18 Mai 2026

Die dritte Staffel ist ein Film

Ich habe leider den Roman »Good Omens« von Terry Pratchett und Neil Gaiman nie gelesen. Die Fernsehserie, die auf Basis dieses Romans entstanden ist, fand ich aber großartig; man kann sie bei Prime anschauen, vielleicht auch auf anderen Streamingkanälen.

Weil diese Serie – die dann zur ersten Staffel wurde – so erfolgreich war, drehte man bald eine zweite Staffel. Die basiert dann nicht mehr auf dem Roman, die Grundzüge und das Drehbuch stammten trotzdem von Neil Gaiman. Der sarkastische Humor und die Anspielungen auf christliche Grundlagen blieben also.

Dann wurde eine dritte Staffel angekündigt, die dieser Tage anfing. Wie es sich herausstellte, gibt es diese dritte Staffel nicht: Wegen der Konflikte um Neil Gaiman – konkret: die Vorwürfe wegen sexuellem »Fehlverhalten«, um es zurückhaltend zu formulieren – entschloss man sich dazu, diese Staffel zu einem eineinhalbstündigen Film umzubauen und so die Serie abzuschließen.

Mein Eindruck ist: Das ist teilweise gelungen, teilweise nicht.

Immerhin taucht in der dritten Staffel Jesus auf, der zur Erde gelangt, sich in London mit einem Kleinkriminellen anfreundet und damit anfängt, Pizza an die Menschen zu verteilen. Wie das mit Jesus weitergeht, wäre sicher interessant zu sehen gewesen – dieser Handlungsstrang fällt leider völlig flach.

Immerhin wird die Geschichte um den Dämon und den Engel, die eigentlichen Hauptfiguren der Serie, zu einem konsequenten Ende gebracht. Satan und Gott spielen eine wichtige Rolle, und am Ende wird ein Buchladen in London zu dem Ort, an dem sich das Schicksal des Universums erfüllt.

Wie immer bei dieser Serie: Man kann sie auf zwei Wegen anschauen. Wer mag, kann sich auf die pointierten Dialoge und den Humor konzentrieren, und kommt damit auf seine Kosten. Wer mag, kann sich aber auch über philosophische Diskussionen über den freien Willen und dergleichen freuen – das ist in diesem Film gewissermaßen die Quintessenz.

Sagen wir so: Wer die ersten zwei Staffeln von »Good Omens« nicht gesehen hat, kann mit diesem Film wohl nicht viel anfangen. Ich fand ihn gelungen – ein schöner Abschluss, wenngleich nicht genial. Aber das kann man bei diesen Umständen ja auch nicht erwarten.

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