
Lupanos Geschichte ist spannend und mitreißend, man hat Mitleid mit der jungen Frau und empfindet gleichzeitig Wut über die Verhältnisse. Denkt man dann ein wenig länger nach, fällt einem vielleicht sogar auf, dass manche Verhältnisse auch heute noch nicht unbedingt optimal sind. So bezieht sich die gesamte Trilogie zwar aufs Jahr 1871, spiegelt aber bewusst heutige Diskussionen.
Bei den Bildern konnte mich Xavier Fourquemin durchaus überzeugen. In meinem Schrank habe ich den einen oder anderen Comic von ihm (er hat im Piredda-Verlag veröffentlicht); sein Stil ist manchmal spielerisch und dadurch nicht so realitätsnah, wie man es vielleicht bei einer solchen Geschichte erwarten würde. Ich mag seine Bilder, aber mir leuchtet ein – wenn man sich die Kritiken im Internet anschaut –, dass nicht jeder damit hundertprozentig klar kommt.
Alle drei Bände sind absolut empfehlenswert. Dass die Zeichner so unterschiedlich sind, empfinde ich als Bereicherung, nicht als kritisch. Und Lupano als Texter überzeugt immer! Das ist für alle Leser/innen spannend, die politisch wach sind und eine spannende Geschichte mit Hirn mögen.
Erschienen ist dieser Comic im Splitter-Verlag; ich empfehle an dieser Stelle unbedingt, die Leseprobe auf der Internet-Seite des Verlages anzusehen. Man bekommt den Comic in allen Buchhandlungen, die ISBN 978-3-95839-280-9 kann dabei hilfreich sein. Und natürlich gibt's ihn auch im Internet ...
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