22 Dezember 2005

Fürchterlicher Unfug - toll gemacht!

Man kann nicht behaupten, dass ich mich mit Hörspielen gut auskenne. In den siebziger Jahren hörte ich mit Begeisterung Radio-Hörspiele – allein schon deshalb, weil wir keinen Fernseher zu Hause hatten. Seither habe ich praktisch nur noch aus beruflichen Gründen eine Hörspiel-Cassette oder neuerdings -CD eingelegt.

So auch diese hier: Das Ding nennt sich »Das Amulett von Kyan'Kor«, ist der erste Teil einer Serie namens »Caine«, die zuvor als kleinauflagiger Roman im Basilisk-Verlag erschien. Das Hörspiel kam jetzt beim neuen Label Lausch heraus – und ich kann es nur als hervorragend bezeichnen.

Mit tollen Geräuschen, einer immer passend eingesetzten Musik und sehr guten Sprechern schafft die Hörspiel-Firma vor allem am Anfang eine dichte Spannung, die einen zum Zuhören fast schon zwingt. Das gefiel mir.

Leider achtete ich doch irgendwann mal auf die Story – und hätte vor Lachen und Gruseln fast einen Unfall gebaut. Selten so einen haarsträubenden Unfug gehört: Dunkelelfen, die in den Katakomben von San Francisco sitzen, in Wirklichkeit aber von einem anderen Planeten kommen, bereiten die Übernahme der Erde vor, weil ihre Welt vom ewigen Eis bedroht wird, und bedienen sich ausgerechnet der Hilfe eines Auftragskillers.

Nun denn ...

Die Freunde gepflegter Schimpfwörter kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten. »Verschissen« oder »Wichser« kann man dutzendfach in immer neuen Variationen hören – sehr attraktiv.

Wie man aus völligem Inhalts-Murks ein hervorragendes Hörspiel machen kann, beweist dieses Werk. Und das ist ja auch was wert.

Übrigens: Auf der Verlags-Homepage gibt es die Cover der »Caine«-Reihe zu bewundern, und beim Label gibt's eine fünfminütige Hörprobe für die Ohren.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hm ... die Story scheint mir genauso weit hergeholt zu sein, wie jene von dem ersten Astronautenteam, das auf dem Mond dem notgelandeten Raumschiff einer unterkühlten Außerirdischen mit ihrem an Leukämie erkrankten Freund, begegnet und dann ausgerechnet auf die Hilfe irdischer Ärzte angewiesen ist, um ihn zu heilen.

Ich komm nur nicht mehr auf den Namen der Serie, liegt mir auf der Zunge ... immerhin hatte der Spielfilm zu der Serie dann keine Chance aus Unfug eine tolle Unterhaltung zu machen. Und die geplante Fernsehserie wird wohl in diesem Universum nicht mehr realisiert ;-)

Anonym hat gesagt…

Natürlich ist auch der sprechende Mausbieber fürchterlicher Unfug. Naja, unser Enpunkt und Fantasy, das ist wie Alice Schwarzer und Al Bundy...

Enpunkt hat gesagt…

Pffff ...

Ich mag ja Fantasy. Fröhlich verweise ich auf diverse Beiträge in FOLLOW, MAGIRA und anderen Publikationen. Ganz zu schweigen von meinem Kurzroman (meiner Novelle?) "Die Jenseitsinsel". Vielleicht sollte ich die mal entsprechend abfeiern.

Und die Logik gewisser Heftromane aus den sechziger Jahren kommentiere ich lieber nicht. (Ist ja auch mein privates Blog und nicht eines, das ich in meiner Funktion als Verlagsangestellter zusammenkritzele.)

Anonym hat gesagt…

"Fröhlich verweise ich auf diverse Beiträge in FOLLOW, MAGIRA und anderen Publikationen."

Super!!!!