
Der Sänger hat eine rauhe Stimme, der Gitarrist kann was – wenngleich manchmal zu viel Hardrock-Gedöns durchschimmert. Beim Stück »Heavy-Metal-Superstar« macht sich die Band glatt selbst darüber lustig oder nutzt diese Selbstironie halt dafür, endlich mal zeigen zu können, wie gut man Gitarre spielen kann.
Manchmal knallt das ganz gut, häufig schaukeln sich die Stücke aber in elende Rock-Balladen hinüber: »Es tut noch immer weh« klingt nicht nur vom Titel her wie eine Schnulze; das ist ein Stück, bei dem man nicht weiß, welche »Zielgruppe« denn hier marketingtechnisch erschlossen werden soll. Man »will noch einmal mit dir träumen« ... ja, sicher.
Generell setzen viele Lieder auf einern Mitsing- und Mitklatsch-Effekt. Das verblödete Massenpublikum bei großen Open-Air-Festivals fährt auf solche Stücke ab, das ist bekannt; von daher war und ist das Kalkül der Band richtig. Und gelegentlich wird ein wenig sozialkritisch gerockt; das ist dann aber eher Heinz-Rudolf Kunze und weniger Discharge.
Seien wir nett und nicht unfair: Der Versuch, Punkrock so richtig massenkompatibel und familientauglich zu machen, hat streckenweise funktioniert. Mich sprach's 2006 nicht an, und 2015 fand ich's streckenweise echt unerträglich. Aber ich muss ja auch nicht alles mögen ...
1 Kommentar:
So klingt die Band MASSENDEFEKT heute – ein Youtube-Video, das im Dezember 2014 aufgenommen wurde:
https://www.youtube.com/watch?v=QKvUGxF7qzA
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