01 Dezember 2012

Bizarre Leidenschaft

Anfangs der 80er-Jahre kam aus Hannover eine Reihe von interessanten Bands, nicht nur Punkrock, sondern ebenso auch die letzten Ausläufer der Neuen Deutschen Welle. Eine der Bands, über die ich so gut wie keine Informationen finden konnte, war Bizarre Leidenschaft: Vier sehr junge Burschen waren das, die auf dem Bandfoto erstaunlich ahnungslos und uncool in die Welt gucken, und sie machten den typischen Sound jener Tage.

Die Langspielplatte »Geheimnis«, die als einziges Ton-Dokument der Band übrig geblieben ist, enthält elf Stücke, die von einem Synthesizer, einer Gitarre und einem meist im Hintergrund den Takt vorgebenden Schlagzeug angetrieben werden. Dazu kommt die Stimme des Sängers, die sehr jung klingt und mit der er seine deutschsprachigen Texte säuselt. Ich hörte sie mir unlängst mal wieder an, garantiert zum ersten Mal seit zwanzig Jahren ...

Dabei kann sich die Band nicht aus dem Klischee befreien, zu dem im Jahr 1982 bereits die Neue Deutsche Welle geronnen war: Man ist ein wenig fröhlich, die Musik ist ein wenig hektisch, aber unterm Strich doch harmlos; das ganze klingt ein bisschen wie »UKW auf Speed«, um eine bekannte Band als Vergleich heranzuziehen.

Es gibt Gründe, warum Bizarre Leidenschaft so gut wie vergessen sind. Die Band kam zu einer Zeit, als die Neue Deutsche Welle ihren Höhepunkt erreicht hatte und man sie kaum noch ertragen konnte – unter dem Wust bekannter Bands dieser Tage ging sie mangels Originalität auch unter. Aber anhören kann man sich das Werk heute tatsächlich noch: als Zeitdokument vor allem ...

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