21 Juli 2026

Rabiater Start in einen Western

Der Western ist ein Genre, das mehr mit der Fantasy zu tun hat als mit der wirklichen Historie; deshalb kümmert es mich nur selten, wenn die geschichtliche Seite arg holpert. Wichtig ist, dass die Geschichte stimmt und mich in ihren Bann zieht.

Mit dem neuen Western-Comic »Wyoming, 1863« liegt genau so ein Fall vor. Der erste Teil ist unter dem Titel »Fünf Tage zum Sterben« bereits erschienen, die anderen zwei Teile der Trilogie erwarte ich geradezu sehnsüchtig.

Sie spielt in einer eher abgelegenen Gegend; es gibt die übliche kleine Stadt und abgelegene Farmen, vor allem gibt es eine Bande ultrabrutaler Banditen, die alles terrorisieren, die morden und vergewaltigen. Eine junge Frau ist als Rächerin unterwegs und nimmt den Kampf gegen die Banditen auf – während die Bande stärker wird, kommt ein grausiger Showdown auf einer Ranch immer näher.

Historisch will ich das nicht werten. 1863 war Wyoming doch eher ein Territorium für Dakota und Cheyenne; Winchester-Gewehre waren sicher kein Allgemeingut, und eine richtige Ranch hatte sich in dieser Gegend wohl kaum angesiedelt.

Aber irgendwie stört das nicht angesichts der rabiaten und spannenden Geschichte. Jean-François di Giorgio und Fabrizio des Dorides, die mir beide bislang nicht bekannt waren, setzen auf Action und knallige Dialoge; das erinnert an einen alten Italowestern und ist entsprechend brutal. Humor findet man in diesem Comic keinen, dafür spritzt auch mal das Blut oder gibt es fürchterliche Schießereien.

Wer heftige Western-Comics wie »Durango« mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Der erste Teil von »Wyoming, 1863« steigt richtig heftig ein und macht auf die Fortsetzung neugierig.

1 Kommentar:

Enpunkt hat gesagt…

Wer sich bei »Wyoming, 1863« ein wenig einlesen möchte, gehe einfach auf die Leseprobe, die der Splitter-Verlag auf seiner Internet-Seite bereitstellt.
Hier:
https://www.splitter-verlag.de/wyoming-1863-1.html