Posts mit dem Label Audio werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Audio werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

28 August 2026

Verrückte Könige

Ich habe gelegentlich darüber geschrieben, wie gern ich den Podcast »Machtwechsel« höre, bei dem ich versuche, keine einzige Folge zu verpassen. Das liegt nicht daran, dass die Journalistin und der Journalistin, die ihn betreiben, politisch auf meiner Wellenlänge schwimmen – das tun sie nicht immer … –, sondern daran, dass die beiden sehr informiert wirken und ich das Gefühl habe, viele Hintergründe zu erfahren.

Das ist bei vielen anderen Podcasts nicht der Fall: Wenn ich nur Gelaber hören will, stelle ich mich an eine Pommesbude oder gehe zu vorgerückter Stunde in meine Stammkneipe.

Nun aber gibt es eine echte Konkurrenz für »Machtwechsel«. Sie heißt »Mad Kings«, kommt direkt aus der Redaktion der Zeitschrift »Der Spiegel« und stellt sich eher ein bisschen linksliberal auf. Wo also »Machtwechsel« eher konservativ daherkommt und sich manchmal zurückhält, wird »Mad Kings« klar: Hier wird die AfD klar als »rechtsextrem« bezeichnet, während man bei »Machtwechsel« gern den Begriff »rechtspopulistisch« benutzt.

Britta Sandberg arbeitete lange Jahre als Auslandskorrespondentin; ihr Kollege Christoph Hickmann leitet das »Hauptstadtbüros« der Zeitschrift. Beide haben also durchaus Ahnung von Politik und ganz offensichtlich auch klare Meinungen. Das finde ich gut.

In der ersten Folge, die in dieser Woche veröffentlicht wurde und die ich mir anhörte, geht es vor allem um die AfD, ihre Kontakte zu Russland und zu Putins Machtapparat sowie die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt. Ich fand das spannend und werde mir sicher auch die nächste Folge anhören. Und dann muss ich schauen, wie ich drei Polit-Podcast-Folgen pro Woche schaffen kann …

(Ach ja: »Mad Kings« gibt es überall da, wo man Podcasts hören kann.)

24 Juli 2026

Klassischer Sherlock, gruseliges Hörspiel

Dass die Kollegen von Zaubermond Audio seit einiger Zeit an »Sherlock Holmes« arbeiten, habe ich mit positiver Überraschung zur Kenntnis genommen. Ich mag die Arbeit, die Dennis Ehrhardt und sein Team bei »John Sinclair« geleistet haben und bei »Dorian Hunter« immer noch erbringen.

Bei »Sherlock Holmes Baker Street«, so der korrekte Titel der Reihe, werden nun nicht nur die Originaltexte von Arthur Conan Doyle vertont, sondern auch neue Texte in Hörspiele umgesetzt. Einer davon ist gleich der zweite Teil, der den schönen Titel »Das Porzellanzimmer« trägt.

Um es vorwegzunehmen: Sprachlich haben sich Antares Bottlinger, der den Text verfasste, und Dennis Ehrhardt an den Klassikern orientiert. Die Dialoge und Beschreibungen wirken klassisch im positiven Sinn, aber nicht altmodisch. Es sind schöne Formulierungen, die auch vom Original stammen könnten.

Die Handlung passt ebenfalls, wenngleich sie einen leichten Hauch von Grusel aufweist: Weil ein alter Kollege von Dr. Watson fast einem Giftanschlag zum Opfer gefallen ist, reisen Holmes und Watson in die Provinz, wo sie in einem alten Herrenhaus ermitteln. Dabei wird ein Zimmer, in dem menschlich anmutende Puppen eine wichtige Rolle spielen, zu einem bedeutungsvollen Schauplatz.

Die Handlung des Hörspiels entwickelt sich behutsam und steigert sich langsam. Zwischendurch gibt es sogar ein wenig Action, und Watson muss seinen Armee-Revolver abfeuern. Am Ende löst aber natürlich Holmes mit seiner bekannten Kombinationsgabe den Fall.

Ein starkes Stück, finde ich. Mitreißend erzählt, textlich sauber gemacht, mit klaren Dialogen und zurückhaltend sowie treffend eingesetzten Geräuschen. Sehr gut!

17 Juli 2026

Scharlachrot als Hörspiel

Sherlock Holmes als literarische Figur hat es in alle möglichen Bereiche der Unterhaltungskultur geschafft. Zahlreiche Filme und Comics basieren auf den klassischen Geschichten, die Arthur Conan Doyle schrieb, natürlich gibt es auch Hörbücher und Hörspiele.

Seit Ende 2025 mischt auch Zaubermond Audio in diesem Bereich mit. Das Label brachte mit »Studie in Scharlachrot« sein erstes Hörspiel mit dem Meisterdetektiv heraus; weitere sind mittlerweile gefolgt.

Es ist lange her, seit ich »Studie in Scharlachrot« las; ich kann deshalb nicht beurteilen, wie eng sich das Zaubermond-Team an die literarische Vorlage gehalten hat. Die Geschichte beginnt im Hörspiel in den Weiten des amerikanischen Westens, bevor es dann in London weitergeht. Wie sich Dr. Watson und Sherlock Holmes kennenlernen, ist allgemein bekannt, wird aber in diesem Hörspiel sehr gut und sehr klar geschildert.

Dann kommt es zum Mord, die Polizei ermittelt tölpelhaft, und am Ende hat Holmes den Fall erfolgreich gelöst. Die Handlung beleuchtet zwischendurch noch einmal die Situation in den USA, konzentriert sich ansonsten aber auf die Ermittlungen und die Geschehnisse in London.

Das alles wird im Hörspiel sehr gut geschildert. Die Stimmen der Figuren unterscheiden sich deutlich, so dass man der Handlung problemlos folgen kann. Vor allem die Polizisten mit ihren charakteristischen Stimmen sind gut gewählt, aber auch die anderen gefallen mir. Dazu kommen gut eingesetzte Geräusche, die aber eher im Hintergrund bleiben.

Mit »Studie in Scharlachrot« ist es Zaubermond Audio gelungen, eine klassische Detektivgeschichte in ihrer Zeit zu verankern und die Geschichte dort auch spielen zu lassen. Mir hat das viel Freude bereitet, und ich werde mir die weiteren »Sherlock Holmes«-Hörspiele vornehmen.

(Wer sich auch dafür interessiert: Es gibt sie bei den einschlägig bekannten Streamingdiensten.)

24 April 2026

Faust und seine Transformation

Dieser Tage hörte ich mir das aktuelle Hörspiel aus der Serie »Dorian Hunter« an. Es ist bereits die Folge 55, und sie trägt den schlichten Titel »Faust«. Tatsächlich spielt die Geschichte mit dem Motiv des klugen Dr. Faust, der aus Gründen der Liebe einen Pakt mit dem Teufel schließt. Und sie schließt die »Faust«-Trilogie innerhalb der Serie ab.

Die Handlung spielt auf zwei Ebenen, deren Zusammenhang sich nur jemandem erschließen, der die Serie kennt: Auf der Gegenwartsebene ist die Hexe Coco Zamis im Wald um ein Internat unterwegs, wo sie eine Spur zu ihrem entführten Sohn zu finden hofft. Dabei geht’s durchaus blutig zu; die entsprechenden Szenen packen einen beim Anhören.

Die Vergangenheitshandlung erzählt von Georg Rudolf Speyer, einer früheren Inkarnation des Dämonenkillers Dorian Hunter, der in Wittenberg mit einem mysteriösen Adeligen namens Mephistopheles und dem ebenfalls mysteriösen Dr. Faust zu tun hat. Vor allem der verwirrte Dr. Faust wird großartig dargestellt, hier konnte man mit Dieter Hallervorden einen prominenten Sprecher verpflichten, der den verwirrten Doktor hervorragend in Szenen setzt.

Das Hörspiel ist wieder rasant erzählt und macht auf der ganzen Länge richtig Spaß. Starke Sprecher, eine auf Spannung setzende Regie und präzise eingesetzte Geräusche sorgen für eine echte Grusel- und Horror-Atmosphäre. Ich bin da echt Fan!

05 Dezember 2025

Eine Folge über Malawi

Es ist sehr lange her, dass ich einige Wochen in Malawi verbrachte, gut ein Vierteljahrhundert, aber ich erinnere mich immer noch gern an die Reise zurück. Viele Bilder haben sich für alle Zeiten in mein Hirn eingebrannt – die freundlichen Leute, aber auch die Armut, die faszinierende Landschaft, aber ebenso die wirtschaftlichen Probleme, all die Gegensätze eines sogenannten Entwicklungslandes.

Der Podcast »55 countries« widmet sich dem afrikanischen Kontinent, und das macht er sehr gut. In der aktuellen Folge 61 geht es um Malawi; die Folge ist angenehm kurz und fasst die Themen gut zusammen. Man bekommt einen vernünftigen Eindruck von den Problemen und Hoffnungen des kleinen Landes in Südostafrika.

Was mir besonders gut gefiel: Als Interviewpartner wurden zumeist Einheimische vorgestellt. Ihr O-Ton wird nicht untertitelt; weil die englische Aussprache manchmal ein bisschen schwierig ist, muss man sich beim Zuhören sehr konzentrieren. Kein Problem – dafür ist das eben authentisch.

Ein guter Podcast, eine sehr gute Folge! Wer mehr über Afrika wissen will, sollte sich »55 countries« mal anschauen! Oder eher anhören, schon klar …

07 November 2025

Ein Besuch bei Mephistopheles

Die aktuelle Folge der Hörspielserie »Dorian Hunter« hat mich wieder gepackt; ich hörte sie dieser Tage an und war sehr davon angetan. Es handelt sich bereits um die Folge 54, und sie trägt den Titel »Mephistopheles«. Entstanden ist das Hörspiel nach einem Roman von Ernst Vlcek, mit dem ich selbst viele Jahre zusammengearbeitet habe, und produziert wurde es von Zaubermond Audio.

Es beginnt mit einem Fechtkampf; eine ungewöhnliche Situation. Coco Zamis, die junge Hexe, hat sich in ein Internat eingeschlichen, wo sie an wichtige Informationen gelangen will. Ihr ist klar, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Schule handelt, aber sie muss dringend ihre Nachforschungen weiter betreiben.

Die parallele Handlung spielt in der Vergangenheit: Georg Rudolf Speyer – dabei handelt es sich um eine frühere Inkarnation des Dämonenkillers Dorian Hunter, um es grob zu vereinfachen – ist in Wittenberg eingetroffen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts stößt er dort auf Doktor Faustus und einen geheimnisvollen Burgherrn, hinter dem der fiese Mephistopheles steckt.

Auf beiden Handlungsebenen spitzen sich die Ereignisse zu. Wie sie zusammenhängen, wird nicht ganz klar – sie enden jeweils mit einem packenden Cliffhanger, der mich dann schon auf die nächste Folge warten lässt. Diese Folge kommt ohne Horror- und Schocker-Elemente aus, ist aber trotzdem spannend, weil sich für die Figuren die Lage so kritisch verändert.

Wie immer ist das Hörspiel hervorragend gemacht: Die Dialoge sind pointiert, die Geräusche überzeugen mich, die Musik wird dezent eingesetzt. Sowohl das Internat in der Gegenwart als auch die Burg in der Vergangenheit sind spannende Schauplätze, die durch die Geschichte lebendig gemacht werden. Klasse!

19 September 2025

Ein Sonnengeflecht gehört

Die Horror-Serie »Dorian Hunter« existiert derzeit in Form von Romanen und Hörspielen. Beide Varianten beruhen auf der schon klassischen Heftromanserie »Dämonenkiller«, die von Ernst Vlcek und Kurt Luif begründet und zu einem großen Teil auch geschrieben wurde. Da Ernst Vlcek, mit dem ich ja auch lange Jahre zusammenarbeitete, die Zyklenstruktur von PERRY RHODAN bei seiner Horror-Serie übernommen hat, gibt es diese nun auch bei »Dorian Hunter«.

Dass das ziemlich komplex verlaufen kann, belegt die aktuelle Folge 53, die den Titel »Das Sonnengeflecht« trägt. Sie spielt auf zwei Zeitebenen: Während Dorian Hunters Freundin, die Hexe Coco Zamis, in der Gegenwart der Serie versucht, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden, wird die Vergangenheit lebendig: Georg Rudolf Speyer, eine frühere Inkarnation des Dämonenkillers, erzählt aus der Vergangenheit des 16. Jahrhunderts.

Das ist echt spannend, wenngleich streckenweise grob. Die Handlung spielt in Konstanz und Wittenberg, also in diversen Gegenden des deutschen Reiches. Die Inquisition ist wichtig und gefährlich zugleich, Hexen werden verbrannt. Doch es gibt tatsächlich Menschen, die mit dem Teufel und seinen Dämonen im Bunde stehen. Und es gibt den mysteriösen Doktor Faustus …

Das alles wird rasant erzählt, mit starken Geräuschen und knalligen Dialogen. Faszinierendes Gruselkino für die Ohren, allerdings nicht unbedingt für Neulinge geeignet – aber wer nun bei »Dorian Hunter« einsteigt, hat einen hochklassigen Horror- und Phantatik-Stoff vor sich!

05 September 2025

Zwischen L. A. und Texas

Wenn ich gelegentlich ein Hörspiel aus der Horror-Serie »John Sinclair« anhöre, achte ich selten auf Handlungslogik. Würde ich das tun, könnte ich mir die meisten der Stücke nicht zu Gemüte führen. Mein Lieblingsbeispiel: Dank eines magischen Kreuzes ist John Sinclair praktisch unbesiegbar, aber er setzt es – wenn überhaupt – immer erst im allerletzten Moment ein. Schon klar, sonst wäre die Geschichte nicht so spannend, aber …

Aktuell beschäftigte ich mich mit der Folge, die die Nummer 150 und den Titel »Eisherz« trägt und in den USA spielt, genauer gesagt, auf der Straße zwischen Los Angeles und einer Klinik in Texas sowie in der Klinik selbst. Dort soll der Freundin des Geisterjägers John Sinclair ein neues Herz eingesetzt werden. Das geht natürlich nicht ohne Komplikationen. Und so entwickelt sich die Handlung auf zwei Erzählebenen bis zu ihrem knalligen Höhepunkt einigermaßen folgerichtig.

Einige der Szenen sind echt brutal; Ghoule spielen schließlich mit, und die essen nun mal gerne Leichen. Geballert wird ebenfalls viel: Amerikanische Soldaten versuchen verzweifelt, einen riesigen Truck zu stoppen, der mit Benzin befüllt ist und über die Autobahn rast. Woher dann auf einmal ein magischer Schutzschirm kommt, der Schüsse ins Nichts leitet oder gar zurückwirft, und warum der nicht bei anderen Gelegenheiten von den Bösewichten eingesetzt werden kann, ist mir ein bisschen schleierhaft – aber zur Handlungslogik schrieb ich eingangs ja schon etwas.

Die Handlung an sich verläuft erwartbar, die Helden siegen am Ende. Es gibt sogar einen Hang zur Eigenironie; mir ist ein echter Insiderwitz aufgefallen: »Diese Folge wurde noch nicht vertont«, heißt es, als die Helden über etwas sprechen, das sie offensichtlich nicht nicht wissen können …

Nett. Wie immer gut gemacht, was die Sprecher und die Geräusche angeht!

25 Juli 2025

Das andere Ufer der Nacht

Dieser Tage hörte ich wieder einmal ein »John Sinclair«-Hörspiel; es trug den Titel »Das andere Ufer der Nacht« und spielte in Spanien. Es handelt sich um eine abgeschlossene Geschichte, die im Rahmen der Hörspiel-Sonderedition veröffentlicht wurde. Man kann sie also ohne jegliche Vorkenntnisse anhören; außer zwei Freunden des Geisterjägers ist sonst kein Bezug zur eigentlichen Serienhandlung vorhanden.

Sinclair und seine Freunde sind in einem kleinen spanischen Ort, der von einer alten Burg beherrscht wird, zumindest optisch. In dieser Burg wurde zur Zeit der Inquisition gemordet und gefoltert; bis heute gibt es Geschichten und Legenden dazu. Im Ort gibt es zudem ein merkwürdiges Beinhaus, das unsere Helden besichtigen wollen; angeblich gibt es auch einen Übergang zum anderen Ufer der Nacht, was immer das sein soll. Natürlich kommen Sinclair und seine Begleiter auf die Spuren des Mysteriums und können es am Ende lösen.

Das Hörspiel läuft auf zwei Zeitebenen: Sequenzen aus der Zeit der Inquisition wechseln sich ab mit Szenen in der Gegenwart. Vor allem die Vergangenheitsebene fand ich echt brutal; es wird gefoltert und gequält, das alles mit entsprechenden Schreien und sonstigen Geräuschen. Sehr anstrengend, sehr gruselig.

Die Handlung in der Gegenwart war typisch für »John Sinclair«: ein bisschen grobschlächtig (ein Fluss aus Blut, ein Boot aus Menschenknochen), ein bisschen unglaubwürdig (warum haben die Bösewichte immer so seltsame Pläne), aber unterm Strich sehr unterhaltsam. Ab und zu macht mir das einfach richtig Spaß …

04 Juli 2025

Sex, Gewalt und Zauberei

Vom Hochgebirge an die Küste Panamas: Die aktuelle Folge 52 der Hörspielserie »Dorian Hunter« bringt die zwei Hauptpersonen in neue Konflikte, die wieder mit der Vergangenheit der Hauptfigur zusammenhängen. Dorian Hunter und Coco Zamis suchen nach einer Spur ihres verlorenen Sohnes Martin – und Hunter weiß, dass er Antworten auf manche Fragen in der Vergangenheit finden muss.

Die aktuelle Folge bringt diesmal auch Sex ins Spiel. Keine Sorge – das bleibt harmlos ... Aber man bekommt mit, dass Sex im Spiel ist, und es klingt nicht peinlich. Bei einem Hörspiel kann so ein Thema ja ziemlich »verrutschen«, finde ich. Aber das Team von Zaubermond Audio umschifft diese Klippe ganz erfolgreich.

Mithilfe guter und klar definierter Geräusche werden die zwei Handlungsebenen getrennt. Ohne dass etwas erklärt werden muss, kapiert man als Hörer, was in der heutigen Zeit spielt und was in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Letztlich geht es um die Suche nach einer Alraune, einer mysteriösen Pflanze also, die menschliches Leben in gewisser Weise simuliert – und auch das hat mit Sex zu tun. 

»Schiff der verlorenen Seelen«, so der Titel des Hörspiels, ist wieder sehr gelungen. Für »Dorian Hunter«-Fans wird das Serienuniversum erneut erweitert – klasse!

23 Mai 2025

Finale im Eispalast

Auch der zweite Teil des Himalaya-Abenteuers innerhalb der Hörspielserie »Dorian Hunter« hat häufig Aspekte des Abenteuerromans oder der Fantasy und weniger der blutigen Horror-Geschichte. Das schadet aber nichts, finde ich – Ernst Vlcek, von dem die literarische Vorlage stammt, scherte sich Zeit seines Lebens nicht um die großen Unterschiede zwischen den phantastischen Genres.

Mit der Folge 51.2, die den Titel »Im Reich der Alraune – Hekates Garten« trägt, spielen noch einmal Yetis eine Rolle, ebenso mysteriöse Wurzeln, die im Hochgebirge wachsen. Es gibt aber auch einen Palast im ewigen Eis und mysteriöse Erinnerungen an eine Vergangenheit, die der Dämonenkiller Dorian Hunter gar nicht mehr kennt.

Ganz klar: Mit dieser Folge werden erneut Verknüpfungen hergestellt. Wer die Serie gut kennt, freut sich bestimmt darüber; wer neu einsteigt, ist an diesen Stellen womöglich überfordert. Coco Zamis und ihre magischen Talente sind aber spannende Elemente, der Kampf um den Eispalast liefert reichlich Action – und damit entsprechende Hörspiel-Akustik.

Die Handlung ist spannend, die Dialoge und die Geräusche sind toll. Und mit der allerletzten Szene gibt es noch eine handfeste Überraschung für die Hörerinnen und Hörer dieses Zweiteilers. Klasse!

09 Mai 2025

Mönche, Yaks und Dämonen

Nachdem ich zuletzt den Anschluss an die »Dorian Hunter«-Hörspiele ein wenig verloren habe, möchte ich nun schnell aufholen. Deshalb hörte ich mir dieser Tage die Folge 50.1 der Hörspielserie an, die den schönen Titel »Im Reich der Alraunen – Aufstieg« trägt. Mit dem Reich sind irgendwelche Gebirgstäler in Nepal gemeint, und der Aufstieg bezieht sich auf die konkrete Geschichte.

Tatsächlich verlagert sich die Handlung nach Nepal. Warum es Dorian Hunter und Coco Zamis dorthin zieht, wird am Anfang in einem Rückblick erzählt. Dann geht die eigentliche Handlung los, die mehr an ein klassisches Abenteuer erinnert und nicht die üblichen Kämpfe mit Monstern und Dämonen zum Thema hat.

Man trifft sich mit Freunden und Bekannten in Kathmandu, dann beginnt man den Aufstieg in den Himalaya. Geschichten über Yetis, die als gefährlich bezeichnet werden, machen die Runde. Seltsame Mönche in roten Klamotten greifen an. Das Wetter macht unseren Helden zu schaffen.

Alles in allem ist das eine richtig »normale« Folge, die den Aufstieg auf mehrere tausend Meter glaubhaft erzählt. Starke Geräusche – etwa eine Lawine – und lebensnahe Dialoge prägen das Hörspiel, das an einer Stelle aufhört, die mich natürlich auf den zweiten Teil der Doppelfolge neugierig macht.

Das ist übrigens eine »Dorian Hunter«-Folge, die man auch potenziellen Neulingen empfehlen kann. Zwar tauchen viele Begriffe auf, die man nicht gleich kapieren wird – die eigentliche Handlung funktioniert aber sehr gut ohne Vorkenntnisse.

25 April 2025

In der Pigeon Street

Was für eine gemeine Geschichte, was für eine drastische Handlung! Bei den »Dorian Hunter«-Hörspielen bin ich es ja geradezu gewöhnt, dass es der Hauptfigur und ihren Freunden nicht immer gut geht – aber der Einstieg und der weitere Verlauf des Hörspiels mit der Nummer 50.2, das den schönen Titel »Das Kind der Hexe – Pigeon Street« trägt, ist selbst für die Verhältnisse dieser Serie heftig.

Die Handlung lässt sich für jemanden, der sich mit der Serie nicht gut auskennt, kaum zusammenfassen. Dorian Hunter wird von der Polizei gestellt, als er sich gerade in einem Haus voller Leichen befindet. Die Hexe Coco Zamis, zeitweise Hunters Freundin, ist hochschwanger und braucht einen Platz im Krankenhaus. Und überall treiben die Dämonen der Schwarzen Familie ihr Unwesen, haben nichts anderes vor, als die Gruppe um Hunter zu zerstören.

Das ist dann streckenweise ziemlich brutal. Es wird viel geschossen, Menschen werden abgeschlachtet, Dorian Hunters Team zerbricht, und am Ende bleiben viele Leichen zurück. Tatsächlich scheint die Lage am Ende aussichtslos zu sein; mit seinen wenigen Getreuen hat der Held kaum eine Chance gegen die Übermacht der Dämonen und ihrer Verbündeten.

»Dorian Hunter« ist Horror, die Hörspiele sind es auch. In der Bearbeitung durch Dennis Ehrhardt und sein Team wird der ursprüngliche Roman von Ernst Vlcek, zu einer unglaublich spannenden Geschichte. Die Dialoge zünden, die Geräusche sind erschreckend; das alles läuft wie in einer Filmkulisse ab. Das ist richtig gut gemacht – »Dorian Hunter« ist eine hervorragende Hörspiel-Umsetzung.

(Ich weiß: Es gibt schon neuere Hörspiele aus dieser Serie. Aber die habe ich mir noch nicht angehört. Kommt noch!)

21 Oktober 2024

Dämonenrocker und Zeitprobleme

Bei Bastei-Lübbe sorgt die Marke »John Sinclair« für einen Erfolg nach dem anderen. Die Serie läuft seit Jahren als Heftroman, und die Hörbücher sind sogar für Leute spannend anzuhören, die sonst keinen Horror oder Grusel mögen.

Also dachte man sich wohl, man könnte den Erfolg mit »Professor Zamorra« wiederholen. Diese Serie bewegt sich seit Jahrzehnten zwischen Grusel und Fantasy, Science Fiction und dunkler Phantastik. Sie erscheint in Form von Heftromanen; leider ist die Zeit, in der es parallel noch Taschenbücher oder Hardcover-Bände gab, seit vielen Jahren vorüber.

Dafür gibt es seit dem vergangenen Jahr neue Hörspiele. Ich habe mir die ersten beiden angehört; man kann sie sich als CD oder bei den einschlägigen Download-Portalen kaufen. Es gibt sie zudem im Streaming.

Für die Bearbeitung alter Heftromane war Uwe Voehl zuständig, ein erfahrener Profi, der schon für viele Reihen und Serien tätig war – unter anderem für PERRY RHODAN NEO. Man entschied sich bei Lübbe-Audio offensichtlich dafür, vor allem die Horror-Elemente bei »Professor Zamorra« zu betonen. So wird der Professoren-Titel fast beiläufig fallengelassen, und Zamorra wird nicht als »Meister des Übersinnlichen« geführt. Mir scheint, als ob man vor allem auf die bisherigen »John Sinclair«-Fans zielt.

»Der Zeitenfluch«, das erste Hörspiel der neuen Reihe, basiert auf einem Roman des Bestsellerautors Wolfgang Hohlbein. Zamorra und seine Freundin werden eingeführt, ebenso das Schloss, in dem die beiden wohnen, und das französische Dorf in seiner näheren Umgebung. Ebenso wird recht schnell klar, dass allerlei Gegner auf die beiden warten. Unter anderem tauchen dämonische Rocker auf. Sogar die Zeit scheint verrückt zu spielen. Somit ergibt sich ein Mix aus Horror-Elementen – wenn etwa die Dämonen mit Motorrädern durch die Gegend fahren – und Science-Fiction-Teilen, wenn kurzerhand eine Zeitreise eingeschoben wird.

Einen ähnlichen Stil-Mix bietet auch das zweite Hörspiel. »Welt der Schatten« basiert auf einem Roman von Simon Borner. In Paris beginnt eine Bande von Zombies damit, ausgerechnet im Louvre und anderen bedeutenden Gebäuden harmlose Touristen zu fressen. Das ist nicht alles: Auf einer anderen Handlungsebene geht es um metaphysische Erscheinungen in Zamorras Schloss, wo gleich das ganze Multiversum bedroht ist. Wer mag, kann das als Science Fiction betrachten – es ist auf jeden Fall mehr als »nur Horror«.

Ich bin kein Freund übertriebener Grusel-Effekte, gestehe aber gern ein, dass sie bei diesen zwei Hörspielen sehr effektvoll eingesetzt worden sind. Die Action wird knallig serviert, die Geräusche sind entsprechend. Wenn Zombies einen Menschen angreifen, ist das nicht gerade zurückhaltend, und wenn Dämonen eine Straße unsicher machen, gehen sie ebenfalls nicht dezent vor. Blut spritzt, Knochen brechen, Menschen schreien – das ganze Programm von Angst und Schrecken wird im Hörspiel aufgeboten. Damit muss man als Hörerin oder Hörer klarkommen ...

Auch die Dialoge sind knallig. Die Figuren reden Klartext, vor allem die Bösewichte benutzen derbe Begriffe – aber das alles treibt die Geschichte rasant voran. Uwe Voehl hat die Szenen gut platziert, und wenn man die »Zamorra«-Welt akzeptiert, bilden die Figuren und die Dialoge eine gelungene Ergänzung.

Wer feinfühlige Geschichten mag oder gerne sanften Grusel der altmodischen Art, ist hier nicht gut beraten. Zumindest die ersten beiden Hörspiele sind derbe Schocker-Geschichten.

Aber seien wir fair: Wer Horror der eher groben Art mag, wer vor allem auf ein spannendes Hörspiel Wert legt, der kann mit den neuen »Zamorra«-Hörspielen sicher etwas anfangen. Ich schlage vor, die entsprechenden Hörproben zu testen, die man im Internet findet …

Die beiden CDs, die ich gehört habe, erhält man im Buch- und Musikfachhandel. Für die CD-Publikationen werden üblicherweise 9,99 Euro verlangt.

(Diese Rezension erschien bereits im Juli auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN. An dieser Stelle teile ich sie aus dokumentarischen Gründen.)

10 Oktober 2024

Piratensender mit Haltung

Mit Podcasts konnte ich bislang nicht so viel anfangen: Viele davon kamen mir zu verquasselt vor, und rein zeitlich – so mein Eindruck – bekam ich es nicht hin, sie anzuhören. Das muss aber nicht so sein, und das wurde mir mittlerweile klar: Ich habe nämlich zwei Folgen von »Piratensender Powerplay« gehört und bin davon sehr angetan.

Der Podcast, dem ich über Spotify im Auto gelauscht habe, versteht sich als »politisches Gespräch«; man verspricht »Analysen mit Haltung«. Das wird tatsächlich auch geboten. Samira El Ouassil und Friedemann Karig sind mir als schreibendes Duo aus dem Sachbuch »Erzählende Affen« bekannt, das ich nach vor jedem Menschen empfehlen kann. Dass sie Podcaster sind, war mir bewusst – aber ich hatte mich nie aktiv darum gekümmert.

In der aktuellen Folge 184 geht es um das Thema »Soll die AfD verboten werden?«. Die beiden gehen das Thema von unterschiedlichen Seiten an, haben nicht immer die gleiche Ansicht, aber sind sich in der grundlegenden Analyse einig: Die AfD ist eine gefährliche rechtsradikale Partei, gegen die man etwas tun muss – ob ein Verbot der richtige Weg ist, darüber kann man sicher streiten.

Ich fand die Analyse und die Diskussion der beiden unterhaltsam und spannend; ich bekam neue Gesichtspunkte aufgezeigt und war davon sehr angetan. Man muss es ja erst einmal hinkriegen, ein so komplexes Thema so aufzubereiten, dass auch Nichtjuristen die Feinheiten verstehen.

Und so freue ich mich schon jetzt auf die nächste Folge von »Piratensender Powerplay«. Diese Woche kommt sie noch. Aber ich kann ja ebenso einige ältere Folgen hören … (Das geht nicht nur über Spotify, sondern auch auf anderem Weg.)

20 September 2024

Das Kind der Hexe – zum ersten

Was für ein Szenario! Dorian Hunter, der unerschrockene Dämonenkiller, wird von der Polizei verhört. Man hält ihn aus nachvollziehbarem Grund für einen Massenmörder. Doch was ist wirklich geschehen?

So beginnt die Folge 50.1 der Horror-Hörspielserie »Dorian Hunter«, die ja bekanntlich auf der Heftromanserie »Dämonenkiller« basiert und die klassischen Romane in moderne Hörspiele umsetzt. Verantwortlich dafür ist das Team von Zaubermond Audio, das auch mit diesem Tonträger für spannende Unterhaltung sorgt.

Wobei man klar sagen muss: Wer sich in der Welt von Dorian Hunter sowie seinen Freunden und Feinden nicht auskennt, wird sich hier schwertun. Durch die Handlung erschließen sich einige Zusammenhänge zwar schon, aber einfach ist das nicht – die Geschichte bekommt erst ihren richtigen »Drive«, wenn man die Vergangenheit der handelnden Personen kennt.

Die Hexe Coco Zamis ist hochschwanger. Sie soll ihr Kind in einem Krankenhaus auf die Welt bringen – doch die unterschiedlichen Fraktionen, die es unter den Dämonen gibt, haben sehr abweichende Vorstellungen davon, wie es mit dem Kind und seiner Mutter weitergehen kann.

Die Gruppe um Dorian Hunter und Coco Zamis schmiedet allerlei Pläne, aber diese lassen sich nicht so einfach umsetzen. Und dann endet das Hörspiel mit einem gemeinen Cliffhanger …

Ganz klar: »Das Kind der Hexe« ist ein beeindruckendes und spannendes Hörspiel. Der erste Teil – also die Nummer 50.1 – trägt den Untertitel »Der Plan«, und ich bin schon extrem neugierig auf die Fortsetzung dazu. Die werde ich in den kommenden Tagen sicher bald anhören!

30 August 2024

Die Rache des Kreuzritters

Es ist eine Weile her, seit ich zuletzt ein Hörspiel der »John Sinclair«-Serie gehört habe. Dieser Tage hörte ich mir die Folge 49 der »Sinclair Classics« an, die den martialischen Titel »Die Rache des Kreuzritters« trägt. Zumindest am Anfang fand ich die Story ungewöhnlich; wenn am Ende dann Köpfe fliegen und das Blut spritzt, weiß ich aber wieder, dass ich im Universum des Geisterjägers gelandet bin …

Der Reihe nach: Die Geschichte beginnt im Elsass. Zwei deutsche Paare machen dort Urlaub, ausgerechnet in der Nähe einer Burg, auf der angeblich der Geist eines alten Kreuzritters sein Unwesen treibt. Natürlich lassen sich die Touristen nicht von irgendwelchen Warnungen abhalten und zelten auf der Burg. Dort treffen sie auf einen skelettierten Geist, der auf einem toten Pferd reitet, aber sein Schwert schwingen kann, ebenso auf John Sinclair, den Geisterjäger aus London, und einen deutschen Kollegen.

Wieder einmal hat mich das Hörspiel gefesselt, auch wenn der Inhalt schon arg an den Haaren herbeigezogen ist. Skelette auf Pferden, magische Symbole an einem Tor, dann aber wieder echte Leichen ohne Köpfe, die allerdings nach Blut dürsten – hier wird allerlei miteinander vermengt, was vielleicht nicht so richtig sinnvoll zusammenpasst. In einem Roman würde mich das mit Sicherheit stören, in einem Hörspiel finde ich es unterhaltsam.

Die Geschichte wird knallig präsentiert: effektvolle Geräusche, schnelle Dialoge, viel Geschrei und gut eingesetzte Musik. Das ist plakativ, aber sehr gut gemacht. Und man will dann selbst als kritischer Hörer gern wissen, wer von den vier Touristen stirbt und wer überlebt. Sehr gerne angehört, sehr spannend!

04 August 2023

Der Pfähler als Hörspiel

Bereits 2005 erschien das Hörspiel »Der Pfähler« als zweiter Teil der »John Sinclair Sonderedition«, in der umfangreichere Geschichten aus der Welt des Geisterjägers vertont wurden – ich habe dieses Hörspiel dieser Tage endlich angehört. Wenn ich es richtig kapiert habe, wurden für das Hörspiel drei klassische Heftromane genommen, die die sogenannte Vampir-Trilogie bilden. Letztlich ist mir das aber egal – ich bin kein Fan dieser Serie und konsumiere einfach die Hörspiele.

Die Handlung spielt an zwei unterschiedlichen Schauplätzen: einmal in der Innenstadt von London, wo sich neuerdings Vamire einnisten, und einmal in den Karpaten, also in Rumänien, wo ein alter Vampirjäger, den alle nur als den »Pfähler« betrachten, zu seinem letzten Kampf aufbricht, um den Herrn der Vampire zu treffen. John Sinclair, der Geisterjäger, wird von Träumen geplagt, aus denen er herausliest, dass das geheimnisvolle Kreuz, das er besitzt, ursprünglich aus Rumänien stammt; so kommt die Beziehung zwischen dem Pfähler und dem Geisterjäger zustande.

Ich versuche nicht, die Handlung nachzuerzählen. Wichtig ist letztlich, dass es irgendwann zu einem großen Showdown auf einem alten Friedhof bei London kommt. Ein Heer von Vampiren gegen Sinclair und seine Freunde – es kracht und scheppert, es gibt viele Tote, und am Ende siegen die Helden natürlich, wobei sowohl das Kreuz als auch ein uralter Holzpfahl eingesetzt werden.

Das alles wird mit ordentlich Wumms erzählt. Als Hörer fragt man sich nicht, wie sich eigentlich John Sinclair und einfache Leute aus Rumänien verständigen können. Als Hörer zuckt man vielleicht mal zusammen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie kompliziert die Pläne der Vampire sind – das ginge doch alles viel einfacher –, aber dann folgt man doch mit Interesse der Story. Es ist klar, dass die wichtigen Figuren nicht sterben können; dennoch gibt es eine Reihe von Randfiguren, um die man bangen kann.

Und so ist »Der Pfähler« eine knallige, nicht unbedingt psychologisch ausgefeilte, aber auf Effekte setzende Vampir-Geschichte, in der viel Blut fließt und haufenweise Untote endgültig umgebracht werden müssen. Wer darauf Lust hat – und ich habe das ab und zu ja –, kommt hier voll und ganz auf seine oder ihre Kosten!

14 Juli 2023

Der Start in die Gruselhörspielserie

In diesen Tagen kann die Gruselheftromanserie »John Sinclair« ihren Geburtstag feiern – sie erscheint seit fünfzig Jahren. Mit den Heftromanen konnte ich nie so viel anfangen, auch wenn ich vor dem verlegerischen und schriftstellerischen Erfolg den Hut ziehe. Zum Ausgleich höre ich immer mal wieder ein Hörspiel, bei denen aus den schon klassischen Heftromanen moderne Audio-Versionen gemacht werden.

Weil es mich juckte, wie die Serie angefangen hat, hörte ich »Im Nachtclub der Vampire« an, die erste Folge der aktuellen Serie, die vor über zwanzig Jahren erstmals veröffentlicht wurde. Das ist dann teilweise gut, bei Handlungslogik und dergleichen sollte man lieber nicht zu viel nachdenken.

Es gibt eine Art Hintergrundgeschichte: Die Mächte der Finsternis haben sich zurückgezogen. Sie warten auf die Ankunft eines mächtigen Dämons, der wohl älter ist als Satan und der die Erde übernehmen soll – daraur arbeiten weltweit die Dämonen und Vampire und anders Gelichter hin.

Die eigentliche Geschichte ist die einer jungen Frau aus Deutschland. Marina ist noch Jungfrau – das wird später wirklich wichtig! –, lernt Inspektor John Sinclair im Flugzeug kennen, gerät in London in Probleme, flüchtet zu der Bar »Shocking Palace« in Soho, sieht dort Vampire bei ihrer Tätigkeit, flüchtet und überlebt mit viel Glück. Aber weil ihre Flucht sie zu Sinclair führt, soll sie geopfert werden – zugunsten des kommenden Dämonenherrschers.

Aha.

Man darf bei solchen Geschichten wirklich nicht zu viel über Logik nachdenken. Es ist zudem häufig ein wenig überdosiert. Da spielen für meinen Geschmack immer zu viele Elemente mit – Vampire an sich hätten ausgereicht, die dämonische Gefahr im Hintergrund fand ich eher unnötig. Aber gut …

Seien wir fair: Ich kenne mittlerweile gut drei Dutzend »John Sinclair«-Hörspiele, und vor allem diejenigen, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht worden sind, gefallen mir viel besser. »Im Nachtclub der Vampire« ist eine Geschichte mit viel Blut und Geschrei, sie ist effektvoll gemacht, und sie ist sehr unterhaltsam. Die Dialoge sind allerdings schwächer und manchmal an der Grenze zur Peinlichkeit, und die Geräusche sind nicht so gut wie bei späteren Folgen.

Hätte ich mit diesem Hörspiel angefangen, »John Sinclair« zu hören, wäre ich wegen der Schwächen vielleicht nicht weit gekommen. Einen schönen Einstieg in eine gruselige Welt bietet es trotzdem.

23 Juni 2023

Eine Dosis Theriak

Die Folge 49 der Hörspielserie »Dorian Hunter« hat es in sich. Sie trägt den Titel »Theriak« und setzt die Droge mit diesem Namen auch ins Zentrum der Handlung. Theriak ist offensichtlich ein Elixier, das Dämonen und Vampire benutzen. Es hat durchaus unerwünschte Nebenwirkungen, kann aber auch helfen – man ist gegen den Beschuss mit Silberkugeln so gut wie sicher.

Das alles und noch einiges mehr findet Dorian Hunter heraus, als er sich dem Schluss Alkahest nähert. Dort hausen Vampire, die sich Sklaven halten. Als Dämonenkiller kennt sich Hunter mit solchen Wesen aus, und er geht entsprechend rücksichtslos vor. Doch bei einem seiner ersten Kämpfe mit einem Vampir muss ihm eine resolute Dame mit einer Schrotflinte zu Hilfe eilen ...

Die Geschichte ist wieder ganz schön verzwickt. Dorians ehemalige Frau Lilian spielt eine wichtige Rolle, seine alten Freunde Cohen und Chapman sind zentrale Figuren, es gibt Verbindungen zu seiner eigenen Vergangenheit. Und wenn man es genau nimmt, behandelt dieses Hörspiel die Dreieinigkeit aus Drogen, Monstern und Vampiren. Knallige Geräusche, pointierte Dialoge – wie immer ist das hervorragend gemacht.

Klar, das ist ein Hörspiel für die Fans der Serie, die sich auf die Zusammenhänge freuen können. Neulingen dürften bei den vielen Verwicklungen verwirrt sein; die eigentliche Story um die Vampire und das Schloss ist zwar durchaus verständlich, nimmt aber vielleicht zwei Drittel des Hörspiels ein. Wichtiger sind die Zusammenhänge ... Wer »Dorian Hunter« kennt, kommt hier dennoch auf seine Kosten.