Der Herr trug ein pinkfarbenes Hemd und eine violette Krawatte, unterm Arm schleppte er einen Haufen Broschüren, und auf seiner Brust hing das Namensschild mit Angabe eines Verlages, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte.
Er sei von einem esoterischen Verlag, und er wolle mit uns zusammenarbeiten. Sein Verlag gehöre zu jenen Leuten, die sich für "freedom of speech" und "freedom of mind" einsetzten. Die CIA hätte schließlich viele Leute umbringen lassen, die UFO-Geheimnisse an die Öffentlichkeit bringen wollten. Sein Verlag bringe aber die Weisheiten der Überlebenden heraus, die sich überall weltweit versteckt hätten.
Er wirkte völlig nüchtern (ich würde so was nach dem zehnten Schnaps vielleicht auch erzählen), und ich wandte vorsichtig ein, daß ich meine Leser nicht mit so etwas konfrontieren wolle. Die sollten schließlich selbst denken und nicht den Gedankengängen einer Geheimwissenschaft folgen.
Daraufhin erläuterte er mir, daß ich dem "Y2K"-Plan folgen würde (oder so ähnlich), und daß ich letztlich die Weissagungen eines Forrester - oder so erfüllen würde, der der Menschheit einen 80-Jahres-Plan auferlebt habe. Das habe ich jetzt sicher nicht so wiedergegeben, wie er es mir erzählt hat, aber ich war gebührend beeindruckt.
Man führt schon spannende Gespräche im Rahmen einer Buchmesse.
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
05 Oktober 2006
In Sven Väths Club
Ich kenne mich nicht mit Techno-Läden und anderen Orten dieser Art aus. Gestern abend hatte ich aber einen offiziellen Termin im Coocoon-Club in Frankfurt, und das war schon rein optisch der Hammer. Der Laden gehört wohl Sven Väth, diesem bekannten Techno-DJ, und er sieht von der Inneneinrichtung aus wie die Zentrale eines Alien-Raumschiffes.
Veranstaltet wurde die Party von einem unserer Lizenzpartner - viele Schlipsträger waren unterwegs (darunter auch ich), viele Autoren traf ich (Kai Meyer oder Wolfgang Hohlbein beispielsweise), einige Leute aus anderen Firmen, die man halt so kennt (Weltbild). War tatsächlich extrem nett, auch wenn sich das für den normalen Leser dieses Blogs vielleicht nicht so anhört.
Ich schwitzte in meinem Anzug wie ein Affe und konnte nicht so viel Bier trinken, wie angebracht gewesen wäre: Erstens mußte ich fahren, zweitens mußte ich heute morgen früh raus, drittens gab es Kölsch, und da ertrage ich nicht mehr als drei Gläser, ohne zu brechen. Gut, dass es in solchen Fällen die Bionade gibt ...
Soweit der erste Zwischenstand vom Schlipsträgertreffen in Frankfurt am Main.
Veranstaltet wurde die Party von einem unserer Lizenzpartner - viele Schlipsträger waren unterwegs (darunter auch ich), viele Autoren traf ich (Kai Meyer oder Wolfgang Hohlbein beispielsweise), einige Leute aus anderen Firmen, die man halt so kennt (Weltbild). War tatsächlich extrem nett, auch wenn sich das für den normalen Leser dieses Blogs vielleicht nicht so anhört.
Ich schwitzte in meinem Anzug wie ein Affe und konnte nicht so viel Bier trinken, wie angebracht gewesen wäre: Erstens mußte ich fahren, zweitens mußte ich heute morgen früh raus, drittens gab es Kölsch, und da ertrage ich nicht mehr als drei Gläser, ohne zu brechen. Gut, dass es in solchen Fällen die Bionade gibt ...
Soweit der erste Zwischenstand vom Schlipsträgertreffen in Frankfurt am Main.
04 Oktober 2006
Hunderttausend Schlipsträger
Die Messe brummt schon am ersten Tag ... Ein Stimmengewirr brodelt durch die Gänge, Tausende von Schlipsträgern und fein angezogenen Damen ist unterwegs.
Unter den Schlipsträgern: ich.
Nach all den Jahren macht es mir zwar rein körperlich nichts mehr aus, wenn ich eine Krawatte um den Hals habe, aber ich finde es immer noch fürchterlich. Aber es gehört eben zur Uniform auf der Frankfurter Buchmesse, auf der ich mich jetzt bis Sonntag abend herumtreiben muss.
Business. Wichtige Geschäfte. Termine rund um die Uhr.
Aber immer wieder nette Gespräche: Gerade eben war ich mit Carsten Polzin beim Mittagessen. Der Kollege arbeitet als Lektor für den Piper-Verlag, und wir unterhielten uns vor allem über Musik ... nicht über Arbeit allein!
Er war in New York und hat am Times Square die Metal-Band Queensryche gesehen. Okay, nicht meine Tasse Bier, aber das hat schon was von cool, finde ich. Ich war gebührend neidisch.
Unter den Schlipsträgern: ich.
Nach all den Jahren macht es mir zwar rein körperlich nichts mehr aus, wenn ich eine Krawatte um den Hals habe, aber ich finde es immer noch fürchterlich. Aber es gehört eben zur Uniform auf der Frankfurter Buchmesse, auf der ich mich jetzt bis Sonntag abend herumtreiben muss.
Business. Wichtige Geschäfte. Termine rund um die Uhr.
Aber immer wieder nette Gespräche: Gerade eben war ich mit Carsten Polzin beim Mittagessen. Der Kollege arbeitet als Lektor für den Piper-Verlag, und wir unterhielten uns vor allem über Musik ... nicht über Arbeit allein!
Er war in New York und hat am Times Square die Metal-Band Queensryche gesehen. Okay, nicht meine Tasse Bier, aber das hat schon was von cool, finde ich. Ich war gebührend neidisch.
02 Oktober 2006
Zwei ganz verschiedene Besprechungen
In mancherlei Hinsicht haben Homepages in der Punkrock-etc.-Szene das abgelöst, was früher einmal die Fanzines waren: Auf Homepages gibt es topaktuelle Terminhinweise und natürlich ebenso allerlei Besprechungen. So auch von meinem eigenen Schmierheft, dem aktuellen ENPUNKT.
Diesmal kann ich zwei ganz verschiedene Besprechungen präsentieren, beide von Seiten, die von echten Szene-Veteranen geschrieben und gestaltet werden. Die beiden kennen sich auf jeden Fall auch vom Namen her, und ich gehe davon aus, dass sie sich aufgrund der räumlichen Nähe im Verlauf der letzten zwanzig Jahre gelegentlich gesehen haben.
Günter Gruse, seines Zeichens Ex-Punk und Skinhead-Aktivist seit den 80er Jahren, schreibt auf seiner politisch nicht gerade hundertprozentig korrekten Homepage (harhar) folgendes: »Das EN-PUNKT-Fanzine aus Karlsruhe ist in diesem Jahr zwanzig Jahre alt geworden. Herzlichen Glück-wunsch, Herr Frick! Als ich 1986, damals schon kahl geschoren, aber zwanzig Jahre jünger, die erste Ausgabe deines Fanzines in Händen hielt, da war meine erste Reaktion: Das Teil ist schnell wieder vergessen, is viel zu abgehoben, höchstens was für Pseudo-Punx mit Abitur. Von wegen schnell vergessen! Die dreiundvierzig Ausgaben des ENPUNKT, die Klaus Frick in den vergangenen zwanzig Jahren herausbracht hat, sind ja wohl der Beweis des Gegenteils.«
Und so weiter; es gibt auch einige kritische Bemerkungen zu meiner Midlife-Crisis und anderes. Wer mag, kann die ganze Rezension bei den Besprechungen auf der Seite – die auch darüber hinaus durchaus interessant ist, wenngleich eben nicht unbedingt jedermanns Geschmack – finden. Dankeschön, Alter, für die unterm Strich doch sehr positive Besprechung.
Auf Franks Crazyunited-Homepage gibt es im Bereich »Reviews« ebenfalls eine Besprechung, aus der ich auszugsweise zitieren will – wobei sie nicht Frank geschrieben hat, sondern Andre, der mir nicht persönlich bekannt ist. Ich zitiere wörtlich und unter Übernahme aller Schreibfehler: »Der Endpunkt ,von Szeneveteran Klaus N. Frick, ist so ein Fanzine, das ich nur äußerst unregelmäßig lese. Mehr durch Zufall gelange ich von Zeit zu Zeit in den Genuss dieser Lektüre, entweder durch Kollegen, oder wie jetzt zum rezensieren. Dabei macht mir das lesen in diesem Heft immer wieder Spaß. 20 Jahre wird dieser Schmöker aus Karlsruhe in diesem Jahr übrigens, unglaublich!«
Sehr schön. Ein bisschen Kritik ertrage ich immer, wenn genügend Lob dabei ist.
Diesmal kann ich zwei ganz verschiedene Besprechungen präsentieren, beide von Seiten, die von echten Szene-Veteranen geschrieben und gestaltet werden. Die beiden kennen sich auf jeden Fall auch vom Namen her, und ich gehe davon aus, dass sie sich aufgrund der räumlichen Nähe im Verlauf der letzten zwanzig Jahre gelegentlich gesehen haben.
Günter Gruse, seines Zeichens Ex-Punk und Skinhead-Aktivist seit den 80er Jahren, schreibt auf seiner politisch nicht gerade hundertprozentig korrekten Homepage (harhar) folgendes: »Das EN-PUNKT-Fanzine aus Karlsruhe ist in diesem Jahr zwanzig Jahre alt geworden. Herzlichen Glück-wunsch, Herr Frick! Als ich 1986, damals schon kahl geschoren, aber zwanzig Jahre jünger, die erste Ausgabe deines Fanzines in Händen hielt, da war meine erste Reaktion: Das Teil ist schnell wieder vergessen, is viel zu abgehoben, höchstens was für Pseudo-Punx mit Abitur. Von wegen schnell vergessen! Die dreiundvierzig Ausgaben des ENPUNKT, die Klaus Frick in den vergangenen zwanzig Jahren herausbracht hat, sind ja wohl der Beweis des Gegenteils.«
Und so weiter; es gibt auch einige kritische Bemerkungen zu meiner Midlife-Crisis und anderes. Wer mag, kann die ganze Rezension bei den Besprechungen auf der Seite – die auch darüber hinaus durchaus interessant ist, wenngleich eben nicht unbedingt jedermanns Geschmack – finden. Dankeschön, Alter, für die unterm Strich doch sehr positive Besprechung.
Auf Franks Crazyunited-Homepage gibt es im Bereich »Reviews« ebenfalls eine Besprechung, aus der ich auszugsweise zitieren will – wobei sie nicht Frank geschrieben hat, sondern Andre, der mir nicht persönlich bekannt ist. Ich zitiere wörtlich und unter Übernahme aller Schreibfehler: »Der Endpunkt ,von Szeneveteran Klaus N. Frick, ist so ein Fanzine, das ich nur äußerst unregelmäßig lese. Mehr durch Zufall gelange ich von Zeit zu Zeit in den Genuss dieser Lektüre, entweder durch Kollegen, oder wie jetzt zum rezensieren. Dabei macht mir das lesen in diesem Heft immer wieder Spaß. 20 Jahre wird dieser Schmöker aus Karlsruhe in diesem Jahr übrigens, unglaublich!«
Sehr schön. Ein bisschen Kritik ertrage ich immer, wenn genügend Lob dabei ist.
30 September 2006
Wie ich das Vorwort zu einem »Star Trek«-Buch schrieb

So groß sind meine Beziehungen zu der Fernsehserie »Star Trek« mit all ihren Ablegern ja doch wieder nicht. Aber ich habe sie immer mal wieder angeguckt, wenn ich es zeitlich auf die Reihe bekam.
Irgendwann in diesem Jahr erhielt ich eine Rundmail, in der ich – wie viele andere – dazu aufgefordert wurde, doch einige Sätze zum Thema »40 Jahre Star Trek« zu schreiben. Das tat ich, nur wurden die paar Sätze zu einer Seite Text ... manchmal kann ich einfach nicht aufhören.
Ich schickte den Text an die Verantwortlichen, die das Buch zusammenstellten; die bedankten sich artig und versprachen, den Text auch schön zu bringen. Das taten sie tatsächlich auch, wie ich dieser Tage feststellte, als das Buch bei mir eintraf ...
Jetzt habe ich nämlich ein Vorwort geschrieben, was mir ja ganz schön schmeichelt. Neben dem Film-Experten Ralph Sander (nicht verwandt und verschwägert mit dem Menschen, der bei der Stuttgarter Punk-Band Murder Disco X mitspielt und der auch schon mal als Raumkapitän in einem PERRY RHODAN-Taschenbuch auftauchte) werde ich sogar auf dem Cover genannt.
Ich fühle mich geschmeichelt ... und ein bisschen irritiert. Aber gut!
28 September 2006
Frick-Interview in der Mystery Press
Die Mystery Press ist eine Art Kundenmagazin, das der kleine aber feine Zaubermond-Verlag herausgibt und kostenlos an seine Leser abgibt. Dort werden diese Leser über neue Produktionen aus den Reihen »Professor Zamorra« oder »Maddrax« informiert, um mal die zwei bekanntesten Serien zu nennen.
Richtig – der Zaubermond-Verlag bringt im Prinzip die gebundenen Ausgaben zu klassischen Heft-romanserien heraus, die bereits im Bastei-Verlag erschienen sind. Die Bücher sehen wirklich gut aus, sind mit Schutzumschlag und so ausgestattet, und inhaltlich zeigen manche Autoren, was man aus »klassischen Stoffen« wie dem alt ehrwürdigen DÄMONENKILLER noch so alles herausholen kann. (Manches finde ich auch murksig, aber das ist Geschmackssache.)
In der aktuellen Ausgabe der Mystery Press ist ein Interview mit mir, in dem ich über das Schreiben an sich informiere. Da kaum ein Leser dieses Blogs zu den Zaubermond-Dauerkunden gehören dürfte, dokumentiere ich das Interview einfach in der Kommentarspalte. Lest selbst nach!
Richtig – der Zaubermond-Verlag bringt im Prinzip die gebundenen Ausgaben zu klassischen Heft-romanserien heraus, die bereits im Bastei-Verlag erschienen sind. Die Bücher sehen wirklich gut aus, sind mit Schutzumschlag und so ausgestattet, und inhaltlich zeigen manche Autoren, was man aus »klassischen Stoffen« wie dem alt ehrwürdigen DÄMONENKILLER noch so alles herausholen kann. (Manches finde ich auch murksig, aber das ist Geschmackssache.)
In der aktuellen Ausgabe der Mystery Press ist ein Interview mit mir, in dem ich über das Schreiben an sich informiere. Da kaum ein Leser dieses Blogs zu den Zaubermond-Dauerkunden gehören dürfte, dokumentiere ich das Interview einfach in der Kommentarspalte. Lest selbst nach!
25 September 2006
Zwei Schulklassen und Punkrock
Selten war ich vor einem »öffentlichen Auftritt« so unschlüssig wie an diesem Wochenende. Das Rock- und Popmuseum in Gronau hatte mich »gebucht«, wie das so schön heißt, und ich konnte mir einfach weder unter dieser Einrichtung etwas vorstellen noch unter dem Publikum, das mich erwartete.
Am Donnerstag abend, 21. September 2006, hatte ich kaum Zeit, mir das Museum anzuschauen; pünktlich um halb acht Uhr ging es los. Tatsächlich hatte sich Publikum eingefunden: einige punkig aussehende Jugendliche, eine etwas »ältere« Menschen sowie eine komplette Schulklasse. »Vom Missions-Gymniasum«, wie mir erzählt wurde, ohne daß ich mir darunter sonderlich vorstellen konnte.
Ich war tatsächlich nervös, als ich auf die Bühne kletterte. Es handelte sich um eine richtige Bühne, meine Füße waren also etwa auf Kopfhöhe des Publikums, das ich auf diese Weise kaum sehen konnte. Sehr seltsam, denn normalerweise bin ich immer auf Augenhöhe mit den Leuten, wenn ich vorlese.
Da das Publikum so jung und unschuldig aussah, verzichtete ich auf das Vorlesen irgendwelcher Sex-Szenen, sondern las andere Szenen vor. Trotzdem schien es den Schülern gefallen zu haben; sie hielten es fast eineinhalb Stunden lang aus, applaudierten immer brav und zogen als Gruppe ab, nachdem die Lehrerin zum Aufbruch geblasen hatte.
Am nächsten Tag war mein Vortrag über »30 Jahre Punk« für zehn Uhr morgens angesetzt worden. Tatsächlich hatte sich eine Schulklasse eingefunden, sehr junge Schüler vor allem. Recht schnell war mir klar, daß ich den detailbesessenen Vortrag, den ich ausgearbeitet hatte, so nicht halten konnte. Statt dessen beschränkte ich mich darauf, eine Powerpoint-Präsentation vorzuführen und mit Hilfe von Musikbeispielen einen Einblick in die Punk-Szene zu geben.
Anscheinend bekam ich es einigermaßen hin; zumindest lobten mich hinterher nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Lehrerin. Ob bei den Schülerinnen und Schülern außer irgendwelchen Vorurteilen zum Thema Punkrock und Hardcore überhaupt was hängenblieb, werde ich wohl leider nie erfahren – schade eigentlich.
Am Donnerstag abend, 21. September 2006, hatte ich kaum Zeit, mir das Museum anzuschauen; pünktlich um halb acht Uhr ging es los. Tatsächlich hatte sich Publikum eingefunden: einige punkig aussehende Jugendliche, eine etwas »ältere« Menschen sowie eine komplette Schulklasse. »Vom Missions-Gymniasum«, wie mir erzählt wurde, ohne daß ich mir darunter sonderlich vorstellen konnte.
Ich war tatsächlich nervös, als ich auf die Bühne kletterte. Es handelte sich um eine richtige Bühne, meine Füße waren also etwa auf Kopfhöhe des Publikums, das ich auf diese Weise kaum sehen konnte. Sehr seltsam, denn normalerweise bin ich immer auf Augenhöhe mit den Leuten, wenn ich vorlese.
Da das Publikum so jung und unschuldig aussah, verzichtete ich auf das Vorlesen irgendwelcher Sex-Szenen, sondern las andere Szenen vor. Trotzdem schien es den Schülern gefallen zu haben; sie hielten es fast eineinhalb Stunden lang aus, applaudierten immer brav und zogen als Gruppe ab, nachdem die Lehrerin zum Aufbruch geblasen hatte.
Am nächsten Tag war mein Vortrag über »30 Jahre Punk« für zehn Uhr morgens angesetzt worden. Tatsächlich hatte sich eine Schulklasse eingefunden, sehr junge Schüler vor allem. Recht schnell war mir klar, daß ich den detailbesessenen Vortrag, den ich ausgearbeitet hatte, so nicht halten konnte. Statt dessen beschränkte ich mich darauf, eine Powerpoint-Präsentation vorzuführen und mit Hilfe von Musikbeispielen einen Einblick in die Punk-Szene zu geben.
Anscheinend bekam ich es einigermaßen hin; zumindest lobten mich hinterher nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Lehrerin. Ob bei den Schülerinnen und Schülern außer irgendwelchen Vorurteilen zum Thema Punkrock und Hardcore überhaupt was hängenblieb, werde ich wohl leider nie erfahren – schade eigentlich.
24 September 2006
Ein Museum für Rock und Pop
Hört sich ja eigentlich seltsam an, lohnt sich aber: das Rock- und Popmuseum in Gronau – die Stadt liegt nördlich des Ruhrgebiets. Der Eintrittspreis für einen Erwachsenen beträgt 7,50 Euro, und das ist definitiv nicht zu viel.
Das Museum ist größtenteils interaktiv aufgebaut und zeichnet die Popgeschichte seit den zwanziger Jahren nach. Haufenweise Musik kann man anhören, Videos laufen auf kleinen Bildschirmen, und in verborgenen Schubfächern lagern Ausstellungsstücke, die Popgeschichte für alle Besucher erfahrbar machen.
Ein Highlight besonderer Art ist eine Art Schallraum, dessen Wände nur aus Lautsprechern zu bestehen scheinen: Wer sich dort hineinstellt, bekommt Sounds der letzten sechzig Jahre um die Ohren angeknallt, Hitler-Reden und Jimi-Hendrix-Gitarrensoli inklusive, während der Boden und die Wände wirklich vibrieren. Super!
Der Besuch im Rock'n'Pop-Museum in Gronau kann jedem nur empfohlen werden. Ich bedauerte, nicht mehr Zeit zu haben, und hatte nach drei, vier Stunden noch immer nicht alles gesehen. Eine tolle Erfahrung!
Das Museum ist größtenteils interaktiv aufgebaut und zeichnet die Popgeschichte seit den zwanziger Jahren nach. Haufenweise Musik kann man anhören, Videos laufen auf kleinen Bildschirmen, und in verborgenen Schubfächern lagern Ausstellungsstücke, die Popgeschichte für alle Besucher erfahrbar machen.
Ein Highlight besonderer Art ist eine Art Schallraum, dessen Wände nur aus Lautsprechern zu bestehen scheinen: Wer sich dort hineinstellt, bekommt Sounds der letzten sechzig Jahre um die Ohren angeknallt, Hitler-Reden und Jimi-Hendrix-Gitarrensoli inklusive, während der Boden und die Wände wirklich vibrieren. Super!
Der Besuch im Rock'n'Pop-Museum in Gronau kann jedem nur empfohlen werden. Ich bedauerte, nicht mehr Zeit zu haben, und hatte nach drei, vier Stunden noch immer nicht alles gesehen. Eine tolle Erfahrung!
20 September 2006
Seltsame Musikzusammenstellung
Da ich ja am Freitag morgen im Rock- und Popmuseum in Gronau einen Vortrag über Punkrock halten soll, ohne zu wissen, ob sich dafür auch nur ein Schwein interessiert, habe ich tatsächlich eine Zusammenstellung »relevanter Musik« erstellt und auf eine CD gebrannt. Wobei »relevant« in dem Zusammenhang heißt, daß es sich um einigermaßen wichtige und auch bekannte Bands handelt und ich sie – wichtig! wichtig! – auch auf CD haben muß. Den meisten Kram besitze ich ja nur auf Vinyl, und von dem läßt es sich schlecht brennen.
Die Folge ist, daß ich jetzt eine CD mit einer höchst obskuren Mischung besitze. Als erste Band treten die New York Dolls auf – klar, ohne die hätte die ganze Punk-Geschichte einen anderen Start genommen. Und die letzte Band sind Duesenjaeger – jaja, es geht ja darum zu zeigen, welche Musik denn im Jahr 2006 einigermaßen wichtig hierzulande ist.
Allein schon bei den zwei Bands wurde mir bewußt, wie unklar es eigentlich ist, eine »saubere« Punk-Geschichte zu erstellen. Okay, ich habe auch Exploited und Sex Pistols und Die Toten Hosen auf meine Auswahl-CD, ich habe weder Fugazi noch Warzone vergessen – aber es fehlen Black Flag und Dead Kennedys (habe ich nicht auf CD, tja ...) ebenso wie Slime oder Razzia.
Ich hoffe, daß die Auswahl trotzdem überzeugt. Sie muß eigentlich ... ich meine, in einem Vortrag über Punk kriegen die Leute so was wie Angry Samoans oder Devo zu hören, Male und die Back Chats. Wenn das mal keine Bandbreite ist!
Die Folge ist, daß ich jetzt eine CD mit einer höchst obskuren Mischung besitze. Als erste Band treten die New York Dolls auf – klar, ohne die hätte die ganze Punk-Geschichte einen anderen Start genommen. Und die letzte Band sind Duesenjaeger – jaja, es geht ja darum zu zeigen, welche Musik denn im Jahr 2006 einigermaßen wichtig hierzulande ist.
Allein schon bei den zwei Bands wurde mir bewußt, wie unklar es eigentlich ist, eine »saubere« Punk-Geschichte zu erstellen. Okay, ich habe auch Exploited und Sex Pistols und Die Toten Hosen auf meine Auswahl-CD, ich habe weder Fugazi noch Warzone vergessen – aber es fehlen Black Flag und Dead Kennedys (habe ich nicht auf CD, tja ...) ebenso wie Slime oder Razzia.
Ich hoffe, daß die Auswahl trotzdem überzeugt. Sie muß eigentlich ... ich meine, in einem Vortrag über Punk kriegen die Leute so was wie Angry Samoans oder Devo zu hören, Male und die Back Chats. Wenn das mal keine Bandbreite ist!
19 September 2006
Karl-Herbert und ich
Ich bin immer noch sehr beeindruckt von der unglaublichen Arbeit, die sich eine Gruppe von aktiven PERRY RHODAN-Fans gemacht hat, als sie den Schuber mit »Kommandosache K.H. Scheer« zusammenstellten. Auf insgesamt zwei Paperbacks und einer CD-ROM geht es um nichts anderes als um den Science-Fiction-Schriftsteller Karl-Herbert Scheer, der unter anderem die PERRY RHODAN-Serie begründet hat, der in den 50er und 60er Jahren aber auch Piratenabenteuer und anderes Zeugs verfasste: 400 Seiten, die pickepackevoll sind mit Informationen.
Eine respektable Arbeit, die ich vor allem deshalb auch so toll finde, weil die Aktivisten des Terranischen Clubs Eden auch die kritischen Blicke auf den Autor nicht vergessen. Sogar die unsäglichen Angriffe in den 60er Jahren, in denen Scheer allen Ernstes als Faschist bezeichnet wurde, verschweigen die Herausgeber um Kurt Kobler nicht.
Und ich bin mit einem Beitrag vertreten, was mich sehr gefreut hat. Den Beitrag dokumentiere ich hier im Blog einfach im Kommentar.
Wer sich für Science Fiction interessiert, sollte sich mal über das umfangreiche Werk informieren. Es lohnt sich echt!
Eine respektable Arbeit, die ich vor allem deshalb auch so toll finde, weil die Aktivisten des Terranischen Clubs Eden auch die kritischen Blicke auf den Autor nicht vergessen. Sogar die unsäglichen Angriffe in den 60er Jahren, in denen Scheer allen Ernstes als Faschist bezeichnet wurde, verschweigen die Herausgeber um Kurt Kobler nicht.
Und ich bin mit einem Beitrag vertreten, was mich sehr gefreut hat. Den Beitrag dokumentiere ich hier im Blog einfach im Kommentar.
Wer sich für Science Fiction interessiert, sollte sich mal über das umfangreiche Werk informieren. Es lohnt sich echt!
18 September 2006
25 Jahre Hafenstraße
Den »normalen« Tageszeitungen oder dem Fernsehen war es meist nicht einmal eine Meldung wert; immerhin die »tat« berichtete ein bißchen ausführlicher: Die legendäre Hafenstraße in Hamburg ist jetzt seit 25 Jahren von den Menschen (und ihren Nachfolgenden) bewohnt, die die drei Häuser am Hafenrand anno 1981 besetzt haben.
Respekt! Für Dörfler wie mich war anfangs der 80er Jahre der Begriff »Hafenstraße« gleich bedeutend mit »Revolution« und »Widerstand«; ich assoziierte damit Jugendliche, die Häuser besetzten und sich mit der Staatsgewalt anlegten. Es sollte Jahre dauern, bis ich eine differenziertere Ansicht bekam, und es dauerte auch Jahre, bis ich erstmals in einem der Häuser saß.
Schon wieder ist es eine Weile her, seit ich das letzte Konzert im »Störtebeker« sah; es war die Frankfurter Band Superfan, die es schon lange nicht mehr gibt. Und es ist ebenfalls schon lange her, daß ich im »Onkel Otto« mein letztes Bier trank.
Bei meinen letzten Hamburg-Besuchen hatte ich keine Zeit oder keine Lust, mir dieses Eck von St. Pauli anzuschauen. Schon seltsam, wie sich die Vorlieben verändern ...
Respekt! Für Dörfler wie mich war anfangs der 80er Jahre der Begriff »Hafenstraße« gleich bedeutend mit »Revolution« und »Widerstand«; ich assoziierte damit Jugendliche, die Häuser besetzten und sich mit der Staatsgewalt anlegten. Es sollte Jahre dauern, bis ich eine differenziertere Ansicht bekam, und es dauerte auch Jahre, bis ich erstmals in einem der Häuser saß.
Schon wieder ist es eine Weile her, seit ich das letzte Konzert im »Störtebeker« sah; es war die Frankfurter Band Superfan, die es schon lange nicht mehr gibt. Und es ist ebenfalls schon lange her, daß ich im »Onkel Otto« mein letztes Bier trank.
Bei meinen letzten Hamburg-Besuchen hatte ich keine Zeit oder keine Lust, mir dieses Eck von St. Pauli anzuschauen. Schon seltsam, wie sich die Vorlieben verändern ...
17 September 2006
Super gemachte Langeweile
Der Streifen hat angeblich 40 Millionen Euro gekostet, und es handelt sich um eine Koproduktion eines halben Dutzend europäischer Länder: »Das Parfüm«, der angeblich unverfilmbare Roman von Patrick Süskind, den ich natürlich nie gelesen habe, den ich mir aber an diesem Wochenende endlich mal anschaute.
Tolle Bilder gab es, ich war mehrmals völlig beeindruckend von der Qualität der Kostüme und der Ausstattung. Die Kameraführung kam mir ebenfalls absolut hervorragend vor, sofern man das als Laie überhaupt sagen kann.
Irgendwie scheint aber niemand den Machern gesagt zu haben, daß ein Kinofilm auch unterhaltsam sein sollte. Rings um mich herrschte großes Gähnen; einige Leute pennten wohl auch ein.
Es war fürchterlich langweilig; zudem war die Handlungsführung eingleisig und damit kreuzlangweilig. Irgendwelche Überraschungen für den Zuschauer wurden geschickt ausgeschlossen, damit sich auch ja niemand erschreckte, wie ich manchmal echt dachte.
Ich habe mich nicht komplett geärgert: Man sollte den Film angesichts seiner Bildqualitäten im Kino anschauen und nicht auf die DVD-Auswertung oder die Ausstrahlung in der Glotze warten. Oder man geht in die Kneipe und trinkt mit Kumpels einige Bier – das ist unterhaltsamer.
Tolle Bilder gab es, ich war mehrmals völlig beeindruckend von der Qualität der Kostüme und der Ausstattung. Die Kameraführung kam mir ebenfalls absolut hervorragend vor, sofern man das als Laie überhaupt sagen kann.
Irgendwie scheint aber niemand den Machern gesagt zu haben, daß ein Kinofilm auch unterhaltsam sein sollte. Rings um mich herrschte großes Gähnen; einige Leute pennten wohl auch ein.
Es war fürchterlich langweilig; zudem war die Handlungsführung eingleisig und damit kreuzlangweilig. Irgendwelche Überraschungen für den Zuschauer wurden geschickt ausgeschlossen, damit sich auch ja niemand erschreckte, wie ich manchmal echt dachte.
Ich habe mich nicht komplett geärgert: Man sollte den Film angesichts seiner Bildqualitäten im Kino anschauen und nicht auf die DVD-Auswertung oder die Ausstrahlung in der Glotze warten. Oder man geht in die Kneipe und trinkt mit Kumpels einige Bier – das ist unterhaltsamer.
14 September 2006
Lesung im November

Endlich werde ich auch in Karlsruhe mein neues Buch vorstellen – da freue ich mich schon jetzt ziemlich drauf. Bis dahin dauert es noch eine Weile, aber ich weise schon mal stolz darauf hin.
Am Donnerstag, 23. November 2006, wird ab 20 Uhr die Bar »Radio Oriente« in Karlsruhes Innenstadt der Ort sein, an dem ich mein Zeugs an die Öffentlichkeit bringe. Es gibt bereits Flyers und Plakate, die alle sehr schick sind.
Deshalb zeige ich hier mal das Konzertplakat. Der entsprechende Flyer ist auf der Homepage der Veranstalter zu finden.
13 September 2006
Nach all den Jahren mal wieder Stuttgart
Es gab zwei Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich in Stuttgart einigermaßen auskannte: anfangs der achtziger Jahre, als ich mit Viktor und anderen Leuten allerlei Unfug trieb, und Mitte der achtziger bis anfangs der 90er Jahre, als ich in Sachen Punkrock sehr viel in Stuttgart unternahm.
Heute war ich wieder in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, beruflich allerdings, aber es war genug Zeit, hinterher noch durch die Innenstadt zu spazieren. Das Bild der aktuellen Stadt überlappte sich nicht nur einmal mit früheren Erinnerungen. Schon seltsam.
Am Schloßplatz sah ich noch einmal die Chaostage anno 1992 und die dabei ablaufende Straßenschlacht mit Hooligans und der Polizei, am nebenan liegenden Karlsplatz sah ich erneut die besoffenen Stuttgart-Fans vor mir, die in den 80er Jahren, als Stuttgart Deutscher Meister im Fußball geworden war, mit »Sieg Heil« vor dem brennenden Feuer mitten auf dem Platz standen ...
Mir fielen auch genügend lustige Dinge ein, Begegnungen mit vielen Menschen aller Art. Meine gemeinsame Zeit mit Stuttgart fasziniert mich im Nachhinein wirklich sehr. Schon seltsam.
Heute war ich wieder in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, beruflich allerdings, aber es war genug Zeit, hinterher noch durch die Innenstadt zu spazieren. Das Bild der aktuellen Stadt überlappte sich nicht nur einmal mit früheren Erinnerungen. Schon seltsam.
Am Schloßplatz sah ich noch einmal die Chaostage anno 1992 und die dabei ablaufende Straßenschlacht mit Hooligans und der Polizei, am nebenan liegenden Karlsplatz sah ich erneut die besoffenen Stuttgart-Fans vor mir, die in den 80er Jahren, als Stuttgart Deutscher Meister im Fußball geworden war, mit »Sieg Heil« vor dem brennenden Feuer mitten auf dem Platz standen ...
Mir fielen auch genügend lustige Dinge ein, Begegnungen mit vielen Menschen aller Art. Meine gemeinsame Zeit mit Stuttgart fasziniert mich im Nachhinein wirklich sehr. Schon seltsam.
12 September 2006
Gelegentlicher Seitenblick
Es war ein sonniger Sonntag, wie sich das für Anfang September gehörte. Zu dritt saßen wir vor dem Straßencafé in Durlach, ließen uns den Planeten aufs Haupt knallen, tranken Kaffee, futterten Käsekuchen und redeten dummes Zeugs.
Irgendwann fiel mir der Mann auf: hellgrauer Anzug, hellblaues Hemd, rötliche Krawatte. Er schien nicht viel älter als 30, 32 Jahre zu sein. Er stand schräg gegenüber an der anderen Straßenecke und hielt Zeitschriften in der Hand.
Den »Wachtturm« und das aktuelle »Erwachet!«, wie ich vermutete, ohne daß ich es genau sehen konnte. Fanzines der Zeugen Jehovas also, die ich eher selten kaufe, lese und sammle.
Er war tapfer. Gut eine Stunde lang stand er mir quasi direkt gegenüber; ich hätte den Blick bewußt abwenden müssen, um ihn aus den Augen zu haben. Er sprach niemanden an, er war ruhig und stand einfach nur da. Still und stumm und erschütternd christlich.
Nur gelegentlich, da drehte er sich zur Seite und drehte den Kopf: immer dann, wenn junge Frauen vorbeikamen. Da sah ich, daß der stramme Zeuge Jehovas auch nur ein ganz normaler Mann war: Er stierte den Frauen auf den Hintern, und zwar ein bißchen zu lang für einen Superchristen.
Das machte ihn dann glatt sympathisch.
Irgendwann fiel mir der Mann auf: hellgrauer Anzug, hellblaues Hemd, rötliche Krawatte. Er schien nicht viel älter als 30, 32 Jahre zu sein. Er stand schräg gegenüber an der anderen Straßenecke und hielt Zeitschriften in der Hand.
Den »Wachtturm« und das aktuelle »Erwachet!«, wie ich vermutete, ohne daß ich es genau sehen konnte. Fanzines der Zeugen Jehovas also, die ich eher selten kaufe, lese und sammle.
Er war tapfer. Gut eine Stunde lang stand er mir quasi direkt gegenüber; ich hätte den Blick bewußt abwenden müssen, um ihn aus den Augen zu haben. Er sprach niemanden an, er war ruhig und stand einfach nur da. Still und stumm und erschütternd christlich.
Nur gelegentlich, da drehte er sich zur Seite und drehte den Kopf: immer dann, wenn junge Frauen vorbeikamen. Da sah ich, daß der stramme Zeuge Jehovas auch nur ein ganz normaler Mann war: Er stierte den Frauen auf den Hintern, und zwar ein bißchen zu lang für einen Superchristen.
Das machte ihn dann glatt sympathisch.
11 September 2006
Nine Eleven
Ich erinnere mich noch gut an den bewußten Tag vor fünf Jahren. Dienstag, 11. September 2001, es war mitten am Tag.
Frank Borsch kam in mein Büro und sagte: »Da ist einer mit dem Flieger ins World Trade Center.«
Ich grinste blöd, dachte an Mathias Rust, der mit seiner Cessna auf dem Roten Platz gelandet war, und hatte die Vorstellung, daß da ein kleines Flugzeug mit der Schnauze in so einem Bürogebäude steckt. Ich erinnere mich noch heute an das Bild, das ich vor meinem inneren Auge hatte.
Und dann guckten wir im Internet nach neuen Informationen, später waren wir alle verdattert, als wir erkannten, was wirklich los war, und den Rest des Abends verbrachte ich zu Hause damit, durch die Nachrichtenkanäle zu surfen, die Bilder der einstürzenden Türme anzugucken und mit Leuten zu telefonieren.
Ich war schockiert. Ja, war ich. Eine gute Bekannte sagte an dem Abend ganz trocken: »Da werden die Amis hohl drehen. Die bringen dem Bin Laden sogar die Kanarienvögel um, wenn sie können.«
Das ist jetzt fünf Jahre her. Die Türme sind noch nicht wieder aufgebaut, die Kanarienvögel dürften auch noch leben. Manchmal verläuft Geschichte wirklich seltsam – und manche Bilder hat man Jahre und Jahrzehnte danach tatsächlich gleich im Kopf.
Frank Borsch kam in mein Büro und sagte: »Da ist einer mit dem Flieger ins World Trade Center.«
Ich grinste blöd, dachte an Mathias Rust, der mit seiner Cessna auf dem Roten Platz gelandet war, und hatte die Vorstellung, daß da ein kleines Flugzeug mit der Schnauze in so einem Bürogebäude steckt. Ich erinnere mich noch heute an das Bild, das ich vor meinem inneren Auge hatte.
Und dann guckten wir im Internet nach neuen Informationen, später waren wir alle verdattert, als wir erkannten, was wirklich los war, und den Rest des Abends verbrachte ich zu Hause damit, durch die Nachrichtenkanäle zu surfen, die Bilder der einstürzenden Türme anzugucken und mit Leuten zu telefonieren.
Ich war schockiert. Ja, war ich. Eine gute Bekannte sagte an dem Abend ganz trocken: »Da werden die Amis hohl drehen. Die bringen dem Bin Laden sogar die Kanarienvögel um, wenn sie können.«
Das ist jetzt fünf Jahre her. Die Türme sind noch nicht wieder aufgebaut, die Kanarienvögel dürften auch noch leben. Manchmal verläuft Geschichte wirklich seltsam – und manche Bilder hat man Jahre und Jahrzehnte danach tatsächlich gleich im Kopf.
09 September 2006
Live vom PERRY-Con
Es ist gar nicht so einfach, auf einem PERRY RHODAN-Con einen Eintrag in den privaten Blog zu schreiben. Ständig gucken mir irgendwelche PERRY RHODAN-Fans über die Schulter, während ich tippe; gerade bequatscht mich ein Bankkaufmann aus Wien, der im privaten Leben ja eigentlich Metallica hört und ansonsten gerade Bank- und Aktien-Tips geben möchte.
Manchmal ist es schon sehr schwer, ein PERRY RHODAN-Redakteur zu sein. Aber irgendwie - so denke ich - kann man als Autor so wertvoller Bücher wie "Chaos en France" ja leider nicht zu einem Dienstwagen kommen.
Ich glaube, das liest sich jetzt ein bißchen wirr. Aber was erwarten die geneigten Leser dieser Zeilen eigentlich von einem Menschen, der sich an diesem Wochenende in München befindet? Hin- und hergerissen zwischen dem Papstbesuch und dem 45. Geburtstag eines Raumfahrers ...
Manchmal ist es schon sehr schwer, ein PERRY RHODAN-Redakteur zu sein. Aber irgendwie - so denke ich - kann man als Autor so wertvoller Bücher wie "Chaos en France" ja leider nicht zu einem Dienstwagen kommen.
Ich glaube, das liest sich jetzt ein bißchen wirr. Aber was erwarten die geneigten Leser dieser Zeilen eigentlich von einem Menschen, der sich an diesem Wochenende in München befindet? Hin- und hergerissen zwischen dem Papstbesuch und dem 45. Geburtstag eines Raumfahrers ...
08 September 2006
Papstpilger
München ist gar nicht so sehr im Ausnahmezustand, wie ich mir das von Karlsruhe aus vorgestellt habe. Das Polizeiaufgebot rings um den Hauptbahnhof hält sich in Grenzen. Einzelne Beamte kontrollieren sehr genau die abgestellten Fahrzeuge, ansonsten laufen die Uniformierten in Gruppen ihre Streifen. Sogar in Karlsruhe kann ich da mehr Maschinenpistolen sehen.
Der Besuch des Papstes in der bayerischen Landeshauptstadt, der fast die Party zu Ehren von 45 Jahren PERRY RHODAN durcheinander gebracht hätte, erregt also nicht gar so viel Aufsehen, wie ich befürchtet hatte. Zumindest bisher.
Public Viewings und Gebetsplätze sind bereits am Bahnhof ausgeschildert, diverse U-Bahn-Stationen sind ja gesperrt worden. Man gibt sich hier redlich Mühe, den Gläubigen den richtigen Weg zu weisen.
Spannend wird es ja eher morgen, wenn der Oberkatholik in die Stadt kommt. Ob ich es dann schaffe, so einfach vom Hotel zum Goethe-Forum zu kommen, muß sich dann erweisen.
Immerhin sind schon die ersten Pilger in der Stadt, zumindest sieht es so aus. Jugendliche in Pfadfinder-ähnlicher Uniform gehören vielleicht nicht unbedingt dazu, aber in der Mittagszeit zogen Horden von ältlichen Damen und Herren hinter einer Dame her, die einen Prospekt in die Luft hielt.
Wohl eine Fremdenführerin oder so. Zumindest sah das ganze nicht wie eine illegale Demonstration aus ...
Der Besuch des Papstes in der bayerischen Landeshauptstadt, der fast die Party zu Ehren von 45 Jahren PERRY RHODAN durcheinander gebracht hätte, erregt also nicht gar so viel Aufsehen, wie ich befürchtet hatte. Zumindest bisher.
Public Viewings und Gebetsplätze sind bereits am Bahnhof ausgeschildert, diverse U-Bahn-Stationen sind ja gesperrt worden. Man gibt sich hier redlich Mühe, den Gläubigen den richtigen Weg zu weisen.
Spannend wird es ja eher morgen, wenn der Oberkatholik in die Stadt kommt. Ob ich es dann schaffe, so einfach vom Hotel zum Goethe-Forum zu kommen, muß sich dann erweisen.
Immerhin sind schon die ersten Pilger in der Stadt, zumindest sieht es so aus. Jugendliche in Pfadfinder-ähnlicher Uniform gehören vielleicht nicht unbedingt dazu, aber in der Mittagszeit zogen Horden von ältlichen Damen und Herren hinter einer Dame her, die einen Prospekt in die Luft hielt.
Wohl eine Fremdenführerin oder so. Zumindest sah das ganze nicht wie eine illegale Demonstration aus ...
07 September 2006
Offizieller WorldCon-Bericht
Mein offizieller Bericht vom WorldCon in Anaheim, Kalifornien, ist jetzt auf der hoch offiziellen Seite des Verlags zu sehen. Wer da noch mal gucken mag, findet auf jeden Fall eine amüsante Abbildung meines »Badges«, also der Eintrittskarte, die man sich als Besucher wie so einen Ausweis um den Hals hängen darf.
Die albernen Bildchen, die auf dem gelben Ding zu sehen sind, stammen von den Room Parties, die ich besucht habe. Sie sind gewissermaßen ein Besuchernachweis. Nun denn ... amerikanische Con-Sitten eben.
Die albernen Bildchen, die auf dem gelben Ding zu sehen sind, stammen von den Room Parties, die ich besucht habe. Sie sind gewissermaßen ein Besuchernachweis. Nun denn ... amerikanische Con-Sitten eben.
06 September 2006
Anruf für den »Punk-Experten«; aha!
Ein Anruf von einem öffentlich-rechtlichen Sender – das freut den Redakteur der Science-Fiction-Serie, die in diesem Jahr ihren 45. Geburtstag feiert. Entsprechend fröhlich nehme ich den Anruf entgegen.
Am Telefon ist eine junge Redakteurin. Sie arbeitet an einer Sendung zum Thema »30 Jahre Punk in Deutschlnd«. Aha.
Ich hätte jetzt gesagt, daß Punk vielleicht vor 30 Jahren in England entstand, aber nicht unbedingt in Deutschland. Aber gut, ich will ja nicht kleinlich sein.
Man habe ihr meine Nummer gegeben, weil: »Sie waren ja einer der ersten Punks in Ihrer Gegend, und Sie haben in Karlsruhe sehr viel gemacht damals.«
So entstehen Legenden. Ich bin beeindruckt. 1976 war ich zwölf Jahre alt und fing an, ABBA und Smokie gut zu finden.
Und so schüttle ich noch eine Stunde danach den Kopf wegen dieses Gesprächs ...
Am Telefon ist eine junge Redakteurin. Sie arbeitet an einer Sendung zum Thema »30 Jahre Punk in Deutschlnd«. Aha.
Ich hätte jetzt gesagt, daß Punk vielleicht vor 30 Jahren in England entstand, aber nicht unbedingt in Deutschland. Aber gut, ich will ja nicht kleinlich sein.
Man habe ihr meine Nummer gegeben, weil: »Sie waren ja einer der ersten Punks in Ihrer Gegend, und Sie haben in Karlsruhe sehr viel gemacht damals.«
So entstehen Legenden. Ich bin beeindruckt. 1976 war ich zwölf Jahre alt und fing an, ABBA und Smokie gut zu finden.
Und so schüttle ich noch eine Stunde danach den Kopf wegen dieses Gesprächs ...
05 September 2006
Das Rock'n'Pop-Museum ... und ich
Was ich selbst lange Zeit nicht wußte: Es gibt tatsächlich ein Rock'n'Pop-Museum, das in der Stadt Gronau ausgerechnet am Udo-Lindenberg-Platz 1 residiert. Und dort werde ich am 21. und 22. September »aufschlagen«: mit Vortrag und Lesung.
Ich bin natürlich einigermaßen geschmeichelt davon, an einer solch kulturellen Stätte eine Lesung halten zu dürfen: Die ist am 21. September 2006, abends ab 19.30 Uhr – kostet drei Euro Eintritt.
Laut Info der Veranstalter werde ich »die Besucher mit den zahlreichen Vorurteilen über die Punk-Bewegung konfrontieren und Aufklärungsarbeit leisten«. Hm. Ich glaube nicht, daß die mein Buch »Vielen Dank Peter Pank« oder die Fortsetzung »Chaos en France« auch nur mal angeschaut haben.
Am 22. September 2006 halte ich morgens zu nachtschlafener Zeit – also um zehn Uhr – einen Vortrag für »interessierte Schulklassen«, den ich noch ein bißchen vorbereiten muß. Auch das stelle ich mir recht lustig vor, weil ich mir über mein Publikum noch gar keine konkreten Gedanken machen kann.
Ich bin natürlich einigermaßen geschmeichelt davon, an einer solch kulturellen Stätte eine Lesung halten zu dürfen: Die ist am 21. September 2006, abends ab 19.30 Uhr – kostet drei Euro Eintritt.
Laut Info der Veranstalter werde ich »die Besucher mit den zahlreichen Vorurteilen über die Punk-Bewegung konfrontieren und Aufklärungsarbeit leisten«. Hm. Ich glaube nicht, daß die mein Buch »Vielen Dank Peter Pank« oder die Fortsetzung »Chaos en France« auch nur mal angeschaut haben.
Am 22. September 2006 halte ich morgens zu nachtschlafener Zeit – also um zehn Uhr – einen Vortrag für »interessierte Schulklassen«, den ich noch ein bißchen vorbereiten muß. Auch das stelle ich mir recht lustig vor, weil ich mir über mein Publikum noch gar keine konkreten Gedanken machen kann.
04 September 2006
Radiosendung zu Twisted Chords
Gestern abend hatte ich in meiner Radiosendung – die mit meiner verschnupft klingenden Stimme leider nicht sehr professionell klang – einen besonderen Gast: Tobi von Twisted Chords war anwesend, und natürlich ging es um das zehnjährige Jubiläum des sympathischen Labels aus Kalrsruhe.
Zehn Jahre Platten gemacht, insgesamt fünfzig Titel in der Zeit auf einen kleinen Independent-Markt gebracht, nicht nur Punk und Hardcore, sondern auch Ska und HipHop: Das war ein guter Grund, das Label mal zu präsentieren.
Das praktische an der Sendung war, daß wir nur eine einzige CD abspielten – klar, hier hatte Tobi einfach die besten Stücke aus zehn Jahren Twisted Chords zusammengefaßt. Rifu aus Norwegen, Police Bastard aus England, Ya Basta aus Frankreich, dazu die coolen deutschen Bands wie Der Trick Ist Zu Atmen oder Inner Conflict ... es gab eine richtig gute Mischung.
Wir schafften es aber trotzdem, technische Fehler zu produzieren oder versehentlich Quatsch zu reden. Na ja, ENPUNKT-Radio im Querfunk eben – das hat sich in den letzten elf Jahren auch nicht grundstätzlich gebessert ...
Zehn Jahre Platten gemacht, insgesamt fünfzig Titel in der Zeit auf einen kleinen Independent-Markt gebracht, nicht nur Punk und Hardcore, sondern auch Ska und HipHop: Das war ein guter Grund, das Label mal zu präsentieren.
Das praktische an der Sendung war, daß wir nur eine einzige CD abspielten – klar, hier hatte Tobi einfach die besten Stücke aus zehn Jahren Twisted Chords zusammengefaßt. Rifu aus Norwegen, Police Bastard aus England, Ya Basta aus Frankreich, dazu die coolen deutschen Bands wie Der Trick Ist Zu Atmen oder Inner Conflict ... es gab eine richtig gute Mischung.
Wir schafften es aber trotzdem, technische Fehler zu produzieren oder versehentlich Quatsch zu reden. Na ja, ENPUNKT-Radio im Querfunk eben – das hat sich in den letzten elf Jahren auch nicht grundstätzlich gebessert ...
03 September 2006
Grauer Himmel, leichte Arbeit
Der Himmel über Karlsruhe ist grau, es nieselt immer mal wieder, und es sieht nach November aus. So habe ich mir den späten Sommer und/oder frühen Herbst ja wirklich nicht vorgestellt. Das ist wahrscheinlich die gerechte Strafe für den knalleheißen Juli und die Fußball-Begeisterung – der Wettergott sorgt für Ausgleich.
Ein ideales Wetter, um den fiesen Schnupfen auszukurieren, den ich aus Kalifornien mitgebracht habe. Ich futtere Gesundheitsschnickschnack und trinke Erkältungstee, ich rotze ein Papiertaschentuch nach dem anderen voll, und ich höre gute Musik: Derzeit dreht sich die neue Monochrome-LP auf dem Plattenteller, die mich angesichts der Mixtur aus Pop und Emo und Punk und Wave komplett begeistert.
Und ich schreibe. Parallel, wie sich das gehört.
Heute ist unter anderem die aktuelle Folge von PETER PANK dran – mein Held reitet sich jetzt in eine neue Scheiße rein, diesmal immerhin politisch motiviert. Schauen wir mal, ob die aktuelle Folge heute fertig wird.
Parallel dazu arbeite ich an einem größeren Bericht über meine Reise zum WorldCon in den USA. Mein Logbuch für die PERRY RHODAN-Homepage ist bereits fertig, sollte nächste Woche dann online gehen; jetzt fehlt noch so was wie ein Übersichtsartikel, von dem ich aber noch nicht weiß, wo ich den unterbringen werde. Auch hier: Schauen wir mal ...
Bei einem so grau-grauenhaften Wetter ist Schreiben eine gute Therapie, finde ich.
Ein ideales Wetter, um den fiesen Schnupfen auszukurieren, den ich aus Kalifornien mitgebracht habe. Ich futtere Gesundheitsschnickschnack und trinke Erkältungstee, ich rotze ein Papiertaschentuch nach dem anderen voll, und ich höre gute Musik: Derzeit dreht sich die neue Monochrome-LP auf dem Plattenteller, die mich angesichts der Mixtur aus Pop und Emo und Punk und Wave komplett begeistert.
Und ich schreibe. Parallel, wie sich das gehört.
Heute ist unter anderem die aktuelle Folge von PETER PANK dran – mein Held reitet sich jetzt in eine neue Scheiße rein, diesmal immerhin politisch motiviert. Schauen wir mal, ob die aktuelle Folge heute fertig wird.
Parallel dazu arbeite ich an einem größeren Bericht über meine Reise zum WorldCon in den USA. Mein Logbuch für die PERRY RHODAN-Homepage ist bereits fertig, sollte nächste Woche dann online gehen; jetzt fehlt noch so was wie ein Übersichtsartikel, von dem ich aber noch nicht weiß, wo ich den unterbringen werde. Auch hier: Schauen wir mal ...
Bei einem so grau-grauenhaften Wetter ist Schreiben eine gute Therapie, finde ich.
02 September 2006
Konzert am Samstag morgen
Da krabbelt man am Samstag morgen um kurz vor zwölf Uhr aus dem Bett, um sich dann in frischer, munterer Damenbegleitung auf den Gutenbergplatz zu begeben. Wir kauften allerlei Leckereien auf dem Wochenmarkt, ich wurde langsam wach, und bepackt mit zwei Einkaufstüten voller Grundnahrungsmittel und Pflanzen machten wir uns auf den Heimweg.
Keine 200 Meter weiter drang Musik auf die Straße. Der kleine Laden namens »Pergamino«, der uns in der Goethestraße schon mehrfach aufgefallen war, ohne daß wir ihn je betreten hatte, wurde von besonderem Besuch beehrt: Eine Band spielte in dem Geschäft, das vielleicht eineinhalb mal so groß ist wie unser Wohnzimmer.
Sehr nett. Die drei Burschen an den Gitarren nannten sich Mocabo, wurden gelegentlich von einer Sängerin unterstützt und klampften sich durch Zigeuner-Jazz oder brasilianische Gitarren-Stücke. Sehr nett, sehr angenehm.
Wir trinken Kaffee und plaudern, im Hintergrund klimpert die Band vor sich hin, durch die großen Fenster fällt die Sonne des frühen Nachmittags in den Raum, und so langsam werde ich dann doch wach.
So lasse ich mir einen Morgen am Samstag gefallen.
Keine 200 Meter weiter drang Musik auf die Straße. Der kleine Laden namens »Pergamino«, der uns in der Goethestraße schon mehrfach aufgefallen war, ohne daß wir ihn je betreten hatte, wurde von besonderem Besuch beehrt: Eine Band spielte in dem Geschäft, das vielleicht eineinhalb mal so groß ist wie unser Wohnzimmer.
Sehr nett. Die drei Burschen an den Gitarren nannten sich Mocabo, wurden gelegentlich von einer Sängerin unterstützt und klampften sich durch Zigeuner-Jazz oder brasilianische Gitarren-Stücke. Sehr nett, sehr angenehm.
Wir trinken Kaffee und plaudern, im Hintergrund klimpert die Band vor sich hin, durch die großen Fenster fällt die Sonne des frühen Nachmittags in den Raum, und so langsam werde ich dann doch wach.
So lasse ich mir einen Morgen am Samstag gefallen.
30 August 2006
Abschied von Kalifornien
Long Beach gibt sich heute morgen redlich Muehe, mich zu verabschieden. Kuehl ist es und windig, graue Wolken versuppen den Himmel ueber der Stadt.
Vom Meer her kommt ein scharfer Wind, der das Wasser peitscht. Einige Leute am Strand joggen mit Kapuzenpullovern. Hunde zerren am "Dog Beach" aufgeregt an der Leine.
Soll mir das einen Eindruck davon verschaffen, was mich in etwa 15 Stunden in Deutschland erwartet?
Vom Meer her kommt ein scharfer Wind, der das Wasser peitscht. Einige Leute am Strand joggen mit Kapuzenpullovern. Hunde zerren am "Dog Beach" aufgeregt an der Leine.
Soll mir das einen Eindruck davon verschaffen, was mich in etwa 15 Stunden in Deutschland erwartet?
Was bedeutet eigentlich "giant"?
Ich wurde von meinen Eltern dazu erzogen, meinen Teller leerzuessen und mir auch nicht mehr zu bestellen, als ich essen koenne. Bis heute ist es mir ein Greuel, Nahrungsmittel wegzuwerfen, und ich vermeide das, wo ich nur kann.
Bis heute.
Heute morgen ging ich ins Long Beach Cafe, gleich um die Ecke. Durch eine Gasse hindurch, ueber einen Parkplatz, und ich war da. Die Einrichtung eine Orgie in Gruen, viele Geschaeftsleute.
Die Werbung versprach "giant omelettes", ich hatte nach dem gestrigen Sporttag mit viel Laufen und Radfahren richtig Hunger und bestellte mir ein Veggie Omelette.
Es haette fuer drei Klaeuse gereicht. Allein das Omelette war so gross, dass ich es kaum schaffte. Dazu kamen Unmengen von Bratkartoffeln, die ebenfalls eine komplette Mahlzeit ergeben wuerden. Vom Toast ganz zu schweigen, den ich unberuehrt stehen liess.
Schamhaft ass ich das Omelette, habe jetzt noch ein fuerchterliches Fuellegefuehl, futterte einige der Kartoffeln, und dann verliess ich das Long Beach Cafe in einem schwankenden Gang, als haette ich auf einen Schlag sechs Kilogramm Fett mehr auf dem Koerper.
Wie schaffen die Amis das nur?
Bis heute.
Heute morgen ging ich ins Long Beach Cafe, gleich um die Ecke. Durch eine Gasse hindurch, ueber einen Parkplatz, und ich war da. Die Einrichtung eine Orgie in Gruen, viele Geschaeftsleute.
Die Werbung versprach "giant omelettes", ich hatte nach dem gestrigen Sporttag mit viel Laufen und Radfahren richtig Hunger und bestellte mir ein Veggie Omelette.
Es haette fuer drei Klaeuse gereicht. Allein das Omelette war so gross, dass ich es kaum schaffte. Dazu kamen Unmengen von Bratkartoffeln, die ebenfalls eine komplette Mahlzeit ergeben wuerden. Vom Toast ganz zu schweigen, den ich unberuehrt stehen liess.
Schamhaft ass ich das Omelette, habe jetzt noch ein fuerchterliches Fuellegefuehl, futterte einige der Kartoffeln, und dann verliess ich das Long Beach Cafe in einem schwankenden Gang, als haette ich auf einen Schlag sechs Kilogramm Fett mehr auf dem Koerper.
Wie schaffen die Amis das nur?
Eine Mall wie eine Stadt
Die Lakewood Mall ist so gross wie das Dorf, aus dem ich stamme. Mit dem einen Unterschied: Durch Dietersweiler gehen keine vierspurigen Strassen, durch diese Mall schon.
Mit dem 112er Bus fuhr ich hin, kaufte Converse-Turnschuhe und Jeans wie alle deutschen Touristen sowie diversen anderen Krimskrams. Staunend wie ein kleines Kind ging ich durch kilometerlange Gaenge, gesaeumt von kleinen Laeden und Fresseinrichtungen.
Amerika ist schon ganz schoen gross. Aber gefallen kann einem dann doch nicht alles, was man so sieht ...
Mit dem 112er Bus fuhr ich hin, kaufte Converse-Turnschuhe und Jeans wie alle deutschen Touristen sowie diversen anderen Krimskrams. Staunend wie ein kleines Kind ging ich durch kilometerlange Gaenge, gesaeumt von kleinen Laeden und Fresseinrichtungen.
Amerika ist schon ganz schoen gross. Aber gefallen kann einem dann doch nicht alles, was man so sieht ...
Verdammt langer Strand
Der Strand von Long Beach traegt seinen Namen zu Recht. Heute mietete ich mir ein Rad und fuhr die Strandstrasse entlang nach Sueden.
Kilometerweit nur Sandstrand, 500 Meter breit und so gut wie menschenleer - die Schulferien in Kalifornien sind vorueber. Der Radweg ist bombastisch gut ausgebaut, und ich kam schnell voran. Fast haette ich es bis nach Huntington Beach geschafft, aber in der Bucht von Belmont verfranste ich mich in kleinen Wegen rings um den Yachthafen, also fuhr ich wieder zurueck, bevor ich einen Sonnenstich abbekam.
Alles in allem ein sehr gemuetlicher Aufenthalt in der Sonnenstadt, in der richtige Menschen leben und nicht alles so aussieht wie ein riesiges Disneyland. Ich empfinde Long Beach nach Anaheim als komplette Erholung.
Kilometerweit nur Sandstrand, 500 Meter breit und so gut wie menschenleer - die Schulferien in Kalifornien sind vorueber. Der Radweg ist bombastisch gut ausgebaut, und ich kam schnell voran. Fast haette ich es bis nach Huntington Beach geschafft, aber in der Bucht von Belmont verfranste ich mich in kleinen Wegen rings um den Yachthafen, also fuhr ich wieder zurueck, bevor ich einen Sonnenstich abbekam.
Alles in allem ein sehr gemuetlicher Aufenthalt in der Sonnenstadt, in der richtige Menschen leben und nicht alles so aussieht wie ein riesiges Disneyland. Ich empfinde Long Beach nach Anaheim als komplette Erholung.
29 August 2006
Jetzt in Long Beach
Seit gestern bin ich in Long Beach. Der Strand ist wirklich verdammt "long", vor allem auch tief - man braucht gut 500 Meter ueber den Sand, bis man ans Meer kommt. Sehr nett ist es trotzdem.
Ich habe gestern, nachdem ich mit dem Bus hierher gekommen bin und eingecheckt habe, erst einmal einige Zeit damit verbracht, mir die Stadt zu erlaufen. Der Business-Distrikt ist recht hektisch, da geht was, auch in den Hauptverkehrsstrassen ist viel los.
Das neue Strandgebiet aber, das erst in den letzten Jahren entstanden ist, lag in tiefem Vorabendschlaf. Nur wenige Menschen waren auf den Piers und in den neu errichteten Freizeiteinrichtungen unterwegs, das fand ich seltsam.
Von der Hochstrasse des "Pike" aus sah ich zu, wie die Sonne ueber dem Pazifik unterging. Hinter mir flimmerte ein Riesenrad vor sich hin, vor mir blinzelten die Lichter tausender Schiffe, die in der Marina herumduempelten. Von irgendwoher drang dudelige Jazz-Musik.
Ein Ort, um melancholisch zu werden.
Ich habe gestern, nachdem ich mit dem Bus hierher gekommen bin und eingecheckt habe, erst einmal einige Zeit damit verbracht, mir die Stadt zu erlaufen. Der Business-Distrikt ist recht hektisch, da geht was, auch in den Hauptverkehrsstrassen ist viel los.
Das neue Strandgebiet aber, das erst in den letzten Jahren entstanden ist, lag in tiefem Vorabendschlaf. Nur wenige Menschen waren auf den Piers und in den neu errichteten Freizeiteinrichtungen unterwegs, das fand ich seltsam.
Von der Hochstrasse des "Pike" aus sah ich zu, wie die Sonne ueber dem Pazifik unterging. Hinter mir flimmerte ein Riesenrad vor sich hin, vor mir blinzelten die Lichter tausender Schiffe, die in der Marina herumduempelten. Von irgendwoher drang dudelige Jazz-Musik.
Ein Ort, um melancholisch zu werden.
28 August 2006
Des toten Hundes Feier
Gestern abend war mir ein bisschen melancholisch zumute. Der Con war vorueber, die Sonne sank gerade ueber Kalifornien, ich hatte am Pool eine Pizza gefuttert und das Manuskript des PERRY RHODAN-Taschenbuches von Kathrin Lange gelesen, und wir zogen noch einmal durch die Party-Ebene des Hilton Hotels.
Wenige Fans waren auf den Gaengen unterwegs, Bier gab es keines mehr. Deshalb landeten wir spaeter in der Hotelbar, wo sich die letzten versprengten Autoren und Veranstalter zur "Dead Dog Party" trafen. Wir erzaehlten uns dummes Zeugs bis Mitternacht, dann reichte es irgendwie.
Zumindest bei mir war die Luft raus. Und heute fahre ich noch fuer zwei Tage nach Long Beach. Urlaub machen ...
Wenige Fans waren auf den Gaengen unterwegs, Bier gab es keines mehr. Deshalb landeten wir spaeter in der Hotelbar, wo sich die letzten versprengten Autoren und Veranstalter zur "Dead Dog Party" trafen. Wir erzaehlten uns dummes Zeugs bis Mitternacht, dann reichte es irgendwie.
Zumindest bei mir war die Luft raus. Und heute fahre ich noch fuer zwei Tage nach Long Beach. Urlaub machen ...
27 August 2006
Ray Bradbury ...
Einer der eindrucksvollsten Reden, die ich seit langem gehoert habe, ein eindrucksvoller Moment auf dieser Veranstaltung: Ray Bradbury war eben auf dem Podium und erzaehlte von frueher und heute, von der Liebe zu den Dingen und so weiter.
Der Mann ist jetzt 86 Jahre alt oder so und sitzt im Rollstuhl, ist aber geistig noch absolut. Beeindruckend, wie er das alles erzaehlt hat, ohne jegliche Alterspeinlichkeit, wie es sie leider manchmal gibt.
Wer nicht weiss, wer Bradbury ist: Der Mann schrieb unter anderem "Fahrenheit" und die "Mars-Chroniken" und eine Reihe anderer toller Geschichten und Romane; er war Drehbuchautor unter anderem von "Moby Dick".
Er erzaehlte, wie er 1939 in einem Buchladen in Hollywood einen Hinweis auf einen SF-Club fand, wie er dann hinging und die klassischen Autoren alle kennenlernte, wie er als 12 Jahre alter Junge in einem Zirkus einen Blick in die "Zukunft" bekam ... und so weiter. Tolle Geschichten eines alten Mannes, dessen Arbeit zu Recht bewundert wird.
Ich bin froh darum, dass ich Ray Bradbury auf diese Weise noch erleben konnte.
Der Mann ist jetzt 86 Jahre alt oder so und sitzt im Rollstuhl, ist aber geistig noch absolut. Beeindruckend, wie er das alles erzaehlt hat, ohne jegliche Alterspeinlichkeit, wie es sie leider manchmal gibt.
Wer nicht weiss, wer Bradbury ist: Der Mann schrieb unter anderem "Fahrenheit" und die "Mars-Chroniken" und eine Reihe anderer toller Geschichten und Romane; er war Drehbuchautor unter anderem von "Moby Dick".
Er erzaehlte, wie er 1939 in einem Buchladen in Hollywood einen Hinweis auf einen SF-Club fand, wie er dann hinging und die klassischen Autoren alle kennenlernte, wie er als 12 Jahre alter Junge in einem Zirkus einen Blick in die "Zukunft" bekam ... und so weiter. Tolle Geschichten eines alten Mannes, dessen Arbeit zu Recht bewundert wird.
Ich bin froh darum, dass ich Ray Bradbury auf diese Weise noch erleben konnte.
Seltsame deutsche Besucher
Gestern sass, nein, stand ich in einem Programmpunkt, der proppevoll war. Es ging um "Global Warming", ein Thema, das mittlerweile auch zu den Amerikanern durchgekommen ist. Auf dem Podium unter anderem die sehr guten und sehr klugen SF-Autoren Kim Stanley Robinson und Gregory Benford, im Saal unter anderem ein Aktivist, der Informationen ueber Umweltschutz und so verteilte.
Irgendwann stand in der vorderen Haelfte auf der Seite ein Mann auf, die Kamera bereits schussbereit in der Hand. Er trug ein hellgruenes T-Shirt und einen Vollbart, wirkte schlanker als jeder andere im Saal - inklusive meiner einer -, schaute sich linkisch und ein bisschen verlegen um, fotografierte ganz schnell in die Landschaft und setzte sich wieder hin. Das gruene Shirt leuchtete noch ein wenig nach, ansonsten war er in der Menge verschwunden.
Ich hatte Thomas Recktenwald gesehen. Der Mann, der jahrelang Chef des SF-Clubs Deutschland e.V. war und der anno 1992 beim EuroCon in Freudenstadt fuer die einzigen zwei Programmpannen gesorgt hat, die es anno dunnemals bei uns gab.
Respekt - die Vertretung der deutschen Fan-Szene bestand an diesem Wochenende anscheinend aus einem verlegen wirkenden Knipser und einem aelteren Herren (Waldemar Kumming), den ich einmal durch die Gaenge wandeln sah. Kein Wunder, dass die deutsche Fan-Szene im Ausland entweder gar nicht praesent ist oder nicht ernstgenommen wird.
Irgendwann stand in der vorderen Haelfte auf der Seite ein Mann auf, die Kamera bereits schussbereit in der Hand. Er trug ein hellgruenes T-Shirt und einen Vollbart, wirkte schlanker als jeder andere im Saal - inklusive meiner einer -, schaute sich linkisch und ein bisschen verlegen um, fotografierte ganz schnell in die Landschaft und setzte sich wieder hin. Das gruene Shirt leuchtete noch ein wenig nach, ansonsten war er in der Menge verschwunden.
Ich hatte Thomas Recktenwald gesehen. Der Mann, der jahrelang Chef des SF-Clubs Deutschland e.V. war und der anno 1992 beim EuroCon in Freudenstadt fuer die einzigen zwei Programmpannen gesorgt hat, die es anno dunnemals bei uns gab.
Respekt - die Vertretung der deutschen Fan-Szene bestand an diesem Wochenende anscheinend aus einem verlegen wirkenden Knipser und einem aelteren Herren (Waldemar Kumming), den ich einmal durch die Gaenge wandeln sah. Kein Wunder, dass die deutsche Fan-Szene im Ausland entweder gar nicht praesent ist oder nicht ernstgenommen wird.
Schlaflos in Anaheim
Mein Schaedel fuehlt sich an, als habe ihm jemand die Luft rausgelassen und irgendein Benzin-Gemisch reingeblasen: hohl, gefuellt mit irgendwelchem Mist, der irgendwann in die Luft gehen kann. Als ich heute morgen in das Kongresszentrum ging, ueber den Teppichboden mit diesem unglaublichen Muster, hatte ich das Gefuehl, als welle sich der Teppich unter mir, als ginge ich ueber ein Meer aus blauen und gruenen Streifen, unterbrochen durch Flecken in allen moeglichen Farben.
Dabei habe ich gar nicht so viel getrunken gestern abend. Ich bin der Illusion aufgesessen, auf diesen Science Fiction WorldCons wuerde wie bloed Bier gesoffen und wildes Zeugs getan.
Das waere das Programm gewesen: Besuch der Hugo-Preisverleihung, anschliessend Besuch der Room Party. Und viel Bier.
Die Preisverleihung war grossartig, ich lachte viel. Die Room Partys fanden wir auch. Und gekifft wurde an einigen Stellen tatsaechlich; ich war beeindruckt.
Aber mit Bier war nicht viel los. Bei einer Party gab es lauwarmes Foster's, das Sascha und ich wegschuetteten. Und mit Werner latschte ich eine halbe Stunde lang von Party zu Party, um etwas ordentliches zu trinken zu bekommen.
Dennoch wurde es zwei Uhr nachts, bis ich endlich im Bett war. Um heute morgen um sieben Uhr wieder wach zu werden. Mann ...
Dabei habe ich gar nicht so viel getrunken gestern abend. Ich bin der Illusion aufgesessen, auf diesen Science Fiction WorldCons wuerde wie bloed Bier gesoffen und wildes Zeugs getan.
Das waere das Programm gewesen: Besuch der Hugo-Preisverleihung, anschliessend Besuch der Room Party. Und viel Bier.
Die Preisverleihung war grossartig, ich lachte viel. Die Room Partys fanden wir auch. Und gekifft wurde an einigen Stellen tatsaechlich; ich war beeindruckt.
Aber mit Bier war nicht viel los. Bei einer Party gab es lauwarmes Foster's, das Sascha und ich wegschuetteten. Und mit Werner latschte ich eine halbe Stunde lang von Party zu Party, um etwas ordentliches zu trinken zu bekommen.
Dennoch wurde es zwei Uhr nachts, bis ich endlich im Bett war. Um heute morgen um sieben Uhr wieder wach zu werden. Mann ...
26 August 2006
Downtown Disney
Man muss nicht unbedingt Eintritt bezahlen, um sich einen Eindruck vom Disneyland zu verschaffen. Das bemerkte unsere deutsche Reisegruppe (wir sind ein zusammengewuerfelter Haufen von Verlagsleuten) am gestrigen Abend: Wir schauten uns naemlich Downtown Disney an.
Darunter versteht man eine Ansammlung von Restaurants und Andenkenlaeden, die in Form einer Art Fussgaengerzone aufgemacht sind und sich wie eine Zunge ins Disneyland hineinzieht. Ueberall haengen Lampions, laeuft laute Musik, sind Heerscharen von Menschen unterwegs; man kommt sich vor wie in einem grossen kuenstlichen Freiluft-Theater.
In einem Jazz-Laden, der ein bisschen aufgemacht war wie eine Art Kneipe aus New Orleans, futterten wir zu Abend. Teuer zwar, aber ganz lecker, und nach einigem Gerede bekam ich sogar vegetarische Jambalaya (hab' ich das auch mal gegessen, schoen!). Die Band war laut und schwankte in der Qualitaet zwischen ertraeglich und fuerchterlich - trotzdem ein lustiger Abend mit Feuerwerk und anschliessendem Freibier auf einer amerikanischen Room Party im Hilton Hotel.
Der Kopfschmerz heute morgen war dann auch verdient.
Darunter versteht man eine Ansammlung von Restaurants und Andenkenlaeden, die in Form einer Art Fussgaengerzone aufgemacht sind und sich wie eine Zunge ins Disneyland hineinzieht. Ueberall haengen Lampions, laeuft laute Musik, sind Heerscharen von Menschen unterwegs; man kommt sich vor wie in einem grossen kuenstlichen Freiluft-Theater.
In einem Jazz-Laden, der ein bisschen aufgemacht war wie eine Art Kneipe aus New Orleans, futterten wir zu Abend. Teuer zwar, aber ganz lecker, und nach einigem Gerede bekam ich sogar vegetarische Jambalaya (hab' ich das auch mal gegessen, schoen!). Die Band war laut und schwankte in der Qualitaet zwischen ertraeglich und fuerchterlich - trotzdem ein lustiger Abend mit Feuerwerk und anschliessendem Freibier auf einer amerikanischen Room Party im Hilton Hotel.
Der Kopfschmerz heute morgen war dann auch verdient.
Der Con fuellt sich so langsam
Samstag morgen auf dem WorldCon: Die Schlangen sind laenger als an den Vortagen; wie es aussieht, sind jetzt auch viele Tagesgaeste aus der Region da. Das hat zur Folge, dass es eine erhoehte Anzahl von "normal" aussehenden Menschen gibt ... die lokale Presse (Orange County-Zeitungen) stuerzt sich vor allem auf die Masquerade und anderen Bloedsinn.
Die Raeume brummen geradezu, ein unaufhoerliches Brummen von Gespraechen und Gelaechter wabert durch die Flure, ueber die Rolltreppen und an den gigantischen Glasfronten entlang. Es ist auffallend, wie gut sich einige tausend Leute in einem Kongresszentrum dieser Groesse verirren koennen - manche Saele, in denen ich mich aufgehalten habe, waren zu 80 Prozent leer ...
Gestern abend schaute ich mir die Masquerade an, einen der traditionellen Hoehepunkte eines SF-WorldCons. Einige der Auffuehrungen waren sogar witzig, darueber hinaus gab es aber wieder die Vorfuehrungen tanzender Trampeltiere aus dem amerikanischen Mittleren Westen, die irgendwelche Fantasy-Figuren darstellten. Viel zu lachen gab es trotzdem immer mal wieder.
Die Raeume brummen geradezu, ein unaufhoerliches Brummen von Gespraechen und Gelaechter wabert durch die Flure, ueber die Rolltreppen und an den gigantischen Glasfronten entlang. Es ist auffallend, wie gut sich einige tausend Leute in einem Kongresszentrum dieser Groesse verirren koennen - manche Saele, in denen ich mich aufgehalten habe, waren zu 80 Prozent leer ...
Gestern abend schaute ich mir die Masquerade an, einen der traditionellen Hoehepunkte eines SF-WorldCons. Einige der Auffuehrungen waren sogar witzig, darueber hinaus gab es aber wieder die Vorfuehrungen tanzender Trampeltiere aus dem amerikanischen Mittleren Westen, die irgendwelche Fantasy-Figuren darstellten. Viel zu lachen gab es trotzdem immer mal wieder.
Es leben Menschen hier
Aus Gruenden, die etwas mit Sonneneinstrahlung und kurzzeitiger Verwirrtheit zu tun haben, verliess ich den Bus eine Station zu frueh. Spontan beschloss ich, einfach von hinten an das Kongresszentrum heranzuspazieren.
Dabei kam ich an einer typischen Vorortsiedlung vorbei. Kleine Haeuser mit Gaerten, davor akkurat das Auto geparkt, breite Strassen zogen sich dazwischen hindurch. Ein grauhaariger Mann maehte seinen Rasen, ansonsten sah ich keine Fussgaenger.
Es war nicht einfach, von "hinten" in das Kongresszentrum hereinzukommen. Nach einiger Fragerei schickte man mich in einen Tunnel. Schaetzungsweise einen halben Kilometer lief ich durch einen breiten Gang, der unter dem Gebaeude hindurch fuehrte.
Ein seltsames Gefuehl. Auf dem Teppichboden konnten meine Schritte nicht hallen, das Licht an der Decke war hell. Aber ich war der einzige Mensch, der hier unterwegs vor, und ich kam mir vor wie in der Kulisse eines Horror-Films, bei dem in kuerzester Zeit ein Monster aus einem Seitengang stuerzen wuerde.
Kam natuerlich nicht. Ich kam in der Ausstellung fuer "Heim und Garten" heraus, die lustigerweise parallel zu diesem WorldCon stattfindet. Hat also fast geklappt.
Dabei kam ich an einer typischen Vorortsiedlung vorbei. Kleine Haeuser mit Gaerten, davor akkurat das Auto geparkt, breite Strassen zogen sich dazwischen hindurch. Ein grauhaariger Mann maehte seinen Rasen, ansonsten sah ich keine Fussgaenger.
Es war nicht einfach, von "hinten" in das Kongresszentrum hereinzukommen. Nach einiger Fragerei schickte man mich in einen Tunnel. Schaetzungsweise einen halben Kilometer lief ich durch einen breiten Gang, der unter dem Gebaeude hindurch fuehrte.
Ein seltsames Gefuehl. Auf dem Teppichboden konnten meine Schritte nicht hallen, das Licht an der Decke war hell. Aber ich war der einzige Mensch, der hier unterwegs vor, und ich kam mir vor wie in der Kulisse eines Horror-Films, bei dem in kuerzester Zeit ein Monster aus einem Seitengang stuerzen wuerde.
Kam natuerlich nicht. Ich kam in der Ausstellung fuer "Heim und Garten" heraus, die lustigerweise parallel zu diesem WorldCon stattfindet. Hat also fast geklappt.
Im Bus im Sonnenstaat
Der Busfahrer war ein vierschroetiger Latino mit Glatze und Schnauzbart, eine dunkle Sonnenbrille im Gesicht und ein schwarzweiss gesprenkeltes Hemd ueber der Wampe. Er guckte cool und ernsthaft, aber er nickte, als ich ihn bat, mir zu sagen, an welcher Stelle ich seinen Bus verlassen wollte - ich war an diesem Vormittag mit dem Bus im Orange County unterwegs, was mit Umsteigen und Checken verbunden war.
Tatsaechlich kapierte ich selbst, an welcher Haltestelle ich aussteigen und in einen anderen Bus wechseln musste. Es hat sich schon immer ausgezahlt, ein "Schedule" zu suchen und dort zu lesen und zu blaettern. Kurz vor der Haltestelle, unweit des Veteranenheims zwischen Anaheim und der Kueste, sah ich, wie der Fahrer etwas notierte.
Als der Bus anhielt, ging ich vorne raus. Sicherheitshalber fragte ich noch mal. "Faehrt hier die Linie 50 weiter?"
Er nickte, ohne eine Miene zu verziehen. Dann reichte er mir einen Zettel: Es war ein Day Pass, auf dem er eine Telefonnummer notiert hatte. "Ruf mich doch mal heute abend an", sagte er und schenkte mir die Andeutung eines Laechelns. "Wenn du magst ..."
Danach stand ich verduzt auf der Strasse und blickte auf den Zettel. Ich sollte mir wohl mal langsam Gedanken ueber meine sexuelle Anziehungskraft machen ...
Tatsaechlich kapierte ich selbst, an welcher Haltestelle ich aussteigen und in einen anderen Bus wechseln musste. Es hat sich schon immer ausgezahlt, ein "Schedule" zu suchen und dort zu lesen und zu blaettern. Kurz vor der Haltestelle, unweit des Veteranenheims zwischen Anaheim und der Kueste, sah ich, wie der Fahrer etwas notierte.
Als der Bus anhielt, ging ich vorne raus. Sicherheitshalber fragte ich noch mal. "Faehrt hier die Linie 50 weiter?"
Er nickte, ohne eine Miene zu verziehen. Dann reichte er mir einen Zettel: Es war ein Day Pass, auf dem er eine Telefonnummer notiert hatte. "Ruf mich doch mal heute abend an", sagte er und schenkte mir die Andeutung eines Laechelns. "Wenn du magst ..."
Danach stand ich verduzt auf der Strasse und blickte auf den Zettel. Ich sollte mir wohl mal langsam Gedanken ueber meine sexuelle Anziehungskraft machen ...
24 August 2006
In der Zombiestadt gelandet
Anaheim ist seltsam. Zumindest fuer mich. Zumindest nach dem ersten halben Tag.
Heute morgen wurde ich gegen halb sechs Uhr Ortszeit wach, was siebeneinhalb Stunden Schlaf entspricht, also voellig in Ordnung geht. Ich troedelte im riesigen Hotelzimmer herum, trank Kaffee und duschte, las im vorzueglichen Leo-Lukas-Manuskript fuer den neuen Taschenbuch-Zyklus POSBIKRIEG (supergutes Manuskript!) und blaetterte die oertlichen Informationen durch.
Um sieben Uhr verliess ich das Hotelzimmer, und bis gegen neun Uhr ging ich durch die Strassen. Strassen ist der falsche Ausdruck - hier ist nichts schmaeler als sechs Spuren. Und ausser gab es anscheinend zeitweise keine Fussgaenger. Na ja, die einzigen Menschen zu Fuss waren dunkelhaeutig, steckten in albernen Uniformen und trugen buschige Schnauzbaerte: Latinos, die den Muell wegraeumten, die Strasse fegten oder die Palmen gossen.
Anaheim besteht aus Hotels und dem riesigen Disneyland-Komplex. Downtown Disney kann man auch ohne Eintritt besuchen. Hier sammeln sich kitschige Restaurants und Cafes, Andenkenlaeden und anderer Kram, dazwischen waren morgens um acht Uhr einige wenige Passanten unterwegs. Um diese Zeit waren die gigantischen Parkplaetze noch leer: kilometergrosse Asphaltwuesten, ueber denen die Sonne schon um diese Zeit flimmerte.
Eine seltsame Stadt. So tot und so leer und trotzdem tost der Verkehr und brodelt der Smog.
Heute morgen wurde ich gegen halb sechs Uhr Ortszeit wach, was siebeneinhalb Stunden Schlaf entspricht, also voellig in Ordnung geht. Ich troedelte im riesigen Hotelzimmer herum, trank Kaffee und duschte, las im vorzueglichen Leo-Lukas-Manuskript fuer den neuen Taschenbuch-Zyklus POSBIKRIEG (supergutes Manuskript!) und blaetterte die oertlichen Informationen durch.
Um sieben Uhr verliess ich das Hotelzimmer, und bis gegen neun Uhr ging ich durch die Strassen. Strassen ist der falsche Ausdruck - hier ist nichts schmaeler als sechs Spuren. Und ausser gab es anscheinend zeitweise keine Fussgaenger. Na ja, die einzigen Menschen zu Fuss waren dunkelhaeutig, steckten in albernen Uniformen und trugen buschige Schnauzbaerte: Latinos, die den Muell wegraeumten, die Strasse fegten oder die Palmen gossen.
Anaheim besteht aus Hotels und dem riesigen Disneyland-Komplex. Downtown Disney kann man auch ohne Eintritt besuchen. Hier sammeln sich kitschige Restaurants und Cafes, Andenkenlaeden und anderer Kram, dazwischen waren morgens um acht Uhr einige wenige Passanten unterwegs. Um diese Zeit waren die gigantischen Parkplaetze noch leer: kilometergrosse Asphaltwuesten, ueber denen die Sonne schon um diese Zeit flimmerte.
Eine seltsame Stadt. So tot und so leer und trotzdem tost der Verkehr und brodelt der Smog.
Mein erster Punk diesmal ...
Als ich in den 80er Jahren damit anfing, das amerikanische Fanzine Maximum Rock'n'Roll zu lesen, begeisterten mich unter anderem die Szeneberichte ueber Kalifornien. San Francisco und die Bay Area, Los Angeles und Orange County. Vor allem Orange County, wo richtig viele Bands herkamen - wenn ich mich recht erinnere, auch die Adolescents oder Bad Religion.
Im Orange County bin ich ja jetzt, Anaheim ist gewissermassen der Anfang dazu. Und gestern sah ich prompt meinen ersten Punkrocker.
Es war ein vielleicht fuenfzehn Jahre alter Japaner mit Stachelkopf. Er trug eine schwarze Lederjacke mit Killernieten, eine schwarze Loecher-Jeans, die in hohen schwarzen Stiefeln steckte. Ein schwarzes Anarchy-Shirt und diverse Aufnaeher vervollstaendigten die stilechte Erscheinung.
Nicht so ganz passten der Rahmen und das Umfeld. Ich traf ihn naemlich, als ich im Hotel in den Fahrstuhl stieg, und er stand zwischen seinen konservativ aussehenden Eltern und seinen zwei Geschwistern - zumindest wirkten seine Begleiter so. Und er sah kein bisschen rebellisch, sondern eher wie ein Ritter von der Traurigen Gestalt.
Punk im Orange County war auch schon mal ein bisschen punkiger ...
Im Orange County bin ich ja jetzt, Anaheim ist gewissermassen der Anfang dazu. Und gestern sah ich prompt meinen ersten Punkrocker.
Es war ein vielleicht fuenfzehn Jahre alter Japaner mit Stachelkopf. Er trug eine schwarze Lederjacke mit Killernieten, eine schwarze Loecher-Jeans, die in hohen schwarzen Stiefeln steckte. Ein schwarzes Anarchy-Shirt und diverse Aufnaeher vervollstaendigten die stilechte Erscheinung.
Nicht so ganz passten der Rahmen und das Umfeld. Ich traf ihn naemlich, als ich im Hotel in den Fahrstuhl stieg, und er stand zwischen seinen konservativ aussehenden Eltern und seinen zwei Geschwistern - zumindest wirkten seine Begleiter so. Und er sah kein bisschen rebellisch, sondern eher wie ein Ritter von der Traurigen Gestalt.
Punk im Orange County war auch schon mal ein bisschen punkiger ...
Ich bin jetzt in Anaheim, CA
Reisen ist eigentlich nichts besonderes mehr heutzutage. Trotzdem fuehle ich mich, waehrend ich diese Zeilen schreibe, ganz schoen erschlagen. Ich bin naemlich in Anaheim, Kalifornien, ein besserer Vorort von Los Angeles, wo ich ab morgen den SF-WorldCon besuchen werde - und ich habe hierher echt eine Reise von geschaetzten 21 Stunden hinter mich bringen muessen. Na ja, nicht ganz.
Aufstehen um halb acht Uhr deutscher Zeit, um halb neun an der Strassenbahn, um neun Uhr im Zug nach Frankfurt, um kurz nach zehn Uhr dort, um halb elf im Flughafengebaeude. Bis hierher ging ja alles gut.
Ich troedelte herum, checkte in aller Gemuetsruhe ein, weil ich ja so viel Zeit hatte. Aber ich hatte die neuen Sicherheitsvorschriften nicht einkalkuliert. Die Zeit von zwoelf Uhr bis ein Uhr mittags stand ich in einer ellenlangen Schlange (die vierte Kontrolle!), die gesaeumt wurde von Getraenkeflaschen, Zahnpastatuben, Nasensprays und Handcremes - es wurde alles gruendlichst untersucht, inklusive einer Kontrolle der Fussunterseite.
Um 14 Uhr sollten wir starten, um 15 Uhr hob der Flieger ab. Um 16.30 Uhr Ortszeit war ich in Kalifornien, um 18 Uhr endlich aus dem Flughafen (Fingerabdruecke, Fotos, die ganze Prozedur), um 19.20 Uhr endlich im Hotel - Stau beherrschte den Freeway. Um 20 Uhr Ortszeit war ich im Hotelzimmer, das ist dann fuenf Uhr morgens.
Jetzt noch ein Bier, und dann ins Bett!
Aufstehen um halb acht Uhr deutscher Zeit, um halb neun an der Strassenbahn, um neun Uhr im Zug nach Frankfurt, um kurz nach zehn Uhr dort, um halb elf im Flughafengebaeude. Bis hierher ging ja alles gut.
Ich troedelte herum, checkte in aller Gemuetsruhe ein, weil ich ja so viel Zeit hatte. Aber ich hatte die neuen Sicherheitsvorschriften nicht einkalkuliert. Die Zeit von zwoelf Uhr bis ein Uhr mittags stand ich in einer ellenlangen Schlange (die vierte Kontrolle!), die gesaeumt wurde von Getraenkeflaschen, Zahnpastatuben, Nasensprays und Handcremes - es wurde alles gruendlichst untersucht, inklusive einer Kontrolle der Fussunterseite.
Um 14 Uhr sollten wir starten, um 15 Uhr hob der Flieger ab. Um 16.30 Uhr Ortszeit war ich in Kalifornien, um 18 Uhr endlich aus dem Flughafen (Fingerabdruecke, Fotos, die ganze Prozedur), um 19.20 Uhr endlich im Hotel - Stau beherrschte den Freeway. Um 20 Uhr Ortszeit war ich im Hotelzimmer, das ist dann fuenf Uhr morgens.
Jetzt noch ein Bier, und dann ins Bett!
22 August 2006
Paris Hilton in Karlsruhe
Angeblich gehört die stinkereiche blonde Hotelerbin aus Amiland zu den bekanntesten Persönlichkeiten auf Gottes weiter Welt. Sie steht öfter auf spiegel.de, meiner bevorzugten Tägliche-Nachrichten-Seite, als irgendwelche Minister oder sonst was, öfter als der gesamte Kontinent Afrika, scheint mir manchmal.
Am Wochenende sah ich sie. Kein Witz! Und mir fiel das heute erst wieder ein. Und das kam so ...
Samstag, 19. August – ich war mit dem Rad in der Innenstadt unterwegs. Bilder vom DM-Markt holen, Geld abheben, Überweisungen tätigen. Es kam der übliche Herbstregen, an den ich mich in diesem August schon gewöhnt habe.
Einigermaßen hektisch stellte ich mein Rad bei der Sparkasse ab und schloss es an ein Verkehrsschild an. Als ich mich aus meiner gebückten Körperhaltung erhob, sah ich SIE: Sie war klein und schlank und natürlich blond, trug die Haare genauso gesträhnt, wie ich es von irgendwelchen Paris-Hilton-Bildern her kannte. Die bloßen Füße steckten in fein aussehenden Schühchen, sie trug ein kurzes Röckchen, das in der beginnenden Dämmerung geradezu leuchtete, und unter dem weißen Jäckchen strahlte eine Bluse in hell-pink hervor.
Das beste war aber das Gesicht: Das Mädchen vor mir schaffte es sogar, den Gesichtsausdruck von Paris Hilton zu imitieren. Sie wirkte blasiert und unnahbar, und sie schaute so in die Welt, als stünde sie meilenweit über primitiven Würmern wie mir.
Unglaublich!
Am Wochenende sah ich sie. Kein Witz! Und mir fiel das heute erst wieder ein. Und das kam so ...
Samstag, 19. August – ich war mit dem Rad in der Innenstadt unterwegs. Bilder vom DM-Markt holen, Geld abheben, Überweisungen tätigen. Es kam der übliche Herbstregen, an den ich mich in diesem August schon gewöhnt habe.
Einigermaßen hektisch stellte ich mein Rad bei der Sparkasse ab und schloss es an ein Verkehrsschild an. Als ich mich aus meiner gebückten Körperhaltung erhob, sah ich SIE: Sie war klein und schlank und natürlich blond, trug die Haare genauso gesträhnt, wie ich es von irgendwelchen Paris-Hilton-Bildern her kannte. Die bloßen Füße steckten in fein aussehenden Schühchen, sie trug ein kurzes Röckchen, das in der beginnenden Dämmerung geradezu leuchtete, und unter dem weißen Jäckchen strahlte eine Bluse in hell-pink hervor.
Das beste war aber das Gesicht: Das Mädchen vor mir schaffte es sogar, den Gesichtsausdruck von Paris Hilton zu imitieren. Sie wirkte blasiert und unnahbar, und sie schaute so in die Welt, als stünde sie meilenweit über primitiven Würmern wie mir.
Unglaublich!
21 August 2006
»Chaos en France« besprochen

Auch die Besprechung eines meiner Bücher durch das OX ist möglicherweise nicht hundertprozentig objektiv, um es vorsichtig zu formulieren. Trotzdem freue ich mich natürlich, wenn mein Buch »Chaos en France« positiv rezensiert wird. Deshalb kriegen auch alle Blog-Leser die Rezension hier zu Gesicht – erschienen in der aktuellen OX-Ausgabe.
Bisher ist die Resonanz in der Fanzine-Presse auf das Buch noch gar nicht so stark, was mich einigermaßen verwundert. Soweit ich weiß, wurden viele Fanzines vom Archiv der Jugendkulturen angeschrieben und auch beliefert.
Sind die Autoren der einschlägigen Bücher etwa überfordert mit so vielen Buchstaben? Oder brauchen sie einen Promo-Wisch, wie ihn die Plattenfirmen verschicken, damit sie wissen, was sie zu schreiben haben? Fragen über Fragen ...
20 August 2006
»Hey, Fischfresse!« Oder: »Ich hab' 'n Glas voll Dre-heck!«
Samstag abend und Nieselregen: Was bietet sich hier eher an, als ins Kino zu gehen und einen Film anzuschauen, der in der Karibik spielt? Sonne, Strand und Meer ... wuchernder Urwald über sanften Hügeln, ewig lange Sandstrände, glasklares Wasser ... genauso wie ich es gesehen habe, als ich vor einigen Jahren Trinidad, Tobago, Barbados und Antigua besucht habe.
Diesmal war's aber ein Film: »Fluch der Karibik« Teil zwei oder »Pirates of the Caribbean«, wie der Film neuerdings auch im deutschen Kino heißt. Kritiker haben ihn verrissen, und wer nach Handlungslogik schaute, kam bei diesem Film nicht unbedingt auf seine Kosten.
Dafür Leute wie wir, die sich einfach nur großartig amüsieren wollten. Ich kam zeitweise nicht aus dem Kichern heraus, schlug mir mehrfach mit der flachen Hand gegen die Stirn, weil ich den Schwachsinn auf der Leinwand nicht mehr aushielt (ist hier positiv gemeint).
Wunderbar gestaltete Monster-Piraten bevölkern den Film; Keira Knightley sieht wieder umwerfend aus und spielt eine tolle Rolle; Johnny Depp alias Jack Sparrow ist der Kracher schlechthin; der Fechtkampf auf dem rollenden Müllrad ist an Absurdität nicht zu überbieten; der Angriff des Monster-Krakens auf das Piratenschiff ist dynamisch in Szene gesetzt ... und so weiter.
Die wohl beste Szene des Films ist die, als Johnny Depp über die Planken seines Schiffs tanzt und »ich hab' `n Glas voll Dre-heck« singt. Ich dachte, ich platze vor Lachen.
Nur der Schluß ist scheiße. Das kommt davon, wenn die Produzenten Teil zwei und Teil drei gleich hintereinander abdrehen. Na ja, ich stell' mich jetzt schon mal in die Schlange für den dritten Teil von »Fluch der Karibik«.
Diesmal war's aber ein Film: »Fluch der Karibik« Teil zwei oder »Pirates of the Caribbean«, wie der Film neuerdings auch im deutschen Kino heißt. Kritiker haben ihn verrissen, und wer nach Handlungslogik schaute, kam bei diesem Film nicht unbedingt auf seine Kosten.
Dafür Leute wie wir, die sich einfach nur großartig amüsieren wollten. Ich kam zeitweise nicht aus dem Kichern heraus, schlug mir mehrfach mit der flachen Hand gegen die Stirn, weil ich den Schwachsinn auf der Leinwand nicht mehr aushielt (ist hier positiv gemeint).
Wunderbar gestaltete Monster-Piraten bevölkern den Film; Keira Knightley sieht wieder umwerfend aus und spielt eine tolle Rolle; Johnny Depp alias Jack Sparrow ist der Kracher schlechthin; der Fechtkampf auf dem rollenden Müllrad ist an Absurdität nicht zu überbieten; der Angriff des Monster-Krakens auf das Piratenschiff ist dynamisch in Szene gesetzt ... und so weiter.
Die wohl beste Szene des Films ist die, als Johnny Depp über die Planken seines Schiffs tanzt und »ich hab' `n Glas voll Dre-heck« singt. Ich dachte, ich platze vor Lachen.
Nur der Schluß ist scheiße. Das kommt davon, wenn die Produzenten Teil zwei und Teil drei gleich hintereinander abdrehen. Na ja, ich stell' mich jetzt schon mal in die Schlange für den dritten Teil von »Fluch der Karibik«.
19 August 2006
»Als der Verderber kam«: Kurzgeschichte in MAGIRA
Das neue MAGIRA kam heute mit der Post, und ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind: Das Jahrbuch zur Fantasy 2006 kann sich wirklich sehen lassen, sieht absolut professionell aus und wird von mir in den nächsten Wochen extrem genau gelesen werden. Cover von Swen Papenbrock, viele interessante Artikel, Kurzgeschichten und Buchbesprechungen – das macht alles einen hervorragenden Eindruck.
Von mir sind einige Rezensionen enthalten, unter anderem zu Anthony O'Neills eindrucksvollem Roman »Der Hüter der Finsternis« (gibt's jetzt auch als Taschenbuch). Bingo.
Stolz bin ich aber darauf, dass meine Kurzgeschichte »Als der Verderber kam« veröffentlicht wurde. Die Geschichte der blinden alten Frau namens Jolani, die in der Wasserstadt lebt und eine unheimliche Begegnung hat, gefiel mir tatsächlich in gedruckter Form immer noch.
Na also! Es schmeichelt mich natürlich sehr, in einem so schönen Buch veröffentlicht zu werden.
Von mir sind einige Rezensionen enthalten, unter anderem zu Anthony O'Neills eindrucksvollem Roman »Der Hüter der Finsternis« (gibt's jetzt auch als Taschenbuch). Bingo.
Stolz bin ich aber darauf, dass meine Kurzgeschichte »Als der Verderber kam« veröffentlicht wurde. Die Geschichte der blinden alten Frau namens Jolani, die in der Wasserstadt lebt und eine unheimliche Begegnung hat, gefiel mir tatsächlich in gedruckter Form immer noch.
Na also! Es schmeichelt mich natürlich sehr, in einem so schönen Buch veröffentlicht zu werden.
18 August 2006
Zeitfresser OX?

Kann ja sein, daß das OX ein bißchen parteiisch ist, weil ich ja für das Fanzine gelegentlich Plattenbesprechungen verfasse und vor allem mein Fortsetzungsroman »Und: Hardcore!« dort erscheint – trotzdem habe ich mich sehr gefreut, als der Chef persönlich mein Fanzine ENPUNKT 43 sehr positiv besprach.
Es liegt allerdings nicht an meinen Plattenbesprechungen für das OX, das ich nicht mehr dazu komme, meinen ENPUNKT regelmäßig rauszubringen. Das ganze Drumherum in der Arbeit kostet brutal viel Zeit, und abends möchte ich manchmal doch einen auf gemütlich machen.
Ich weiß, das paßt nicht zu meinen eigenen Aussagen von vor zwanzig oder vor zehn Jahren, aber so ist das: Manchmal knalle ich mich einfach gerne mit meiner Freundin auf die Couch und guck mir eine DVD an. Oder ich verfasse »richtige Geschichten«, was zur Folge hat, das ich nicht mehr so viel ENPUNKT schreiben kann.
Am OX liegt es sicher nicht.
17 August 2006
Krimi aus dem Osten Berlins
Robina Bernhardt ist Kriminalbeamtin, sie ermittelt bei der Mordkommission in Berlin, ist manchmal zickig und lebt häufig in schweren Gefühlswallungen. In diesen Situationen hört sie eine Band namens »Ollys«, die aus drei Sängerinnen besteht und ihr passende englischsprachige Stücke ins Ohr trällert. Das klingt ein wenig wie die Heldin der amerikanischen Fernsehserie »Ally McBeal«, bei der ebenfalls die Musik eine große Bedeutung erlangte.
Erfunden wurde Robina Bernhardt von Petra A. Bauer. Es ist ihr erster Krimi, deshalb sind einige Schwächen zu entschuldigen; überzeugend ist vor allem die Heldin mit all ihren Problemen und Gedanken.
Der Roman erschien im Frühjahr 2006 in der Reihe »TatortOst« des Mitteldeutschen Verlages. Im Internet kann man zur Autorin übrigens einiges nachlesen – vor allem sind drei Seiten durchaus interessant.
In ihrem Blog berichtet die Autorin aus ihrem täglichen Leben, was in diesem Fall heißt, dass der Leser auch etwas darüber erfährt, wo sie mit ihrer Familie im Urlaub war oder welches neue Bett gekauft wurde – ein sehr persönliches Internet-Tagebuch also.
Auf der eigentlichen Homepage geht es um ihre Arbeit als Schriftstellerin. Sie informiert über bereits erschienene Bücher oder auch anlaufende Projekte, gibt Nachwuchsautoren interessante Tipps oder verlinkt zu Artikeln, die über sie erschienen sind.
Es gibt sogar eine Homepage zu dem Roman, die wirklich neugierig auf das Thema macht. Unter anderem kann man sich eine Leseprobe zu Gemüte führen – sehr schön, sehr informativ.
Erfunden wurde Robina Bernhardt von Petra A. Bauer. Es ist ihr erster Krimi, deshalb sind einige Schwächen zu entschuldigen; überzeugend ist vor allem die Heldin mit all ihren Problemen und Gedanken.
Der Roman erschien im Frühjahr 2006 in der Reihe »TatortOst« des Mitteldeutschen Verlages. Im Internet kann man zur Autorin übrigens einiges nachlesen – vor allem sind drei Seiten durchaus interessant.
In ihrem Blog berichtet die Autorin aus ihrem täglichen Leben, was in diesem Fall heißt, dass der Leser auch etwas darüber erfährt, wo sie mit ihrer Familie im Urlaub war oder welches neue Bett gekauft wurde – ein sehr persönliches Internet-Tagebuch also.
Auf der eigentlichen Homepage geht es um ihre Arbeit als Schriftstellerin. Sie informiert über bereits erschienene Bücher oder auch anlaufende Projekte, gibt Nachwuchsautoren interessante Tipps oder verlinkt zu Artikeln, die über sie erschienen sind.
Es gibt sogar eine Homepage zu dem Roman, die wirklich neugierig auf das Thema macht. Unter anderem kann man sich eine Leseprobe zu Gemüte führen – sehr schön, sehr informativ.
16 August 2006
Der gestohlene Jesus
Samstags auf dem Vrijdag Markt in Gent: Der Himmel über der flämischen Stadt ist grau, und immer wieder fällt ein grieseliger feiner Regen auf das Kopfsteinpflaster herunter. Kein August-Wetter, beim besten Willen nicht, und wir können uns nicht vorstellen, vor wenigen Wochen noch über das kochend heiße Wetter gestöhnt zu haben. So ändern sich die Zeiten.
Wir lassen uns in ein Antiquariatsgeschäft hineintreiben, eine wackelige Treppe hindurch und durch eine Garageneinfahrt. Alte Möbel modern vor sich hin, Schallplatten in verstaubten Hüllen beugen sich unter der Last der Jahrzehnte. Es riecht alt und verbraucht, ein Staub, der mich zum Husten reizt.
Im Eingangsbereich steht ein Tisch, auf dem allerlei Heiligenfiguren aufgereiht sind, alle um die vierzig Zentimeter groß. Kitschig wirken sie, die Farben sind verblaßt und blättern an manchen Stellen ab.
Ein pummeliger Mann in verwaschener Jeans und dunkelbrauner Regenjacke, eine Mütze auf dem Kopf, beugt sich über die Figuren, schaut sie interessiert und kritisch gleichzeitig an. Dann blickt er auf und richtet seinen Blick auf den graubärtigen schlanken Verkäufer, der schräg vor ihm steht.
»Where is your Jesus?«, fragt er in dem Englisch, das man im flämischen Belgien spricht: ein bißchen unsauber, aber gut verständlich.
Der Verkäufer sieht verunsichert aus und beugt sich über den Tisch. Sein suchender Blick scheint die Figuren abzutasten. Dann richtet er sich auf und schaut den pummeligen Mann an.
»Jesus must have been stolen«, sagt er in völlig ernsthaftem Tonfall. »Jesus ist wohl gestohlen worden.«
Und ich falle vor Lachen fast von der schmalen Holzleiter, über die ich gerade aus dem Laden heraus balanciere ...
Wir lassen uns in ein Antiquariatsgeschäft hineintreiben, eine wackelige Treppe hindurch und durch eine Garageneinfahrt. Alte Möbel modern vor sich hin, Schallplatten in verstaubten Hüllen beugen sich unter der Last der Jahrzehnte. Es riecht alt und verbraucht, ein Staub, der mich zum Husten reizt.
Im Eingangsbereich steht ein Tisch, auf dem allerlei Heiligenfiguren aufgereiht sind, alle um die vierzig Zentimeter groß. Kitschig wirken sie, die Farben sind verblaßt und blättern an manchen Stellen ab.
Ein pummeliger Mann in verwaschener Jeans und dunkelbrauner Regenjacke, eine Mütze auf dem Kopf, beugt sich über die Figuren, schaut sie interessiert und kritisch gleichzeitig an. Dann blickt er auf und richtet seinen Blick auf den graubärtigen schlanken Verkäufer, der schräg vor ihm steht.
»Where is your Jesus?«, fragt er in dem Englisch, das man im flämischen Belgien spricht: ein bißchen unsauber, aber gut verständlich.
Der Verkäufer sieht verunsichert aus und beugt sich über den Tisch. Sein suchender Blick scheint die Figuren abzutasten. Dann richtet er sich auf und schaut den pummeligen Mann an.
»Jesus must have been stolen«, sagt er in völlig ernsthaftem Tonfall. »Jesus ist wohl gestohlen worden.«
Und ich falle vor Lachen fast von der schmalen Holzleiter, über die ich gerade aus dem Laden heraus balanciere ...
15 August 2006
Das TRUST und mein ENPUNKT

1986 begann das Fanzine TRUST seine beispiellose Karriere: Endlich gab es ein Magazin für Punkrock und Hardcore, das regelmäßig erschien, in dem es unter anderem endlich kompetente Berichte und vor allem Konzertinformationen gab. Ich liebte es, ich abonnierte es, und es begleitete mich über Jahrzehnte hinweg.
1986 kam auch die erste Ausgabe meines eigenen Fanzines ENPUNKT heraus, damals noch gar nicht so punkig wie später, sondern eben ein typisches Egozine, vielleicht das, was man heute als Blog ins Netz zu stellen pflegt.
Zwei Hefte, die jeweils zwanzig Jahre alt werden – das finde ich schon bemerkenswert. Umso besser, daß es in der aktuellen Ausgabe des TRUST, der Nummer 119, eine schöne ENPUNKT-Besprechung gab. Zwar nur zu der letzten Ausgabe, aber immerhin.
Hier habe ich sie veröffentlicht. Schönen Dank an die TRUST-Redaktion.
10 August 2006
Neues vom Deppenapostroph

Der sogenannte Deppenapostroph ist mir seit Jahren eine Freude: Schön, daß der Duden jetzt ja auch »Lisa's Lädle« oder »Tom's Tattoos« den Segen erteilt. Damit ist ein Teil der Leute, die nicht wissen, wofür ein Apostroph in der deutschen Sprache gut ist – aus Zeichen dafür, daß ein Buchstaben ausgelassen wurde –, endlich rehabilitiert.
Gottseidank gibt es eine famose Homepage, die sich nur damit beschäftigt. Ein Blick darauf lohnt sich immer wieder. Manchmal hilft mir der Blick in Informationszettel, die überall in Kneipen ausliegen, also auch in Karlsruhe.
Mein neuestes Highlight: Ingo Kemper und seine Tanzschule. Daß er diese »Ingo's Tanzschule« nennt, ist durch die neue doofe Rechtschreibung ja abgedeckt, insofern hält sich mein Geläster in Grenzen.
Die Abkürzung aber ist super: »It's«. Sieht also logo eigentlich super aus, wirft aber Fragen auf. Wie spricht sich das jetzt aus? »Ingo Tanzschule's« oder wie?
Fragen über Fragen.
09 August 2006
Der SPIEGEL und Straight Edge
Was passiert, wenn sich ein Medium wie der SPIEGEL um eine Jugendkultur kümmert, ist mal ein Trauerspiel, mal zum Schreien komisch. Ich bin noch nicht sicher, wie ich den aktuellen Artikel auf spiegel.de einschätzen soll.
Unter dem Titel »Die härtesten Weicheier der Welt« geht es diesmal um Straight Edge, also jene Weltanschauung, die ich anno dunnemals in den 80er Jahren auch mitgekriegt, als »interessant« eingestuft und dann für mich als nicht spannend genug betrachtet habe: Hardcore-Punks à la Youth Of Today oder die uralten Minor Threat, die eben nicht saufen als Lebenszweck betrachten, sondern mit ihrem Antialkoholismus geradezu missionieren.
Zeitweise war es ganz schön anstrengend mit den Straight-Edgern, die einen manchmal blöd anschauten, wenn man Bier trank oder mit der Lederjacke und Springerstiefeln auf ein Punk-Konzert ging. Gottseidank ist das heute anders, wenn man dem SPIEGEL-Beitrag glauben kann ...
Es ist in Wirklichkeit wohl eher so, daß sich der Großteil der Straight-Edge-Szene schon Anfang bis Mitte der 90er Jahre soweit von der Punk-Szene abgespalten hat, daß es kaum noch Berührungspunkte gibt. Und wer als Punkrocker nicht säuft, hängt sich einfach nicht mehr ein eigentlich albernes Label wie »Straight Edge« um den Hals, sondern läßt die Sauferei einfach.
»In Deutschland wird die Zahl der Straight Edger auf fünfstellig geschätzt, viele sind jünger als 20«, vermeldet der Beitrag, der zudem davon ausgeht, daß die jungen Straight Edger ein fürchterlich langweiliges Leben zwischen Gesundheitsküche und alkoholfreien Parteis feiern. Glauben wir das auch noch ...
Immerhin verortet der Artikel die Stadt Balingen als »Städtchen nahe Stuttgart« (sind nur 87 Kilometer). Und wir freuen uns über Sätze wie diese: »Straight Edge gehört eigentlich in die achtziger Jahre, als Punk groß und wichtig war, Jugendliche "No Future"-Slogans grölten und Staat und Gesellschaft ablehnten.«
Unter dem Titel »Die härtesten Weicheier der Welt« geht es diesmal um Straight Edge, also jene Weltanschauung, die ich anno dunnemals in den 80er Jahren auch mitgekriegt, als »interessant« eingestuft und dann für mich als nicht spannend genug betrachtet habe: Hardcore-Punks à la Youth Of Today oder die uralten Minor Threat, die eben nicht saufen als Lebenszweck betrachten, sondern mit ihrem Antialkoholismus geradezu missionieren.
Zeitweise war es ganz schön anstrengend mit den Straight-Edgern, die einen manchmal blöd anschauten, wenn man Bier trank oder mit der Lederjacke und Springerstiefeln auf ein Punk-Konzert ging. Gottseidank ist das heute anders, wenn man dem SPIEGEL-Beitrag glauben kann ...
Es ist in Wirklichkeit wohl eher so, daß sich der Großteil der Straight-Edge-Szene schon Anfang bis Mitte der 90er Jahre soweit von der Punk-Szene abgespalten hat, daß es kaum noch Berührungspunkte gibt. Und wer als Punkrocker nicht säuft, hängt sich einfach nicht mehr ein eigentlich albernes Label wie »Straight Edge« um den Hals, sondern läßt die Sauferei einfach.
»In Deutschland wird die Zahl der Straight Edger auf fünfstellig geschätzt, viele sind jünger als 20«, vermeldet der Beitrag, der zudem davon ausgeht, daß die jungen Straight Edger ein fürchterlich langweiliges Leben zwischen Gesundheitsküche und alkoholfreien Parteis feiern. Glauben wir das auch noch ...
Immerhin verortet der Artikel die Stadt Balingen als »Städtchen nahe Stuttgart« (sind nur 87 Kilometer). Und wir freuen uns über Sätze wie diese: »Straight Edge gehört eigentlich in die achtziger Jahre, als Punk groß und wichtig war, Jugendliche "No Future"-Slogans grölten und Staat und Gesellschaft ablehnten.«
08 August 2006
Meine lieben unpolitischen Leser

Manchmal bin ich auf »meine« PERRY RHODAN-Fans so richtig stolz, manchmal halte ich sie für komplett gaga. Selten liegt das so nahe zusammen wie bei einem Buch, das im Sommer 2006 erschien: Gemeint ist das PERRY RHODAN-Jahrbuch 2006, das der SF-Club Universum publizierte.
Auf fast 350 Seiten gibt es in sehr anständigem Layout haufenweise Texte über die Früchte meiner täglichen Arbeit. Natürlich bekommen meine Mitstreiter und ich fleißig Kritik ab, aber unterm Strich freut es mich extrem, wenn ein kleiner Verein so eine tolle Aktion betreibt und so ein schickes Buch zusammenbastelt. Super!
Wenn es nicht zwischendurch einen Beitrag gäbe, der mir die Schuhe auszieht, wäre ich ja echt glücklich. Der Autor des Beitrags, der tatsächlich einen Doktor-Titel im Namen führt, bekommt es fertig, folgenden Satz in seinem Artikel unterzubringen, in dem er sich ganz pauschal auf »die Terraner« bezieht: »Es gibt eine direkte Verbindung von Auschwitz nach Guantanamo, von Dachau nach Abu Ghreib, und diese Verbindung liegt in der Natur des Menschen begründet.«
Angesichts eines solch grassierenden Schwachsinns möchte man eigentlich stundenlang »Scheiße!« brüllen. Weia ...
07 August 2006
Wieder etwas, das nicht mehr funktioniert
Der Mythos von Peter Pan steckt in meinem Kopf, die Geschichte vom Jungen, der nicht erwachsen werden will und deshalb lieber unendlich viele Abenteuer erlebt. Der Junge, der fliegen kann, und der Junge, der kräht, wenn er Erfolg hat.
Es gibt Filme und Comics und ein Musical, wenn ich mich nicht irre. Und es gibt das Kinderbuch von James Matthew Barrie, das ich in der Version des Arena-Verlages gelesen habe – das ist eine Romanversion.
In der Tat sind die Grundelemente der Geschichte dieselben: Rothäute und Piraten, das Krokodil mit der tickenden Uhr im Bauch, der böse Captain Hook, die Kinder um Wendy und natürlich Peter Pan selbst.
Doch Peter Pan ist ein dummer, selbstgefälliger Knirps, völlig eingebildet und doof. Wendy ist eine blöde Kuh, die am liebsten Hausarbeiten erledigt und sich für die Kinder als deren Mutter aufopfert. Die Jungen blicken zu Peter auf, der ständig alles vergißt und der sich immer mehr als Tyrann herausstellt. Ein Tyrann, dem alle alles verzeihen. Er ist auch der einzige, der nicht komplett bürgerlich wird.
Unglaublich! Mir blieb bei der Lektüre fast die Spucke weg. Ein Menschenbild, das nur mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erklärt werden kann. Aber heute lesen sollte das möglicherweise niemand mehr.
Es gibt Filme und Comics und ein Musical, wenn ich mich nicht irre. Und es gibt das Kinderbuch von James Matthew Barrie, das ich in der Version des Arena-Verlages gelesen habe – das ist eine Romanversion.
In der Tat sind die Grundelemente der Geschichte dieselben: Rothäute und Piraten, das Krokodil mit der tickenden Uhr im Bauch, der böse Captain Hook, die Kinder um Wendy und natürlich Peter Pan selbst.
Doch Peter Pan ist ein dummer, selbstgefälliger Knirps, völlig eingebildet und doof. Wendy ist eine blöde Kuh, die am liebsten Hausarbeiten erledigt und sich für die Kinder als deren Mutter aufopfert. Die Jungen blicken zu Peter auf, der ständig alles vergißt und der sich immer mehr als Tyrann herausstellt. Ein Tyrann, dem alle alles verzeihen. Er ist auch der einzige, der nicht komplett bürgerlich wird.
Unglaublich! Mir blieb bei der Lektüre fast die Spucke weg. Ein Menschenbild, das nur mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erklärt werden kann. Aber heute lesen sollte das möglicherweise niemand mehr.
06 August 2006
Locker machen für die Mädels
Den »Nerv der jugendlichen Zielgruppe« trifft die Werbung der Marke Axe – so sagen es Branchen-Fachblätter wie »Horizont«. Aha. Da schaue ich ein bißchen nervös und stelle fest, daß ich kein Jugendlicher mehr bin. Und zur jugendlichen Zielgruppe gehöre ich auch nicht.
Wer Axe benutzt, dem laufen die Weiber nach – auf diesen proletig kurzen Spruch läßt sich die Werbung zusammenfassen. Diesmal haben’s die Werber dann besonders toll gemacht: Es gibt jetzt Sex-Darstellungen auf der Werbung, die unter dem Motto »Mach dich locker für die Ladies« steht.
Ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich jemanden anspricht, ob da tatsächlich irgendein Spät-Jugendlicher glaubt, mit dem Duftspray von Axe wirklich irgendwelche Mädels ins Bett zerren zu können, um mit ihnen dann »Bambusspalter« oder »Schlangenknoten« zu machen, ganz zu schweigen von »Tigergrass Oil« oder »Bali Seasalt«.
Tatsache ist, daß auf den Anzeigen jetzt irgendwelche »nackten« Puppen irgendwelche ach so lustigen Verrenkungen zeigen, die man im weitesten Sinne mit Sex assoziieren kann. Ich find’s albern, andere finden’s sicher sexistisch. Wahrscheinlich ist es einfach nur doof – und jeder Jungmann, der künftig Axe-Deo benutzt oder in meiner Nähe mit einem Axe-Duschgel angetroffen wird, kann künftig mit meinem Mitleid rechnen.
(Moment ... Ich glaub’, ich muß erst mal bei mir im Bad nachgucken.)
Wer Axe benutzt, dem laufen die Weiber nach – auf diesen proletig kurzen Spruch läßt sich die Werbung zusammenfassen. Diesmal haben’s die Werber dann besonders toll gemacht: Es gibt jetzt Sex-Darstellungen auf der Werbung, die unter dem Motto »Mach dich locker für die Ladies« steht.
Ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich jemanden anspricht, ob da tatsächlich irgendein Spät-Jugendlicher glaubt, mit dem Duftspray von Axe wirklich irgendwelche Mädels ins Bett zerren zu können, um mit ihnen dann »Bambusspalter« oder »Schlangenknoten« zu machen, ganz zu schweigen von »Tigergrass Oil« oder »Bali Seasalt«.
Tatsache ist, daß auf den Anzeigen jetzt irgendwelche »nackten« Puppen irgendwelche ach so lustigen Verrenkungen zeigen, die man im weitesten Sinne mit Sex assoziieren kann. Ich find’s albern, andere finden’s sicher sexistisch. Wahrscheinlich ist es einfach nur doof – und jeder Jungmann, der künftig Axe-Deo benutzt oder in meiner Nähe mit einem Axe-Duschgel angetroffen wird, kann künftig mit meinem Mitleid rechnen.
(Moment ... Ich glaub’, ich muß erst mal bei mir im Bad nachgucken.)
05 August 2006
Manche Dinge gehen nicht mehr ...

Ich werde alt. Menschen werden alt. Und Erinnerungen ... die sind auch nicht mehr so hundertprozentig zutreffend.
Die liebe Kollegin Bettina erzählte mir, sie habe für ihre Tochter die Doppel-DVD von »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt« erstanden. Whow, ich war echt neidisch.
Robbi, der kleine Roboter, Tobbi, der kleine Junge, und das lustige Fliewatüüt, dieses unglaubliche Fluggerät - wenn ich in den frühen 70er Jahren bei meiner Tante das hatte angucken dürfen, war ich richtig glücklich gewesen. Die Suche nach der dreieckigen Burg, der geringelte Leuchtturm ... über dreißig Jahre später erinnerte ich mich noch an Details.
Also lieh ich mir die DVD-Box aus und freute mich gemeinsam mit meiner Freundin auf einen amüsanten DVD-Abend. Es wurde ein langweiliges Desaster: Die Bewegungen waren lahm, die Dialoge maximal kindgerecht, der Roboter einfach nur peinlich. Meine Freundin, die aufgrund ihrer relativen Jugend die Serie nie gesehen hatte, reagierte verwirrt: »Das gefällt dir?«
Es gefiel mir nicht. Keinen Millimeter. Ich saß vor der Glotze, versuchte die Sache gutzufinden, und es klappte nicht.
Manche Dinge gehen nicht mehr. Wirklich nicht. Ich bin jetzt über vierzig und nicht mehr unter zehn. Ein Blick in den Spiegel, und ich weiß es genau. Und irgendwelche Erinnerungen an die Kindheit sollten als Erinnerung bewahrt werden ... ich muss da nix auffrischen.
Aber ein bißchen traurig bin ich schon, weil ich den Robbi und den Tobbi und ihr Fliewatüüt so gern gehabt hatte ...
04 August 2006
In LebensFieber interviewt
Irgendwie cool, in einem echten Jugendheft interviewt zu werden – finde zumindest ich. Das geschah mir auf der Leipziger Buchmesse im März diesen Jahres. Bis ich den Beleg erhielt, vergingen Monate, aber jetzt ist das Ding da: die zweite Ausgabe der Zeitschrift »LebensFieber«.
Zwischen allerlei Artikeln über »kunst und kultur« oder »Schule und Ausbildung«, ganz zu schweigen von »Prosa und Lyrik«, gibt es auch ein Interview mit mir, das Herausgeber Dave Tijok (eigener Spitzname: Running Dave) geführt hat. War gar nicht so einfach für ihn, fürchte ich – aber er hat es gut gemeistert.
Im Anhang zu diesem Text könnt Ihr das Interview jetzt einfach nachlesen.
Zwischen allerlei Artikeln über »kunst und kultur« oder »Schule und Ausbildung«, ganz zu schweigen von »Prosa und Lyrik«, gibt es auch ein Interview mit mir, das Herausgeber Dave Tijok (eigener Spitzname: Running Dave) geführt hat. War gar nicht so einfach für ihn, fürchte ich – aber er hat es gut gemeistert.
Im Anhang zu diesem Text könnt Ihr das Interview jetzt einfach nachlesen.
03 August 2006
Lesung im Art Canrobert
Ich arbeite in Rastatt, einer mittleren Kreisstadt, zwischen Karlsruhe und Baden-Baden gelegen. Dort ist der Sitz meines Arbeitgebers, und dort gibt es aber auch ein ziemlich tolles Jugendzentrum. Toll deshalb, weil das Art Canrobert unabhängig ist: getragen von einem Verein, schon einigermaßen unterstützt von der Stadt, aber ohne nervende Sozialarbeiter.
Dort hatte ich am Mittwoch, 2. August 2006, eine Lesung. Offiziell angekündigt für 20 Uhr, kletterte ich irgendwann um viertel nach neun auf die Bühne des neu gestalteten Veranstaltungsraums. Schätzungsweise 30 Leute, Durchschnittsalter um die zwanzig, saßen auf Stühlen oder Sofas.
Wie es sich gehört, las ich aus »Chaos en France« einige Szenen vor, erzählte zwischendurch immer wieder irgendwelche Geschichten. Das brave Publikum kicherte leise an den richtigen Stellen, blieb ansonsten aber sehr ruhig. Später kam noch die Geschichte »In jenem Herbst« aus dem Buch »Zwei Whisky mit Neumann«, und als Zugabe lieferte ich das Gedicht »Maschinengewehr, sing!«, das immer einen guten Abschluß bildet.
Hinterher noch viele Gespräche und Diskussionen; ich verkaufte Bücher, die ich dadurch entwertete, indem ich meinen Namen hineinschrieb – und so weiter. Eine sehr gelungene Veranstaltung; sehr gut!
Dort hatte ich am Mittwoch, 2. August 2006, eine Lesung. Offiziell angekündigt für 20 Uhr, kletterte ich irgendwann um viertel nach neun auf die Bühne des neu gestalteten Veranstaltungsraums. Schätzungsweise 30 Leute, Durchschnittsalter um die zwanzig, saßen auf Stühlen oder Sofas.
Wie es sich gehört, las ich aus »Chaos en France« einige Szenen vor, erzählte zwischendurch immer wieder irgendwelche Geschichten. Das brave Publikum kicherte leise an den richtigen Stellen, blieb ansonsten aber sehr ruhig. Später kam noch die Geschichte »In jenem Herbst« aus dem Buch »Zwei Whisky mit Neumann«, und als Zugabe lieferte ich das Gedicht »Maschinengewehr, sing!«, das immer einen guten Abschluß bildet.
Hinterher noch viele Gespräche und Diskussionen; ich verkaufte Bücher, die ich dadurch entwertete, indem ich meinen Namen hineinschrieb – und so weiter. Eine sehr gelungene Veranstaltung; sehr gut!
Zweimal Radio hintereinander
Da habe ich mich so sehr an den gemütlichen Rhythmus gewöhnt, nur noch einmal im Monat Radio zu machen – und dann das: Der Juli hatte fünf Sonntage, also mußte ich am 30. Juli ins Studio, und am ersten August-Sonntag bin ich schon wieder im Einsatz.
Okay, gibt schlimmeres: Ich hätte mich ja am Sonntag abend, 30. Juli, auch auf dem großen Fest – umsonst und draußen – in Karlsruhe tot quetschen lassen können. Da fand ich es schon angenehmer, im schwülen Studio zu sitzen und Musik aufzulegen.
Punk aus England war angesagt. Sieht man von alten Kapellen wie The Oppressed oder Ripcord ab, gab es vor allem neues Zeugs auf die Ohren: Loony und Stokoe, aber auch Billy No Mates und Fat Cats, zum Abschluß noch die göttlichen Art Brut. Eine saugute Sendung auf Querfunk, wie ich finde.
Am Sonntag geht es dann im ENPUNKT-Radio weiter. Schwerpunkt ist diesmal Nordrhein-Westfalen. Vageenas und Nein Nein Nein stehen schon jetzt auf meiner Liste; mal schauen, was noch dazu kommt. Die Sendung ist übrigens im Internet im Live-Stream zu empfangen ...
Okay, gibt schlimmeres: Ich hätte mich ja am Sonntag abend, 30. Juli, auch auf dem großen Fest – umsonst und draußen – in Karlsruhe tot quetschen lassen können. Da fand ich es schon angenehmer, im schwülen Studio zu sitzen und Musik aufzulegen.
Punk aus England war angesagt. Sieht man von alten Kapellen wie The Oppressed oder Ripcord ab, gab es vor allem neues Zeugs auf die Ohren: Loony und Stokoe, aber auch Billy No Mates und Fat Cats, zum Abschluß noch die göttlichen Art Brut. Eine saugute Sendung auf Querfunk, wie ich finde.
Am Sonntag geht es dann im ENPUNKT-Radio weiter. Schwerpunkt ist diesmal Nordrhein-Westfalen. Vageenas und Nein Nein Nein stehen schon jetzt auf meiner Liste; mal schauen, was noch dazu kommt. Die Sendung ist übrigens im Internet im Live-Stream zu empfangen ...
01 August 2006
Coole Graffiti

Wenn ich mit dem Rad durch Karlsruhe fahre, sehe ich immer wieder gelungene Graffiti, die an Wänden und unter Brücken zu sehen sind. Manche sind düster, manche lustig, manchmal sind die Wände mit Buchstaben zugebombt, manchmal gibt es tolle Bilder zu sehen.
Deshalb zeige ich hier und heute mal eines dieser Bilder. Es ist unweit unserer Wohnung zu finden, vielleicht eineinhalb Kilometer entfernt. Direkt daneben ist ein ziemlich schmuddeliger Parkplatz, in der Nähe ist eine Wohnblock-Anlage – da paßt dieses Graffito wirklich sehr gut.
31 Juli 2006
Sechs Absätze zum Libanon-»Konflikt«
Nein, ich bin kein unpolitischer Oi!-Affe, der nichts gebacken bekommt. Aber ich bin auch nicht der große Polit-Theoretiker, der in der Lage ist, umfangreiche Vorträge zu allen möglichen Themen zu halten. Deshalb lasse ich das in meinem Blog sowie in meinem Fanzine. Normalerweise ...
Die aktuelle Krise im Nahen Osten geht mir aber derart auf den Sack, daß ich doch einige Sätze schreiben muß. Ich will da nicht grundsätzlich rumdiskutieren, keine Panik – aber das angebliche Massakker von Kana (oder Qana) ärgert mich komplett.
Seit fast drei Wochen werden und wurden aus diesem Dorf Hunderte von Raketen auf Israel abgefeuert. Die Raketenstellungen sind zwischen und auch in den Häusern untergebracht. Dabei wurden nach israelischen Angaben 18 Zivilisten getötet und einige hundert verletzt. Das interessiert die Weltpresse größtenteils nicht.
Nachdem die israelische Armee wochenlang die Bevölkerung des Dorfes gewarnt hat, kam es jetzt zu dem verheerenden Bombenangriff. Die hohe Zahl der Opfer schockiert die Weltöffentlichkeit. (Die sich keinen Millimeter rührt, wenn im Ostkongo tausend Zivilisten in einer Nacht zu Tode gehackt oder im West-Sudan einige Millionen Leute vertrieben werden. Hier sind die Täter aber Israelis, und dann ist es gleich ein Massakker.)
Nicht zu unrecht, dieses Töten von Zivilisten ist verabscheuungswürdig. Und ebenso unnötig wie die Bombardierung irgendwelcher Fabriken, in denen Milchprodukte hergestellt werden. (Das verstehe ich nicht.) Allerdings ist es vielleicht auch nicht sehr »klug« von den Milizen, Flüchtlinge in der Nähe ihrer Raketenstellungen übernachten zu lassen.
Es macht mich krank, wenn ich mitbekomme, wie einseitig berichtet wird. Aber ich schaffe es nicht, die Glotze auszulassen oder die Zeitungen ungelesen in den Müll zu werfen. Da lese ich lieber die Stellungnahme der israelischen Regierung oder den sehr guten Rungholt-Blog.
Die aktuelle Krise im Nahen Osten geht mir aber derart auf den Sack, daß ich doch einige Sätze schreiben muß. Ich will da nicht grundsätzlich rumdiskutieren, keine Panik – aber das angebliche Massakker von Kana (oder Qana) ärgert mich komplett.
Seit fast drei Wochen werden und wurden aus diesem Dorf Hunderte von Raketen auf Israel abgefeuert. Die Raketenstellungen sind zwischen und auch in den Häusern untergebracht. Dabei wurden nach israelischen Angaben 18 Zivilisten getötet und einige hundert verletzt. Das interessiert die Weltpresse größtenteils nicht.
Nachdem die israelische Armee wochenlang die Bevölkerung des Dorfes gewarnt hat, kam es jetzt zu dem verheerenden Bombenangriff. Die hohe Zahl der Opfer schockiert die Weltöffentlichkeit. (Die sich keinen Millimeter rührt, wenn im Ostkongo tausend Zivilisten in einer Nacht zu Tode gehackt oder im West-Sudan einige Millionen Leute vertrieben werden. Hier sind die Täter aber Israelis, und dann ist es gleich ein Massakker.)
Nicht zu unrecht, dieses Töten von Zivilisten ist verabscheuungswürdig. Und ebenso unnötig wie die Bombardierung irgendwelcher Fabriken, in denen Milchprodukte hergestellt werden. (Das verstehe ich nicht.) Allerdings ist es vielleicht auch nicht sehr »klug« von den Milizen, Flüchtlinge in der Nähe ihrer Raketenstellungen übernachten zu lassen.
Es macht mich krank, wenn ich mitbekomme, wie einseitig berichtet wird. Aber ich schaffe es nicht, die Glotze auszulassen oder die Zeitungen ungelesen in den Müll zu werfen. Da lese ich lieber die Stellungnahme der israelischen Regierung oder den sehr guten Rungholt-Blog.
29 Juli 2006
Das »Fest« tobt wieder mal in Karlsruhe – und wir gehen nicht hin
Schon seltsam, wie sich die Prioritäten entwickeln: Seit 1994 wohne ich in Karlsruhe, und schon im Jahr davor war es eine Pflicht und große Freude, das »Fest« zu besuchen, das riesige Open-Air-Festival in der Klotz-Anlage. Von meiner Wohnung aus bin ich in fünf Minuten mit dem Rad da.
Manchmal freuten wir uns Wochen davor schon. Weniger wegen der Bands, obwohl es da immer wieder tolle Überraschungen gab (ich sag’ nur Faithless, die saugute Elektropopband), als wegen der vielen Leute, die wir dort trafen.
Lars und ich standen immer an derselben Ecke, und dort trudelten im Lauf der drei Tage immer viele andere Leute ein: Punks und Grufties, Metaller und Hardcore-Kids, natürlich genügend normale Menschen. Ein lustiger Pulk aus manchmal vierzig, fünfzig Leuten, die sich untereinander nicht mal alle kannten.
Dieses Jahr interessiert mich das nicht. Das Gedränge der letzten Jahre. Die Tatsache, daß ein Zaun das größte »Umsonst und draußen« in Baden-Württemberg in ein großes Gefängnis verwandelt. Die hohen Bierpreise. Die Unmengen an Menschen.
Nein. Kein Bock. Sollen Kettcar vor 100.000 Leuten spielen, es sei ihnen gegönnt. Es wird ihnen nichts ausmachen, daß ich fehle.
Und lieber einen gemütlichen »Abend zu zweit« verbringe.
Manchmal freuten wir uns Wochen davor schon. Weniger wegen der Bands, obwohl es da immer wieder tolle Überraschungen gab (ich sag’ nur Faithless, die saugute Elektropopband), als wegen der vielen Leute, die wir dort trafen.
Lars und ich standen immer an derselben Ecke, und dort trudelten im Lauf der drei Tage immer viele andere Leute ein: Punks und Grufties, Metaller und Hardcore-Kids, natürlich genügend normale Menschen. Ein lustiger Pulk aus manchmal vierzig, fünfzig Leuten, die sich untereinander nicht mal alle kannten.
Dieses Jahr interessiert mich das nicht. Das Gedränge der letzten Jahre. Die Tatsache, daß ein Zaun das größte »Umsonst und draußen« in Baden-Württemberg in ein großes Gefängnis verwandelt. Die hohen Bierpreise. Die Unmengen an Menschen.
Nein. Kein Bock. Sollen Kettcar vor 100.000 Leuten spielen, es sei ihnen gegönnt. Es wird ihnen nichts ausmachen, daß ich fehle.
Und lieber einen gemütlichen »Abend zu zweit« verbringe.
27 Juli 2006
Ich und ein Literaturfestival
Da der Esel sich bekanntlich immer zuerst nennt, ist diese Überschrift hier völlig beabsichtigt. Es gibt nämlich ein Literaturfestival in Dortmund, bei dem ich als Dozent mitwirken darf. Hey, mal nicht in Sachen Punkrock unterwegs, sondern in Sachen Hochkultur – ich glaub' es nicht.
Das Festival heißt LesArt, und es läuft vom Freitag, 27. Oktober, bis zum Sonntag, 29. Oktober 2006. In der Ankündigung wird es so bezeichnet: »ein Literaturseminar für Schreibanfänger, die keine oder noch sehr wenig Erfahrung mit dem Schreiben, Vortragen und Publizieren ihrer Texte gemacht haben«.
Neben mir sind noch die Autorin Kathrin Lange, der Schriftsteller Dr. Hartmut Kasper sowie die Redakteurin Claudia E. Kraszkiewicz am Start, eine sehr bunte Mischung also. Wer mag, kann daran noch teilnehmen; das nur mal so vorsichtig angedeutet und in den Raum geworfen. Die Teilnehmerzahl ist auf zwanzig Personen beschränkt, und das ganze Schreibseminar kostet inklusive einer Übernachtung schlappe 98 Euro.
Das Festival heißt LesArt, und es läuft vom Freitag, 27. Oktober, bis zum Sonntag, 29. Oktober 2006. In der Ankündigung wird es so bezeichnet: »ein Literaturseminar für Schreibanfänger, die keine oder noch sehr wenig Erfahrung mit dem Schreiben, Vortragen und Publizieren ihrer Texte gemacht haben«.
Neben mir sind noch die Autorin Kathrin Lange, der Schriftsteller Dr. Hartmut Kasper sowie die Redakteurin Claudia E. Kraszkiewicz am Start, eine sehr bunte Mischung also. Wer mag, kann daran noch teilnehmen; das nur mal so vorsichtig angedeutet und in den Raum geworfen. Die Teilnehmerzahl ist auf zwanzig Personen beschränkt, und das ganze Schreibseminar kostet inklusive einer Übernachtung schlappe 98 Euro.
23 Juli 2006
Heißer Tag, harter Job
Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, als ich versprach, mich an der Vorbereitung des sogenannten Hausfestes zu beteiligen: Unser Wohnblock, in dem rund 20 Mietparteien und Eigentümer wohnen, feierte sich selbst, und ich sagte, »ich helfe gerne bei den grobmotorischen Tätigkeiten«.
Am Samstag, 22. Juli, ging es morgens um halb zehn Uhr los. Im Halbschlaf kroch ich durch das Haus und wurde erst richtig wach, als mir eine Wasserflasche im Treppenhaus zerplatzte. Es knallte enorm, und die ganze Mannschaft war in Aufregung.
Pervers fand ich die frühe Zeit trotzdem, aber da hielten sich die Temperaturen noch unter 30 Grad. Ich schleppte Bierbänke und Grillzeugs, baute Zelte auf und stellte mich gar nicht so blöd an.
Nachdem wir eingekauft hatten, ging es in der Wohnung weiter: Gemüse putzen und schneiden, was man als tapferer Hausmann eben so erledigt, wenn man sich mehr oder weniger freiwillig als Küchenhelfer verdingt. Der Couscous-Salat, den meine Lebensgefährtin zauberte, war allerdings dann auch spektakulär gut. Die bei 34 bis 36 Grad brodelnden Temperaturen in Karlsruhe leider ebenfalls.
Und »leider« war eine Reihe anderer Salate – jeder spendete irgendwas – ebenfalls sehr gut geworden. Von 18 Uhr bis etwa 20 Uhr futterte ich mich etwa vier mal quer durch das Salat-Büffet, bis ich mich kaum mehr rühren konnte. Fairerweise muß ich eingestehen, daß das viele Bier sicher auch zum Völlegefühl beitrug.
Mein »Ende« kam nach Mitternacht, als aus nicht genau geklärter Quelle (okay: wir waren’s selbst) eine Flasche Puschkin auf den Tisch hüpfte und von mir, meiner Freundin und dem Herrn Feurer vernichtet wurde. Damit wir hinterher immer wieder nüchtern wurden, tranken wir zwischen je zwei Schnäpslein stets ein Bier.
Als ich gegen halb vier Uhr morgens die Segel strich, sprach ich nur noch recht ... ähm ... unartikuliert. Die anderen Nachbarn, die sich um diese Zeit an Bierflaschen, Weingläsern oder anderem Zeugs festhielten, sprachen aber auch nicht mehr sehr fit. Also fiel ich kaum negativ auf.
Und heute? Heute mußte der ganze Mist bei tropischen Temperaturen aufgeräumt werden. Ich tat mir gründlich leid.
Am Samstag, 22. Juli, ging es morgens um halb zehn Uhr los. Im Halbschlaf kroch ich durch das Haus und wurde erst richtig wach, als mir eine Wasserflasche im Treppenhaus zerplatzte. Es knallte enorm, und die ganze Mannschaft war in Aufregung.
Pervers fand ich die frühe Zeit trotzdem, aber da hielten sich die Temperaturen noch unter 30 Grad. Ich schleppte Bierbänke und Grillzeugs, baute Zelte auf und stellte mich gar nicht so blöd an.
Nachdem wir eingekauft hatten, ging es in der Wohnung weiter: Gemüse putzen und schneiden, was man als tapferer Hausmann eben so erledigt, wenn man sich mehr oder weniger freiwillig als Küchenhelfer verdingt. Der Couscous-Salat, den meine Lebensgefährtin zauberte, war allerdings dann auch spektakulär gut. Die bei 34 bis 36 Grad brodelnden Temperaturen in Karlsruhe leider ebenfalls.
Und »leider« war eine Reihe anderer Salate – jeder spendete irgendwas – ebenfalls sehr gut geworden. Von 18 Uhr bis etwa 20 Uhr futterte ich mich etwa vier mal quer durch das Salat-Büffet, bis ich mich kaum mehr rühren konnte. Fairerweise muß ich eingestehen, daß das viele Bier sicher auch zum Völlegefühl beitrug.
Mein »Ende« kam nach Mitternacht, als aus nicht genau geklärter Quelle (okay: wir waren’s selbst) eine Flasche Puschkin auf den Tisch hüpfte und von mir, meiner Freundin und dem Herrn Feurer vernichtet wurde. Damit wir hinterher immer wieder nüchtern wurden, tranken wir zwischen je zwei Schnäpslein stets ein Bier.
Als ich gegen halb vier Uhr morgens die Segel strich, sprach ich nur noch recht ... ähm ... unartikuliert. Die anderen Nachbarn, die sich um diese Zeit an Bierflaschen, Weingläsern oder anderem Zeugs festhielten, sprachen aber auch nicht mehr sehr fit. Also fiel ich kaum negativ auf.
Und heute? Heute mußte der ganze Mist bei tropischen Temperaturen aufgeräumt werden. Ich tat mir gründlich leid.
21 Juli 2006
Imperial Leather

Der Sommer ist eher die Zeit für locker-flockige Klänge, für Ska und leichten Jazz meinetwegen, gerne für den schönen Pop-Punk von Bands wie Snuff oder Psychotic Youth. Normalerweise.
Aber ich höre seit Tagen zu Hause nur eine einzige Platte (Vinyl natürlich!): »Something Out Of Nothing« von Imperial Leather. Die schwedische Band macht Anarcho-Punk, aber von der schmissigen Sorte: Die Stücke strotzen vor knalligen Melodien und kämpferischen Texten, daß es eine wahre Freude ist.
Sängerin und Sänger sind abwechselnd an den Mikrofonen, wie man es von den »Klassikern« des Genres kennt – warum kommt mir hier wieder einmal Disaffect in den Sinn? Dazu ein gewisser Sarkasmus, der mir einfach gefällt: »This time I did / next time I won’t / I set the rules / I’ll break them too« heißt es im Lied »Rocket Science«. Nett.
Erschienen ist die Platte bei Profane Existence, der Institution in Sachen Anarcho-Punk schlechthin. Das paßt.
19 Juli 2006
Der Trash der eigenen Biografie
Sehr schlauer Blog-Eintrag von Frau Generator: Sie berichtet eigentlich über eine Fernsehsendung, in der es über Jörg Fauser geht. Aber in Wirklichkeit macht sie sich Gedanken über Männer und deren Geschwätz.
Trifft mich auf der Nasenspitze. Autsch! Pardauz!
»Literatur handelt sowieso meistens von Männerleiden. Man nimmt sich ernst.« Das trifft auf meine Texte ja auch zu – sie behandeln meist die Probleme von Männern, in irgendeiner Form zumindest. Mein lieber Peter Pank kotzt und kackt, prügelt und vögelt, schläft und schlampt. Alles Männerleiden. In irgendeiner Form zumindest.
Aber so richtig ernst nehme ich das nicht. Hoffe ich ...
Den »Trash der eigenen Biografie« feiere ich in meinen Schmierheften ebenfalls gerne ab. Meist aber »literarisch verfremdet«, was dann Leute irritiert, die ernsthaft glauben, PETER PANK habe etwas mit seriösem Journalismus zu tun. »Trash der eigenen Biografie« – ja gerne, aber bitte nur mit Eigenironie, sonst wird's eklig und lauterbachig.
Trifft mich auf der Nasenspitze. Autsch! Pardauz!
»Literatur handelt sowieso meistens von Männerleiden. Man nimmt sich ernst.« Das trifft auf meine Texte ja auch zu – sie behandeln meist die Probleme von Männern, in irgendeiner Form zumindest. Mein lieber Peter Pank kotzt und kackt, prügelt und vögelt, schläft und schlampt. Alles Männerleiden. In irgendeiner Form zumindest.
Aber so richtig ernst nehme ich das nicht. Hoffe ich ...
Den »Trash der eigenen Biografie« feiere ich in meinen Schmierheften ebenfalls gerne ab. Meist aber »literarisch verfremdet«, was dann Leute irritiert, die ernsthaft glauben, PETER PANK habe etwas mit seriösem Journalismus zu tun. »Trash der eigenen Biografie« – ja gerne, aber bitte nur mit Eigenironie, sonst wird's eklig und lauterbachig.
16 Juli 2006
Karlsruher Party-Radler
In Karlsruhe hat man abends die Qual der Wahl. Die steigert sich im Sommer noch. Am gestrigen Samstag abend, 15. Juli, merkte ich das besonders deutlich.
»Schloß in Flammen« ist im Prinzip eine Klassik-Aufführung vor dem Karlsruher Schloß. Die interessiert mich nicht so brennend – ha, was für ein Wortspiel! -, aber es gibt ein tolles Feuerwerk.
Wir radelten hin, ein faszinierender Anblick: Über die Moltkestraße strampelten wir, dem Feuerwerk entgegen, mitten hinein ins Krachen und Scheppern und Funkensprühen.
Danach von der einen Seite der Stadt zur anderen: in den »Tempel«, wo das alljährliche »Tempelfest« stattfand. Auch recht: Bekannte treffen, Bier trinken, labern.
Und Bands gucken: Aka Frontage machten HipHop-Crossover; mir war es im Konzertraum zu voll und zu schwitzig, weshalb ich nach einem Stück rausging. Klang aber nicht mal schlecht, und den Kids schien es zu gefallen.
M.I.K. danach boten einen sehr peinlichen Auftritt, so eine Art Hard-Rock mit Anspruch, mit zwar gut, aber sehr pathetisch singendem Typen am Mikro. Nun denn. Es war dann auch Zeit, heimzuradeln ...
»Schloß in Flammen« ist im Prinzip eine Klassik-Aufführung vor dem Karlsruher Schloß. Die interessiert mich nicht so brennend – ha, was für ein Wortspiel! -, aber es gibt ein tolles Feuerwerk.
Wir radelten hin, ein faszinierender Anblick: Über die Moltkestraße strampelten wir, dem Feuerwerk entgegen, mitten hinein ins Krachen und Scheppern und Funkensprühen.
Danach von der einen Seite der Stadt zur anderen: in den »Tempel«, wo das alljährliche »Tempelfest« stattfand. Auch recht: Bekannte treffen, Bier trinken, labern.
Und Bands gucken: Aka Frontage machten HipHop-Crossover; mir war es im Konzertraum zu voll und zu schwitzig, weshalb ich nach einem Stück rausging. Klang aber nicht mal schlecht, und den Kids schien es zu gefallen.
M.I.K. danach boten einen sehr peinlichen Auftritt, so eine Art Hard-Rock mit Anspruch, mit zwar gut, aber sehr pathetisch singendem Typen am Mikro. Nun denn. Es war dann auch Zeit, heimzuradeln ...
14 Juli 2006
Schlimme Kindheit im Netz
Vor schätzungsweise zwanzig Jahren sah ich eine Stuttgarter Punk-Band zum ersten Mal: Sie hieß Schlimme Kindheit, nach einem Stück der Hannoveraner Band Blut & Eisen benannt, und sie bot vor allem live ziemlich furiosen Deutschpunk, der mir echt gefiel. Sieht man von einigen verkratzten Kassetten aus jener Zeit ab, ist die Band praktisch verschwunden – wie so viele.
Das aber hat sich jetzt geändert. Die Schlimme Kindheit ist online. Oliver »Öli« Seibold, damals der Sänger der Band, hat die Seite ins Netz gestellt. Sehr schön, sehr interessant, auch einiges anzuhören. Empfehlenswert!
Vor allem die zahlreichen Fotos aus den Jahren 1985 bis 1987 zeigen, wie »Punk aus Stuttgart« damals aussah: lange Haare, struppige Haare, bunte Haare. Und jung sahen damals alle aus!, unglaublich.
Öli empfahl mir diese Seite mit einer Mail, in der sich als »etwas älteren Herrn mit schütterem Haar« bezeichnete. Gar so schlimm ist es ja noch nicht, aber ... Hey, es ist 20 Jahre später, und wir alle dürfen anders aussehen als damals.
Gefreut über den nostalgischen Blick in die Vergangenheit habe ich mich trotzdem.
Das aber hat sich jetzt geändert. Die Schlimme Kindheit ist online. Oliver »Öli« Seibold, damals der Sänger der Band, hat die Seite ins Netz gestellt. Sehr schön, sehr interessant, auch einiges anzuhören. Empfehlenswert!
Vor allem die zahlreichen Fotos aus den Jahren 1985 bis 1987 zeigen, wie »Punk aus Stuttgart« damals aussah: lange Haare, struppige Haare, bunte Haare. Und jung sahen damals alle aus!, unglaublich.
Öli empfahl mir diese Seite mit einer Mail, in der sich als »etwas älteren Herrn mit schütterem Haar« bezeichnete. Gar so schlimm ist es ja noch nicht, aber ... Hey, es ist 20 Jahre später, und wir alle dürfen anders aussehen als damals.
Gefreut über den nostalgischen Blick in die Vergangenheit habe ich mich trotzdem.
12 Juli 2006
Lesung in Rastatt
Wieder ein Termin für eine neue Lesung: in Rastatt (liegt südlich von Karlsruhe), in der Stadt also, in der ich auch arbeite.
Dort gibt es ein kleines, aber sehr feines Jugendzentrum, in dem ich vor zwei Jahren schon einmal gelesen habe: das Art Canrobert.
Die Lesung ist am Mittwoch, 2. August, und der offizielle Beginn ist um 20 Uhr. Sobald's einen offiziellen Flyer gibt, stelle ich ihn hier auch rein.
Dort gibt es ein kleines, aber sehr feines Jugendzentrum, in dem ich vor zwei Jahren schon einmal gelesen habe: das Art Canrobert.
Die Lesung ist am Mittwoch, 2. August, und der offizielle Beginn ist um 20 Uhr. Sobald's einen offiziellen Flyer gibt, stelle ich ihn hier auch rein.
11 Juli 2006
Das neue Schmierblatt ist da!
68 Seiten Umfang im coolen A5-Format, ein tolles Titelbild von Frans Stummer, ein ebenso tolles Bild hintendrauf: Der neue ENPUNKT ist endlich da! Ich glaube es selbst nicht ...
Mein neues Punkrock-Egozine ist dieser Tage erschienen. Anders gesagt: Ich habe ein Jahr gebraucht, bis die Nummer 43 jetzt vorliegt – und ich habe sie noch nicht einmal an die Abonnenten verschickt. (Bitte nicht gleich beschweren, ich liefere schon noch aus ...)
Der Fußball, das gute Wetter und die Arbeit sind schuld. Ich bitte um Verständnis.
Um was geht es in meinem neuen Heft? Um Puhnkrock und Reisen, um Bücher und Bier, um Ausflüge und Träume, um Erinnerungen und Zukünftiges – sprich um allerlei Dinge, die mich interessieren und berühren. ENPUNKT ist eben ein Egozine.
Wer die neue Ausgabe haben möchte, kann sie bei diversen Vertrieben (unter anderem bei Twisted Chords) bestellen, aber eben auch für einen Euro plus Porto bei mir: Klaus N. Frick, Postfach 24 68, 76012 Karlsruhe. Also zwei Euro beipacken oder noch besser gleich fünf Euro im Schein (Absender nicht vergessen), und ich schicke Euch fünf Hefte zu.
Mein neues Punkrock-Egozine ist dieser Tage erschienen. Anders gesagt: Ich habe ein Jahr gebraucht, bis die Nummer 43 jetzt vorliegt – und ich habe sie noch nicht einmal an die Abonnenten verschickt. (Bitte nicht gleich beschweren, ich liefere schon noch aus ...)
Der Fußball, das gute Wetter und die Arbeit sind schuld. Ich bitte um Verständnis.
Um was geht es in meinem neuen Heft? Um Puhnkrock und Reisen, um Bücher und Bier, um Ausflüge und Träume, um Erinnerungen und Zukünftiges – sprich um allerlei Dinge, die mich interessieren und berühren. ENPUNKT ist eben ein Egozine.
Wer die neue Ausgabe haben möchte, kann sie bei diversen Vertrieben (unter anderem bei Twisted Chords) bestellen, aber eben auch für einen Euro plus Porto bei mir: Klaus N. Frick, Postfach 24 68, 76012 Karlsruhe. Also zwei Euro beipacken oder noch besser gleich fünf Euro im Schein (Absender nicht vergessen), und ich schicke Euch fünf Hefte zu.
10 Juli 2006
Ein Anruf im Zug
Es war ein typischer Geschäftsreisender: weißes Hemd und Krawatte, hellgrauer Anzug, die Haare sauber zurückgeschlonzt. Er saß schräg vor mir im Zug, und er war wichtig. Das merkte ich jeder Geste an, jeder Miene seines braun gebrannten Gesichts.
Bis er sein Handy zückte.
»Hallo, Herr Soundso. Hier ist der Herr Blabla. Ich bin unterwegs zu Ihnen, also nach Ellwangen, aber jetzt frage ich sicherheitshalber mal nach, ob ich überhaupt in das richtige Ellwangen fahre. Sie meinen doch Ellwangen bei Crailsheim, ja?«
Wie sagt man im Schwäbischen: »Herr, schmeiß Hirn raa!« Mann!
Bis er sein Handy zückte.
»Hallo, Herr Soundso. Hier ist der Herr Blabla. Ich bin unterwegs zu Ihnen, also nach Ellwangen, aber jetzt frage ich sicherheitshalber mal nach, ob ich überhaupt in das richtige Ellwangen fahre. Sie meinen doch Ellwangen bei Crailsheim, ja?«
Wie sagt man im Schwäbischen: »Herr, schmeiß Hirn raa!« Mann!
Italien feiert, die Südstadt kocht
»Deutschland, isch liebe euch!« rief die junge Frau uns aus dem Seitenfenster ihres Autos zu, während wir an ihr vorbeigingen. »Danke für die Gastfreundschaft.« Ich war einigermaßen verduzt angesichts des Kompliments, gab nur ein breites Grinsen zurück.
Karlsruhe in der Nacht von Sonntag auf Montag: Italien tanzte auf der Straße. Wir hatten das Spiel in der Nordstadt angeguckt, waren nach Hause gefahren und gingen zu Fuß durch den Trubel der Innenstadt.
Amalienstraße, Mühlburger Tor, Kaiserstraße – alles lahmgelegt. Vor dem »La Strada« ein jubelnder Mob, durch den sich die mit Flaggen geschmückten Fahrzeuge nur schrittweise und wild hupend den Weg bahnten. Sekt spritzte durch die Luft, »Bella Italia« dröhnte durch die Straßen.
Wir gingen in die Südstadt, wo eh das Südstadt-Fest lief. Unzählige Menschen auf der Straßen, Bier floß in Strömen, direkt vor dem »Milano« ein LKW-Anhänger mit Diskotheken-Pult.
Alex und Plüschi, vor zehn Jahren schon in der alten »Steffi« und vor einiger Zeit im »Schlachthof« superaktiv in diesen Dingen, schmissen einen Hit nach dem anderen ins tobende und tanzende Publikum, »Heart of Glass« von Blondie und »Blitzkrieg Bop« von Ramones inklusive. Und ein gemeinsames »Azurro«-Gegröle mit Bierspritzen; sehr nett.
Die Polizei erwies sich um halb ein Uhr nachts wieder einmal als Spielverderber – kein Kommentar dazu. Schweißgetränkt traten wir eine Stunde später den Rückweg durch die Innenstadt an, die fast leer war. Nur noch gelegentlich kreuzten feuchtfröhliche Fans und hupende Autos unseren Weg.
Später war's, laut war's, klasse war's. Was schert uns Montag?
Karlsruhe in der Nacht von Sonntag auf Montag: Italien tanzte auf der Straße. Wir hatten das Spiel in der Nordstadt angeguckt, waren nach Hause gefahren und gingen zu Fuß durch den Trubel der Innenstadt.
Amalienstraße, Mühlburger Tor, Kaiserstraße – alles lahmgelegt. Vor dem »La Strada« ein jubelnder Mob, durch den sich die mit Flaggen geschmückten Fahrzeuge nur schrittweise und wild hupend den Weg bahnten. Sekt spritzte durch die Luft, »Bella Italia« dröhnte durch die Straßen.
Wir gingen in die Südstadt, wo eh das Südstadt-Fest lief. Unzählige Menschen auf der Straßen, Bier floß in Strömen, direkt vor dem »Milano« ein LKW-Anhänger mit Diskotheken-Pult.
Alex und Plüschi, vor zehn Jahren schon in der alten »Steffi« und vor einiger Zeit im »Schlachthof« superaktiv in diesen Dingen, schmissen einen Hit nach dem anderen ins tobende und tanzende Publikum, »Heart of Glass« von Blondie und »Blitzkrieg Bop« von Ramones inklusive. Und ein gemeinsames »Azurro«-Gegröle mit Bierspritzen; sehr nett.
Die Polizei erwies sich um halb ein Uhr nachts wieder einmal als Spielverderber – kein Kommentar dazu. Schweißgetränkt traten wir eine Stunde später den Rückweg durch die Innenstadt an, die fast leer war. Nur noch gelegentlich kreuzten feuchtfröhliche Fans und hupende Autos unseren Weg.
Später war's, laut war's, klasse war's. Was schert uns Montag?
09 Juli 2006
Lesung, Punkrock, Fußball
Eigentlich hätte ich es mir denken können: Wenn das Spiel um den dritten Platz ausgetragen wird und Deutschland dabei ist, wird sich kaum jemand für eine Lesung interessieren. Aber wer hätte vor einem Monat überhaupt geglaubt, daß die deutsche Mannschaft so weit kommt?
Sei’s drum: Ich fand mich einigermaßen pünktlich am Samstag abend, 8. Juli 2006, vor dem Fatal, der Studentenkneipe in Landau, ein, wo ich vor etwa drei Jahren schon einmal gelesen. Außer den Veranstaltern und den Bands war niemand da; es gab in der schönen Abendsonne ein leckeres veganes Abendessen mit Würsten vom Grill.
Die erste Halbzeit des Spiels Deutschland gegen Portugal schauten wir uns im Fatal direkt an, eine Lesung wäre jetzt wirklich fatal gewesen. Da es bis zur Halbzeit unentschieden stand, konnte ich dann doch lesen: Eine Stunde Programm gab es etwa, vor den vielleicht zwanzig Leuten, die nach wie vor größtenteils Veranstalter und Bands waren.
Nach dem Sieg der deutschen Mannschaft änderte sich das. A Martinez aus Merzig im Saarland spielten vor etwa 30 Leuten ihren Emopunk, teilweise sehr gut, teilweise ein bißchen lahm – am Feintuning muß die Band noch arbeiten, aber ansonsten hat’s mir gut gefallen.
Um Mitternacht prügelten Antitainment aus Frankfurt ihre bizarre Mischung aus Punk, Metal, Techno (oder so) und Orgel-Gequieke auf das frenetisch johlende Publikum los. Die Temperaturen im Fatal stiegen auf sehr hohe Grade, und ich kam völlig verschwitzt raus – um dann leicht angetrunken über die Autobahn nach Karlsruhe zurückzueiern. Schön war’s.
Sei’s drum: Ich fand mich einigermaßen pünktlich am Samstag abend, 8. Juli 2006, vor dem Fatal, der Studentenkneipe in Landau, ein, wo ich vor etwa drei Jahren schon einmal gelesen. Außer den Veranstaltern und den Bands war niemand da; es gab in der schönen Abendsonne ein leckeres veganes Abendessen mit Würsten vom Grill.
Die erste Halbzeit des Spiels Deutschland gegen Portugal schauten wir uns im Fatal direkt an, eine Lesung wäre jetzt wirklich fatal gewesen. Da es bis zur Halbzeit unentschieden stand, konnte ich dann doch lesen: Eine Stunde Programm gab es etwa, vor den vielleicht zwanzig Leuten, die nach wie vor größtenteils Veranstalter und Bands waren.
Nach dem Sieg der deutschen Mannschaft änderte sich das. A Martinez aus Merzig im Saarland spielten vor etwa 30 Leuten ihren Emopunk, teilweise sehr gut, teilweise ein bißchen lahm – am Feintuning muß die Band noch arbeiten, aber ansonsten hat’s mir gut gefallen.
Um Mitternacht prügelten Antitainment aus Frankfurt ihre bizarre Mischung aus Punk, Metal, Techno (oder so) und Orgel-Gequieke auf das frenetisch johlende Publikum los. Die Temperaturen im Fatal stiegen auf sehr hohe Grade, und ich kam völlig verschwitzt raus – um dann leicht angetrunken über die Autobahn nach Karlsruhe zurückzueiern. Schön war’s.
07 Juli 2006
Die Aufgaben einer Uniformierten
Karlsruher Hauptbahnhof, abends: Ich bin ziemlich in Eile, will eigentlich nur noch heim. Deshalb wäre mir eigentlich auch nicht der schlanke, fast dürre Mann aufgefallen, der sich gerade über einen der Mülleimer beugt, die in der Unterführung aufgestellt sind.
Aber die dröhnend laute Stimme einer uniformierten Frau macht mich auf die kleine Szene aufmerksam: »Lassen Sie den Mülleimer in Ruhe!« schreit sie den Mann an. Eine korpulent wirkende Frau in einer hellblauen Uniform, anscheinend also eine Angestellte der Bahn, die für Sicherheit und Ordnung am Bahnhof zuständig ist. »Sie sollen den Mülleimer in Ruhe lassen!« brüllt sie erneut.
Verduzt bleibe ich für einige Augenblicke stehen, während an mir die Menschen weiter vorüberströmen. Der dünne Mann, sicher zwei Köpfe größer als die Frau, dessen gelbes Hemd und graubraune Stoffhose ihn nicht wie einen Penner erscheinen lassen, sagt etwas, das ich nicht stehe und dreht sich zur Seite.
Er begibt sich in Richtung Südausgang, weg von dem Mülleimer - und weg von mir. Die uniformierte Frau folgt im Abstand von etwa zwei Metern, beobachtet ihn mit Argusaugen.
Es gibt Jobs, die wollte ich nicht einmal in einem meiner Alpträume haben ...
Aber die dröhnend laute Stimme einer uniformierten Frau macht mich auf die kleine Szene aufmerksam: »Lassen Sie den Mülleimer in Ruhe!« schreit sie den Mann an. Eine korpulent wirkende Frau in einer hellblauen Uniform, anscheinend also eine Angestellte der Bahn, die für Sicherheit und Ordnung am Bahnhof zuständig ist. »Sie sollen den Mülleimer in Ruhe lassen!« brüllt sie erneut.
Verduzt bleibe ich für einige Augenblicke stehen, während an mir die Menschen weiter vorüberströmen. Der dünne Mann, sicher zwei Köpfe größer als die Frau, dessen gelbes Hemd und graubraune Stoffhose ihn nicht wie einen Penner erscheinen lassen, sagt etwas, das ich nicht stehe und dreht sich zur Seite.
Er begibt sich in Richtung Südausgang, weg von dem Mülleimer - und weg von mir. Die uniformierte Frau folgt im Abstand von etwa zwei Metern, beobachtet ihn mit Argusaugen.
Es gibt Jobs, die wollte ich nicht einmal in einem meiner Alpträume haben ...
06 Juli 2006
Junge Menschen in der Bahn
Die S-Bahn vom Hauptbahnhof zu mir nach Hause: Einigermaßen ermattet lese ich noch ein ATLAN-Manuskript und bekomme mit, wie eine Gruppe junger Leute die Bahn betritt.
Vorne weg so ein richtiger Fußball-Irokese, blonde Stacheln in der Mitte, akkurat gestellt, dazu rote Turnschuhe. Das Mädchen, das er anblökt, ist wohl seine Freundin, mit der er irgendwie Streit hat.
»Ich kann mir ja auch jemand anders ins Bett legen«, sagt sie und grinst dabei.
»Ich kann mir so viele Pussis holen wie ich will«, tönt der Jung-Germane zurück. »Nedd bloß zwei oder drei, auch vier und fünf. Und keine Deutsche, alles Ausländer, da kannsch Gift druff nehme.«
»Mir doch egal«, gibt sie zurück.
Und leider muss ich aussteigen ..
Vorne weg so ein richtiger Fußball-Irokese, blonde Stacheln in der Mitte, akkurat gestellt, dazu rote Turnschuhe. Das Mädchen, das er anblökt, ist wohl seine Freundin, mit der er irgendwie Streit hat.
»Ich kann mir ja auch jemand anders ins Bett legen«, sagt sie und grinst dabei.
»Ich kann mir so viele Pussis holen wie ich will«, tönt der Jung-Germane zurück. »Nedd bloß zwei oder drei, auch vier und fünf. Und keine Deutsche, alles Ausländer, da kannsch Gift druff nehme.«
»Mir doch egal«, gibt sie zurück.
Und leider muss ich aussteigen ..
05 Juli 2006
Karlsruhe kochte ab Mitternacht
Nach dem Abpfiff trank ich mein Bier aus und trielte ein wenig vor mich hin. Langsam trat ich hinaus in die kühle Nacht, einige Menschen rollten eben ihre Deutschlandfahnen ein. Das Spiel gegen Italien war 0:2 ausgegangen, das Halbfinale für die deutsche Nationalmannschaft verloren.
In sentimentaler Stimmung radelte ich aus der Nordstadt zurück in Richtung Stadtzentrum. Ein frischer Wind ging, der an der kurzen Hose und an dem »Chaostage«-T-Shirt zupfte.
Ab und zu fuhr ein hupendes Auto vorüber, eine italienische Flagge wehte aus dem Seitenfenster. Die deutschen Fans waren meist still, sie schlichen geradezu über die Straße.
Spontan fuhr ich in Richtung Innenstadt. Am Kaiserplatz tobte das Volk. Ein Hupkonzert ohnegleichen, italienische Fahnen und »Italia«-Rufe, gelegentlich aber auch fröhliche deutsche Fans. Eine aufgebrachte junge Frau schrie »Scheiß-Italiener«, das war alles, einige besoffene Jugendliche, die türkisch oder arabisch aussahen, grölten »Wir scheißen auf Berlin«.
Die Polizei versuchte den Verkehr zu regulieren, was ihr einigermaßen gelang. Nur nicht am Europaplatz. Dort hatte es schwer gerappelt, wie mir ein türkischer Fan erzählte, mit dem ich ins Gespräch kam. Bierflaschen, Stühle und Tische auf die jeweiligen Dumpfbacken der anderen Seite. Es wimmelte von Polizei und Krankenwagen, in denen liegende Jungmänner abtransportiert wurde.
Fünfhundert Meter weiter, direkt vor dem »La Strada« tobte die Italia-Party. Hunderte, nein, tausende von italienischen Fans feierten frenetisch, hupten und schrien durcheinander. Überall waren lachende Gesichter unterwegs.
Wir schoben unsere Räder durch die fröhliche Menge, immer auf der Hut vor Glasscherben. So kamen wir gut behütet nach Hause – das Hupkonzert dauerte mindestens bis drei Uhr nachts an.
In sentimentaler Stimmung radelte ich aus der Nordstadt zurück in Richtung Stadtzentrum. Ein frischer Wind ging, der an der kurzen Hose und an dem »Chaostage«-T-Shirt zupfte.
Ab und zu fuhr ein hupendes Auto vorüber, eine italienische Flagge wehte aus dem Seitenfenster. Die deutschen Fans waren meist still, sie schlichen geradezu über die Straße.
Spontan fuhr ich in Richtung Innenstadt. Am Kaiserplatz tobte das Volk. Ein Hupkonzert ohnegleichen, italienische Fahnen und »Italia«-Rufe, gelegentlich aber auch fröhliche deutsche Fans. Eine aufgebrachte junge Frau schrie »Scheiß-Italiener«, das war alles, einige besoffene Jugendliche, die türkisch oder arabisch aussahen, grölten »Wir scheißen auf Berlin«.
Die Polizei versuchte den Verkehr zu regulieren, was ihr einigermaßen gelang. Nur nicht am Europaplatz. Dort hatte es schwer gerappelt, wie mir ein türkischer Fan erzählte, mit dem ich ins Gespräch kam. Bierflaschen, Stühle und Tische auf die jeweiligen Dumpfbacken der anderen Seite. Es wimmelte von Polizei und Krankenwagen, in denen liegende Jungmänner abtransportiert wurde.
Fünfhundert Meter weiter, direkt vor dem »La Strada« tobte die Italia-Party. Hunderte, nein, tausende von italienischen Fans feierten frenetisch, hupten und schrien durcheinander. Überall waren lachende Gesichter unterwegs.
Wir schoben unsere Räder durch die fröhliche Menge, immer auf der Hut vor Glasscherben. So kamen wir gut behütet nach Hause – das Hupkonzert dauerte mindestens bis drei Uhr nachts an.
Hitzige Tage wie dieser
Der Dienstag, 4. Juli 2006, wird nicht unbedingt in die Geschichte eingehen. So wichtig war die Fußball-Niederlage dann doch nicht. Aber für mich war's ein kompletter Streß-Tag.
Es ging um sieben Uhr los – man sollte nicht so früh aufstehen, wenn man am Abend zuvor zum Biertrinken weg war. Auf der Autobahn pennte ich fast ein, obwohl Pascow ordentlich aus den Boxen rockte. Also raus an die Tanke und einen Kaffee getrunken.
Ich schüttete den Kaffee zur Hälfte übers Hemd. Na super. Ich sah aus wie Sau. Und das bei einer Dienstreise.
Die weitere Fahrt sah ich wohl ziemlich scheiße aus: Anzugshose, schwarze Halbschuhe, fies bekleckertes Unterhemd. Glücklicherweise trocknete das rote Hemd so, daß ich es hinterher wieder anziehen konnte.
Im Anzug, aber immerhin ohne Krawatte absolvierte ich bei geschätzten 32 Grad einen Arbeitstermin im Großraum Köln, besuchte hinterher – jetzt ohne Jackett und Hemd – einen Autor in der Nähe und fuhr dann zurück. Endlich konnte ich die kurze Hose, das »Chaostage«-Shirt und meine Chucks anziehen; so fühlte ich mich wohl.
Riot Brigade dröhnten aus den Boxen, und eigentlich ging es mir ganz gut. Dauernde Staus, viele Baustellen und die unglaubliche Hitze über Rheinland-Pfalz führten dazu, daß ich fast eingeschlafen wäre. Rechts raus auf einen Rastplatz, Sitz zurück gelegt – ich pennte sofort ein.
Kurz vor 19 Uhr wurde ich wieder wach. Danach ignorierte ich alle Geschwindigkeitsbegrenzungen, raste nach Hause, sprang aufs Rad und war pünktlich um halb neun Uhr im »Fünf«.
Zum Fußballspiel gibt's nicht viel zu sagen: Die Italiener waren einfach einen Tick besser. Betrübt war ich trotzdem, und so wäre der Tag fast zu Ende gegangen.
Es ging um sieben Uhr los – man sollte nicht so früh aufstehen, wenn man am Abend zuvor zum Biertrinken weg war. Auf der Autobahn pennte ich fast ein, obwohl Pascow ordentlich aus den Boxen rockte. Also raus an die Tanke und einen Kaffee getrunken.
Ich schüttete den Kaffee zur Hälfte übers Hemd. Na super. Ich sah aus wie Sau. Und das bei einer Dienstreise.
Die weitere Fahrt sah ich wohl ziemlich scheiße aus: Anzugshose, schwarze Halbschuhe, fies bekleckertes Unterhemd. Glücklicherweise trocknete das rote Hemd so, daß ich es hinterher wieder anziehen konnte.
Im Anzug, aber immerhin ohne Krawatte absolvierte ich bei geschätzten 32 Grad einen Arbeitstermin im Großraum Köln, besuchte hinterher – jetzt ohne Jackett und Hemd – einen Autor in der Nähe und fuhr dann zurück. Endlich konnte ich die kurze Hose, das »Chaostage«-Shirt und meine Chucks anziehen; so fühlte ich mich wohl.
Riot Brigade dröhnten aus den Boxen, und eigentlich ging es mir ganz gut. Dauernde Staus, viele Baustellen und die unglaubliche Hitze über Rheinland-Pfalz führten dazu, daß ich fast eingeschlafen wäre. Rechts raus auf einen Rastplatz, Sitz zurück gelegt – ich pennte sofort ein.
Kurz vor 19 Uhr wurde ich wieder wach. Danach ignorierte ich alle Geschwindigkeitsbegrenzungen, raste nach Hause, sprang aufs Rad und war pünktlich um halb neun Uhr im »Fünf«.
Zum Fußballspiel gibt's nicht viel zu sagen: Die Italiener waren einfach einen Tick besser. Betrübt war ich trotzdem, und so wäre der Tag fast zu Ende gegangen.
02 Juli 2006
Wahltag in Karlsruhe
Bei strahlendem Sonnenschein findet heute in Karlsruhe die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe statt. Ich fand meinen Wahlbenachrichtigungsschein und ignorierte ihn gleich ebenso wie in den letzten Wochen.
Wenn mich etwas nicht interessiert, dann das. Mag ja sein, daß das jetzt faul klingt – ist es auch.
Der Amtsinhaber, ein CDU-Mann, wird eh gewinnen. Und die Konkurrenten von den anderen Parteien treten nicht in Erscheinung. Keine Ahnung, was die wollen. Meine Lebensgefährtin hat sogar Wahlprogramme und so Zeugs eingesammelt und mitgebracht – nach der Lektüre waren wir so schlau wie zuvor.
Die wollen anscheinend nicht mal irgendwelche Argumente bringen. Dann macht es ihnen auch nix aus, wenn die Leute nicht wählen. Zumindest wir zwei beide nicht.
Wo es doch heute auf dem Balkon (mit PERRY RHODAN-Manuskripten) und im Arbeitszimmer (mit PETER PANK) so schön ist ...
Wenn mich etwas nicht interessiert, dann das. Mag ja sein, daß das jetzt faul klingt – ist es auch.
Der Amtsinhaber, ein CDU-Mann, wird eh gewinnen. Und die Konkurrenten von den anderen Parteien treten nicht in Erscheinung. Keine Ahnung, was die wollen. Meine Lebensgefährtin hat sogar Wahlprogramme und so Zeugs eingesammelt und mitgebracht – nach der Lektüre waren wir so schlau wie zuvor.
Die wollen anscheinend nicht mal irgendwelche Argumente bringen. Dann macht es ihnen auch nix aus, wenn die Leute nicht wählen. Zumindest wir zwei beide nicht.
Wo es doch heute auf dem Balkon (mit PERRY RHODAN-Manuskripten) und im Arbeitszimmer (mit PETER PANK) so schön ist ...
01 Juli 2006
Sozialstudien beim Fußball
Beste Szene beim Spiel Deutschland gegen Argentinien war für mich (nein, nicht die Hauerei gegen Ende!), als Oliver Kahn vor dem Elfmeterschießen seinem Torwart-Konkurrenten Jens Lehmann die Hand drückte und alles Gute wünschte. Sehr gut. Hat auch geholfen, wie mir scheint – Lehmann war klasse.
Aber viel besser waren wieder einmal die Sozialstudien beim Publikum. Direkt vor mir stand eine Frau, die offensichtlich dem linksalternativen Milieu entstammte und für Argentinien schwärmte, wie es sich für eine anständige Linke anscheinend immer noch gehört.
»Für die Einstellung bin ich heute ja schon fast erschossen worden«, prahlte sie und nervte uns mit einem ununterbrochenen Redeschwall: Wie unfair der Schiedsrichter zu den Argentiniern sei, wie fürchterlich die FIFA sei, wie arrogant die deutschen Spieler seien, wie rassistisch die deutschen Fans seien, wie froh wir doch sein müßten, daß der von uns frenetisch bejubelte Odonkor »jetzt eben doch einen deutschen Paß hat« und was des Gesülzes noch mehr war.
Argentinien würde auf jeden Fall gewinnen, weil »die Deutschen das eh nicht können«. Und so weiter.
Ich überlegte mir schon, ihr einen körperlichen Verweis zu erteilen. Nicht, weil sie für Argentinien war (wäre ja in Ordnung), sondern weil sie ununterbrochen schwatzte, dabei das Spiel weitestgehend ignorierte, dafür aber ihre komplette Umwelt ihre Weltsicht aufdrückte. (Sie kam mir vor wie manche Diskussionsteilnehmer in manchen Diskussionsforen im Internet.) Unglaublich!
Ulf versuchte es im Guten: »Du, da vorne ist die Leinwand, da läuft das Spiel.« Sie warf ihm vor, er wolle ihr das Wort verbieten, und fing damit an, daß man »in Deutschland bald wieder für seine Meinung erschossen wird«. Angesichts solcher Dummheit wäre ich fast laut geworden, überließ den Part des bösen Mannes aber Ulf und lachte mich halb tot.
Nach dem Ausgleichstor durch Miroslav Klose war die Dame übrigens verschwunden, und später sah ich sie auch nicht mehr. War mir dann doch lieber.
Aber viel besser waren wieder einmal die Sozialstudien beim Publikum. Direkt vor mir stand eine Frau, die offensichtlich dem linksalternativen Milieu entstammte und für Argentinien schwärmte, wie es sich für eine anständige Linke anscheinend immer noch gehört.
»Für die Einstellung bin ich heute ja schon fast erschossen worden«, prahlte sie und nervte uns mit einem ununterbrochenen Redeschwall: Wie unfair der Schiedsrichter zu den Argentiniern sei, wie fürchterlich die FIFA sei, wie arrogant die deutschen Spieler seien, wie rassistisch die deutschen Fans seien, wie froh wir doch sein müßten, daß der von uns frenetisch bejubelte Odonkor »jetzt eben doch einen deutschen Paß hat« und was des Gesülzes noch mehr war.
Argentinien würde auf jeden Fall gewinnen, weil »die Deutschen das eh nicht können«. Und so weiter.
Ich überlegte mir schon, ihr einen körperlichen Verweis zu erteilen. Nicht, weil sie für Argentinien war (wäre ja in Ordnung), sondern weil sie ununterbrochen schwatzte, dabei das Spiel weitestgehend ignorierte, dafür aber ihre komplette Umwelt ihre Weltsicht aufdrückte. (Sie kam mir vor wie manche Diskussionsteilnehmer in manchen Diskussionsforen im Internet.) Unglaublich!
Ulf versuchte es im Guten: »Du, da vorne ist die Leinwand, da läuft das Spiel.« Sie warf ihm vor, er wolle ihr das Wort verbieten, und fing damit an, daß man »in Deutschland bald wieder für seine Meinung erschossen wird«. Angesichts solcher Dummheit wäre ich fast laut geworden, überließ den Part des bösen Mannes aber Ulf und lachte mich halb tot.
Nach dem Ausgleichstor durch Miroslav Klose war die Dame übrigens verschwunden, und später sah ich sie auch nicht mehr. War mir dann doch lieber.
Pläne, die klappen, und andere ...
Eigentlich war der Plan für den Freitag schlau: Bis 15 Uhr arbeiten, nach Hause fahren, um 17 Uhr Fußball gucken, dann eine Stunde radfahren, später noch mal Fußball gucken und spät in der Nacht noch aufs Punk-Konzert.
Die Realität war anders.
Ab 14 Uhr begann ich damit, Arbeit fürs Wochenende nach Hause zu mailen oder in die Tasche zu packen. Um 15 Uhr wurde ich nervös, und um 16.20 Uhr verließ ich nach einer letzten Besprechung das Büro.
Als ich um 16.30 Uhr die Autobahn bei Karlsruhe verließ (ich war also ganz schön gerast), kam der Verkehrsfunk: »Stau zwischen Rastatt und Karlsruhe, sechs Kilometer.« Ich hatte Glück gehabt: Weil ich keinen Verkehrsfunk gehört hatte, war ich in den nicht existierenden Stau hinein gefahren und hatte damit die Staus auf den Autobahn-Umgehungen vermieden. Sehr schön.
16.45 Uhr war ich zu Hause, nachdem ich mich durch alle möglichen Nebenstraßen gemogelt hatte. Büroklamotten in die Ecke, kurze Hose und T-Shirt an. Aufs Fahrrad und los.
Um 17.03 Uhr war ich im »Fünf«, wo ich meinen reservierten Platz vorfand. Zum Spiel muß ich wohl nichts schreiben, das Hupkonzert hielt in Karlsruhe ja noch bis lange nach Mitternacht an. Ulf und ich waren heiser geschrien, tranken sicherheitshalber noch ein bißchen Bier im Freien, wo wir uns festquatschten.
Aus dem Radfahren wurde nichts, weil wir quatschten, vom Spiel der Italiener gegen die Ukraine sah ich nur ab und zu etwas, und fürs Punk-Konzert war ich anschließend zu matt. So können Pläne schief gehen ...
Die Realität war anders.
Ab 14 Uhr begann ich damit, Arbeit fürs Wochenende nach Hause zu mailen oder in die Tasche zu packen. Um 15 Uhr wurde ich nervös, und um 16.20 Uhr verließ ich nach einer letzten Besprechung das Büro.
Als ich um 16.30 Uhr die Autobahn bei Karlsruhe verließ (ich war also ganz schön gerast), kam der Verkehrsfunk: »Stau zwischen Rastatt und Karlsruhe, sechs Kilometer.« Ich hatte Glück gehabt: Weil ich keinen Verkehrsfunk gehört hatte, war ich in den nicht existierenden Stau hinein gefahren und hatte damit die Staus auf den Autobahn-Umgehungen vermieden. Sehr schön.
16.45 Uhr war ich zu Hause, nachdem ich mich durch alle möglichen Nebenstraßen gemogelt hatte. Büroklamotten in die Ecke, kurze Hose und T-Shirt an. Aufs Fahrrad und los.
Um 17.03 Uhr war ich im »Fünf«, wo ich meinen reservierten Platz vorfand. Zum Spiel muß ich wohl nichts schreiben, das Hupkonzert hielt in Karlsruhe ja noch bis lange nach Mitternacht an. Ulf und ich waren heiser geschrien, tranken sicherheitshalber noch ein bißchen Bier im Freien, wo wir uns festquatschten.
Aus dem Radfahren wurde nichts, weil wir quatschten, vom Spiel der Italiener gegen die Ukraine sah ich nur ab und zu etwas, und fürs Punk-Konzert war ich anschließend zu matt. So können Pläne schief gehen ...
Abonnieren
Posts (Atom)