30 Dezember 2015

Hass zum Fest der Liebe

Stefanie von Berg ist eine Politikerin in Hamburg, von der ich bis vor wenigen Stunden noch nie gehört hatte. Ich bin sicher, dass es für jemanden, der in Karlsruhe wohnt, keine echte Bildungslücke ist. Dann aber las ich den Artikel »Rohe Weihnachten« auf »Zeit Online« und musste mich wieder einmal dafür schämen, zur selben Spezies zu gehören wie manche Leute, die auf einen vergleichsweise harmlosen Satz der Dame so reagiert haben.

Man kann ja geteilter Ansicht sein über die Veränderungen der Gesellschaft. Man kann ja darüber traurig sein, dass »die Deutschen«, wie man sie von etwa 1815 bis 1975 kannte (davor war man hierzulande doch eher Schwabe oder Hesse oder Holsteiner, wenn ich das richtig gelernt habe), sich so langsam weniger werden und die Migranten irgendwann die Gesellschaft verändern.

Aber es gibt keinerlei Grund, dieser Politikerin mit Mord und Vergewaltigung zu drohen. Der Artikel stellt das schön dar. Und die Kommentarspalte darunter liefert dann noch einige weitere Beispiele dafür, wie unwirklich manche »Auseinandersetzung« in diesem Land manchmal anmutet. Zum »Fest der Liebe« so viel Hass – es sind viele Leute, die echt krank sind.

Tear Them Down – finde ich super!

Es gibt immer wieder Bands, die mich umhauen. Die schwedische Punkrock-Kapelle Tear Them Down gehört dazu. Die Burschen stammen aus Göteborg, die Band gibt es seit 2010, und in den bisherigen Jahren wurden einige Tonträger rausgehauen. Ich habe mir dieses Jahr die aktuelle Vinylscheibe »Ett Liv I Häglighet« besorgt, die im Sommer aufgenommen worden ist und vier Stücke enthält.

Die Texte sind in schwedisch, eine Übersetzung ins Englische oder sonst eine Sprache, die ich halbwegs verstehe, fehlt leider. So kann ich nicht sagen, worum es geht, hoffe aber das beste. (Zumindest beim Drumherum scheint die Band nicht viel falsch zu machen.)

Musikalisch bietet die Band klassischen Punkrock mit viel Druck, aber auch guten Melodien. Da wird geschunkelt, sondern druckvoll nach vorne gespielt; Schlagzeug und Bass knallen, die Gitarre schrabbt klar dazu, es gibt keine Soli, und der Sänger hält die ruppigen Melodien sauber durch. Klasse!

Mein Plan für 2016 ist – neben vielen anderen – jetzt wohl, mir alle anderen Tonträger der Band zu besorgen. Auf Bandcamp kann man sich das ja alles anhören, aber so etwas muss man ja auf Vinyl besitzen.

29 Dezember 2015

Chinesisches Futter

Ich kann kaum von mir behaupten, ein Experte für die chinesische Küche zu sein. Bei meinen Aufenthalten in Singapur und Malaysia, wo es chinesische Minderheiten gibt, habe ich mich zwei-, dreimal durch chinesische Food Courts gefuttert und weiß seitdem, wie vielfältig das Essen in diesem riesigen Land und bei den chinesischen Minderheiten in den Nachbarländern ist. In Deutschland habe ich in den China-Restaurants leider selten eine kulinarische Offenbarung erlebt.

Auch das China-Restaurant, das sich in Laufnähe zu meinem Arbeitsplatz befindet, hat sich bislang nicht gerade als Highlight erwiesen. Da unsere Kantine zwischen den Feiertagen geschlossen hat, beschloss ich an diesem Tag, einen Spaziergang zu unternehmen, um ein wenig zu essen und dabei ein Exposé zu lesen. Ich steuerte »den Chinesen« an.

Weil es schnell und preisgünstig sein sollte, tat ich das, was offensichtlich die meisten Besucher der gastronomischen Einrichtung machten: Ich setzte mich an einen Tisch, bestellte das All-You-Can-Eat-Menü und ein Getränk. Dann begann ich damit, das Exposé zu lesen, das mir die fleißigen Autorenkollegen geschickt hatten, und fühlte mich ganz wohl.

Bis ich zum Büffet ging ... Ich erinnerte mich schlagartig daran, warum ich in dem Gebäude seit über einem Jahr nicht mehr gewesen war: Es gab genau ein vegetarisches Gericht – und das war eine Beilage. Ansonsten fand ich viel Fleisch und Überbackenes, das undefinierbar aussah.

Ich fischte mir ein Mittagessen aus Nudeln mit Gemüse und Beilagen zusammen; es schmeckte nicht besonders gut und war nur halbwarm. Was möglicherweise auch daran gelegen haben könnte, dass meine Laune nicht mehr besonders gut war.

Als ich fertig war, fühlte ich mich zwar gesättigt, aber nicht gerade glücklich. Zumindest nicht vom Essen. Das Exposé mit seinen vielen Ideen hatte mir gefallen, das war cool. Aber ich beschloss, so schnell nicht mehr dieses chinesische Restaurant anzusteuern.

Dass es mir nicht geschmeckt hat, ist übrigens eine Minderheitenmeinung. Während meiner Anwesenheit brodelte der Laden geradezu, und als ich ging, wurde mein Tisch auch gleich von einem älteren Paar belegt. Stammkunde muss ich dort trotzdem nicht werden ...

28 Dezember 2015

Spannender Horror-Action-Thriller

Dass ich gelegentlich richtig gern ein »John Sinclair«-Hörspiel anhören mag, habe ich schon ausgeplaudert. Manche sind gut, manche sind grausig, unterhaltsam finde ich sie alle. Und »Die Armee der Unsichtbaren« war geradezu spannend; vielleicht schlichtweg deshalb, weil die Handlung ohne Monster, Dämonen, Werwölfe oder Vampire auskam.

Natürlich ist die Geschichte eigentlich völlig doof. Eine superschlaue Wissenschaftlerin hat ein Mittel erfunden, mit dem man Menschen unsichtbar machen kann. Die einzige Chance, sie wieder sichtbar zu machen, ist der Einsatz von Wasser. Sie lässt zwölf brutale Männer aus einem Gefängnis befreien, mit denen sie einen fürchterlichen Anschlag in der Innenstadt von London plant.

John Sinclair, der in diesem Hörspiel – es ist die Folge 18 der »Classics«-Reihe – noch ein relativ junger Inspektor ist, erhält den Auftrag, sich um diesen Fall zu kümmern. Er ermittelt, er schlägt sich mit einem Junkie-Mädchen herum, er kämpft sich durch ein vergammeltes Haus und zuletzt gibt es das Finale in einem Zug. Dabei kommt eine Wasserspritzpistole zum Einsatz ... und das ist nicht einmal witzig gemeint, weil es die ideale Möglichkeit ist, die Unsichtbaren zum Vorschein zu bringen.

Am Ende gewinnt das Gute, und alle Bösewichte sitzen hinter Schloss und Riegel oder sind sogar tot. Der Fall also konnte gelöst werden, ohne dass Sinclair sein Kreuz oder anderen Magie-Kram einsetzen musste.

Warum hat mir dieses Hörspiel jetzt gefallen, obwohl die Geschichte an sich reichlich absurd war? Weil es spannend erzählt war ... Es ist wie ein Krimi erzählt, und die Ereignisse bauen logisch aufeinander auf; die Bösewichte sind keine Monster, sondern relativ normale Mörder, die schnell ausgeschaltet werden können.

Anders gesagt: Das war ein »John Sinclair«-Hörspiel ohne Monster, und damit hat es mir tatsächlich auch Spaß gemacht. (Die Romane kann ich übrigens nach wie vor nicht lesen, da komme ich nicht über die erste Seite hinaus – die Hörspiele sind cool.)

Dazu kommen die üblichen Pluspunkte, die für Produktionen aus dem Hause Zaubermond stehen: tolle Geräusche, sehr gute Sprecher, eine knallig geführte Regie, bei der einem einfach nicht langweilig wird. Sehr cool!

24 Dezember 2015

Weihnachten im Schwarzwalddorf

Meine kleine Schwester und ich standen erwartungsfroh vor der Tür. Wir lauschten angespannt, hielten uns an den Händen. Hinter uns hantierte unsere Mutter noch in der Küche, vor uns – wir sahen es durch den Milchglas-Einsatz in der Tür – machte unser Vater irgendetwas. 

Anfang der 70er-Jahre war Weihnachten für mich noch etwa unglaublich Beeindruckendes. Dem Heiligen Abend fieberte man entgegen, der Besuch eines Gottesdienstes gehörte ebenso dazu wie das Warten vor der Wohnzimmertür. Mein Vater schmückte den Baum, meine Mutter machte den Weihnachtsbraten, wir Kinder hatten zu warten.

Irgendwann hörten wir, dass mein Vater den Schrank zum Plattenspieler öffnete. Das war das Signal, nein, das war kurz vor dem Signal. Meine Mutter trat hinter uns, sie trug noch ihre Schürze. »Dann muss ich wohl mal«, sagte sie und machte ihre Schürze ab. Sie würde sich später sogar noch umziehen, im Moment trug sie ihre Küchenkleidung.

Aus dem Wohnzimmer drangen die Klänge der Weihnachts-Schallplatte, die mein Vater jedes Jahr auflegte. Das war das Signal. Ich drückte die Türklinke, ich schob die Tür nach vorne, und meine Schwester und ich traten ein.

Der geschmäckte Baum leuchtete, Lametta glitzerte im Licht der Kerzen. Auf dem Boden lagen einige festlich verpackte Geschenke, auf dem Tisch standen Teller mit Weihnachtsgebäck. »Frohe Weihnachten!«, riefen wir alle durcheinander.

Manchmal vermisse ich diesen Geist der Weihnacht. Er verlor sich schon in den Punkrockjahren, und heute ist er völlig verschwunden. Nie mehr war Weihnachten so schön wie in der Kindheit, so schön wie im kleinen Dorf bei Freudenstadt.

23 Dezember 2015

Counter Clock 23

Wolf von Witting war der erste schwedische Science-Fiction-Fan, mit dem ich in Kontakt trat; das muss um 1980 gewesen sein. Seither trafen wir uns gelegentlich auf Cons – so alle zehn, zwölf Jahre –, und ich freue mich, von ihm immer mal wieder etwas zu lesen. Zuletzt schmökerte ich sein englischsprachiges Fanzines »Counter Clock 23« durch, das man kostenlos auf der Seite »efanzines« herunterladen kann.

»Counter Clock« ist ein richtig schönes Fanzine: immer persönlich gehalten, immer ein wenig augenzwinkernd, trotzdem sehr informativ. Wie mir scheint, gibt es solche Fanzines im deutschsprachigen Raum derzeit so gut wie gar nicht mehr. Aber gut, vielleicht ist dazu mal wieder einiges an Zeit.

Wolf von Witting beginnt sein 24 Seiten starkes Heft mit einem augenzwinkernden Vergleich zwischen Atlantis und den Niederlanden; er liefert einen Artikel über die Fan-Geschichte des Landes, »before it is completely gone«. Nicht nur die Niederlande, sondern auch das belgisch-flämische Fandom wird von ihm gewürdigt. Dort kamen die ersten Fanzines schon 1952 auf, Deutschland hinkte einige Jahre hinterher.

Interessant ist, dass diese Szene ab 1970 unter den starken Einfluss einer Heftromanserie aus Deutschland geriet – viele der erwähnten Namen sind mir auch aus meinem beruflichen Umfeld bekannt. In den 80er-Jahren abonnierte ich sogar das niederländische, englischsprachige Fanzine »Shards of Babel«, das in »Counter clock« ebenso gewürdigt wird.

Heute sieht alles ein wenig anders aus. Wolf von Witting konstatiert, dass »fandom being so fragmented here«; er hofft aber auf Besserung. Wenn er und andere aus seiner Generation »goint into retirement« gehen, so meint er, würden sie wieder ins Fandom zurückkehren. Schauen wir mal.

In diesem gelungenen Heft findet sich übrigens auch ein Artikel über die deutsche »Space-Rock«-Band »Eloy« und ein Bericht vom WetzKon, der im Sommer 2015 in Wetzlar veranstaltet wurde. Wer sich für Science Fiction und Fandom interessiert, sollte einen Blick riskieren. Das Schönste ist ja eh: Es kostet nix.

22 Dezember 2015

Der kleine Prinz im Kino

Alle Welt redet von »Star Wars«, von Sternenkriegern und Drohnen, von Prinzessinnen und Raumschiffen, von all dem Zeugs also, das man gemeinhin für Science Fiction hält. Ich mag das ja auch alles – und deshalb war ich in der Neuverfilmung von »Der kleine Prinz«.

Als Erwachsener, jawoll! Ich war aber nicht der einzige Erwachsene im Kino. Anders gesagt: Es waren nur Erwachsene im Saal, eine Handvoll halt. Vielleicht braucht man ein gewisses Alter, um den »Kleinen Prinzen« toll zu finden?

Egal wie: Es handelt sich bei der aktuellen Version um einen beeindruckenden Zeichentrickfilm, der auf zwei Ebenen läuft. Wie immer gibt es eine Ebene, die Kinder ansprechen soll, und eine, die nur für Erwachsene gedacht ist. Darüber hinaus gibt es zwei optische Ebenen – aber dazu muss ich ein bisschen ausholen.

Ich kann die Geschichte von »Der kleine Prinz« wohl als bekannt voraussetzen. Falls nicht: Die Wikipedia ist nur einen Mausklick weit entfernt. Der kurze Roman ist ein Meisterstück von Antoine de Saint-Exupéry, der im Zweiten Weltkrieg abgeschossen wurde; er ist zugleich ein Buch, das seit Jahrzehnten für allerlei verkitschte Welterklärungsversuche herhalten muss.

Das haben die Macher des neuen Filmes wohl alles einkalkuliert. Und deshalb erzählen sie ihre Geschichte ganz andersherum: aus der Sicht eines Mädchens nämlich. Die zieht »in der Welt von heute« mit ihrer Mutter in eine Vorortsiedlung; die Mutter ist so eine stressige Dame, die ihr Kind zur Karriere erziehen will und deshalb das ganze Leben reglementiert.

Doch das Kind lässt sich nicht einengen. Als es irgendwann feststellt, dass nebenan in einem verwilderten Grundstück ein alter Pilot wohnt, schließt es mit diesem Freundschaft. Dieser erzählt dem Kind die Geschichte vom »Kleinen Prinzen«, und eine zauberhafte Magie macht sich breit. Das muss man echt gesehen haben, das lässt sich in so einem kurzen Artikel nicht erzählen.

Der Kunstgriff der Macher: Die moderne Geschichte wird mit den Mitteln eines modernen Zeichentrickfilms präsentiert. Die klassische Geschichte kommt allerdings im Stop-Motion-Verfahren: Hübsche Papierfiguren bewegen sich durch eine gezeichnete Landschaft, sie sehen aus wie die Originale im Kinderbuch. Das ist richtig toll und nimmt einem beim Zugucken fast den Atem.

»Der kleine Prinz« ist ein fantasievoller und phantastischer Film für Kinder und Junggebliebene. Ein Beispiel dafür, dass Fantasien nichts mit gigantischem Aufwand zu tun haben müssen, sondern eher mit der Vereinigung von Herz und Verstand. Ein wunderbarer Film!

21 Dezember 2015

Fragen eines irritierten Lesers

Was heißt das eigentlich, wenn in einer Rezension jemand schreibt, es handle sich bei einem Roman um »literarische Science Fiction«? Bedeutet das, dass die andere Science Fiction keine Literatur ist? Oder will man damit sagen, »ich hab's nicht kapiert, also nenne ich's mal ein wenig intellektueller«?

Wann schreibt man eigentlich »bei diesem Roman handelt es sich mehr um Literatur als um einen Krimi«? Schämt man sich dafür, sonst gerne Krimis zu lesen, oder handelt es sich um einen Roman, bei dem auf Logik und Krimispannung gepfiffen wird, der aber ansonsten herrlich kompliziertes Deutsch aufzuweisen hat?

Oder wenn jemand über ein Buch schreibt, es sei »keine Fantasy, sondern Phantastik«? Bedeutet es, »da kommen keine Männer mit Schwertern drin vor« oder »das war so verschwurbelt, dass ich nicht weiß, wohin ich es stecken soll«?

Ähnlich ist es übrigens bei der Musik, die ich gern höre. Wenn eine Band ihren Punk nicht ganz so schraddelig spielt und Texte hat, die pro Satz mehr als ein Komma enthalten, nennt man das dann »Punk mit deutschen Texten« und nicht mehr »Deutschpunk« – als ob der Begriff das »Ding« adeln würde.

Auffallend ist es dennoch bei der Literatur. Oder bei den Comics. Eine »Graphic Novel« ist nicht unbedingt anspruchsvoller als ein Comic, hört sich aber so an. Oft ist es nichts anderes als ein Buch mit Zeichnungen, die »nicht besonders gut sind und deshalb künstlerisch wirken«.

Oftmals sind solche Zuschreibungen nichts anderes als ein Mittel, damit die Leute, die über »Schund« schreiben, sich über diesen erheben können. So scheint es mir. Dabei wäre es doch einfacher und ehrlicher, bei der Realität zu bleiben ...

Nachruf auf Timo

Timo war ein langjähriger Kollege beim Querfunk, dem Freien Radio in Karlsruhe; wir waren keine Freunde, haben aber lang zusammengearbeitet. Ich wäre nicht in der Lage gewesen, einen vernünftigen Nachruf auf ihn zu schreiben, und bin sehr froh darüber, dass es ein anderer Kollege übernommen hat.

Sein Nachruf ist meiner Ansicht nach sehr eindrucksvoll: ein Porträt von mehr als zwanzig Jahren Radioarbeit und zugleich ein Porträt eines Mannes, der sich jahrelang für ein alternatives Projekt eingesetzt hat. Da wird meine Trauer noch ein wenig persönlicher ...

20 Dezember 2015

Meine erste Lesung 2015

Irgendwie war in diesem Jahr mehrfach der Wurm drin. Auch wenn ich mir im Januar noch vorgenommen hatte, im Jahr 2015 mehr Dinge zu tun, auf die ich so richtig Lust hatte, klappte es dann doch nicht so richtig. Beispielsweise schaffte ich es nicht, mich so zu engagieren, dass ich irgendwo eine Lesung machen konnte.

Es musste mir Falk Fatal aus Wiesbaden einen höflichen Tritt in den Hintern verpassen, um mal wieder auf eine »Bühne« zu klettern. Am Samstag, 19. Dezember, verschlug es mich deshalb auch abends nach Wiesbaden. Im dortigen »Café Klatsch« hatte ich vor über zehn Jahren schon einmal gelesen, und ich war stolz darauf, die Örtlichkeit recht schnell wiederzufinden. Allerdings brauchte ich gut eine Viertelstunde, um einen Parkplatz zu finden, der nicht einmal einen Kilometer von der linken Kneipe entfernt lag.

Bis zur Lesung laberten wir ein wenig herum, und vor neun Uhr fingen wir an. Gut drei Dutzend Leute hielten sich in der Kneipe auf, wobei man fairerweise sagen muss, dass etwa die Hälfte nicht wegen der Lesung, sondern wegen der Getränke und des Essens da war. Trotzdem hörten die meisten Leute gut zu.

Falk und ich lasen abwechselnd unsere Geschichten vor. Seine waren eher pointiert und witzig; meine dagegen wirkten ein wenig lang. Ich präsentierte Geschichten, die noch nicht einmal veröffentlicht waren und die hoffentlich bald in einem Buch zu lesen sind. Nach jeder Geschichte gab es freundlichen Applaus, und hinterher ging ein Korb durch die Gegend, mit dessen Hilfe ein wenig Hilfe für die »notleidenden Künstler« gesammelt wurde.

Gegen Mitternacht trat ich den Heimweg an. Das »Café Klatsch« ist ein richtig netter Laden, den ich gerne mal wieder besuchen werde – und ich finde es toll, dass es dieses Projekt auch in Zukunft geben wird.

19 Dezember 2015

Alarmsignal zum fünften

Wenn ich es richtig kapiert habe, ist die Langspielplatte »Alles ist vergänglich« – die's auch als CD sowie als Download gibt – der fünfte Tonträger von Alarmsignal. Erschienen ist das Ding im Spätjahr 2012. Die Band aus Celle, die ich noch nie live gesehen hab, spielt Deutschpunk, wie er vor allem in den 90er-Jahren immer populärer wurde: durchaus melodisch und vor allem sehr kraftvoll, mit wuchtigen Melodien, immer mal wieder mit Chören unterlegt.

Ein wenig erinnert mich die Band an Rasta Knast, was das Gitarrenspiel und den Aufbau der Stücke angeht. Es gibt ohnehin personelle Überschneidungen, beim Titelstück wirkt einer von Rasta Knast auch direkt mit. Das meine ich aber nicht negativ, solche Verbindungen schaden nie – und die Platte gewinnt dadurch echt.

Textlich ist man auf der richtigen Seite, weniger mit politischem Blabla als mit klaren persönlichen Aussagen. Wobei die Band nicht an direkter politischer Ansprache spart. In »Frontex« geht es klar um die europäische Flüchtlingsabwehr, in »Revolte, Revoluzzer, Fernbedienung« wird über die eigene Faulheit gelästert.

Alles in allem eine sehr gute Deutschpunk-Platte, die echt gut ins Ohr und in die Pogostiefel geht. Bei Bandcamp kann man da übrigens fleißig reinhören ... Aber am Besten ist es natürlich, sich das Vinyl zu sichern.

18 Dezember 2015

Peter und der Wilde Westen

In gewisser Weise ist es sehr passend, dass die Herren von der Terrorgruppe auf dem Titelbild der aktuellen OX-Ausgabe zu sehen sind. Zumindest von zwei Bandmitgliedern weiß ich, dass sie – so in etwa – so alt sind wie ich. Da passt es schon, dass sie auf dem Titelbild abgebildet werden, quasi als Coverboys, und ich im Innenteil eine neue Folge meines »Peter Pank«-Fortsetzungsromans bringen kann ...

Eigentlich sollte ich die Bandmitglieder in diesem Roman auch noch auftauchen lassen. Der Roman spielt im Januar 1987, da gab es die Band leider noch nicht – aber zumindest Inferno habe ich 1987 gesehen, und das wäre eine schöne Anleihe bei der Terrorgruppe. (Und wer das jetzt nicht versteht, muss einfach ein wenig googeln.)

Egal wie: In der OX-Ausgabe mit der Nummer 123 ist auf jeden Fall die Folge 59 meines Fortsetzungsromans »Und: Hardcore!« vertreten. Das Finale rückt immer näher, und in dieser Folge kracht es nochmal ordentlich.

Eigentlich beschreibe ich ein Szenario, das in einen Western-Film gehört, und eine der Figuren in diesem Kapitel sagt etwas ähnliches aus. Die Musik würde nicht unbedingt packen, ansonsten gibt es echte Parallelen. Und in gewisser Weise werde ich sowohl froh als auch traurig sein, wenn der Fortsetzungsroman vorüber ist ...

17 Dezember 2015

Ich lese in Wiesbaden

Ich gestehe, dass ich ein wenig nervös bin. Das liegt daran, dass ich aus der Übung geraten bin. Und das wiederum hat seinen Ursprung darin, dass ich schon lange keine Lesung gemacht habe. Meine Fahrt nach Wiesbaden wird also fast zu einer Premiere – meine erste Lesung in diesem Jahr 2015 findet am Samstag, 19. Dezember 2015, statt.

Im Café Klatsch las ich vor vielen Jahren schon einmal, damals war mein zweites »Peter Pank«-Buch gerade erst erschienen. Deshalb las ich vor allem Szenen vor, die irgendwo in Südfrankreich spielten und viel mit Punkrock, Pogo, Hardcore und viel Alkohol zu tun hatten. Diesmal habe ich leider kein neues Buch am Start.

Welches »Programm« ich genau bieten werde, weiß ich noch gar nicht. Als Kollege ist Falk Fatal am Start, dessen Kurzgeschichten im Verlauf der vergangenen Jahre in verschiedenen Heften und Büchern erschienen sind. Gemeinsam werden wir das Kind schon schaukeln. Ich freue mich auf jeden Fall darauf!

16 Dezember 2015

Baboon Show rotzen und rocken

Eine röhrende Frauenstimme, ein rotziger Sound – die schwedische Band Baboon Show begeistert seit einigen Jahren die Punkrock-Szene nicht nur hierzulande. Hört man sich die vierte Platte der Band an, die den schönen Titel »Punkrock Harbour« trägt, wird auch schnell klar, warum das so ist: Dieser Band verzeihe sogar ich ihre Ausflüge in den Hardrock, weil die Melodien stets sitzen und hervorragend klingen.

Aus Gründen, die ich schamhafterweise lieber verschweigen möchte, habe ich die Band ja noch nie live gesehen. Es gibt sie seit 2003, die erste Platte wurde 2004 veröffentlicht. Vor allem live gilt die Band als ungeheuer druckvoll, vor allem die Sängerin turnt auf der Bühne immer eifrig herum und pfeffert ihre Lieder mit viel Energie ins Publikum.

Mir bleibt halt ihre Platte, und die ist schlichtweg gut. Das knallt und rockt und rollt, das ist knallige Musik zwischen klassischem Punkrock und ebenso klassischem Hardrock, die ich mir immer wieder anhören kann. So muss es sein!

15 Dezember 2015

Der beste phantastische Film des Jahres

Das Jahr neigt sich mit rasendem Tempo seinem Ende zu. Zeit also, einige Allgemeinplätze zu verkünden und ein erstes Fazit zu ziehen: Der beste phantastische Film des Jahres 2015 trägt den wunderbaren Titel »Das brandneue Testament«, ist unglaublich komisch, manchmal echt traurig und einfach hervorragende Unterhaltung.

Da in diesem Jahr sowieso kein vernünftiger Science-Fiction-Film mehr zu erwarten ist, muss ich allen SF- und Fantasy-Fans empfehlen, diesen Streifen anzuschauen. Und allen, die gerne einen originellen Film sehen wollen, der sich Genre-Klischees verweigert, empfehle ich das gleich zweimal.

Der Film geht schon witzig los: Gott lebt nämlich, wie wir erfahren. Er lebt in Brüssel, in einem Hochhaus, in einer Wohnung, die ein wenig vor sich hinschmuddelt. Er schikaniert seine Frau, schlurft mit einem alten Bademantel durch die Gegend, jammert gelegentlich über seinen verstorbenen Sohn, der ja immer solche Flausen im Kopf hatte, und streitet sich mit seiner viel zu pfiffigen Tochter herum.

Soweit der Ausgangspunkt. Mir sagte der Name Jaco Van Dormael bisher nichts. Der Mann ist für den Film verantwortlich, von ihm muss ich mir wohl noch mehr anschauen.

Wie er »seinen« Gott in Szene setzt, ist großartig. Gott ist bei ihm ein miesepetriger Mann um die fünfzig, der vor allem andere Leute an seiner Laune teilhaben lässt. Bis seine Tochter ihm – mit Billigung des Sohnes – einen Streich spielt, der die Menschheit auf einen Schlag in ein neues Zeitalter katapultiert.

Wie die Tochter hinauszieht in die Welt, um sich sechs Apostel zu suchen – der Bruder hatte ja schön zwölf –, ist wunderbar geschildert. Der Film entwickelt sich von der reinen Komödie weg zu einer tragischen Geschichte, in der man zwischen Lachen und Weinen wechseln möchte.

Und er zeigt Menschen, die über sich selbst hinaus wachsen. Da beschließt ein Junge auf einmal, sich wie ein Mädchen zu kleiden. Da beschließt die Frau, die von der »grande dame« Catherine Deneuve gespielt wird, lieber Sex mit einem Gorilla zu haben. Und da verlieben sich ganz unterschiedliche Menschen ineinander.

Es fällt mir schwer, die vielen gelungenen Details des Filmes alle herauszuarbeiten. Man muss ihn gesehen haben; er hält zahlreiche Überraschungen bereit. Und ich halte ihn schon jetzt für ein Meisterwerk.

14 Dezember 2015

Gegen das Gegen in Karlsruhe

Zwei Tage lang wird Karlsruhe – und die Nachbargemeinde Rheinstetten, wo das eigentliche Gelände für die Veranstaltung ist – im Blick der Öffentlichkeit stehen. Der Grund: Die CDU hält ihren Bundesparteitag in »meiner« Heimatstadt ab; unter anderem sind die Bundeskanzlerin und eine Reihe anderer höchstrangiger Politiker anwesend. Das macht sich in einer erhöhten Präsenz der Polizei auf den Straßen bemerkbar.

Und an seltsamen Demonstrationen. So rief unter dem Titel »Merkels letzter Parteitag!« die Gruppierung »WiKa«, was für »Widerstand Karlsruhe« steht, zu einem »Bürgerprotest am Sonntag« auf; man wolle das »Problem an der Wurzel angehen«, wie es die Nazis in ihrer Ankündigung formulierten. Die angebliche Wurzel – so die Freunde von der braunen Front – sei »unsere schwarz-rot-grüne Einheitspartei Deutschlands!« Also nichts Neues von der Propaganda-Front. Man wolle gege den »Asylwahnsinn« demonstrieren und natürlich gegen die »Islamisierung« – man denke sich den ganzen anderen ekligen Kram dazu.

Die Reaktion von antifaschistisch gesinnten Menschen darauf fand ich schon wieder witzig. Unter dem Motto »Wir lassen die CDU mit den Nazis nicht alleine!« wurde zur Gegenkundgebung gegen die Kundgebung gegen den Parteitag aufgerufen. Was dabei dann alles geschah, bekam ich nicht mit, aber ... Allein die Vorstellung, mit der Antifa zusammen für die Bundeskanzlerin und gegen die Nazis vom »Widerstand Karlsruhe« zu demonstrieren, fand ich am Sonntag schon recht skurri.

Hätte man mir vor einem Jahr noch gesagt, dass ich in Diskussionen die Einstellung der Bundeskanzlerin verteidigen würde, hätte ich dieser Person den Vogel gezeigt. Aber es veränderte sich viel in diesem Jahr 2015 ... leider nicht unbedingt zum Besten.

13 Dezember 2015

Freundschaft im Schnee

Weil heute ja der dritte Advent ist, verweise ich doch mal auf einen Werbefilm. Ich meine ... ich habe nichts gegen Werbung, wenn sie schön gemacht ist und einen auf einer emotionalen Ebene erwischt. Ich präsentiere gewissermaßen den aktuellen Werbefilm des Lebensmittelhändlers Rewe – nachdem sich eh schon alle Welt bei dem aktuellen Edeka-Spot eine Träne aus den Augen gewischt hat.

Die Agentur Thjnk hat die Verantwortung für den gelungenen Spot. Helden sind ein Junge und sein Schneemann, daneben spielen auch noch Weihnachten und die Eltern eine Rolle.

Das mag man kitschig finden. Aber das Filmchen funktioniert. Und ich hab's gern angeschaut. (Was wiederum nichts damit zu tun hat, dass eine meiner ersten Geschichten, die ich als Kind schrieb, von Schneemännern handelte, die gehen können.)

Lametta in 2015

Manchmal ist Karlsruhe auf eine sehr angenehme Art spießig. Und wie sehr ich verbürgerlicht bin, merke ich stets daran, wenn ich auf Veranstaltungen gehe, die ich früher gehasst hätte, die mir heute aber durchaus Spaß machen. In diesem Fall geht es um die »Lametta«, die es seit einigen Jahren gibt und die ich bisher ignoriert hatte.

In diesem Jahr schaute ich mir zum ersten Mal die »lässige Alternative« – so die Selbstbeschreibung – zu dem Wansinn der zahlreichen Weihnachtsmärkte an. Das Tollhaus, so eine Art alternativer Konzert- und Veranstaltungsort in Karlsruhe, wurde für zwei Tage zu einem Marktplatz. Für drei Euro Eintritt konnte man sich in diesen Markt hineinquetschen, der ganz schön voll war.

An den verschiedenen Ständen präsentierten sich allerlei Kunsthandwerker und Klamottenläden aus der Region. Allerlei Schnickschnack wurde angeboten, manches davon echt hässlich (Vinyl-Schallplatten mit den Gesichtern von »großen Künstlern« der Musikgeschichte), manches davon echt cool (maßgeschneiderte Schuhe oder handgemachte T-Shirts) oder halt für Weihnachten geeignet (handgeblasene Vasen etwa). Zu gucken und zu staunen gab es auf jeden Fall genug.

Was ich nett fand: Ich traf haufenweise Bekannte. Nicht nur am Stand des Querfunks, des freien Radios in Karlsruhe, das eine Live-Sendung von der »Lametta« aus machte, sondern auch an den Ständen und dazwischen. Leute, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, präsentierten ihre Kinder; Geschichten und Erinnerungen wurden ausgetauscht – alles in allem eine schöne Veranstaltung mit hohem Tratsch-Faktor.

Zu essen gab es eine Linsensuppe mit Brot, die super schmeckte; danach bummelten wir noch durch die Studios auf dem Gelände des alten Schlachthofs. In den alten Gebäuden ist nicht nur die »Alte Hackerei«, der Punkrock-Schuppen, in dem ich gelegentlich Krachmusik höre, sondern dort sind auch eine Reihe von Künstler-Ateliers. Gekauft hätte ich dort nichts, aber schön anzugucken war's trotzdem.

Wie eingangs geschrieben: auf eine sehr angenehme Art spießig. Da fühlte ich mich dann doch sehr wohl.

11 Dezember 2015

Die weltbekannte Messeneuheit

Zu einem der amüsanten Artikel, die ich in meiner Zeit bei der »Südwest Presse« schrieb, zählte der über die »Weltbekannte Messeneuheit«. Die Dachzeile lautete »Verlockend, auch wenn's Unsinn ist«, die Unterzeile hieß »Verkaufsveranstaltung hielt nicht alle Versprechen der Einladung«.

Veröffentlicht wurde der Artikel am 6. März 1986 – das war die Zeit, in der ich noch darauf hoffte, bei der »Südwest Presse« ein Volontariat zu erlangen und mein Leben lang als Lokaljournalist zu arbeiten. Es kam im Verlauf des Frühsommers 1986 ganz anders, und ich begann stattdessen als freier Mitarbeiter bei dem Verlag, für den ich ab 1999 als Chefredakteur tätig war.

Immerhin war es ein Termin, zu dem ich innerhalb des Dorfes, in dem ich wohnte, mit dem Fahrrad anreisen konnte. Die Kollegin, die als meine »Ehefrau« dabei war, musste aus Freudenstadt anreisen; so richtig glaubte uns allerdings niemand, dass wir ein Paar waren. Trotzdem fanden wir beide den Umstand sehr lustig, gemeinsam aufzukreuzen und uns mit »Schatz« anzureden.

Es handelte sich um eine Verkaufsveranstaltung, in der es Wolldecken zu erstehen gab. Die Verkäufer wickelten ihr ländliches Publikum geschickt um den Finger, es war alles ein großer Spaß. Und hinterher hatte ich beim Schreiben ebenfalls viel Spaß.

Schaue ich mir den Artikel heute an, denke ich zweierlei: Eigentlich würde ich ja gern solche Artikel wieder neu schreiben und veröffentlichen, diese Art von eher ironischer Reportage. Und zweitens würde ich mich mal gern auf den Hintern setzen und aus den alten Reportagen eine Art »Best Of«-Fanzine machen. Aber dazu muss ich wohl warten, bis ich Rentner bin ...

10 Dezember 2015

Es sollte eigentlich witzig sein ...

Eigentlich klang der Rückentext ganz witzig, auch einige Rezensionen im Internet stimmten mich positiv ein: Der Roman »Blöder Hund« wirkte auf mich wie eine Mixtur aus Science Fiction und Popliteratur, ein wenig augenzwinkernd, vor allem mit viel Satire ausgestattet. Die Aussage der Werbung, der Roman könne mit »Per Anhalter durch die Galaxis« verglichen werden, sprach mich absolut an.

Aber leider funktionierte das Ding überhaupt nicht. Ich brauchte zwei Anläufe, um in den Roman reinzukommen, dann quälte ich mich gut hundert Seiten – weil ich immer wieder dachte, jetzt würde es doch endlich Spaß machen –, bevor ich aufgab. Dem Autor Michael Lüders wird das sicher nicht gerecht, und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Meinen Geschmack hat er nicht getroffen.

Um was geht’s denn in dem Roman, der 2010 als Taschenbuch bei Droemer-Knaur erschienen ist? Yrr ist ein Außerirdischer, der seine Gestalt jederzeit wandeln kann. Er landet auf der Erde, ausgerechnet in der Nähe von Worpswede, und nimmt dort die Gestalt eines Pudels an.

So sorgt er für einen Erstkontakt zwischen Menschen und Außerirdischen. Dieser wird dadurch erschwert, dass die Menschen alle ihre eigenen Probleme haben und vor allem teilweise – es ist nun mal Worpswede – ein wenig künstlerisch unterwegs sind. Zudem wollen die Außerirdischen eigentlich die Erde sprengen ...

Das klingt nach einer witzigen Mischung, aber leider funktioniert sehr wenig in diesem Roman. Es gibt Gelaber, das sich über Seiten hinweg zieht, dann wiederum monologisieren die jeweiligen Figuren über ihre Probleme oder über das künstlerische Dasein. Gelegentlich funkelt Wortwitz auf, und immer wieder dachte ich mir, »das ist ja eigentlich eine coole Geschichte«, aber nie konnte mich der Autor wirklich packen.

Das ist tatsächlich eine Frage des Geschmacks. Vielleicht hätte man das Ding einfach gründlich bearbeiten und durchstrukturieren müssen – und alles wäre gut. Es fehlte vielleicht die strenge Hand eines Lektors, vielleicht ist es aber wirklich nur eine Geschmacksfrage. Für mich war »Blöder Hund« auf jeden Fall nix. Weder als Science Fiction noch als Popliteratur oder Satire.

Vielleicht ist er für andere Leute lesenswert. Die mögen sich dann bitte entsprechende Leseproben im Internet anschauen ...