
Dr. Know waren nie eine meiner Lieblinge gewesen. Dieser ruppige und abgehackte Sound, bei dem immer eine geradezu sägende Gitarre dazwischen haut, war mir nie ins Ohr gegangen. An diesem Abend sah ich die Band zum ersten Mal – wobei von der Originalbesetzung ja eh nur noch eine Person übrig war. Ich fand's durchaus mitreißend, der schnelle Hardcore war knallig gespielt, und ins Publikum geriet ein wenig Bewegung.
In der Pause unterhielt ich mit vielen Leuten und kam nicht gleich zum ersten Stück in den Konzertraum. Der war anständig gefüllt, aber ich konnte locker nach vorne durchgehen. Dort sah ich dann MDC zum wiederholten Mal in meinem Leben – einer der guten Auftritte der Band sogar, vielleicht sogar einer der sehr guten.
Der Sänger hatte an diesem Abend einen starken Auftritt, er wirkte charismatisch, und wenn er ins Mikrofon röhrte, klang das glaubhaft und mitreißend. Leider verstand man von seinen Ansagen nicht viel, aber das ging mir auch früher bei den Stücken so: Um zu verstehen, was MDC meinte, musste man die Textblätter lesen. Dann kapierte man, dass hinter »John Wayne Was A Nazi« oder »No More Cops« ein sarkastisch-kritischer Blick auf die amerikanische Gesellschaft existierte, der sogar recht schlau argumentiert wurde.
An diesem Samstagabend verstand ich zu wenig von dem, was er meinte. Dass die Band den aktuellen Präsidenten nicht gerade schätzt, war allerdings schnell klar. Ich fand den Auftritt auf jeden Fall klasse, ich hüpfte ein wenig auf der Stelle und war Ende völlig verschwitzt. Ein schönes Konzert!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen