17 März 2019

Ein negativer Smily ins Gesicht

Ich fahre mit dem Rad durch die Erbprinzenstraße. Es nieselt, die Temperaturen sind wieder gefallen, und es geht ein unangenehmer Wind. Außer mir ist niemand auf der Straße.

Die Anzeigentafel, auf die ich zuradle, blinkt mich hektisch an. »Langsam«, zeigt sie in roten Großbuchstaben.

Ich denke mit der Selbstironie, zu der ich nach dem Training noch fähig bin: »Stimmt, ich bin verdammt langsam.«

Dann kommt so ein Negativ-Smily in Rot, also ein rotes Gesicht, das die Mundwinkel nach unten gezogen hat. Ganz klar: Ich werde öffentlich getadelt.

Das sieht niemand außer mir, also ist es mir egal. Mit derselben lahmarschigen Geschwindigkeit wie vorher radle ich weiter.

Und frage mich verzweifelt: Wie langsam muss man an dieser Stelle eigentlich fahren, damit einem die Stadtverwaltung kein schlechtes Gewissen einredet, man sei ein »Fahrradraser«? Haben die eigentlich sonst keine anderen Probleme?

Kommentare:

Unfair hat gesagt…

Die Erbprinzenstraße ist zum Teil ja Fahrradstraße, teilweise Fahrradstraße mit geduldetem Kraftverkehr, aber zum Teil auch Fußgängerzone mit geduldetem Rad- und Anlieger-Kraftverkehr. In Letzterem zwischen Karlstr. und Herrenstr. gilt - auch für die Radler - Schrittgeschwindigkeit, auch wenn sonst keiner da unterwegs ist.
Da Du aller Wahrscheinlichkeit die Schrittgeschwindigkeit in dem Gebiet überschritten hast ist ein Frowny verdient.
Wenn Du das vermeiden willst musst Du den Teil der Erbprinzenstraße umfahren - die südliche Fahrradroute führt an der Stelle auch nicht dort lang sondern über die Amalien- und Herrenstraße.

Christina hat gesagt…

Das ist vielleicht eine neue Fitness-Initiative der Stadt und offensichtlich warst Du einfach zu langsam.

Wobei ich offen zugeben muss, das Fahrradfahren in Karlsruhe schon ein bisschen was von Anarchie und Chaos hat. Mag an den ganzen Baustellen liegen.

Enpunkt hat gesagt…

An Unfair: Schon klar ... ich fuhr nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit, für meine Verhältnisse also elend langsam. Aber gut, dann habe ich den Negativ-Smily verdient.

Die Amalienstraße versuche ich als Radfahrer zu meiden. Dank des starken Autoverkehrs ist die nicht ungefährlich, finde ich. Dann lieber gleich über die Kaiserstraße fahren, wenn's in die Weststadt zurückgeht ...

Unfair hat gesagt…

Die Amalienstraße vermeiden kann ich verstehen. Ich nehnme dann aus der Herrenstraße eine Querstraße vorher (Blumenstraße?)und fahre dann über den Stefanplatz und die Douglasstraße auf die Kaiserstraße. So vermeidet man auch jegliche Ampeln - das Kreuzen der Karlstraße mit der Waldstraße finde ich ausreichend übersichtlich. Den Europaplatz meide ich mit dem Fahrrad zur JEDER Tageszeit.

Enpunkt hat gesagt…

Ohne Witz: Ich fahre auch meist über den Stephanplatz und die Douglasstraße auf die Kiserstraße. Der Euro ist nur sinnvoll mit dem Rad zu überqueren, wenn man schiebt. Oder halt nachts über die Straßenbahnschienen ...