Der Roman bietet zwei unterschiedliche Richtungen an: Auf der einen Seite gibt's einen knallharten Krimi um Gangster, die eine Insel ausrauben wollen, auf der vor allem wohlhabende Bürger wohnen, auf der anderen Seite geht's um die persönliche Entwicklung der Hauptperson. Beides hält sich bei Parker in der Waage, ohne dass es einen deutlichen Vorteil für eine Seite gäbe – und ohne dass der »emotionale Teil« irgendwie langweilig wäre.

Dann aber machen sich Gangster in der Stadt breit, eine Insel wird abgeschottet, es kommt zu Überfällen und Geiselnahmen, dann geschehen Morde, und letztlich muss sich Jesse Stone als klarer und knallharter Polizist gegen die Gangster durchsetzen. Das ist rasant erzählt, mit schnellen Dialogen und einer Action, die nicht ausufert, sondern recht nachvollziehbar abläuft.
Parker macht in seinem Stil eine Reihe von Dingen, die ich eigentlich hasse. So springt er von Kopf zu Kopf, hält also keine saubere Erzählperspektive ein – das stört mich seltsamerweise nicht, weil er das so spannend macht, dass ich mich nicht wundere.
»Terror auf Stiles Island« ist packende Krimi-Unterhaltung, die man jederzeit lesen kann. Der Roman ist auch für die Leser kapierbar, die sich im Jesse-Stone-Universum nicht auskennen, und wer sich für spannende »Hard-boiled«-Krimis interessiert, muss hier einfach zugreifen.
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