Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
14 September 2026
Neuseeländische Krimi-Miniserie
Die sechs Teile umfassende Miniserie »Back Up« ist neu in der Mediathek des ZDF; ich habe sie mir angesehen und fand sie sehr unterhaltsam. Jede Folge steht für sich, erzählt wird aber eine gemeinsame Geschichte: Die Fälle hängen miteinander zusammen, und die emotionalen Konflikte tragen die Staffel in hervorragender Art und Weise.
Kulturelle Gegensätze spielen eine Rolle, werden aber nicht übertrieben: Mihi ist eine Maori, und sie ist mit ihrer Familie eng verwoben. Dafür kennt Deb wegen ihrer Familie jeden Trunkenbold in der Stadt. So sind Kultur, Beziehung und Kriminalfall hervorragend miteinander verknüpft.
Die Miniserie hat immer wieder schöne Landschaftsaufnahmen; die Schauspieler/innen wirken auf mich auch in den Nebenrollen sehr glaubhaft, und die Musik ergänzt die einzelnen Folgen. Gelegentlich gibt es Humor, der kann auch mal grob sein – wie das halt in ländlichen Regionen manchmal so ist ...
Insgesamt hat mich »Back Up« überzeugt. Weil die Geschichte noch nicht völlig auserzählt ist, könnte es eine Fortsetzung geben. Es wäre aber auch okay, wenn es bei diesem Sechsteiler bliebe ...
11 September 2026
Vor 25 Jahren begann eine andere Zeit
Auf einmal stand der Kollege in meinem Büro, sein Gesicht war bleich. »Da ist einer mit dem Flugzeug ins World Trade Center geflogen«, sagte er.
Ich tat das Ganze zuerst ab. »Mit einer Cessna, oder was?«, fragte ich. »Hat er sich verflogen?«
»Nein. Mit einem Passagierflugzeug.« Ich solle im Internet nachgucken.
Wir bekamen keinen Zugriff mehr aufs Internet. Die Leitungen waren an diesem 11. September 2001 völlig überlastet. Im Radio kamen nur verwirrende Berichte. Wir wussten nicht, was los war, ahnten aber, dass etwas Schlimmes geschehen sein musste.
Ich machte sehr früh Feierabend und fuhr nach Hause. Dort setzte ich mich auf die Couch und sah quasi »live« zu, wie ein Flugzeug in den zweiten Turm flog, wie alles brannte und dann die Türme zusammenstürzten.
An diesem Tag war an ein normales Gespräch nicht mehr zu denken. Alle Leute, mit denen ich redete, waren bestürzt und schockiert.
Das ist jetzt exakt 25 Jahre her. An diesem Tag begann eine andere Zeit, das ist mittlerweile sicher. Die Welt änderte sich in einem Maß, das wir uns vorher nicht hatten vorstellen können.
10 September 2026
Starker Buchladen
Mitten in Gamla Stan, der zentralen Insel von Stockholm, findet sich hinter einer schönen Altstadt-Fassade ein interessanter, nein, ein echt starker Laden. Gemeint ist der »Science Fiction Bokhandeln«, der gleich mehrere Stockwerke einnimmt. Wobei die Genre-Bezeichnung nicht so eng genommen wird: Mehr als die Hälfte des Sortiments ist Fantasy, und in der riesigen Comic-Abteilung finden sich auch haufenweise Alben und Taschenbücher aus anderen Genres.
Der Laden erstreckt sich über mehrere Stockwerke, die ich mir staunend anschaute. Taschenbücher und Bücher, Comics und Mangas bilden dabei einen wesentlichen Teil. Es gibt aber ebenso einen großen Bereich für Rollenspiele und andere Spielsysteme. Wer beispielsweise »Warhammer« und dergleichen mag, kann sich mit Figuren und Diorama-Bausätzen eindecken.
Selbstverständlich gibt es eine Abteilung für Kinderbücher, man kann sich allerlei Merchandise-Produkte kaufen, und sogar eine eigene »Harry Potter«-Abteilung lädt zum Stöbern ein. Ein großer Teil des Angebots ist in englischer Sprache; die Schweden beherrschen diese Sprache meist sehr gut. Aber der Anteil der Übersetzungen kann sich ebenfalls sehen lassen.
Ich war sehr beeindruckt. Man kann in diesem Laden einiges an Zeit verbringen, einfach nur deshalb, weil man viel zum Staunen und zum Stöbern hat. Wäre ich Schwede oder würde ich in diesem Land arbeiten, wäre ich wohl öfter in dieser Ecke von Gamla Stan.
09 September 2026
Die Suche nach der Dunklen Materie
Der niederländische Wissenschaftsjournalist Govert Schilling geht in seinem Sachbuch »Der Elefant im Universum« dieser Frage nach. Das macht er in eine recht lockeren Weise, so dass ein interessierter Laie – als solcher betrachte ich mich – jederzeit seinem Text folgen kann.
Kein Wunder: Schilling ist ein Autor, der schon Preise für seine Arbeiten erhalten und mehr als fünfzig Bücher veröffentlicht hat. Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat im Jahr 2007 sogar einen Kleinplaneten nach ihm benannt: (10986) Govert …
Schilling schildert sowohl die historische als auch die physikalische Dimension der Forschung: Er erzählt, welche Wissenschaftler zu welchen Zeiten am Thema der »fehlenden Materie« gearbeitet haben und zu welchen Schlussfolgerungen sie gekommen sind. Zudem gibt er die wissenschaftlichen Grundlagen wieder, die für die Suche eingesetzt werden. Auch vermittelt er die unterschiedlichen Theorien und zeigt auf, wie realistisch es ist, dass man sie jemals überprüfen kann.
Dabei arbeitet sich der Autor und Journalist von Person zu Person vor. Das ist eine geschickte Methode: Er erzählt von den jeweiligen Wissenschaftlern, mit denen er teilweise persönlich gesprochen hat, und stellt dar, welche Erkenntnisse sie zu ihrem Forschungsgebiet beigetragen haben. So entsteht das Bild einer engagierten Gemeinschaft, die an einem der größten Rätsel unserer Zeit arbeitet, sich dabei nicht immer einig ist – um es vorsichtig zu formulieren –, aber auf einen harten Konkurrenzkampf verzichtet.
Die Lektüre machte mir richtig Spaß. Einige Dinge, über die Schilling schreibt, wusste ich durch die langjährige Lektüre von Zeitschriften wie »bild der wissenschaft«; vieles war mir aber neu. In der Zusammenstellung fand ich das Buch sehr überzeugend: Schilling schreibt so, dass man ihm jederzeit folgen kann. Weil er auch immer die persönlichen Eigenschaften der Wissenschaftler ins Spiel bringt – wenn jemand einen Kaffee trinkt oder an seiner Brille herumspielt –, bekommt man einen lebensnahen Einblick.
Der Autor hat also eher einen journalistischen als einen wissenschaftlichen Zugang. Aber genau das fand ich so lesenswert – eine gelungene Mixtur aus Unterhaltung und Information.
»Der Elefant im Universum« ist als Hardcover-Band im Kosmos-Verlag erschienen, umfasst 400 Seiten – inklusive einer großen Liste von Quellenangaben – und kostet 28,00 Euro. (Wer sich vom Inhalt überzeugen möchte, findet auf der Internet-Seite des Verlags eine Leseprobe.) Das E-Book kostet 22,99 Euro.
(Diese Rezension habe ich im Juli auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier ist es praktisch eine Wiederholung zur Dokumentation.)
08 September 2026
Erfrischende Kurz-Utopien
Veröffentlicht wurden die Texte zuerst in der »tageszeitung« aus Berlin; die Zusammenstellung in Buchform erfolgte nun im Hirnkost-Verlag. Theresa Hannig sollte in einer Kolumne politische Ereignisse so kommentieren, wie es von einer Science-Fiction-Autorin erwartet wird: also durchaus der Zukunft zugewandt, gern auch ein bisschen positiv und nicht voller Angst vor kommenden Krisen.
Die Autorin erfand einen Zeitreisenden aus dem Jahr 2123, der bei ihr an der Tür klopft und sich mit ihr unterhält. Ihre fiktiven Gespräche mit Felix – so heißt der Zeitreisende – bilden die Grundlage für die kurzen Texte, die nie mehr als drei Buchseiten lang sind. Felix kennt sich mit der gesellschaftlichen Lage seiner Zeit gut aus und kommentiert aus seiner Warte die eine oder andere Entwicklung unserer Zeit.
Vor allem erzählt er darüber, was sich in den fast hundert Jahren positiv verändert hat. Die Welt des Jahres 2123 ist zwar noch lange nicht perfekt, aber die Menschen leben in einer Zukunft, die man sich gern vorstellen möchte.
Die Autorin und der Zeitreisende diskutieren über den Klimawandel und neue Möglichkeiten für die Bürger, sich an demokratischen Entscheidungen zu beteiligen. Sie reden über die Rente oder die Bauern, praktisch über alle Themen, die sich heutzutage ergeben und bei denen man schon gern wüsste, wie die in der Zukunft gelöst werden.
Die Gespräche sind oft amüsant zu lesen, die Visionen einer nicht zu weit entfernten Zukunft werden häufig mit einem gewissen Augenzwinkern präsentiert. Besonders gut gefällt mir dabei, dass die Autorin nicht den mahnenden Zeigefinger erhebt, sondern ihre Figuren locker erzählen lässt. Leserinnen und Leser können sich so ihre eigene Meinung bilden.
Wer mag, kann die einzelnen Texte als Kurzgeschichten betrachten; veröffentlicht wurden sie als Kolumnen. Das Buch enthält auch Kolumnen, die nicht in der »tageszeitung« veröffentlicht wurden, weil sie der Redaktion zu negativ waren. So entsteht ein höchst unterhaltsames Science-Fiction-Lesebuch, das man immer wieder zur Hand nimmt und nicht am Stück lesen muss.
Erschienen ist »Übermorgen« als ein schön gestalteter Hardcover-Band – inklusive Lesebändchen! –, der gut in der Hand liegt. Die 132 Seiten gibt’s für 18,00 Euro überall im Buchhandel; bei einer Bestellung ist die ISBN 978-3-9885714-1-0 möglicherweise hilfreich. Das E-Book kostet übrigens 10,99 Euro – sowohl das E-Book als auch die gedruckte Ausgabe sind über den PERRY RHODAN-OnlineShop erhältlich.
Wer einige Hintergründe zu »Übermorgen« haben möchte, kann sich auf der Internet-Seite der Autorin informieren. Dort gibt es nicht nur eine Leseprobe, sondern auch ein Video zur Buchvorstellung.
(Die Rezension erschien auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie, bereits im Juli 2026. Hier teile ich sie aus dokumentarischen Gründen.)
07 September 2026
Den Schafskrimi gesehen
Als ich den Roman »Glennkill« der deutschen Autorin Leonie Swann vor gut zwanzig Jahren las, fand ich ihn sehr erfrischend. Ich war nicht ganz so euphorisiert wie manche Leute in meinem sozialen Umfeld, mochte ihn aber sehr. Umso gespannter war ich nun auf die Verfilmung.
Der Film heißt im Original »The Sheep Detectives«, für den deutschen Markt hat man auf den sicheren Titel »Glennkill: Ein Schafskrimi« gesetzt. Mit Prominenten wie Hugh Jackman setzte man durchaus auf Stars; das war also keine billige Produktion. Wobei die eigentlichen Stars des Films eh die Schafe sind ...
Der Film kam in diesem Jahr heraus, ich sah ihn mir auf einem Streamingkanal an, also nicht im Kino. Seien wir fair: Er ist unterhaltsam, er hat seine schönen Seiten, aber man braucht ihn wirklich nicht.
Er hält sich vage an die Vorlage des Romans, vor allem in der Charakterisierung der Schafe, weicht aber in vielen Details stark ab. Das ist nicht schlimm, finde ich, das macht allerdings eine andere Geschichte daraus. Wer eine Eins-zu-Eins-Verfilmung des Bestsellers erwartet, ist vielleicht enttäuscht; mich störte das nicht so sehr.
Die Schafe und ihre Gedankengänge sind putzig, die Lösung des Krimis in sich auch schlüssig. Das passt schon gut zusammen, und man langweilt sich nicht unbedingt. So richtig spannend ist der Streifen allerdings nicht – eineinhalb Stunden kann man damit aber gut verbringen.
04 September 2026
Der Ragtime und die Beatles
In meinem Auto lief der von mir abonnierte Streamingdienst. Warum auch immer ich die Musik gestartet hatte: Aus den Boxen kam das Stakkato-Klavierspiel, das sich Scott Joplin vor gut hundert Jahren ausgedacht hatte. Ich finde Ragtime tatsächlich sehr cool und mag das immer wieder: Die Musik hat Tempo, sie wirkt hektisch und ein wenig überdreht, aber sie macht gute Laune, und eigentlich möchte man dazu herumhüpfen.
Im Gespräch kam die Frage auf: »Das ist eine rasante Musik, viel schneller als das, was in den fünfziger und sechziger Jahren als Rock’n’Roll verkauft wurde. Warum hat man sich darüber nicht aufgeregt? Wieso dieser Zorn und dieser lautstarke Hass gegen die Beat- und Rockmusik?«
Meine ernsthafte Überlegung; keine Ahnung, ob das realistisch ist: Ragtime wurde von Schwarzen Musikern gespielt und lief oft in »anrüchigen« Bars, in Speakeasys und halblegalen Restaurants. Und weil damals von vielen weißen Menschen den Schwarzen eh ein »animalisches Verhalten« angedichtet wurde, verzieh man ihnen gewissermaßen diese schnelle und zeitweise abgedrehte Musik. Das passte für sie irgendwie.
Bei den Beatles oder auch bei Elvis Presley handelte es sich um »weiße Jungs«. Und die machten auf einmal auch so eine wilde Musik. Das war dann auf andere Weise schlimm und brachte die Leute auf. So meine Theorie, die ich nicht blöd finde.
03 September 2026
Stille am Gambia
Bei meiner Reise durch Senegal und Gambia kam ich auch in den Nationalpark Niokolo-Koba im hintersten Winkel des Landes. Der Park liegt so weit von der Atlantik-Küste entfernt, dass er schon fast an Mali und Guinea stößt; eine sehr abgelegene Gegend also, in der es aber seltene Tiere und faszinierende Landschaften zu bestaunen gibt.
Unter anderem kam ich an eine sehr ruhige Stelle am Gambia. Der Fluss schlängelt sich erst eine Weile durch Senegal und dabei durch diesen Nationalpark, bevor er nach Gambia hineinfließt.
Ich war von der Lage und der Atmosphäre beeindruckt. Während ich am Ufer saß, hörte ich im Hintergrund eine große Gruppe von Affen zetern, während die Bäume im Wind rauschten und Vögel zwitscherten.
Im Flusswasser direkt vor mir waren Flusspferde, die ab und zu an die Oberfläche kamen und ihre riesigen Mäuler aufrissen. Einmal sprang ein Flusspferd sogar in die Höhe und landete mit einem riesigen »Platscher« wieder im Wasser.
Links ruhten auf einer Sandbank einige Krokodile. Die Echsen schienen in der Sonne zu dösen oder gar zu schlafen; es wirkte sehr friedlich. Und rechts bot sich der Blick in die Ferne: Wasser, Urwald und Himmel. Diesen Nachmittag am 15. November 1996 werde ich nie vergessen ...
02 September 2026
Knallig-blutiger Western-Comic
Das Kreativgespann aus Rogert Seiter und Chris Regnault ist mir durchaus bekannt: Die beiden haben in den vergangenen Jahren sowohl getrennt wie auch als Team eine Reihe von gelungenen Comics veröffentlicht. Mit »Leave Them Alone« liegt nun ein knalliger Western vor, den der Splitter-Verlag im kleinformatigen »Book«-Format veröffentlicht hat.
Die Story spielt im Jahr 1874 in Arizona. Eine Bande brutaler Mörder terrorisiert die Gegend. Postkutschen werden überfallen, es gibt Mord und Vergewaltigung. Eine kleine Poststation wird zum Schauplatz eines fiesen Kampfes, in dem sich unter anderem ein 18 Jahre altes Mädchen und seine Großmutter bewähren müssen ...
Das Szenario für den spannenden Comic stammt von Roger Seiter, und man kommt sich bei der Lektüre vor wie in einem klassischen Italo-Western. Die Figuren sind klar definiert, man kann Gut und Böse unterscheiden. Trotzdem gibt es »graue« Charaktere, zu denen eine Prostituierte und ein anfangs sehr schweigsamer Revolvermann gehören. Über die gesamte Länge der 160 Seiten hinweg ist die Geschichte spannend, auch deshalb, weil sie sich immer mehr zuspitzt und mit einer Reihe von Überraschungen aufwartet.
Chris Regnault verbindet die rasante Story mit einer bestechenden Grafik. Sie ist nicht hyperrealistisch; die Figuren erinnern manchmal eher an »Funnys«, ohne aber witzig zu sein. Landschaftsbilder überzeugen, Gesichter sind stark, Action wirkt heftig – Regnault hat einen modernen Stil, der nicht an die Western-Klassiker wie »Comanche« oder »Blueberry« erinnert, sondern eigene Wege einschlägt.
Starker top-aktueller Western-Comic! Checkt die Leseprobe!
01 September 2026
Literarischer Blick auf die 70er-Jahre
Die Geschichte beginnt im Hier und Jetzt: Eine Frau schreibt einen Brief an ihren Bruder, zu dem sie nur noch losen Kontakt hat. Dabei war er in ihrem Leben einmal wichtig, vor allem war er in den 70er-Jahren für eine gewisse Zeit ein kleiner Star. Er veröffentlichte Musik, und seine Schallplatten werden zur aktuellen Zeit im Oldie-Radio gespielt. Und während die Ich-Erzählerin schreibt und über ihr Leben nachdenkt, plaudert sie eben auch über das Jahr 1975 und über die Suche nach ihrem Bruder.
Die Geschichte innerhalb der Geschichte hat es in sich: Im November 1975 verlässt die vierzehn Jahre alte Schülerin ihr Elternhaus in Norddeutschland und begibt sich auf die weite Reise nach München. Dort ist ihr Bruder als Musikproduzent tätig, und sie muss ihn unbedingt treffen – ihrer Ansicht nach muss er zurück ins Elternhaus, um bei der Beerdigung der Mutter dabei zu sein.
Das Mädchen hat keinen Plan, schafft es aber trotzdem nach München. Dort stolpert die Vierzehnjährige durch die Nacht, trifft Leute aus der Szene, bei denen sie auch übernachten kann, lernt das Innere von Diskotheken und Tonstudios kennen und kommt so langsam ihrem Bruder näher. Am Ende trifft sie ihn endlich, doch die Begegnung verläuft nicht ganz so, wie sie es sich ausgemalt hat …
»Disko« ist ein gelungenes Werk, das nicht nur Leserinnen und Leser ansprechen sollte, die in den 70er-Jahren bereits alt genug waren, um die damalige Musik mitbekommen zu haben. Stilistisch zielt das Werk nicht unbedingt auf locker-leichte Lektüre ab: Es gibt praktisch keine Dialoge, viel wird in indirekter Sprache vermittelt.
Dadurch ergibt sich ein distanzierter Blick auf die jugendliche Hauptfigur und ihre Erlebnisse, was anfangs verwirren kann – ich war das so schlichtweg nicht gewohnt –, dann aber sehr fasziniert. Das Geschehen liest sich oft amüsant, wenngleich der Roman nie einen schenkelklopfenden Humor vermittelt.
Das München, das Till Raether präsentiert, ist voll von interessanten Charakteren, die aus der manchmal naiven Sicht eines Mädchens geschildert werden. Man bekommt bei der Lektüre einen lesenswerten Einblick in die Diskotheken-Szene der 70er-Jahre, die vielleicht wirklich so war, die man sich aber so auf jeden Fall gut vorstellen kann. Wer möchte, kann sich auf der Internet-Seite des Verlags mit einer Leseprobe einen Eindruck verschaffen.
Erschienen ist »Disko« als Hardcover-Band mit Schutzumschlag (das Taschenbuch kommt in diesem Herbst) bei btb; er ist 240 Seiten stark und kostet 24,00 Euro. Mithilfe der 978-3-442-75926-2 kann man ihn überall im Buchhandel bestellen. Das E-Book gibt’s für 18,99 Euro.
(Die Rezension wurde auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht, bereits im Juni. Hier teile ich sie aus dokumentarischen Gründen.)
31 August 2026
The Return of the Schnauzer
Zuerst fiel es mir in Schweden ganz deutlich auf, mittlerweile auch immer mehr in Deutschland, vor allem in den Städten: Der Schnauzbart ist wieder da. Alle möglichen Männer tragen zwischen Nase und Oberlippe seltsame Haare spazieren, und ich starre immer hin, als hätte ich einen Verkehrsunfall vor mir.
Mein Großvater väterlicherseits, den ich nie kennengelernt hatte und der noch den Ersten Weltkrieg mitmachen musste, trug als Oberlippenbart einen Kaiser-Wilhelm-Bart, einen von der Sorte, den man hochzwirbeln konnte. Mein Großvater mütterlicherseits trug eine typische »Rotzbremse«, so zwei, maximal vier Zentimeter unterhalb der Nasenlöcher. Das war beides in längst vergangenen Jahrzehnten.
Und zu meinen eigenen Peinlichkeiten gehört, dass ich in den 80er-Jahren zeitweise einen Oberlippenbart habe. Schaue ich mir entsprechende Fotos an, schüttelt es mich vor Scham und Entsetzen. Ich finde, dass ich damit einfach peinlich aussah.
Aber vielleicht würde man diese Bilder heute für modisch und aktuell halten? Mein peinlicher Oberlippenbart, der 1986 – nach der Bundeswehr – im Nachhinein gruselig war, könnte heute ja schick sein.
Aber ich glaube, das lasse ich lieber und hoffe darauf, dass der Schnauzbart eine Modetorheit ist, die nicht lange vorhält. Soll oder muss ich das Thema in mein Abendgebet einschließen?
28 August 2026
Verrückte Könige
Ich habe gelegentlich darüber geschrieben, wie gern ich den Podcast »Machtwechsel« höre, bei dem ich versuche, keine einzige Folge zu verpassen. Das liegt nicht daran, dass die Journalistin und der Journalistin, die ihn betreiben, politisch auf meiner Wellenlänge schwimmen – das tun sie nicht immer … –, sondern daran, dass die beiden sehr informiert wirken und ich das Gefühl habe, viele Hintergründe zu erfahren.
Das ist bei vielen anderen Podcasts nicht der Fall: Wenn ich nur Gelaber hören will, stelle ich mich an eine Pommesbude oder gehe zu vorgerückter Stunde in meine Stammkneipe.
Nun aber gibt es eine echte Konkurrenz für »Machtwechsel«. Sie heißt »Mad Kings«, kommt direkt aus der Redaktion der Zeitschrift »Der Spiegel« und stellt sich eher ein bisschen linksliberal auf. Wo also »Machtwechsel« eher konservativ daherkommt und sich manchmal zurückhält, wird »Mad Kings« klar: Hier wird die AfD klar als »rechtsextrem« bezeichnet, während man bei »Machtwechsel« gern den Begriff »rechtspopulistisch« benutzt.
Britta Sandberg arbeitete lange Jahre als Auslandskorrespondentin; ihr Kollege Christoph Hickmann leitet das »Hauptstadtbüros« der Zeitschrift. Beide haben also durchaus Ahnung von Politik und ganz offensichtlich auch klare Meinungen. Das finde ich gut.
In der ersten Folge, die in dieser Woche veröffentlicht wurde und die ich mir anhörte, geht es vor allem um die AfD, ihre Kontakte zu Russland und zu Putins Machtapparat sowie die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt. Ich fand das spannend und werde mir sicher auch die nächste Folge anhören. Und dann muss ich schauen, wie ich drei Polit-Podcast-Folgen pro Woche schaffen kann …
(Ach ja: »Mad Kings« gibt es überall da, wo man Podcasts hören kann.)
27 August 2026
Acht Tage in Stockholm
Dass Stockholm die Hauptstadt von Schweden ist, das wusste ich. Und ich hätte das einen oder andere Detail aus der schwedischen Geschichte sowie aus der jüngeren Vergangenheit erzählen können. Sonst hatte ich keine Ahnung von Stockholm. Beste Voraussetzungen also, dort einige Tage den Sommerurlaub zu verbringen …
Ich will an dieser Stelle nicht zu sehr in die Details einsteigen; das kann ich hoffentlich im Verlauf der kommenden Wochen und Monate in kurzen Texten nachholen. Stockholm hat mich positiv überrascht, nicht nur wegen des angenehmen Wetters, das sich so deutlich von der krachigen und zeitweise sehr schwülen Hitze in Karlsruhe unterschied.
Die Stadt ist zwar teilweise eng bebaut, hat aber gleichzeitig riesige Grünflächen und wegen der Insellage – Stockholm besteht aus 14 Inseln – an vielen Stellen richtige Strände und viel Wasser. Es ist also völlig normal, dass Leute in der Stadt baden oder mit dem Kajak zwischen den Stadtteilen unterwegs sind; auf den Straßen sieht man teilweise sehr viele Radfahrer.
Wer will, kann sich in der Stadt hervorragend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen. Die transportieren einen sogar zuverlässig zu diversen Inseln hinaus in die Ostsee oder zu den Binnenseen; man steigt mit der gleichen Fahrkarte in die Fähre um, die man ansonsten für die Bahn benutzt. Ansonsten kann man viel zu Fuß gehen, und gerade die Altstadt oder die Kneipenviertel lohnen sich, zu Fuß erkundet zu werden.
Es war ein sehr gelungener Urlaub. Ich dachte nicht an den Stress am Arbeitsplatz, sondern war auf das »Hier und Jetzt« konzentriert. Das fand ich sehr gut – Stockholm lohnt sich wirklich …
11 August 2026
Mal wieder ein Fest der Fantasie
Mein erstes Fest der Fantasie besuchte ich 1981, das ist also 45 Jahre her. Zuletzt war ich 2004 auf einem Fest; mir war also klar, dass sich seitdem viel verändert hat. Trotzdem reiste ich mit großer Vorfreude nach Bad Kissingen, wo in diesem Jahr das Fest im Heiligenhof – so heißt das Areal am Rand der Kurstadt – veranstaltet wurde.
Das Fest der Fantasie konzentrierte sich früher auf ein Wochenende; heute sind es zwei Wochenenden und die gesamte Woche dazwischen. Das heißt: Viele Programmpunkte laufen unter der Woche. Als ich ankam, war das meiste schon vorüber. Aber das war mir nicht so wichtig; ich reiste ja an, um alte Bekannte zu treffen.
Im Prinzip verbrachte ich das Wochenende damit, auf Stühlen oder Mauern oder sonstwo zu sitzen, etwas zu trinken und zu essen und mit Leuten zu plaudern. Das waren nicht nur Leute, die ich teilweise seit 1981 kannte, sondern ebenso jüngere Menschen – tatsächlich hat FOLLOW mittlerweile einen Stamm von jungen Leuten, die zwischen 15 und 35 Jahren alt sind. Das fand ich sehr erfrischend, und es wächst bereits eine noch neuere und jüngere Generation heran.
So verbrachte ich meine Zeit zwischen Fantasy-Literatur, Fantasy-Klamotten, einem Magiranischen Abend – man stelle sich Theaterstücke, Lesungen und Tänze in lockerer Reihenfolge vor – und einem Zeremonienabend, in dem sich die einzelnen Völker der Fantasy-Welt vorstellten. Im Rahmen dieses Abends wurde auch die Königin von Clanthon vorgestellt und gekrönt, was ich sehr gut fand.
Am Ende blieb ziemlich viel Begeisterung. Ich fühlte mich nicht wie damals, als ich mit 16 Jahren zum ersten Mal in Kontakt mit dieser Fantasy-Welt trat – das wäre auch absurd –, aber ich fühlte mich wie daheim. Und ich fand’s großartig, mit so vielen spinnerten Leuten ein Wochenende zu verbringen!
10 August 2026
Die Schlosslichtspiele kommen
Am Zirkel hielt ich an, weil ich sah, dass am Schloss die Fassade flackerte. Also lenkte ich mein Fahrrad in den Bereich des Schlossparks, der sich zwischen der Fassade des Schlosses und der eigentlichen Innenstadt erstreckt. Tatsächlich: Über die Fassade des Schlosses flimmerten Bilder, die von riesigen Projektoren erzeugt wurden. Angestrahlt wurden nur die rechte Seite und das Zentrum, der Rest würde wohl erst später kommen.
Man bereitete ganz offensichtlich die diesjährigen Schlosslichtspiele vor, auf die ich mich schon freue. Zum wiederholten Mal wird die Fassade »unseres« Schlosses zur Bühne für Video-Installationen, die ich immer wieder beeindruckend fand. Im Verlauf der Jahre gab es selten Installationen, die ich als schwach empfand; die meisten imponierten mir aber.
Das wird in diesem Sommer sicher wieder der Anlass für manche Fahrt mit dem Rad oder manchen Spaziergang sein, um sich vor dem Schloss eine der kostenlosen Shows anzugucken. (Das lohnt sich auch für Leute, die nicht in Karlsruhe wohnen!)
06 August 2026
Bibi und Tina und ihr Freizeitpark
Zu den Medien-Phänomenen, die ich nur am Rande mitbekomme, zählt unter anderem das Duo Bibi und Tina, das verwirrenderweise im offiziellen Markennamen als »Bibi & Tina« dargestellt wird, also mit einem kaufmännischen Zeichen. Wer hat sich denn das ausgedacht?
Aber gut: Seit 1991 gibt es die Hörspiele und das dazu entstandenen Medienimperium. Zahlreiche Kinder haben sich in den vergangenen Jahrzehnten von den beiden Figuren und ihren Pferden Amadeus und Sabrina begeistern lassen. Mittlerweile gibt es über 120 Hörspiele, dazu Bücher, Filme, Serien und allerlei Merchandise. Das finde ich schon sehr imponierend.
Dass es zu den beiden Figuren nun sogar einen Freizeitpark geben wird, verblüfft mich echt. Anfang Juli wurde Richtfest für den »Bibi & Tina Freizeitpark« gefeiert, der im kommenden Sommer eröffnet wird. In der Nähe von Berlin werden nun rund 60 Millionen Euro investiert, um Fahrgeschäfte, ein Familienhotel, allerlei Gastronomie-Kram sowie eine tägliche Show am Abend bieten zu können.
Ich bin mir nicht sicher, wie erfolgversprechend das Konzept ist. »Pferdemädchen« und ihre Familien sollten in diesem Park auf ihre Kosten kommen, da bin ich mir sicher. Ob und wie schnell sich die Erwartungen der Investoren erfüllen lassen, muss man einfach sehen – für die Marke ist das ein starker Erfolg.
05 August 2026
Zwischen Salon-Linken und Kaufhausregalen
Aber gut: Dreißig Jahre danach sind wir noch am Start. Mit einigen grauen Haaren mehr und dickeren Brillengläsern zwar, aber immerhin … Und ich freue mich nach wie vor, meine Texte beisteuern zu können.
Die Geschichte spielt im Juni 1996, was nun auch schon einige Zeit her ist. Der Ich-Erzähler stolpert durch ein Kaufhaus, in dem eine skurrile »Critical Mass«-Aktion stattfindet, die langsam außer Kontrolle zu geraten scheint. Zumindest glaubt das wohl die Polizei, die mittlerweile anrückt. Wie es weitergeht, das erzählt dann hoffentlich die nächste Folge …
04 August 2026
Weltraum-Abenteuer in drei Comic-Bänden
Zusammen mit dem französischen Autor Richard Marazano entwickelte er »Die Chroniken des Universums«, einen dreibändigen Comic, der in einer fernen Zukunft spielt. Die drei Bände wurden in den vergangenen Jahren im Splitter-Verlag veröffentlicht, der dritte Band kam im Frühjahr 2025 heraus – eine lohnenswerte Entdeckung für Science-Fiction-Fans.
Die Geschichte beginnt mit einem Raumflug, den eine Gruppe von Studierenden zusammen mit ihrem Dekan unternimmt. Dabei werden die jungen Leute von einer Art Zeitstrudel erfasst und in die Zukunft geschleudert, weit weg von der Erde und allen bekannten Systemen. Sie müssen versuchen, irgendwie den Rückweg durch Zeit und Raum zu finden, erkennen dann aber, dass sie nebenbei ein großes kosmisches Rätsel lösen müssen.
Dabei ist die Gruppe in sich ziemlich zerstritten. Die Studierenden haben andere Ansichten als der Dekan, der sich tatsächlich als ein Kopf in einer Glasvitrine entpuppt, oder ein kleinwüchsiger Humanoider, der sich anscheinend von den Gefühlen anderer Lebewesen »ernährt«. Weiß der Dekan mehr über die Zukunft, in der die jungen Leute gestrandet sind, und kann sich die Gruppe wirklich zusammenraufen, um gemeinsam überleben zu können?
Richard Marazano entwickelt seine Geschichte über die drei Bände hinweg, die eng zusammenhängen. Bei der Lektüre bekam ich allerdings das Gefühl nicht los, dass er – als er die Trilogie anfing – einen anderen Ausgang plante als der nun am Ende entstanden ist. Letztlich dürfte das aber gleichgültig sein, weil die Geschichte an sich ja spannend genug ist.
Der Autor widmet sich immer wieder dem Innenleben der Gruppe. Er zeigt die Spannungen zwischen den einzelnen Menschen und eine sich entwickelnde Liebesgeschichte. Er stellt aber auch die Begegnung mit Aliens dar und bringt die Geheimnisse des Kosmos – um die es letztlich geht – vor allem im zweiten und dritten Band stärker ein.
Bis ins Detail klärt er sie aber nicht auf und gibt auch keine Antworten auf die Fragen, die sich wohl manch eine Leserin oder ein Leser stellen wird. Da bleibt einiges an der eigenen Phantasie hängen, oder es gibt irgendwann doch eine Fortsetzung. Nachdem die Trilogie ihr Ende erreicht hat, könnte problemlos eine weitere Trilogie anschließen …
Ingo Römlings Illustrationen stellen die Figuren und ihr Umfeld gut dar. Sie sind eigenständig, man erkennt immer, wer welche Rolle einnimmt. Das Raumschiff wird technisch glaubhaft gezeigt, die Außerirdischen und die fremden Planeten stellt Römling ebenfalls gut dar. Damit illustriert er die mal actiongeladene, mal abgedrehte Geschichte stets wirkungsvoll.
»Die Chroniken des Universums« ist eine gelungene Comic-Trilogie. Wer Science Fiction mit Raumschiffen und Sense of Wonder mag, sollte sich die Leseprobe auf der Internet-Seite des Splitter-Verlags anschauen – danach kann man ja entscheiden, ob und wie es gefällt. Ich habe mich bei der Lektüre der drei Bände sehr gut unterhalten.
Die drei Bände wurden als Hardcover im Album-Format veröffentlicht; sie umfassen 56 Seiten und kosten 16,00 oder 17,00 Euro. Bestellen und kaufen kann man sie überall im Buch- und Comicfachhandel.
(Die Rezension wurde im Juni bereits auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier bringe ich sie aus dokumentarischen Gründen.)
03 August 2026
Wunderbares Aquarium
Und so war es sicher einer der Höhepunkte des ansonsten faulen und sehr gemütlichen Urlaubs, den ich über die Pfingstferien auf der Urlaubsinsel Gran Canaria verbrachte: Ich besuchte das »Poema del Mar«, angeblich eines der größten Meeresaquarien weltwelt. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen; darum geht es aber auch nicht.
Auf Gran Canaria bietet es sich auf jeden Fall an, dieses Aquarium zu besuchen. Es gibt viele »kleine Dinge«, die man sich anschauen kann, und ich machte weidlich davon Gebrauch. Wenn ich beispielsweise einem Chamäleon zuschauen kann, das sich keine zwanzig Zentimeter von meiner Nasenspitze entfernt durch das Geäst eines Baums bewegt, staune ich eben wie ein kleines Kind.
Phantastisch waren die Anblicke in dem riesigen Aquarium, das das Zentrum der Anlage bildet. Dort schwimmen Haie und Mantas, aber auch eine Schildkröte, dazu kommen zahlreiche Fische. Eine Art Gang aus Glas führt das Aquarium, vor allem aber gibt es eine Frontscheibe, vor der man sitzen und staunen kann. Natürlich haben manche Leute da lieber ihr Smartphone in der Hand und schauen sich dort irgendwelche Dinge an – aber das muss jeder selbst wissen.
Wobei ich mich ebenso für Quallen begeistern kann, für Seepferdchen und Seedrachen, für allerlei Eidechsen und anderes Getier, das in verschiedenen Habitaten präsentiert wird. Ich war mehrere Stunden in diesem »Poema del Mar«, und ich weiß nicht, wie viele Besuchergruppen an mir vorbeiströmten.
Schnell, schnell musste ein Foto vom Chamäleon gemacht werden, dann ging es weiter. Klar, manche Leute haben Zeitdruck. Aber hatte ich ja nicht, und so genoss ich die Zeit.
Ich habe eben ein kindliches Gemüt und staune gern.
31 Juli 2026
Boomer saufen weniger
Man bezieht sich dabei auf eine Studie eines Marktforschungsunternehmens, das der Getränkebranche zuarbeitet; angeblich wurden mehr als 32.000 Leute befragt. Immerhin 71 Prozent der Boomer haben im vergangenen Halbjahr Alkohol konsumiert; das sind zwei Prozent weniger als vor drei Jahren.
Der Vergleich ist spannend: Bei der sogenannten Generation Z – also bei den jungen Leuten – sei die Quote auf 74 Prozent gestiegen; vor drei Jahren waren es da noch 66 Prozent. In der gesamten erwachsenen Bevölkerung konsumieren 76 Prozent alkoholische Getränke.
Auffallend ist der starke Rückgang – generell – beim Bier. Es scheint sich, so vermuten auch die Marktforscher, ein Trend zu mehr Gesundheit abzuzeichnen; deshalb sei Alkohol nicht mehr ganz so üblich.
Ich finde das interessant: In meinem sozialen Umfeld war der Konsum von Alkohol stets normal. Man trank schon als Jugendlicher viel Bier, aber auch Schnaps; später ging man zu Wein und feineren Alkoholika über. Betriebs- oder Geburtstagsfeiern ohne Sekt und sonstige alkoholische Getränke waren undenkbar, zum Abendessen gehörten ein Bier oder ein Wein immer dazu. Von Konzerten und anderen Freizeitvergnügungen ganz zu schweigen.
Es zeichnet sich ein Wechsel ab. Und das bei konservativen Leuten, die schon »über die 60« sind. Spannend …
















