Die Publikationen der Heinrich-Böll-Stiftung zeichnen sich seit Jahren durch ihre hochwertige Art aus: Jeder Artikel ist übersichtlich geschrieben und gegliedert, dazu kommen Karten oder anschauliche Grafiken, die den Inhalt ergänzen. Das gilt auch für die aktuelle Publikation, die den etwas verwirrenden Titel »Konzernatlas« trägt.
Damit man nicht glaubt, es gehe um Konzerne etwa in der Stahl- oder Informationsbranche, muss unbedingt den Untertitel betrachten: »Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie«.
Ich fand die Lektüre trotz der nüchternen Sprache und der Konzentration auf Fakten sehr spannend. Leider ist sie nicht unbedingt dazu geeignet, den Appetit zu fördern. Es wird immer wieder klar, wie sehr wie in unserem täglichen Konsum von Lebensmitteln davon abhängig sind, was uns die großen Konzerne auftischen. Die Marktmacht der Konzerne ist größer als die der Bauern, die zu Recht verärgert sind; sie ist auch größer als die von kleinen Läden oder Verbrauchern.
In den jeweiligen Beiträgen geht es um die Macht dieser Konzerne, etwa mit Saatgut die kleinen Bauern unter Druck zu setzen. Gezeigt wird, wie die Natur immer mehr als Ware betrachtet wird, aber auch, wie beispielsweise China seinen Einfluss ausweitet.
Das Heft belässt es nicht nur bei kritischen Berichten. Es wird ebenfalls klar, dass es so etwas wie »Ernährungsdemokratie« gibt. Als Verbraucher und mündiger Bürger kann ich schließlich selbst bestimmen, was ich esse – zumindest in der westlichen Welt kann ich an vielen Stellen entscheiden, ob ich einen multinationalen Konzern oder einen lokalen Hersteller unterstütze. Manchmal ist das nicht einfach, vor allem aus finanziellen Gründen. Das Heft bietet eine Reihe von Grundlagen für eigenständige Entscheidungen.
Der »Konzernatlas« ist 50 Seiten stark, im A4-Format gehalten und mit zahlreichen Illustrationen ausgestattet. Man kann ihn bei der Heinrich-Böll-Stiftung kostenlos herunterladen oder auch in gedruckter Form bestellen.

1 Kommentar:
Eine Inhaltsangabe des »Konzernatlas« mit Bestellmöglichkeiten findet man auf der Internet-Seite der Heinrich-Böll-Stiftung; wo auch sonst.
Hier:
https://www.boell.de/de/2025/12/11/konzernatlas-2026
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