüffte. Ich plauderte über den anstehenden FreuCon V, den ich veranstaltete, und ich versuchte darzustellen, was ich eigentlich bei der Bundeswehr tat. So verfasste ich ein typisches Egozine, wie es in der Mitte der 80er-Jahre sehr normal war.
Nein. Stolz bin ich im Rückblick nicht auf das Fanzine. Es war »heruntergerotzt« – und es war gleichzeitig ein Schrei hinaus in die Welt, ein »ich bin zwar beim Bund, aber nicht völlig doof«. Das brauchte ich offensichtlich.
Weil ich zeitweise in einer Schreibstube saß, in der ich chronisch unterbeschäftigt war, aber eben Zugang zu einer Schreibmaschine und einem Umdrucker hatte, kam ich recht früh auf die Idee, in der Kaserne auch ein Fanzine zu produzieren. Ich nannte es »Der Ge-Eichelte Bote«, leitete diesen Namen von der Eichelbergkaserne ab und fand mich damit unglaublich originell.
Der Fairness halber muss man sagen, dass viele Egozines der damaligen Zeit ähnlich großkotzig waren. Man schrieb über sich und seine Interessen, stellte sich und sein Leben ins Zentrum, und ich machte dabei keine Ausnahme. Immerhin ging es im »Ge-Eichelten Boten«, der irgendwann im Frühjahr 1985 entstand, nicht nur um persönliche Belange, sondern auch um Literatur.
Ich schrieb über Charles Bukowski, dessen Kurzgeschichten ich damals mochte, und Philip K. Dick, dessen Science Fiction mich verblüffte. Ich plauderte über den anstehenden FreuCon V, den ich veranstaltete, und ich versuchte darzustellen, was ich eigentlich bei der Bundeswehr tat. So verfasste ich ein typisches Egozine, wie es in der Mitte der 80er-Jahre sehr normal war.
Nein. Stolz bin ich im Rückblick nicht auf das Fanzine. Es war »heruntergerotzt« – und es war gleichzeitig ein Schrei hinaus in die Welt, ein »ich bin zwar beim Bund, aber nicht völlig doof«. Das brauchte ich offensichtlich.
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