04 November 2026

Drei ungewöhnliche Hauptdarsteller

Auf ungewöhnliche Weise gelangt Dr. Augustus Huff in den Besitz eines Papageis. Der trägt den Namen Gray, ist sehr sprachbegabt und kann fürchterlich nerven. Weil sein eigentlicher Besitzer bei einem Sturz ums Leben gekommen ist, beginnt Huff mit seinen Nachforschungen: War der Sturz vielleicht in Wirklichkeit ein Mord?

Die Autorin Leonie Swann wurde mit ihrem Schafskrimi »Glennkill« über Nacht zum Bestseller-Star. Konsequent vermarktete der Verlag sie danach entsprechend. Der Roman »Gray« orientiert sich in der Optik ein wenig an den Schafskrimis, und man könnte meinen, hier ermittle nun eben ein Vogel in einem Mordfall. Der Papagei ist für die Geschichte tatsächlich wichtig, spielt aber nicht Detektiv, sondern plappert eifrig vor sich hin.

Der Roman ist temporeich und macht durchgehend Spaß. Seine Hauptfigur ermittelt eher gegen ihren eigenen Willen, durchläuft allerlei Irrtümer und verändert sich währenddessen selbst. Das alles schildert die Autorin mit viel Liebe zum Detail und sichtlicher Freude am Erzählen.

Wobei der Roman eigentlich drei Hauptfiguren aufweist: Der ermittelnde Universitätsdozent und der erstaunlich kluge Papagei sind gesetzt; streng genommen ist darüber hinaus Cambridge der dritte Charakter. Zumindest zeitweise wohnte die Autorin in der englischen Universitätsstadt, und sie setzt die Stadt mit ihrem Roman wunderbar in Szene.

Die Türme und Wiesen, die Pubs und die Colleges: Da möchte man als Leser glatt selbst mal nach Cambridge reisen, um die Örtlichkeiten selbst zu bestaunen oder gleich zu erleben …

Ein sehr gelungener Roman mit leicht skurrilem Krimi-Charakter!

1 Kommentar:

Enpunkt hat gesagt…

»Gray« von Leonie Swann kann man noch als Taschenbuch und als E-Book kaufen; auf der Internet-Seite des Verlags steht unter anderem eine Leseprobe zur Verfügung.

Hier:
https://www.penguin.de/buecher/leonie-swann-gray/taschenbuch/9783442488315