Den französischen Comic-Künstler Thierry Terrasson nahm ich zuerst durch die eher rabiat aussehende und ziemlich gewalttätige Science-Fiction-Serie »Yiu« wahr, die vor gut zwanzig Jahren veröffentlicht wurde. Seither hat er sich gewandelt und macht unter dem Namen »Jim« eine ganz andere Art von Comics: Es sind opulente Comic-Romane, die wie große Hollywood-Filme erzählt werden und die er grafisch auf höchstem Niveau gestaltet. Vor allem seine vierteilige Serie »Eine Nacht in Rom« faszinierte zahlreiche Fans von Graphic Novels.
Sein aktueller Comic trägt den schlichten Titel »Zoe Carrington« und spielt im »Hier und Jetzt«, hat also nichts mit Science Fiction, Fantasy oder anderen Genres zu tun. Aber es ist genau die Art von Bildgeschichte, die man auch Menschen in die Hand drücken oder schenken kann, die sonst wenig mit Comics anzufangen wissen.
Zur Handlung: Simon ist ein attraktiver Mann anfangs der dreißig, der in Frankreich lebt und »ungebunden« ist. Seine Eltern finden das seltsam und hegen allerlei Vermutungen – der Grund aber ist, dass Simon während seiner Studentenzeit in London eine Woche mit Zoe Carrington verbrachte und sie seitdem nicht mehr vergessen kann.
Dann kommt ein Anruf aus London. Ausgerechnet Zoe meldet sich. Sie lädt Simon und zwei andere Studienkollegen aus der damaligen Zeit zu einer Party ein. Der dreißigste Geburtstag eines alten Freundes soll gefeiert werden. Und weil Simon unbedingt mal wieder Zoe sehen möchte, idealerweise, um sie endlich aus dem Kopf zu bekommen, sagt er zu. Die drei Freunde reisen nach London – zu einer Party, die völlig anders verläuft, als sie es sich vorgestellt haben …
Jims »Zoe Carrington« erinnert tatsächlich an einen opulenten Film. Die Handlung findet vor großer Kulisse statt: mitten in London und auf einem Anwesen, in den Straßen der Stadt und auf einer Brücke, im Wasser der Themse und auf einem Friedhof. Natürlich sind die Gefühle groß, selbstverständlich verhalten sich die Figuren überschäumend und voller Lebensfreude – aber das macht der Comic-Künstler auf einem Niveau, das einen verzaubert und in die Geschichte hineinzieht.
Man glaubt Jim die Geschichte, man erkennt das Drama, das sich zwischen den Personen entwickelt hat und das nun erneut entsteht. Es geht um Liebe und Tod, um Beziehungen und Freundschaften. Das ist manchmal ein bisschen melodramatisch, häufig auch witzig, aber vor allem immer unglaublich unterhaltsam. Die Dialoge sitzen, die Personen sind perfekt dargestellt – Bild und Text bilden eine Einheit.
»Zoe Carrington« hat mir großen Spaß bereitet, und ich empfehle diesen Comic gern. Ich rate auf jeden Fall, sich die Leseprobe auf der Internet-Seite des Splitter-Verlags anzuschauen.
Erschienen ist das Album mit seinen 192 Seiten im großformatigen Hardcover-Format. Es kostet 39,80 Euro und kann mithilfe der ISBN 978-3-68950-116-7 überall im Buch- und Comicfachhandel bestellt werden.
(Die Rezension wurde bereits im September 2026 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wiederhole ich sie aus dokumentarischen Gründen.)

1 Kommentar:
Informationen zu »Zoe Carrington« – darunter auch eine Leseprobe – gibt es auf der Internet-Seite des Splitter-Verlags.
Hier:
https://www.splitter-verlag.de/zoe-carrington.html
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