
Der Mann wurde in Odessa geboren, wo er auch aufwuchs, und zog im Jahr 1993 nach Deutschland. Er ist also russisch-jüdischer Herkunft, was er in manchen Stücken auch verdeutlicht. Selbstbewusst singt er in einem Stück beispielsweise »Ich bin ein Jude«, wobei er den Stolz auf sein Jüdischsein mit einiger Ironie verbindet.
Generell sind die Texte oftmals ironisch, vor allem mit einem gewissen Augenzwinkern gegenüber seiner »bescheidenen Person«, wie Ganef einmal singt. Dazwischen gibt es übrigens auch Lieder, die aus der Sicht von Kriminellen erzählt werden – Balladen gewissermaßen, die bewusst von den Rändern der Gesellschaft handeln.
Bei den Reimen kommt es dem Sänger nicht darauf an, dass diese »sauber« sind. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, machte mir dann aber immer mehr Spaß. Der Mann hat eine gewisse Sprachkunst, die mich in ihren Bann zog.
Und die Musik? Meist klimpert die Gitarre, gelegentlich kommen andere Instrumente dazu, etwa ein Klavier, mal klingt es nach klassischem Liedermacher, dann wieder wird geswingt und gejazzt – das alles ist abwechslungsreich und unterhaltsam gleichermaßen.
Langer Rede kurzer Sinn: Das ist eine echt coole CD, die mir von Mal zu Mal besser gefallen hat. Das sollten die anchecken, die mal gern über den Tellerrand gucken oder sich an originellen Reimen erfreuen können!
2 Kommentare:
Das Stück »Der Überfall« in einer Liedermacher-Live-Version von Ganef:
https://www.youtube.com/watch?v=93iguZc6tvs
Weitere Informationen über den jüdisch-russisch-deutschen Liedermacher Ganef gibt's auf seiner Website:
http://www.ganef.de/
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