30 März 2026

Spätwinterwald

Es war eine unheimliche Stimmung, die wenig zum Datum passen wollte: Am Samstagabend, 28. März 2026, war ich auf der Straße von Freudenstadt nach Pforzheim unterwegs, also mitten im Schwarzwald, eine Strecke, die ich früher öfter zu fahren hatte, wenn ich Punk-Konzerte in Pforzheim besuchen wollte.

In dieser Nacht war ich auf der Rückfahrt von einer Geburtstagsfeier. Und während ich in Karlsruhe schon Frühjahrsgefühle entwickelt hatte und mich die Allergien plagten, schneite es im Wald zwischen Besenfeld und Calmbach ununterbrochen. Die Bäume waren voller Schnee, recht uns links schimmerte alles weiß, und ununterbrochen fielen die Flocken auf die Straße herunter.

Ich fuhr zügig und gleichmäßig, aber nicht zu schnell, ging mit Bedacht in die Kurven und war völlig baff, als ich auf der langen und geraden Strecke war, die früher zwischen den militärischen Anlagen entlangführte. Nun erhoben sich dort keine Baracken mehr und gab es keine Stacheldrahtverhaue; stattdessen hatte man Windräder errichtet.

In der Nacht drehten sich die Rotoren auch. Rote Lichter flammten über den Wald, rechts und links der Straße stach ihr Licht durch den Schnee. Es sah aus, als bewegte ich mich auf einen Landeplatz von Ufos zu.

Und dann hatte ich Gegenverkehr. Das Auto selbst war zu weit entfernt – aber ein grellweißer Lichtkegel tauchte auf einmal auf, wurde größer und größer. Und so hatte ich das schwarze Band der Straße, rechts und links die Bäume in weiß, das Schneetreiben über mir, die roten Lichter der Rotoren und das grelle Licht der Scheinwerfer, die offensichtlich noch auf Fernlicht eingestellt waren.

Verrückt!, dachte ich und staunte. Das sieht aus wie im Film. Und ich bereute, dass ich fuhr und die Szenerie nicht mit einer Kamera aufzeichnen konnte.

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