In den Zehner-Jahren verlor ich langsam den Kontakt zu den aktuellen Entwicklungen in der Punk-Szene. Ich kaufte mir zwar immer noch Platten und ging auf Konzerte, aber das wurde alles langsam weniger. So verpasste ich viele Bands, anders kann ich es nicht nennen.
Die Blank Pages aus Osnabrück verpasste ich nicht ganz. Ihre Langspielplatte, die die vierköpfige Band im Jahr 2013 veröffentlichte, kaufte ich mir, und ich hörte sie mir an, vergaß sie aber schnell wieder. Dieser Tage nahm ich sie mir noch einmal vor und stellte fest, dass sie echt gut ist. Kein Meisterwerk, das man unbedingt kennen müsste, aber eine richtig ordentliche Vinylscheibe.
Die Band brachte drei »kleine« Platten und diese LP heraus, löste sich dann aber auch bald wieder auf. Bei der Gestaltung der Langspielplatte gaben sich die Band und das Label viel Mühe: Es ist ein richtiges Album zum Aufklappen, auf dessen Innenseite auch alle Texte abgedruckt sind. Das sieht sehr schick aus und wirkt so, als habe man auf ein Publikum geschielt, das ein bisschen mehr Kohle in der Hand hat als der durchschnittliche Punk.
Und die Musik? Geboten wird melodischer Punkrock mit einer ordentlichen Kante, der nicht langweilt und keinen Ausfall aufweist. Die zehn Stücke sind in englischer Sprache gehalten und erinnern an die ganz frühen 80er-Jahre, also kurz vor der Nietenlederjacken-Invasion aus England. Die Gitarre weist manchmal einen leichten Emo-Einschlag aus, ansonsten aber hält man sich von Modernismen sehr fern.
Und was das Tempo angeht, bleibt man in der mittleren Spur. Das ist ein Sound, bei dem man die ganze Zeit den Kopf und den Fuß bewegt, aber nicht durch die Wohnung pogt oder beschließt, Mülleimer durch Schaufensterscheiben zu werfen.
Gelungener Punkrock! Kann man sich immer noch anhören!

1 Kommentar:
Wer sich die Langspielplatt der Blank Pages mal zu Gemüte führen möchte, sollte bei Bandcamp vorbeischauen – dort steht sie zur Verfügung.
Hier:
https://hardwarerecords.bandcamp.com/album/blank-pages-s-t-lp
Kommentar veröffentlichen