28 November 2011

Nach der Abstimmung

Als wir am Sonntag mittag im Wahllokal waren, hatten wir den Eindruck, es sei richtig was los: Ich hatte sogar das Gefühl, dass in Karlsruhe mehr Leute zur Abstimmung gingen als sich an der Bundestagswahl beteiligt hatten. Zeitweise herrschte fast Volksfeststimmung, zumindest was die Zahl der Besucher anging.

Leider hat mein Kreuzle nichts genutzt: Die Befürworter von Stuttgart 21 haben die Mehrheit erlangt. Das jahrelange Trommeln in fast allen Medien hat den Leuten offensichtlich die Ohren derart zugekleistert, dass sie diesen irrsinnig teuren Bahnhof mit allem Drum und Dran wollen.

Gut finden kann ich das nicht. Ich ärgere mich aber auch nicht sonderlich darüber. Der kurze Aufstand der Wutbürger scheint vorüber zu sein, bei der nächsten Wahl wird dann wieder die CDU an die Spitze der Regierung kommen, und alles ist gut.

Und 2020 dürfen wir durch einen neuen Bahnhof in Stuttgart spazieren, in Karlsruhe mit ener sündhaft teuren U-Bahn fahren - und gleichzeitig ist unser Bildungs- und Krankenhaussystem endgültig marode geworden. Man muss halt Prioritäten setzen in diesem Land ...

Kommentare:

Stefan Gaffory hat gesagt…

Nun, der Bürger hat entschieden, und das Ding wird gebaut. Geht für mich in dieser Form in Ordnung und kann ich akzeptieren. Warum man in Karlsruhe aber über Stuttgart 21 abstimmen sollte, bleibt mir ein Rätsel. Zumindest zeigt es das Geschick der Stuttgarter, durch medial beachteten Protest einen medial beachteten Volksentscheid zu erzwingen, während wir in aller Ruhe auf unserem Millionengrab sitzen, daß in seiner Entstehung skandalös war... und es niemanden interessiert. Nicht mal in Stuttgart.

ralph hat gesagt…

ich konnte dem ganzen ab 20.00 uhr nur noch mit zynischer verachtung begegnen... ich hab mir diesmal echt die mühe gemacht und viele leute nochmal daran erinnert nicht die wahl zu vergessen. auf die großen städte in baden war zwar verlass, aber das tröge land und das tiefschwarze schwaben, es ist schon erbärmlich. mir ging´s, neben deinen argumenten am schluss, v.a. drum dem scheiss industrie-monarchen herrenknecht seine tunnel-triebmaschinen in den fetten bonzen-hintern zu schieben, dafür dass er versucht hat die landesregierung und "das volk" zu erpressen, dass er seine werke hier dicht macht und ins ausland geht, wenn das projekt kippt. bastard! leider zeigt einem die ganze sowieso nie wirklich als echte chance zu sehende chose, wie verblendet und blöde doch ein großteil "im ländle" ist. naja, vllt. hätt ich morgen schon wieder ne nettere mail gepostet.