Am Sonntag abend, 18. April 2010, war die »Alte Hackerei« richtig gut gefüllt. Kein Wunder, es war wieder mal eine Band aus alten Tagen zu Gast, auf die sich viele Besucher zu Recht schon lange freuten. (Und da ich mit dem Rad da war, konnte ich ausnahmsweise mal wieder dem Bier zusprechen und musste mich nicht zu sehr benehmen.)
Zuerst spielten Norton aus Zürich, lauter alte Bekannte, die teilweise seit über zwanzig Jahren auf den Punkrock-Bühnen dieser Welt unterwegs sind: rockiger, intensiv klingender Punkrock, der nix mit heutigem Emo-Punk zu tun hat, aber auf eine sehr schöne Weise emotional klingt. Eigentlich geht Norton gut in die Füße, die Stimmung war aber verhalten und zurückhaltend.
Bei Leatherface stieg die Stimmung natürlich. Trotz des seltsamen Aussehens des Sängers, der mit Halbglatze, grauen Haaren und Vollbart echt wie ein alter Mann aussah. Tolle Melodien, ein großartiger Gesang und ein sympathisches Auftreten ließen das aber rasch vergessen.
Hinterher sagte jemand, er hätte »Gänsehaus-Feeling« verspürt, und das war komplett richtig. Ich hatte zeitweise das Gefühl, eine Träne im Augenwinkeln zerquetschen zu müssen, und wäre am liebsten am Rand der Bühne niedergekniet.
Ein ganz großes Konzert – diese Band ist auch nach all den Jahren noch richtig stark!
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
19 April 2010
18 April 2010
Der Druck der belgischen Faust
Mit vielen alten Punk-Bands ist es so eine Sache: Die hatten in den späten 70er oder frühen 80er Jahren einen einzigen Szene-Hit, und mit dem gehen sie dann mal wieder auf Tour, um ein wenig Geld zu verdienen. Bei The Kids aus Belgien scheint das nicht so zu sein: Die hatten einige Szene-Hits, und als ich sie vor über zehn Jahren schon mal sah, merkte man ihnen an, dass sie immer noch genügend Spaß an der Sache hatten.
Das zeigte sich auch am Samstag, 17. April 2010, im »Schlesinger« in Stuttgart. Als Vorgruppe im angenehm gefüllten Club spielten Supermug, ein Trio aus dem Großraum Stuttgart, die schwer nach Kalifornien klangen, ohne dass ich das negativ meine.
Mit viel Spielfreude bolzten die drei Herren – herausragend: der grinsende Skinhead an der Schießbude – ihre Stücke ins Publikum. Sie mussten sich beeilen, weil die Kids zeitig auf die Bühne wollten, und fürchteten »den Druck der belgischen Faust im Nacken«. Das schadete nicht, die Stücke kamen alle druckvoll und mit viel Energie. Klasse, die Band sollte ich mir merken.
Danach die alten Säcke aus Belgien, denen man rein optisch schon anmerkte, dass sie stramm auf die fünfzig zumarschieren. Das hielt sie nicht davon ab, das zu spielen, was sie schon 1977 konnten: stampfenden, herrlich einfachen Punkrock mit hämmernden Gitarren und viel Druck, mal langsamer, wie man es anno dunnemals gern hatte, dann aber auch wieder rasant – von Altersschwachsinn keine Spur.
Wer Stücke wie »Do You Love The Nazis« im festen Repertoire hat und »12XU« von den göttlichen Wire ausgiebig covert, der darf auch in der zweiten Zugabe zu langweiligen Klassikern wie dem »Blitzkrieg Bop« greifen. The Kids waren spitze, ich hüpfte ein wenig und war hinterher gut verschwitzt; im Publikum spritzte das Bier und flogen die Jungs und Mädels durch die Luft – alles ziemlich klasse. Die dürfen gern in zehn Jahren wiederkommen!
Das zeigte sich auch am Samstag, 17. April 2010, im »Schlesinger« in Stuttgart. Als Vorgruppe im angenehm gefüllten Club spielten Supermug, ein Trio aus dem Großraum Stuttgart, die schwer nach Kalifornien klangen, ohne dass ich das negativ meine.
Mit viel Spielfreude bolzten die drei Herren – herausragend: der grinsende Skinhead an der Schießbude – ihre Stücke ins Publikum. Sie mussten sich beeilen, weil die Kids zeitig auf die Bühne wollten, und fürchteten »den Druck der belgischen Faust im Nacken«. Das schadete nicht, die Stücke kamen alle druckvoll und mit viel Energie. Klasse, die Band sollte ich mir merken.
Danach die alten Säcke aus Belgien, denen man rein optisch schon anmerkte, dass sie stramm auf die fünfzig zumarschieren. Das hielt sie nicht davon ab, das zu spielen, was sie schon 1977 konnten: stampfenden, herrlich einfachen Punkrock mit hämmernden Gitarren und viel Druck, mal langsamer, wie man es anno dunnemals gern hatte, dann aber auch wieder rasant – von Altersschwachsinn keine Spur.
Wer Stücke wie »Do You Love The Nazis« im festen Repertoire hat und »12XU« von den göttlichen Wire ausgiebig covert, der darf auch in der zweiten Zugabe zu langweiligen Klassikern wie dem »Blitzkrieg Bop« greifen. The Kids waren spitze, ich hüpfte ein wenig und war hinterher gut verschwitzt; im Publikum spritzte das Bier und flogen die Jungs und Mädels durch die Luft – alles ziemlich klasse. Die dürfen gern in zehn Jahren wiederkommen!
17 April 2010
Bizarre Spionage-Geheimnisse
Von Tim Powers habe ich im Verlauf der Jahre einige Romane gelesen, die allesamt sehr originell und spannend waren, voller überbordener Ideen und ungewöhnlicher Handlungsverläufe. Ich benötigte allerdings einige Zeit, bis ich mich an »Declare« wagte, der als Hardcover hierzulande im Festa-Verlag erschienen ist.
Der Untertitel »Auf dem Berg der Engel« deutet darauf hin, dass es ein phantastisches Thema sein könnte, das Cover zeigt allerdings eine Patrone – eher ein Hinweis auf einen Krimi oder Thriller. Und genau das passt zu dem Roman: »Declare« stellt sich nämlich als Mischung aus Spionage-Thriller und phantastischen Roman heraus, eine verwickelte, ja verzwickte Handlung mit vielen Zeitsprüngen und Wendungen.
Andrew Hale ist ein britischer Wissenschaftler, der schon als Kind für eine Aufgabe auserwählt wurde, über die er lange Jahre nichts erfuhr. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er unter anderem als Spion und wurde in Paris eingesetzt, am Ende des Krieges war er in Berlin. Weitere Schauplätze des Romans sind Kuwait und der östliche Teil der Türkei, Moskau oder Beirut und die abgelegene Wüste Saudi-Arabiens.
Es geht tatsächlich um Engel – oder Dschinn, wie sie in der arabischen Welt heißen. Dabei handelt es sich um Wesen, offensichtlich um Außerirdische, die große Macht haben und mit den Menschen kaum kommunizieren können. Doch ihre Handlungen nehmen Einfluss auf die Menschen, und es gibt streng geheime Abteilungen innerhalb der Geheimdienste, die sich um die Fremden kümmern.
»Declare« ist kein einfach zu lesendes Buch, ich verlor zeitweise fast den Faden und musste mehrfach zurückblättern. Der Umfang von über 600 eng gesetzten Seiten (nicht die übliche Blindenschrift heutiger Hardcover) benötigt seine Zeit und einiges an Aufmerksamkeit.
Aber das Buch ist – wie bei Tim Powers nicht anders zu erwarten – ziemlich klasse, ja, fast genial. Ein faszinierendes Geheimnis wird stückweise entschlüsselt, und am Ende bleiben immer noch viele Fragen offen.
Das Ding ist ziemlich klasse und scheint hierzulande ziemlich untergegangen zu sein. Wer es irgendwo auf einem Flohmarkt findet oder es sich über amazon bestellt, wird allerdings mit einem Roman belohnt, der richtig Spaß macht. Man muss sich allerdings auf die paranoide Welt der Geheimdienste ebenso einlassen wie auf phantastisches Geschehen ...
Der Untertitel »Auf dem Berg der Engel« deutet darauf hin, dass es ein phantastisches Thema sein könnte, das Cover zeigt allerdings eine Patrone – eher ein Hinweis auf einen Krimi oder Thriller. Und genau das passt zu dem Roman: »Declare« stellt sich nämlich als Mischung aus Spionage-Thriller und phantastischen Roman heraus, eine verwickelte, ja verzwickte Handlung mit vielen Zeitsprüngen und Wendungen.
Andrew Hale ist ein britischer Wissenschaftler, der schon als Kind für eine Aufgabe auserwählt wurde, über die er lange Jahre nichts erfuhr. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er unter anderem als Spion und wurde in Paris eingesetzt, am Ende des Krieges war er in Berlin. Weitere Schauplätze des Romans sind Kuwait und der östliche Teil der Türkei, Moskau oder Beirut und die abgelegene Wüste Saudi-Arabiens.
Es geht tatsächlich um Engel – oder Dschinn, wie sie in der arabischen Welt heißen. Dabei handelt es sich um Wesen, offensichtlich um Außerirdische, die große Macht haben und mit den Menschen kaum kommunizieren können. Doch ihre Handlungen nehmen Einfluss auf die Menschen, und es gibt streng geheime Abteilungen innerhalb der Geheimdienste, die sich um die Fremden kümmern.
»Declare« ist kein einfach zu lesendes Buch, ich verlor zeitweise fast den Faden und musste mehrfach zurückblättern. Der Umfang von über 600 eng gesetzten Seiten (nicht die übliche Blindenschrift heutiger Hardcover) benötigt seine Zeit und einiges an Aufmerksamkeit.
Aber das Buch ist – wie bei Tim Powers nicht anders zu erwarten – ziemlich klasse, ja, fast genial. Ein faszinierendes Geheimnis wird stückweise entschlüsselt, und am Ende bleiben immer noch viele Fragen offen.
Das Ding ist ziemlich klasse und scheint hierzulande ziemlich untergegangen zu sein. Wer es irgendwo auf einem Flohmarkt findet oder es sich über amazon bestellt, wird allerdings mit einem Roman belohnt, der richtig Spaß macht. Man muss sich allerdings auf die paranoide Welt der Geheimdienste ebenso einlassen wie auf phantastisches Geschehen ...
16 April 2010
Gefräßige Pixels
Den Hinweis auf das wunderbare Filmchen »Pixel« habe ich mittlerweile mehrfach gelesen, und womöglich ist das für die meisten Leser dieses Blogs hier eine blöde Wiederholung. Dennoch möchte ich nicht versäumen, auf den Film hinzuweisen.
Es ist eine Mischung aus Science Fiction und ... ähm ... Zivilisationskritik. Sehr lustig gemacht, sehr klar animiert und mit einem eindeutigen Ende. Wer mag, kann sicher auch etwas in den Film hinein interpretieren. Und wer nicht mag, findet einfach, dass es ein sehr gelungener Kurzfilm ist.
Es ist eine Mischung aus Science Fiction und ... ähm ... Zivilisationskritik. Sehr lustig gemacht, sehr klar animiert und mit einem eindeutigen Ende. Wer mag, kann sicher auch etwas in den Film hinein interpretieren. Und wer nicht mag, findet einfach, dass es ein sehr gelungener Kurzfilm ist.
15 April 2010
CDV ist wohl futsch
Mit der Firma CDV Software Entertainment hatte ich in den frühen Nuller-Jahren auch mal über ein PERRY RHODAN-Computerspiel gesprochen: Jetzt haben die Frankfurter Spielehersteller einen Insolvenzantrag gestellt.
Die Firma wurde schon 1989 gegründet, in den 90er Jahren war sie ziemlich angesagt. Unter anderem wurde »Duke Nukem« von CDV herausgebracht, dazu einige Kriegs-Computerspiele. Mein Gespräch mit CDV fand irgendwann um 2003 in ihren damaligen Büros in Karlsruhe statt – es wurde bekanntlich nichts aus dem gemeinsamen Projekt.
An den Namen CDV hatte ich schon lange nicht mehr gedacht. Das Gebäude in der Karlsruher Nordweststadt ist verwaist. Als ich erfuhr, dass CDV jetzt insolvent ist, war das der erste Grund für mich, wieder mal an die Firma zu denken. Schon hart, wie schnell man Firmen und Menschen vergisst ...
Die Firma wurde schon 1989 gegründet, in den 90er Jahren war sie ziemlich angesagt. Unter anderem wurde »Duke Nukem« von CDV herausgebracht, dazu einige Kriegs-Computerspiele. Mein Gespräch mit CDV fand irgendwann um 2003 in ihren damaligen Büros in Karlsruhe statt – es wurde bekanntlich nichts aus dem gemeinsamen Projekt.
An den Namen CDV hatte ich schon lange nicht mehr gedacht. Das Gebäude in der Karlsruher Nordweststadt ist verwaist. Als ich erfuhr, dass CDV jetzt insolvent ist, war das der erste Grund für mich, wieder mal an die Firma zu denken. Schon hart, wie schnell man Firmen und Menschen vergisst ...
Lucifer Star Machine bollern wüst
Die Band nennt ihren Sound auf ihrer Myspace-Seite schlicht »Violent Rock'n'Roll«, was gar nicht so falsch ist. In Wirklichkeit machen die fünf übelst tätowierten Briten schmutzige Rock-Musik, die streckenweise mit einem Schuss Punk daherkommt und dann auch wieder fieseste Billy-Einflüsse hat. Das bollert und das knallt auf der mir vorliegenden CD »Street Value Zero« zeitweise derart, daß es eine wahre Freude ist.
Die Band nennt sich Lucifer Star Machine, was ein grausiger Name ist, aber irgendwie zur Gesamterscheinung passt. Seien wir ehrlich: Die Hälfte der Stücke ist klasse, vor allem die ersten haben mich bei voller Lautstärke begeistert. Dann aber kommt der übliche Hardrock-Kram durch, dann hängen die Gitarren wieder auf Halbmast, und ich vermeine 80er-Jahre-Töne zu hören, die ich aus meinem Hirn verdrängt habe.
Die Texte habe ich mir nicht angeschaut. Es wird oft »fuck« gebrüllt, es geht um Hauereien, Saufen und Horror – da möchte ich jetzt weder psychoanalysieren noch irgendwie PC-korrekt durch die Gegend schleichen.
Harte Musik für harte Männer also, die nicht sehr ironisch wirkt, sondern so klingt, als sei sie ernst gemeint. Und da muss ich dann doch häufig schmunzeln.
Die Band nennt sich Lucifer Star Machine, was ein grausiger Name ist, aber irgendwie zur Gesamterscheinung passt. Seien wir ehrlich: Die Hälfte der Stücke ist klasse, vor allem die ersten haben mich bei voller Lautstärke begeistert. Dann aber kommt der übliche Hardrock-Kram durch, dann hängen die Gitarren wieder auf Halbmast, und ich vermeine 80er-Jahre-Töne zu hören, die ich aus meinem Hirn verdrängt habe.
Die Texte habe ich mir nicht angeschaut. Es wird oft »fuck« gebrüllt, es geht um Hauereien, Saufen und Horror – da möchte ich jetzt weder psychoanalysieren noch irgendwie PC-korrekt durch die Gegend schleichen.
Harte Musik für harte Männer also, die nicht sehr ironisch wirkt, sondern so klingt, als sei sie ernst gemeint. Und da muss ich dann doch häufig schmunzeln.
14 April 2010
Auf der Grusel-Insel
Die Besprechungen im voraus waren sehr kontrovers. Während manche den Film lobten, verrissen ihn manche Kritiker komplett. Der eigene Eindruck ist immer der beste – also gingen wir gestern abend in »Shutter Island«, den aktuellen Film von Martin Scorcese mit Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle. Natürlich in den Filmpalast, weil man da einfach das beste Bild in Verbindung mit den besten Sitzplätzen in Karlsruhe hat.
Der Film ist stark: ein klassischer Psycho-Thriller, bei dem man als Zuschauer die ganze Zeit mitfiebert. Der dauernd gestresst wirkende CIA-Beamte, der auf der geheimnisvollen Insel ermittelt, die merkwürdigen Umtriebe des Gefängnisarztes und seiner Beamten, die Verbindungen zu Nazi-Kriegsverbrechen – das alles erzeugt einen beeindruckenden Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte.
Klar fragt man sich, warum die Helden mal wieder in einen dunklen Gang hineingehen müssen, aber alles in allem werden die Gesetze der Logik eingehalten, passt auch im Nachhinein alles gut zusammen. Ich bin allerdings auch nicht der Filmegucker, der sich hinterher jede Szene noch einmal vor Augen führt, um herauszufinden, ob sie stimmig ist.
»Shutter Island« kann ich auf jeden Fall empfehlen. Bitte im Kino angucken: Auf Breitwand wirkt das Ding garantiert eindrucksvoller als hinterher auf DVD ...
Der Film ist stark: ein klassischer Psycho-Thriller, bei dem man als Zuschauer die ganze Zeit mitfiebert. Der dauernd gestresst wirkende CIA-Beamte, der auf der geheimnisvollen Insel ermittelt, die merkwürdigen Umtriebe des Gefängnisarztes und seiner Beamten, die Verbindungen zu Nazi-Kriegsverbrechen – das alles erzeugt einen beeindruckenden Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte.
Klar fragt man sich, warum die Helden mal wieder in einen dunklen Gang hineingehen müssen, aber alles in allem werden die Gesetze der Logik eingehalten, passt auch im Nachhinein alles gut zusammen. Ich bin allerdings auch nicht der Filmegucker, der sich hinterher jede Szene noch einmal vor Augen führt, um herauszufinden, ob sie stimmig ist.
»Shutter Island« kann ich auf jeden Fall empfehlen. Bitte im Kino angucken: Auf Breitwand wirkt das Ding garantiert eindrucksvoller als hinterher auf DVD ...
13 April 2010
Dörfliche Punkprobleme

Nach mehr oder weniger aufregenden Abenteuern in der Punkrock-Großstadt Ludwigshafen hat es Peter Pank, den Helden meines Fortsetzungsromans, zurück in die dörflich-schwäbische Einöde geführt. Das zumindest ist der Inhalt des nunmehr fünfundzwanzigsten Teils von »Und: Hardcore!«, der in der aktuellen OX-Ausgabe 89 veröffentlicht worden ist.
Wobei die Geschichte ja eher harmlos anfängt. Es geht um eine kleine Katze namens Mohrle, die verschwunden ist. Unser halbwegs verstrahlter Held und sein Kumpel Jörg suchen die Katze, gehen zwischendurch zum Holzhacken in den Wald und beschließen am Ende, die örtliche Nazi-Szene aufzumischen.
Ein Punk und ein Hippie gegen gefühlte 50 Alt- und Jung-Nazis - das kann ja heiter werden. Aber das wäre ja, wenn es so weit käme, das Thema für die nächste PETER PANK-Folge ...
12 April 2010
Turbostaats zweite Kommerzplatte
Eigentlich gibt es wenig, was eine Punk-Band so richtig falsch machen – außer auf einem kommerziellen Label einen Plattenvertrag zu unterschreiben. Turbostaat aus Flensburg machten das bei einer Tochter von Warner Brothers, und das hat der Band nicht geschadet.
»Das Island Manöver« ist die zweite CD, die bei Same Same But Different, der Warner-Tochter, erschienen ist, und sie ist richtig gut. Okay, ich hätte bei der Band nichts anderes erwartet. Sowohl die ersten zwei Platten, die bei Schiffen Records erschienen ist, als auch die erste Kommerz-Veröffentlichung waren klasse.
Wer mag, darf die Band gerne in die Emo-Ecke stecken. Im Prinzip machen sie Punkrock mit schlauen deutschen Texten, der sich den Deutschpunk-Zwängen weitestgehend entzieht und von daher einfach klasse klingt. Das Gitarrenspiel und die Texte passen zu Emo, also wird die Band in diese Schublade gepackt.
Scheißdrauf: Was die Burschen machen, ist ziemlich großartig, das rockt, das lässt einen mitwippen und aufmerksam zuhören, das ist nicht unbedingt die Musik für die nächste Party, aber auf jeden Fall eine Platte, die man auch in einem Jahr oder in fünf Jahren noch anhören wird. Sehr schön.
»Das Island Manöver« ist die zweite CD, die bei Same Same But Different, der Warner-Tochter, erschienen ist, und sie ist richtig gut. Okay, ich hätte bei der Band nichts anderes erwartet. Sowohl die ersten zwei Platten, die bei Schiffen Records erschienen ist, als auch die erste Kommerz-Veröffentlichung waren klasse.
Wer mag, darf die Band gerne in die Emo-Ecke stecken. Im Prinzip machen sie Punkrock mit schlauen deutschen Texten, der sich den Deutschpunk-Zwängen weitestgehend entzieht und von daher einfach klasse klingt. Das Gitarrenspiel und die Texte passen zu Emo, also wird die Band in diese Schublade gepackt.
Scheißdrauf: Was die Burschen machen, ist ziemlich großartig, das rockt, das lässt einen mitwippen und aufmerksam zuhören, das ist nicht unbedingt die Musik für die nächste Party, aber auf jeden Fall eine Platte, die man auch in einem Jahr oder in fünf Jahren noch anhören wird. Sehr schön.
11 April 2010
Eva ganz unten
Die Frau kann einem leid tun: Eva Herman, ehemals ein prominentes Fernsehgesicht des NDR, muss ihr aktuelles Buch ausgerechnet im Kopp-Verlag veröffentlichen. Das Buch heißt »Die Wahrheit und ihr Preis« und macht mit dem Untertitel »Meinung, Macht und Medien« klar, worum es geht. Die Frau will sich und ihr Ansehen rein waschen.
»Wegen haltloser Pressevorwürfe verlor ich meinen NDR-Job und wurde von zahlreichen Medien monatelang diskreditiert«, schreibt die Autorin auf der Homepage des Kopp-Verlages. Nach eigenen Aussagen erlebte sie »die Fernseh-Hölle bei Kerner« (und das Cover entstammt auch prompt dieser Nachrichtensendung – man braucht die Prominenz eben doch) oder wurde von Alice Schwarzer, laut Herman ist das »Deutschlands Cheffeministin« durch »eine heimliche Kampagne« angegriffen.
Nach der legendären Kerner-Sendung (die ich zufälligerweise auch gesehen hatte und der sich die Dame unglaublich blamiert hatte) hätten sich »Hunderttausende«, und »Millionen haben inzwischen vor dem Fernseher oder im Internet die Kerner-Sendung angesehen und sind nach über zweieinhalb Jahren immer noch wütend«.
Ich will gar nicht ausführlich über das Buch und die ohnehin überbewertete Dame schreiben. Es amüsiert mich, dass sie jetzt beim Kopp-Verlag ist. Dieser arbeitet ohnehin gern mit »Tabubrüchen«, bringt also Bücher, in denen die Gefahr des Islamismus beschrieben oder vor dem Weltfinanzsystem gewarnt wird; zwischendurch bekommen auch Esoteriker und Ufo-Gläubige ihr Forum, kann über Nazi-Ufos aus dem Dritten Reich oder anderen Unfug schwadroniert werden.
Wenn sich die Dame in diesem Umfeld wohlfühlt, ist das schön für sie. Wer solche Verbündete braucht, ist aber in jedem Fall weit rechts angekommen.
»Wegen haltloser Pressevorwürfe verlor ich meinen NDR-Job und wurde von zahlreichen Medien monatelang diskreditiert«, schreibt die Autorin auf der Homepage des Kopp-Verlages. Nach eigenen Aussagen erlebte sie »die Fernseh-Hölle bei Kerner« (und das Cover entstammt auch prompt dieser Nachrichtensendung – man braucht die Prominenz eben doch) oder wurde von Alice Schwarzer, laut Herman ist das »Deutschlands Cheffeministin« durch »eine heimliche Kampagne« angegriffen.
Nach der legendären Kerner-Sendung (die ich zufälligerweise auch gesehen hatte und der sich die Dame unglaublich blamiert hatte) hätten sich »Hunderttausende«, und »Millionen haben inzwischen vor dem Fernseher oder im Internet die Kerner-Sendung angesehen und sind nach über zweieinhalb Jahren immer noch wütend«.
Ich will gar nicht ausführlich über das Buch und die ohnehin überbewertete Dame schreiben. Es amüsiert mich, dass sie jetzt beim Kopp-Verlag ist. Dieser arbeitet ohnehin gern mit »Tabubrüchen«, bringt also Bücher, in denen die Gefahr des Islamismus beschrieben oder vor dem Weltfinanzsystem gewarnt wird; zwischendurch bekommen auch Esoteriker und Ufo-Gläubige ihr Forum, kann über Nazi-Ufos aus dem Dritten Reich oder anderen Unfug schwadroniert werden.
Wenn sich die Dame in diesem Umfeld wohlfühlt, ist das schön für sie. Wer solche Verbündete braucht, ist aber in jedem Fall weit rechts angekommen.
10 April 2010
Unter Witzemachern
Freitag, 9. April 2010: Wir fahren nach Stuttgart ins Theaterhaus, zu einer Veranstaltung namens »Frau Jahnke hat eingeladen ...«. Eine Art Kabarett-Revue, geleitet von Gerburg Jahnke, die ich bislang nur vom Fernsehen her kannte, mit Unterstützung einiger anderer, mir bisher unbekannter Kabarettistinnen.
Also nur Frauen auf der Bühne, viele grauhaarige Menschen im Publikum. Ich lache Tränen, es ist superlustig. Viele Witze über das Mann-Frau-Verhältnis, sehr sarkastisch und nach beiden Seiten austeilend. Die »begleitenden« Kabarettistinnen aus Baden-Baden und dem Sauerland, aus Köln und Berlin sorgen für guten Zündstoff zwischen albern-proletig und knallig-rotzfrech - immer wieder gehen Scherze gut unter die Gürtellinie.
Mein persönliches Highlight sind allerdings die Leute hinter mir, die sich die ganze Zeit die Witze erklären. »Hasch g'hört, was die g'sagt hat?« und »Dees isch jo luschdid. Banana!« Ich habe das Gefühl, in einem Echoprogramm zu sitzen. Sehr schön.
Danach noch lecker essen im Restaurant des Theaterhauses, das gibt einen guten Abschluss. Stuttgart ist gar nicht so schlecht, wie's immer heißt ...
Also nur Frauen auf der Bühne, viele grauhaarige Menschen im Publikum. Ich lache Tränen, es ist superlustig. Viele Witze über das Mann-Frau-Verhältnis, sehr sarkastisch und nach beiden Seiten austeilend. Die »begleitenden« Kabarettistinnen aus Baden-Baden und dem Sauerland, aus Köln und Berlin sorgen für guten Zündstoff zwischen albern-proletig und knallig-rotzfrech - immer wieder gehen Scherze gut unter die Gürtellinie.
Mein persönliches Highlight sind allerdings die Leute hinter mir, die sich die ganze Zeit die Witze erklären. »Hasch g'hört, was die g'sagt hat?« und »Dees isch jo luschdid. Banana!« Ich habe das Gefühl, in einem Echoprogramm zu sitzen. Sehr schön.
Danach noch lecker essen im Restaurant des Theaterhauses, das gibt einen guten Abschluss. Stuttgart ist gar nicht so schlecht, wie's immer heißt ...
09 April 2010
Moderne Hühnerdiebe
Wir saßen an der Theke und unterhielten uns über Ernährungsgewohnheiten, Tierhaltung, Vegetarismus und alles, was damit zusammenhängt. »Wir haben ja mal ein paar Hühner befreit«, erzählte mein Gesprächspartner, »so echte Käfighühner.«
Ich war gespannt. Es hörte sich nach einer richtig packenden Geschichte an, eine von der punkig-autonomen Sorte. Immerhin hatte er früher in einem besetzten Haus gewohnt.
»Wir waren zelten«, erzählte er, »und hatten Hunger. Dann sind abends einige Leute los und haben so Käfighühner geklaut. Boah, waren die zäh.«
»Wie?« Ich war entsetzt. »Ihr habt die einfach geklaut und gegessen?« Ich hatte angenommen, man hätte die armen Tiere ganz beherzt und rebellisch freigelassen, damit sie in Ruhe in freier Wildbahn verrecken könnten.
»Nein, nein. Wir haben die einfach nur gegessen. Aber man schmeckte schon, dass die kein schönes Leben gehabt hatten ...«
Ich war gespannt. Es hörte sich nach einer richtig packenden Geschichte an, eine von der punkig-autonomen Sorte. Immerhin hatte er früher in einem besetzten Haus gewohnt.
»Wir waren zelten«, erzählte er, »und hatten Hunger. Dann sind abends einige Leute los und haben so Käfighühner geklaut. Boah, waren die zäh.«
»Wie?« Ich war entsetzt. »Ihr habt die einfach geklaut und gegessen?« Ich hatte angenommen, man hätte die armen Tiere ganz beherzt und rebellisch freigelassen, damit sie in Ruhe in freier Wildbahn verrecken könnten.
»Nein, nein. Wir haben die einfach nur gegessen. Aber man schmeckte schon, dass die kein schönes Leben gehabt hatten ...«
Wenn die »Road Crew« Musik macht
»Keine Zukunft war gestern« – so heißt eines der besten Bücher über Punk aus Deutschland überhaupt, erschienen im Archiv der Jugendkulturen und zusammengestellt von Leuten, die seit vielen Jahren aktiv in der Punk-Szene mitmachen. Das Buch kam 2009 raus, und es wurde mit einer Ausstellung sowie einer Vortragstour durch Deutschland präsentiert. (Wer's noch nicht hat, verpasst echt was!)
Die Macher des Buches stammten größtenteils aus irgendwelchen Punk-Bands oder klampften mehr aus Spaß mit ihren Gitarren herum. So entstand die Idee einer spontanen Studiosession, und dabei wurden – na klar! – allerlei Punk-Klassiker nachgespielt. Das Ergebnis davon ist wiederum die EP hier.
Vier Klassiker aus den frühen 80er und späten 70er Jahren gibt's: Abwärts und S.Y.P.H., Hans-A-Plast und Slime stehen für die ganz frühen Deutschpunk-Bands, und man hat von diesen Bands auch richtig gute Stücke ausgesucht. Das klingt dann sehr zurückhaltend, ist sehr bescheiden instrumentiert und aufgenommen ... wie 1979 eben.
Wo viele Coverversionen klingen, als wollten die Bands besser als die Originale klingen, ist die Road Crew sehr diszipliniert und stellt sich hinter den Originalen zurück. Es ist eine Würdigung des uralten Deutschpunk, und es ist eine Verneigung vor den Anfängen. Die schöne EP hat übrigens eine Auflage von nur 350 Exemplaren – Sammler sollten sich also beeilen!
Die Macher des Buches stammten größtenteils aus irgendwelchen Punk-Bands oder klampften mehr aus Spaß mit ihren Gitarren herum. So entstand die Idee einer spontanen Studiosession, und dabei wurden – na klar! – allerlei Punk-Klassiker nachgespielt. Das Ergebnis davon ist wiederum die EP hier.
Vier Klassiker aus den frühen 80er und späten 70er Jahren gibt's: Abwärts und S.Y.P.H., Hans-A-Plast und Slime stehen für die ganz frühen Deutschpunk-Bands, und man hat von diesen Bands auch richtig gute Stücke ausgesucht. Das klingt dann sehr zurückhaltend, ist sehr bescheiden instrumentiert und aufgenommen ... wie 1979 eben.
Wo viele Coverversionen klingen, als wollten die Bands besser als die Originale klingen, ist die Road Crew sehr diszipliniert und stellt sich hinter den Originalen zurück. Es ist eine Würdigung des uralten Deutschpunk, und es ist eine Verneigung vor den Anfängen. Die schöne EP hat übrigens eine Auflage von nur 350 Exemplaren – Sammler sollten sich also beeilen!
08 April 2010
Gemütliche Seitenstraßen
Erinnerung an Verona - Juni 2009
Ich mag Verona, und ich mag die Innenstadt, wenngleich sie manchmal von zu vielen Touristen besucht wird. Hält man sich aber einigermaßen vom schlimmsten Getümmel fern und genießt die schönen Seitenstraßen, macht es richtig Spaß, sich Verona anzugucken. Und wenn man ein bisschen erschöpft ist, hält man einfach in einer Gasse an und trinkt einen Kaffee.
Wir taten das am späten Mittag, es war warm, und wir waren schon kreuz und quer durch die Straßen gegondelt. Das von chinesisch wirkenden Menschen betriebene Caffe Le Fogge lag geschickt zwischen zwei größeren Straßen, einige hundet Meter von der Arena entfernt. Wir setzten uns ins Freie, aber selbstverständlich in den Schatten, und blieben dort gut eine Stunde lang.
Das erwies sich als eine gute Idee. Der Kaffee war lecker, mir schmeckte danach noch eine Cola und ein Saft. Wir aßen nichts, weil wir keinen Hunger hatten; die Speisekarte wirkte allerdings ebenso okay wie das, was anderen Leuten auf den Tisch gestellt wurde. In der Nachmittagshitze fühlte ich mich allerdings nicht sonderlich hungrig, weshalb mir der »Verzicht« sehr leicht fiel.
Nettes Café, kein Pflichtbesuch – aber eine schöne Erinnerung an einen herrlichen Sommertag im letzten Jahr.
Ich mag Verona, und ich mag die Innenstadt, wenngleich sie manchmal von zu vielen Touristen besucht wird. Hält man sich aber einigermaßen vom schlimmsten Getümmel fern und genießt die schönen Seitenstraßen, macht es richtig Spaß, sich Verona anzugucken. Und wenn man ein bisschen erschöpft ist, hält man einfach in einer Gasse an und trinkt einen Kaffee.
Wir taten das am späten Mittag, es war warm, und wir waren schon kreuz und quer durch die Straßen gegondelt. Das von chinesisch wirkenden Menschen betriebene Caffe Le Fogge lag geschickt zwischen zwei größeren Straßen, einige hundet Meter von der Arena entfernt. Wir setzten uns ins Freie, aber selbstverständlich in den Schatten, und blieben dort gut eine Stunde lang.
Das erwies sich als eine gute Idee. Der Kaffee war lecker, mir schmeckte danach noch eine Cola und ein Saft. Wir aßen nichts, weil wir keinen Hunger hatten; die Speisekarte wirkte allerdings ebenso okay wie das, was anderen Leuten auf den Tisch gestellt wurde. In der Nachmittagshitze fühlte ich mich allerdings nicht sonderlich hungrig, weshalb mir der »Verzicht« sehr leicht fiel.
Nettes Café, kein Pflichtbesuch – aber eine schöne Erinnerung an einen herrlichen Sommertag im letzten Jahr.
07 April 2010
Words of Darkness zu Sardev
Eine schöne Besprechung zu meinem Fantasy-Kurzroman gibt es im Blog »Words of Darkness«; verfasst wurde sie von Benjamin Kentsch. Unterm Strich ist die Rezension lobend: Der Roman erhält 3,5 von 5 Sternen - das freut.
Der Rezensent bezeichnet »Schatten des Friedens« als »ein Fantasy-Abenteuer in bester Banditen-Manier«, als einen »Roman, der spannend zu lesen ist«. Er freut sich darüber, dass das Buch »kein Kriegsdrama erzählt« und bezeichnet es als »kurzweiligen Roman spannender Unterhaltung«.
Der Rezensent bezeichnet »Schatten des Friedens« als »ein Fantasy-Abenteuer in bester Banditen-Manier«, als einen »Roman, der spannend zu lesen ist«. Er freut sich darüber, dass das Buch »kein Kriegsdrama erzählt« und bezeichnet es als »kurzweiligen Roman spannender Unterhaltung«.
IndieRock von Appaloosa
Mit Punkrock und artverwandten Klängen kenne ich mich ja einigermaßen aus. Sobald ich jedoch die bekannten Gefilde verlasse, wird es schwierig, konkrete Begriffe zu finden. Da sage ich dann halt »gefällt mir« oder »gefällt mir nicht«.
Die italienische Band Appaloosa ist dafür ein gutes Beispiel: Was die vier Typen aus Livorno machen, ist im weitesten Sinn wohl Rockmusik, meinetwegen IndieRock, dazu einige Einsprengsel von Elektro-Sounds und tatsächlich ein Bassgewummer, wie man es in den frühen 80er Jahren bei irgendwelchen Wave-Bands gehört hat. In den letzten Wochen hörte ich die CD der Jungs recht oft.
Tatsächlich zirpt und blubbert es auf der Platte sehr oft, vor allem in solchen Fällen ist sie ganz gut als Hintergrundmusik im Frühjahr geeignet. Gesungen wird selten, dann eher in englischer Sprache – das ganze ist sehr geschmeidig, geht gut ins Ohr und nervt nicht. Irgendwie sogar ziemlich cool, wenn ich es mir richtig überlege ...
Die italienische Band Appaloosa ist dafür ein gutes Beispiel: Was die vier Typen aus Livorno machen, ist im weitesten Sinn wohl Rockmusik, meinetwegen IndieRock, dazu einige Einsprengsel von Elektro-Sounds und tatsächlich ein Bassgewummer, wie man es in den frühen 80er Jahren bei irgendwelchen Wave-Bands gehört hat. In den letzten Wochen hörte ich die CD der Jungs recht oft.
Tatsächlich zirpt und blubbert es auf der Platte sehr oft, vor allem in solchen Fällen ist sie ganz gut als Hintergrundmusik im Frühjahr geeignet. Gesungen wird selten, dann eher in englischer Sprache – das ganze ist sehr geschmeidig, geht gut ins Ohr und nervt nicht. Irgendwie sogar ziemlich cool, wenn ich es mir richtig überlege ...
06 April 2010
Knalliger Debüt-Film
Ein Bankangestellter, der sich in seinem grundsoliden Dasein nur noch langweilt. Ein Lagerarbeiter, der seinen Traum von einer Kneipe verwirklichen möchte. Das sind die zwei Figuren, die in dem neuen Kinofilm »Schwerkraft« aufeinandertreffen.
Über Ostern haben wir uns den Streifen angeschaut, und ich war ziemlich begeistert. Das Ding ist tatsächlich eine Debüt-Arbeit, und das glaubt man kaum: Die Kameraführung, die Storygestaltung, die Führung der Schauspieler – das ist alles höchst professionell und besser als vieles, was ich in den letzten Jahren so gesehen habe.
Was sicher an der Story liegt: Der Bankangestellte (gespielt von Fabian Hinrichs, den ich vorher nie bewusst wahrnahm) rebelliert nach einem Schock gegen sein System, und sein alter Psychobilly-Kumpel (dargestellt von Jürgen Vogel) hilft ihm mit seinen Erfahrungen als Einbrecher. Das sieht superlustig aus, geht auf Dauer aber nicht gut.
Der Film hat mehrere Preise kassiert – und das zu Recht. Es handelt sich weder um einen stumpfen Action-Knaller noch um intellektuelle Langeweile. Wer mag, kann in dem Film einen Kommentar zur Bankenkrise sehen. Wer aber einfach nur einen klasse gemachten Unterhaltungsfilm mit einer Bande gut gelaunter Schauspieler gucken möchte, kommt im April um diesen Streifen wohl kaum rum.
Über Ostern haben wir uns den Streifen angeschaut, und ich war ziemlich begeistert. Das Ding ist tatsächlich eine Debüt-Arbeit, und das glaubt man kaum: Die Kameraführung, die Storygestaltung, die Führung der Schauspieler – das ist alles höchst professionell und besser als vieles, was ich in den letzten Jahren so gesehen habe.
Was sicher an der Story liegt: Der Bankangestellte (gespielt von Fabian Hinrichs, den ich vorher nie bewusst wahrnahm) rebelliert nach einem Schock gegen sein System, und sein alter Psychobilly-Kumpel (dargestellt von Jürgen Vogel) hilft ihm mit seinen Erfahrungen als Einbrecher. Das sieht superlustig aus, geht auf Dauer aber nicht gut.
Der Film hat mehrere Preise kassiert – und das zu Recht. Es handelt sich weder um einen stumpfen Action-Knaller noch um intellektuelle Langeweile. Wer mag, kann in dem Film einen Kommentar zur Bankenkrise sehen. Wer aber einfach nur einen klasse gemachten Unterhaltungsfilm mit einer Bande gut gelaunter Schauspieler gucken möchte, kommt im April um diesen Streifen wohl kaum rum.
02 April 2010
Die Aeronauten schmeicheln
Vom Namen her sind mir die Aeronauten schon lange bekannt; bewusst gehört habe ich die Band aus der Schweiz bislang nicht. Mit »Wir wollen immer dasselbe« gibt es eine EP auf Rookie Records, die neuerdings häufig im Auto läuft – kein Wunder, der lässige Sound schmeichelt sich mir geradezu ins Ohr.
Was die Band macht, ist weit weg vom Punkrock und könnte fast schon als »IndiePop« bezeichnet werden. Bei den Stücken ohne Texte passt die Bezeichnung ja; anders sieht es bei den echten »Songs« aus. Die sind dann nämlich entweder in lupenreinem Hochdeutsch oder eben im Schwyzerdütsch – beides ziemlich klasse, beides ziemlich intensiv.
»Wir wollen immer dasselbe« ist ein echter Hit, der theoretisch im Radio laufen könnte; die anderen Stücke auf der Platte sind schlau und klasse, vielleicht zu schlau für den Massengeschmack. Mir gefallen sie sehr gut, und ich werde mir dann doch irgendwann mal eine »richtige« Platte der Band kaufen müssen.
Was die Band macht, ist weit weg vom Punkrock und könnte fast schon als »IndiePop« bezeichnet werden. Bei den Stücken ohne Texte passt die Bezeichnung ja; anders sieht es bei den echten »Songs« aus. Die sind dann nämlich entweder in lupenreinem Hochdeutsch oder eben im Schwyzerdütsch – beides ziemlich klasse, beides ziemlich intensiv.
»Wir wollen immer dasselbe« ist ein echter Hit, der theoretisch im Radio laufen könnte; die anderen Stücke auf der Platte sind schlau und klasse, vielleicht zu schlau für den Massengeschmack. Mir gefallen sie sehr gut, und ich werde mir dann doch irgendwann mal eine »richtige« Platte der Band kaufen müssen.
Der Horror vom Innern des Sarges
Eine der schrecklichsten Vorstellungen überhaupt ist, lebendig begraben zu werden. Wohl jeder Mensch verspürt allein beim Gedanken an eine solche Situation eine kreatürliche Angst. Von daher ist es nachvollziehbar, dass Horror-Schriftsteller ein solches Szenario gern heraufbeschwören.
So erging es wohl auch Kurt Luif alias Neal Davenport, als er in den 70er Jahren seine »Dämonenkiller«-Romane verfasste. Die werden bekanntlich jetzt von Zaubermond unter andere m als supergut gemachte »Dorian Hunter«-Hörspiele herausgegeben, und die aktuelle Nummer 9 hat das Lebendig-begraben-werden als ein Thema. Wobei der Titel »Im Labyrinth des Todes« nicht das wahre Ausmaß des Schreckens wiedergibt.
Dorian Hunter, der Titelheld der Story, muss diesmal nach Hongkong reisen, wo Coco Zamis – die Hexe, die sich mit ihm im Kampf gegen die Dämonen verbündet hat – angeblich gestorben ist. Hunter ermittelt auf eigene Faust, durchwühlt Friedhöfe, trifft leichenfressende Ghuls und andere Schrecknisse und wird zuletzt lebendig begraben.
Selbstverständlich geht die Story gut aus, wir haben es hier schließlich mit einer Serie zu tun. Aber bis es so weit ist, bekomme ich als Hörer in 76 Minuten voller Action und Spannung eine packende Handlung geboten. Regisseur Mario Göllner und Produzent Dennis Ehrhardt haben zum wiederholten Mal eine hervorragende Arbeit geleistet; es ist mir fast schon unangenehm, das Duo erneut zu loben.
Kein Schmarrn: Wer sich mal an Hörspielen versuchen mag, sollte »Dorian Hunter« hören. Die neunte Ausgabe der Reihe ist in punkto Technik mindestens so gut wie die vorherigen und setzt in punkto Horror noch eines drauf. Da stört es keine Sekunde lang, dass es keinerlei Lokalkolorit gibt und die asiatische Metropole Hongkong seltsam gesichtlos bleibt, als habe man es mit einem Vorort von London oder eben Wien zu tun.
Ein tolles Hörspiel – gibt's als haptische Version bei allen einschlägigen Händlern und ebenso als MP3-Download. Legal natürlich. Den Vertrieb hat jetzt Folgenreich übernommen.
So erging es wohl auch Kurt Luif alias Neal Davenport, als er in den 70er Jahren seine »Dämonenkiller«-Romane verfasste. Die werden bekanntlich jetzt von Zaubermond unter andere m als supergut gemachte »Dorian Hunter«-Hörspiele herausgegeben, und die aktuelle Nummer 9 hat das Lebendig-begraben-werden als ein Thema. Wobei der Titel »Im Labyrinth des Todes« nicht das wahre Ausmaß des Schreckens wiedergibt.
Dorian Hunter, der Titelheld der Story, muss diesmal nach Hongkong reisen, wo Coco Zamis – die Hexe, die sich mit ihm im Kampf gegen die Dämonen verbündet hat – angeblich gestorben ist. Hunter ermittelt auf eigene Faust, durchwühlt Friedhöfe, trifft leichenfressende Ghuls und andere Schrecknisse und wird zuletzt lebendig begraben.
Selbstverständlich geht die Story gut aus, wir haben es hier schließlich mit einer Serie zu tun. Aber bis es so weit ist, bekomme ich als Hörer in 76 Minuten voller Action und Spannung eine packende Handlung geboten. Regisseur Mario Göllner und Produzent Dennis Ehrhardt haben zum wiederholten Mal eine hervorragende Arbeit geleistet; es ist mir fast schon unangenehm, das Duo erneut zu loben.
Kein Schmarrn: Wer sich mal an Hörspielen versuchen mag, sollte »Dorian Hunter« hören. Die neunte Ausgabe der Reihe ist in punkto Technik mindestens so gut wie die vorherigen und setzt in punkto Horror noch eines drauf. Da stört es keine Sekunde lang, dass es keinerlei Lokalkolorit gibt und die asiatische Metropole Hongkong seltsam gesichtlos bleibt, als habe man es mit einem Vorort von London oder eben Wien zu tun.
Ein tolles Hörspiel – gibt's als haptische Version bei allen einschlägigen Händlern und ebenso als MP3-Download. Legal natürlich. Den Vertrieb hat jetzt Folgenreich übernommen.
01 April 2010
Endlich wieder Alpi!
Das erste Bier, das ich trank, war Alpirsbacher Klosterbräu, ein Exportbier der klassischen Sorte. Es war das Bier, das mein Vater mochte, und es wurde praktisch von allen im Dorf getrunken. Ich liebte es, aber es geriet buchstäblich in Geschmacksvergessenheit.
Am Wochenende kaufte ich mir jetzt zum erstenmal seit vielen Jahren wieder »Alpi«, natürlich die Halbliterflasche Export. »Ein Alte-Männer-Bier«, wurde ich verspottet.
Es wunderte mich nicht sonderlich – denn Exportbier hat tatsächlich einen antiquierten Anstrich. Wer etwas auf sich hält, trinkt Pils oder gleich die Exotenbiere im Club oder in der Disco. Wer Export trinkt, trägt auch altmodische Klamotten und hört Volksmusik.
Der erste Schluck war schon ein Genuss. Ich habe keine Ahnung, warum ich in den letzten Jahren auf mein Alpi verzichtet habe. Es schmeckte vollmundig und lief lecker den Hals hinunter, und schon nach einem halben Liter hatte ich das Gefühl, leicht angetrunken zu sein.
Großartig! Ich werde sicher nicht darauf verzichten, in der Kneipe ein Tannenzäpfle oder auch mal ein Hoepfner-Pils zu trinken. Aber künftig werde ich mir wohl für das Zuhause wieder immer ein Sixpack mit Alpi auf Vorrat zulegen.
Am Wochenende kaufte ich mir jetzt zum erstenmal seit vielen Jahren wieder »Alpi«, natürlich die Halbliterflasche Export. »Ein Alte-Männer-Bier«, wurde ich verspottet.
Es wunderte mich nicht sonderlich – denn Exportbier hat tatsächlich einen antiquierten Anstrich. Wer etwas auf sich hält, trinkt Pils oder gleich die Exotenbiere im Club oder in der Disco. Wer Export trinkt, trägt auch altmodische Klamotten und hört Volksmusik.
Der erste Schluck war schon ein Genuss. Ich habe keine Ahnung, warum ich in den letzten Jahren auf mein Alpi verzichtet habe. Es schmeckte vollmundig und lief lecker den Hals hinunter, und schon nach einem halben Liter hatte ich das Gefühl, leicht angetrunken zu sein.
Großartig! Ich werde sicher nicht darauf verzichten, in der Kneipe ein Tannenzäpfle oder auch mal ein Hoepfner-Pils zu trinken. Aber künftig werde ich mir wohl für das Zuhause wieder immer ein Sixpack mit Alpi auf Vorrat zulegen.
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