»Ich höre gerade das aktuelle Känguru-Buch«, erzählt mir eine gute Bekannte. »Ich finde ›Die Känguru-Rebelion‹ echt großartig.«
Ich habe das vierte Buch der Reihe von Marc-Uwe Klingt eher schlecht gefunden, ein Absturz nach dem dritten Buch, das mir schon nicht mehr gefallen hat. Deshalb habe ich bislang um den aktuellen Roman einen großen Bogen gemacht.
Meine Bekannte möchte ohnehin auf ein anderes Thema hinaus. »Wenn das Känguru spricht, erinnert mich das immer an dich«, sagt sie grinsend. »Die gleiche Art der Argumentation, der gleiche Spott über die Regierung und über die Mächtigen.«
Ich bin mir nicht sicher, wie ich diese Aussage einzuordnen habe. Ist das eine Kritik an mir oder ein halb verborgenes Kompliment? Wird mir unterstellt, meine Argumente aus einem politischen Humorbuch zu klauen?
»Früher hätte ich gesagt, dass der Autor und ich halt den gleichen Leuten bei Twitter folgen«, versuche ich es ein bisschen lahm. Twitter hat keine Relevanz mehr, und das wissen alle.
»Ist ja auch egal«, sagt meine Bekannte, die sich offenbar über meinen verlegenen Gesichtsausdruck amüsiert. »Ich höre ja eh das Hörbuch, das ist ja nicht deine Stimme, und es klingt eher berlinerisch als schwäbisch. Es ist halt die Art der Argumentation.«
Wir wechseln das Thema, und ich bin froh. Und ich rätsle noch Stunden später darüber, was diese Aussage nun wirklich zu bedeuten hat. Ich werde das Buch nun doch lesen müssen ...

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