28 Oktober 2026

Spannend und mysteriös, aber ...

Von dem Autor Robert Charles Wilson las ich in den Nuller-Jahren einige Science-Fiction-Romane, die ich allesamt gut bis brillant fand. »Chronos« hatte ich ausgelassen, ohne dass es Gründe dafür gab, weshalb ich die Lektüre endlich nachholen wollte.

Um es vorwegzunehmen: Der Roman beginnt richtig gut, ist über lange Zeit sehr phantastisch und wird mir im letzten Viertel zu actionlastig. Gut unterhalten fühlte ich mich über die ganze Strecke.

Das liegt sicher an der Haupt- sowie den Nebenfiguren. Wilsons Hauptfigur ist ein Mann, der allein lebt und der mit sich und der Welt ziemlich unzufrieden ist, dann aber hinter ein großes Geheimnis kommt: Es gelingt ihm, durch eine Art Tunnel nach New York und vor allem in eine andere Zeit zu gelangen. Schnell wird ihm klar, dass er auf etwas gestoßen ist, das er eigentlich nicht kennen dürfte. Und recht schnell hat er es mit einem Gegenspieler zu tun, der ihm an den Kragen will.

Über weite Strecken hinweg vermittelt der Roman eine phantastische Spannung. Als Leser staunt man über die ungewöhnlichen Dinge, die von der Hauptfigur bemerkt werden; man freut sich über die kleinen Erfolge und reimt sich die Welt, durch die er sich bewegt, so langsam zusammen. Wenn im letzten Viertel die Action dazu kommt, ist das ziemlich knallig, machte mir dann aber nicht so viel Freude.

»Chronos« ist ein unterhaltsamer Science-Fiction-Roman mit schönen Szenen und einigen Zeitreise-Effekten, die Freude bereiten. Bei jedem anderen Autor hätte ich ihn sicher richtig gut gefunden. Wilson hat mit »Spin« und anderen Werken allerdings bewiesen, dass er bessere Romane hinbekommt.

So ist »Chronos« unterm Strich gut – aber erreicht nicht die Höhe anderer Wilson-Werke.

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