Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
24 April 2026
Faust und seine Transformation
Die Handlung spielt auf zwei Ebenen, deren Zusammenhang sich nur jemandem erschließen, der die Serie kennt: Auf der Gegenwartsebene ist die Hexe Coco Zamis im Wald um ein Internat unterwegs, wo sie eine Spur zu ihrem entführten Sohn zu finden hofft. Dabei geht’s durchaus blutig zu; die entsprechenden Szenen packen einen beim Anhören.
Die Vergangenheitshandlung erzählt von Georg Rudolf Speyer, einer früheren Inkarnation des Dämonenkillers Dorian Hunter, der in Wittenberg mit einem mysteriösen Adeligen namens Mephistopheles und dem ebenfalls mysteriösen Dr. Faust zu tun hat. Vor allem der verwirrte Dr. Faust wird großartig dargestellt, hier konnte man mit Dieter Hallervorden einen prominenten Sprecher verpflichten, der den verwirrten Doktor hervorragend in Szenen setzt.
Das Hörspiel ist wieder rasant erzählt und macht auf der ganzen Länge richtig Spaß. Starke Sprecher, eine auf Spannung setzende Regie und präzise eingesetzte Geräusche sorgen für eine echte Grusel- und Horror-Atmosphäre. Ich bin da echt Fan!
28 November 2025
Horror und Feminismus
Ein durchaus empfehlenswerter Podcast, der sich mit Literatur beschäftigt, kommt vom Deutschlandfunk und trägt den schönen Titel »Lesart«. Eigentlich ist es ja ein Bestandteil der Radiosendung, der hinterher als Podcast für Leute wie mich angeboten wird, die tagsüber selten Radio hören, im Auto aber gerne mal einem Podcast lauschen.
Eine der Folgen, die am 26. November angelegt wurden – »ausgestrahlt« stimmt ja nicht ganz –, trägt den Titel »Der Feminismus ist im Horrorgenre angekommen«. Der Moderator und ein Gast sprechen über das Thema, und die Unterhaltung ist wirklich interessant.
Man könnte kritisch einwenden, ob man zum Thema Feminismus unbedingt zwei Männer miteinander reden lassen musste – gab’s da keine Frau, die sich mit dem Thema ein bisschen beschäftigt? –, und die leichte Arroganz, die mitschwingt, wenn sich Literaturleute über Phantastik unterhalten, ist feststellbar, aber insgesamt fand ich die Sendung gut.
Die Podcast-Folge ist angenehm kurz, in nicht einmal sechs Minuten ist das Thema angerissen, und am Ende hatte ich den einen oder anderen neuen Literatur-Tipp. So muss das sein!
07 November 2025
Ein Besuch bei Mephistopheles
Es beginnt mit einem Fechtkampf; eine ungewöhnliche Situation. Coco Zamis, die junge Hexe, hat sich in ein Internat eingeschlichen, wo sie an wichtige Informationen gelangen will. Ihr ist klar, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Schule handelt, aber sie muss dringend ihre Nachforschungen weiter betreiben.
Die parallele Handlung spielt in der Vergangenheit: Georg Rudolf Speyer – dabei handelt es sich um eine frühere Inkarnation des Dämonenkillers Dorian Hunter, um es grob zu vereinfachen – ist in Wittenberg eingetroffen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts stößt er dort auf Doktor Faustus und einen geheimnisvollen Burgherrn, hinter dem der fiese Mephistopheles steckt.
Auf beiden Handlungsebenen spitzen sich die Ereignisse zu. Wie sie zusammenhängen, wird nicht ganz klar – sie enden jeweils mit einem packenden Cliffhanger, der mich dann schon auf die nächste Folge warten lässt. Diese Folge kommt ohne Horror- und Schocker-Elemente aus, ist aber trotzdem spannend, weil sich für die Figuren die Lage so kritisch verändert.
Wie immer ist das Hörspiel hervorragend gemacht: Die Dialoge sind pointiert, die Geräusche überzeugen mich, die Musik wird dezent eingesetzt. Sowohl das Internat in der Gegenwart als auch die Burg in der Vergangenheit sind spannende Schauplätze, die durch die Geschichte lebendig gemacht werden. Klasse!
19 September 2025
Ein Sonnengeflecht gehört
Dass das ziemlich komplex verlaufen kann, belegt die aktuelle Folge 53, die den Titel »Das Sonnengeflecht« trägt. Sie spielt auf zwei Zeitebenen: Während Dorian Hunters Freundin, die Hexe Coco Zamis, in der Gegenwart der Serie versucht, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden, wird die Vergangenheit lebendig: Georg Rudolf Speyer, eine frühere Inkarnation des Dämonenkillers, erzählt aus der Vergangenheit des 16. Jahrhunderts.
Das ist echt spannend, wenngleich streckenweise grob. Die Handlung spielt in Konstanz und Wittenberg, also in diversen Gegenden des deutschen Reiches. Die Inquisition ist wichtig und gefährlich zugleich, Hexen werden verbrannt. Doch es gibt tatsächlich Menschen, die mit dem Teufel und seinen Dämonen im Bunde stehen. Und es gibt den mysteriösen Doktor Faustus …
Das alles wird rasant erzählt, mit starken Geräuschen und knalligen Dialogen. Faszinierendes Gruselkino für die Ohren, allerdings nicht unbedingt für Neulinge geeignet – aber wer nun bei »Dorian Hunter« einsteigt, hat einen hochklassigen Horror- und Phantatik-Stoff vor sich!
05 September 2025
Zwischen L. A. und Texas
Aktuell beschäftigte ich mich mit der Folge, die die Nummer 150 und den Titel »Eisherz« trägt und in den USA spielt, genauer gesagt, auf der Straße zwischen Los Angeles und einer Klinik in Texas sowie in der Klinik selbst. Dort soll der Freundin des Geisterjägers John Sinclair ein neues Herz eingesetzt werden. Das geht natürlich nicht ohne Komplikationen. Und so entwickelt sich die Handlung auf zwei Erzählebenen bis zu ihrem knalligen Höhepunkt einigermaßen folgerichtig.
Einige der Szenen sind echt brutal; Ghoule spielen schließlich mit, und die essen nun mal gerne Leichen. Geballert wird ebenfalls viel: Amerikanische Soldaten versuchen verzweifelt, einen riesigen Truck zu stoppen, der mit Benzin befüllt ist und über die Autobahn rast. Woher dann auf einmal ein magischer Schutzschirm kommt, der Schüsse ins Nichts leitet oder gar zurückwirft, und warum der nicht bei anderen Gelegenheiten von den Bösewichten eingesetzt werden kann, ist mir ein bisschen schleierhaft – aber zur Handlungslogik schrieb ich eingangs ja schon etwas.
Die Handlung an sich verläuft erwartbar, die Helden siegen am Ende. Es gibt sogar einen Hang zur Eigenironie; mir ist ein echter Insiderwitz aufgefallen: »Diese Folge wurde noch nicht vertont«, heißt es, als die Helden über etwas sprechen, das sie offensichtlich nicht nicht wissen können …
Nett. Wie immer gut gemacht, was die Sprecher und die Geräusche angeht!
25 Juli 2025
Das andere Ufer der Nacht
Sinclair und seine Freunde sind in einem kleinen spanischen Ort, der von einer alten Burg beherrscht wird, zumindest optisch. In dieser Burg wurde zur Zeit der Inquisition gemordet und gefoltert; bis heute gibt es Geschichten und Legenden dazu. Im Ort gibt es zudem ein merkwürdiges Beinhaus, das unsere Helden besichtigen wollen; angeblich gibt es auch einen Übergang zum anderen Ufer der Nacht, was immer das sein soll. Natürlich kommen Sinclair und seine Begleiter auf die Spuren des Mysteriums und können es am Ende lösen.
Das Hörspiel läuft auf zwei Zeitebenen: Sequenzen aus der Zeit der Inquisition wechseln sich ab mit Szenen in der Gegenwart. Vor allem die Vergangenheitsebene fand ich echt brutal; es wird gefoltert und gequält, das alles mit entsprechenden Schreien und sonstigen Geräuschen. Sehr anstrengend, sehr gruselig.
Die Handlung in der Gegenwart war typisch für »John Sinclair«: ein bisschen grobschlächtig (ein Fluss aus Blut, ein Boot aus Menschenknochen), ein bisschen unglaubwürdig (warum haben die Bösewichte immer so seltsame Pläne), aber unterm Strich sehr unterhaltsam. Ab und zu macht mir das einfach richtig Spaß …
04 Juli 2025
Sex, Gewalt und Zauberei
Die aktuelle Folge bringt diesmal auch Sex ins Spiel. Keine Sorge – das bleibt harmlos ... Aber man bekommt mit, dass Sex im Spiel ist, und es klingt nicht peinlich. Bei einem Hörspiel kann so ein Thema ja ziemlich »verrutschen«, finde ich. Aber das Team von Zaubermond Audio umschifft diese Klippe ganz erfolgreich.
Mithilfe guter und klar definierter Geräusche werden die zwei Handlungsebenen getrennt. Ohne dass etwas erklärt werden muss, kapiert man als Hörer, was in der heutigen Zeit spielt und was in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Letztlich geht es um die Suche nach einer Alraune, einer mysteriösen Pflanze also, die menschliches Leben in gewisser Weise simuliert – und auch das hat mit Sex zu tun.
»Schiff der verlorenen Seelen«, so der Titel des Hörspiels, ist wieder sehr gelungen. Für »Dorian Hunter«-Fans wird das Serienuniversum erneut erweitert – klasse!
23 Mai 2025
Finale im Eispalast
Mit der Folge 51.2, die den Titel »Im Reich der Alraune – Hekates Garten« trägt, spielen noch einmal Yetis eine Rolle, ebenso mysteriöse Wurzeln, die im Hochgebirge wachsen. Es gibt aber auch einen Palast im ewigen Eis und mysteriöse Erinnerungen an eine Vergangenheit, die der Dämonenkiller Dorian Hunter gar nicht mehr kennt.
Ganz klar: Mit dieser Folge werden erneut Verknüpfungen hergestellt. Wer die Serie gut kennt, freut sich bestimmt darüber; wer neu einsteigt, ist an diesen Stellen womöglich überfordert. Coco Zamis und ihre magischen Talente sind aber spannende Elemente, der Kampf um den Eispalast liefert reichlich Action – und damit entsprechende Hörspiel-Akustik.
Die Handlung ist spannend, die Dialoge und die Geräusche sind toll. Und mit der allerletzten Szene gibt es noch eine handfeste Überraschung für die Hörerinnen und Hörer dieses Zweiteilers. Klasse!
09 Mai 2025
Mönche, Yaks und Dämonen
Tatsächlich verlagert sich die Handlung nach Nepal. Warum es Dorian Hunter und Coco Zamis dorthin zieht, wird am Anfang in einem Rückblick erzählt. Dann geht die eigentliche Handlung los, die mehr an ein klassisches Abenteuer erinnert und nicht die üblichen Kämpfe mit Monstern und Dämonen zum Thema hat.
Man trifft sich mit Freunden und Bekannten in Kathmandu, dann beginnt man den Aufstieg in den Himalaya. Geschichten über Yetis, die als gefährlich bezeichnet werden, machen die Runde. Seltsame Mönche in roten Klamotten greifen an. Das Wetter macht unseren Helden zu schaffen.
Alles in allem ist das eine richtig »normale« Folge, die den Aufstieg auf mehrere tausend Meter glaubhaft erzählt. Starke Geräusche – etwa eine Lawine – und lebensnahe Dialoge prägen das Hörspiel, das an einer Stelle aufhört, die mich natürlich auf den zweiten Teil der Doppelfolge neugierig macht.
Das ist übrigens eine »Dorian Hunter«-Folge, die man auch potenziellen Neulingen empfehlen kann. Zwar tauchen viele Begriffe auf, die man nicht gleich kapieren wird – die eigentliche Handlung funktioniert aber sehr gut ohne Vorkenntnisse.
25 April 2025
In der Pigeon Street
Die Handlung lässt sich für jemanden, der sich mit der Serie nicht gut auskennt, kaum zusammenfassen. Dorian Hunter wird von der Polizei gestellt, als er sich gerade in einem Haus voller Leichen befindet. Die Hexe Coco Zamis, zeitweise Hunters Freundin, ist hochschwanger und braucht einen Platz im Krankenhaus. Und überall treiben die Dämonen der Schwarzen Familie ihr Unwesen, haben nichts anderes vor, als die Gruppe um Hunter zu zerstören.
Das ist dann streckenweise ziemlich brutal. Es wird viel geschossen, Menschen werden abgeschlachtet, Dorian Hunters Team zerbricht, und am Ende bleiben viele Leichen zurück. Tatsächlich scheint die Lage am Ende aussichtslos zu sein; mit seinen wenigen Getreuen hat der Held kaum eine Chance gegen die Übermacht der Dämonen und ihrer Verbündeten.
»Dorian Hunter« ist Horror, die Hörspiele sind es auch. In der Bearbeitung durch Dennis Ehrhardt und sein Team wird der ursprüngliche Roman von Ernst Vlcek, zu einer unglaublich spannenden Geschichte. Die Dialoge zünden, die Geräusche sind erschreckend; das alles läuft wie in einer Filmkulisse ab. Das ist richtig gut gemacht – »Dorian Hunter« ist eine hervorragende Hörspiel-Umsetzung.
(Ich weiß: Es gibt schon neuere Hörspiele aus dieser Serie. Aber die habe ich mir noch nicht angehört. Kommt noch!)
21 Oktober 2024
Dämonenrocker und Zeitprobleme
Bei Bastei-Lübbe sorgt die Marke »John Sinclair« für einen Erfolg nach dem anderen. Die Serie läuft seit Jahren als Heftroman, und die Hörbücher sind sogar für Leute spannend anzuhören, die sonst keinen Horror oder Grusel mögen.
Also dachte man sich wohl, man könnte den Erfolg mit »Professor Zamorra« wiederholen. Diese Serie bewegt sich seit Jahrzehnten zwischen Grusel und Fantasy, Science Fiction und dunkler Phantastik. Sie erscheint in Form von Heftromanen; leider ist die Zeit, in der es parallel noch Taschenbücher oder Hardcover-Bände gab, seit vielen Jahren vorüber.
Dafür gibt es seit dem vergangenen Jahr neue Hörspiele. Ich habe mir die ersten beiden angehört; man kann sie sich als CD oder bei den einschlägigen Download-Portalen kaufen. Es gibt sie zudem im Streaming.
Für die Bearbeitung alter Heftromane war Uwe Voehl zuständig, ein erfahrener Profi, der schon für viele Reihen und Serien tätig war – unter anderem für PERRY RHODAN NEO. Man entschied sich bei Lübbe-Audio offensichtlich dafür, vor allem die Horror-Elemente bei »Professor Zamorra« zu betonen. So wird der Professoren-Titel fast beiläufig fallengelassen, und Zamorra wird nicht als »Meister des Übersinnlichen« geführt. Mir scheint, als ob man vor allem auf die bisherigen »John Sinclair«-Fans zielt.
»Der Zeitenfluch«, das erste Hörspiel der neuen Reihe, basiert auf einem Roman des Bestsellerautors Wolfgang Hohlbein. Zamorra und seine Freundin werden eingeführt, ebenso das Schloss, in dem die beiden wohnen, und das französische Dorf in seiner näheren Umgebung. Ebenso wird recht schnell klar, dass allerlei Gegner auf die beiden warten. Unter anderem tauchen dämonische Rocker auf. Sogar die Zeit scheint verrückt zu spielen. Somit ergibt sich ein Mix aus Horror-Elementen – wenn etwa die Dämonen mit Motorrädern durch die Gegend fahren – und Science-Fiction-Teilen, wenn kurzerhand eine Zeitreise eingeschoben wird.
Einen ähnlichen Stil-Mix bietet auch das zweite Hörspiel. »Welt der Schatten« basiert auf einem Roman von Simon Borner. In Paris beginnt eine Bande von Zombies damit, ausgerechnet im Louvre und anderen bedeutenden Gebäuden harmlose Touristen zu fressen. Das ist nicht alles: Auf einer anderen Handlungsebene geht es um metaphysische Erscheinungen in Zamorras Schloss, wo gleich das ganze Multiversum bedroht ist. Wer mag, kann das als Science Fiction betrachten – es ist auf jeden Fall mehr als »nur Horror«.
Ich bin kein Freund übertriebener Grusel-Effekte, gestehe aber gern ein, dass sie bei diesen zwei Hörspielen sehr effektvoll eingesetzt worden sind. Die Action wird knallig serviert, die Geräusche sind entsprechend. Wenn Zombies einen Menschen angreifen, ist das nicht gerade zurückhaltend, und wenn Dämonen eine Straße unsicher machen, gehen sie ebenfalls nicht dezent vor. Blut spritzt, Knochen brechen, Menschen schreien – das ganze Programm von Angst und Schrecken wird im Hörspiel aufgeboten. Damit muss man als Hörerin oder Hörer klarkommen ...
Auch die Dialoge sind knallig. Die Figuren reden Klartext, vor allem die Bösewichte benutzen derbe Begriffe – aber das alles treibt die Geschichte rasant voran. Uwe Voehl hat die Szenen gut platziert, und wenn man die »Zamorra«-Welt akzeptiert, bilden die Figuren und die Dialoge eine gelungene Ergänzung.
Wer feinfühlige Geschichten mag oder gerne sanften Grusel der altmodischen Art, ist hier nicht gut beraten. Zumindest die ersten beiden Hörspiele sind derbe Schocker-Geschichten.
Aber seien wir fair: Wer Horror der eher groben Art mag, wer vor allem auf ein spannendes Hörspiel Wert legt, der kann mit den neuen »Zamorra«-Hörspielen sicher etwas anfangen. Ich schlage vor, die entsprechenden Hörproben zu testen, die man im Internet findet …
Die beiden CDs, die ich gehört habe, erhält man im Buch- und Musikfachhandel. Für die CD-Publikationen werden üblicherweise 9,99 Euro verlangt.
(Diese Rezension erschien bereits im Juli auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN. An dieser Stelle teile ich sie aus dokumentarischen Gründen.)
20 September 2024
Das Kind der Hexe – zum ersten
So beginnt die Folge 50.1 der Horror-Hörspielserie »Dorian Hunter«, die ja bekanntlich auf der Heftromanserie »Dämonenkiller« basiert und die klassischen Romane in moderne Hörspiele umsetzt. Verantwortlich dafür ist das Team von Zaubermond Audio, das auch mit diesem Tonträger für spannende Unterhaltung sorgt.
Wobei man klar sagen muss: Wer sich in der Welt von Dorian Hunter sowie seinen Freunden und Feinden nicht auskennt, wird sich hier schwertun. Durch die Handlung erschließen sich einige Zusammenhänge zwar schon, aber einfach ist das nicht – die Geschichte bekommt erst ihren richtigen »Drive«, wenn man die Vergangenheit der handelnden Personen kennt.
Die Hexe Coco Zamis ist hochschwanger. Sie soll ihr Kind in einem Krankenhaus auf die Welt bringen – doch die unterschiedlichen Fraktionen, die es unter den Dämonen gibt, haben sehr abweichende Vorstellungen davon, wie es mit dem Kind und seiner Mutter weitergehen kann.
Die Gruppe um Dorian Hunter und Coco Zamis schmiedet allerlei Pläne, aber diese lassen sich nicht so einfach umsetzen. Und dann endet das Hörspiel mit einem gemeinen Cliffhanger …
Ganz klar: »Das Kind der Hexe« ist ein beeindruckendes und spannendes Hörspiel. Der erste Teil – also die Nummer 50.1 – trägt den Untertitel »Der Plan«, und ich bin schon extrem neugierig auf die Fortsetzung dazu. Die werde ich in den kommenden Tagen sicher bald anhören!
30 August 2024
Die Rache des Kreuzritters
Wieder einmal hat mich das Hörspiel gefesselt, auch wenn der Inhalt schon arg an den Haaren herbeigezogen ist. Skelette auf Pferden, magische Symbole an einem Tor, dann aber wieder echte Leichen ohne Köpfe, die allerdings nach Blut dürsten – hier wird allerlei miteinander vermengt, was vielleicht nicht so richtig sinnvoll zusammenpasst. In einem Roman würde mich das mit Sicherheit stören, in einem Hörspiel finde ich es unterhaltsam.
Die Geschichte wird knallig präsentiert: effektvolle Geräusche, schnelle Dialoge, viel Geschrei und gut eingesetzte Musik. Das ist plakativ, aber sehr gut gemacht. Und man will dann selbst als kritischer Hörer gern wissen, wer von den vier Touristen stirbt und wer überlebt. Sehr gerne angehört, sehr spannend!
04 August 2023
Der Pfähler als Hörspiel
Die Handlung spielt an zwei unterschiedlichen Schauplätzen: einmal in der Innenstadt von London, wo sich neuerdings Vamire einnisten, und einmal in den Karpaten, also in Rumänien, wo ein alter Vampirjäger, den alle nur als den »Pfähler« betrachten, zu seinem letzten Kampf aufbricht, um den Herrn der Vampire zu treffen. John Sinclair, der Geisterjäger, wird von Träumen geplagt, aus denen er herausliest, dass das geheimnisvolle Kreuz, das er besitzt, ursprünglich aus Rumänien stammt; so kommt die Beziehung zwischen dem Pfähler und dem Geisterjäger zustande.
Ich versuche nicht, die Handlung nachzuerzählen. Wichtig ist letztlich, dass es irgendwann zu einem großen Showdown auf einem alten Friedhof bei London kommt. Ein Heer von Vampiren gegen Sinclair und seine Freunde – es kracht und scheppert, es gibt viele Tote, und am Ende siegen die Helden natürlich, wobei sowohl das Kreuz als auch ein uralter Holzpfahl eingesetzt werden.
Das alles wird mit ordentlich Wumms erzählt. Als Hörer fragt man sich nicht, wie sich eigentlich John Sinclair und einfache Leute aus Rumänien verständigen können. Als Hörer zuckt man vielleicht mal zusammen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie kompliziert die Pläne der Vampire sind – das ginge doch alles viel einfacher –, aber dann folgt man doch mit Interesse der Story. Es ist klar, dass die wichtigen Figuren nicht sterben können; dennoch gibt es eine Reihe von Randfiguren, um die man bangen kann.
Und so ist »Der Pfähler« eine knallige, nicht unbedingt psychologisch ausgefeilte, aber auf Effekte setzende Vampir-Geschichte, in der viel Blut fließt und haufenweise Untote endgültig umgebracht werden müssen. Wer darauf Lust hat – und ich habe das ab und zu ja –, kommt hier voll und ganz auf seine oder ihre Kosten!
14 Juli 2023
Der Start in die Gruselhörspielserie
Weil es mich juckte, wie die Serie angefangen hat, hörte ich »Im Nachtclub der Vampire« an, die erste Folge der aktuellen Serie, die vor über zwanzig Jahren erstmals veröffentlicht wurde. Das ist dann teilweise gut, bei Handlungslogik und dergleichen sollte man lieber nicht zu viel nachdenken.
Es gibt eine Art Hintergrundgeschichte: Die Mächte der Finsternis haben sich zurückgezogen. Sie warten auf die Ankunft eines mächtigen Dämons, der wohl älter ist als Satan und der die Erde übernehmen soll – daraur arbeiten weltweit die Dämonen und Vampire und anders Gelichter hin.
Die eigentliche Geschichte ist die einer jungen Frau aus Deutschland. Marina ist noch Jungfrau – das wird später wirklich wichtig! –, lernt Inspektor John Sinclair im Flugzeug kennen, gerät in London in Probleme, flüchtet zu der Bar »Shocking Palace« in Soho, sieht dort Vampire bei ihrer Tätigkeit, flüchtet und überlebt mit viel Glück. Aber weil ihre Flucht sie zu Sinclair führt, soll sie geopfert werden – zugunsten des kommenden Dämonenherrschers.
Aha.
Man darf bei solchen Geschichten wirklich nicht zu viel über Logik nachdenken. Es ist zudem häufig ein wenig überdosiert. Da spielen für meinen Geschmack immer zu viele Elemente mit – Vampire an sich hätten ausgereicht, die dämonische Gefahr im Hintergrund fand ich eher unnötig. Aber gut …
Seien wir fair: Ich kenne mittlerweile gut drei Dutzend »John Sinclair«-Hörspiele, und vor allem diejenigen, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht worden sind, gefallen mir viel besser. »Im Nachtclub der Vampire« ist eine Geschichte mit viel Blut und Geschrei, sie ist effektvoll gemacht, und sie ist sehr unterhaltsam. Die Dialoge sind allerdings schwächer und manchmal an der Grenze zur Peinlichkeit, und die Geräusche sind nicht so gut wie bei späteren Folgen.
Hätte ich mit diesem Hörspiel angefangen, »John Sinclair« zu hören, wäre ich wegen der Schwächen vielleicht nicht weit gekommen. Einen schönen Einstieg in eine gruselige Welt bietet es trotzdem.
12 Juli 2023
Phantastik mit Punks
Hauptfigur ist eine herumreisende Hausbesetzerin und Punk-Frau. Weil sie mehr über den Selbstmord ihres besten Freundes erfahren will, kommt sie nach Freedom, einer Siedlung im Mittleren Westen. Diese stand längere Zeit leer, ist mittlerweile von Hausbesetzern, Punks und anderen Ausgestoßenen der Gesellschaft übernommen worden. Eine anarchistische Struktur hat sich gebildet, es gibt kein Geld und keine Herrschaftsformen.
Leider ist auch in Freedom nicht alles so schön wie erhofft. Die Einwohner haben nämlich zum Schutz ein magisches Wesen beschworen, das sich als blutroter Hirsch manifestiert, neuerdings aber damit angefangen hat, die Leute zu massakrieren, die es herbeigerufen haben. Und zu allem Überfluss rückt auch noch die Polizei an …
Margaret Killjoy scheint zu wissen, wovon sie schreibt. Ihr Blick auf ein durchaus heikles Utopia der Außenseiter klingt glaubhaft, vor allem deshalb, weil sie die Schattenseiten nicht verschweigt. Sie ist selbst Transfrau, weshalb es ihr wohl leichtfällt, verschiedene queere Sichtweisen in ihren Roman zu integrieren – als Leser wird einem dieser Blick ganz nebenbei vermittelt, weil man die Geschichte immer fesselnder findet.
Tatsächlich fand ich die phantastischen Aspekte ein wenig zu dünn; die Autorin zeigt eher die inneren Spannungen in der Siedlung und die verschiedenen Ansichten der Menschen, die in Freedom wohnen. Das allerdings ist ebenfalls spannend, und so verfolgte ich mit großem Interesse die Geschichte einer Frau, die sich gegen ein magisches Wesen stellt.
Das war wirklich mal eine ganz andere Art von Phantastik!
Im Original wurde der Kurzroman in den USA auf der Internet-Seite von Tor veröffentlicht. Hierzulande hat der Festa-Verlag das Werk als Hardcover sowie als E-Book herausgebracht.
Ich habe mir die Hardcover-Version gekauft, die sehr gut aussieht und sich im Regal gut macht. Aufgrund der eher niedrigen Auflage ist der Preis für die gedruckte Ausgabe recht hoch – das muss man sich dann vorher überlegen –, dafür wird die E-Book-Ausgabe zu einem guten Preis angeboten. Lohnend!
23 Juni 2023
Eine Dosis Theriak
Das alles und noch einiges mehr findet Dorian Hunter heraus, als er sich dem Schluss Alkahest nähert. Dort hausen Vampire, die sich Sklaven halten. Als Dämonenkiller kennt sich Hunter mit solchen Wesen aus, und er geht entsprechend rücksichtslos vor. Doch bei einem seiner ersten Kämpfe mit einem Vampir muss ihm eine resolute Dame mit einer Schrotflinte zu Hilfe eilen ...
Die Geschichte ist wieder ganz schön verzwickt. Dorians ehemalige Frau Lilian spielt eine wichtige Rolle, seine alten Freunde Cohen und Chapman sind zentrale Figuren, es gibt Verbindungen zu seiner eigenen Vergangenheit. Und wenn man es genau nimmt, behandelt dieses Hörspiel die Dreieinigkeit aus Drogen, Monstern und Vampiren. Knallige Geräusche, pointierte Dialoge – wie immer ist das hervorragend gemacht.
Klar, das ist ein Hörspiel für die Fans der Serie, die sich auf die Zusammenhänge freuen können. Neulingen dürften bei den vielen Verwicklungen verwirrt sein; die eigentliche Story um die Vampire und das Schloss ist zwar durchaus verständlich, nimmt aber vielleicht zwei Drittel des Hörspiels ein. Wichtiger sind die Zusammenhänge ... Wer »Dorian Hunter« kennt, kommt hier dennoch auf seine Kosten.
16 Juni 2023
Der Vater des Schreckens zum Zweiten
Dabei fahren die Macher der Hörspielserie, die bekanntlich auf der alten Heftromanserie »Dämonenkiller« aufbaut, allerlei schweres Geschütz auf. Untote und Vampire treiben ihr Unwesen, es wird eine fiese Hochzeit thematisiert, und bei Neapel droht ein großer Vulkanausbruch. Das ist alles sehr verwirrend, und die Hauptfigur – der Dämonenkiller namens Dorian Hunter – spricht zudem mit unterschiedlichen Stimmen.
An dieser Stelle kann das kaum erläutert werden, weshalb ich darauf verzichten möchte. Es geht um vertauschte Seelen, und das ist nicht das einzige, das kompliziert wirkt: Die Handlung spielt an diversen Schauplätzen, man springt durch die Zeit, und letztlich geht es um die Intrigen und Kämpfe der wichtigen Dämonen, in die Dorian Hunter und seine Gefährten verwickelt sind.
Wer sich mit der Serie auskennt, für den ist das ganz großes Kino. Ich folgte der Handlung gefesselt und gespannt – die Machart war und ist wieder einmal hervorragend –, aber mir ist klar, dass ein potenzieller Neuhörer hier sehr überfordert wäre. Es ist die konsequente Fortsetzung einer Serie, die für ihren Ideenreichtum und ihre Komplexität seit Jahrzehnten bekannt ist, in gedruckter wie in akustischer Form.
Klasse gemacht!
05 Mai 2023
Blut für Lukretia
Es geht schon gemein los: Dorian Hunter und Coco Zamis sind mit einem Boot auf dem Meer unterwegs, sie treiben unter der glühenden Sonne dahim und sind kurz davor, kläglich zu verdursten. Die Spannungen zwischen den beiden – wer ist der Vater des Kindes der schwangeren Coco? – nehmen dabei zu, und Hunter beginnt, sein eigenes Kind zu hassen. Später sind ein Hotel in Indien sowie ein weiteres Schiff wichtige Schauplätze der Handlung. Ebenso gibt es Rück- und Umblenden zu Schauplätzen in England.
Verwirrend? Und wie!
Wer sich mit dem Universum von »Dorian Hunter« auskennt und sich konzentriert, kann der vielschichtigen Handlung gut folgen. Die Handlung springt zeitweise stark. Es geht im Zeitverlauf vor- und rückwärts, und die Figuren sowie ihre Beziehungen muss man einfach kennen. Für Leute wie mich, die bei dieser Serie Bescheid wissen, ist das ein großes Vergnügen, das in sich stimmig ist. Wer sich nicht auskennt, dürfte seine Probleme haben.
Toll gemacht! Starke Dialoge, gute Charaktere, plakative Geräusche! Aber wer sich mit der Serie anfreunden will, sollte mit dem ersten Teil anfangen.
17 Februar 2023
Im Haus des Schreckens
Was aber passiert, wenn die Studentin trotzdem die Stufen hinaufsteigt? Na logo: Sie trifft auf schwarze Kerzen und ein Monster.
Das ist dann der Punkt, an dem aus einer Geschichte, die ebenso ins Genre der Popliteratur hineinspielen könnte, ruckzuck ein Horror-Stoff wird. Ideal für John Sinclair, den tapferen Geisterjäger! Aus der Reihe »Sinclair Classics« hörte ich zuletzt die Folge »Im Haus des Schreckens«, die Folge 48 dieser Reihe.
In der Produktion von Dennis Ehrhardt und seinem Team wird wieder einmal aus einem alten Heftroman ein vergleichsweise spannendes Hörspiel: Man weiß, dass Sinclair selbst überlebt, hofft aber darauf, dass auch die Nebenfiguren die rasante Handlung überleben.
Knallige Dialoge und teilweise krasse Geräusche tragen dazu bei, dass die Geschichte spannend bleibt. (Schöner Effekt, wenn Sinclair und seine Kollegin sich mithilfe von Mikros unterhalten; die Stimmen werden je nach Erzählperspektive unterschiedlich eingeblendet.)
Es gibt einige eklige Geräusche, die echten Grusel-Fans sicher gefallen werden, und einen packenden Showdown. Das ist echt gut gemacht und gefiel mir wieder einmal sehr gut.



















