Mittlerweile ist Kling ein angesagter Komödiant und ein Bestsellerautor. Vor allem mit seinen drei »Känguru«-Büchern hat er riesige Erfolge erzielen können und sich hoffentlich – ich gönne es ihm! – eine goldene Nase verdient. Doch ausgerechnet sein drittes Buch fand ich so schwach, so dass ich es kaum empfehlen kann.
Um was geht's eigentlich? Ich-Erzähler ist ein junger Mann, der sein Geld damit verdient, dass er durch die Lande reist, auf der Bühne steht und komische Geschichten erzählt. Er wohnt mit einem Känguru zusammen, das kommunistische Ansichten hat, mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hält und auch sonst reichlich unkonventionell auftritt. Und aus den Begegnungen der beiden mit der Außenwelt – etwa irgendwelchen Nazis oder kapitalistischen Ausbeutern – resultieren teilweise sehr komische Geschichten.

Unterhaltsam geschrieben ist die Jagd nach dem Pinguin – dem unheimlichen Gegenspieler des Kängurus – auf jeden Fall, der Autor spart weder an Gags noch an Höhepunkten. Doch er baut zu viele Abweichungen ein, zu viele Insider-Gags, zu viele Anspielungen auf frühere Bücher; das nervt streckenweise echt und zieht das Buch vor allem ganz schön in die Länge.
Mir leuchtet ein, dass Kling seine Trilogie zu einem nachvollziehbaren Ende bringen wollte. Und mir leuchtet ebenso ein, dass nicht jedem alles gefallen kann. Ich fand den dritten Teil aber schwach gegenüber dem großartigen Einstiegsband und dem sehr gelungenen Mittelstück.
Vielleicht sollte ich ein eher positives Fazit ziehen: Wer unterhaltsame und sehr witzige Bücher mag, die zudem einen politisch-gesellschaftlichen Anstrich haben, ist bei der Trilogie bestens aufgehoben. Und wer alle drei Bücher liest, wird sich garantiert nicht langweilen. Dass mir das dritte Buch nicht so gut gefallen hat, ist da doch eher eine Petitesse.
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