28 September 2006

Frick-Interview in der Mystery Press

Die Mystery Press ist eine Art Kundenmagazin, das der kleine aber feine Zaubermond-Verlag herausgibt und kostenlos an seine Leser abgibt. Dort werden diese Leser über neue Produktionen aus den Reihen »Professor Zamorra« oder »Maddrax« informiert, um mal die zwei bekanntesten Serien zu nennen.

Richtig – der Zaubermond-Verlag bringt im Prinzip die gebundenen Ausgaben zu klassischen Heft-romanserien heraus, die bereits im Bastei-Verlag erschienen sind. Die Bücher sehen wirklich gut aus, sind mit Schutzumschlag und so ausgestattet, und inhaltlich zeigen manche Autoren, was man aus »klassischen Stoffen« wie dem alt ehrwürdigen DÄMONENKILLER noch so alles herausholen kann. (Manches finde ich auch murksig, aber das ist Geschmackssache.)

In der aktuellen Ausgabe der Mystery Press ist ein Interview mit mir, in dem ich über das Schreiben an sich informiere. Da kaum ein Leser dieses Blogs zu den Zaubermond-Dauerkunden gehören dürfte, dokumentiere ich das Interview einfach in der Kommentarspalte. Lest selbst nach!

Kommentare:

Enpunkt hat gesagt…

1. Wie viele unaufgefordert eingesandte Manuskripte erhält die Rhodan-Redaktion pro Monat? Wie viele dieser "Neu"-Autoren haben Potenzial? Woran liegt es, dass es so wenige sind?

Wir erhalten nicht so viele unaufgefordert eingeschickte Manuskripte; im Schnitt vielleicht eines pro Monat. Das liegt daran, dass den meisten Autoren ja bewusst ist, dass wir eine Serie schreiben, für die es bereits ein festes Autorenteam gibt. Da weiß man im voraus, dass es nicht einfach sein wird, einen Platz im Team zu erhalten.

Viele der Neu-Autoren, die sich auf diese Weise melden, haben vielleicht gute Ideen; es hapert aber meist an der rein handwerklichen Umsetzung. Spannung kommt bei der Lektüre nur bedingt auf, weil man zu oft als Leser merkt, dass Grundlagen des Schreibens nicht beherrscht werden. Aus diesem Grund kommt es nur extrem selten vor, dass ein Neu-Autor, der sich auf diese Weise meldet, bei uns mitarbeiten kann.

Da wir in den letzten Jahren mit der ATLAN-Serie eine gewisse Spielwiese hatten, haben wir eine Reihe neuer Autoren ausprobieren können. Christian Montillon hat sich aus eigenem Interesse an uns gewandt - und er ist jetzt der jüngste Autor bei PERRY RHODAN. So schnell kann es also durchaus gehen.

2. Wie viel Künstler steckt in einem Rhodan-Autor? Oder ist er einfach nur ein Arbeiter?

Ich glaube, dass die Autoren nach wie vor sehr viele Freiheiten haben. Natürlich müssen die Zusammenhänge stehen, selbstverständlich darf es keine Abweichungen vom PERRY RHODAN-Kosmos geben - trotzdem ist es die Aufgabe des Autors, die Sachverhalte spannend und abwechslungsreich zu schildern, mit spannenden Charakteren und deren Abenteuern. Das kann er nur, wenn er kreativ und eigenständig an das Thema herangeht. Wäre er nur "ein Arbeiter" (was ich jetzt nicht als diskriminierend gegenüber Arbeitern betrachten möchte), würde er nur den Anweisungen von Vorgesetzten folgen - auch der PERRY RHODAN-Autor ist letzlich ein kreativer Künstler, wenngleich mit einem hohen Anteil an handwerklichen Fähigkeiten.

3. Was unterscheidet ein Heftroman-Manuskript von einem Manuskript, das für den Buchmarkt geschrieben wird?

Aufgrund des geringeren Umfangs und des Spaltensatzes gibt es beim Heftroman eine andere Art, Spannung aufzubauen: Der Autor muss schneller zur Sache kommen; er hat nicht den Raum zur Verfügung, ausführliche Beschreibungen oder bis ins Detail gehende Reflektionen zu bringen. Notgedrungenerweise muss er eine Figur mit wenigen Sätzen charakterisieren und kann sich keine Zeit lassen, sie auf den ersten 30 Seiten beispielsweise bei ihrer täglichen Arbeit vorzustellen, um sie dann ins Verderben zu stürzen.

4. Wie lange muss ein Autor "lernen", bevor er einen guten Heftroman schreiben kann? Ist Autor ein Beruf mit Zukunft?

Autor ist sicher ein Beruf mit Zukunft: Auch künftig werden Menschen gut geschriebene Romane gerne lesen. Ob sie allerdings Heftromane lesen, möchte ich bezweifeln. Der klassische Heftroman ist auf dem Rückzug, und das seit gut zwanzig Jahren. Serien wie PERRY RHODAN oder »John Sinclair«, aber auch »Jerry Cotton« und »Bianca« wird es auch in zehn Jahren noch geben; bei vielen anderen Serien glaube ich nicht, dass man die noch als Heftroman sieht. Sie werden entweder sterben oder eben in eine andere Produktform überführt - als Hardcover bei Zaubermond beispielsweise.

Wie lange ein Autor lernen muss, bis er einen guten Heftroman schreiben kann, das hängt von seinem Talent ab, aber auch von seinem Engagement. Man kann viel lernen, man muss es eben auch wollen. Und viele Autoren sind nicht daran interessiert, sich intensiv mit dem Schreiben zu beschäftigen. Sie scheinen zu glauben, es genügte, einfach draufloszutippen.

5. Wie wichtig ist Struktur, Dramaturgie etc. für die Entwicklung eines Textes? Kann ich als Autor nicht einfach "drauflos schreiben"?

Ein Autor kann tatsächlich einfach drauflos schreiben; das Ergebnis kann durchaus lesbar und spannend sein. Ich glaube aber, dass ein richtig guter Roman schon eine gewisse Struktur braucht: Als Autor muss ich einfach wissen, wohin ich schreiben will, damit ich den Leser begeistern und faszinieren kann. Nur wenn ich meine Hauptfigur gut kenne, kann ich sie in eine entsprechende Situation bringen und vor allem wieder aus dieser herausführen. Gut strukturierte Romane sind sicher besser dazu geeignet, den Leser zu überraschen und bis zum Ende zu begeistern.

Anonym hat gesagt…

ich denke mal,das eine serie wie maddrax durchaus gleichwertig mit pr ist.