
Die Geschichte behandelt eigentlich das Thema Leistungsdrogen. Natürlich die Art und Weise, wie Superhelden so etwas nutzen würden … Und sie beginnt mit einer Schwäche des Helden: Weil Batman in einer schwierigen Situation versagt hat, will er mithilfe eines Medikaments seine Leistung steigern. Das klappt – doch natürlich hat so ein Medikament seine Schattenseiten.
Der Dunkle Ritter wird allen Ernstes von einer Droge abhängig. Mit dieser Geschichte wagt sich Dennis O’Neill fast an eine Demontage des Helden heran. In früheren Jahrzehnten wäre es unmöglich gewesen, eine solche Comic-Idee umzusetzen, in den späten 80er- und frühen 90er-Jahren änderten sich eben die Superhelden-Geschichten.
Klar enthält die Geschichte die üblichen Schwächen einer Superheldenserie, trotzdem ist sie spannend und nachvollziehbar. Vor allem wird klar, dass Drogen nicht etwas sind, das »die anderen« betrifft: Man könnte sie ja beispielsweise einsetzen, um beispielsweise Supersoldaten zu erzeugen oder bei Menschen systematisch die Gefühle abzutöten. Das liest sich spannend und hat auch in der heutigen Zeit einiges an Aktualität.
Künstlerisch zählen die Zeichner Trevor von Eeden und Russell Braun sowie der Tuscher José Luis Garcia-Lopez eher zum Durchschnitt ihres Metiers. Ihre Zeichnungen sind gut, gefallen mir vor allem dann, wenn sie zu Großaufnahmen greifen, etwa zu Übersichten über Gotham, haben bei den Figuren aber oftmals diese Superhelden-Zerrbilder, mit denen ich nach wie vor nicht viel anfangen kann. Damit muss man halt leben.
Der Anfang der 90er-Jahre ist ganz schön lange her, und die Comics sind in dieser Zeit auch einen Weg der Entwicklung gegangen. Das merkt man an dieser Geschichte aus dem »Batman«-Universum. Sie ist nicht spektakulär, sie verändert nicht die Comic-Welt, aber sie war für die damalige Zeit echt modern und lässt sich heute noch richtig gut lesen.
Wer »Batman« erst durch die neueren Verfilmungen kennengelernt hat, für den ist dieser Band übrigens eine schöne Gelegenheit, eine spannende Episode aus diesem Universum kennenzulernen. Schön, dass Panini solche Stoffe neu in den Handel bringt. (Ich hab’ mir die Hardcover-Ausgabe besorgt.)
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