»Im Juni erscheint eines der ungewöhnlichsten Bücher unserer bisherigen Verlagsgeschichte.« Das schreibt Klaus Farin in seinem Rundschreiben »Farins Hirnkost«, das heute bei mir eingetroffen ist. Die Aussage gilt dem Buch »Totengräbers Tagebuch« von Volker Langenbein, an dem ich sehr intensiv mitgearbeitet habe.
Im Juni ist das Buch endlich in den Läden, es kann nur noch wenige Tage dauern. Dann kann es jeder Mensch in der Buchhandlung seines Vertrauens bestellen. Ich bin schon sehr auf die Reaktionen gespannt.
Noch mal ein Zitat von Klaus Farin: »Volker Langenbeins Erzählungen aus dem Alltag eines Totengräbers begegnen der Schwere des Themas Tod mit einem außergewöhnlich lebendigen Blick und konsequenter Bodenhaftung.« Mehr ist hierzu erst einmal nicht hinzuzufügen.
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
29 Mai 2019
Kult-Geschichten als Sonderheft
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Das Programm des kleine Verlages Kult-Comics ging bisher an mir vorbei. Die frühen 90er-Jahre, in denen man locker die gesamte deutschsprachige Comic-Produktion mitbekommen konnte, sind nun mal vorüber ... Aber es gab im Rahmen des »Gratis Comic Tages« ein Sonderheft mit zwei längeren Geschichten und zwei Einseitern aus dem Programm des Verlages, allesamt von Zeichnern aus deutschen Landen. Ich las alles mit großem Interesse.

»Das Kamäleon« ist der Auftakt zu einer Superheldengeschichte, die in Köln spielt, während »Der letzte Kobold« in einer Welt spielt, in der sich offenbar ein Kobold in Begleitung eines sprechenden Raben in unserer heutigen Zeit aufhält. Sowohl die längere »Kobold«-Geschichte als auch die zwei Einseiter sind witzig gemacht. Mit dem »Kamäleon« konnte ich nicht so viel anfangen; ich fand es zeichnerisch wie inhaltlich unbefriedigend.
Trotzdem ist das Heft mit dem schönen Titel »Kult-Geschichten« für mich eine tolle Gelegenheit, einen neuen Verlag kennenzulernen. Neben den großen Häusern ist im Verlauf der vergangenen Jahre ein Netzwerk von kleinen Verlagen entstanden, die Comics aller Art veröffentlichen. Das ist nicht nur sympathisch und unterstützenswert, sondern häufig auch richtig gut.
Das Programm des kleine Verlages Kult-Comics ging bisher an mir vorbei. Die frühen 90er-Jahre, in denen man locker die gesamte deutschsprachige Comic-Produktion mitbekommen konnte, sind nun mal vorüber ... Aber es gab im Rahmen des »Gratis Comic Tages« ein Sonderheft mit zwei längeren Geschichten und zwei Einseitern aus dem Programm des Verlages, allesamt von Zeichnern aus deutschen Landen. Ich las alles mit großem Interesse.

»Das Kamäleon« ist der Auftakt zu einer Superheldengeschichte, die in Köln spielt, während »Der letzte Kobold« in einer Welt spielt, in der sich offenbar ein Kobold in Begleitung eines sprechenden Raben in unserer heutigen Zeit aufhält. Sowohl die längere »Kobold«-Geschichte als auch die zwei Einseiter sind witzig gemacht. Mit dem »Kamäleon« konnte ich nicht so viel anfangen; ich fand es zeichnerisch wie inhaltlich unbefriedigend.
Trotzdem ist das Heft mit dem schönen Titel »Kult-Geschichten« für mich eine tolle Gelegenheit, einen neuen Verlag kennenzulernen. Neben den großen Häusern ist im Verlauf der vergangenen Jahre ein Netzwerk von kleinen Verlagen entstanden, die Comics aller Art veröffentlichen. Das ist nicht nur sympathisch und unterstützenswert, sondern häufig auch richtig gut.
28 Mai 2019
Schlosslichtspiele auch im Sommer 2019
Ich bin mit manchen Ausgaben, die meine Heimatstadt für die sogenannte Kultur budgetiert, nicht immer ganz glücklich oder verstehe sie nicht. Aber Kultur ist ein Standortfaktor, und deshalb werde ich sicher nicht meckern, wenn man irrsinniges Geld ins Opernhaus investieren sollte – so eine Oper gehört eben zu einer Stadt, deren Bewohner gleichzeitig darunter leiden, dass der örtliche Fußballverein mit Müh' und Not in die zweite Bundesliga aufgestiegen ist.
Nach wie vor finde ich es gut, dass man Geld für die Schlosslichtspiele ausgibt. Auch 2019 laufen wieder die Veranstaltungen vor dem Schloss in Karlsruhe: Die Fassade des altehrwürdigen Gebäudes (das in Wirklichkeit gar nicht so alt ist, aber egal) verwandelt sich in eine Leinwand; künstlerische Computergrafiken bewegen sich in faszinierenden Mustern über die Fassade, greifen Elemente auf und verwandeln sie. Dazu wummert elektronische Musik aus riesigen Boxen.
In den vergangenen Jahren haben wir manchen Abend vor dem Schloss verbracht. Wir saßen auf den Steinen oder standen herum, wir hielten uns mal nur eine halbe Stunde vor dem Schloss auf, manchmal auch zwei Stunden; je nach Programm oder Lust und Laune.
Dieses Jahr wird es offenbar sogar politisch. »In einer Welt, die zunehmend von Hass und Populismus gesteuert zu sein scheint, gilt es, sich auf die Ursprünge zu besinnen«, heißt es von Seiten der Veranstalter, dem ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) Karlsruhe. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die neuen Shows und auch auf Wiederholungen einiger »Klassiker«!
Nach wie vor finde ich es gut, dass man Geld für die Schlosslichtspiele ausgibt. Auch 2019 laufen wieder die Veranstaltungen vor dem Schloss in Karlsruhe: Die Fassade des altehrwürdigen Gebäudes (das in Wirklichkeit gar nicht so alt ist, aber egal) verwandelt sich in eine Leinwand; künstlerische Computergrafiken bewegen sich in faszinierenden Mustern über die Fassade, greifen Elemente auf und verwandeln sie. Dazu wummert elektronische Musik aus riesigen Boxen.
In den vergangenen Jahren haben wir manchen Abend vor dem Schloss verbracht. Wir saßen auf den Steinen oder standen herum, wir hielten uns mal nur eine halbe Stunde vor dem Schloss auf, manchmal auch zwei Stunden; je nach Programm oder Lust und Laune.
Dieses Jahr wird es offenbar sogar politisch. »In einer Welt, die zunehmend von Hass und Populismus gesteuert zu sein scheint, gilt es, sich auf die Ursprünge zu besinnen«, heißt es von Seiten der Veranstalter, dem ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) Karlsruhe. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die neuen Shows und auch auf Wiederholungen einiger »Klassiker«!
Heroes In Crisis als Sonderheft
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Mit manchen aktuellen Entwicklungen im erzählerischen Kosmos des amerikanischen Comic-Verlages DC komme ich nicht klar; ich verstehe die verwickelten Geschichten mit wechselnden Univesen kaum. Das hat auch meine Freude an den »Batman«-Comics, die ich seit Jahrzehnten lese, ein wenig getrübt. Beim »Gratis Comic Tag 2019« gab es mit »Heroes In Crisis« aber ein schönes Sonderheft, das mir großen Spaß bereitet hat.
Die Titelgeschichte ist nur ein »Teaser«, sie macht auf den neuen Abschnitt im Gesamtkosmos der DC-Serien aufmerksam. Das ist gut gezeichnet und erzählt – irgendein Killer bringt offenbar Superhelden um –, und macht durchaus neugierig. Ob ich aber Lust darauf habe, mir diese neue, völlig verzweigte Geschichte ans Bein zu binden, weiß ich nicht.
Dafür fand ich die abgeschlossene »Batman«-Geschichte großartig. Es geht um Batman und sein Verhältnis zur Öffentlichkeit, ebenso um den Jokeer – wieder einmal also ein Duell zwischen den alten Widersachern. Aber die Geschichte ist in sich abgeschlossen und auf den Punkt gebracht, mit einer ergänzenden moralischen Ebene, die mir sehr gut gefiel.
»Heroes in Crisis« ist ein gelungenes Sonderheft, weil es das tut, was diese Hefte machen sollen: Es macht auf aktuelle Entwicklungen im Comic-Sektor aufmerksam und sorgt dafür, dass in mir die Kaufanreize erwachen ...
Mit manchen aktuellen Entwicklungen im erzählerischen Kosmos des amerikanischen Comic-Verlages DC komme ich nicht klar; ich verstehe die verwickelten Geschichten mit wechselnden Univesen kaum. Das hat auch meine Freude an den »Batman«-Comics, die ich seit Jahrzehnten lese, ein wenig getrübt. Beim »Gratis Comic Tag 2019« gab es mit »Heroes In Crisis« aber ein schönes Sonderheft, das mir großen Spaß bereitet hat.
Die Titelgeschichte ist nur ein »Teaser«, sie macht auf den neuen Abschnitt im Gesamtkosmos der DC-Serien aufmerksam. Das ist gut gezeichnet und erzählt – irgendein Killer bringt offenbar Superhelden um –, und macht durchaus neugierig. Ob ich aber Lust darauf habe, mir diese neue, völlig verzweigte Geschichte ans Bein zu binden, weiß ich nicht.
Dafür fand ich die abgeschlossene »Batman«-Geschichte großartig. Es geht um Batman und sein Verhältnis zur Öffentlichkeit, ebenso um den Jokeer – wieder einmal also ein Duell zwischen den alten Widersachern. Aber die Geschichte ist in sich abgeschlossen und auf den Punkt gebracht, mit einer ergänzenden moralischen Ebene, die mir sehr gut gefiel.
»Heroes in Crisis« ist ein gelungenes Sonderheft, weil es das tut, was diese Hefte machen sollen: Es macht auf aktuelle Entwicklungen im Comic-Sektor aufmerksam und sorgt dafür, dass in mir die Kaufanreize erwachen ...
27 Mai 2019
Emopunk aus Hamburg
Bereits im Frühjahr 2017 erschien die erste Platte der Band Keele aus Hamburg, die den schönen Titel »gut und dir« trägt. Ich hörte sie einige Male an, dann flog sie wieder aus dem CD-Player, um sich dann wieder darin zu drehen.
Geboten wird deutschsprachige Musik, die man irgendwo zwischen IndieRock und Emopunk einordnen kann; wer mag, kann sogar die Schublade für Hamburger Schule öffnen und die Band da reinsortieren. Es wird ordentlich gerockt, die Stücke sind mal sperrig, mal melodiös, die Texte häufig kryptisch.
Die fünf Bandmitglieder, die auf dieser Platte elf Stücke präsentieren, haben in ihrer Jugend offenbar gerne Bands wie die Duesenjaeger gehört, sicher auch Muff Potter oder amerikanischen Emo. Das klingt beispielsweise beim Gitarrenspiel immer wieder durch: Mal lodert die Gitarrerichtiggehend, klingt hell und melodisch, dann wieder wird punkrockig geschrubbt.
In den Texten wird nicht zu sehr auf Besinnlichkeit und Innerlichkeit geachtet; da geht's auch mal um den Schnaps mit einem Unbekannten in einer Kneipe. Aber klar, behandelt wird nicht Politik, es geht um Menschen, um Beziehungen und Gefühle. Das wird alles aber nicht weinerlich präsentiert.
Insgesamt finde ich die Platte nicht gerade neu und originell; viel zu oft habe ich diesen Sound in den vergangenen Jahren gehört. Die Band ist gut, die Platte ist definitiv nicht schlecht, zu einem »boah ey« hat es bei mir bisher nicht gereicht. Ich fürchte, ich muss Keele dann einfach mal live sehen ...
Geboten wird deutschsprachige Musik, die man irgendwo zwischen IndieRock und Emopunk einordnen kann; wer mag, kann sogar die Schublade für Hamburger Schule öffnen und die Band da reinsortieren. Es wird ordentlich gerockt, die Stücke sind mal sperrig, mal melodiös, die Texte häufig kryptisch.
Die fünf Bandmitglieder, die auf dieser Platte elf Stücke präsentieren, haben in ihrer Jugend offenbar gerne Bands wie die Duesenjaeger gehört, sicher auch Muff Potter oder amerikanischen Emo. Das klingt beispielsweise beim Gitarrenspiel immer wieder durch: Mal lodert die Gitarrerichtiggehend, klingt hell und melodisch, dann wieder wird punkrockig geschrubbt.
In den Texten wird nicht zu sehr auf Besinnlichkeit und Innerlichkeit geachtet; da geht's auch mal um den Schnaps mit einem Unbekannten in einer Kneipe. Aber klar, behandelt wird nicht Politik, es geht um Menschen, um Beziehungen und Gefühle. Das wird alles aber nicht weinerlich präsentiert.
Insgesamt finde ich die Platte nicht gerade neu und originell; viel zu oft habe ich diesen Sound in den vergangenen Jahren gehört. Die Band ist gut, die Platte ist definitiv nicht schlecht, zu einem »boah ey« hat es bei mir bisher nicht gereicht. Ich fürchte, ich muss Keele dann einfach mal live sehen ...
»Endzeit« als kostenloses Heft
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Zombies in Thüringen, ausgerechnet! Wegen des »Gratis Comic Tages 2019« kam ich in den Besitz des Sonderheftes von »Endzeit«. Auch wenn es nicht so aussieht, erzählt die Geschichte doch von der Zombie-Apokalypse, spielt in einer relativ nahen Zukunft und verbindet einen zeitweise harmlos wirkenden Stil mit blutigen Bildern.
Verantwortlich für den Comic ist Olivia Vieweg; die Künstlerin hatte ihr Werk zuerst nur als Diplomarbeit angelegt. Bei Carlsen liegt es jetzt als umfangreiches Werk vor; eine Verfilmung ist in Arbeit. Sie erzählt von zwei jungen Frauen, die in Thüringen unterwegs sind. Überall lauern Zombies; die beiden Frauen müssen ständig ums Überleben kämpfen und wollen ihre Menschlichkeit bewahren.
Die Zeichnungen der Künstlerin sind mal »niedlich«, mal blutspritzend, der Stil ist insgesamt sehr ungewöhnlich und lässt sich kaum in eine Schublade stecken. Für den »normalen« Zombie-Fan dürfte das zu »brav« aussehen, könnte ich mir vorstellen.
Ich hatte durchaus meine Probleme mit der Geschichte, fand aber die Mixtur aus der Geschichte, den emotionalen Dialogen und der zurückhaltenden Grafik interessant. Ohne den »Gratis Comic Tag« hätte ich »Endzeit« nie in den Händen gehalten.
Zombies in Thüringen, ausgerechnet! Wegen des »Gratis Comic Tages 2019« kam ich in den Besitz des Sonderheftes von »Endzeit«. Auch wenn es nicht so aussieht, erzählt die Geschichte doch von der Zombie-Apokalypse, spielt in einer relativ nahen Zukunft und verbindet einen zeitweise harmlos wirkenden Stil mit blutigen Bildern.
Verantwortlich für den Comic ist Olivia Vieweg; die Künstlerin hatte ihr Werk zuerst nur als Diplomarbeit angelegt. Bei Carlsen liegt es jetzt als umfangreiches Werk vor; eine Verfilmung ist in Arbeit. Sie erzählt von zwei jungen Frauen, die in Thüringen unterwegs sind. Überall lauern Zombies; die beiden Frauen müssen ständig ums Überleben kämpfen und wollen ihre Menschlichkeit bewahren.
Die Zeichnungen der Künstlerin sind mal »niedlich«, mal blutspritzend, der Stil ist insgesamt sehr ungewöhnlich und lässt sich kaum in eine Schublade stecken. Für den »normalen« Zombie-Fan dürfte das zu »brav« aussehen, könnte ich mir vorstellen.
Ich hatte durchaus meine Probleme mit der Geschichte, fand aber die Mixtur aus der Geschichte, den emotionalen Dialogen und der zurückhaltenden Grafik interessant. Ohne den »Gratis Comic Tag« hätte ich »Endzeit« nie in den Händen gehalten.
26 Mai 2019
Geschenkte Rente
Ich sitze am Bahnhof und warte auf den Anschlusszug; neben mir sitzt eine ältere Frau, geschätzte 75 und recht gut gekleidet. Ich lese, sie guckt, wir ignorieren uns; wie man das eben so macht. Ein Bettler kommt, spricht uns an; bevor ich reagieren kann, sagt sie deutlich »Nä!«, und er geht weiter, wobei er sich mehrfach entschuldigt.
»Das ist schlimm heute«, beginnt die alte Frau, ohne mich anzusehen, meint aber eindeutig mich. »All diese Bettler. Und es sind alles junge Leute. Die könnten doch arbeiten gehen, dann müssten sie nicht betteln.«
Ich sage nichts, konzentriere mich lieber auf mein Manuskript, weil ich das bis zum Ende der Reise gelesen haben möchte. Aber ich kann sie nicht ausblenden.
»Wir haben früher auch gearbeitet, dann können die doch heute ebenfalls arbeiten.« Sie mault und zetert weiter. »Wir kriegen unsere Rente doch auch nicht geschenkt.«
Kurz sehe ich auf und murre ein »na ja«, überlege mir eine ausführliche Replik und lasse es. Natürlich kriegen die Rentner von heute die Rente »geschenkt«. Die Rente von heute wird von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt; was die Rentner von heute irgendwann »einbezahlt« haben, ist längst verbraucht. Und wenn ich mal Rentner sein sollte, hoffe ich darauf, dass mir jemand meine Rente »schenkt«.
Aber ich erspare mir diese Antwort, ich will keine Diskussion, mein Manuskript ist mir wichtig. Und gleichzeitig fühle ich mich ignorant. Manche Diskussionen will ich aber einfach nicht mehr führen.
»Das ist schlimm heute«, beginnt die alte Frau, ohne mich anzusehen, meint aber eindeutig mich. »All diese Bettler. Und es sind alles junge Leute. Die könnten doch arbeiten gehen, dann müssten sie nicht betteln.«
Ich sage nichts, konzentriere mich lieber auf mein Manuskript, weil ich das bis zum Ende der Reise gelesen haben möchte. Aber ich kann sie nicht ausblenden.
»Wir haben früher auch gearbeitet, dann können die doch heute ebenfalls arbeiten.« Sie mault und zetert weiter. »Wir kriegen unsere Rente doch auch nicht geschenkt.«
Kurz sehe ich auf und murre ein »na ja«, überlege mir eine ausführliche Replik und lasse es. Natürlich kriegen die Rentner von heute die Rente »geschenkt«. Die Rente von heute wird von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt; was die Rentner von heute irgendwann »einbezahlt« haben, ist längst verbraucht. Und wenn ich mal Rentner sein sollte, hoffe ich darauf, dass mir jemand meine Rente »schenkt«.
Aber ich erspare mir diese Antwort, ich will keine Diskussion, mein Manuskript ist mir wichtig. Und gleichzeitig fühle ich mich ignorant. Manche Diskussionen will ich aber einfach nicht mehr führen.
25 Mai 2019
»Lazarus« als Gratisheft
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Im Programm des Splitter-Verlags zählt die amerikanische Science-Fiction-Serie »Lazarus« zu den aktuell besten Comics. Da passt es gut, dass es das erste Heft der Serie – die deutschsprachige Hardcover-Ausgabe fasst normalerweise mehrere Hefte zusammen – in einer kostenlosen Ausgabe erschienen ist. Wobei ich die gesamte Serie sowieso jedem empfehlen kann, der sich für Science Fiction und Comics interessiert.
»Lazarus« spielt in einer vergleichsweise nahen Zukunft. Die Welt wird von mächtigen Familien regiert, die die Kontinente unter sich aufgeteilt haben. Wer nicht zu einer Familie gehört, ist rechtlos oder lebt im Elend. Mit den Lazarus-Kämpfern verfügen die Familien über Einsatzkräfte, die praktisch nicht zu töten sind.
Konzipiert wurde die Serie von Greg Rucka, einem der erfolgreichsten Comic-Autoren der vergangenen Jahre. Die Geschichte, die er in diesem Comic erzählt, ist hart und streckenweise echt brutal, zugleich aber auch erschreckend realistisch. Umgesetzt wird sie von Michael Lark setzt dazu Bilder, die einen geradezu umhauen in ihrer realistischen Anmutung. Ein gnadenlos guter Comic – auch in der Form eines »Gratis Comic Tag«-Heftes.
Im Programm des Splitter-Verlags zählt die amerikanische Science-Fiction-Serie »Lazarus« zu den aktuell besten Comics. Da passt es gut, dass es das erste Heft der Serie – die deutschsprachige Hardcover-Ausgabe fasst normalerweise mehrere Hefte zusammen – in einer kostenlosen Ausgabe erschienen ist. Wobei ich die gesamte Serie sowieso jedem empfehlen kann, der sich für Science Fiction und Comics interessiert.
»Lazarus« spielt in einer vergleichsweise nahen Zukunft. Die Welt wird von mächtigen Familien regiert, die die Kontinente unter sich aufgeteilt haben. Wer nicht zu einer Familie gehört, ist rechtlos oder lebt im Elend. Mit den Lazarus-Kämpfern verfügen die Familien über Einsatzkräfte, die praktisch nicht zu töten sind.
Konzipiert wurde die Serie von Greg Rucka, einem der erfolgreichsten Comic-Autoren der vergangenen Jahre. Die Geschichte, die er in diesem Comic erzählt, ist hart und streckenweise echt brutal, zugleich aber auch erschreckend realistisch. Umgesetzt wird sie von Michael Lark setzt dazu Bilder, die einen geradezu umhauen in ihrer realistischen Anmutung. Ein gnadenlos guter Comic – auch in der Form eines »Gratis Comic Tag«-Heftes.
24 Mai 2019
Kick It! rotzen
Bei Kick It! – nur echt mit Ausrufezeichen! – handelt es sich um eine vergleichsweise neue Hardcore-Band, die schon einige Tonträger herausgebracht hat. Woher die Band kommt, die sich 2010 gegründet hat, ist gar nicht so einfach festzustellen: Die Musiker verteilen sich irgendwie auf die Gegend zwischen Frankfurt, Gießen und Limburg, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber so wichtig ist das ja gar nicht.
Von der Band besitze ich bisher nur eine Platte, die gleichnamige EP ausm Jahr 2013. Sie ist streng limitiert, auf 300 Exemplare, und ich habe die Nummer 284 abbekommen. Enthalten sind acht Stücke, die schnellen und schrammeligen Hardcore-Punk bieten, garantiert ohne Metal-Anleihen oder Emo-Gejammer. Auf übermäßiges Gebrüll und derben Staubsauger-Sound verzichtet die Band ebenso.
Die Stücke sind kurz und knapp, nie länger als zwei Minuten, und bringen die Aussagen auf den Punkt. Sarkastische Texte gehören dazu, politische Aussagen werden nur in Kürzestform getätigt. Alles in allem eine konsequente Scheibe mit Hardcore-Punk, die nach den 80er-Jahren klingt, aber dennoch eigenständig genug ist. Gut!
Von der Band besitze ich bisher nur eine Platte, die gleichnamige EP ausm Jahr 2013. Sie ist streng limitiert, auf 300 Exemplare, und ich habe die Nummer 284 abbekommen. Enthalten sind acht Stücke, die schnellen und schrammeligen Hardcore-Punk bieten, garantiert ohne Metal-Anleihen oder Emo-Gejammer. Auf übermäßiges Gebrüll und derben Staubsauger-Sound verzichtet die Band ebenso.
Die Stücke sind kurz und knapp, nie länger als zwei Minuten, und bringen die Aussagen auf den Punkt. Sarkastische Texte gehören dazu, politische Aussagen werden nur in Kürzestform getätigt. Alles in allem eine konsequente Scheibe mit Hardcore-Punk, die nach den 80er-Jahren klingt, aber dennoch eigenständig genug ist. Gut!
23 Mai 2019
Kapituliert vor Dragon Balls SD
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«Manchmal muss ich einfach einsehen, dass manche Dinge nicht funktionieren. Zumindest für mich selbst nicht. So ging es mir bei dem Comic »Dragon Balls SD«, den ich im Rahmen des »Gratis Comic Tages 209« erhalten hatte.
In der Geschichte geht es um irgendwelche Kinder, die offenbar Superkräfte haben und Dragon Balls sammeln müssen. Sie haben Gegenspieler, die auch mit Raumschiffen durch die Gegend fliegen. Es handelt sich also um eine Science-Fiction-Geschichte, was mir dann eigentlich gefallen müsste.
Tut es nicht. Die Zeichnungen sind extrem kindlich, die Story ist es auch. Es wird viel geschrien und gehüpft, die Bilder sind sehr einfach gehalten. Hier bin ich eindeutig nicht die Zielgruppe und tu' mich extrem schwer mit der Optik sowie der Geschichte. Und ich muss einsehen, dass »Dragon Balls SD« für mich einfach nicht funktioniert.
22 Mai 2019
»Ghost Money« ist der Gratis-Comic-Kracher
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Irgendwie ist der neue Science-Fiction-Knaller aus dem Programm von Schreiber & Leser bisher an mir vorüber gegangen. Deshalb fand ich das Heft von »Ghost Money«, das es beim diesjährigen »Gratis Comic Tag« gab, wohl auch so eindrucksvoll und stark. Was für eine großartige Mixtur aus Science Fiction und Thriller, mit einer tüchtigen Prise Realpolitik und Verschwörungen!
Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft, sie wird vor allem aus der Sicht einer jungen Studentin erzählt. Diese lernt eine geheimnisvolle steinreiche Frau kennen, die beiden freunden sich an, und an der Seite der reichen Frau taucht die Studentin in eine märchenhafte Welt des Reichtums ein. Dass diese Welt auch etwas mit islamistischen Terroristen zu tun haben könnten, ahnt sie nicht. Wohl aber die Geheimienste, die sich auf ihre Spur setzen ..
Geschrieben wurde die Geschichte von dem Szenaristen Thierry Smolderen, der schon mehrere erfolgreiche Comics getextet hat. Er treibt die Handlung mit schnellen Szenen und spannenden Dialogen voran, das ist alles klasse gemacht. Dominique Bertail steuert die Grafik bei: extrem realitätsnah, sehr filmisch, sehr direkt.
Das ist alles so großartig, dass ich so bald wie möglich die »richtigen« Comic-Bände dazu brauche! (Erschienen ist die Serie bei Schreiber & Leser.)
Irgendwie ist der neue Science-Fiction-Knaller aus dem Programm von Schreiber & Leser bisher an mir vorüber gegangen. Deshalb fand ich das Heft von »Ghost Money«, das es beim diesjährigen »Gratis Comic Tag« gab, wohl auch so eindrucksvoll und stark. Was für eine großartige Mixtur aus Science Fiction und Thriller, mit einer tüchtigen Prise Realpolitik und Verschwörungen!
Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft, sie wird vor allem aus der Sicht einer jungen Studentin erzählt. Diese lernt eine geheimnisvolle steinreiche Frau kennen, die beiden freunden sich an, und an der Seite der reichen Frau taucht die Studentin in eine märchenhafte Welt des Reichtums ein. Dass diese Welt auch etwas mit islamistischen Terroristen zu tun haben könnten, ahnt sie nicht. Wohl aber die Geheimienste, die sich auf ihre Spur setzen ..
Geschrieben wurde die Geschichte von dem Szenaristen Thierry Smolderen, der schon mehrere erfolgreiche Comics getextet hat. Er treibt die Handlung mit schnellen Szenen und spannenden Dialogen voran, das ist alles klasse gemacht. Dominique Bertail steuert die Grafik bei: extrem realitätsnah, sehr filmisch, sehr direkt.
Das ist alles so großartig, dass ich so bald wie möglich die »richtigen« Comic-Bände dazu brauche! (Erschienen ist die Serie bei Schreiber & Leser.)
Reise ins Paradies
Aus der Serie »Phantastische Kürzestgeschichten«
Es regnete seit Tagen. Die Tropfen fielen ununterbrochen aus einem eisgrauen Himmel. Weil kein Wind ging und die Temperaturen niedrig blieben, kam es mir vor, als stünde ich vor einer Wand aus Wasser, die mich in allen Richtungen umgab, wie feine Stangen, die meine Freiheit einschränkten.
Wenn ich etwas an meiner Situation ändern wollte, musste ich es schaffen, die Zone des Regens zu durchqueren. Doch wohin sollte ich gehen? Sah ich in die eine Richtung, erblickte ich Regen, der auf eine Straße fiel und diese in einen matt schimmernden See verwandelte. Sah ich in die andere Richtung, erblickte ich Regen, der Wald und Wiesen einnässte und aus ihnen einen Sumpf machte, in dem Menschen verloren gehen konnten.
Es war alles grau, nass und kühl. Ich zog meinen Poncho enger um mich und rückte den breitkrempigen Hut zurecht. Das Prasseln auf meinem Kopf wurde lauter und intensiver, zumindest fühlte es sich so an. In Strömen lief das Wasser aus der Krempe hinunter auf den Poncho, troff von dort auf den Boden.
Was wollte ich eigentlich auf dieser Welt? Urlaub hatten sie mir versprochen. Urlaub hatte ich bekommen. Das interstellare Reisebüro hatte von »Erlebnissen jenseits aller Erwartung« geredet, die Werbung hatte mir einen fremden Planeten mit »exotischer Vegetation« versprochen.
Gelogen hatten sie nicht. Die Bäume waren verkrüppelte Kugeln aus einem Material, das entfernt an Holz erinnerte und aus dem allerlei Früchte wuchsen. Gras sah aus wie der Kot, den Katzen hinterließen, und es roch zu allem Überfluss auch so. Tiere hatten sich auf diesem Planeten noch nicht entwickelt. Sie hätten eine wasserfeste Oberfläche gebraucht, überlegte ich, während ich griesgrämig um mich blickte. Immerhin war die Luft atembar, wenngleich ich durch das Wasser hindurch einen fauligen Geruch wahrnahm.
Es regnete ununterbrochen, seit wir aus dem Raumschiff gestiegen waren. Sie hatten mich nicht angelogen. »Genießen Sie das erfrischende Nass«, hatte das digitale Reisebüro versprochen, die freundliche Avatar-Frau hatte besonders intensiv gelächelt. »Lassen Sie sich von einer kühlen Brise zu neuen Gedanken bringen.«
Ich brachte keine Gedanken mehr auf, die über Frust und Wut hinaus gingen. Ich war wütend auf das Wetter und auf mich selbst. Und wütend auf die drahtige Reiseleiterin, die vor unserer Gruppe stand und einen gelben Regenschirm in der Hand hielt.
Sie strahlte vor Begeisterung, zumindest vermittelte sie den Eindruck. Kunststück: Sie war ein Hologramm, und der Regen ging durch ihren Schirm ebenso hindurch wie durch ihre Jacke und ihren gesamten Körper.
»Kommen Sie!«, rief die Reiseleiterin und wies auf die Straße. »Nur noch einige hundert Meter, und wir erreichen den Strand. Dort wird Ihr Traumurlaub dann endgültig beginnen.«
Hinter dem Wasser sollte also der Strand kommen. Vielleicht sollte ich eine Zeitschrift starten, wenn ich wieder auf der Erde war: Wasserstrand, ein neues E-Zine für alle Urlaubsfremde. Versonnen lächelte ich, während ich durch den Regen stapfte.
Es regnete seit Tagen. Die Tropfen fielen ununterbrochen aus einem eisgrauen Himmel. Weil kein Wind ging und die Temperaturen niedrig blieben, kam es mir vor, als stünde ich vor einer Wand aus Wasser, die mich in allen Richtungen umgab, wie feine Stangen, die meine Freiheit einschränkten.
Wenn ich etwas an meiner Situation ändern wollte, musste ich es schaffen, die Zone des Regens zu durchqueren. Doch wohin sollte ich gehen? Sah ich in die eine Richtung, erblickte ich Regen, der auf eine Straße fiel und diese in einen matt schimmernden See verwandelte. Sah ich in die andere Richtung, erblickte ich Regen, der Wald und Wiesen einnässte und aus ihnen einen Sumpf machte, in dem Menschen verloren gehen konnten.
Es war alles grau, nass und kühl. Ich zog meinen Poncho enger um mich und rückte den breitkrempigen Hut zurecht. Das Prasseln auf meinem Kopf wurde lauter und intensiver, zumindest fühlte es sich so an. In Strömen lief das Wasser aus der Krempe hinunter auf den Poncho, troff von dort auf den Boden.
Was wollte ich eigentlich auf dieser Welt? Urlaub hatten sie mir versprochen. Urlaub hatte ich bekommen. Das interstellare Reisebüro hatte von »Erlebnissen jenseits aller Erwartung« geredet, die Werbung hatte mir einen fremden Planeten mit »exotischer Vegetation« versprochen.
Gelogen hatten sie nicht. Die Bäume waren verkrüppelte Kugeln aus einem Material, das entfernt an Holz erinnerte und aus dem allerlei Früchte wuchsen. Gras sah aus wie der Kot, den Katzen hinterließen, und es roch zu allem Überfluss auch so. Tiere hatten sich auf diesem Planeten noch nicht entwickelt. Sie hätten eine wasserfeste Oberfläche gebraucht, überlegte ich, während ich griesgrämig um mich blickte. Immerhin war die Luft atembar, wenngleich ich durch das Wasser hindurch einen fauligen Geruch wahrnahm.
Es regnete ununterbrochen, seit wir aus dem Raumschiff gestiegen waren. Sie hatten mich nicht angelogen. »Genießen Sie das erfrischende Nass«, hatte das digitale Reisebüro versprochen, die freundliche Avatar-Frau hatte besonders intensiv gelächelt. »Lassen Sie sich von einer kühlen Brise zu neuen Gedanken bringen.«
Ich brachte keine Gedanken mehr auf, die über Frust und Wut hinaus gingen. Ich war wütend auf das Wetter und auf mich selbst. Und wütend auf die drahtige Reiseleiterin, die vor unserer Gruppe stand und einen gelben Regenschirm in der Hand hielt.
Sie strahlte vor Begeisterung, zumindest vermittelte sie den Eindruck. Kunststück: Sie war ein Hologramm, und der Regen ging durch ihren Schirm ebenso hindurch wie durch ihre Jacke und ihren gesamten Körper.
»Kommen Sie!«, rief die Reiseleiterin und wies auf die Straße. »Nur noch einige hundert Meter, und wir erreichen den Strand. Dort wird Ihr Traumurlaub dann endgültig beginnen.«
Hinter dem Wasser sollte also der Strand kommen. Vielleicht sollte ich eine Zeitschrift starten, wenn ich wieder auf der Erde war: Wasserstrand, ein neues E-Zine für alle Urlaubsfremde. Versonnen lächelte ich, während ich durch den Regen stapfte.
21 Mai 2019
»Lucky Luke« als Gratisheft
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Ich mag die »Lucky Luke«-Comics seit vielen Jahren und kaufte mir auch die Parodie »Jolly Jumper antwortet nicht« vor einiger Zeit im Format eines schönen Comic-Albums. Dass es dieses Album beim »Gratis Comic Tag 2019« auch als kostenloses Heft gab, ärgert mich nicht – so kommen hoffentlich noch mehr Leute in den Genuss der unglaublich witzigen Parodie.
Der Autor und Illustrator Guillaume Bouzard greift allerlei Elemente aus den normalen »Lucky Luke«-Geschichten aus und verfremdet sie. Die Daltons spielen eine große Rolle, das treue Pferd will nicht mehr so, wie er es möchte, und eigentlich geht es die ganze Zeit um die Beziehung zwischen dem Cowboy und seinem Pferd.
Zeichnerisch geht Bouzard eigene Wege: Er nimmt den klassischen Morris-Stil und verfremdet ihn. So erkennt man immer noch die Originale, nimmt aber seine originelle Grafik jederzeit wahr. Und erzählerisch schafft er es, eine Parodie zu parodieren, so dass ich als Leser immer wieder grinsen muss. Das muss man erst einmal hinbekommen.
Um es klar zu sagen: Wer dieses Gratis-Heft nicht erhalten hat, als es beim »Gratis Comic Tag 2019« auslag, der ist dazu verdammt, das Album zu kaufen. Dessen Lektüre lohnt sich für alle, die jemals einen »Lucky Luke«-Band gelesen haben!
Ich mag die »Lucky Luke«-Comics seit vielen Jahren und kaufte mir auch die Parodie »Jolly Jumper antwortet nicht« vor einiger Zeit im Format eines schönen Comic-Albums. Dass es dieses Album beim »Gratis Comic Tag 2019« auch als kostenloses Heft gab, ärgert mich nicht – so kommen hoffentlich noch mehr Leute in den Genuss der unglaublich witzigen Parodie.
Der Autor und Illustrator Guillaume Bouzard greift allerlei Elemente aus den normalen »Lucky Luke«-Geschichten aus und verfremdet sie. Die Daltons spielen eine große Rolle, das treue Pferd will nicht mehr so, wie er es möchte, und eigentlich geht es die ganze Zeit um die Beziehung zwischen dem Cowboy und seinem Pferd.
Zeichnerisch geht Bouzard eigene Wege: Er nimmt den klassischen Morris-Stil und verfremdet ihn. So erkennt man immer noch die Originale, nimmt aber seine originelle Grafik jederzeit wahr. Und erzählerisch schafft er es, eine Parodie zu parodieren, so dass ich als Leser immer wieder grinsen muss. Das muss man erst einmal hinbekommen.
Um es klar zu sagen: Wer dieses Gratis-Heft nicht erhalten hat, als es beim »Gratis Comic Tag 2019« auslag, der ist dazu verdammt, das Album zu kaufen. Dessen Lektüre lohnt sich für alle, die jemals einen »Lucky Luke«-Band gelesen haben!
Die Bahn zeigt Haltung
Wer sich nicht ständig in den Untiefen des Netzes bewegt, hat die Debatte um den Politiker Boris Palmer – er ist Mitglied bei den Grünen und Oberbürgermeister von Tübingen – und die Deutsche Bahn vielleicht nicht einmal mitbekommen. Palmer äußerte sich kritisch dazu, dass die Bahn in ihrer Werbung Menschen abbildet, die nicht »typisch deutsch« aussehen, was immer das sein mag.
Bei dieser Diskussion hat sich die Bahn meiner Ansicht nach sehr gut positioniert. Man hat klar gesagt, dass es der Bahn egal ist, wie jemand aussieht und aus welchem Land man kommt. Man hat sich positiv zur Vielfalt bekannt.
Seit einiger Zeit legt die Bahn eine Schippe drauf. Zusammen mit dem Fußballverein Hertha BSC hat man einen kleinen Videofilm produziert, der unter dem Titel »Woher kommst du?« steht und das Thema Rassismus auf diese Weise anspricht. Fünf Mitarbeiter der Bahn und fünf Hertha-Spieler äußern sich in klarer und auch sympathischer Weise.
Schöne Aktion! Klar ist das Werbung. Aber die Bahn belegt, dass man sogar mit Werbung für eine gute Sache stehen kann. (Es lohnt sich übrigens, mal die Kommentare unter dem YouTube-Video anzugucken: Von widerwärtig bis positiv ist echt alles dabei …)
Bei dieser Diskussion hat sich die Bahn meiner Ansicht nach sehr gut positioniert. Man hat klar gesagt, dass es der Bahn egal ist, wie jemand aussieht und aus welchem Land man kommt. Man hat sich positiv zur Vielfalt bekannt.
Seit einiger Zeit legt die Bahn eine Schippe drauf. Zusammen mit dem Fußballverein Hertha BSC hat man einen kleinen Videofilm produziert, der unter dem Titel »Woher kommst du?« steht und das Thema Rassismus auf diese Weise anspricht. Fünf Mitarbeiter der Bahn und fünf Hertha-Spieler äußern sich in klarer und auch sympathischer Weise.
Schöne Aktion! Klar ist das Werbung. Aber die Bahn belegt, dass man sogar mit Werbung für eine gute Sache stehen kann. (Es lohnt sich übrigens, mal die Kommentare unter dem YouTube-Video anzugucken: Von widerwärtig bis positiv ist echt alles dabei …)
20 Mai 2019
Ein zum Heulen schöner Jugendroman
Immer wieder habe ich Romane im Lesestapel, die lasse ich erst eine Weile liegen, dann nehme ich sie doch zur Hand, denke noch einige Male, »ach, das ist nichts für mich« – und am Ende packen sie mich so, dass ich nicht mit der Lektüre aufhören kann und sie hinterher zur Seite lege, mit einem Gefühl von Trauer, weil das Buch schon vorüber ist.
Das passierte mir mit »All die verdammten Tage«, einem Jugendroman, der im Limes-Verlag erschienen ist. Die Autorin Jennifer Niven zeigt zwei junge Leute, die zwar altersmäßig weit von mir entfernt sind, mit denen ich mich aber sehr gut identifizieren kann.
Hauptperson ist ein Mädchen namens Violet. Sie ist traurig, sie ist frustriert, sie will nach dem Tod ihrer Schwester nicht mehr weiterleben und sich eigentlich umbringen. Also geht sie auf den Glockenturm der Schule, will sich in die Tiefe stürzen.
Auf einmal steht Finch neben ihr, der »Ausgestoßene« der Schule, ein Junge, den alle nur als Freak wahrnehmen. Er will sich eigentlich auch umbringen, sie retten sich praktisch gegenseitig – und hinterher wird Violet als Retterin gefeiert.
Das ist der Ausgangspunkt für eine ungewöhnliche Beziehung, in der sich zwei Jugendliche immer mehr einander nähern. Sie sehen sich beide als seltsam an, sie stecken beide voller Ängste und Depressionen, und nur langsam kommen sie miteinander klar. Und bei beiden hat man als Leser ständig Angst, dass sich einer von beiden umbringt.
Jennifer Niven schafft es, aus diesem ungewöhnlichen Thema ein Jugendbuch zu machen, das ich als sehr »erwachsen« empfunden habe. »All die verdammten Tage« ist ein Buch voller Hoffnung und Optimismus, dann wieder sitzt man da und findet es tieftraurig. Klar wird manchmal ein wenig zu stark auf die Tränendrüse gedrückt – aber die Autorin macht das so gut, dass ich mich nicht ärgern kann.
»All die verdammten Tage« ist ein moderner Jugendroman, den man als Erwachsener aber gut lesen kann. Ich fühlte mich an meine eigene Jugend erinnert, an meine Empfindungen, die damals ähnlich seltsam waren wie die der beiden Hauptfiguren. Das Buch erzählt vom Kampf gegen den eigenen Untergang, den die beiden jugendlichen Helden ständig empfinden, zeigt aber auch Hoffnungsschimmer und positive Energie.
Ich kann's nicht nur jungen Leuten empfehlen – die kennen es sicher teilweise schon –, sondern ebenso Leuten in meiner Altersklasse. Der Roman entfaltet einen starken Sog, der zumindest mich über die gesamte Lektüre hinweg gepackt hat. Ziemlich klasse!
Das passierte mir mit »All die verdammten Tage«, einem Jugendroman, der im Limes-Verlag erschienen ist. Die Autorin Jennifer Niven zeigt zwei junge Leute, die zwar altersmäßig weit von mir entfernt sind, mit denen ich mich aber sehr gut identifizieren kann.
Hauptperson ist ein Mädchen namens Violet. Sie ist traurig, sie ist frustriert, sie will nach dem Tod ihrer Schwester nicht mehr weiterleben und sich eigentlich umbringen. Also geht sie auf den Glockenturm der Schule, will sich in die Tiefe stürzen.
Auf einmal steht Finch neben ihr, der »Ausgestoßene« der Schule, ein Junge, den alle nur als Freak wahrnehmen. Er will sich eigentlich auch umbringen, sie retten sich praktisch gegenseitig – und hinterher wird Violet als Retterin gefeiert.
Das ist der Ausgangspunkt für eine ungewöhnliche Beziehung, in der sich zwei Jugendliche immer mehr einander nähern. Sie sehen sich beide als seltsam an, sie stecken beide voller Ängste und Depressionen, und nur langsam kommen sie miteinander klar. Und bei beiden hat man als Leser ständig Angst, dass sich einer von beiden umbringt.
Jennifer Niven schafft es, aus diesem ungewöhnlichen Thema ein Jugendbuch zu machen, das ich als sehr »erwachsen« empfunden habe. »All die verdammten Tage« ist ein Buch voller Hoffnung und Optimismus, dann wieder sitzt man da und findet es tieftraurig. Klar wird manchmal ein wenig zu stark auf die Tränendrüse gedrückt – aber die Autorin macht das so gut, dass ich mich nicht ärgern kann.
»All die verdammten Tage« ist ein moderner Jugendroman, den man als Erwachsener aber gut lesen kann. Ich fühlte mich an meine eigene Jugend erinnert, an meine Empfindungen, die damals ähnlich seltsam waren wie die der beiden Hauptfiguren. Das Buch erzählt vom Kampf gegen den eigenen Untergang, den die beiden jugendlichen Helden ständig empfinden, zeigt aber auch Hoffnungsschimmer und positive Energie.
Ich kann's nicht nur jungen Leuten empfehlen – die kennen es sicher teilweise schon –, sondern ebenso Leuten in meiner Altersklasse. Der Roman entfaltet einen starken Sog, der zumindest mich über die gesamte Lektüre hinweg gepackt hat. Ziemlich klasse!
Endlich die Austrian Superheroes
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«Dass es die Serie »ASH« gibt und dass diese Abkürzung für »Austrian Superheroes« steht, wusste ich schon lange. Aber wie das so ist: Gelesen hatte ich noch nie einen der Comics – es geht einfach nicht alles, was einen interessiert. Aber im Rahmen des »Gratis Comic Tages 2019« gab es ein kostenloses »ASH«-Heft, das ich mittlerweile mit viel Vergnügen gelesen habe.
Wer es nicht kennt: Im Prinzip ist es ein Superhelden-Comic, der aber witzig gemacht ist und eben in Wien und Umgebung spielt Wenn Superheldinnen dann Namen wie Donauweibchen oder Lady Heumarkt tragen, finde ich das zwar ein wenig grobschlächtig, aber durchaus witzig – würde man manch amerikanischen Superhelden-Namen ins Deutsche übertragen, klänge das nicht intelligenter.
In dem Gratis-Heft werden drei Geschichten veröffentlicht, wovon die erste richtig umfangreich ist. Der Kampf gegen Strotter, einen besonders fiesen Bösewichtig, wird mit allen Superhelden-Gags erzählt, dynamisch und schnell, mit Diskussionen innerhalb des Teams und einem finalen Kampf im Fußballstadion. Die Zeichnung sind cool, da kann man nicht meckern, die Geschichten sind jeweils flott erzählt. Die »ASH«-Macher haben mit ihrem kostenlosen Heft sehr effektvoll auf ihre Serie aufmerksam gemacht.
19 Mai 2019
Kämpferische Demonstration
Als ich am Samstagmittag, 18. Mai 2019, in die Innenstadt von Karlsruhe radelte, hatte ich sicherheitshalber eine Jacke an. Es war nicht sicher, wie das Wetter ausfallen würde. Doch ich zog sie rasch aus, trug sie die ganze Zeit mit mir herum und schwitzte auch »nur mit T-Shirt« ganz schön.
Die Sonne brannte auf die Innenstadt herab, es war ein schöner Frühsommertag. Auf dem Kirchplatz bei der Stephanskirche versammelten sich viele Leute, um gegen Nazis zu demonstrieren. Wie viele es waren, bekam ich nicht mit; es war eine ordentliche Menge, vielleicht um die tausend Personen.
Mir war es vor allem dann unmöglich, die Menge zu schätzen, als die Demo losging. Ich hielt mich im »Widerstandsblock« auf, sprich, bei der Antifa. Allein das waren mehrere hundert Leute, sehr viele sehr jung übrigens, die sehr kämpferisch unterwegs waren: Seitentransparente zur Absicherung, laute Sprechchöre, Fahnen und Schilder.
Die Demonstration zog durch die Kaiserstraße; auf dem Kronenplatz gab es eine Zwischenkundgebung. Dabei gab es eine gewisse Unruhe, weil die Polizei mit willkürlichen Kontrollen provozierte. Viele Antifa-Leute sammelten sich, behelmte Polzisten zogen auf – aber einige Gewerkschafter schafften es, die Situation rasch zu bereinigen.
Ich fand die Reden okay, es ging gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft und die anstehenden Wahlen. Ob man unbedingt den Vertreter der SPD ausbuhen musste, weiß ich nicht; auch die Unruhe bei einer Sprecherin der Grünen fand ich unpassend. (Da hätte ich lieber die Leute von der MLPD in der Demo geschmissen, wenn man mich gefragt hätte ...)
Die Demo zog weiter und erreichte lautstark den Friedrichsplatz. Mittlerweile zog sich die Polizei total zurück. Die Beamten waren sicher auch durch das Drittligaspiel und die Aufstiegsfeier des Karlsruher Sport-Clubs ordentlich beschäftigt ...
Zum Abschluss spielten zwei Bands. Zuerst trat Kantine auf, eine Band aus Karlsruhe und Mannheim, die so »IndiePunk« mit deutschen Texten spielt, ein wenig lahm, aber nicht schlecht, durchaus radiotauglich und für die meisten Anwesenden noch gut verträglich. Währenddessen zogen sich die Wolken über der Innenstadt zusammen, es donnerte und blitzte bereits in der Ferne.
Bei Terrorfett und ihrem rasanten Hardcore-Punk – inklusive klarer deutschsprachiger Texte – begann es zu nieseln. Zuletzt waren eigentlich eh nur noch Punks und Autonome um die Band versammelt. Als eine Gruppe von jungen Frauen vorbeikam, die offenbar Junggesellinnenabschied feierten, blieben sie verwundert stehen, schossen einige Fotos mit ihren Smartphones und eilten rasch weiter.
Die letzten Terrorfett-Stücke erlebten wir in einem beginnenden Regen. Als ich zu meinem Rad spazierte, wurde er stärker und entwickelte sich zu einem starken Platzregen; es schüttete geradezu. Nun war ich doch froh, eine Jacke dabei zu haben. Bis ich daheim war, hatte ich allerdings keinen trockenen Fetzen Stoff mehr am Leib ...
Die Sonne brannte auf die Innenstadt herab, es war ein schöner Frühsommertag. Auf dem Kirchplatz bei der Stephanskirche versammelten sich viele Leute, um gegen Nazis zu demonstrieren. Wie viele es waren, bekam ich nicht mit; es war eine ordentliche Menge, vielleicht um die tausend Personen.
Mir war es vor allem dann unmöglich, die Menge zu schätzen, als die Demo losging. Ich hielt mich im »Widerstandsblock« auf, sprich, bei der Antifa. Allein das waren mehrere hundert Leute, sehr viele sehr jung übrigens, die sehr kämpferisch unterwegs waren: Seitentransparente zur Absicherung, laute Sprechchöre, Fahnen und Schilder.
Die Demonstration zog durch die Kaiserstraße; auf dem Kronenplatz gab es eine Zwischenkundgebung. Dabei gab es eine gewisse Unruhe, weil die Polizei mit willkürlichen Kontrollen provozierte. Viele Antifa-Leute sammelten sich, behelmte Polzisten zogen auf – aber einige Gewerkschafter schafften es, die Situation rasch zu bereinigen.
Ich fand die Reden okay, es ging gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft und die anstehenden Wahlen. Ob man unbedingt den Vertreter der SPD ausbuhen musste, weiß ich nicht; auch die Unruhe bei einer Sprecherin der Grünen fand ich unpassend. (Da hätte ich lieber die Leute von der MLPD in der Demo geschmissen, wenn man mich gefragt hätte ...)
Die Demo zog weiter und erreichte lautstark den Friedrichsplatz. Mittlerweile zog sich die Polizei total zurück. Die Beamten waren sicher auch durch das Drittligaspiel und die Aufstiegsfeier des Karlsruher Sport-Clubs ordentlich beschäftigt ...
Zum Abschluss spielten zwei Bands. Zuerst trat Kantine auf, eine Band aus Karlsruhe und Mannheim, die so »IndiePunk« mit deutschen Texten spielt, ein wenig lahm, aber nicht schlecht, durchaus radiotauglich und für die meisten Anwesenden noch gut verträglich. Währenddessen zogen sich die Wolken über der Innenstadt zusammen, es donnerte und blitzte bereits in der Ferne.
Bei Terrorfett und ihrem rasanten Hardcore-Punk – inklusive klarer deutschsprachiger Texte – begann es zu nieseln. Zuletzt waren eigentlich eh nur noch Punks und Autonome um die Band versammelt. Als eine Gruppe von jungen Frauen vorbeikam, die offenbar Junggesellinnenabschied feierten, blieben sie verwundert stehen, schossen einige Fotos mit ihren Smartphones und eilten rasch weiter.
Die letzten Terrorfett-Stücke erlebten wir in einem beginnenden Regen. Als ich zu meinem Rad spazierte, wurde er stärker und entwickelte sich zu einem starken Platzregen; es schüttete geradezu. Nun war ich doch froh, eine Jacke dabei zu haben. Bis ich daheim war, hatte ich allerdings keinen trockenen Fetzen Stoff mehr am Leib ...
18 Mai 2019
Ein Lied für Europa, mal wieder
Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich zum letzten Mal den »Eurovision Song Contest« angeschaut habe Ich weiß aber, dass ich ziemlich betrunken war. Nüchtern ertrage ich nämlich weder die Musik noch die Klamotten der Darsteller oder die Moderation.
Heute läuft die aktuelle Show dieser alljährlichen Veranstaltung. Ich werde es nicht anschauen, und ich bin mir schon jetzt sicher, dass mir das Stück, das gewinnen wird, nicht gefallen wird. Aber darum geht es ja auch nicht; mein Geschmack gehört da nicht hin.
Es handelt sich bei diesem Wettbewerb um eine Veranstaltung, die Menschen in ganz Europa und darüber hinaus begeistert. Allein schon deshalb finde ich sie gut und freue mich darüber, dass es sie gibt. Wenn Menschen unterschiedlichster Nationen und Religionen gemeinsam feiern, ist das ein positives Zeichen.
Dass ganz nebenbei ein Zeichen gegen Homophobie gegeben wird und gegen allerlei rassistische Umtriebe, erfreut mich noch mehr. Glaubt mir: Ich bin ein Fan des »Eurovision Song Contest«, auch wenn ich die Musik doof finde.
Heute läuft die aktuelle Show dieser alljährlichen Veranstaltung. Ich werde es nicht anschauen, und ich bin mir schon jetzt sicher, dass mir das Stück, das gewinnen wird, nicht gefallen wird. Aber darum geht es ja auch nicht; mein Geschmack gehört da nicht hin.
Es handelt sich bei diesem Wettbewerb um eine Veranstaltung, die Menschen in ganz Europa und darüber hinaus begeistert. Allein schon deshalb finde ich sie gut und freue mich darüber, dass es sie gibt. Wenn Menschen unterschiedlichster Nationen und Religionen gemeinsam feiern, ist das ein positives Zeichen.
Dass ganz nebenbei ein Zeichen gegen Homophobie gegeben wird und gegen allerlei rassistische Umtriebe, erfreut mich noch mehr. Glaubt mir: Ich bin ein Fan des »Eurovision Song Contest«, auch wenn ich die Musik doof finde.
Black Torch als kostenloser Comic
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«
Von Mangas lasse ich normalerweise die Finger; ich kann nach all den Jahrzehnten nicht so viel mit dem japanischen Stil anfangen und stelle mich unbeholfen an, wenn ich einen Comic in der japanischen Laufrichtung zu lesen habe. Aber weil es »Black Torch« im Rahmen des »Gratis Comic Tages« gab, ließ ich mich gern auf das Heft ein.

Tsuyoshi Takaki ist der Autor und Zeichner dieses Comics; mit »Black Torch« liefert er auch gleich sein Erstlingswerk ab. Dafür ist er zeichnerisch schon sehr ausgereift – wenn ich das als Manga-ungeübter Leser so sagen darf. Die schwarzweißen Zeichnungen sind dymanisch; die männliche Hauptfigur wirkt auf mich klar definiert, und auch die anderen Figuren sind überzeugend. Vor allem die Action-Darstellungen sind schwungvoll und lassen einen nicht an einen Anfänger denken.
Die Geschichte klingt auf jeden Fall interessant: Jiro ist ein junger Mann, der mit Tieren sprechen kann und sich zu einem Einzelkämpfer ausbilden lässt. Er rettet eine schwarze Katze, die schwer verletzt ist; sie entpuppt sich als ein monströses Wesen, das offenbar auch noch gefährliche Gegner hat. Und dann nimmt eben eine unheimliche Geschichte ihren Anfang ...
Alles in allem ist »Black Torch« eine gut gemachte Phantastik-Geschichte, die sich an jüngere Leser richtet. Erzählerisch fand ich das nicht unbedingt originell, aber auch nicht schlecht. Und mit dem Zeichenstil kam ich gut klar. Ich bin sicher, dass das für Manga- und Phantastik-Fans eine interessante Serie sein könnte.
Von Mangas lasse ich normalerweise die Finger; ich kann nach all den Jahrzehnten nicht so viel mit dem japanischen Stil anfangen und stelle mich unbeholfen an, wenn ich einen Comic in der japanischen Laufrichtung zu lesen habe. Aber weil es »Black Torch« im Rahmen des »Gratis Comic Tages« gab, ließ ich mich gern auf das Heft ein.

Tsuyoshi Takaki ist der Autor und Zeichner dieses Comics; mit »Black Torch« liefert er auch gleich sein Erstlingswerk ab. Dafür ist er zeichnerisch schon sehr ausgereift – wenn ich das als Manga-ungeübter Leser so sagen darf. Die schwarzweißen Zeichnungen sind dymanisch; die männliche Hauptfigur wirkt auf mich klar definiert, und auch die anderen Figuren sind überzeugend. Vor allem die Action-Darstellungen sind schwungvoll und lassen einen nicht an einen Anfänger denken.
Die Geschichte klingt auf jeden Fall interessant: Jiro ist ein junger Mann, der mit Tieren sprechen kann und sich zu einem Einzelkämpfer ausbilden lässt. Er rettet eine schwarze Katze, die schwer verletzt ist; sie entpuppt sich als ein monströses Wesen, das offenbar auch noch gefährliche Gegner hat. Und dann nimmt eben eine unheimliche Geschichte ihren Anfang ...
Alles in allem ist »Black Torch« eine gut gemachte Phantastik-Geschichte, die sich an jüngere Leser richtet. Erzählerisch fand ich das nicht unbedingt originell, aber auch nicht schlecht. Und mit dem Zeichenstil kam ich gut klar. Ich bin sicher, dass das für Manga- und Phantastik-Fans eine interessante Serie sein könnte.
17 Mai 2019
Ein Heft zu Jimmy Liao
Aus der Serie »Gratis Comic Tag 2019«Eines der ungewöhnlichsten Hefte beim »Gratis Comic Tag 2019« hatte den Titel »Reiche der Phantasie« und den sperrigen Untertitel »Ein Querschnitt durch die Werke von Jimmy Liao«. Tatsächlich handelt es sich bei Jimmy Liao um einen chinesischen Künstler, der erst im Alter von vierzig Jahren damit anfing, Bilder anzufertigen. Man kann ihn beim besten Willen nicht als Comic-Künstler bezeichnen; was der Mann macht, sind Kinderbücher, die grafisch wie inhaltlich einen eigenen Stil aufweisen.
Das Sonderheft, das von Chinabooks herausgegeben wurde, präsentiert die Anfänge von vier verschiedenen Kinderbüchern. Sie erzählen eigentlich immer von Kindern, die mit ihrem Leben nicht klarkommen, die Dinge sehen, die von Erwachsenen nicht wahrgenommen werden, deren Phantasie mit der Realität kollidiert. Das ist grafisch durchaus ansprechend – bei manchem Buch überlege ich mir sogar, es mir zu kaufen. (Weil ich Phantastik in den verschiedensten Ausprägungen schätze.)
Auf Jimmy Liao wäre ich nicht aufmerksam geworden; der »Gratis Comic Tag 2019« hat das geschafft. Im Juni 2019 ist der Künstler auf Deutschlandreise und wird auch beim Comic-Festival in München auftreten. Das ist sicher sehr spannend und interessant!
Abonnieren
Posts (Atom)












