Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich zum letzten Mal den »Eurovision Song Contest« angeschaut habe Ich weiß aber, dass ich ziemlich betrunken war. Nüchtern ertrage ich nämlich weder die Musik noch die Klamotten der Darsteller oder die Moderation.
Heute läuft die aktuelle Show dieser alljährlichen Veranstaltung. Ich werde es nicht anschauen, und ich bin mir schon jetzt sicher, dass mir das Stück, das gewinnen wird, nicht gefallen wird. Aber darum geht es ja auch nicht; mein Geschmack gehört da nicht hin.
Es handelt sich bei diesem Wettbewerb um eine Veranstaltung, die Menschen in ganz Europa und darüber hinaus begeistert. Allein schon deshalb finde ich sie gut und freue mich darüber, dass es sie gibt. Wenn Menschen unterschiedlichster Nationen und Religionen gemeinsam feiern, ist das ein positives Zeichen.
Dass ganz nebenbei ein Zeichen gegen Homophobie gegeben wird und gegen allerlei rassistische Umtriebe, erfreut mich noch mehr. Glaubt mir: Ich bin ein Fan des »Eurovision Song Contest«, auch wenn ich die Musik doof finde.
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
18 Mai 2019
Black Torch als kostenloser Comic
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Von Mangas lasse ich normalerweise die Finger; ich kann nach all den Jahrzehnten nicht so viel mit dem japanischen Stil anfangen und stelle mich unbeholfen an, wenn ich einen Comic in der japanischen Laufrichtung zu lesen habe. Aber weil es »Black Torch« im Rahmen des »Gratis Comic Tages« gab, ließ ich mich gern auf das Heft ein.

Tsuyoshi Takaki ist der Autor und Zeichner dieses Comics; mit »Black Torch« liefert er auch gleich sein Erstlingswerk ab. Dafür ist er zeichnerisch schon sehr ausgereift – wenn ich das als Manga-ungeübter Leser so sagen darf. Die schwarzweißen Zeichnungen sind dymanisch; die männliche Hauptfigur wirkt auf mich klar definiert, und auch die anderen Figuren sind überzeugend. Vor allem die Action-Darstellungen sind schwungvoll und lassen einen nicht an einen Anfänger denken.
Die Geschichte klingt auf jeden Fall interessant: Jiro ist ein junger Mann, der mit Tieren sprechen kann und sich zu einem Einzelkämpfer ausbilden lässt. Er rettet eine schwarze Katze, die schwer verletzt ist; sie entpuppt sich als ein monströses Wesen, das offenbar auch noch gefährliche Gegner hat. Und dann nimmt eben eine unheimliche Geschichte ihren Anfang ...
Alles in allem ist »Black Torch« eine gut gemachte Phantastik-Geschichte, die sich an jüngere Leser richtet. Erzählerisch fand ich das nicht unbedingt originell, aber auch nicht schlecht. Und mit dem Zeichenstil kam ich gut klar. Ich bin sicher, dass das für Manga- und Phantastik-Fans eine interessante Serie sein könnte.
Von Mangas lasse ich normalerweise die Finger; ich kann nach all den Jahrzehnten nicht so viel mit dem japanischen Stil anfangen und stelle mich unbeholfen an, wenn ich einen Comic in der japanischen Laufrichtung zu lesen habe. Aber weil es »Black Torch« im Rahmen des »Gratis Comic Tages« gab, ließ ich mich gern auf das Heft ein.

Tsuyoshi Takaki ist der Autor und Zeichner dieses Comics; mit »Black Torch« liefert er auch gleich sein Erstlingswerk ab. Dafür ist er zeichnerisch schon sehr ausgereift – wenn ich das als Manga-ungeübter Leser so sagen darf. Die schwarzweißen Zeichnungen sind dymanisch; die männliche Hauptfigur wirkt auf mich klar definiert, und auch die anderen Figuren sind überzeugend. Vor allem die Action-Darstellungen sind schwungvoll und lassen einen nicht an einen Anfänger denken.
Die Geschichte klingt auf jeden Fall interessant: Jiro ist ein junger Mann, der mit Tieren sprechen kann und sich zu einem Einzelkämpfer ausbilden lässt. Er rettet eine schwarze Katze, die schwer verletzt ist; sie entpuppt sich als ein monströses Wesen, das offenbar auch noch gefährliche Gegner hat. Und dann nimmt eben eine unheimliche Geschichte ihren Anfang ...
Alles in allem ist »Black Torch« eine gut gemachte Phantastik-Geschichte, die sich an jüngere Leser richtet. Erzählerisch fand ich das nicht unbedingt originell, aber auch nicht schlecht. Und mit dem Zeichenstil kam ich gut klar. Ich bin sicher, dass das für Manga- und Phantastik-Fans eine interessante Serie sein könnte.
17 Mai 2019
Ein Heft zu Jimmy Liao
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«Eines der ungewöhnlichsten Hefte beim »Gratis Comic Tag 2019« hatte den Titel »Reiche der Phantasie« und den sperrigen Untertitel »Ein Querschnitt durch die Werke von Jimmy Liao«. Tatsächlich handelt es sich bei Jimmy Liao um einen chinesischen Künstler, der erst im Alter von vierzig Jahren damit anfing, Bilder anzufertigen. Man kann ihn beim besten Willen nicht als Comic-Künstler bezeichnen; was der Mann macht, sind Kinderbücher, die grafisch wie inhaltlich einen eigenen Stil aufweisen.
Das Sonderheft, das von Chinabooks herausgegeben wurde, präsentiert die Anfänge von vier verschiedenen Kinderbüchern. Sie erzählen eigentlich immer von Kindern, die mit ihrem Leben nicht klarkommen, die Dinge sehen, die von Erwachsenen nicht wahrgenommen werden, deren Phantasie mit der Realität kollidiert. Das ist grafisch durchaus ansprechend – bei manchem Buch überlege ich mir sogar, es mir zu kaufen. (Weil ich Phantastik in den verschiedensten Ausprägungen schätze.)
Auf Jimmy Liao wäre ich nicht aufmerksam geworden; der »Gratis Comic Tag 2019« hat das geschafft. Im Juni 2019 ist der Künstler auf Deutschlandreise und wird auch beim Comic-Festival in München auftreten. Das ist sicher sehr spannend und interessant!
Englisches Punkrock-Kabarett
Keine Ahnung, wie man den Stil der englischen Band Wonk Unit wirklich bezeichnen sollte. Es ist schon irgendwie Punkrock, lebt aber auch den Ansagen des Sängers. Vielleicht trifft der Begriff »Punkrock-Kabarett« wirklich? Auf jeden Fall amüsierte ich mich beim Konzert der Band am Donnerstabend, 16. Mai 2019, sehr gut.
Die »Alte Hackerei« bot ein nicht gerade großes, dafür ziemlich enthusiastisches Publikum auf. Auffallend viele Frauen waren anwesend, die kommunikative Stimmung war sehr gut. Ich trank gleich mal zwei, drei Biere, um mich auf die Band einzustellen.
Man muss es klar sagen: Der Sänger ist ein absoluter Alleinunterhalter. Wenn er auf der Bühne herumspaziert und in gut verständlichem Englisch – auch für Banausen wie mich – von seiner Ex-Freundin erzählt, sich über schlechte Zähne amüsiert oder Geschichten über seine Bandkollegen zum Besten gibt, ist das ausgesprochen amüsant. Im Prinzip ist der Mann ein echter Stand-Up-Comedian, dessen Sprüche mich oft zum Lachen brachten.
Musikalisch bot die Band einen ordentlichen Sound. Zur klassischen Punkrock-Besetzung kam noch ein Mann an der Orgel. Selten wurden die Stücke nach vorne gebolzt, meist liefert die Band einen lustigen Sound im mittleren Tempo, den man vor dreißig Jahren vielleicht als Fun- oder Drunk-Punk bezeichnet hätte.
Ein gelungener Abend – und das mitten in der Woche! Klasse! Ich saß noch eine Weile an der Theke herum, unterhielt mich mit Leuten. Als ich mit dem Rad nach Hause fuhr, fühlte ich mich richtig gut und euphorisiert: gute Laune, Bier und laute Musik … was will ich mehr?
Die »Alte Hackerei« bot ein nicht gerade großes, dafür ziemlich enthusiastisches Publikum auf. Auffallend viele Frauen waren anwesend, die kommunikative Stimmung war sehr gut. Ich trank gleich mal zwei, drei Biere, um mich auf die Band einzustellen.
Man muss es klar sagen: Der Sänger ist ein absoluter Alleinunterhalter. Wenn er auf der Bühne herumspaziert und in gut verständlichem Englisch – auch für Banausen wie mich – von seiner Ex-Freundin erzählt, sich über schlechte Zähne amüsiert oder Geschichten über seine Bandkollegen zum Besten gibt, ist das ausgesprochen amüsant. Im Prinzip ist der Mann ein echter Stand-Up-Comedian, dessen Sprüche mich oft zum Lachen brachten.
Musikalisch bot die Band einen ordentlichen Sound. Zur klassischen Punkrock-Besetzung kam noch ein Mann an der Orgel. Selten wurden die Stücke nach vorne gebolzt, meist liefert die Band einen lustigen Sound im mittleren Tempo, den man vor dreißig Jahren vielleicht als Fun- oder Drunk-Punk bezeichnet hätte.
Ein gelungener Abend – und das mitten in der Woche! Klasse! Ich saß noch eine Weile an der Theke herum, unterhielt mich mit Leuten. Als ich mit dem Rad nach Hause fuhr, fühlte ich mich richtig gut und euphorisiert: gute Laune, Bier und laute Musik … was will ich mehr?
16 Mai 2019
»Das Goldene Zeitalter« als Gratis-Heft
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Im Rahmen des »Gratis Comic Tages« finde ich es immer toll, auch Comics zu lesen, die ich aus unterschiedlichen Gründen nie beachtet hätte. Dazu zählt »Das Goldene Zeitalter«, eine historisch-phantastische Geschichte, die bei Reprodukt erschienen ist.
Ich gestehe, dass ich auch nach Lektüre des Gratis-Heftes nicht so richtig viel damit anfangen konnte. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich in meinem Comic-Konsum doch sehr »klassisch« bin: Die Geschichten müssen sauber erzählt und gezeichnet sein, und da bin ich nun mal von den 70er-Jahren geprägt worden.
Geschrieben wurde die Geschichte von Roxanne Moreil; sie spielt im Reich eines Königs, das von Unruhen und Hungersnot heimgesucht wird. Den einfachen Leuten geht es schlecht, der Adel prasst. Als die Tochter des Königs daran etwas ändern möchte, soll sie verbannt werden. Das klingt nach einer Mixtur aus historischem Roman und Fantasy, wird aber durch recht moderne Dialoge aufgefrischt. Von der Erzählweise hört sich die Sprache manchmal an wie in einem Poproman – damit habe ich dann meine Probleme.
Die habe ich auch mit dem Stil. Cyril Pedrosa ist sicher originell. Seine Bilder machen den Eindruck, als habe man Gobelins oder Miniaturen aus dem Mittelalter leicht verfremdet. Das ist anspruchsvoll, das ist künstlerisch, und ich erkenne auch, dass es gut gemacht ist – es entspricht leider nicht meinem Geschmack.
Ich bin sicher, dass es für »Das Goldene Zeitalter« ein interessiertes Publikum gibt. Wer originelle Geschichten und Bilder mag, sollte vielleicht mal reinschauen. Mein Fall ist dieser Comic leider nicht.
Im Rahmen des »Gratis Comic Tages« finde ich es immer toll, auch Comics zu lesen, die ich aus unterschiedlichen Gründen nie beachtet hätte. Dazu zählt »Das Goldene Zeitalter«, eine historisch-phantastische Geschichte, die bei Reprodukt erschienen ist.
Ich gestehe, dass ich auch nach Lektüre des Gratis-Heftes nicht so richtig viel damit anfangen konnte. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich in meinem Comic-Konsum doch sehr »klassisch« bin: Die Geschichten müssen sauber erzählt und gezeichnet sein, und da bin ich nun mal von den 70er-Jahren geprägt worden.Geschrieben wurde die Geschichte von Roxanne Moreil; sie spielt im Reich eines Königs, das von Unruhen und Hungersnot heimgesucht wird. Den einfachen Leuten geht es schlecht, der Adel prasst. Als die Tochter des Königs daran etwas ändern möchte, soll sie verbannt werden. Das klingt nach einer Mixtur aus historischem Roman und Fantasy, wird aber durch recht moderne Dialoge aufgefrischt. Von der Erzählweise hört sich die Sprache manchmal an wie in einem Poproman – damit habe ich dann meine Probleme.
Die habe ich auch mit dem Stil. Cyril Pedrosa ist sicher originell. Seine Bilder machen den Eindruck, als habe man Gobelins oder Miniaturen aus dem Mittelalter leicht verfremdet. Das ist anspruchsvoll, das ist künstlerisch, und ich erkenne auch, dass es gut gemacht ist – es entspricht leider nicht meinem Geschmack.
Ich bin sicher, dass es für »Das Goldene Zeitalter« ein interessiertes Publikum gibt. Wer originelle Geschichten und Bilder mag, sollte vielleicht mal reinschauen. Mein Fall ist dieser Comic leider nicht.
Es sind Gedichte über Liebe und Hass, Sex und Gewalt
Es schadet nicht, ab und zu mal Gedichte zu lesen. Und so bestellte ich mir den Band »Rote Sonne über Echo Park« der Schriftstellerin La Loca im Maroverlag. Ich fand die Ankündigung interessant, und mich sprach an, dass die Texte von Carl Weissner sowie Pociao übersetzt worden waren.
Man muss sich allerdings klar machen, dass das echt keine Literatur für irgendwelche breiten Massen ist. Die Ausgabe des Buches, die ich gekauft habe, wurde 1993 als zweite Auflage veröffentlicht; die Erstauflage kam 1991 heraus. Gedruckt wurden laut Impressum nur 200 Exemplare. Dass man davon heute noch Reste kaufen kann, ist eigentlich schockierend.
Dabei sind die Texte echt stark. La Loca erzählt in einem lakonischen Ton – typisch amerikanische »Underground«-Lyrik, könnte man sagen – vom Leben auf den Straßen von Kalifornien, von Sex und Rassismus, von Liebe und Schmerz. Das ist teilweise ziemlich knallig, klingt ehrlicher als jeder alberne Gangster-Rap und hat teilweise eine sprachliche Kraft, die man gut lesen kann.
Zitat: »Morgens vor dem ersten Kuss / sind alle Mädchenklos der Welt / erfüllt vom beißenden Geruch / nach Haarspray und Salems / und unglaublichen Geschichten.« Das Zitat macht klar, wie die Texte von La Loca sind: meist klar, oft auf den Punkt gebracht, manchmal aber auch träumerisch, fast tanzend und hüpfend.
Einige Gedichte sind kurz, gerade mal eine Seite lang, aber es gibt einige Langgedichte, die sich über mehrere Seiten ziehen. Ich las sie mir teilweise selbst vor, um den Rhythmus gewissermaßen zu erspüren. Das funktionierte sehr gut.
Ich bin sicher, dass dieses Buch in meinem Schrank nicht vergammeln wird. Solche Texte kann ich auch zu einem anderen Zeitpunkt mal wieder lesen.
Der lesenswerte Paperback-Band ist 100 Seiten stark und kostet 9,00 Euro. Ich finde ihn lesenswert. Wer Gedichte mag oder eben Texte, die ein wenig ungewöhnlich sind, der sollte eh mal auf der Seite des Maroverlages vorbeischauen – »Rote Sonne über Echo Park« ist ja nur einer der coolen Titel auf dieser Seite.
Man muss sich allerdings klar machen, dass das echt keine Literatur für irgendwelche breiten Massen ist. Die Ausgabe des Buches, die ich gekauft habe, wurde 1993 als zweite Auflage veröffentlicht; die Erstauflage kam 1991 heraus. Gedruckt wurden laut Impressum nur 200 Exemplare. Dass man davon heute noch Reste kaufen kann, ist eigentlich schockierend.
Dabei sind die Texte echt stark. La Loca erzählt in einem lakonischen Ton – typisch amerikanische »Underground«-Lyrik, könnte man sagen – vom Leben auf den Straßen von Kalifornien, von Sex und Rassismus, von Liebe und Schmerz. Das ist teilweise ziemlich knallig, klingt ehrlicher als jeder alberne Gangster-Rap und hat teilweise eine sprachliche Kraft, die man gut lesen kann.
Zitat: »Morgens vor dem ersten Kuss / sind alle Mädchenklos der Welt / erfüllt vom beißenden Geruch / nach Haarspray und Salems / und unglaublichen Geschichten.« Das Zitat macht klar, wie die Texte von La Loca sind: meist klar, oft auf den Punkt gebracht, manchmal aber auch träumerisch, fast tanzend und hüpfend.
Einige Gedichte sind kurz, gerade mal eine Seite lang, aber es gibt einige Langgedichte, die sich über mehrere Seiten ziehen. Ich las sie mir teilweise selbst vor, um den Rhythmus gewissermaßen zu erspüren. Das funktionierte sehr gut.
Ich bin sicher, dass dieses Buch in meinem Schrank nicht vergammeln wird. Solche Texte kann ich auch zu einem anderen Zeitpunkt mal wieder lesen.
Der lesenswerte Paperback-Band ist 100 Seiten stark und kostet 9,00 Euro. Ich finde ihn lesenswert. Wer Gedichte mag oder eben Texte, die ein wenig ungewöhnlich sind, der sollte eh mal auf der Seite des Maroverlages vorbeischauen – »Rote Sonne über Echo Park« ist ja nur einer der coolen Titel auf dieser Seite.
15 Mai 2019
Next Frontiers in Stuttgart
Ganz ehrlich: Hätte ich keine terminlichen Probleme, wäre die Veranstaltung mit dem etwas hochtrabend klingenden Namen Next Frontiers für mich durchaus interessant gewesen. Sie ist Ende Juni in Stuttgart, und die Ankündigung macht auf mich einen spannenden Eindruck: »Der Next Frontiers Kongress bringt Wissenschaftler und Experten aus der Wirtschaft mit Science-Fiction-Autoren ins Gespräch.« Mit den Autoren Andreas Eschbach und Andreas Brandhorst sind Leute dabei, die ich seit vielen Jahren kenne und mit denen ich auch schon zusammengearbeitet habe. Sie haben ein wissenschaftliches Interesse, sie kennen sich in vielen Bereichen aus, sie dürften einen solchen Kongress auf jeden Fall bereichern.
Immerhin sind die Ziele echt groß angesetzt: »Im Mittelpunkt steht das große realitätsverändernde Potential von Literatur, Film und anderen Künsten – die Transferleistung zwischen fiktionalen Welten und realen Entwicklungslabors, die in der Technikgeschichte oft genutzt wird.« Ich könnte mir vorstellen, dass die Diskussionen spannend genug sind.
Mit dem Science-Fiction-Autor Dr. Karlheinz Steinmüller ist noch ein echter Zukunftsforscher anwesend; finde ich gut. Weitere Autoren, von denen ich schon Texte gelesen habe, sind Marcus Hammerschmitt und Jens Lubbadeh – das ist eine interessante Mischung.
Schade, dass ich es nicht schaffe, an diesem Wochenende nach Stuttgart zu fahren. Vielleicht ermuntert dieser Hinweis jemanden, genau das zu tun. Und vielleicht gibt's danach entsprechende Berichte im Netz …
Es war einmal … der Mensch
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Erfolgreiche Zeichentrickserien, die sich an Kinder richten, werden gerne für andere Medien adaptiert. »Es war einmal …« ist ein schönes Beispiel dafür – wobei ich die Serie selbst gar nicht kenne. Die daraus abgeleiteten Comics finde ich aber hübsch, sie sind absolut kindgerecht gemacht und vermitteln auf unterhaltsame Weise sehr viel Wissen.
Beim »Gratis Comic Tag 2019« gab's den ersten Band von »Es war einmal … der Mensch« als Heft. Das Hardcover-Album ist bei Toonfish erschienen.
Erzählt wird von einer Gruppe von Kindern, denen ein weiser Mann alles mögliche aus der Vergangenheit der Erde berichtet. Im Prinzip wird die Geschichte der Evolution in einem Zeitraffer vermittelt, von der Entstehung der Planeten bis hin zur Steinzeit und den ersten Stammeskulturen; die Geschichte bettet alles in die Gespräche zwischen den Kindern und dem weisen Mann einblendet gewissermaßen zwischen den beiden Handlungsebenen hin und her.
Der Zeichenstil ist ein wenig kindlich und für erwachsene Comic-Fans sicher zu anspruchslos; Kinder dürften daran aber ihre Freude haben. Die Witze sind auch nicht gerade am Geschmack von Erwachsenen ausgerichtet, und der belehrende Zeigefinger ist offensichtlich. Sieht man den Comic als reinen Comic, überzeugt er nicht. Betrachtet man ihn aber als ein Mittel, Wissen und Informationen für eine junge Zielgruppe zu übermitteln, ist er hervorragend dafür geeignet.
Erfolgreiche Zeichentrickserien, die sich an Kinder richten, werden gerne für andere Medien adaptiert. »Es war einmal …« ist ein schönes Beispiel dafür – wobei ich die Serie selbst gar nicht kenne. Die daraus abgeleiteten Comics finde ich aber hübsch, sie sind absolut kindgerecht gemacht und vermitteln auf unterhaltsame Weise sehr viel Wissen.
Beim »Gratis Comic Tag 2019« gab's den ersten Band von »Es war einmal … der Mensch« als Heft. Das Hardcover-Album ist bei Toonfish erschienen.
Erzählt wird von einer Gruppe von Kindern, denen ein weiser Mann alles mögliche aus der Vergangenheit der Erde berichtet. Im Prinzip wird die Geschichte der Evolution in einem Zeitraffer vermittelt, von der Entstehung der Planeten bis hin zur Steinzeit und den ersten Stammeskulturen; die Geschichte bettet alles in die Gespräche zwischen den Kindern und dem weisen Mann einblendet gewissermaßen zwischen den beiden Handlungsebenen hin und her.
Der Zeichenstil ist ein wenig kindlich und für erwachsene Comic-Fans sicher zu anspruchslos; Kinder dürften daran aber ihre Freude haben. Die Witze sind auch nicht gerade am Geschmack von Erwachsenen ausgerichtet, und der belehrende Zeigefinger ist offensichtlich. Sieht man den Comic als reinen Comic, überzeugt er nicht. Betrachtet man ihn aber als ein Mittel, Wissen und Informationen für eine junge Zielgruppe zu übermitteln, ist er hervorragend dafür geeignet.
14 Mai 2019
Zurück zum Sessel
Ich kam von der Toilette zurück und ging im vollbesetzten Saal nach vorne. Überall saßen Leute in bequemen Sesseln, die auch in der Dunkelheit des Saals weiß schimmerten. Vorne lief noch ein Schwarzweißfilm, auf der Leinwand flimmerte es ein wenig.
Kaum hatte ich meinen Platz in der ersten Reihe gefunden und mich in den Sessel gepflanzt, wurde das Flimmern stärker – der Film war offenbar aus. Ich saß da, der Abstand lief in zitterndem Schwarzweiß vor meinen Augen herunter, und war grenzenlos enttäuscht. Anscheinend hatte ich das Ende des Films verpasst, weil ich zulange auf der Toilette gewesen war.
Rings um mich standen die Leute auf. Ich zuckte mit den Achseln und wollte mich auch erheben. Da wachte ich auf – weil der Wecker am Bett schrillte.
Kaum hatte ich meinen Platz in der ersten Reihe gefunden und mich in den Sessel gepflanzt, wurde das Flimmern stärker – der Film war offenbar aus. Ich saß da, der Abstand lief in zitterndem Schwarzweiß vor meinen Augen herunter, und war grenzenlos enttäuscht. Anscheinend hatte ich das Ende des Films verpasst, weil ich zulange auf der Toilette gewesen war.
Rings um mich standen die Leute auf. Ich zuckte mit den Achseln und wollte mich auch erheben. Da wachte ich auf – weil der Wecker am Bett schrillte.
13 Mai 2019
Captain Berlin gibt's gratis
Eigentlich muss ich mich selbst darüber wundern, bisher noch nichts aus der Superhelden-Reihe »Captain Berlin« gelesen zu haben. Jörg Buttgereit, der Autor dieser Comics, ist mir seit den frühen 90er-Jahren bekannt; unter anderem zeigten wir 1992 einige seiner Filme auf dem FreuCon '92 in Freudenstadt. Und der Verlag – es ist Weissblech Comics – ist mir seit vielen Jahren ebenfalls bestens bekannt.
In »Captain Berlin« geht es um einen kostümierten Superhelden, der in Berlin gegen allerlei Bösewichte kämpft. Besonders gefährlich sind irgendwelche alten Nazis, die immer noch ihre fürchterlichen Ziele verfolgen. Ilse von Blitzen ist dabei eine Gegenspielerin, wie man sie sich gefährlicher kaum vorstellen kann.
Im Sonderheft zum »Gratis Comic Tag 2019« wird eine völlig schräge Geschichte präsentiert, die den heldenhaften Captain ins Jahr 1968 und nach Berlin führen – sowie später zu irgendwelchen Pyramiden in Ägypten. Schön werden politische Figuren der 60er-Jahre karikiert, so ist eindeutig Dutschke zu erkennen.
Die Story ist herrlich abstrus, mit gruseligen Monstern und knalliger Action. Schräge Dialoge sowie Bilder, die an die 50er-Jahre-Horror-Comics erinnern, prägen die Geschichte, die mir durchaus Freude bereitet hat. Bei mir hat dieses Comic-Heft seine segensreiche Wirkung entfaltet: Ich werde mir wohl einen Sammelband von »Captain Berlin« besorgen müssen.
12 Mai 2019
Spider-Man als Gratis-Comic
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Die Figur des Spider-Man ist mir seit vielen Jahrzehnten bekannt, das Universum des Netzschwingers allerdings weitestgehend unbekannt. Zu wenige Comics hatte ich aus dem Spider-Man-Universum im Verlauf der Jahre gelesen, als dass ich auch nur ansatzweise Ahnung hätte. Umso spannender fand ich deshalb, dass es beim diesjährigen »Gratis Comic Tag« auch eine kostenlose Ausgabe von »Spider-Man« gab.
Enthalten sind insgesamt drei Geschichten, die aus den unterschiedlichsten Universen des Netzschwingers stammen. Die Grundidee mit Peter Parker und seinen Spinnensinnen ist immer die gleiche, künstlerisch finde ich die Geschichten allesamt modern und sehr ansprechend; ich kam auch gut in die jeweiligen Comics rein.
Die »Venom«-Geschichte ist so stark und so verständlich, dass ich mir überlege, den entsprechenden Sammelband zu kaufen. Das sieht echt stark aus. Die beiden »Spider-Man«-Geschichten wiederum fand ich zwar interessant, gleichzeitig aber auch ein wenig verwirrend (Erde-1048? Erde-616?). Hier fehlte mir offenbar viel Hintergrundwissen, das ich einfach nicht habe. Aber das Heft an sich fand ich cool, weil es einen schönen Einblick in das Spidey-Multiversum gab ...
Die Figur des Spider-Man ist mir seit vielen Jahrzehnten bekannt, das Universum des Netzschwingers allerdings weitestgehend unbekannt. Zu wenige Comics hatte ich aus dem Spider-Man-Universum im Verlauf der Jahre gelesen, als dass ich auch nur ansatzweise Ahnung hätte. Umso spannender fand ich deshalb, dass es beim diesjährigen »Gratis Comic Tag« auch eine kostenlose Ausgabe von »Spider-Man« gab.
Enthalten sind insgesamt drei Geschichten, die aus den unterschiedlichsten Universen des Netzschwingers stammen. Die Grundidee mit Peter Parker und seinen Spinnensinnen ist immer die gleiche, künstlerisch finde ich die Geschichten allesamt modern und sehr ansprechend; ich kam auch gut in die jeweiligen Comics rein.
Die »Venom«-Geschichte ist so stark und so verständlich, dass ich mir überlege, den entsprechenden Sammelband zu kaufen. Das sieht echt stark aus. Die beiden »Spider-Man«-Geschichten wiederum fand ich zwar interessant, gleichzeitig aber auch ein wenig verwirrend (Erde-1048? Erde-616?). Hier fehlte mir offenbar viel Hintergrundwissen, das ich einfach nicht habe. Aber das Heft an sich fand ich cool, weil es einen schönen Einblick in das Spidey-Multiversum gab ...
Ein letzter Blick aufs Seminar
Ich finde Seminare immer anstrengend – und da ist es egal, ob ich als Teilnehmer im Raum sitze oder als Dozent viel rede. Wenn ich also am Sonntagmittag die kleine, aber sehr hübsche Stadt Wolfenbüttel verlasse, bin ich nach nur zweieinhalb Seminartagen ziemlich erledigt. »Schnitzelfertig«, wie man auch gern sagt.
Dabei sagte ich bei diesem Seminar eher wenig, wie ich bei der Schlussrunde anmerkte. Weil wir diesmal sehr viele Leute im Seminar hatten, die schon viel Schreib- und auch Seminar-Erfahrung hatten, gab es sehr anregende Diskussionen, die eher abgewürgt werden mussten, als dass sie weiteren »Input« von mir gebraucht hätten. Also hielt ich manchmal eher die Klappe, wenngleich es mich juckte, meine Meinung zusätzlich zu präsentieren.
Mein Glaube, ich hätte es einfacher, wenn ich still bliebe, ließ sich leider nicht erfüllen. Ich saß konzentriert im Raum, hörte konzentriert zu, sagte aber nichts – das war so, als würde ich etwas mit vollem Elan anfangen und dann einfach aufhören. Und ich schließe daraus: Beim nächsten Mal werde ich wohl wieder etwas mehr reden.
Schon seltsam: Nach all den Jahren sollte ich doch langsam wissen, wie so ein Seminar abläuft. Das Gegenteil ist offenbar der Fall – je länger ich in Wolfenbüttel mitmache, desto größer werden meine Selbstzweifel.
Dabei sagte ich bei diesem Seminar eher wenig, wie ich bei der Schlussrunde anmerkte. Weil wir diesmal sehr viele Leute im Seminar hatten, die schon viel Schreib- und auch Seminar-Erfahrung hatten, gab es sehr anregende Diskussionen, die eher abgewürgt werden mussten, als dass sie weiteren »Input« von mir gebraucht hätten. Also hielt ich manchmal eher die Klappe, wenngleich es mich juckte, meine Meinung zusätzlich zu präsentieren.
Mein Glaube, ich hätte es einfacher, wenn ich still bliebe, ließ sich leider nicht erfüllen. Ich saß konzentriert im Raum, hörte konzentriert zu, sagte aber nichts – das war so, als würde ich etwas mit vollem Elan anfangen und dann einfach aufhören. Und ich schließe daraus: Beim nächsten Mal werde ich wohl wieder etwas mehr reden.
Schon seltsam: Nach all den Jahren sollte ich doch langsam wissen, wie so ein Seminar abläuft. Das Gegenteil ist offenbar der Fall – je länger ich in Wolfenbüttel mitmache, desto größer werden meine Selbstzweifel.
11 Mai 2019
Anstrengendes Seminar
Das diesjährige Kurzgeschichten-Seminar an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel ist durchaus anstrengend. Zusammen mit dem Autor und Übersetzer Uwe Anton bin ich als Dozent tätig; neben uns sind 16 Autorinnen und Autoren anwesend, mit denen wir drei Tage lang über Texte sprechen, an Texten arbeiten und auch Texte schreiben. Es geht um Science Fiction und phantastische Literatur im weitesten Sinne, vor allem unter dem Aspekt, dass man in diesen Genres dann Kurzgeschichten schreiben und auch veröffentlichen will.
Das Publikum ist anspruchsvoll. Die meisten der Anwesenden haben schon Kurzgeschichten und Romane veröffentlicht, viele von ihnen arbeiten intensiv und mit großer Konzentration an ihren Projekten. Das ist für uns Dozenten spannend – weil es viele Diskussionen auf hohem Niveau gibt –, aber auch ein wenig anstrengend.
Bisher macht es Spaß. Am Samstagmorgen stellten wir eine Schreibaufgabe, an der wir den Tag praktisch immer wieder arbeiteten. Und den Abend beschließen wir mit eine Bierlein oder auch mehreren Bieren im Aufenthaltsraum des Gästehaueses. So macht das Arbeiten dann doch auch Spaß!
Das Publikum ist anspruchsvoll. Die meisten der Anwesenden haben schon Kurzgeschichten und Romane veröffentlicht, viele von ihnen arbeiten intensiv und mit großer Konzentration an ihren Projekten. Das ist für uns Dozenten spannend – weil es viele Diskussionen auf hohem Niveau gibt –, aber auch ein wenig anstrengend.
Bisher macht es Spaß. Am Samstagmorgen stellten wir eine Schreibaufgabe, an der wir den Tag praktisch immer wieder arbeiteten. Und den Abend beschließen wir mit eine Bierlein oder auch mehreren Bieren im Aufenthaltsraum des Gästehaueses. So macht das Arbeiten dann doch auch Spaß!
10 Mai 2019
85 Jahre Donald Duck
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Innerhalb des »Gratis Comic Tages 2019« gibt es die Rubrik »Comics für Kids«, und da darf »Donald Duck« nicht fehlen. Wobei ich mir ja sicher bin, dass heutzutage vor allem Erwachsene an den Geschichten um den Enterich und seine frechen Neffen ihre Freude haben, Leute wie ich eben. Das finde ich aber nicht schlimm, ganz im Gegenteil.
Gefeiert wird die Tatsache, dass es am 9. Juni 2019 schon 85 Jahre sind, seit Donald zum ersten Mal »die Bühne betrat«, wie es im Vorwort so schön zu lesen ist. Das Sonderheft präsentiert auf 32 Seiten zwei längere Geschichten mit Donald Duck und zwei Einseiter mit Micky Maus.
Ziemlich großartig ist dabei die Geschichte »Nur die Ruhe!«, die William Van Horn zeichnete und schrieb. Donald Duck als Wüterich ist bei allen Nachbarn für seine Streitlust bekannt und gefürchtet. Nach dem Besuch eines Spezialisten entschließt er sich, sein Leben zu ändern und künftig als die personifizierte Sanftmut unterwegs zu sein. Doch natürlich geht das nicht gut ... eine wunderbare Geschichte, die an »Donald«-Klassiker von Carl Barks erinnert und für so ein Jubiläums-Heft hervorragend passt.
Innerhalb des »Gratis Comic Tages 2019« gibt es die Rubrik »Comics für Kids«, und da darf »Donald Duck« nicht fehlen. Wobei ich mir ja sicher bin, dass heutzutage vor allem Erwachsene an den Geschichten um den Enterich und seine frechen Neffen ihre Freude haben, Leute wie ich eben. Das finde ich aber nicht schlimm, ganz im Gegenteil.
Gefeiert wird die Tatsache, dass es am 9. Juni 2019 schon 85 Jahre sind, seit Donald zum ersten Mal »die Bühne betrat«, wie es im Vorwort so schön zu lesen ist. Das Sonderheft präsentiert auf 32 Seiten zwei längere Geschichten mit Donald Duck und zwei Einseiter mit Micky Maus.
Ziemlich großartig ist dabei die Geschichte »Nur die Ruhe!«, die William Van Horn zeichnete und schrieb. Donald Duck als Wüterich ist bei allen Nachbarn für seine Streitlust bekannt und gefürchtet. Nach dem Besuch eines Spezialisten entschließt er sich, sein Leben zu ändern und künftig als die personifizierte Sanftmut unterwegs zu sein. Doch natürlich geht das nicht gut ... eine wunderbare Geschichte, die an »Donald«-Klassiker von Carl Barks erinnert und für so ein Jubiläums-Heft hervorragend passt.
Zwischen Hackerei und Seminar
Ich bekomme es nicht immer hin, mein Leben zwischen der Arbeit und den vielen privaten Interessen einigermaßen in den Griff zu bekommen. Das sieht man an diesem Wochenende ganz besonders gut: Ich bin in Wolfenbüttel, wo ich an der Bundesakademie für kulturelle Bildung als Dozent wirke.
Zusammen mit meinem Kollegen Uwe Anton sowie Dr. Olaf Kutzmutz als Literarischem Leiter der Akademie, arbeite ich mit Autorinnen und Autoren an deren Texten. Das Thema ist die phantastische Kurzgeschichte in den unterschiedlichsten Ausprägungen.
Am gleichen Wochenende feiert die »Alte Hackerei« in Karlsruhe – und das ist einer der Örtlichkeiten, an denen ich am liebsten mein Bier trinke und laute Musik höre – ihren Geburtstag. Seit zwölf Jahren gibt es die gepflegte Punkrock-Bar nun, und dieses Jahresfest wird das erste sein, an dem ich nicht auftauchen werde.
Das finde ich ein wenig frustrierend, aber es lässt sich nicht ändern: Als wir die Wolfenbüttel-Termine fixierten, standen die »Hackerei«-Termine sicher schon fest, aber ich dachte nicht daran.
Ich muss mich erst gar nicht entscheiden, ob ich an diesem Wochenende eher für Literatur oder für Musik bin; die Entscheidung wurde mir schon vor einem Jahr abgenommen. Immerhin kann ich auch in Wolfenbüttel mein Bier trinken, und ich werde abends im Zimmer sitzen und ganz leise Punkrock hören, deshalb leise, damit die Autorinnen und Autoren nicht in ihrem kreativen Schlaf gestört werden …
Zusammen mit meinem Kollegen Uwe Anton sowie Dr. Olaf Kutzmutz als Literarischem Leiter der Akademie, arbeite ich mit Autorinnen und Autoren an deren Texten. Das Thema ist die phantastische Kurzgeschichte in den unterschiedlichsten Ausprägungen.
Am gleichen Wochenende feiert die »Alte Hackerei« in Karlsruhe – und das ist einer der Örtlichkeiten, an denen ich am liebsten mein Bier trinke und laute Musik höre – ihren Geburtstag. Seit zwölf Jahren gibt es die gepflegte Punkrock-Bar nun, und dieses Jahresfest wird das erste sein, an dem ich nicht auftauchen werde.
Das finde ich ein wenig frustrierend, aber es lässt sich nicht ändern: Als wir die Wolfenbüttel-Termine fixierten, standen die »Hackerei«-Termine sicher schon fest, aber ich dachte nicht daran.
Ich muss mich erst gar nicht entscheiden, ob ich an diesem Wochenende eher für Literatur oder für Musik bin; die Entscheidung wurde mir schon vor einem Jahr abgenommen. Immerhin kann ich auch in Wolfenbüttel mein Bier trinken, und ich werde abends im Zimmer sitzen und ganz leise Punkrock hören, deshalb leise, damit die Autorinnen und Autoren nicht in ihrem kreativen Schlaf gestört werden …
09 Mai 2019
Werbebild aktuell
Das finde ich nett, und deshalb dokumentiere ich es auch an dieser Stelle: Die Redaktion des »buchreport« hatte mich gefragt, ob ich ein aktuelles Zitat von mir aus meinem meinem Twitter-Account für eine Werbung hergeben würde, kombiniert mit meinem Foto.
Das fand und finde ich gut – es schadet schließlich, wenn die Marke, für die ich arbeite, in irgendwelchen Newslettern stärker beworben wird. Mittlerweile habe ich mein eigenes Bild schon ein eigenen Mails gesehen, weshalb ich es hier dokumentiere.
Ich finde, dass ich auf jeden Fall sehr staatstragend aussehe.
Das fand und finde ich gut – es schadet schließlich, wenn die Marke, für die ich arbeite, in irgendwelchen Newslettern stärker beworben wird. Mittlerweile habe ich mein eigenes Bild schon ein eigenen Mails gesehen, weshalb ich es hier dokumentiere.
Ich finde, dass ich auf jeden Fall sehr staatstragend aussehe.
Brocéliande und der Indien-Schwindel
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019« Dass sich auch der Splitter-Verlag am »Gratis Comic Tag 2019« beteiligt, darf nicht überraschen – nicht nach all den tollen Comics, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurden. Mit der Heftausgabe zum »Brocéliande« legt der Verlag diesmal einen echten Kracher vor: Das komplette erste Album der Serie wir in dem insgesamt 64 Seiten starken Heft veröffentlicht.
Die Geschichte habe ich ja schon rezensiert, ich finde sie nach wie vor großartig: »Die Quelle von Barenton«, so der Titel des ersten Bandes, erzählt von magischen Wesen in einem alten Wald in der Bretagne, von einem Geschichtenerzähler und drei tumben Jägern, vor allem aber von Merlin und Viviane – eine wunderbare Fantasy-Geschichte mit Witz und Magie, mit Liebe und Spannung, toll geschrieben und toll gezeichnet.
Wer den Comic noch nicht kennt, sollte am »Gratis Comc Tag« nach diesem Heft suchen. Zudem wird der Comic »Der große Indien-Schwindel«, der im Oktober 2019 erscheinen soll, mit zwölf Seiten beworben – das sieht ebenfalls sehr interessant aus.
07 Mai 2019
Hilda und die Vogelparade
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«

Mit seiner Serie um das Mädchen Hilda hat mich der englische Zeichner Luke Pearson schon vor Jahren fasziniert. Ich las »Hilda und der Mitternachtsriese«, und mir gefiel sehr, wie der Künstler es schaffte, die kindliche Gedankenwelt mit phantastischen Elementen so zu verbinden, dass man als Leser nicht mehr erkennen kann, wo die eine in das andere übergeht. Zum diesjährigen »Gratis Comic Tag« legte der Reprodukt-Verlag mit »Hilda und die Vogelparade« ein weitere Abenteuer des kleinen Mädchens als Heft auf.
Wieder steht die kleine Hilda im Zentrum. Das Mädchen ist mit seiner Mutter in die Stadt gezogen, weit entfernt von der Natur mit all ihren Facetten. Doch es gibt Schulfreunde, die mit Hilda durch die Straßen stromern. Es kommt zu einer Reihe von Missverständnissen, Hilda freundet sich mit einem verletzten Raben an, sie verirrt sich und gerät in ein ziemliches Chaos aus Angst und Verwirrung. Doch am Ende wird alles gut …
Wieder schafft es Luke Pearson hervorragend, ein kleines Mädchen so in die Geschichte zu schubsen, dass das nicht peinlich wirkt. Der originelle Zeichenstil ist so gehalten, dass ihn Kinder mögen dürften – trotzdem denke ich, dass die meisten Leser des schönen Comics bei den Erwachsenen zu suchen sind. Aber die bekommen mit dem geglückten Heft einen guten Blick in die Welt eines Kindes vermittelt. Sehr gelungen!

Mit seiner Serie um das Mädchen Hilda hat mich der englische Zeichner Luke Pearson schon vor Jahren fasziniert. Ich las »Hilda und der Mitternachtsriese«, und mir gefiel sehr, wie der Künstler es schaffte, die kindliche Gedankenwelt mit phantastischen Elementen so zu verbinden, dass man als Leser nicht mehr erkennen kann, wo die eine in das andere übergeht. Zum diesjährigen »Gratis Comic Tag« legte der Reprodukt-Verlag mit »Hilda und die Vogelparade« ein weitere Abenteuer des kleinen Mädchens als Heft auf.
Wieder steht die kleine Hilda im Zentrum. Das Mädchen ist mit seiner Mutter in die Stadt gezogen, weit entfernt von der Natur mit all ihren Facetten. Doch es gibt Schulfreunde, die mit Hilda durch die Straßen stromern. Es kommt zu einer Reihe von Missverständnissen, Hilda freundet sich mit einem verletzten Raben an, sie verirrt sich und gerät in ein ziemliches Chaos aus Angst und Verwirrung. Doch am Ende wird alles gut …
Wieder schafft es Luke Pearson hervorragend, ein kleines Mädchen so in die Geschichte zu schubsen, dass das nicht peinlich wirkt. Der originelle Zeichenstil ist so gehalten, dass ihn Kinder mögen dürften – trotzdem denke ich, dass die meisten Leser des schönen Comics bei den Erwachsenen zu suchen sind. Aber die bekommen mit dem geglückten Heft einen guten Blick in die Welt eines Kindes vermittelt. Sehr gelungen!
Den Fall Collini gesehen
Ich hatte noch nie einen Roman von Ferdinand von Schirach gelesen und wusste nicht so richtig, was mich bei »Der Fall Collini« erwarten würde. Bevor wir ins Kino gingen, spöttelte ich noch: »Die jungen Leute werden wegen des Hauptdarstellers kommen, die alten Leute wegen des Schriftstellers.«
Offenbar hatte ich nicht mal unrecht. Zumindest war der Kinosaal sehr gut gefüllt, zwei Drittel des Publikums waren Jugendliche und sehr junge Erwachsene.
Und es war – ganz im Gegensatz zu anderen Filmen, die junge Leute ansprechen – durchgehend sehr still. Am Ende blieben die meisten erst einmal sitzen, es gab nicht den üblichen Sturm zum Ausgang. Der Film wirkte tatsächlich nach, nicht nur bei mir, und das fand ich gut.
Elyas M‘Barek spielt diesmal auch keinen dauerquasselnden Menschen, keine fröhliche Figur, sondern den jungen Anwalt Caspar Leinen. Der Film ist im Jahr 2001 angesiedelt und beginnt mit dem brutalen Mord an Hans Meyer, einem deutschen Industriellen. Der Täter wird praktisch sofort danach verhaftet, es handelt sich um einen 70-jährigen Italiener namens Fabrizio Collini. Wie sich rasch herausstellt, kannten sich der Anwalt und der Industrielle; Meyer war jahrelang wie ein Vater zu Leinen, der junge Mann ging im Haus der Familie jahrelang ein und aus.
Leinen versucht herauszufinden, warum Collini seine schreckliche Tat begangen hat. Dabei muss er sich auch gegen seine eigenen Gefühle stellen, die zur Enkelin des Ermordeten wieder aufflammen – die beiden hatten als Jugendliche bereits einmal eine Affäre. Und er muss feststellen, dass hinter Meyers Bild als angesehenem Wirtschaftsführer mehr steckt, als alle Menschen ahnten …
Der Film versucht natürlich zu viel auf einmal sein: Er ist traurig und witzig, manchmal richtig spannend. Er hat eine Reihe von richtig guten Charakteren – und ich finde Franco Nero als Collini nach wie vor hervorragend. Er ist mal ein Krimi, dann wird es zu einer Auseinandersetzung mit der deutschen wie auch der eigenen Vergangenheit, es gibt eine bittere Liebesgeschichte, und er wirkt für mich in angenehmer Weise gefilmt – keine überzogene Darstellerei, aber ebenso keine Zurückhaltung bei den Figuren.
Ich fand »Der Fall Collini« richtig gut, weil er ein wichtiges Thema in einer sensiblen Weise behandelt. Ein positives Beispiel für einen modernen deutschen Film also – lohnenswert!
Offenbar hatte ich nicht mal unrecht. Zumindest war der Kinosaal sehr gut gefüllt, zwei Drittel des Publikums waren Jugendliche und sehr junge Erwachsene.
Und es war – ganz im Gegensatz zu anderen Filmen, die junge Leute ansprechen – durchgehend sehr still. Am Ende blieben die meisten erst einmal sitzen, es gab nicht den üblichen Sturm zum Ausgang. Der Film wirkte tatsächlich nach, nicht nur bei mir, und das fand ich gut.
Elyas M‘Barek spielt diesmal auch keinen dauerquasselnden Menschen, keine fröhliche Figur, sondern den jungen Anwalt Caspar Leinen. Der Film ist im Jahr 2001 angesiedelt und beginnt mit dem brutalen Mord an Hans Meyer, einem deutschen Industriellen. Der Täter wird praktisch sofort danach verhaftet, es handelt sich um einen 70-jährigen Italiener namens Fabrizio Collini. Wie sich rasch herausstellt, kannten sich der Anwalt und der Industrielle; Meyer war jahrelang wie ein Vater zu Leinen, der junge Mann ging im Haus der Familie jahrelang ein und aus.
Leinen versucht herauszufinden, warum Collini seine schreckliche Tat begangen hat. Dabei muss er sich auch gegen seine eigenen Gefühle stellen, die zur Enkelin des Ermordeten wieder aufflammen – die beiden hatten als Jugendliche bereits einmal eine Affäre. Und er muss feststellen, dass hinter Meyers Bild als angesehenem Wirtschaftsführer mehr steckt, als alle Menschen ahnten …
Der Film versucht natürlich zu viel auf einmal sein: Er ist traurig und witzig, manchmal richtig spannend. Er hat eine Reihe von richtig guten Charakteren – und ich finde Franco Nero als Collini nach wie vor hervorragend. Er ist mal ein Krimi, dann wird es zu einer Auseinandersetzung mit der deutschen wie auch der eigenen Vergangenheit, es gibt eine bittere Liebesgeschichte, und er wirkt für mich in angenehmer Weise gefilmt – keine überzogene Darstellerei, aber ebenso keine Zurückhaltung bei den Figuren.
Ich fand »Der Fall Collini« richtig gut, weil er ein wichtiges Thema in einer sensiblen Weise behandelt. Ein positives Beispiel für einen modernen deutschen Film also – lohnenswert!
06 Mai 2019
Irrwitzige Western-Parodie
Mir sagte der Name Seth MacFarlane nichts – das hat nicht so viel zu bedeuten, weil ich mir nie merke, wer für welche Fernsehserie tätig ist. Der Mann ist unter anderem für die Serie »Family Guy« verantwortlich, die in den USA sehr beliebt ist und auch im deutschsprachigen Raum viele Fans hat.
2014 schaffte er es tatsächlich, auch einen Western zu drehen und in die Kinos zu bringen. »A Million Ways to Die in the West« enthielt haufenweise skurrile Gags; MacFarlane war dabei Drehbuchauor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person. Der Streifen erhielt durchwachsene Kritiken, man muss ihn wahrscheinlich nicht gesehen haben. Ich kenne ihn nur vom Namen her.
Auf Basis des Films und des Drehbuchs schrieb MacFarlane auch einen Roman. Dieser wurde bereits 2014 bei Eichborn veröffentlicht, in Form einer schicken kleinen Hardcover-Ausgabe, die ich dieser Tage endlich las. Um es vorsichtig zu sagen: Ich habe mich gut amüsiert, aber das ist echt kein Roman, den man kennen und haben sollte ...
Klar, es ist eine Western-Parodie, und deshalb ist der Held ein Feigling. Er ist Schafzüchter, seine Freundin vergöttert er, doch er bekommt nicht viel auf die Reihe. Dann trifft er eine andere Frau, die ihm Selbstbewusstsein einimpft, und er wächst über sich hinaus, lernt alles mögliche und kann sich dann am Ende nicht nur einer Bande von Bösewichten stellen, sondern gewinnt auch eine liebevolle Frau für sich.
Das ist die Geschichte, viel mehr gibt sie nicht her. Für einen Western ist das auch völlig ausreichend, vor allem deshalb, weil MacFarlane die Geschichte mit allerlei Details ausschmückt. Die dauernden Witze über Stuhlgang und Geschlechtsverkehr sind manchmal wirklich witzig, nervten mich aber streckenweise.
Die Gangster sind böse und blöd; der Arzt ist ein versoffener Idiot; der beste Freund des Helden ist in eine Prostituierte der Kleinstadt verliebt, was dauernd Anlass für grobe Witze gibt – alles in allem liefert der Roman haufenweise Klischees, die er entweder eins zu eins umsetzt oder durch den Kakao zieht.
Ich las die rund 200 Seiten des Romans recht flott. Am Ende zieht es sich streckenweise allerdings ein wenig, weil der Autor aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine indianische Vision einbauen musste – aber insgesamt empfand ich die Lektüre als spaßig und gelungen.
»A Million Ways to Die in the West« ist kein Buch für die Ewigkeit. Es ist auch kein Buch für beinharte Western-Fans, die es wahrscheinlich schrecklich finden dürften. Wer das Genre aber eigentlich mag und auch darüber grinsen kann, für den ist der Roman durchaus interessant.
2014 schaffte er es tatsächlich, auch einen Western zu drehen und in die Kinos zu bringen. »A Million Ways to Die in the West« enthielt haufenweise skurrile Gags; MacFarlane war dabei Drehbuchauor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person. Der Streifen erhielt durchwachsene Kritiken, man muss ihn wahrscheinlich nicht gesehen haben. Ich kenne ihn nur vom Namen her.
Auf Basis des Films und des Drehbuchs schrieb MacFarlane auch einen Roman. Dieser wurde bereits 2014 bei Eichborn veröffentlicht, in Form einer schicken kleinen Hardcover-Ausgabe, die ich dieser Tage endlich las. Um es vorsichtig zu sagen: Ich habe mich gut amüsiert, aber das ist echt kein Roman, den man kennen und haben sollte ...
Klar, es ist eine Western-Parodie, und deshalb ist der Held ein Feigling. Er ist Schafzüchter, seine Freundin vergöttert er, doch er bekommt nicht viel auf die Reihe. Dann trifft er eine andere Frau, die ihm Selbstbewusstsein einimpft, und er wächst über sich hinaus, lernt alles mögliche und kann sich dann am Ende nicht nur einer Bande von Bösewichten stellen, sondern gewinnt auch eine liebevolle Frau für sich.
Das ist die Geschichte, viel mehr gibt sie nicht her. Für einen Western ist das auch völlig ausreichend, vor allem deshalb, weil MacFarlane die Geschichte mit allerlei Details ausschmückt. Die dauernden Witze über Stuhlgang und Geschlechtsverkehr sind manchmal wirklich witzig, nervten mich aber streckenweise.
Die Gangster sind böse und blöd; der Arzt ist ein versoffener Idiot; der beste Freund des Helden ist in eine Prostituierte der Kleinstadt verliebt, was dauernd Anlass für grobe Witze gibt – alles in allem liefert der Roman haufenweise Klischees, die er entweder eins zu eins umsetzt oder durch den Kakao zieht.
Ich las die rund 200 Seiten des Romans recht flott. Am Ende zieht es sich streckenweise allerdings ein wenig, weil der Autor aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine indianische Vision einbauen musste – aber insgesamt empfand ich die Lektüre als spaßig und gelungen.
»A Million Ways to Die in the West« ist kein Buch für die Ewigkeit. Es ist auch kein Buch für beinharte Western-Fans, die es wahrscheinlich schrecklich finden dürften. Wer das Genre aber eigentlich mag und auch darüber grinsen kann, für den ist der Roman durchaus interessant.
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