12 März 2008

Tritte gegen Liegende

Ich habe es immer gehaßt, wenn bei einem Kampf Leute, die auf dem Boden lagen, noch mit Tritten malträtiert wurden. Das gehört sich nicht, nicht einmal gegen Nazis.

Und aus diesem sehr moralischen Grund verkneife ich mir jetzt seit Tagen, über die SPD und ihre Krise zu lästern. Es wäre unfair. Die Partei, seit gut 15 Jahren nur noch ein kraftloser Haufen, ist schon lange niemand mehr, über den man sich aufregen kann oder gegen den man irgendwie antreten müßte.

Um einen Kalauer zu zitieren, der schon ein Dutzend Jahre alt ist: Die SPD kann nicht mehr umfallen, die liegt ja schon lange.

(Da sind CDU und FDP von anderem Kaliber. Die kann ich an manchen Tagen noch so richtig hassen. Für die SPD bleibt eigentlich nur Mitleid.)

Linkspartei hin oder her, Hessenwahl und anderer Hickhack, Kurt Beck und seine Krankheit, intrigante Führungskräfte, eine Frau mit seltsamer Frisur, die ihrem Gewissen folgt (dafür trotz der Frisur ein fettes »Respekt«), eine eigentlich sympatische Frau Y. mit ihrem Schlingerkurs und und und ...

Angesichts dieses Theaters vergißt man glatt, daß es in diesem Land Leute gibt, die von CDU-SPD-Grün-FDP einen Hartz-IV-Tritt ins soziale Abseits gekriegt haben und ganz andere Probleme haben.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Stimmt schon, aber das Problem ist eigentlich eher: Welche Alternativen hat man bei Wahlen noch? Ich komme aus einer sogenannten "SPD-Familie", also alle immer SPD gewählt. Ich schmunzel (auch auf meinem Blog)grade deshalb über das ganze Theater, weil ich denke, das die SPD statt dessen lieber erstmal zusehen sollte, das Vertrauen vom "einfachen" Bürger zurück zu gewinnen, anstatt sich an sowas aufzuhängen. Denn was in den letzten Jahren gelaufen ist (wie z.B. Harz IV) gibt einem eher das Gefühl "von allen Parteien verlassen worden" zu sein.

Anonym hat gesagt…

Hallo Klaus,

wenn man mal hinter die Frau Metzger sieht und versucht Ihr Gewissen zu ergründen, dann relativiert sich ihre Entscheidung sehr schnell. Und aus der Gewissensentscheidung wird eine Gesinnungsentscheidung.
Denn die liebe Frau kommt aus dem rechten Zirkel der SPD, steht Wolfgang Clement sehr nahe, beführwortet die Atomenergie, ist gegen die Grünen usw.
Mit Ihrer Entscheidung verhindert sie z.B. auch, dass die SPD ihre Wahlziele (Abschaffung der Studiengebühren, Atomausstieg usw.) durchsetzen kann.
Aber mit dem Zusatnd der SPD hast Du schon Recht. Und den hat sie ganz allein selbst zu verantworten.

Gruss

RaMa

hrdr hat gesagt…

moin klaus!
wollte nur kurz fragen, ob du meine email (an deine enpunkt mailadresse) für three chords ü30 teil bekommen hast, hatte keine andere kontaktaresse + wusste nicht, ob die noch aktiv ist.
wenn nicht, meld dich doch einfach kurz bei mir mit ner aktuellen mailadresse. herder@three-chords.de
danke + gruß
herder

Anonym hat gesagt…

Klaus, wer sich aus der SPD heraus auf sein Gewissen beruft, sich nicht einmal von der LINKEN tolerieren zu lassen, der kann gar kein Gewissen haben!
Wikipedia weiß Bescheid: "Sie habe die Folgen von Mauerbau und Stasi in der eigenen Familie erlebt." - Was hat DIE LINKE - die gerade im westlichen Hessen mehrheitlich WASG-orientiert ist - mit Mauerbau und Stasi zu tun??? - Und weiter: "Metzger gilt als dem [konservativen, rechten] Seeheimer Kreis der SPD nahestehend". Q.E.D.

Enpunkt hat gesagt…

An Carsten: E-Mail erhalten, bin in Leipzig, ich beantworte alle Interview-Fragen. Liegt gerade am Zeitmangel durch die Firma. So ...