Posts mit dem Label Seminar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Seminar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

15 September 2025

Der letzte Gong

Das Seminar, an dem ich an diesem Wochenende in Wolfenbüttel teilnahm, war ein schöner Abschluss meiner Laufbahn als Dozent: Seit 1995 habe ich mehrere Dutzend Seminare als Dozent an der Bundesakademie für kulturelle Bildung absolviert. Mit wie vielen Autorinnen und Autoren ich dabei zusammengearbeitet habe, kann ich nicht sagen; es ist eine dreistellige Zahl, aber mehr weiß ich nicht.

Entscheidend ist, dass es mir in all den Jahren viel Freude bereitete. Die Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen, die Diskussionen über Science Fiction und Fantasy, Horror und Politik, Musik und Sport waren immer unterhaltsam und bereichernd. Ich nahm bei jedem Seminar einiges für mich selbst mit und hoffte stets, dass die teilnehmenden Personen ebenfalls profitierten.

Nach dreißig Jahren hörte ich an diesem Wochenende auf. Man ermunterte mich, noch einmal an den großen Pausengong zu gehen und ihn zu betätigen. Das tat ich gern; das hatte ich immer gern getan. Die beiden Bilder, die Olaf Brill geschossen hat, belegen das.

Es war tatsächlich der letzte Gong. Nach dreißig Jahren habe ich aufgehört. Ich bin tatsächlich traurig, auch deshalb, weil das Seminar im Wochenende mit seinen starken Autorinnen und Autoren so gut gelaufen ist. Aber es ist und war richtig, nach all der Zeit einen Strich zu ziehen.

Mit einem letzten Gong eben …


28 Juli 2025

Weltenbau in Karlsruhe

Stephan Waldscheidt ist mir persönlich bekannt, ich habe aber noch nie ein Seminar bei ihm besucht. Trotzdem finde ich es interessant, dass der Autor und Schreiblehrer im Oktober ein Schreibseminar in Karlsruhe veranstaltet. Ich finde es vom Ansatz her gut, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es für Leute, die gern einen Roman schreiben oder ihr Handwerk verbessern wollen, sehr positiv sein könnte.

Es läuft am 25. und 26. Oktober 2025, also an einem Wochenende, die Gruppe soll klein sein, und es geht vor allem um das große Thema Weltenbau. Daran hapert es bei vielen Romanen und Geschichten schon im Manuskript, leider auch oft bei denen, die veröffentlicht werden.

Dabei konzentriert sich das Seminar nicht auf ein bestimmtes Genre. Ich zitiere: »Ob Liebesroman oder Fantasy-Epos, historischer Krimi oder Zukunftsthriller – jede packende Geschichte braucht eine Welt, die das Drama nicht nur möglich macht, sondern geradezu erzwingt. Selbst realistische Storys, die im Hier und Jetzt spielen, profitieren von Schauplätzen, die das Feuer der Handlung entfachen.«

Da kann ich an keiner Stelle widersprechen, ganz im Gegenteil: Das kann ich alles nur unterstreichen. Informationen dazu gibt es auf der Internet-Seite des Veranstalters, den man bei Fragen eh am besten direkt anschreibt.

24 März 2025

Mein letztes Roman-Seminar

Wie lang ich als Dozent in Wolfenbüttel tätig bin, war mir selbst bis vor Kurzem gar nicht so richtig bewusst: Es sind dreißig Jahre. Zu meinem ersten Seminar reiste ich 1995 an die Bundesakademie für kulturelle Bildung nach Wolfenbüttel, seither folgten viele Seminare. Am vergangenen Wochenende war ich zum letzten Mal in Sachen phantastischer Roman unterwegs.

Zum wiederholten Mal war Kathrin Lange als Autorin mein Pendant – während ich die Sicht eines Redakteurs hatte, brachte sie den Blick einer Autorin und einer erfahrenen Schreiblehrerin ein. Gemeinsam leiteten wir die Autorinnen und Autoren durch das Seminar, unterstützt von Olaf Kutzmutz von der Bundesakademie. Von Freitagmittag bis Sonntagmittag sprachen wir im Schloss von Wolfenbüttel über Literatur und Veröffentlichungen, Science Fiction und Fantasy, Figurenbau und Weltenbau, Verlage und Handel. 

Und wie immer war ich am Ende recht erschöpft. Letzlich ist man als Dozent rund um die Uhr im Einsatz, und abends geht es nach dem eigentlichen Programm noch ein bisschen länger. Ich fand's wieder unterhaltsam und bereichernd, wir lachten viel, trotz aller engagierter Gespräche. Es war ein tolles Wochenende!

07 Oktober 2024

Seminar-Blues

Ich weiß nicht mehr, wann ich zum ersten Mal den Begriff hörte; es war sicher in den 80er-Jahren: der »Con-Blues«. Man bekam den Con-Blues an den Tagen nach einem Science-Fiction-Treffen. Zwei oder drei Tage lang hatte man sich in einem Umfeld bewegt, in dem andere Science-Fiction- und Fantasy-Spinner unterwegs waren. Man wurde nicht dafür verhöhnt, weil man von Raumschiffen und Zeitreisen sprach, und man wurde ernst genommen, wenn man hektografierte oder fotokopierte Hefte verkaufte.

Am Wochenende war ich in Wolfenbüttel, wo ich an einem Seminar an der Bundesakademie für kulturelle Bildung teilgenommen hatte. Ich war einer der zwei Dozenten, dazu kamen 16 Autorinnen und Autoren. Es war alles in allem anstrengend – aber ich denke an diesem Tag oft und gern an diese Stunden zurück.

Der Grund ist hoffentlich einleuchtend, auch wenn er hippiemäßig klingen mag: Wir hatten ernsthafte Gespräche, wir lachten aber auch mal. Es ging um Literatur, um das Schreiben und um das Arbeiten an Texten. Es wurde Kritik geübt, die teilweise sehr ans Innere der Texte ging – das ist für die Betroffenen nicht immer einfach.

Aber die Kritik war wertschätzend, so sozialarbeiterisch das Wort klingen mag. Man nahm sich gegenseitig ernst, man sprach mit Respekt über die Arbeit der anderen, und man gab sich Mühe, auch Texte ernsthaft zu besprechen, mit denen man selbst nichts anfangen konnte. Letztlich ist es ohnehin egal, ob man einen beinharten Cyberpunk-Roman schreiben will oder eine Romantasy-Geschichte über verliebte Gestaltwandler.

Das alles gefiel mir sehr gut. Im Nachhinein denke ich, dass es mehr solcher Veranstaltungen geben sollte, wo Menschen mit unterschiedlichen Meinungen positiv und kritisch zugleich miteinander diskutieren – eine Diskussion ist schließlich kein Streit, und gerade bei Literatur ist das Spektrum der Ansichten ganz schön groß …

Ich hab‘ den Seminar-Blues. Aber ich hoffe zugleich, dass ich vom positiven »Spirit« dieses Wochenendes noch eine Weile zehren kann …

05 Oktober 2024

Hinaus ins Unbekannte

Ich halte mich wieder einmal in Wolfenbüttel auf; dort gibt es die Bundesakademie für kulturelle Bildung, in der ich an diesem Wochenende als einer von zwei Dozenten tätig bin. Meine Partnerin bei diesem Seminar ist die Autorin Kathrin Lange, mit der ich schon seit vielen Jahren zusammenarbeite und deren Sachkenntnis mich immer wieder aufs Neue beeindruckt.

Das Seminar an diesem Wochenende steht unter dem Titel »Hinaus ins Unbekannte!«; es geht um dem Roman innerhalb der phantastischen Literatur. 16 Autorinnen und Autoren haben sich eingefunden, mit denen wir über ihre Texte und Konzepte sprechen und denen wir Informationen aus dem Verlagswesen und der Autorenarbeit vermitteln.

Los ging's gestern mit einer Vorstellungsrunde, einem Werkstattgespräch und ersten Diskussionen über die Texte, die im Voraus eingereicht worden waren. Am heutigen Samstag standen weiter die Texte im Vordergrund, die wir allesamt bis zum Abend besprechen konnten.

Zwischendurch gab es immer wieder kleinere Vorträge. Kathrin Lange stellte kurz vor, wie man für den phantastischen Roman einen Weltenbau erarbeiten kann. Ich predigte gelegentlich über Dinge wie »Unwörter« oder »zu viele Adjektive«.

Die Diskussionen waren fruchtbar, die Rückmeldungen zu den einzelnen Texten kommen ja vor allem von den teilnehmenden Personen . Und weil sich alle wertschätzend verhalten – das Wort ist hier richtig –, gibt es trotz aller kritischen Äußerungen keinen Streit. Das finde ich sehr positiv.

04 Oktober 2024

Mit der Bahn nach Wolfenbüttel

Es ist mittlerweile sehr populär geworden, auf die Deutsche Bahn zu schimpfen. Das Unternehmen gibt sich auch redlich Mühe, zu seinem schlechten Ruf beizutragen. Und als heute morgen mein Zug von Karlsruhe aus mit zehn Minuten Verspätung losfuhr, befürchtete ich das Schlimmste.

Aber es ging alles gut. Der Zug kam mit deutlicher Verspätung in Fulda an, aber ich hatte eine Stunde Aufenthalt eingeplant – sicher ist sicher –, die sich auf diese Methode auf eine halbe Stunde verkürzte. Auch kein Problem; ich aß in der Zwischenzeit etwas

Mein Zug von Fulda nach Braunschweig war überpünktlich. Wir kamen eine Minute zu früh an. Mein Zug von Braunschweig nach Wofenbüttel war ebenfalls überpünktlich – auch hier waren wir eine Minute zu früh. Das fand ich bemerkenswert. Die Bahn kann also nicht nur verspätet eintreffen, sondern auch zu früh.

Wobei ich in Braunschweig genügend Zeit hatte, mich über Werbung für Kunst in Wolfsburg zu wundern. Haben die keine eigene Kunst in Braunschweig, auf die sie am Bahnhof aufmerksam machen wollen? Und muss es ausgerechnet Kunst sein, die 2015 in Karlsruhe gezeigt worden ist? 

Aber ich freute mich tatsächlich, als ich die Werbung sah ... Es war unterm Strich ja auch ein positiver Tag für mich und die Deutsche Bahn.

17 Mai 2024

Blick aufs zweite Seminar-Halbjahr

Dieser Tage erhielt ich von der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel die neue Programmbroschüre. Sie trug wieder den Titel »182,5« und informierte über aktuelle und kommende Themen rings um die Akademie.

Worüber ich mich besonders freute: Der Autor und Redakteur Olaf Brill wird in der Broschüre vorgestellt. Mit ihm hatte ich unlängst mein erstes gemeinsames Seminar. Ich freue mich schon darauf, dass wir auch im kommenden Jahr gemeinsam als Dozenten in Wolfenbüttel aufschlagen werden ...

(Falls jemand nach Details fragen möchte: Die kommen noch. Aber die Termine für 2025 wurden fixiert, das war wichtig. Zunächst stehen ja die weiteren Seminare in diesem Jahr an!)

15 März 2024

Tafelbild, nachgereicht

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«

Beim Seminar in Wolfenbüttel stand ich nicht nur einmal am Flipchart und malte darauf herum. Unter aderem ging es um die Kurzgeschichte als solche, unabhängig von allen Gedanken daran, ob diese nun phantastisch ist oder nicht. 

Also stellte ich mich an die »Tafel« und schrieb auf, was sich im Plenum an Vorschlägen und Hinweisen fand. Die Ergebnisse schrieb ich auf. Machen wir uns nichts vor: Den teilnehmenden Personen waren die meisten der Wörter, die ich an die Tafel schrieb, völlig klar – aber es war trotzdem interessant, sie alle einmal zu bündeln.

Und so entstand ein Tafelbild, das sich erstaunlich gut lesen lässt und das alle wesentlichen Elemente auf einen Blick zusammenfasst. Das dokumentiere ich an dieser Stelle dann doch sehr gern.

11 März 2024

Ein Tafelbild aus Wolfenbüttel

Ich bin wirklich nicht besonders gut darin, Vorträge, Referate und Seminare durchzuplanen. Das führt unweigerlich dazu, dass meine Tafelbilder, die ich auf ein Flipchart oder eben auf eine Schiefertafel male, nie hundertprozentig »sauber« sind. Allein schon deshalb, weil ich als guter Schwabe der Ansicht bin, man sollte nicht zu viel Papier verschwenden, und deshalb dazu neige, so eine Seite von oben bis unten vollzumalen.

Ganz so schlimm war es nicht, als ich am gestrigen Sonntag in Wolfenbüttel kurz darstellte, welche Möglichkeiten es gibt, im deutschsprchigen Raum eine Kurzgeschichte mit Science-Fiction- und Fantasy-Hintergrund zu veröffentlichen. Ich nannte nur die Publikationen und Verlage, bei denen ich mich einigeraßen auskannte, verwies auf die Zeitschrift »Federwelt« und ließ mich am Ende bereitwillig auf die Diskussion über die Plattform Wattpad ein, von der ich sehr angetan bin.

Dass sich aus diesem kurzen Vortrag eine Reihe von Diskussionen ergab, versteht sich wohl von selbst ... Autorinnen und Autoren sind allesamt Individualisten – es ist nicht immer einfach, sie »auf Spur« zu halten und eine Diskussion soweit einzugrenzen, dass sie nicht zu lang dauert.

Ein perfektes Tafelbild wäre hier vielleicht dann doch von Vorteil. Man weiß es nicht – ich werde das wohl nie hinbekommen ...

09 März 2024

Der zweite Tag mit Stilkritik

Heute bin ich bereits den zweiten Tag in Wolfenbüttel und an der dortigen Bundesakademie. Das eigentliche Seminar begann ich gestern bereits mit einer Art Vortrag. Ich erzählte den Autorinnen und Autoren – »aus gegebenem Anlass«, wie man so schön sagt –, was für mich Unwörter sind und wie man sie vermeidet. Warum Begriffe wie »Maßnahme« nicht gut sind und warum man ein Wort wie »beziehungsweise« meiden sollte – und so weiter.

Am heutigen Tag ging mein Co-Dozent Olaf Brill ebenfalls auf Stil und Grammatik ein. Er hatte Klassiker wie »Deutsch für Profis« dabei, mit deren Hilfe er auch über Stil referierte. Viele Aussagen hatte ich zwar irgendwann auch gelesen, aber längst vergessen. Ich fand es selbst gut, einige dieser Aussagen mal wieder zu Gehör zu bekommen.

Ansonsten machten wir fleißig Textarbeit, in dem wir die Texte besprachen, die von den Autorinnen und Autoren eingereicht worden waren. Und wir stellten eine Schreibaufgabe, die von allen Anwesenden erfolgreich – und mit unterschiedlichsten Ergebenissen – gemeistert wurde. Wie immer fand ich die Ergebnisse sehr interessant!

08 März 2024

Wolfenbüttel trotz Bahnstreik

An diesem Wochenende halte ich mich zum wiederholten Mal in Wolfenbüttel auf. An der dortigen Bundesakademie für kulturelle Bildung bin ich einer von zwei Dozenten für ein Seminar, das sich an Autorinnen und Autoren richtet, die phantastische Kurzgeschichten schreiben. 

(Klar, manche schreiben zudem Romane. Und wie ich seit heute weiß, haben praktisch alle einen unveröffentlichten Fantasy-Roman in der Schublade ...)

Die Anreise gestaltete sich eher anstrengend. Ich hatte eine Fahrkarte mit Platzreservierung für die Deutsche Bahn, aber die ließ ich stornieren. Wegen des Bahnstreiks war ich mir sicher, dass ich es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht schaffen würde, zeitig an der Akademie zu sein.

Die Fahrt mit dem Auto verlief besser als geplant, vor allem ohne Stau. Und da ich gute Musik an Bord hatte, die laut aus den Boxen krachte, kam ich gut durch den Verkehr. Nun schauen wir, was alles passieren wird – der erste Seminartag ist vorüber.

Mein Co-Dozent ist in diesem Jahr der Autor und Redakteur Olaf Brill. Wir kamen heute schon flott in das Seminar hinein; die teilnehmenden Leute sind allesamt engagiert. Aber am Abend wartet dann doch eher ein Bier auf mich ...

30 September 2023

Vorträge an der Bundesakademie

Heute war der zweite Tag des Seminars, das Kathrin Lange und ich als Dozenten in Wolfenbüttel bestreiten. Unter anderem gab es zwei kurze Vorträge für die Autorinnen und Autoren, an die sich jeweils umfangreiche Diskussionen anschlossen.

Am Morgen stellte ich das Thema unseres Seminars zur Diskussion: Warum müssen in Science-Fiction- und Fantasy-Romanen so häufig militärische Mittel als finale Konsequenz bei einem Konflikt eingesetzt werden? Mögen die Leser das, gibt es keine anderen Möglichkeiten? Ich lieferte Beispiele aus Filmen und Büchern, brachte aber auch einige Gegenbeispiele, die belegen, dass man spannende Bücher ohne allzuviel Gewalt schreiben kann.

Kathrin Lange informierte mit einem Powerpoint-Vortrag nach der Mittagspause über ein neues Buch in englischer Sprache, das sich mit der »Heldinnenreise« beschäftigt, in Abgrenzung zur klassischen Heldenreise – wobei »der Held« auch eine Frau und »die Heldin« ein Mann sein kann. Ich fand das alles sehr informativ, die Personen im Saal wohl auch: Wir sprachen danach lang darüber, wie wir die Erkenntnisse, die uns der Vortrag beschert hatte, in unsere Romane einbauen könten.

Im Verlauf des Tages besprachen wir Texte, die unsere Autorinnen und Autoren vorab eingereicht hatten. Mit Textdiskussionen und Schreibaufgaben raste der Tag so an uns vorüber ...

29 September 2023

Zur Abwechslung mal Frieden

Wir haben uns kein einfaches Thema ausgesucht, wirklich nicht: An diesem Wochenende bin ich als einer von zwei Dozenten an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, und unser Thema trägt den schönen Titel »Zur Abwechslung mal Frieden«. Der Untertitel »Werkstatt phantastischer Roman« mach alles wohl ein wenig klarer.

Die Autorin Kathrin Lange und ich sind die Dozenten, Olaf Kutzmutz von der Bundesakademie unterstützt uns mit Hinweisen und Ideen. Dazu kommen über ein Dutzend Autorinnen und Autoren, mit denen wir an diesem Wochenende an Ideen für Romane und weitergehenden Texten arbeiten werden. 

Immerhin geht's um ein großes Thema: Wie kann man phantastische Literatur schreiben, die sich dem üblichen Schema mit großen Schlachten verweigert?

Der heutige Freitag begann eher ruhig, um 16 Uhr trafen sich alle im Vortragssaal. Wir machten eine Vorstellungsrunde, und es gab ein Werkstattgespräch, in dem Kathrin und ich ein wenig von unserer Arbeut erzählten. Dabei stellten wir die aktuelle Situation im Markt für Science Fiction und Fantasy dar – viele kleine Verlage tummeln sich, die großen Verlage haben ihr Programm reduziert, und zum Ausgleich ergreifen immer mehr Menschen ihre Chance, ihre Bücher einfach selbst zu veröffentlichen.

Nach dem Abendessen gingen wir an die Texte, die von den Leuten im Vorfeld eingeschickt worden waren. Im Plenum wurden die Stärken und Schwächen diskutiert; es gab Verbesserungsvorschläge, Kritik und Lob. Und morgen geht es dann weiter ...

05 Februar 2023

Der Alltag erwartet mich

Leider konnte Uwe Anton an diesem Wochenende nicht dabei sein. Der Autor, mit dem ich seit vielen Jahren zusammenarbeite, hätte unserem Seminar in Wolfenbüttel sicher eine Reihe von weiteren Ideen und Aspektn hinzufügen können. Aber weil seine Gesundheit ein wenig angegriffen war, behalfen sich Olaf Kutzmutz als Leiter des Bereichs Literatur an der Bundesakademie und ich als Dozent damit, das Seminar zu zweit zu leiten.

Heute ging es zu Ende, am Freitag begann es. Wir legten den Fokus an diesen Tagen auf den Alltag und brachten diesen literarisch in Kontakt zur phantastischen Literatur. Was macht ein Hausmeister auf einem fremden Planeten, wenn es an der Tür klopft? Wie verhalten sich Menschen, die gewissermaßen in eine Kakerlake verwandelt werden? Und wie kann man aus einer alltäglichen Szene in der Innenstadt eine Science-Fiction-, Fantasy- oder Horror-Geschichte entwickeln.

Mit diesen so unterschiedlichen Szenarien beschäftigten sich sechs Autorinnen und sechs Autoren in diesen Tagen. Wir schrieben, wir diskutierten, wir saßen nach dem offiziellen Ende des Programms noch lang beim Bier zusammen – und wenn so ein Seminar dann vorüber ist, fühle ich mich erschöpft und auch ein wenig traurig. Die Gruppe wuchs in diesen Tagen zusammen, und so etwas wirkt auch bei mir sehr positiv nach ...

28 November 2022

Auf ein neues 182,5

Ich bin mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel seit vielen Jahren verbunden. Zuletzt war ich im Rahmen eines Seminars an dieser Akademie; dazu schrieb ich schon einige Texte. Dieser Tage erhielt ich ein neues Programmheft der Akademie, das wieder einmal den schönen Titel »182,5« trägt, und ich las es wirklich komplett durch.

Der Titel hat eine innere Logik: »182,5« bezieht sich auf ein halbes Jahr, und gemeint ist das Programm von Januar bis Juni 2023. Die einzelnen Programmbereiche stellen sich vor. Es gibt ja nicht nur Literatur in Wolfenbüttel, wenngleich ich eigentlich nur diesen Programmbereich wahrnehme, sondern ebenso Bildende Kunst (da würde mich ein Seminar über NFTs glatt interessieren), Darstellende Kunst, Kulturmanagemnt, Musik oder Museum.

Es werden spannende Seminare kurz angerissen und relevante Menschen vorgestellt. Auf diese Weise werden mir unterschiedliche Bereiche der Akademie vermittelt. Solche Einblicke schätze ich.

07 November 2022

Kontrafaktisches im Seminar

Der eigentliche Titel des Seminars lautet ja anders, aber eigentlich geht es in diesen Tagen für mich und einige andere Leute um »kontrafaktische Historie«. Ich bin wieder einmal in Wolfenbüttel, wo ich an der Bundesakademie für kulturelle Bildung als ein Dozent wirke. 

Es geht um die phantastische Kurzgeschichte, und das eigentliche Thema ist ein »Was wäre wenn« – also wie hätte sich die Geschichte verändern können, wenn sich an einem bestimmten Punkt etwas anders ereignet hätte? Bekannte Romane dieses Unter-Genres sind »Das Orakel vom Berge« von Philip K. Dick oder »Vaterland« von Robert Harris.

Bei unserem Seminar geht es um die Kurzgeschichte. Wie schaffe ich es, einen komplexen Weltenbau einer phantastischen Welt so zu verknappen, dass ich eine Kurzgeschichte zu diesem Thema schreiben kann? Diesem Thema nähern wir uns mit Aufgaben und Diskussionen an; wir schreiben Texte, und wir sprechen darüber. Das ist durchaus mal kotrovers – es gibt bei Literatur schließlich immer wieder unterschiedliche Herangehensweisen.

Das Seminar begann am Sonntag, es geht bis Dienstag. Wenn ich diese Zeilen schreibe, ist es zu einem großen Teil vorüber. Einen ausführlicheren Bericht reiche ich sicher nach.

04 November 2022

Die »Was wäre wenn«-Frage

Das nächste Seminar in Wolfenbüttel steht vor der Tür. Oder bin ich es, der vor der Tür in Wolfenbüttel steht? Schwierig. Fakt ist, dass ich am Sonntag mal wieder nach Wolfenbüttel fahren werde, um dort an der Bundesakademie für kulturelle Bildung als Dozent in einem Seminar mitzumischen.

Heute beschäftige ich mich wieder – neben der normalen Arbeit – mit den Texten, die von den Autorinnen und Autoren für dieses Seminar eingereicht worden sind. Einige Personen kenne ich bereits von früheren Seminaren her, von anderen habe ich schon Texte gelesen.

Es soll um »kontrafaktische Historie« gehen, unter anderem, also um Geschichte, die davon ausgehen, dass sich die Wirklichkeit anders entwickelt hat, als wir uns das vorstellen. Ich freue mich schon jetzt auf den Austausch mit den Leuten, die ich in Wolfenbüttel antreffen werde!

05 September 2022

Intellektuelle Blicke

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«

Nach zweieinhalb Tagen Seminar bin ich meist nicht mehr so fit. Das belegt das Bild, das am Sonntag von mir geschossen wurde ... 

Die Kolleginnen aus dem Marketing hatten mir einen klaren Auftrag erteilt: »Mach auch ein paar Fotos für Social Media.« Ich versprach es und merkte erst zu spät, dass das nicht so einfach war: Als Dozent konnte ich schlecht während der Arbeit fotografieren. Und so verdrängt ich den Auftrag.

Am letzten Tag dann meine Bitte: »Nimm mein Smartphone und einige Fotos von uns.« Eines der Ergebnisse zeige ich an dieser Stelle. Ist das jetzt ein freundlicher oder ein kritischer Gesichtsausdruck?

03 September 2022

Geld in der Phantastik

Der zweite Tag des diesjährigen Seminars in Wolfenbüttel neigt sich seinem Ende zu. Wir hatten es an diesem Samstag mit unterschiedlichen Themen zu tun, die sich alle dem hauptsächlichen Thema unterordneten: Wie stellt man die Verhältnisse von Geld und Macht in der phantastischen Literatur dar, wie geht man mit ihnen um?

Am Morgen präsentierte Kathrin Lange einen Überblick zum Thema des Weltenbaus: Wie kann man eine phantastische Welt glaubwürdig bauen? Danach zeigte sie eine Technik, mit deren Hilfe man schnell phantastische Ideen entwickeln kann, auch zu komplexen Themen wie Geld und Wirtschaft. Auf Basis dieser Technik sammelten wir dann Ideen – daraus entwickelte sich eine Schreibaufgabe.

Nach dem Mittagessen wurden die Ergebnisse der Schreibaufgabe vorgestellt. Die Autorinnen und Autoren hatten jeweils eine phantastische Idee skizziert und teilweise auch den Anfang einer Geschichte geschrieben. Das wurde dann diskutiert: Ist die Welt glaubhaft, könnte sie überhaupt funktionieren?

Abends gingen wir wieder an die Texte, die eingereicht worden waren. Diesmal gingen wir teilweise sehr in die Tiefe: Stimmt die Darstellung der Figur? Verhalten sich Figuren glaubhaft? Gibt es Formulierungen, die auf manche Leute einfach irritierend wirken? Spannende Diskussionen und interessante Einsichten – wie immer bei einer kreativen Gruppe unterschiedlichster Menschen ...

02 September 2022

Es geht um Geld und Macht

Am heutigen Freitag fuhr ich am frühen Morgen wieder einmal los und Richtung Norden. Es ging nach Wolfenbüttel, dort bin ich an der Bundesakademie für kulturelle Bildung einer von zwei Dozenten eines Seminars für Autorinnen und Autoren. Mit dabei als Dozentin ist die Autorin Kathrin Lange, die eine unglaubliche Erfahrung im Schreiben von Romanen und im Unterrichten von schreibenden Menschen mitbringt, und auch Olaf Kutzmutz als Leiter des Literaturbereichs an der Akademie wirkt mit.

Die Autorinnen und Autoren und wir beschäftigen uns mit einem Thema, das ich spannend finde. »Macht und Geld – wer regiert die phantastische Welt?« heißt es, und es geht tatsächlich um Wirtschaft und Geld, um Tauschhandel und geldlose Gesellschaften – das alles in einer phantastischen Umgebung. Und wie man so etwas spannend und unterhaltsam beschreiben kann.

Der Freitag steht traditionell im Zeichen des Werkstattgesprächs, das recht schnell zu einer Diskussion wurde. Kann man eine Welt ohne Geld beschreiben – und zwar so, dass ein spannender Roman herauskommt? Ich bin sicher, diese Diskussion werden wir an diesem Wochenende noch einige Male führen ...