Die junge Frau mit den langen schwarzen Locken holte uns an der Wasserbus-Station ab; es war schon Nacht, und es nieselte leicht. In schnellem Schritt führte sie uns über eine schmale Brücke, dann entlang eines Kanals, dann links durch eine Gasse, die nicht viel breiter war als vielleicht ein Meter. Es war mein erster Abend in Venedig, und ich wusste schon nach zwei Minuten nicht mehr, wo ich genau war.
Wieder ging es an einem schmalen Kanal entlang, wieder eine Brücke, wieder eine Gasse, eine Brücke, eine Gasse und dann links. Von dieser Gasse aus ging es durch einen schmalen Gang zur Seite, dann kam noch eine Gasse, an deren Eingang tatsächlich ein Einbahnstraßenschild stand – und wir waren vor dem Haus, in dem wir die nächsten Tage wohnen sollten.
Es ging zwei Treppen nach oben, steif und ungleich waren die Stufen. Die Wohnung selbst empfing uns mit einem riesigen Wohnzimmer, beherrscht von einer Sofagarnitur, gefolgt von einem Esszimmer, ausgerichtet für acht Besucher, an das sich eine offene Küche anschloss. Auf demselben Stock gab es noch ein Schlafzimmer sowie ein Bad.
Die Treppe hoch, dann kamen bereits Dachbalken. Unter der Dachschräge wartete das Zimmer, in dessen Bett ich die nächsten Nächte schlafen sollte; dazu kamen ein weiteres großes Zimmer unter einer Dachschräge sowie ein Bad. Von meinem Schlafzimmer aus blickte ich auf einen Kanal hinunter, vom Bad aus blickte ich über die Dächer der umliegenden Häuser.
Ich war in Venedig angekommen, und ich freute mich bereits. Laut Stadtplan waren die legendären Rialtobrücke ebenso nahe wie irgendwelche Plätze mit großen Kirchen – von hier aus sollte also nichts mehr schiefgehen.
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
13 April 2012
12 April 2012
Eine Woche Venedig
Wieder einmal hat es mich nach Italien verschlagen, einen ganze Woche lang: Über Ostern waren wir in Venedig, der Stadt an, nein, in der Adria. Ich war vor Jahren schon einmal auf der Insel, damals nur für einen Tagesausflug, und diesmal nutzte ich die Zeit, eine Woche zu bleiben.
Bereut habe ich es keine Sekunde lang. Die Insel ist vielseitig und spannend, abwechslungsreich und voller Überraschungen. Da wir auch über Nacht waren und die Tagestouristen ab 18 Uhr die Insel verlassen, blieben wir oftmals von den schlimmsten Menschenmengen verschont - zudem war es noch deutlich vor der Saison.
Ich genoss es, durch die engen Gassen zu stromern. Ich liebte es, mit dem Vaporetto über den Kanal und zu den anderen Inseln zu schippern. Ich erfreute mich an Besuchen im Museum und in beeindruckenden Kirchen, ohne auch nur eine Sekunde lang religiöse Gefühle zu empfinden.
Wir tranken Wein, wir gingen essen, wir saßen eisessend am Kanal, wir froren im feuchten Wind auf der Friedhofsinsel, wir staunten über den nassen Markusplatz - es war eine vielseitige und abwechslungsreiche Woche. Gerne fahre ich mal wieder nach Venedig; nach diesem Aufenthalt habe ich ein anderes, ein frischeres Bild von dieser Insel.
Bereut habe ich es keine Sekunde lang. Die Insel ist vielseitig und spannend, abwechslungsreich und voller Überraschungen. Da wir auch über Nacht waren und die Tagestouristen ab 18 Uhr die Insel verlassen, blieben wir oftmals von den schlimmsten Menschenmengen verschont - zudem war es noch deutlich vor der Saison.
Ich genoss es, durch die engen Gassen zu stromern. Ich liebte es, mit dem Vaporetto über den Kanal und zu den anderen Inseln zu schippern. Ich erfreute mich an Besuchen im Museum und in beeindruckenden Kirchen, ohne auch nur eine Sekunde lang religiöse Gefühle zu empfinden.
Wir tranken Wein, wir gingen essen, wir saßen eisessend am Kanal, wir froren im feuchten Wind auf der Friedhofsinsel, wir staunten über den nassen Markusplatz - es war eine vielseitige und abwechslungsreiche Woche. Gerne fahre ich mal wieder nach Venedig; nach diesem Aufenthalt habe ich ein anderes, ein frischeres Bild von dieser Insel.
03 April 2012
Leipzig-Bericht 2012

In der Ausgabe 274 des sowieso immer wieder empfehlenswerten »Fandom Observer« geht es unter anderem um die Buchmesse in Leipzig, die vor wenigen Wochen erst gefeiert wurde - anders kann man es kaum nennen. Es gibt Messeberichte von Jürgen Eglseer und mir; beide schlagen wir sehr unterschiedliche Blickwinkel ein.
Wer sich für das Fanzine interessiert, kann es auf der Internet-Seite downloaden; kostenlos natürlich. Der Besuch des Blogs lohnt sich übrigens ebenfalls ...
Im Best Exotic Marigold Hotel
Dass wir am Montag abend, 2. April 2012, in den Film »Best Exotic Marigold Hotel« gingen, lag an mir – und das trotz meiner schlechten Erinnerung. Ich hatte nämlich die Vorschau gesehen und für toll befunden, dann aber konsequenterweise alles vergessen. Glücklicherweise habe ich Freunde, die mitdenken und mich dennoch in den Film schleppten.
Ich bereute es nicht: »Best Exotic Marigold Hotel« ist ein sogenanntes Feelgood-Movie, an dem ein halbes Dutzend englischer Schauspieler beteiligt ist, deren Gesichter man kennt; vorneweg Judi Dench. Die indischen Schauspieler, deren Namen mir durch die Bank nicht sagten, brauchen sich dahinter nicht zu verstecken.
Der Film ist eine amüsante und zu Herzen gehende Darstellung eines Zusammenpralls unterschiedlicher Kulturen und Wertvorstellungen: Sieben alte Engländer beschließen, ihren Lebensabend in einer Seniorenresidenz in Indien zu verbringen, und landen in einem Hotel, dessen beste Zeiten schon Jahrzehnte zurückliegen. Der junge Hotelmanager hat einen Traum, an dem er zu scheitern droht, und für manche der Engländer zerbricht auch jeglicher Traum.
Es ist ein Film über gescheiterte und sich erfüllende Lebenshoffnungen, über das Leben an sich – und es ist ein ungeheurer Werbefilm für Indien. Das Land wird mit einer Farbenpracht und Lebensfreude präsentiert, dass es einem fast den Atem raubt. Sensationell! Ein gelungener Streifen, ein schöner Kino-Abend!
Ich bereute es nicht: »Best Exotic Marigold Hotel« ist ein sogenanntes Feelgood-Movie, an dem ein halbes Dutzend englischer Schauspieler beteiligt ist, deren Gesichter man kennt; vorneweg Judi Dench. Die indischen Schauspieler, deren Namen mir durch die Bank nicht sagten, brauchen sich dahinter nicht zu verstecken.
Der Film ist eine amüsante und zu Herzen gehende Darstellung eines Zusammenpralls unterschiedlicher Kulturen und Wertvorstellungen: Sieben alte Engländer beschließen, ihren Lebensabend in einer Seniorenresidenz in Indien zu verbringen, und landen in einem Hotel, dessen beste Zeiten schon Jahrzehnte zurückliegen. Der junge Hotelmanager hat einen Traum, an dem er zu scheitern droht, und für manche der Engländer zerbricht auch jeglicher Traum.
Es ist ein Film über gescheiterte und sich erfüllende Lebenshoffnungen, über das Leben an sich – und es ist ein ungeheurer Werbefilm für Indien. Das Land wird mit einer Farbenpracht und Lebensfreude präsentiert, dass es einem fast den Atem raubt. Sensationell! Ein gelungener Streifen, ein schöner Kino-Abend!
02 April 2012
Frankreich im Fokus
Zum zweiten Mal in diesem Jahr hatte ich massive technische Probleme bei meiner ENPUNKT-Radiosendung im Freien Radio Querfunk in Karlsruhe. Irgendwelche Leute hatten irgendwelche Knöpfe verstellt, was dazu führte, dass ich den einen Plattenspieler zwar gut im Kopfhörer vernehmen konnte, aber kein Ton aus dem Studio ging. Als ob mich jemand zwingen wollte, künftig das gute Vinyl daheim zu lassen.
Dann aber ging es doch gut zur Sache: Punkrock, ein wenig Hardcore und Ska aus Frankreich brachte ich zu Gehör. Unser Nachbarland hat hier viel zu bieten, erstaunlicherweise ist im deutschsprachigen Raum so viel nicht davon bekannt.
Mit Skarface und Ya Basta! hatte ich klar antifaschistische Skinheads aus Paris, die Ska und Streepunk spielten; mit Legitime Defonce eine schon fast klassische Anarchopunk-Band aus Toulouse. Klassischer Irokesen-Punkrock kam von Le Partisans aus Lyon, die nach mir sendende Jazz-Kollegin machte sich über den schlichten Rhythmus lustig.
Neurotic Explosion aus Rennes machten zu Beginn der Nuller-Jahre so eine Hardcore-Oi!-Mischung, Banane Mekanik aus derselben Stadt spielen stattdessen so was wie modernen »Dance Punk«. Dann noch ein wenig Steroids aus Bescancon, und fertig war die Sendung, die mir musikalisch sehr gut gefiel.
Dann aber ging es doch gut zur Sache: Punkrock, ein wenig Hardcore und Ska aus Frankreich brachte ich zu Gehör. Unser Nachbarland hat hier viel zu bieten, erstaunlicherweise ist im deutschsprachigen Raum so viel nicht davon bekannt.
Mit Skarface und Ya Basta! hatte ich klar antifaschistische Skinheads aus Paris, die Ska und Streepunk spielten; mit Legitime Defonce eine schon fast klassische Anarchopunk-Band aus Toulouse. Klassischer Irokesen-Punkrock kam von Le Partisans aus Lyon, die nach mir sendende Jazz-Kollegin machte sich über den schlichten Rhythmus lustig.
Neurotic Explosion aus Rennes machten zu Beginn der Nuller-Jahre so eine Hardcore-Oi!-Mischung, Banane Mekanik aus derselben Stadt spielen stattdessen so was wie modernen »Dance Punk«. Dann noch ein wenig Steroids aus Bescancon, und fertig war die Sendung, die mir musikalisch sehr gut gefiel.
01 April 2012
Ein Leben im Punkrock-Zirkus

Ich weiß nicht, wie oft ich die kanadische Punkrock-Band D.O.A. gesehen habe: sicher mehr als ein halbes Dutzend mal. Keines der Konzerte war schlecht, die Band brachte immer enormen Dampf auf die Bühne. Deshalb war das Buch »Ich, Shithead« vom Sänger Joey Keithley geradezu eine Pflichtlektüre für mich – es dauerte nur seine Zeit, bis ich es endlich lesen konnte.
In lockerem Plauderton erzählt Shithead, wie er mit einigen Kumpels bereits Mitte der 70er-Jahre anfing, Musik zu machen, wie dann der Punkrock nach Vancouver kam und wie aus einer Bande von Kumpels D.O.A. entstand. Aus einfachsten Anfängen in den 70er-Jahren kämpfte sich die Band auf die großen Bühnen der 80er-Jahre: immer »do it yourself«, nie kommerziell erfolgreich, immer politisch und immer klar gegen die üblichen Regeln der Gesellschaft.
Die Band tourte ständig; mit altersschwachen Bussen und Transportern durchquerte man Nordamerika, später auch Europa. Selbstverständlich ging vieles schief, es wurde gesoffen und geprügelt, gelacht und gestritten.
In zahllosen Episoden plaudert Shithead über diese Zeit, und man merkt als Leser, dass hinter den Geschichten noch unzählige weiterer Geschichten lauern. Bei vielen Episoden hätte ich mir gewünscht, sie seien ausführlicher – aber dann hätte das Buch gut und gern 1500 Seiten haben müssen.
Seien wir ehrlich: Manches Mal holpert die Übersetzung ganz schön. Wer damit seine Probleme hat, muss zur englischen Originalausgabe greifen; mich störte es nicht so sehr. Viele Abbildungen und eine sehr ordentliche Gestaltung entschädigen für gelegentliche Schwächen der Übersetzung.
Mit 224 Seiten im Paperback-Format handelt sich um eine volle Ladung an Punk-Historie. Für 18,90 Euro sollte das Buch bei allen einschlägigen Punkrock- und Hardcore-Vertrieben zu haben sein; mithilfe der ISBN 978-3-931624-32-3 kann es zudem in jeder Buchhandlung bestellt werden, ebenso bei den üblichen Kommerz-Versendern wie amazon.
Super-unterhaltsame Lektüre über eine Band, die Punkrock seit über dreißig Jahren betreibt – und das, ohne jemals peinlich zu werden. Das ist super-respektabel!
30 März 2012
Punks in der Romanheft-Zukunft

In den 80er-Jahren waren Punks gerne die »bösen Buben«, vor allem wenn es um ihre Darstellung in der Populärkultur ging. Wir erinnern uns an die lustigen Punks in »American Werewolf«, an die Deppen in »Star Trek« - bei dieser Zeitreisegeschichte -, an den debilen Straßenräuber in »Crocodile Dundee« sowie an zahlreiche weitere Ausfälle.
Seit Punk für die meisten Menschen mittlerweile so tot ist, dass man ihn nicht mal mehr totsagen muss, sind solche Begleiterscheinungen eher selten geworden. Aber der gute alte Heftroman, der gibt noch nicht auf. Und so freue ich mich ganz besonders über den Roman »Paris - verbotene Stadt«, den die Kollegen von »Maddrax« als Nummer 319 veröffentlicht haben.
Auf dem Cover sind drei wunderbar gestylte Irokesen zu sehen. Der Mann mit dem roten Iro hat ein Ramones-T-Shirt an, trägt einen Misfits- sowie einen Exploited-Aufnäher, was alles nicht so richtig zusammenpasst. Der im Hintergrund stehende Herr mit dem blauen Iro trägt ziemlich verwaschene Aufnäher, die alle nach Anarcho- oder Crustpunk aussehen.
Im Text tragen die französischen Punks dann - ich zitiere - »rote und grellblaue Haarkämme, rot und blau bemalte Fingernägel, Stiefel, Sonnenbrillen und Waffenkolben«. Ein junger Mann, der mit »hartem deutschen Akzent« spricht, hat »gelb-schwarzes Haar«. Irgendwie finde ich das sehr-sehr witzig.
29 März 2012
Auf der Sonne
In einer meiner »lyrischen Phasen«, die ich offensichtlich in den frühen 80er-Jahren immer wieder hatte, schrieb ich auch Gedichte, die einen leichten Science-Fiction-Bezug haben. Ein Beispiel dafür ist »Auf der Sonne«, das ich mit Datum vom 5. Januar 1983 abtippte – mit meiner damals schon alten Kofferschreibmaschine mit dem unregelmäßigen Schriftbild.
Mit dem Abstand von bald dreißig Jahren ist mir selbst nicht mehr klar, auf was sich der Text wirklich bezieht. Vordergründig sind Science-Fiction-Elemente enthalten – wahrscheinlich geht es wieder darum, dass ich unglücklich verliebt war; wieder einmal und bei Teenagern auch einfach normal.
Veröffentlicht wurde das Gedicht nie. Zwar hatte ich zu jener Zeit auch vor, einen eigenen Gedichtsband zu veröffentlichen – ich kannte bereits den einen oder anderen Lyriker, der das geschafft hatte –, aber so weit kam es nie ...
(Hier ist der Text jetzt auch mal dokumentiert; allerdings in einer »zusammengeschobenen« Version.)
Auf der Sonne
Damals, / als wir auf der / Oberfläche der Sonne / strandeten und / uns an ihren Strahlen / wärmten und erfreuten, / bis wir es / nicht mehr aushielten, / versuchte ich, / nach den anderen / Sternen zu greifen, / die entfernt von uns / im Dämmergrund funkelten.
Doch ich war / bereits gefesselt, / und es war mir unmöglich, / auch nur einen Stern / zu ergreifen. / Und du fragtest: / »Siehst du nun, / was besser ist?«
Mit dem Abstand von bald dreißig Jahren ist mir selbst nicht mehr klar, auf was sich der Text wirklich bezieht. Vordergründig sind Science-Fiction-Elemente enthalten – wahrscheinlich geht es wieder darum, dass ich unglücklich verliebt war; wieder einmal und bei Teenagern auch einfach normal.
Veröffentlicht wurde das Gedicht nie. Zwar hatte ich zu jener Zeit auch vor, einen eigenen Gedichtsband zu veröffentlichen – ich kannte bereits den einen oder anderen Lyriker, der das geschafft hatte –, aber so weit kam es nie ...
(Hier ist der Text jetzt auch mal dokumentiert; allerdings in einer »zusammengeschobenen« Version.)
Auf der Sonne
Damals, / als wir auf der / Oberfläche der Sonne / strandeten und / uns an ihren Strahlen / wärmten und erfreuten, / bis wir es / nicht mehr aushielten, / versuchte ich, / nach den anderen / Sternen zu greifen, / die entfernt von uns / im Dämmergrund funkelten.
Doch ich war / bereits gefesselt, / und es war mir unmöglich, / auch nur einen Stern / zu ergreifen. / Und du fragtest: / »Siehst du nun, / was besser ist?«
28 März 2012
Blick in den Schnee
Wenn ich in diesen Tagen aus dem Fenster schaue, scheint die Sonne. Selten kam mir ein März so sonnig und schön vor wie in diesem Frühjahr 2012. Umso besser ist es dann, ein altes Foto in die Hände zu nehmen.
Im März 1988 kam ich aus Westafrika zurück und landete in einem echten Schnee-Chaos. Es schneite ununterbrochen auf das Dorf im Nordschwarzwald herunter, in dem das Haus meiner Eltern steht und in dem ich damals wohnte. Man wusste irgendwann nicht mehr, wohin man den Schnee schaufeln sollte.
Das belegt ein Bild, das meine Mutter in diesem März 1988 aufnahm. Sie schoss es aus dem Fenster im Obergeschoss, aus genau dem Zimmer heraus, das ewig lang mein Kinderzimmer gewesen war und in dem ich zu der Zeit wieder wohnte.
Man sieht das Haus schräg gegenüber und die Garage daneben, beides versinkt im Schnee. Der Weg ist weiß, der Himmel ist weiß, die Bäume weiter unten begrenzen buchstäblich die Welt. Alles dahinter verschwimmt in einer Flut von Flocken, die dicht an dicht vom Himmel fallen.
Es war ein harter Winter, und er zog sich weit ins Frühjahr hinein. Einen großen Teil dieses Winters hatte ich in Niger, Burkina Faso und Togo verbracht, vor allem in Togo – und es war mein letzter Winter im Haus meiner Eltern.
Im März 1988 kam ich aus Westafrika zurück und landete in einem echten Schnee-Chaos. Es schneite ununterbrochen auf das Dorf im Nordschwarzwald herunter, in dem das Haus meiner Eltern steht und in dem ich damals wohnte. Man wusste irgendwann nicht mehr, wohin man den Schnee schaufeln sollte.
Das belegt ein Bild, das meine Mutter in diesem März 1988 aufnahm. Sie schoss es aus dem Fenster im Obergeschoss, aus genau dem Zimmer heraus, das ewig lang mein Kinderzimmer gewesen war und in dem ich zu der Zeit wieder wohnte.
Man sieht das Haus schräg gegenüber und die Garage daneben, beides versinkt im Schnee. Der Weg ist weiß, der Himmel ist weiß, die Bäume weiter unten begrenzen buchstäblich die Welt. Alles dahinter verschwimmt in einer Flut von Flocken, die dicht an dicht vom Himmel fallen.
Es war ein harter Winter, und er zog sich weit ins Frühjahr hinein. Einen großen Teil dieses Winters hatte ich in Niger, Burkina Faso und Togo verbracht, vor allem in Togo – und es war mein letzter Winter im Haus meiner Eltern.
27 März 2012
Eine Absage aus Augsburg
Nach einer Reihe von Veröffentlichungen in Fanzines, semiprofessionellen Zeitschriften und sogar in Anthologien fühlte ich mich anfangs der 80er-Jahre reif für ein »richtiges Buch«. Ich war noch nicht einmal zwanzig Jahre alt, hatte zu der Zeit aber haufenweise Texte zusammengestellt und beschloss, diese als Textsammlung verschiedenen Verlagen anzubieten.
Einer dieser Verlage war der Maro-Verlag in Augsburg, zu der Zeit einer meiner Lieblingsverlage. Kurzgeschichten und Gedichte von Autoren wie Charles Bukowski und anderen, die man heute nicht mehr kennt, wurden hier veröffentlicht – und mein Traum war, zwischen all diesen Autoren mit meinen Texten aufzutauchen.
Am 14. August 1983 kam die offizielle Absage, verfasst von Benno Käsmayr persönlich, dem Chef des Verlages. Er habe meine Texte »mit Interesse gelesen«, was einer Standard-Auskunft gleichkam. Stolz machte mich dieser Satz: »Die Stories sind inhaltlich voll Leben.«
Er bemängelte aber »sprachliche Wendungen, die dem Erzählverlauf widersprechen«, kritisierte »insbesondere Satzanfänge«, die die »Dynamik der erzählten Geschichten« stoppten. Eine klare Aussage, der ich nach all der Zeit nichts entgegenzusetzen habe.
Er könne sich aber vorstellen, dass ich »nach entsprechender Überarbeitung keine Probleme« hätte, einen Verlag zu finden, »u.U. sogar den MaroVerlag«. Das war ein versöhnlicher Schluss für eine Absage, der mich sehr stolz zurück ließ.
Zu einem Buch von mir im Maro-Verlag kam es nie. Im Sommer 1983 fuhr ich für einige Wochen nach Marokko, und als ich zurückkam, verdiente ich mein Geld als freier Schreiber für lokale Zeitungen – irgendwie vergaß oder verdrängte ich mein großes Ziel, bei Maro ein Buch zu veröffentlichen.
Einer dieser Verlage war der Maro-Verlag in Augsburg, zu der Zeit einer meiner Lieblingsverlage. Kurzgeschichten und Gedichte von Autoren wie Charles Bukowski und anderen, die man heute nicht mehr kennt, wurden hier veröffentlicht – und mein Traum war, zwischen all diesen Autoren mit meinen Texten aufzutauchen.
Am 14. August 1983 kam die offizielle Absage, verfasst von Benno Käsmayr persönlich, dem Chef des Verlages. Er habe meine Texte »mit Interesse gelesen«, was einer Standard-Auskunft gleichkam. Stolz machte mich dieser Satz: »Die Stories sind inhaltlich voll Leben.«
Er bemängelte aber »sprachliche Wendungen, die dem Erzählverlauf widersprechen«, kritisierte »insbesondere Satzanfänge«, die die »Dynamik der erzählten Geschichten« stoppten. Eine klare Aussage, der ich nach all der Zeit nichts entgegenzusetzen habe.
Er könne sich aber vorstellen, dass ich »nach entsprechender Überarbeitung keine Probleme« hätte, einen Verlag zu finden, »u.U. sogar den MaroVerlag«. Das war ein versöhnlicher Schluss für eine Absage, der mich sehr stolz zurück ließ.
Zu einem Buch von mir im Maro-Verlag kam es nie. Im Sommer 1983 fuhr ich für einige Wochen nach Marokko, und als ich zurückkam, verdiente ich mein Geld als freier Schreiber für lokale Zeitungen – irgendwie vergaß oder verdrängte ich mein großes Ziel, bei Maro ein Buch zu veröffentlichen.
26 März 2012
Eine Prise Mitleid
Das hier ist ausnahmsweise ein sehr ernst gemeinter Text: Es geht um die F.D.P. - genau, ich meine die Partei, die in den letzten Monaten einen erschütternden Niedergang hingelegt hat. Nach der verheerenden Wahlniederlage im Saarland macht sich jetzt jeder Depp über die Partei lustig. Zu Recht, denn im Saarland und in der Bundespolitik hat die Partei alles vergeigt, was man vergeigen kann.
Nur: Es gibt haufenweise vernünftigte Freidemokraten. Kein Scheiß - ich habe davon immer wieder welche kennengelernt. Häufig sind es Künstler oder Handwerker oder Rechtsanwälte, also das, was man früher als den »bürgerlichen Mittelstand« bezeichnet hat. Diese Leute sind in den Kommunalparlamenten aktiv, schlagen sich als Stadt-, Gemeinde- oder Kreisräte mit dem Straßenbau, den maroden Schulen und haufenweise anderem Kleinkram herum.
Natürlich kommt viel Murks dabei heraus. Da muss ich mir nur Karlsruhe anschauen ... Aber dieser Murks liegt nicht an der F.D.P. und ihren kommunalen Würdeträgern allein; der liegt quasi schon im System.
Aber vor Ort - da gibt es immer noch fleißige Kommunalpolitiker, die sich dem Rest der liberalen Ideen verpflichtet fühlen, die unter »weniger Staat« halt vor allem verstehen, dass man die Eigeninitiative der Bürger unterstützt oder sich für gemeinnützige Aufgaben einsetzt. Man muss die örtlichen Freidemokraten nicht mögen - aber man darf sie auch nicht in den Topf werfen mit den Leuten, die diese Partei auf Bundes- und Landesebene repräsentieren.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals etwas positives über die F.D.P. schreibe. Aber als jemand, der zeit seines Lebens im »liberalen Kernland« Baden-Württemberg gelebt hat, weiß ich einfach, dass es sogar in dieser Partei Leute gibt, mit denen ich zwar auch kein Bier trinken wollte, die aber auf ihre Art vernünftig und handfest sind.
Nur: Es gibt haufenweise vernünftigte Freidemokraten. Kein Scheiß - ich habe davon immer wieder welche kennengelernt. Häufig sind es Künstler oder Handwerker oder Rechtsanwälte, also das, was man früher als den »bürgerlichen Mittelstand« bezeichnet hat. Diese Leute sind in den Kommunalparlamenten aktiv, schlagen sich als Stadt-, Gemeinde- oder Kreisräte mit dem Straßenbau, den maroden Schulen und haufenweise anderem Kleinkram herum.
Natürlich kommt viel Murks dabei heraus. Da muss ich mir nur Karlsruhe anschauen ... Aber dieser Murks liegt nicht an der F.D.P. und ihren kommunalen Würdeträgern allein; der liegt quasi schon im System.
Aber vor Ort - da gibt es immer noch fleißige Kommunalpolitiker, die sich dem Rest der liberalen Ideen verpflichtet fühlen, die unter »weniger Staat« halt vor allem verstehen, dass man die Eigeninitiative der Bürger unterstützt oder sich für gemeinnützige Aufgaben einsetzt. Man muss die örtlichen Freidemokraten nicht mögen - aber man darf sie auch nicht in den Topf werfen mit den Leuten, die diese Partei auf Bundes- und Landesebene repräsentieren.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals etwas positives über die F.D.P. schreibe. Aber als jemand, der zeit seines Lebens im »liberalen Kernland« Baden-Württemberg gelebt hat, weiß ich einfach, dass es sogar in dieser Partei Leute gibt, mit denen ich zwar auch kein Bier trinken wollte, die aber auf ihre Art vernünftig und handfest sind.
25 März 2012
Lethargische Stimmung in Cannes
Im Sommer 2010 waren wir für eine Woche in Cannes, der schönen, aber übertrieben schicken Stadt am Mittelmeer. Auffallend viele weißgekleidete Menschen waren zu sehen, gerne führten ältere Damen auch mal kleine Hunde an der Croisette entlang, und die gesamte Stimmung der Stadt an der Küste war in gewisser Weise lethargisch und snobistisch zugleich.
Kein Wunder, dass mich der Roman »Maigret in der Liberty Bar« einfing. Es war Band 17 der Maigret-Reihe, den ich las, und wieder einmal packte Georges Simenon mit der Geschichte, die zwar mit einem Mord beginnt, aber recht wenig mit einem konventionellen Kriminalroman zu tun hat.
Kommissar Maigret, der aus Paris ans Mittelmeer geschickt wird, soll den Mord an einem wohlhabenden Engländer in Antibes aufklären; allerdings soll er dabei keinerlei Aufsehen erregen. Der Kommissar, der in der Urlaubsstimmung der Côte d'Azur keine rechte Lust entwickelt, sich um familiäre Verwicklungen zu kümmern, stöbert lustlos herum, kommt irgendwann nach Cannes und stößt dort auf ein Kellerlokal, das »Liberty Bar« genannt wird.
Die lethargische Stimmung in der »Liberty Bar«, die in einem seltsamen Gegensatz zu den weißen Häusern und den weiß gekleideten Menschen von Cannes und Antibes steht – das alles schildert Simenon derart eindrucksvoll, dass man meint, die Geschichte spiele in der heutigen Zeit und nicht in den 30er-Jahren. Lustlos ermittelt der Kommissar, widerlich sind manche Umstände, die ans Licht kommen, und mit einer gewissen Lethargie kommt am Ende heraus, wer eigentlich welche Tat begangen hat. Aber irgendwie ist das dann auch nicht mehr wichtig.
Nicht zum ersten Mal lässt mich Simenon bei einem Roman sprachlos zurück. Die rund 160 Seiten lesen sich wie im Flug, trotz der lahm-lethargischen Stimmung, die der Autor vermittelt. Das macht er so meisterhaft und zugleich so spannend, dass ich nur fassungslos zuschauen kann. Genial!
Kein Wunder, dass mich der Roman »Maigret in der Liberty Bar« einfing. Es war Band 17 der Maigret-Reihe, den ich las, und wieder einmal packte Georges Simenon mit der Geschichte, die zwar mit einem Mord beginnt, aber recht wenig mit einem konventionellen Kriminalroman zu tun hat.
Kommissar Maigret, der aus Paris ans Mittelmeer geschickt wird, soll den Mord an einem wohlhabenden Engländer in Antibes aufklären; allerdings soll er dabei keinerlei Aufsehen erregen. Der Kommissar, der in der Urlaubsstimmung der Côte d'Azur keine rechte Lust entwickelt, sich um familiäre Verwicklungen zu kümmern, stöbert lustlos herum, kommt irgendwann nach Cannes und stößt dort auf ein Kellerlokal, das »Liberty Bar« genannt wird.
Die lethargische Stimmung in der »Liberty Bar«, die in einem seltsamen Gegensatz zu den weißen Häusern und den weiß gekleideten Menschen von Cannes und Antibes steht – das alles schildert Simenon derart eindrucksvoll, dass man meint, die Geschichte spiele in der heutigen Zeit und nicht in den 30er-Jahren. Lustlos ermittelt der Kommissar, widerlich sind manche Umstände, die ans Licht kommen, und mit einer gewissen Lethargie kommt am Ende heraus, wer eigentlich welche Tat begangen hat. Aber irgendwie ist das dann auch nicht mehr wichtig.
Nicht zum ersten Mal lässt mich Simenon bei einem Roman sprachlos zurück. Die rund 160 Seiten lesen sich wie im Flug, trotz der lahm-lethargischen Stimmung, die der Autor vermittelt. Das macht er so meisterhaft und zugleich so spannend, dass ich nur fassungslos zuschauen kann. Genial!
24 März 2012
Ich aufm Kindle
Zu Weihnachten bekam ich einen E-Book-Reader geschenkt, ein Gerät von Weltbild. Ich gestehe, dass ich es in den letzten drei Monaten nicht einmal aus der Packung geholt habe – meine private Begeisterung für die modernen Lesegeräte ist also recht überschaubar.
Aus beruflichen Gründen finde ich E-Books super. Ich sehe ständig Leute, die mit Lesegeräten unterwegs sind und damit offensichtlich besser zurecht kommen als ich selbst. Umso besser finde ich es, dass es jetzt meine eigenen Romane ebenfalls als E-Books gibt.
Meinen Erstlingsroman »Vielen Dank Peter Pank« gibt's für 9,99 Euro bei Amazon für den Kindle. Das ist ein guter Preis für Leute, die das Buch einfach nur lesen und hinterher eh nicht in den Schrank stellen wollen. Wer's im Schrank haben will, muss zum Hardcover für 14 Euro greifen.
Gespannt bin ich jetzt einfach mal darauf, ob diese E-Book-Variante meinem Roman wirklich zusätzliche Käufer bringt. Deshalb verlinke ich ausnahmsweise mal auf Amazon – dann sehen wir das ja ...
Aus beruflichen Gründen finde ich E-Books super. Ich sehe ständig Leute, die mit Lesegeräten unterwegs sind und damit offensichtlich besser zurecht kommen als ich selbst. Umso besser finde ich es, dass es jetzt meine eigenen Romane ebenfalls als E-Books gibt.
Meinen Erstlingsroman »Vielen Dank Peter Pank« gibt's für 9,99 Euro bei Amazon für den Kindle. Das ist ein guter Preis für Leute, die das Buch einfach nur lesen und hinterher eh nicht in den Schrank stellen wollen. Wer's im Schrank haben will, muss zum Hardcover für 14 Euro greifen.
Gespannt bin ich jetzt einfach mal darauf, ob diese E-Book-Variante meinem Roman wirklich zusätzliche Käufer bringt. Deshalb verlinke ich ausnahmsweise mal auf Amazon – dann sehen wir das ja ...
23 März 2012
Neuer Arbeitsethos
In den letzten 15 Monaten hat sich bei mir ein Arbeitsrhythmus eingependelt, der mir selbst auf den Nerv geht: Meist stehe ich um sieben Uhr auf, setze einen Kaffee auf und beginne mit der Arbeit – nachdem ich mich in einen zivilisierten Menschen verwandelt habe, versteht sich.
Zu Hause setze ich mich normalerweise in aller Frühe an den Computer, weil ich da in aller Ruhe arbeiten kann, oder ich lese Manuskripte. Gegen neun Uhr oder manchmal auch später verlasse ich die Wohnung und fahre zur Arbeit.
Dort entfleuche ich meist gegen 19 Uhr fahre nach Hause; dort essen wir meist zu Abend, und später setze ich mich hin und lese Manuskripte. Zum Schreiben eigener Texte oder einem halbwegs vernünftigen Privatleben komme ich kaum noch.
Zumindest das mit den Texten will ich in den Griff bekommen: Morgens wird jetzt an privaten Texten geschrieben, da möchte ich so wenig wie möglich für die Redaktion machen. Aus diesem Grund bleibt auch das Webmail aus; ich bekomme von den Sorgen und Nöten »meiner« Autoren also nichts mit, sondern muss mich um meinen eigenen Kram kümmern.
Schauen wir mal, wie das funktioniert. Diese Woche fing ich damit an – es läuft bislang ganz okay.
Zu Hause setze ich mich normalerweise in aller Frühe an den Computer, weil ich da in aller Ruhe arbeiten kann, oder ich lese Manuskripte. Gegen neun Uhr oder manchmal auch später verlasse ich die Wohnung und fahre zur Arbeit.
Dort entfleuche ich meist gegen 19 Uhr fahre nach Hause; dort essen wir meist zu Abend, und später setze ich mich hin und lese Manuskripte. Zum Schreiben eigener Texte oder einem halbwegs vernünftigen Privatleben komme ich kaum noch.
Zumindest das mit den Texten will ich in den Griff bekommen: Morgens wird jetzt an privaten Texten geschrieben, da möchte ich so wenig wie möglich für die Redaktion machen. Aus diesem Grund bleibt auch das Webmail aus; ich bekomme von den Sorgen und Nöten »meiner« Autoren also nichts mit, sondern muss mich um meinen eigenen Kram kümmern.
Schauen wir mal, wie das funktioniert. Diese Woche fing ich damit an – es läuft bislang ganz okay.
Drink To Me – cooler Name für eine Band
Eine sehr künstlerisch gestaltete CD-Hülle, eine schräge Mischung zwischen IndiePop, einem Schuss Elektronik und einer tüchtigen Portion Krach, kryptische Texte und teilweise richtig gute Melodien: Das ist die Band Drink To Me aus der Nähe von Turin.
Ihre CD »Brazil« ist richtig klasse – ich bekam sie irgendwann im Jahr 2010 in die Finger, hörte sie aber erst in den letzten Tagen so richtig genau an. Seither finde ich sie klasse; sie läuft hier immer wieder. Von Punk ist das meilenweit entfernt, die Mischung gefällt mir vielleicht gerade deshalb so gut.
Ihre CD »Brazil« ist richtig klasse – ich bekam sie irgendwann im Jahr 2010 in die Finger, hörte sie aber erst in den letzten Tagen so richtig genau an. Seither finde ich sie klasse; sie läuft hier immer wieder. Von Punk ist das meilenweit entfernt, die Mischung gefällt mir vielleicht gerade deshalb so gut.
22 März 2012
Campus Invasion mit mir
Im Mai lese ich mal wieder in Mainz, genauer gesagt auf dem Uni-Campus. Meine Lesung ist im Rahmen einer Veranstaltung der »Kritischen Linken«, die sich »Campus Invasion - Space Invaders against Rechts-AStA« nennt. Das ist schon mal ein witziger Titel, und da passe ich irgendwie ja auch rein.
Meine Lesung ist am Freitag, 11. Mai 2012 - nach einem Tag, an dem es Vorträge über Gender Studies, Burschenschaften und Marxismus gegeben hat. Ich bin ab 19 Uhr eingeplant, zwischen dem Abendessen und dem Punk-Konzert.
Beim Konzert spielen dann unter anderem Überdosis Grau und Zosch! auf, alles in allem eher deutschpunkrockig. Das hört sich insgesamt nach einer Mischung an, bei der ich sehr gespannt darauf bin, welche Menschen sich da einfinden werden.
Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Seite der »Kritischen Linken«. Was welches Programm kostet oder ob der Eintritt frei ist, weiß ich leider noch nicht.
Meine Lesung ist am Freitag, 11. Mai 2012 - nach einem Tag, an dem es Vorträge über Gender Studies, Burschenschaften und Marxismus gegeben hat. Ich bin ab 19 Uhr eingeplant, zwischen dem Abendessen und dem Punk-Konzert.
Beim Konzert spielen dann unter anderem Überdosis Grau und Zosch! auf, alles in allem eher deutschpunkrockig. Das hört sich insgesamt nach einer Mischung an, bei der ich sehr gespannt darauf bin, welche Menschen sich da einfinden werden.
Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Seite der »Kritischen Linken«. Was welches Programm kostet oder ob der Eintritt frei ist, weiß ich leider noch nicht.
Wichtig gucken in Leipzig

Wer schon immer einmal wissen wollte, wie so ein Messestand aussieht und was man als Redakteur so in Leipzig auf einer Buchmesse zu tun hat, beachte bitte dieses Foto. Es wurde am vergangenen Samstag aufgenommen: Vor der Tür schien die Sonne, und in der Halle bekam man davon nichts mit.
Ich hielt eine kleine Ansprache, es hatte sich sogar Publikum eingefunden, und dann verliehen wir einige Preise. Das kam sogar richtig gut an, wie mir schien. Und ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte Gewinnspiel war, das wir auf einer Messe veranstalteten.
21 März 2012
Toller Krimi, miese Grafik
Zu den vielen Autorinnen und Autoren, von denen ich weiß, dass sie gut sind, von denen ich aber nie eine Zeile gelesen habe, gehört die Französin Fred Vargas. Ihre Romane um den seltsamen Kommissar Adamsberg machten sie zum Star, sie gilt seit Jahren als eine der besten Krimi-Autoren Europas.
Das will ich gern glauben, denn ich habe »Das Zeichen des Widders« gelesen – allerdings in Form einer Graphic Novel, die im Aufbau-Verlag als Hardcover erschienen ist. Die Story ist klasse, die Zeichnungen zumindest gewöhnungsbedürftig.
Erst einmal der Reihe nach: Grégoire Brabant und Vincent Ogier sind zwei Kleinkriminelle im Paris der Nuller-Jahre. Sie beklauen Leute, brechen auch mal in ein Haus ein, sind unterm Strich aber harmlos. Als sie einem alten Mann eine Tasche stehlen, lassen sie sich auf einen Gegner ein, mit dem nicht zu rechnen war.
Kurz darauf wird nämlich Vincent brutal ermordet, und Grégoire bekommt es mit der Angst zu tun. Die Polizei soll diesen Mord aufklären, und Kommissar Adamsberg tritt auf den Plan. Er sieht den Zuammenhang zwischen der Bluttat und einer unheimlichen Serie, bei der ein »Widder« genannter Killer seine Opfer brutal verstümmelt.
Ein spannender Krimi beginnt, in dem es um Ritualmorde, eine seltsame Familie, eine Reise nach Südfrankreich und viele andere Themen geht. Das alles las ich mit großem Vergnügen – wenn ich mich nicht über die Zeichnungen ärgerte.
Mit einem zeitweise besenstieldicken Stift zeichnete Edmond Baudoin die Grafiken; manchmal besteht die Geschichte aus zwei Seiten, auf denen nur Dialoge vorkommen. Das ganze stinkt meilenweit nach »Kunst« und ist meiner Ansicht nach wieder mal ein Beleg dafür, warum mir Graphic Novels so oft nicht gefallen.
»Das Zeichen des Widders« ist ein packender Schwarzweiß-Comic, der spannend erzählt ist und der mich neugierig auf weitere Romane von Fred Vargas macht. Weitere Werke von Baudoin werde ich nach diesem Band wohl eher meiden; ich fürchte, ich bin ein Kunstbanause ...
Das will ich gern glauben, denn ich habe »Das Zeichen des Widders« gelesen – allerdings in Form einer Graphic Novel, die im Aufbau-Verlag als Hardcover erschienen ist. Die Story ist klasse, die Zeichnungen zumindest gewöhnungsbedürftig.
Erst einmal der Reihe nach: Grégoire Brabant und Vincent Ogier sind zwei Kleinkriminelle im Paris der Nuller-Jahre. Sie beklauen Leute, brechen auch mal in ein Haus ein, sind unterm Strich aber harmlos. Als sie einem alten Mann eine Tasche stehlen, lassen sie sich auf einen Gegner ein, mit dem nicht zu rechnen war.
Kurz darauf wird nämlich Vincent brutal ermordet, und Grégoire bekommt es mit der Angst zu tun. Die Polizei soll diesen Mord aufklären, und Kommissar Adamsberg tritt auf den Plan. Er sieht den Zuammenhang zwischen der Bluttat und einer unheimlichen Serie, bei der ein »Widder« genannter Killer seine Opfer brutal verstümmelt.
Ein spannender Krimi beginnt, in dem es um Ritualmorde, eine seltsame Familie, eine Reise nach Südfrankreich und viele andere Themen geht. Das alles las ich mit großem Vergnügen – wenn ich mich nicht über die Zeichnungen ärgerte.
Mit einem zeitweise besenstieldicken Stift zeichnete Edmond Baudoin die Grafiken; manchmal besteht die Geschichte aus zwei Seiten, auf denen nur Dialoge vorkommen. Das ganze stinkt meilenweit nach »Kunst« und ist meiner Ansicht nach wieder mal ein Beleg dafür, warum mir Graphic Novels so oft nicht gefallen.
»Das Zeichen des Widders« ist ein packender Schwarzweiß-Comic, der spannend erzählt ist und der mich neugierig auf weitere Romane von Fred Vargas macht. Weitere Werke von Baudoin werde ich nach diesem Band wohl eher meiden; ich fürchte, ich bin ein Kunstbanause ...
20 März 2012
Frühlingsanfang
Es war ein wunderbarer »freier Tag«, und ich merkte es, als ich mit dem Rad unterwegs war. In der Innenstadt von Karlsruhe bummelten die ersten Menschen bereits im T-Shirt oder sonstwie mit leichter Bekleidung; die Straßencafés füllten sich langsam mit Leuten, und die gute Laune schien geradezu in der Luft zu liegen.
Im Schatten fand ich es dennoch ein wenig kühl, weshalb ich die dicke Jacke beim Radfahren anließ. Aber als ich mich später in die Sonne und auf den eigenen Balkon setzte, einen »Maigret«-Roman in der Hand und eine Tasse Kaffee vor der Nase, brauchte ich die dicke Jacke nicht.
Das war offensichtlich der erste Frühlingstag in diesem Jahr. Meinetwegen darf es so weitergehen ...
Im Schatten fand ich es dennoch ein wenig kühl, weshalb ich die dicke Jacke beim Radfahren anließ. Aber als ich mich später in die Sonne und auf den eigenen Balkon setzte, einen »Maigret«-Roman in der Hand und eine Tasse Kaffee vor der Nase, brauchte ich die dicke Jacke nicht.
Das war offensichtlich der erste Frühlingstag in diesem Jahr. Meinetwegen darf es so weitergehen ...
Neues von Civil Victim
Vom Bodensee kommt die Band Civil Victim, von der ich bislang eine EP und eine Split-EP habe. Mit »... no false hope« liegt jetzt die erste Langspielplatte der Band vor, veröffentlicht unter anderem beim Label Rinderherz Records.
Schon die eindrucksvolle Gestaltung mit Trümmern auf dem Titelbild und entsprechender Textgestaltung macht klar, in welche Richtung es geht: wuchtiger Hardcore-Punk, der in der alten englischen Discharge-Tradition steht. »Full of Hate Full Of Spite«, wie es in dem Titelstück heißt, bolzt sich die Band durch die zwölf Stücke der LP.
Das ist nicht schreiend originell, aber richtig klasse gemacht: kein Metal, kein Emo-Gejammer, sondern unverfälschter, radikaler Hardcore-Punk, der mit der Wucht eines Granathagels aus den Boxen bollert. Da möchte ich doch glatt die alte Lederjacke aus dem Schrank holen und zum Stiefelpogo aufbrechen!
Schon die eindrucksvolle Gestaltung mit Trümmern auf dem Titelbild und entsprechender Textgestaltung macht klar, in welche Richtung es geht: wuchtiger Hardcore-Punk, der in der alten englischen Discharge-Tradition steht. »Full of Hate Full Of Spite«, wie es in dem Titelstück heißt, bolzt sich die Band durch die zwölf Stücke der LP.
Das ist nicht schreiend originell, aber richtig klasse gemacht: kein Metal, kein Emo-Gejammer, sondern unverfälschter, radikaler Hardcore-Punk, der mit der Wucht eines Granathagels aus den Boxen bollert. Da möchte ich doch glatt die alte Lederjacke aus dem Schrank holen und zum Stiefelpogo aufbrechen!
19 März 2012
Düsseldorf als Schauplatz für ein Krimi-Hörspiel
Hammer!, ich werde zum Fan von Dennis Ehrhardt – was der Mann in letzter Zeit an Hörspielen rausgehauen hat, begeistert mich immer mehr. Seine »Dorian Hunter«-Hörspiele finde ich schon seit langem super, ich habe sie in diesem Blog hier ebenso besprochen wie auf der PERRY RHODAN-Homepage. Mit seinen »Sonderberg«-Hörspielen fesselt er mich geradezu.
Zuletzt hörte ich »Sonderberg & Co. und der Tote im Rhein«, die zweite Folge dieser wunderbaren Mischung aus Krimi, historischem Roman und witzigen Dialogen. Das Hörspiel erschien wieder bei Zaubermond-Audio; es handelt sich erneut um eine Doppel-CD, die in einem schönen Digipack steckt.
Autor Dennis Ehrhardt ist in diesem Fall sowohl der Regisseur des Hörspiels als auch der Verleger – da bleibt alles in einer Hand. Da der Mann bei seinen eigenen Romanen sowieso auf Qualität achtet, kann also nicht viel schiefgehen.
Die Geschichte spielt im Jahr 1886 in Düsseldorf, mitten in der sogenannten Gründerzeit. Dr. Sonderberg, der Detektiv, und seine Assistentin Minnie Cogner ermitteln in einem Mordfall, der von der Polizei gar nicht als solcher angesehen wird. Und der ursprüngliche Auftraggeber, ein Mann aus »höheren Kreisen«, will alsbald seinen Auftrag zurückziehen.
Es geht um den geplanten Bau einer Brücke über den Rhein sowie um die Möglichkeit, dies mit einem Kanalbau zu umgehen. Sonderberg ermittelt im Rotlichtmilieu, trifft in der »Roten Laterne« auf eine alte Bekannte und macht unfreiwillig Bekanntschaft mit den eisigen Fluten des Stromes. Aber natürlich schafft es der Detektiv am Ende, auch diesen Fall zu lösen.
Wie der erste Teil, den ich schon kannte, ist auch dieses Hörspiel super gemacht: flotte Dialoge sowie viele Geräusche, die eine abwechslungsreiche Kulisse ergeben. Auf einen Erzähler, der durch das Geschehen führt, verzichtet man; damit entsteht ein echtes »Kopf-Kino«, bei dem die Geräusche und Dialoge die Szenen sehr lebendig erscheinen lassen.
Mit »Sonderbergs Notizen« gibt's auf der Doppel-CD zudem eine Art Ergänzung zum eigentlichen Kriminalfall, das die Figuren weiter charakterisiert. Das gefällt mir dann ebenso gut wie das komplette Hörspiel, das ich mit großem Vergnügen angehört habe. Wunderbar!
Zuletzt hörte ich »Sonderberg & Co. und der Tote im Rhein«, die zweite Folge dieser wunderbaren Mischung aus Krimi, historischem Roman und witzigen Dialogen. Das Hörspiel erschien wieder bei Zaubermond-Audio; es handelt sich erneut um eine Doppel-CD, die in einem schönen Digipack steckt.
Autor Dennis Ehrhardt ist in diesem Fall sowohl der Regisseur des Hörspiels als auch der Verleger – da bleibt alles in einer Hand. Da der Mann bei seinen eigenen Romanen sowieso auf Qualität achtet, kann also nicht viel schiefgehen.
Die Geschichte spielt im Jahr 1886 in Düsseldorf, mitten in der sogenannten Gründerzeit. Dr. Sonderberg, der Detektiv, und seine Assistentin Minnie Cogner ermitteln in einem Mordfall, der von der Polizei gar nicht als solcher angesehen wird. Und der ursprüngliche Auftraggeber, ein Mann aus »höheren Kreisen«, will alsbald seinen Auftrag zurückziehen.
Es geht um den geplanten Bau einer Brücke über den Rhein sowie um die Möglichkeit, dies mit einem Kanalbau zu umgehen. Sonderberg ermittelt im Rotlichtmilieu, trifft in der »Roten Laterne« auf eine alte Bekannte und macht unfreiwillig Bekanntschaft mit den eisigen Fluten des Stromes. Aber natürlich schafft es der Detektiv am Ende, auch diesen Fall zu lösen.
Wie der erste Teil, den ich schon kannte, ist auch dieses Hörspiel super gemacht: flotte Dialoge sowie viele Geräusche, die eine abwechslungsreiche Kulisse ergeben. Auf einen Erzähler, der durch das Geschehen führt, verzichtet man; damit entsteht ein echtes »Kopf-Kino«, bei dem die Geräusche und Dialoge die Szenen sehr lebendig erscheinen lassen.
Mit »Sonderbergs Notizen« gibt's auf der Doppel-CD zudem eine Art Ergänzung zum eigentlichen Kriminalfall, das die Figuren weiter charakterisiert. Das gefällt mir dann ebenso gut wie das komplette Hörspiel, das ich mit großem Vergnügen angehört habe. Wunderbar!
Kleine Themen für einen kleinen Autor
Die Leipziger Buchmesse war auch für mich als Gelegenheitsschriftsteller nicht uninteressant. Bei manchem Gespräch, das ich aus professionellen Gründen führte, kamen meine privaten Themen dann doch auf den Tisch. Das fand ich spannend, jetzt muss ich nur schauen, ob ich das irgendwie umsetze.
So wird es demnächst meine Punkrock-Romane »Vielen Dank Peter Pank« und »Chaos en France« als E-Books bei allen einschlägigen Portalen geben. Das heißt, dass man die Dinger dann auch auf dem Kindle und anderen Lesegeräten durchschmökern kann – finde ich natürlich stark.
Darüber hinaus sprach ich darüber, wie andere Texte von mir als E-Book herauskommen könnten. Beispielsweise ging es dabei um meine Fantasy-Novellen und andere Texte, die in kleinen Verlagen erschienen sind und die man praktisch nicht mehr bekommen kann.
Da ich mein Zeugs gerne gedruckt sehen möchte, ging es bei manchem Gespräch aber auch darum, »richtige« Bücher von mir zu machen. Unter anderem unterhielt ich mich angeregt über ein mögliches Romanprojekt und eine schneller zu verwirklichende Sammlung von Kurzgeschichten.
Aber schauen wir mal: Auf einer Buchmesse wird immer viel geredet, und nie werden alle Themen verwirklicht. Aber das Jahr 2012 ist noch jung, und vielleicht entsteht im Verlauf der nächsten Monate die eine oder andere Perspektive ...
So wird es demnächst meine Punkrock-Romane »Vielen Dank Peter Pank« und »Chaos en France« als E-Books bei allen einschlägigen Portalen geben. Das heißt, dass man die Dinger dann auch auf dem Kindle und anderen Lesegeräten durchschmökern kann – finde ich natürlich stark.
Darüber hinaus sprach ich darüber, wie andere Texte von mir als E-Book herauskommen könnten. Beispielsweise ging es dabei um meine Fantasy-Novellen und andere Texte, die in kleinen Verlagen erschienen sind und die man praktisch nicht mehr bekommen kann.
Da ich mein Zeugs gerne gedruckt sehen möchte, ging es bei manchem Gespräch aber auch darum, »richtige« Bücher von mir zu machen. Unter anderem unterhielt ich mich angeregt über ein mögliches Romanprojekt und eine schneller zu verwirklichende Sammlung von Kurzgeschichten.
Aber schauen wir mal: Auf einer Buchmesse wird immer viel geredet, und nie werden alle Themen verwirklicht. Aber das Jahr 2012 ist noch jung, und vielleicht entsteht im Verlauf der nächsten Monate die eine oder andere Perspektive ...
18 März 2012
Geruhsam aus Florenz
The Vickers ist eine Band aus Florenz, die eine wunderschöne Mixtur aus alten Beatles und neueren Indie-Bands spielen: englische Texte, dezentes Gitarrengeklimper, schöne Melodien. Das ist nicht gerade spektakulär, das kann man sich aber immer wieder anhören.
Ich erhielt die CD »Keep Clear« der Band als Besprechungsexemplar. Die CD riss mich nicht vom Hocker, aber ich hörte sie während eines Abends, an dem ich einen Roman zu redigieren hatte, gut vier oder fünf Mal hintereinander an. Es blieben nicht gerade die tollen Stücke hängen, aber ich ärgerte mich auch keine Sekunde lang.
Eine ruhige Band also, die man sich anhören kann. Viel mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.
Ich erhielt die CD »Keep Clear« der Band als Besprechungsexemplar. Die CD riss mich nicht vom Hocker, aber ich hörte sie während eines Abends, an dem ich einen Roman zu redigieren hatte, gut vier oder fünf Mal hintereinander an. Es blieben nicht gerade die tollen Stücke hängen, aber ich ärgerte mich auch keine Sekunde lang.
Eine ruhige Band also, die man sich anhören kann. Viel mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.
17 März 2012
Dicke Luft, schwacher Kopf
Traditionell ist der dritte Tag auf einer Buchmesse der schwerste, zumindest für mich, zumindest in Leipzig. Der dritte Tag ist nämlich üblicherweise ein Samstag, und am Vorabend treibe ich mich mit Kollegen in der Moritzbastei herum. Das hat immer Folgen.
Das uralte Gemäuer in Leipzig, in dem am Freitag abend die Party der Buchhändler stattfindet, ist verwinkelt, sieht cool aus und fasst haufenweise Leute. Einige von denen kenne ich, und so trinke ich an einem solchen Abend gerne das eine oder andere Bier zu viel.
So war es auch an diesem Freitag. Kein Wunder, dass ich reichlich zermatscht auf der Messe auflief. Vier Stunden Schlaf und davor einige Bier - das stecke ich einfach nicht mehr so gut weg. Dennoch brachte ich den Tag gut herum: meist einfach nur am Messestand, meist sehr ruhig, doch immer wieder redend.
Und das bei steigendem Lärm- und Kommunikationspegel ... Hunderte von verkleideten Manga-Jugendlichen turnten um uns herum; es war laut und schwitzig. Und mit meinem zermatschten Kopf fiel es mir immer wieder schwer, bei einem seriösen Fachgespräch die fünf Sinne einigermaßen vernünftig zusammenzuhalten.
Das uralte Gemäuer in Leipzig, in dem am Freitag abend die Party der Buchhändler stattfindet, ist verwinkelt, sieht cool aus und fasst haufenweise Leute. Einige von denen kenne ich, und so trinke ich an einem solchen Abend gerne das eine oder andere Bier zu viel.
So war es auch an diesem Freitag. Kein Wunder, dass ich reichlich zermatscht auf der Messe auflief. Vier Stunden Schlaf und davor einige Bier - das stecke ich einfach nicht mehr so gut weg. Dennoch brachte ich den Tag gut herum: meist einfach nur am Messestand, meist sehr ruhig, doch immer wieder redend.
Und das bei steigendem Lärm- und Kommunikationspegel ... Hunderte von verkleideten Manga-Jugendlichen turnten um uns herum; es war laut und schwitzig. Und mit meinem zermatschten Kopf fiel es mir immer wieder schwer, bei einem seriösen Fachgespräch die fünf Sinne einigermaßen vernünftig zusammenzuhalten.
16 März 2012
Standnachbarn
Gelegentlich verwischen sich auf der Leipziger Buchmesse meine Identitäten. Jeder Mensch hat bekanntlich mehrere: Je nach dem, wo man sich aufhält und mit wem man spricht, ist man ein anderer Mensch. Mal Sohn und Familienmitglied, mal Angestellter und Firmenangehöriger, mal Privatmensch und guter Freund.
Bei mir ist es so, dass ich an einem Stand auf der Leipziger Buchmesse sitze und über Bücher rede, die nicht von mir geschrieben worden sind, sondern von fleißigen und kreativen Autoren. Eine dünne Wand trennt mich in solchen Fällen von meiner anderen Identität: Direkt nebenan ist das Archiv der Jugendkulturen, in dem die Kurzgeschichtensammlung »Zwei Whisky mit Neumann« und meine zwei Romane um »Peter Pank« erschienen sind.
In früheren Jahren kam es immer wieder vor, dass junge Punks eines meiner Bücher kauften und dann zu unserem Stand geschickt wurden. »Da sitzt der Autor, der gibt euch ein Autogramm.« Dann standen jugendliche Irokesenträger, die dreißig Jahre jünger waren als ich, vor mir und hielten mir eines meiner Bücher vor die Nase, sichtlich ein wenig eingeschüchtert von meinem Anzug.
Im Jahr 2012 blieb das bisher aus. Aber ich genieße es, einige Meter nach links oder rechts zu gehen: Beim Archiv der Jugendkulturen rede ich über Szene und Punkrock, beim Golkonda-Verlag spreche ich privat über Science Fiction und dergleichen. Die Buchmesse ist dann viel privater ...
Bei mir ist es so, dass ich an einem Stand auf der Leipziger Buchmesse sitze und über Bücher rede, die nicht von mir geschrieben worden sind, sondern von fleißigen und kreativen Autoren. Eine dünne Wand trennt mich in solchen Fällen von meiner anderen Identität: Direkt nebenan ist das Archiv der Jugendkulturen, in dem die Kurzgeschichtensammlung »Zwei Whisky mit Neumann« und meine zwei Romane um »Peter Pank« erschienen sind.
In früheren Jahren kam es immer wieder vor, dass junge Punks eines meiner Bücher kauften und dann zu unserem Stand geschickt wurden. »Da sitzt der Autor, der gibt euch ein Autogramm.« Dann standen jugendliche Irokesenträger, die dreißig Jahre jünger waren als ich, vor mir und hielten mir eines meiner Bücher vor die Nase, sichtlich ein wenig eingeschüchtert von meinem Anzug.
Im Jahr 2012 blieb das bisher aus. Aber ich genieße es, einige Meter nach links oder rechts zu gehen: Beim Archiv der Jugendkulturen rede ich über Szene und Punkrock, beim Golkonda-Verlag spreche ich privat über Science Fiction und dergleichen. Die Buchmesse ist dann viel privater ...
15 März 2012
Kein schöner Hall'
Irgendwie gibt es kein perfektes Wetter für eine Buchmesse: Bei meinen Aufenthalten in Leipzig goss es schon einmal in Strömen, standen wir einmal knöcheltief im Neuschnee, durch den wir mit unseren tollen Halbschuhen stapften, knallte aber auch schon einmal die Sonne vom Himmel. So auch dieses Mal. Der erste Messetag bei dieser Buchmesse empfing mich mit einem wunderbaren Wetter, mit einem Sonnenschein, der fast klischeehaft war und der einem eigentlich eine gute Laune einbringen sollte.
Das tat es auch: Auf der Autobahn ließ ich es ordentlich knallen, und im beginnenden Getümmel einer Buchmesse behielt ich die gute Laune recht lange bei. Aber irgendwie ist es dann doch bescheuert: Vom schönen Wetter hatte ich so gut wie nichts, und als ich endlich aus der Halle herauskam, war es schon wieder fast dunkel.
Irgendwie gibt es kein perfektes Wetter: In der Halle ist es immer gleich temperiert, vom Wetter außerhalb bekomme ich nichts. Ich komme mir vor wie in einem riesigen Raumschiff, das durch eine Umgebung gleitet, von der ich nichts mitkriege.
Planet Leipzig, ich bin nur auf Deiner Außenstation!
Das tat es auch: Auf der Autobahn ließ ich es ordentlich knallen, und im beginnenden Getümmel einer Buchmesse behielt ich die gute Laune recht lange bei. Aber irgendwie ist es dann doch bescheuert: Vom schönen Wetter hatte ich so gut wie nichts, und als ich endlich aus der Halle herauskam, war es schon wieder fast dunkel.
Irgendwie gibt es kein perfektes Wetter: In der Halle ist es immer gleich temperiert, vom Wetter außerhalb bekomme ich nichts. Ich komme mir vor wie in einem riesigen Raumschiff, das durch eine Umgebung gleitet, von der ich nichts mitkriege.
Planet Leipzig, ich bin nur auf Deiner Außenstation!
14 März 2012
In der Münchener Mittagsonne
Eigentlich hatte die Autorenkollegin das gut gemeint und ebenso gut geplant: Sie holt mich und den Kollegen am Bahnhof ab, wir gehen dann in ein »typisch bayerisches Brauhaus«, essen dort eine Kleinigkeit und gehen dann zur Beerdigung. Ein guter Plan, aber mit Hindernissen.
Das Brauhaus war eine Baustelle, aber so richtig komplett. Also wichen wir auf die andere Straßenseite aus und nahmen eine »echte Brotzeit« zu uns, das einzige, was schnell ging: Käsebrote oder eben sogar ein Schmalzbrot für den Kollegen aus Bonn.
Das war sogar alles recht lecker. Das beste allerdings: Wir saßen in der Sonne, als ob es schon Sommer sei, und genossen den warmen Tag.
Da vergaß ich glatt den traurigen Anlass, weswegen ich überhaupt in München weilte. Ich bin aber sicher, dass der Verstorbene das nicht ungern gesehen hätte ...
Das Brauhaus war eine Baustelle, aber so richtig komplett. Also wichen wir auf die andere Straßenseite aus und nahmen eine »echte Brotzeit« zu uns, das einzige, was schnell ging: Käsebrote oder eben sogar ein Schmalzbrot für den Kollegen aus Bonn.
Das war sogar alles recht lecker. Das beste allerdings: Wir saßen in der Sonne, als ob es schon Sommer sei, und genossen den warmen Tag.
Da vergaß ich glatt den traurigen Anlass, weswegen ich überhaupt in München weilte. Ich bin aber sicher, dass der Verstorbene das nicht ungern gesehen hätte ...
13 März 2012
Das Haus und die Familie
Das älteste Bild von dem Haus, in dem ich großgeworden bin, ist leider undatiert. Es dürfte um 1930 aufgenommen worden sein, wenn man nach der Familie geht, die sich stolz vor dem Haus gruppiert hat.
Der kräftige Mann mit Schnauzbart und in Zimmermannskluft müsste mein Großvater sein, den ich nie kennengelernt habe, und der kleine blonde Junge, der vor ihm steht, müsste mein Vater sein. Daneben stehen zwei Frauen, eine davon mutmaßlich meine Großmutter, sowie zwei Mädchen, eines davon wohl meine Tante. Wer die jeweils andere Frau und das andere Mädchen sind, geht aus dem Bild leider nicht hervor.
Das Haus sieht extrem einfach aus. Teilweise erkennt man das Fachwerk und die dazwischen gemauerten Steine, an den Stellen nämlich, wo die Bretter fehlen, die schlicht darüber genagelt worden sind. Die Lage der Fenster und der Aufbau des Daches waren damals schon so, wie sie heute noch sind, und auch die wuchtigen Sandsteine, auf denen das Haus steht, sind dieselben geblieben.
Aus der Küche führt ein Rohr in einen Holzzuber, der vor dem Haus steht; eine primitive Stromleitung führt an der Stelle ins Haus, wo vierzig Jahre später mein Kinderzimmer war. Und die Hausnummer 150 – damals wurden die Häuser im Dorf schlicht durchnumeriert, und niemand dachte daran, die Häuser in den Straßen zu numerieren – ist auf einem Holzschild angebracht.
Schaue ich mir das Bild an, wird mir wieder einmal klar, warum eine meiner frühesten Erinnerungen an das Haus ist, dass darin gearbeitet wurde. Meine Großeltern und meine Eltern haben ununterbrochen geschuftet, um aus der »Bretterbude« ein Wohnhaus zu machen; auch ich habe unzählige Arbeitsstunden hineingesteckt. So etwas gibt man nicht leichtherzig her.
Der kräftige Mann mit Schnauzbart und in Zimmermannskluft müsste mein Großvater sein, den ich nie kennengelernt habe, und der kleine blonde Junge, der vor ihm steht, müsste mein Vater sein. Daneben stehen zwei Frauen, eine davon mutmaßlich meine Großmutter, sowie zwei Mädchen, eines davon wohl meine Tante. Wer die jeweils andere Frau und das andere Mädchen sind, geht aus dem Bild leider nicht hervor.
Das Haus sieht extrem einfach aus. Teilweise erkennt man das Fachwerk und die dazwischen gemauerten Steine, an den Stellen nämlich, wo die Bretter fehlen, die schlicht darüber genagelt worden sind. Die Lage der Fenster und der Aufbau des Daches waren damals schon so, wie sie heute noch sind, und auch die wuchtigen Sandsteine, auf denen das Haus steht, sind dieselben geblieben.
Aus der Küche führt ein Rohr in einen Holzzuber, der vor dem Haus steht; eine primitive Stromleitung führt an der Stelle ins Haus, wo vierzig Jahre später mein Kinderzimmer war. Und die Hausnummer 150 – damals wurden die Häuser im Dorf schlicht durchnumeriert, und niemand dachte daran, die Häuser in den Straßen zu numerieren – ist auf einem Holzschild angebracht.
Schaue ich mir das Bild an, wird mir wieder einmal klar, warum eine meiner frühesten Erinnerungen an das Haus ist, dass darin gearbeitet wurde. Meine Großeltern und meine Eltern haben ununterbrochen geschuftet, um aus der »Bretterbude« ein Wohnhaus zu machen; auch ich habe unzählige Arbeitsstunden hineingesteckt. So etwas gibt man nicht leichtherzig her.
Außenseitertum, selbstgewählt
Es steckt natürlich ein Stückweit Pathos und Attitude dahinter, wenn sich eine Band selbst in ihrem Plattentitel als »Outsider By Choice« bezeichnet. Aber dass es die finnische Band Wasted wieder gibt, freut mich, und die neue Platte knallt richtig gut.
Live fand ich die Band immer überzeugend; ich sah sie zwei- oder gar dreimal im Keller der »Ex-Steffi«, des besetzten Hauses hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof, und dort wirkten sie in dem Schmuddel-Umfeld mit ihren ordentlichen Haaren, sauberen Tätowierungen und Hemden manchmal wie ein Fremdkörper. Musikalisch gefiel mir die druckvolle Mixtur aus Streetpunk und Hardcore immer sehr gut.
Das ist bei der aktuellen Platte auch der Falle; man könnte meinen, die Band sei nie weggewesen oder die Musiker hätten sich nie auf irgendwelchen Indie-Rock-Wegen befunden. Die Platte ist kompakt: Jedes Stück ist knallig und auf den Punkt gebracht, die englischen Texte überzeugen, und die Melodien sind wuchtig wie eh und je. Saugut!
Live fand ich die Band immer überzeugend; ich sah sie zwei- oder gar dreimal im Keller der »Ex-Steffi«, des besetzten Hauses hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof, und dort wirkten sie in dem Schmuddel-Umfeld mit ihren ordentlichen Haaren, sauberen Tätowierungen und Hemden manchmal wie ein Fremdkörper. Musikalisch gefiel mir die druckvolle Mixtur aus Streetpunk und Hardcore immer sehr gut.
Das ist bei der aktuellen Platte auch der Falle; man könnte meinen, die Band sei nie weggewesen oder die Musiker hätten sich nie auf irgendwelchen Indie-Rock-Wegen befunden. Die Platte ist kompakt: Jedes Stück ist knallig und auf den Punkt gebracht, die englischen Texte überzeugen, und die Melodien sind wuchtig wie eh und je. Saugut!
12 März 2012
Wiedergeburt in einer Krimi-Geschichte

Ich bin seit vielen Jahren ein Fan der neuen »Daredevil«-Geschichten: Wie der blinde Superheld ohne Angst in der düsteren Comic-Welt von New York mit seinen Sorgen und Nöten klarkommt, wie er trotz aller inneren Dämonen immer wieder den Kampf gegen das Böse in der Welt aufnimmt – das war und ist streckenweise sagenhaft gut erzählt und illustriert.
Zuletzt gefielen mir die Storys nicht mehr so gut: Mit dem sogenannten Shadowland näherte sich die Serie zu sehr an den üblichen Superhelden-Kosmos an, was dazu führte, dass mich das kaum noch interessierte. Jetzt aber liegt das elfte »Daredevil«-Paperback vor, die deutschsprachige Zusammenfassung der vier amerikanischen Hefte von »Daredevil Reborn«, und das ist richtig klasse gemacht.
Auf seiner Flucht vor der eigenen Vergangenheit erreicht Matt Murdock – ohne seine Ausrüstung als Daredevil – ein unbekanntes und unbedeutendes Kaff in der Nähe der mexikanischen Grenze. Er spricht mit einem Jungen, der ebenfalls blind ist, und noch während er sich mit dem Jungen unterhält, stöbern ihn einige Schlägertypen aus dem Kleinstadt auf.
Murdock lässt sich von den Typen vertreiben, weil er keinerlei Interesse daran hat, einen Krieg vom Zaum zu brechen. Er will weiterziehen und sich nie wieder in die Probleme anderer Leute einmischen. Doch dann stößt er auf eine offene Grube, in der sich die Überreste von Ermordeten befindet – und ihm ist klar, dass er nicht ewig weglaufen kann.
Er stellt sich dem Herrscher über die Kleinstadt, und dann beginnt ein gnadenloser Kampf ... Das klingt jetzt ein wenig klischeehaft, wie eine Mischung aus einem Western und dem üblichen Superhelden-Kram, doch was der britische Comic-Autor Andy Diggle und der italienische Künstler Davide Gianfelice daraus machen, finde ich klasse: Natürlich sind die Kämpfe zeichnerisch toll choreografiert, mit allen Effekten, die man von modernen amerikanischen Comics erwarten kann; das ganze funktioniert aber nur dank der knalligen Handlung, die mit knappen Dialogen vorangetrieben wird.
Das beste daran: Man benötigt keinerlei Vorkenntnisse, um die Geschichte zu verstehen. Dieser »Daredevil«-Band ist ein Einstieg in den Kosmos dieses Superhelden, der mit einer Stunde Null beginnt: ein Mann allein in einer fremden Stadt. Das ist packend erzählt und toll gezeichnet – so etwas mag ich!
11 März 2012
Apachen, Sioux und ein Leutnant
Am Wochenende ging die Nachricht durchs Netz: Der Comic-Zeichner Jean Giraud ist gestorben. Der Mann war Jahrgang 1938, zuletzt war er lange krank, und jetzt tat er mit 73 Jahren seinen letzten Atemzug.
Ich nahm mir noch einmal einige seiner »Blueberry«-Comics vor, die in einer schönen Gesamtausgabe bei Ehapa erscheinen oder – genauer gesagt – erschienen sind. Als Nullnummer der »Blueberry-Chroniken« gibt es den Band »Apachen«, und den las ich dann komplett durch. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, sind das die letzten Zeichnungen, die Giraud zu seinem Western-Erfolg veröffentlicht hat – und sie sind inhaltlich vor den ersten Zeichnungen angesiedelt, die es zu »Blueberry« gibt.
Der stets zum Alkohol und groben Streichen neigende Leutnant der US-Kavallerie war die erste Giraud-Figur, die ich kennenlernte. Das war in den 70er-Jahren, als ich – wie viele Jugendliche auch – die »Zack«-Hefte las. In den 80er-Jahren kaufte ich mir die »Blueberry«-Alben, die in unterschiedlichen Verlagen erschienen, und las sie mehrfach.
Die teilweise zerfledderten Dinger tauschte ich in den Nuller-Jahren gegen die schön gestalteten »Blueberry-Chroniken« im Hardcover-Format aus. Und in diesen blätterte ich heute wieder herum: Mit Faszination und immer noch demselben Interesse wie früher las ich die Geschichten – toll!
Mit seinen Science-Fiction-Comics, die Giraud unter seinem Pseudonym Moebius zeichnete, konnte ich teilweise weniger anfangen. Die Stories sind teilweise total schräg, zeichnerisch gefallen sie mir teilweise auch – aber den Western fand ich stets cooler und überzeugender. Sogar »John Difool«, der jetzt in einer wunderbaren Neuauflage bei Splitter veröffentlicht wird, war für mich nicht so toll.
Jetzt ist das französische Comic-Genie tot. Schade, ich hätte mir von ihm noch eine Reihe weiterer »Blueberry«-Geschichten gewünscht. Mal schauen, was andere Zeichner und Autoren aus diesem Mythos machen können.
Ich nahm mir noch einmal einige seiner »Blueberry«-Comics vor, die in einer schönen Gesamtausgabe bei Ehapa erscheinen oder – genauer gesagt – erschienen sind. Als Nullnummer der »Blueberry-Chroniken« gibt es den Band »Apachen«, und den las ich dann komplett durch. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, sind das die letzten Zeichnungen, die Giraud zu seinem Western-Erfolg veröffentlicht hat – und sie sind inhaltlich vor den ersten Zeichnungen angesiedelt, die es zu »Blueberry« gibt.
Der stets zum Alkohol und groben Streichen neigende Leutnant der US-Kavallerie war die erste Giraud-Figur, die ich kennenlernte. Das war in den 70er-Jahren, als ich – wie viele Jugendliche auch – die »Zack«-Hefte las. In den 80er-Jahren kaufte ich mir die »Blueberry«-Alben, die in unterschiedlichen Verlagen erschienen, und las sie mehrfach.
Die teilweise zerfledderten Dinger tauschte ich in den Nuller-Jahren gegen die schön gestalteten »Blueberry-Chroniken« im Hardcover-Format aus. Und in diesen blätterte ich heute wieder herum: Mit Faszination und immer noch demselben Interesse wie früher las ich die Geschichten – toll!
Mit seinen Science-Fiction-Comics, die Giraud unter seinem Pseudonym Moebius zeichnete, konnte ich teilweise weniger anfangen. Die Stories sind teilweise total schräg, zeichnerisch gefallen sie mir teilweise auch – aber den Western fand ich stets cooler und überzeugender. Sogar »John Difool«, der jetzt in einer wunderbaren Neuauflage bei Splitter veröffentlicht wird, war für mich nicht so toll.
Jetzt ist das französische Comic-Genie tot. Schade, ich hätte mir von ihm noch eine Reihe weiterer »Blueberry«-Geschichten gewünscht. Mal schauen, was andere Zeichner und Autoren aus diesem Mythos machen können.
10 März 2012
UK Subs – alt und live
Nachdem ich im Februar 1982 den englischen Punkrock-Klassiker schlechthin – die U.K. Subs – mal wieder gesehen hatte, hörte ich mir gleich eine weitere alte Platte von denen an. Gemeint ist die LP »Live Kicks«, die tatsächlich 1977 im Roxy Theatre in London aufgenommen wurde. Dort spielte die Band ab dem Sommer 1977 regelmäßig zum Pogo auf.
Unter anderem wurden Aufnahmen dieser Auftritte auf der legendären Platte namens »Farewell To The Roxy« veröffentlicht. Die habe ich nicht; ich habe die weniger legendäre Platte »Live Kicks«, die etwa 1980 als deutsche Pressung herauskam und meiner Erinnerung nach die erste Platte der Band war, die ich mir überhaupt kaufte.
Da sind alle Klassiker drauf, von »C.I.D.« bis hin zu »Stranglehold«: knackig gespielt, mit einem durchaus ruppigen und vor allem recht schnellen Sound, ein wenig abgehackt und ohne jegliche Metal-Anleihen (die zehn Jahre später leider normal waren) und ohne Rhythm'n'Blues-Vergangenheitsbewältigung des Sängers. Kein Stück auf der Platte ist übrigens länger als zwei Minuten, die meisten sind richtig kurz.
Die »Live Kicks«, die man heutzutage immer wieder angeboten bekommt und die es als CD-Nachpressung und dergleichen gibt, lohnt sich echt. Und sei es nur als Vergleich: In den späten 70er-Jahren war die Band live besser als auf den regulären Platten – und daran hat sich irgendwie nichts geändert ...
Unter anderem wurden Aufnahmen dieser Auftritte auf der legendären Platte namens »Farewell To The Roxy« veröffentlicht. Die habe ich nicht; ich habe die weniger legendäre Platte »Live Kicks«, die etwa 1980 als deutsche Pressung herauskam und meiner Erinnerung nach die erste Platte der Band war, die ich mir überhaupt kaufte.
Da sind alle Klassiker drauf, von »C.I.D.« bis hin zu »Stranglehold«: knackig gespielt, mit einem durchaus ruppigen und vor allem recht schnellen Sound, ein wenig abgehackt und ohne jegliche Metal-Anleihen (die zehn Jahre später leider normal waren) und ohne Rhythm'n'Blues-Vergangenheitsbewältigung des Sängers. Kein Stück auf der Platte ist übrigens länger als zwei Minuten, die meisten sind richtig kurz.
Die »Live Kicks«, die man heutzutage immer wieder angeboten bekommt und die es als CD-Nachpressung und dergleichen gibt, lohnt sich echt. Und sei es nur als Vergleich: In den späten 70er-Jahren war die Band live besser als auf den regulären Platten – und daran hat sich irgendwie nichts geändert ...
09 März 2012
Fremdgeschämt
In meinem Leben habe ich viele Dinge getan, die mir im Nachhinein unglaublich peinlich sind. Ich hoffe immer, dass die anderen Menschen, die daran beteiligt waren, sie größtenteils vergessen haben - leider ist es nicht automatisch so, dass die anderen meine Peinlichkeiten aus dem Hirn schlagen ...
Am gestrigen Donnerstag, 8. März 2012, schaute ich mit einer Mischung aus Grusel, Mitleid und Entsetzen einer Peinlichkeit ersten Ranges zu: die Verabschiedung des scheidenden Bundespräsidenten, dessen Namen ich schon nicht mehr schreiben kann, mit einem Großen Zapfenstreich. Das pompöse Schauspiel, die maskenhaften Gesichter der Beteiligten und im Hintergrund die »Schande Schande!«-Sprechchöre und das ununterbrochene Tröten, Pfeifen und Trillern: Es war unglaublich.
Anstelle des geehrten Ex-Presis wäre ich vor Scham im Erdboden verschwunden. Ich hätte mich in den letzten Wochen an seiner Stelle sowieso die ganze Zeit geschämt. Und während mir bei meinen Peinlichkeiten maximal ein Dutzend Leute zuschaute, haben in den letzten drei Monaten ja Millionen von Leuten mitbekommen, wie der Mann sich blamierte.
Unglaublich! Ich schämte mich für ihn mit. Ich konnte das Drama nicht mehr länger anschauen. Anderseits: Der Mann ist vier Jahre älter als ich, kassiert jetzt eine »Rente«, die ein Mehrfaches meines Jahresgehaltes entspricht ... da darf er sich auch ein wenig auspfeifen lassen und sich gerne öffentlich blamieren. Das ist dann die Ehrenschuld.
(Ich gestehe im übrigen, dass ich ein großer Fan von Gernot Hassknecht bin. In klar formulierten Worten bringt dieser bedeutende Mann seine Meinung zur Bundespräsidentensuche und den üblichen Kalamitäten zum Ausdruck. Dem ist wenig hinzuzufügen. Youtube hält hier schönes Material bereit.)
Am gestrigen Donnerstag, 8. März 2012, schaute ich mit einer Mischung aus Grusel, Mitleid und Entsetzen einer Peinlichkeit ersten Ranges zu: die Verabschiedung des scheidenden Bundespräsidenten, dessen Namen ich schon nicht mehr schreiben kann, mit einem Großen Zapfenstreich. Das pompöse Schauspiel, die maskenhaften Gesichter der Beteiligten und im Hintergrund die »Schande Schande!«-Sprechchöre und das ununterbrochene Tröten, Pfeifen und Trillern: Es war unglaublich.
Anstelle des geehrten Ex-Presis wäre ich vor Scham im Erdboden verschwunden. Ich hätte mich in den letzten Wochen an seiner Stelle sowieso die ganze Zeit geschämt. Und während mir bei meinen Peinlichkeiten maximal ein Dutzend Leute zuschaute, haben in den letzten drei Monaten ja Millionen von Leuten mitbekommen, wie der Mann sich blamierte.
Unglaublich! Ich schämte mich für ihn mit. Ich konnte das Drama nicht mehr länger anschauen. Anderseits: Der Mann ist vier Jahre älter als ich, kassiert jetzt eine »Rente«, die ein Mehrfaches meines Jahresgehaltes entspricht ... da darf er sich auch ein wenig auspfeifen lassen und sich gerne öffentlich blamieren. Das ist dann die Ehrenschuld.
(Ich gestehe im übrigen, dass ich ein großer Fan von Gernot Hassknecht bin. In klar formulierten Worten bringt dieser bedeutende Mann seine Meinung zur Bundespräsidentensuche und den üblichen Kalamitäten zum Ausdruck. Dem ist wenig hinzuzufügen. Youtube hält hier schönes Material bereit.)
08 März 2012
Zum Frauentag
Der 8. März ist bekanntlich der »Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden«, kurz »Internationaler Frauentag«. Es war zu erwarten, dass es an diesem Tag von dämlichen Witzen im Internet nur so wimmelt. So finden sich bei Twitter eine Reihe von lustig gemeinten Aussagen zum Thema - beispielsweise möchte eine Twitterin allen Frauen »ein High Five mit meinen Brüsten geben«.
Die BILD gibt ihren weiblichen Kollegen frei, die Financial Times stellt fest, dass Frauen gut mit Geld umgehen können, und tarnt ihren Artikel mit dem witzig gemeinten Satz, die Frauen bräuchten »ganz dringend Kreditkarten mit pinkfarbenen Stilettos«. Und selbstverständlich fehlt es nicht an Frauen, die der Ansicht sind, alles sei okay, wie es nun mal sei, und an Männern, die glauben, dass sie von Frauen unterdrückt werden.
Wie gehabt. Wie immer. Von Gleichtberechtigung ist unsere Gesellschaft auf jeden Fall weit entfernt; das weiß jede und jeder, die und der ihre und seine fünf Sinne zusammen hat.
Wie man's ändern kann, weiß ich nicht. Ein erster Schritt bis dahin wäre sicher, auf die dämlichen Witze zu verzichten. Und der nächste, Frauen in Führungspositionen einfach mal als normal zu betrachten. Und so weiter ...
Die BILD gibt ihren weiblichen Kollegen frei, die Financial Times stellt fest, dass Frauen gut mit Geld umgehen können, und tarnt ihren Artikel mit dem witzig gemeinten Satz, die Frauen bräuchten »ganz dringend Kreditkarten mit pinkfarbenen Stilettos«. Und selbstverständlich fehlt es nicht an Frauen, die der Ansicht sind, alles sei okay, wie es nun mal sei, und an Männern, die glauben, dass sie von Frauen unterdrückt werden.
Wie gehabt. Wie immer. Von Gleichtberechtigung ist unsere Gesellschaft auf jeden Fall weit entfernt; das weiß jede und jeder, die und der ihre und seine fünf Sinne zusammen hat.
Wie man's ändern kann, weiß ich nicht. Ein erster Schritt bis dahin wäre sicher, auf die dämlichen Witze zu verzichten. Und der nächste, Frauen in Führungspositionen einfach mal als normal zu betrachten. Und so weiter ...
07 März 2012
Comixene mit Micky Maus

In den frühen 80er-Jahren, als ich mich intensiv für Comics interessierte, war ich ein Abonnent der Fachzeitschrift »Comixene«; damals las ich jedes Blatt von vorne bis hinten durch. Viele Besprechungen wurden von mir zu Kaufempfehlungen umfunktioniert, die »Comixene« erweiterte mein Bild von Comics. »Corto Maltese« und Will Eisner, die Klassiker der frankobelgischen Geschichte und die modernen Graphic Novels der 80er-Jahre – das alles lernte ich durch die »Comixene« kennen.
Das Heft verstarb irgendwann, seit einigen Jahren erscheint es wieder. Ich las zuletzt die Nummer 111 vom Dezember 2011. Als Covergeschichte wurde »Micky Maus – 60 Jahre Spaß« gewählt, und das ist ein gutes Thema.
Selbstverständlich gibt es einen umfangreichen Rückblick auf die Geschichte des »Micky Maus«-Magazins (wo mit Joachim Stahl ein alter Bekannter aus den fannischen 80er-Jahren eine wichtige Rolle spielt); dazu kommen Beiträge zu Erika Fuchs, die jahrelang die Disney-Comics eindeutschte, und zur Arbeit der Donaldisten. Das ganze ist unterhaltsam geschrieben und stets mit einem Augenzwinkern unterlegt.
Darüber hinaus liefert die »Comixene« allerlei Hintergrund-Artikel, Nachrufe auf Comic-Künstler, umfangreiche Rezensionen und anderes. Der eigentliche Comic-Anteil bleibt eher gering: »Die Stadt der Träumenden Bücher« von Walter Moers wird auf einigen Comic-Seiten angedeutet. Das eher textlastige Magazin wirkt somit eher journalistisch-seriös, was ich aber gut finde.
Die 72 Seiten im A4-Format lassen sich gut lesen: farbig gedruckt, professionell gestaltet. Der Ladenpreis beträgt 5,90 Euro, zu kaufen ist das Heft überall im Fachhandel oder direkt über den eigenen Internet-Auftritt.
06 März 2012
Brüllen mit dem Lärm
Mir ist nicht ganz klar, woher die Begeisterung vieler Leute für die sogenannten Irish Pubs kommt. Sie haben sich wie Geschwüre überall verbreitet, und überall hört man dieselbe Dudelmusik und erhält das gleiche dunkle Bier auf den Tisch gestellt, gern noch garniert mit ein bisschen schlechter Laune des Personals.
Der Irish Pub in der Innenstadt von Karlsruhe ist ganz nett – sieht man davon ab, dass ich da nie freiwillig hineingehen würde. Es darf geraucht werden, und das merkt man: Der Laden schwimmt in einer Wolke aus Rauch und Gestank, und zu manchen Zeiten ist das Lokal derart voll, dass man sich sehr kuschelig zusammensetzen muss.
Und weil es so voll ist und einige Gäste recht schnell auch sehr voll sind, steigt die Lautstärke im Viertelstundentakt an. Anders gesagt: Wer sich unterhalten will, muss ebenfalls laut sprechen. So steigert sich das ganze, weil alle immer lauter werden – und irgendwann schreit man sich an.
Tolle Kneipe, doch. Ich musste da im vergangenen Jahr gelegentlich aufschlagen, weil ich mit Rauchern unterwegs war. Damit diese in der Wärme rauchen können, nehmen die im Winter das bitterste Los auf sich.
Ich auch. Und so sitze ich als Nichtraucher in einer vollgequalmten Kneipe, trinke Pils – weil ich Guiness und dergleichen nicht so mag –, schreie andere Leute an und lasse mich wiederum von diesen anschreien. Was macht man nicht alles, um abends mal ein Bier trinken zu gehen ...
Der Irish Pub in der Innenstadt von Karlsruhe ist ganz nett – sieht man davon ab, dass ich da nie freiwillig hineingehen würde. Es darf geraucht werden, und das merkt man: Der Laden schwimmt in einer Wolke aus Rauch und Gestank, und zu manchen Zeiten ist das Lokal derart voll, dass man sich sehr kuschelig zusammensetzen muss.
Und weil es so voll ist und einige Gäste recht schnell auch sehr voll sind, steigt die Lautstärke im Viertelstundentakt an. Anders gesagt: Wer sich unterhalten will, muss ebenfalls laut sprechen. So steigert sich das ganze, weil alle immer lauter werden – und irgendwann schreit man sich an.
Tolle Kneipe, doch. Ich musste da im vergangenen Jahr gelegentlich aufschlagen, weil ich mit Rauchern unterwegs war. Damit diese in der Wärme rauchen können, nehmen die im Winter das bitterste Los auf sich.
Ich auch. Und so sitze ich als Nichtraucher in einer vollgequalmten Kneipe, trinke Pils – weil ich Guiness und dergleichen nicht so mag –, schreie andere Leute an und lasse mich wiederum von diesen anschreien. Was macht man nicht alles, um abends mal ein Bier trinken zu gehen ...
05 März 2012
Australien im Querfunk
Seit 1995 mache ich Radio im Querfunk, und in all den Jahren gab ich mir redlich Mühe, meine Sendung so »musikjournalistisch« wie möglich zu gestalten: Die ausgewählten Musikstücke und die Moderation sollen zusammenpassen, es muss inhaltliche Überschneidungen geben, und natürlich sollten die Überleitungen so gut wie möglich sein.
Am Sonntag, 4. März 2012, war das leider nicht möglich: Irgendein Idiot hatte vor meiner Sendung an den Plattenspielern herumgebastelt. Einer der zwei Plattenspieler gab keinen Mucks von sich, der andere hatte einen Wackler – zumindest in meinen Kopfhörern klang alles komplett bescheuert.
Mir blieb nichts anderes übrig, als die Sendung komplett umzuwerfen und mehr auf irgendwelche CDs zurückzugreifen, die ich sicherheitshalber immer dabei habe. Dem OX-Fanzine und seinen Samplern sei in diesem Fall echt mal Dank! Keine Ahnung, wie sich meine schlechte Laune wirklich auf die Radiosendung auswirkte – unterm Strich fand ich sie nicht gut.
Mit Exploding White Mice, den Hard-Ons und den Trilobites gab's klassischen Sound aus dem Australien der 80er-Jahre. Mit Digger & The Pussycats oder The Corps, den Puta Madre Brothers oder The Kill Devil Hills griff ich in die Neuzeit. Immerhin.
Am Sonntag, 4. März 2012, war das leider nicht möglich: Irgendein Idiot hatte vor meiner Sendung an den Plattenspielern herumgebastelt. Einer der zwei Plattenspieler gab keinen Mucks von sich, der andere hatte einen Wackler – zumindest in meinen Kopfhörern klang alles komplett bescheuert.
Mir blieb nichts anderes übrig, als die Sendung komplett umzuwerfen und mehr auf irgendwelche CDs zurückzugreifen, die ich sicherheitshalber immer dabei habe. Dem OX-Fanzine und seinen Samplern sei in diesem Fall echt mal Dank! Keine Ahnung, wie sich meine schlechte Laune wirklich auf die Radiosendung auswirkte – unterm Strich fand ich sie nicht gut.
Mit Exploding White Mice, den Hard-Ons und den Trilobites gab's klassischen Sound aus dem Australien der 80er-Jahre. Mit Digger & The Pussycats oder The Corps, den Puta Madre Brothers oder The Kill Devil Hills griff ich in die Neuzeit. Immerhin.
Nach dem Konzert die olle Platte
Nachdem ich im Februar 2012 mal wieder die guten alten U.K. Subs gesehen hatte, wollte ich mir mal wieder ihre Platten anhören. Das ging erstaunlich gut, das hatte ich seit mehreren Jahren nicht mehr getan. Und wenn man sich mal – wieder – daran gewöhnt hat, dass die Aufnahmetechnik 1980 eben noch nicht so weit entwickelt war wie heute, zünden die alten Stücke auch wieder.
Die »Brand New Age« von 1980 enthält beispielsweise den Überhammer »Warhead«, der hier aber recht langsam daherkommt und nichts von der wuchtigen Hymne erkennen lässt, zu der das Stück im Lauf der Zeit geworden ist. Darüber hinaus sind eine Reihe weiterer Stücke enthalten, die nach wie vor bei den U.K.-Subs-Konzerten gespielt werden; zu Recht, denn sie funktionieren immer noch.
Manchmal merkt man der Band an, dass zumindest der Sänger davor ganz normalen Rhythm'n'Blues gemacht hat: Das ist nicht gerade schnell, sondern rumpelt in schönem Durchschnittstempo vor sich hin. Gut sind die Stücke trotzdem: Die Chöre sitzen, die einzelnen Textzeilen werden vom Sänger mit viel Energie gebrüllt.
1980 war diese Platte sicher der Kracher; ich kaufte sie mir erst Jahre später auf einem Flohmarkt in Tübingen, und der »unverschämte Verkäufer« wollte damals unglaubliche zwölf Mark für »das alte Ding«. Heutzutage gibt es sie zum legalen Download im Internet oder auf CD, die alte Vinylscheibe werde ich weiterhin achten ...
Die »Brand New Age« von 1980 enthält beispielsweise den Überhammer »Warhead«, der hier aber recht langsam daherkommt und nichts von der wuchtigen Hymne erkennen lässt, zu der das Stück im Lauf der Zeit geworden ist. Darüber hinaus sind eine Reihe weiterer Stücke enthalten, die nach wie vor bei den U.K.-Subs-Konzerten gespielt werden; zu Recht, denn sie funktionieren immer noch.
Manchmal merkt man der Band an, dass zumindest der Sänger davor ganz normalen Rhythm'n'Blues gemacht hat: Das ist nicht gerade schnell, sondern rumpelt in schönem Durchschnittstempo vor sich hin. Gut sind die Stücke trotzdem: Die Chöre sitzen, die einzelnen Textzeilen werden vom Sänger mit viel Energie gebrüllt.
1980 war diese Platte sicher der Kracher; ich kaufte sie mir erst Jahre später auf einem Flohmarkt in Tübingen, und der »unverschämte Verkäufer« wollte damals unglaubliche zwölf Mark für »das alte Ding«. Heutzutage gibt es sie zum legalen Download im Internet oder auf CD, die alte Vinylscheibe werde ich weiterhin achten ...
04 März 2012
Plop goes Lyrik
Seit den gaaaanz frühen 80er-Jahren lese ich das Comic-Fanzine Plop; seit jeher hat sich das Heft darauf konzentriert, den unbekannten Comic-Künstlern eine Chance zu geben. Dieser Tage flatterte mir die aktuelle Ausgabe 87 ins Haus: 40 Seiten stark, für drei Euro beim Herausgeber zu beziehen.
Das ist derzeit Bernhard Bollen, der schon in den späten 80er- und frühen 90er-Jahren das Fanzine verlegte. Er geht neue Wege, in dem er den Untertitel ändert: »Comics Kunst Poetry« steht auf dem Cover, und inhaltlich hält das Heft, was es verspricht.
Es gibt viele kurze Comics, manchmal nur einseitige Cartoons, meist witzig und gut gemacht – das ist eine kunterbunte Lektüre, die mir gefallen hat. Dazu kommt die »Poetry-Ecke«, bei der mir »Darth Vaders geheimes Tagebuch« sehr gut gefallen hat, während ich mit den Gedichten nichts anzufangen wusste.
Grundsätzlich ist es gut, wenn ein alteingesessenes Blatt ein wenig an seiner inhaltlichen Richtung herumspielt. Mir muss auch nicht alles gefallen ... die Hauptsache ist, dass Plop weiterhin gelungene Amateur-Comics publiziert!
Das ist derzeit Bernhard Bollen, der schon in den späten 80er- und frühen 90er-Jahren das Fanzine verlegte. Er geht neue Wege, in dem er den Untertitel ändert: »Comics Kunst Poetry« steht auf dem Cover, und inhaltlich hält das Heft, was es verspricht.
Es gibt viele kurze Comics, manchmal nur einseitige Cartoons, meist witzig und gut gemacht – das ist eine kunterbunte Lektüre, die mir gefallen hat. Dazu kommt die »Poetry-Ecke«, bei der mir »Darth Vaders geheimes Tagebuch« sehr gut gefallen hat, während ich mit den Gedichten nichts anzufangen wusste.
Grundsätzlich ist es gut, wenn ein alteingesessenes Blatt ein wenig an seiner inhaltlichen Richtung herumspielt. Mir muss auch nicht alles gefallen ... die Hauptsache ist, dass Plop weiterhin gelungene Amateur-Comics publiziert!
03 März 2012
Schon 1986 in Erdkunde gelernt
Am Freitag, 2. März 2012, ging es wieder einmal zu einem Kabarett-Abend: Wir schauten uns Hagen Rether in Pforzheim an. Seit ich den Kabarettisten vor einigen Jahren im »Tollhaus« in Karlsruhe gesehen habe, bin ich Fan.
Auch in Pforzheim lieferte der Mann eine überragende Show ab. Sie heißt immer noch »Liebe«, aber es sind maximal drei Prozent von »damals« noch identisch – ansonsten ist er sehr aktuell und bringt stets neue Themen. Aus der Tagespolitik hält er sich raus, stattdessen wird in sehr ruhigem Ton über allgemeine Themen doziert.
Klingt sehr wissenschaftlich, ist es fast auch: Rether sitzt allein auf der Bühne am Klavier. Selten spielt er darauf, meist putzt er es oder isst Bananen, spricht dabei über Politik und Gesellschaft, die Verantwortung jedes einzelnen für das Überleben der Menschheit und andere Themen.
Das ist oftmals witzig, häufig aber sehr bitter: Ich habe an diesem Abend zum ersten Mal in einem Kabarett-Programm erlebt, dass nach einer »Pointe« eisiges Schweigen im Saal herrschte. Da konnte niemand lachen, da guckten alle entsetzt vor sich hin – und das gut dreißig Sekunden lang. Ich war fassungslos.
Das Programm dauerte über drei Stunden: Wir waren um acht Uhr im Saal, zwischendurch gab es selbstverständlich eine Pause, und um viertel vor zwölf kamen wir wieder raus – der Hammer! Wie der Mann das schafft, über diese lange Zeit eine derartige Live-Präsenz auf der Bühne aufrechtzuerhalten, das ist sensationell.
(Und was der Titel dieses Blog-Textest mit Hagen Rether zu tun hat? Einfach mal selbst hingehen ... oder mal fleißig googeln. Gibt ja einige Youtube-Filmchen mit Kabarett-Aufnahmen Rethers.)
Auch in Pforzheim lieferte der Mann eine überragende Show ab. Sie heißt immer noch »Liebe«, aber es sind maximal drei Prozent von »damals« noch identisch – ansonsten ist er sehr aktuell und bringt stets neue Themen. Aus der Tagespolitik hält er sich raus, stattdessen wird in sehr ruhigem Ton über allgemeine Themen doziert.
Klingt sehr wissenschaftlich, ist es fast auch: Rether sitzt allein auf der Bühne am Klavier. Selten spielt er darauf, meist putzt er es oder isst Bananen, spricht dabei über Politik und Gesellschaft, die Verantwortung jedes einzelnen für das Überleben der Menschheit und andere Themen.
Das ist oftmals witzig, häufig aber sehr bitter: Ich habe an diesem Abend zum ersten Mal in einem Kabarett-Programm erlebt, dass nach einer »Pointe« eisiges Schweigen im Saal herrschte. Da konnte niemand lachen, da guckten alle entsetzt vor sich hin – und das gut dreißig Sekunden lang. Ich war fassungslos.
Das Programm dauerte über drei Stunden: Wir waren um acht Uhr im Saal, zwischendurch gab es selbstverständlich eine Pause, und um viertel vor zwölf kamen wir wieder raus – der Hammer! Wie der Mann das schafft, über diese lange Zeit eine derartige Live-Präsenz auf der Bühne aufrechtzuerhalten, das ist sensationell.
(Und was der Titel dieses Blog-Textest mit Hagen Rether zu tun hat? Einfach mal selbst hingehen ... oder mal fleißig googeln. Gibt ja einige Youtube-Filmchen mit Kabarett-Aufnahmen Rethers.)
02 März 2012
Super-Pulp ist cool

Wenn sich ein Heft schon »Super-Pulp« nennt, ist klar, dass es sich selbst nicht richtig ernstnimmt. Die Unterzeile unterstreicht das noch: »Das Fachblatt für Pulp-Thriller, Horror und Science Fiction«. Auf 40 Seiten gibt's drei knallige Geschichten, dazu kommt ein farbiges Titelbild – das sieht alles sehr professionell aus.
Verantwortlich dafür ist der kleine, aber feine Verlag Evolver Books aus Wien, der auch die Netzzeitschrift Evolver herausgibt und im letzten Jahr mit einigen Büchern auf sich aufmerksam machte. »Super-Pulp« ist ein Heft, das man für wenig Geld direkt beim Verlag oder auch bei Amazon erhalten kann.
Bei »Zwischenfall im Interstellar Express« dient ein skurriles Science-Fiction-Thema als Hintergrund (viel Geballer à la »Pulp Fiction« und das ganze an Bord eines Raumschiffes), während »Das Schamanenerbe« im Prinzip eine Horror-Endzeit-Geschichte ist. Bleibt noch »Rollercoaster of Hate«, wo die Frauenhaftanstalt Beirut zum Schauplatz einer derben Story wird.
Literarisch hochwertig ist hier nichts, unterhaltsam sind die drei Texte allesamt. Dazu kommt noch ein kurzer Artikel über »Schmutz und Schund«, und fertig ist ein gelungenes Heft, das sich mit den Mythen des Heftromans sowie der gröberen Phantastik beschäftigt. Das hat mir alles sehr gut gefallen!
01 März 2012
World of Cosmos gelesen

In den 80er-Jahren war es normal, dass ich jede Woche mehrere Fanzines bekam: auf Papier gedruckt, üblicherweise vom A4- aufs A5-Format verkleinert und in der Mitte zusammengetackert. Die Auflagen bewegten sich zwischen 50 und 500 Stück, und meist wurden sie im Offsetdruck hergestellt.
Das ist lange her, und solche Fanzines gibt's kaum noch. Deshalb freue ich mich, wenn ich ein Heft wie das »World Of Cosmos« in den Händen halte. Die Ausgabe 70 zeigt den leider im letzten Jahr verstorbenen Schriftsteller H.G. Francis auf dem Cover, und im Innenteil gibt es die geballte Ladung an Science Fiction.
Auf den 104 A5-Seiten, die sich kaum noch tackern lassen, geht es natürlich auch um meinen Job, aber diesmal gibt's glatt einen Manga-Schwerpunkt: Das Thema ist »Anime-Evolution«, wovon ich nichts verstehe, wozu es hier aber einige Kurzgeschichten gibt.
Dazu kommen Leserbriefe und Buchbesprechungen, ein Blick auf Fernsehserien und eine gewisse Heftromanserie mit ihren Ablegetrn – ein kunterbuntes Paket an Meinungen und Informationen, das ich stets mit großer Begeisterung blättere und anlese. Zum kompletten Durchschmökern reicht es ja leider viel zu selten.
Und viel zu selten gibt es heute noch solche Fanzines. Klar – online liest sich vieles leichter und schöner. Aber das Durchblättern und Schmökern, das finde ich nur in einem Fanzine. Deshalb wünsche ich Blättern wie dem »World Of Cosmos« eifrigst weitere Leser. Guckt euch mal die Homepage an, bestellt das Ding!
29 Februar 2012
Tiefhängende Gitarren bei den Dead Notes
Irgendwie kommt aus der bayerischen Provinz in letzter Zeit immer mehr krachige Rock-Musik, die Hardrock, Rock'n'Roll und einen kräftigen Schuss Punkrock miteinander verschmilzt. Die Band The Dead Notes aus Arnstorf ist da keine Ausnahme; die fünf Typen spielen seit 2003 zusammen, und ihre zweite CD mit Titel »Entertainment Is The Purpose« ist ziemlich gut geworden.
Okay, was die Jungs machen, ist eigentlich »nur« Hardrock, und dann auch von der Sorte, wie man sie in den 80er-Jahren gerne spielte und hörte. Ich bin sicher, die Jungs haben viel Rose Tattoo gehört; bei anderen Einflüssen bin ich mangels meiner Hardrock-Kenntnisse ein wenig unsicher. Immerhin wird in die Stücke auch ein wenig Punkrock in der Art von Social Distortion gemischt, was ein kraftvolles Gemenge ergibt.
Textlich lässt man kein Rock-Klischee aus. Frauen sind »born as a rebel«, man segelt eifrig zur »Destination Nowhere« oder bejubelt »Those Are The Nights«; kräftiges »Yeah!«-Gebrüll inklusive. Der sehr gute Sänger reißt das mit seiner rauhen Stimme immer gut raus – das ist alles recht professionell.
Unterm Strich eine Band, die musikalisch keine Experimente eingeht und so auch vor 25 Jahren hätte existieren können. Die Jungs setzen das ganze aber perfekt um – nicht einmal auf die obligatorische »unplugged«-Ballade wird verzichtet ... Hat was! (Und wer sich das anhören will, findet auf der Band-Homepage eine Reihe von anhörbaren Titeln.)
Okay, was die Jungs machen, ist eigentlich »nur« Hardrock, und dann auch von der Sorte, wie man sie in den 80er-Jahren gerne spielte und hörte. Ich bin sicher, die Jungs haben viel Rose Tattoo gehört; bei anderen Einflüssen bin ich mangels meiner Hardrock-Kenntnisse ein wenig unsicher. Immerhin wird in die Stücke auch ein wenig Punkrock in der Art von Social Distortion gemischt, was ein kraftvolles Gemenge ergibt.
Textlich lässt man kein Rock-Klischee aus. Frauen sind »born as a rebel«, man segelt eifrig zur »Destination Nowhere« oder bejubelt »Those Are The Nights«; kräftiges »Yeah!«-Gebrüll inklusive. Der sehr gute Sänger reißt das mit seiner rauhen Stimme immer gut raus – das ist alles recht professionell.
Unterm Strich eine Band, die musikalisch keine Experimente eingeht und so auch vor 25 Jahren hätte existieren können. Die Jungs setzen das ganze aber perfekt um – nicht einmal auf die obligatorische »unplugged«-Ballade wird verzichtet ... Hat was! (Und wer sich das anhören will, findet auf der Band-Homepage eine Reihe von anhörbaren Titeln.)
28 Februar 2012
Ein Nachmittag in Vicenza
Rückblick auf den Italien-Trip im Mai 2007
Aus Gründen, die mir im Nachhinein unverständlich sind, hatte ich Vicenza als »hässliche Industriestadt« abgespeichert. Am 20. Mai 2007 war ich entsprechend verwundert, als ich durch die Innenstadt von Vicenza schlenderte und sah, wie hübsch sich das ganze wirklich präsentierte.
Ein altes Gemäuer kam an der Hauptstraße nach dem anderen; viele Museen und andere künstlerische Einrichtungen ließen mich die Stadt in einem ganz anderen Licht erscheinen. Das ganze sah aus, als hätte man Vicenza im 18. Jahrhundert geschnappt und eins zu eins ins 21. Jahrhundert geschleppt.
Ich war gebührend beeindruckt. In der Gelateria Sonia trank ich einen Espresso und ließ mir die Frühsommersonne auf den Pelz scheinen, schaute den Menschen zu, die vorbeispazierten, und fand, dass es immer wieder gut ist, irgendwelche falschen Eindrücke – die man aus irgendwelchen Gründen im Hirn hat – durch echte Beobachtungen zu vertreiben.
Vicenza ist schön, zumindest in der Innenstadt, und ich würde gerne wieder hinfahren. Seit dem letzten Mal ist bereits wieder zu viel Zeit vergangen. Aber bei jedem Trip nach Italien gibt es schließlich neue Dinge zu entdecken ...
Aus Gründen, die mir im Nachhinein unverständlich sind, hatte ich Vicenza als »hässliche Industriestadt« abgespeichert. Am 20. Mai 2007 war ich entsprechend verwundert, als ich durch die Innenstadt von Vicenza schlenderte und sah, wie hübsch sich das ganze wirklich präsentierte.
Ein altes Gemäuer kam an der Hauptstraße nach dem anderen; viele Museen und andere künstlerische Einrichtungen ließen mich die Stadt in einem ganz anderen Licht erscheinen. Das ganze sah aus, als hätte man Vicenza im 18. Jahrhundert geschnappt und eins zu eins ins 21. Jahrhundert geschleppt.
Ich war gebührend beeindruckt. In der Gelateria Sonia trank ich einen Espresso und ließ mir die Frühsommersonne auf den Pelz scheinen, schaute den Menschen zu, die vorbeispazierten, und fand, dass es immer wieder gut ist, irgendwelche falschen Eindrücke – die man aus irgendwelchen Gründen im Hirn hat – durch echte Beobachtungen zu vertreiben.
Vicenza ist schön, zumindest in der Innenstadt, und ich würde gerne wieder hinfahren. Seit dem letzten Mal ist bereits wieder zu viel Zeit vergangen. Aber bei jedem Trip nach Italien gibt es schließlich neue Dinge zu entdecken ...
27 Februar 2012
Con-Saison 2012
Das Jahr 2012 ist immer noch relativ jung - aber ich bin dabei, immer mehr Termine fest zu verplanen. Unter anderem werde ich in diesem Jahr wieder auf Cons fahren: leider nicht privat, sondern stets unter geschäftlich-beruflichem Hintergrund. Das hat sich leider im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte grundsätzlich geändert ...
Gleich zwei Cons sind im Frühsommer: der eine in Köln, der andere in Braunschweig. In beiden Städten war ich schon, beide Lokalitäten sind mir gut bekannt.
Als erster Con steht gewissermaßen der ColoniaCon 20 auf der Matte. Ich besuche die Cons in Köln seit dreißig Jahren, und die meisten von ihnen fanden im Jugendpark statt - so auch dieser. Am 26. und 27. Mai 2012 öffnet er seine Pforten.
Nach bisheriger Planung bin ich am Samstag anwesend; ob ich am Programm beteiligt werde, weiß ich bislang noch nicht. Wenn man mich fragt, werde ich mich kaum weigern - ansonsten stehe ich an der Theke.
Zwei Wochen darauf laden die Veranstalter von »Raum & Zeit Continuum II« nach Braunschweig. Ihr Con läuft am Wochenende des 15. bis 17. Juni 2012 - womit ich die Phantastischen Tage in Karlsruhe verpasse. Wie es aussieht, wird man mich in Braunschweig mehrfach ins Programm einbauen; mit mir reist unter anderem der Kollege Christian Montillon an.
Cons lösen in mir nicht mehr das Kribbeln der Vorfreude aus, was sie in den 80er- und in den frühen 90er-Jahren noch taten. Zu vieles ist Routine geworden. Trotzdem freue ich mich nach dem Mammut-Ereignis im Herbst 2011 darauf, in kleineren Cons direkt mit den Besuchern reden zu können.
Gleich zwei Cons sind im Frühsommer: der eine in Köln, der andere in Braunschweig. In beiden Städten war ich schon, beide Lokalitäten sind mir gut bekannt.
Als erster Con steht gewissermaßen der ColoniaCon 20 auf der Matte. Ich besuche die Cons in Köln seit dreißig Jahren, und die meisten von ihnen fanden im Jugendpark statt - so auch dieser. Am 26. und 27. Mai 2012 öffnet er seine Pforten.
Nach bisheriger Planung bin ich am Samstag anwesend; ob ich am Programm beteiligt werde, weiß ich bislang noch nicht. Wenn man mich fragt, werde ich mich kaum weigern - ansonsten stehe ich an der Theke.
Zwei Wochen darauf laden die Veranstalter von »Raum & Zeit Continuum II« nach Braunschweig. Ihr Con läuft am Wochenende des 15. bis 17. Juni 2012 - womit ich die Phantastischen Tage in Karlsruhe verpasse. Wie es aussieht, wird man mich in Braunschweig mehrfach ins Programm einbauen; mit mir reist unter anderem der Kollege Christian Montillon an.
Cons lösen in mir nicht mehr das Kribbeln der Vorfreude aus, was sie in den 80er- und in den frühen 90er-Jahren noch taten. Zu vieles ist Routine geworden. Trotzdem freue ich mich nach dem Mammut-Ereignis im Herbst 2011 darauf, in kleineren Cons direkt mit den Besuchern reden zu können.
26 Februar 2012
Perlaine machen quasi ProgRock
Es brauchte einige Zeit, bis ich mich an die CD »A Journey Into The Inside Of Things ...« (der Titel ist doppelt so lang) heranwagte. Die Beschreibung im Label-Info klang eher abschreckend, weil ich ewig lang erfuhr, wie denn aus der bisherigen Band die jetzige geworden war, und wie kompliziert das alles war und so weiter – ich wurde aber nicht darüber informiert, woher die Band denn eigentlich kommt oder welche Musik sie denn genau macht.
Aufgelistet wird Perlaine unter »Alternative Rock / Hardrock«, worunter man sich im Jahr 2012 alles mögliche vorstellen kann. Nach dem ersten und zweiten Durchhören der CD bleibt festzustellen: Das ganze ist ganz schön breit angelegt, teilweise auch überproduziert, und streckenweise erinnert die Band sogar an den bombastischen ProgRock der 70er-Jahre, also kurz bevor die Punk-Explosion solchen Sound hinwegfegte.
Gelegentlich bastelt die Band ein wenig Elektro-Sound hinein, zumeist bleibt sie aber konventionell-rockig. Das klingt jetzt schlechter, als es in Wirklichkeit ist: Die Stücke sind nämlich abwechslungsreich, ufern manchmal richtig aus.
Man merkt, dass die Jungs den Alternative-Kram der 90er- und Nuller-Jahre sehr genau gehört haben und für sich adaptierten, was sie brauchen können: da mal ein wenig Gitarren-Solo, da mal ein bisschen Gebrüll. Das ganze bleibt in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit, gebolzt wird praktisch nie.
Eine unterhaltsame CD, die das Genre Alternative-Rock jetzt nicht gerade erweitert, die mich aber nicht langweilte. Perlaine kann man sich also getrost anhören!
Aufgelistet wird Perlaine unter »Alternative Rock / Hardrock«, worunter man sich im Jahr 2012 alles mögliche vorstellen kann. Nach dem ersten und zweiten Durchhören der CD bleibt festzustellen: Das ganze ist ganz schön breit angelegt, teilweise auch überproduziert, und streckenweise erinnert die Band sogar an den bombastischen ProgRock der 70er-Jahre, also kurz bevor die Punk-Explosion solchen Sound hinwegfegte.
Gelegentlich bastelt die Band ein wenig Elektro-Sound hinein, zumeist bleibt sie aber konventionell-rockig. Das klingt jetzt schlechter, als es in Wirklichkeit ist: Die Stücke sind nämlich abwechslungsreich, ufern manchmal richtig aus.
Man merkt, dass die Jungs den Alternative-Kram der 90er- und Nuller-Jahre sehr genau gehört haben und für sich adaptierten, was sie brauchen können: da mal ein wenig Gitarren-Solo, da mal ein bisschen Gebrüll. Das ganze bleibt in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit, gebolzt wird praktisch nie.
Eine unterhaltsame CD, die das Genre Alternative-Rock jetzt nicht gerade erweitert, die mich aber nicht langweilte. Perlaine kann man sich also getrost anhören!
Wenn der Pizzamann klingelt
Eigentlich war es eine tolle Idee: Wir waren müde und zermatscht, wir hatten beide keine Lust zu kochen, und aus dem Haus gehen wollten wir ebensowenig. Also bestellten wir zum ersten Mal seit Jahren wieder mal »Pizza nach Haus«.
Der Bringdienst kam pünktlich, da konnte ich nicht meckern. Die Pizza war allerdings nicht mehr sonderlich warm. Also steckten wir sie noch einmal in den Ofen; damit sich das auch lohnte, würzten wir gleich ordentlich nach.
Sie schmeckte trotzdem nicht besonders, zudem war sie labberig. Wir würgten das Ding herunter und tranken hinterher gleich einen Grappa, damit der Magen wenigstens etwas Vernünftiges zu tun hatte.
Und danach schworen wir uns: »Nie wieder lassen wir uns Pizza nach Hause liefern.« Zumindest für die nächsten Jahren nicht mehr, bis wir's erneut vergessen ...
Der Bringdienst kam pünktlich, da konnte ich nicht meckern. Die Pizza war allerdings nicht mehr sonderlich warm. Also steckten wir sie noch einmal in den Ofen; damit sich das auch lohnte, würzten wir gleich ordentlich nach.
Sie schmeckte trotzdem nicht besonders, zudem war sie labberig. Wir würgten das Ding herunter und tranken hinterher gleich einen Grappa, damit der Magen wenigstens etwas Vernünftiges zu tun hatte.
Und danach schworen wir uns: »Nie wieder lassen wir uns Pizza nach Hause liefern.« Zumindest für die nächsten Jahren nicht mehr, bis wir's erneut vergessen ...
25 Februar 2012
Der FO zur 272
Den aktuellen »Fandom Observer«, also die Nummer 272, habe ich erst an diesem Wochenende ausgelesen. Nicht weil er so schlecht gewesen wäre – nein, weil er so informativ war.
Das ist ein Kompliment, wie ich finde: Es gab Zeiten, das brauchte ich für die Lektüre des gesamten Fanzines gerade mal fünf Minuten. Und heute liegt es tagelang herum, wird immer mal wieder hervorgekramt und angelesen. So eben, wie man ein Magazin »benutzt«.
Klar ist der wunderbar recherchierte und auch ordentlich geschriebene Artikel über die »Rezimafia« der Höhepunkt der Ausgabe. Ich sehe ihn als einen Beleg dafür, wie man auch in der Fan-Presse richtig gelungene Artikel veröffentlichen kann; das ganze informativ und augenzwinkernd zugleich.
Daneben sind die anderen Rubriken ebenfalls lesenswert. Bei Rüdiger Schäfer lese ich sogar mit Interesse, welche neuen Schlitzerfilme in den Handel kommen, obwohl ich die sicher nicht angucken werde ... Zum Ausgleich gibt es schöne Buchbesprechungen und ein wenig Kleinkram.
Tolles Fanzine, wieder mal! Gibt's gratis zum Download auf der entsprechenden Seite im Netz!
Das ist ein Kompliment, wie ich finde: Es gab Zeiten, das brauchte ich für die Lektüre des gesamten Fanzines gerade mal fünf Minuten. Und heute liegt es tagelang herum, wird immer mal wieder hervorgekramt und angelesen. So eben, wie man ein Magazin »benutzt«.
Klar ist der wunderbar recherchierte und auch ordentlich geschriebene Artikel über die »Rezimafia« der Höhepunkt der Ausgabe. Ich sehe ihn als einen Beleg dafür, wie man auch in der Fan-Presse richtig gelungene Artikel veröffentlichen kann; das ganze informativ und augenzwinkernd zugleich.
Daneben sind die anderen Rubriken ebenfalls lesenswert. Bei Rüdiger Schäfer lese ich sogar mit Interesse, welche neuen Schlitzerfilme in den Handel kommen, obwohl ich die sicher nicht angucken werde ... Zum Ausgleich gibt es schöne Buchbesprechungen und ein wenig Kleinkram.
Tolles Fanzine, wieder mal! Gibt's gratis zum Download auf der entsprechenden Seite im Netz!
Mein erster von Kayankaya
Ich mag die Romane von Jakob Arjouni. Warum ich bislang nie einen seiner Kayankaya-Krimis gelesen habe, weiß ich allerdings nicht. Dieser Tage schmökerte ich »Kismet« durch, der bereits 2001 erschienen ist, und jetzt weiß ich noch weniger, warum ich nicht mehr dieser Romane kenne. (Na ja, das wird nachgeholt!)
Kemal Kayankaya ist Privatdetektiv in Frankfurt; als solcher schlägt er sich mal mit der Polizei, mal mit der Unterwelt herum. Der Roman »Kismet« beginnt damit, dass er zusammen mit einem Kumpel einem mehr oder befreundeten Kneipenwirt gegen fiese Geldeintreiber zur Seite stehen möchte – und ehe sich alle Beteiligten versehen, liegen zwei Tote in der Kneipe.
Was dann folgt, ist eine hektische Abfolge immer skurriler werdender Geschehnisse. Kayankaya kommt auf die Spur einer kroatisch-deutschen Mafia, die mit derben Methoden das Frankfurter Bahnhofsviertel übernehmen will. Derber als die üblichen, wohlgemerkt.
Es wird einiges geschossen, es geht viel zu Bruch; Kayankaya verliebt sich zwischendurch ein wenig, und am Ende liegen reichlich viele Leichen in einer Fabrik herum. Das ganze erzählt der Autor lakonisch und gelassen, mit einem passenden Gespürt für heftige Komik und klare Dialoge, dass es eine wahre Freude ist.
Irgendjemand hat Arjouni mit Chandler verglichen; das ist nicht falsch, was die trockene Sprache und das Herumstochern im Sumpf angeht. Sonst aber ist Chandler eleganter und zurückhaltender, was Sprache und Gewaltdarstellung betrifft.
Arjouni finde ich trotzdem ziemlich cool – und »Kismet« hat mich einige Lese-Abende hervorragend gepackt!
Kemal Kayankaya ist Privatdetektiv in Frankfurt; als solcher schlägt er sich mal mit der Polizei, mal mit der Unterwelt herum. Der Roman »Kismet« beginnt damit, dass er zusammen mit einem Kumpel einem mehr oder befreundeten Kneipenwirt gegen fiese Geldeintreiber zur Seite stehen möchte – und ehe sich alle Beteiligten versehen, liegen zwei Tote in der Kneipe.
Was dann folgt, ist eine hektische Abfolge immer skurriler werdender Geschehnisse. Kayankaya kommt auf die Spur einer kroatisch-deutschen Mafia, die mit derben Methoden das Frankfurter Bahnhofsviertel übernehmen will. Derber als die üblichen, wohlgemerkt.
Es wird einiges geschossen, es geht viel zu Bruch; Kayankaya verliebt sich zwischendurch ein wenig, und am Ende liegen reichlich viele Leichen in einer Fabrik herum. Das ganze erzählt der Autor lakonisch und gelassen, mit einem passenden Gespürt für heftige Komik und klare Dialoge, dass es eine wahre Freude ist.
Irgendjemand hat Arjouni mit Chandler verglichen; das ist nicht falsch, was die trockene Sprache und das Herumstochern im Sumpf angeht. Sonst aber ist Chandler eleganter und zurückhaltender, was Sprache und Gewaltdarstellung betrifft.
Arjouni finde ich trotzdem ziemlich cool – und »Kismet« hat mich einige Lese-Abende hervorragend gepackt!
24 Februar 2012
Christian Hound und Y.Ö.M.
In der zweiten Hälfte der 80er-Jahre, als es eine erste Welle des sogenannten IndiePop gab, brachte ein Mensch, der sich Christian Hound nannte, zusammen mit anderen Musikern insgesamt vier Schallplatten heraus – soweit ich das heute überblicken kann. Ich selbst kaufte mir irgendwann die vierte, 1990 erschienene und letzte Platte, die »Y.Ö.M.«, hörte sie mir einmal an, blieb ratlos sitzen und stellte sie in den Plattenschrank.
Da kruschdelte ich sie dieser Tage hervor, eher aus der Absicht heraus, sie einmal anzuhören und dann wegzugeben – und ich stellte fest, dass das zwar ungewöhnliche Musik ist, dass ich sie heute seltsamerweise aber interessanter finde. Das ganze ist recht »breit« aufgenommen; bei Indie-Produktionen dieser Art kamen damals – siehe Philip Boa – haufenweise Instrumente und Effekte zum Einsatz, Chöre und anderer Kram inklusive.
Kein Wunder, dass sowohl der populärere Boa als auch Christian Hound anfangs auf dem gleichen Label waren. Zwischen orchestralem Sound und gelegentlichem Gerocke wechseln die Stücke, deren Titel wie »Can Machines Die?« ebenfalls recht schräg klingen. Effekte wechseln sich mit »sauberen« Melodien oder Gitarrengerocke ab, kurzum: Die Platte ist ein Gesamtkunstwerk.
Klingt seltsam, ist aber so. Ich hörte sie mir mehrfach an, fand sie jedesmal aufs neue interessant – und stellte sie mit einem befriedigten Gefühl zurück in den Schrank. Wenn ich sie mir in einigen Jahren wieder anhöre, wird sie mir wohl wieder gefallen.
Da kruschdelte ich sie dieser Tage hervor, eher aus der Absicht heraus, sie einmal anzuhören und dann wegzugeben – und ich stellte fest, dass das zwar ungewöhnliche Musik ist, dass ich sie heute seltsamerweise aber interessanter finde. Das ganze ist recht »breit« aufgenommen; bei Indie-Produktionen dieser Art kamen damals – siehe Philip Boa – haufenweise Instrumente und Effekte zum Einsatz, Chöre und anderer Kram inklusive.
Kein Wunder, dass sowohl der populärere Boa als auch Christian Hound anfangs auf dem gleichen Label waren. Zwischen orchestralem Sound und gelegentlichem Gerocke wechseln die Stücke, deren Titel wie »Can Machines Die?« ebenfalls recht schräg klingen. Effekte wechseln sich mit »sauberen« Melodien oder Gitarrengerocke ab, kurzum: Die Platte ist ein Gesamtkunstwerk.
Klingt seltsam, ist aber so. Ich hörte sie mir mehrfach an, fand sie jedesmal aufs neue interessant – und stellte sie mit einem befriedigten Gefühl zurück in den Schrank. Wenn ich sie mir in einigen Jahren wieder anhöre, wird sie mir wohl wieder gefallen.
22 Februar 2012
Schrammgauckwulff
Kaum ist der eine Presi weg, gibt es schon Querelen um den neuen Bundespräsidenten - der ist im übrigen noch nicht mal gewählt. Den einen ist Joachim Gauck zu konservativ, die sogenannte Netzgemeinde (was für ein bescheuerter Ausdruck! gehöre ich etwa zu dieser seltsamen Gemeinde hinzu, weil ich seit 1996 eine Internet-Seite betreibe und seit 2005 einen eigenen Blog habe?) bastelt aus irgendwelchen Zitaten moderne Verschwörungstheorien, und dann ist der Mann noch nicht mal in einer seriösen Mann-Frau-Beziehung.
Ein Konsenspräsident sieht anders aus. (Gleich noch mal so ein bescheuertes Wort: Was habe ich mir denn darunter vorzustellen? Ist es Konsens, dass den jetzt alle gut finden müssen? Ist man Antidemokrat, wenn man anmerkt, dass Herr Gauck einen eingeengten Freiheitsbegriff haben könnte? Ach, es ist mir alles zuwider.)
In dieser Situation hatte irgend jemand in der Piratenpartei mal ausnahmsweise einen vernünftigen Gedanken. Ich malte mir den Tag im Kalender gleich mal rot an, damit ich es garantiert nicht vergesse: In dieser Partei gibt es jemanden, der ab und zu mal vom Computer hochguckt und die Welt außerhalb des Internets (soll es ja geben) mitkriegt.
Man schlug den Kabarettisten Georg Schramm als Kandidaten vor. Gefragt wurde er offensichtlich vorher nicht; das ist heutzutage wohl nicht mehr nötig. Schramm, den ich als Kabarettist sehr schätze, lehnte glücklicherweise den Vorschlag ab. Recht hat er!
Den absurden Politik-Betrieb kann man nur von außen kritisieren. Sobald man als Mensch in diese Mühle eintritt, verändert man sich - es gibt genügend Belege dafür. Auch ein kluger Kopf wie Georg Schramm hätte sich verändern müssen. Und das wäre kaum zu seinem Vorteil gewesen ...
Ein Konsenspräsident sieht anders aus. (Gleich noch mal so ein bescheuertes Wort: Was habe ich mir denn darunter vorzustellen? Ist es Konsens, dass den jetzt alle gut finden müssen? Ist man Antidemokrat, wenn man anmerkt, dass Herr Gauck einen eingeengten Freiheitsbegriff haben könnte? Ach, es ist mir alles zuwider.)
In dieser Situation hatte irgend jemand in der Piratenpartei mal ausnahmsweise einen vernünftigen Gedanken. Ich malte mir den Tag im Kalender gleich mal rot an, damit ich es garantiert nicht vergesse: In dieser Partei gibt es jemanden, der ab und zu mal vom Computer hochguckt und die Welt außerhalb des Internets (soll es ja geben) mitkriegt.
Man schlug den Kabarettisten Georg Schramm als Kandidaten vor. Gefragt wurde er offensichtlich vorher nicht; das ist heutzutage wohl nicht mehr nötig. Schramm, den ich als Kabarettist sehr schätze, lehnte glücklicherweise den Vorschlag ab. Recht hat er!
Den absurden Politik-Betrieb kann man nur von außen kritisieren. Sobald man als Mensch in diese Mühle eintritt, verändert man sich - es gibt genügend Belege dafür. Auch ein kluger Kopf wie Georg Schramm hätte sich verändern müssen. Und das wäre kaum zu seinem Vorteil gewesen ...
21 Februar 2012
2011-Neues von EA 80
EA 80 stammen aus Mönchengladbach; die vier Männer sind seit 30 Jahren eine Institution für intelligenten Deutschpunk oder Emo oder wie immer man das nennen mag. Im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte habe ich die Band auch mehrfach gesehen: immer wieder sehr eindrucksvolle Konzerte, egal ob das in großen Hallen wie in der Biscuithalle in Bonn irgendwann in den 80er-Jahren oder in Herrenberg im Jugendhaus war. Oder eben zuletzt in Solingen.
Mit »Definitiv: nein« gibt es seit dem Sommer 2011 eine neue Langspielplatte, die mich ziemlich überzeugt: druckvoller Sound wie immer, keine Lala-Mucke, sondern ziemlich punkig und wuchtig – das finde ich stark. Wie immer ist die Stimme eindrucksvoll, wie immer sind die Texte gut, das ist ja eine sichere Bank.
Ein Alptraum für die echten Plattensammler ist allerdings die Gestaltung: Die Scheibe steckt in zwei kartonierten Hüllen (innen als Vinyl-Schutz, außen als normales Cover ... war das jetzt kapierbar formuliert?), die mit einem Silberdruck versehen sind und auf dem man ruckzuck die Fingerabdrücke sieht. Packt man die Platte einmal aus und legt sie auf, ist sie für echte Sammler quasi entwertet. Finde ich gut ...
Mit »Definitiv: nein« gibt es seit dem Sommer 2011 eine neue Langspielplatte, die mich ziemlich überzeugt: druckvoller Sound wie immer, keine Lala-Mucke, sondern ziemlich punkig und wuchtig – das finde ich stark. Wie immer ist die Stimme eindrucksvoll, wie immer sind die Texte gut, das ist ja eine sichere Bank.
Ein Alptraum für die echten Plattensammler ist allerdings die Gestaltung: Die Scheibe steckt in zwei kartonierten Hüllen (innen als Vinyl-Schutz, außen als normales Cover ... war das jetzt kapierbar formuliert?), die mit einem Silberdruck versehen sind und auf dem man ruckzuck die Fingerabdrücke sieht. Packt man die Platte einmal aus und legt sie auf, ist sie für echte Sammler quasi entwertet. Finde ich gut ...
19 Februar 2012
Mir fehlen die Worte
Mir wird ja neuerdings unterstellt, ich gehörte zur »Contentmafia«, was immer das heißen soll. Wahrscheinlich ist damit gemeint, dass ich für die Rechte von Urhebern streite - und damit meine ich in diesem Fall die Autoren und die Verlage. Während die einen ihre geistige Arbeit investieren, stecken die anderen ebenfalls eine Reihe von Arbeiten hinein, damit aus einem Manuskript ein Buch wird.
Aber heute platzte mir die Hutschnur. Auf einer dieser Seiten, wo man gestohlenes Material erhalten kann (was ja neuerdings als selbstverständlich betrachtet wird), bietet einer im Prinzip das gesamte PERRY-Programm plus haufenweise anderer Dinge an; auch Sachbücher von Hawking und dergleichen.
Das hätte mich nicht mal so gestört; an solche Auswüchse bin ich ja mittlerweile gewöhnt. Wer etwas dagegen sagt, wird dann bekanntlich von Aktivisten und Anhängern der Piratenpartei der sogenannten Contentmafia zugezählt.
Nur: Dieser Mensch schreibt auch noch stolz »Cover, Metadaten, nachgeschliffen und korrigiert.« Und er bedankt sich: »an die Vorarbeiter, Scanner und Kontrolleure!!!« Er bedankt sich nicht bei den Autoren, die können seiner Ansicht nach wohl verrecken.
Aber heute platzte mir die Hutschnur. Auf einer dieser Seiten, wo man gestohlenes Material erhalten kann (was ja neuerdings als selbstverständlich betrachtet wird), bietet einer im Prinzip das gesamte PERRY-Programm plus haufenweise anderer Dinge an; auch Sachbücher von Hawking und dergleichen.
Das hätte mich nicht mal so gestört; an solche Auswüchse bin ich ja mittlerweile gewöhnt. Wer etwas dagegen sagt, wird dann bekanntlich von Aktivisten und Anhängern der Piratenpartei der sogenannten Contentmafia zugezählt.
Nur: Dieser Mensch schreibt auch noch stolz »Cover, Metadaten, nachgeschliffen und korrigiert.« Und er bedankt sich: »an die Vorarbeiter, Scanner und Kontrolleure!!!« Er bedankt sich nicht bei den Autoren, die können seiner Ansicht nach wohl verrecken.
17 Februar 2012
Der Jochen und sein Glück
Es gibt nur einen Menschen, der auf der Bühne mit lautem Gebrüll seinen Wunsch nach einem guten Wurstbrot zum Ausdruck bringen kann: Das ist Jochen Malmsheimer, der Kabarettist - am Donnerstag abend, 16. Februar, schauten wir uns im Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim sein neues Programm an.
Das trägt folgenden hübschen und vor allem langen Titel: »Flieg Fisch, lies und gesunde! Oder: Glück, wo ist dein Stachel?!« Den Glück-Gag klärte er übrigens erst am Ende auf, den Witz fand ich sogar richtig gut. Ich lachte auf jeden Fall viel, obwohl ich völlig übermüdet ins Kabarett ging; ich klatschte auch viel.
Insgesamt war es ein witziger Kabarett-Abend; ich hatte aber in Erinnerung, beim ersten Malmsheimer-Auftritt noch viel mehr gelacht zu haben. Der Mann macht kein politisches Kabarett, sondern eine Mixtur aus allgemeinem Gesellschaftskram und gut gemachten Sprachwitzen.
Kein Wunder, dass die Dichte an studiert wirkenden Menschen im Publikum recht hoch war und wir zu den »jüngeren« Besuchern zählten. Für Malmsheimers Beschreibung einer ausufernden Diskussion mit seinem Bücherregal hilft es allerdings schon, ein gewisses Maß an Bildung und Grundwissen mitzubringen ...
Das trägt folgenden hübschen und vor allem langen Titel: »Flieg Fisch, lies und gesunde! Oder: Glück, wo ist dein Stachel?!« Den Glück-Gag klärte er übrigens erst am Ende auf, den Witz fand ich sogar richtig gut. Ich lachte auf jeden Fall viel, obwohl ich völlig übermüdet ins Kabarett ging; ich klatschte auch viel.
Insgesamt war es ein witziger Kabarett-Abend; ich hatte aber in Erinnerung, beim ersten Malmsheimer-Auftritt noch viel mehr gelacht zu haben. Der Mann macht kein politisches Kabarett, sondern eine Mixtur aus allgemeinem Gesellschaftskram und gut gemachten Sprachwitzen.
Kein Wunder, dass die Dichte an studiert wirkenden Menschen im Publikum recht hoch war und wir zu den »jüngeren« Besuchern zählten. Für Malmsheimers Beschreibung einer ausufernden Diskussion mit seinem Bücherregal hilft es allerdings schon, ein gewisses Maß an Bildung und Grundwissen mitzubringen ...
16 Februar 2012
Woche voller Krimis
Auf der PERRY RHODAN-Homepage stelle ich immer wieder Bücher vor; gelegentlich mache ich das dann eine Woche lang. Zuletzt gab es die »Woche der Krimi-Tipps« - hier ein kleiner Rückblick darauf.
Ich begann mit dem Roman eines italienischen Bestseller-Autors. Andrea Camilleri wurde vor allem durch seine Montalbano-Romane bekannt; sein schönes Buch »Der geraubte Himmel« erschien bei Wagenbach. Ich nenne das ganze »Ein Krimi als intellektueller Briefroman«, und das trifft es sehr genau.
Ein »Rasant erzählter Psycho-Thriller« hingegen ist »Vater, Mutter, Tod« von Siegfried Lange, der ursprünglich aus der Science-Fiction-Szene kommt, jetzt aber als Thriller-Autor einen schönen Erfolg erzielen kann. Finde ich gut!
Wer sich so richtig gut mit Krimis auskennt, guckt gern abschätzig auf Autoren wie David Baldacci: Die machen eigentlich Fastfood, die sind nicht so sehr aufs Literarische auf. Ich besprach seinen Roman »Die Jäger« unter dem Titel »Der ›Camel Club‹ gegen die CIA«, und das Ding hatte mir zuvor richtig Spaß gemacht.
Sehr amüsant ist »Nadel Faden Hackebeil« von Tatjana Kruse; der Roman spielt in Schwäbisch Hall und nimmt sich selbst nicht ernst. Meine Rezension erschen unter dem Titel »Kommissar Seifferheld ermittelt erneut«.
Zuletzt gab es »Road Dogs« von Elmore Leonard: sehr cool, sehr abwechslungsreich, sehr undurchsichtig. Mein Titel passt hundertpro: »Gangster und ihre Verstrickungen« ...
Ich begann mit dem Roman eines italienischen Bestseller-Autors. Andrea Camilleri wurde vor allem durch seine Montalbano-Romane bekannt; sein schönes Buch »Der geraubte Himmel« erschien bei Wagenbach. Ich nenne das ganze »Ein Krimi als intellektueller Briefroman«, und das trifft es sehr genau.
Ein »Rasant erzählter Psycho-Thriller« hingegen ist »Vater, Mutter, Tod« von Siegfried Lange, der ursprünglich aus der Science-Fiction-Szene kommt, jetzt aber als Thriller-Autor einen schönen Erfolg erzielen kann. Finde ich gut!
Wer sich so richtig gut mit Krimis auskennt, guckt gern abschätzig auf Autoren wie David Baldacci: Die machen eigentlich Fastfood, die sind nicht so sehr aufs Literarische auf. Ich besprach seinen Roman »Die Jäger« unter dem Titel »Der ›Camel Club‹ gegen die CIA«, und das Ding hatte mir zuvor richtig Spaß gemacht.
Sehr amüsant ist »Nadel Faden Hackebeil« von Tatjana Kruse; der Roman spielt in Schwäbisch Hall und nimmt sich selbst nicht ernst. Meine Rezension erschen unter dem Titel »Kommissar Seifferheld ermittelt erneut«.
Zuletzt gab es »Road Dogs« von Elmore Leonard: sehr cool, sehr abwechslungsreich, sehr undurchsichtig. Mein Titel passt hundertpro: »Gangster und ihre Verstrickungen« ...
15 Februar 2012
Lärm mit Handbremse
Die Band Noise Capital macht Alternative Rock der modernen Art: mit wuchtigen Gitarren und einer fetten Produktion, mit englischsprachigen Texten und einer Mixtur aus rockig-knalligem Sound sowie Emo-Geplänkel. Wer so etwas als Emo-Rock bezeichnen möchte, ist sicher nicht falsch beraten.
Ich hörte ihre CD »Ghost Army« mit den zehn Stücken durchaus gern an, stellte aber nach zweifachem Anhören fest, dass das alles nicht so richtig knallte. Die vier Jungs können mit ihren Instrumenten umgehen, das klingt auch alles nicht schlecht; es ist aber alles so brav, so angenehm, dass es mich nicht mitreißt.
»Kompromisslos arrangiert und gespielt« nennt das die Promo-Information des Labels, und das stimmt wahrscheinlich sogar. Ich nenne es »gut gemachter Hardrock für das Jahr 2012«, hake die Band unter »klingt gut, ist aber langweilig« ab und schenke die CD jemandem weiter, der sich hoffentlich dafür begeistern kann – es dürfte genug Fans dafür geben.
Ich hörte ihre CD »Ghost Army« mit den zehn Stücken durchaus gern an, stellte aber nach zweifachem Anhören fest, dass das alles nicht so richtig knallte. Die vier Jungs können mit ihren Instrumenten umgehen, das klingt auch alles nicht schlecht; es ist aber alles so brav, so angenehm, dass es mich nicht mitreißt.
»Kompromisslos arrangiert und gespielt« nennt das die Promo-Information des Labels, und das stimmt wahrscheinlich sogar. Ich nenne es »gut gemachter Hardrock für das Jahr 2012«, hake die Band unter »klingt gut, ist aber langweilig« ab und schenke die CD jemandem weiter, der sich hoffentlich dafür begeistern kann – es dürfte genug Fans dafür geben.
Comic mit Steampunk- und Tierfantasy-Charme

In einem Comic-Laden in London stachen sie mir buchstäblich ins Auge: zwei Hardcover-Bände mit rotem Umschlag, die Innenseiten sensationell farbig und auf tollem Papier gedruckt – es waren die Comics »Grandville« sowie »Grandville Mon Amour«, beide geschrieben und gezeichnet von Bryan Talbot.
Erstmals aufmerksam geworden war ich auf Bryan Talbot bereits in den neunziger Jahren, als ich die vierbändige Comic-Serie »The Tale of One Bad Rat« gekauft hatte, damals in vier wunderschönen Heften. Das ganze gibt's mittlerweile auch als deutschsprachiges Paperback, und ich finde den Comic um ein Mädchen, das vor seinen Eltern flieht, immer noch beeindruckend. Der Begriff »Graphic Novel« passt hier: Es ging und geht um Kindesmisshandlung und die Macht der Poesie, nicht um irgendwelche Superhelden ...
Dieses »Grandville« ging jetzt in eine ganz andere Richtung – aber ich war nach dem ersten Durchblättern angefixt und kaufte mir kurzerhand beide Bände. Mittlerweile habe ich sie auch gelesen.
Ich bin begeistert, und ich fände es richtig klasse, wenn sich ein deutscher Verlag dazu entscheiden könnte, die zwei Bände in einer deutschsprachigen Ausgabe auf den Markt zu bringen. Es handelt sich dabei um eine phantastische Comic-Welt, in der sprechende Tiere die Hauptrolle spielen, das Dekor aber gleichzeitig eher in die Steampunk-Richtung geht.
Der Hintergrund: Im 19. Jahrhundert haben es die Engländer endlich geschafft, sich von der französischen Tyrannei zu befreien; in diesem Befreiungskrieg gab es haufenweise Greueltaten, und das Verhältnis zwischen Franzosen und Engländern ist seitdem vergiftet.
Detective Inspector LeBrock, ein aufrechtgehender Hund, und sein Begleiter, eine Ratte namens Roderick Ratzi, werden von Scotland Yard für einen ungewöhnlichen Fall nach Grandville geschickt – also direkt nach Paris. Sie verlassen die Sozialistische Republik von Britannien und nehmen ihre Arbeit in der Hauptstadt des Feindes auf.
Die Handlung des Comics selbst ist ein lupenreiner Krimi – in beiden Fällen. Die beiden Polizisten ermitteln im Politik- oder im Prostituierten-Milieu; sie gehen durchaus mit der Faust oder mit der Schusswaffe in den Einsatz, und an Brutalität wird nicht gespart. Schön sind gelegentliche Anspielungen, etwa auf die Comic-Messe in Angouleme.
Beeindruckt hat mich die Optik des Comics: verschnörkeles Messing in den Gebäuden, eine riesige Eisenbahnbrücke über den Ärmelkanal, seltsam altmodisch wirkende Roboter – das ist alles toll gemacht und gibt dem Comic eine großartige Optik. Spitze!
Wer mehr wissen will, geht auf die Seite des Künstlers; dort gibt es einen speziellen »Grandville«-Bereich. In dem kann man sich Youtube-Filmchen angucken und vor allem Bilder in schöner Auflösung betrachten. Das lohnt sich – und jeder wird hoffentlich verstehen, warum ich der Serie eine lange Lebensdauer und auch einen deutschen Verlag wünsche!
14 Februar 2012
Schritte durch Nagold
Zu den schmeichelhaften Momenten beim OX-Festival am Wochenende gehörte die Begegnung mit der jungen Frau, die sagte, sie lese im OX immer als erstes meine Fortsetzungsgeschichte. Und eine andere Leserin wollte wissen, ob sich Chris und Peter denn »jetzt eigentlich kriegen« würden - als an der Romanheft-Front gestählter Redakteur gab ich hierzu natürlich keine konkrete Antwort.
Selbstverständlich geht es in der aktuellen Ausgabe 100 des OX-Fanzines mit dem Fortsdetzungsroman weiter. »Und: Hardcore!« ist mittlerweile bei Folge 36 angelangt.
Nach wie vor ist der »Held« in Nagold unterwegs, doch er möchte die Kleinstadt im Nordschwarzwald endlich verlassen, um in Stuttgart einige höchst private Angelegenheiten zu regeln. Was genau passiert und wie die Abreise verläuft, das verrät ebendiese Folge ...
Selbstverständlich geht es in der aktuellen Ausgabe 100 des OX-Fanzines mit dem Fortsdetzungsroman weiter. »Und: Hardcore!« ist mittlerweile bei Folge 36 angelangt.
Nach wie vor ist der »Held« in Nagold unterwegs, doch er möchte die Kleinstadt im Nordschwarzwald endlich verlassen, um in Stuttgart einige höchst private Angelegenheiten zu regeln. Was genau passiert und wie die Abreise verläuft, das verrät ebendiese Folge ...
13 Februar 2012
Zweimal alter Punk
Am Sonntag abend, 12. Februar 2012, verschlug es mich mal wieder in die »Alte Hackerei«, in die »gepflegte Punkrock-Bar« in Karlsruhe. Das Durchschnittsalter war recht hoch, deutlich über vierzig, würde ich schätzen. Kein Wunder: Es standen alte Männer auf der Bühne.
Von T.V. Smith bekam ich leider nur den Schluss des Auftritts mit. Der Mann, der vor über dreißig Jahren einer der Leute war, die Punkrock überhaupt hochgebracht hatten, tritt seit Jahren allein mit einer Gitarre auf - und ist damit mehr Punk als viele der neueren Bands. Was ich mitbekam, klang auf jeden Fall wieder gut.
Dann aber die U.K. Subs, eine Band, die ihre große Zeit zwischen 1979 und 1981 hatte, die zwischendurch immer mal wieder schwächelte, die mit ihrem rund 67 Jahre alten Sänger Charlie Harper heutzutage aber überzeugender ist als in den 80er-Jahren. Das bemerkte ich auch an diesem Abend wieder.
Alte Hits wie »Warhead« - wo natürlich der Saal mitsang - oder »C.I.D.« wurden mit Energie und Wucht in den Saal geschmettert, die Band gab noch drei Zugaben, bis in der vollgequalmten Hütte eh nichts mehr ging. Super!, ein gelungener Auftritt; ich war richtig glücklich, trank fleißig Bier und bekam an diesem Abend das beseelte Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.
Von T.V. Smith bekam ich leider nur den Schluss des Auftritts mit. Der Mann, der vor über dreißig Jahren einer der Leute war, die Punkrock überhaupt hochgebracht hatten, tritt seit Jahren allein mit einer Gitarre auf - und ist damit mehr Punk als viele der neueren Bands. Was ich mitbekam, klang auf jeden Fall wieder gut.
Dann aber die U.K. Subs, eine Band, die ihre große Zeit zwischen 1979 und 1981 hatte, die zwischendurch immer mal wieder schwächelte, die mit ihrem rund 67 Jahre alten Sänger Charlie Harper heutzutage aber überzeugender ist als in den 80er-Jahren. Das bemerkte ich auch an diesem Abend wieder.
Alte Hits wie »Warhead« - wo natürlich der Saal mitsang - oder »C.I.D.« wurden mit Energie und Wucht in den Saal geschmettert, die Band gab noch drei Zugaben, bis in der vollgequalmten Hütte eh nichts mehr ging. Super!, ein gelungener Auftritt; ich war richtig glücklich, trank fleißig Bier und bekam an diesem Abend das beseelte Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.
Loaded aus Mannheim
Schön, dass es solche Bands wie Loaded gibt! Ich habe in den letzten Tagen verdammt oft ihre EP »Proper Villains« gehört, die schon mal richtig gestaltet ist: in einem Schwarzweiß-Comic-Stil, der ziemlich cool aussieht. Aber die drei Stücke auf der 2009 aufgenommenen EP sind ebenfalls ziemlich cool.
Der Punkrock der Band ist in den 70er-Jahren ebenso verwurzelt wie im modernen Ami-Punk, wie er in den 90er-Jahren über den Teich herüberschwappte. Die Stücke sind schwungvoll, gehen sofort ins Ohr und in die Beine; knallharter Pogo ist das nicht, eher ein mittelschneller Sound, der Wert auf schöne Melodien legt.
Saugut – da hat Dirty Faces wieder ein hübsches kleines Scheibchen rausgebracht!
Der Punkrock der Band ist in den 70er-Jahren ebenso verwurzelt wie im modernen Ami-Punk, wie er in den 90er-Jahren über den Teich herüberschwappte. Die Stücke sind schwungvoll, gehen sofort ins Ohr und in die Beine; knallharter Pogo ist das nicht, eher ein mittelschneller Sound, der Wert auf schöne Melodien legt.
Saugut – da hat Dirty Faces wieder ein hübsches kleines Scheibchen rausgebracht!
12 Februar 2012
Festival zum hundertsten
Am Samstag, 11. Februar 2012, feierte das OX-Fanzine das Erscheinen seiner hundertsten Ausgabe mit einem Festival in Solingen. Da durfte ich natürlich nicht fehlen, und so fuhren wir zu zweit am Samstag mittag los – bei strahlendem Sonnenschein und vielleicht vier Grad minus.
Weil die A3 bei Köln gesperrt war, eierten wir über irgendwelche Landstraßen, schauten uns die Innenstadt von Köln-Mühlheim und von Leverkusen an und kamen erst kurz vor 20 Uhr im »Cobra« in Solingen an. Sniffin' Glue, die ich unbedingt hatte sehen sollen, waren da bereits mit ihrem Auftritt fertig.
Einige hundert Leute waren da, viele grauhaarige Männer darunter – ich war auf jeden Fall nicht der älteste. Dass Punk keine Jugendkultur mehr ist, belegte dieses Festival ganz eindeutig; es waren aber genügend junge Leute anwesend, was ich gut fand.
Als erste Band sahen wir Pascow: teilweise bebrillte Saarländer, die knalligen Deutschpunkt mit guten Texten machen. Ich finde die Band schon auf Platte gut und mochte sie auch live sehr. Das ist Deutschpunk in den Zehner-Jahren, und das ist um Längen besser als der Aufguss alter 80er-Jahre-Kapellen.
Leider erwies sich Jingo de Lunch danach als Enttäuschung. Vielleicht wurde die Band auch schon in den späten 80er-Jahren überschätzt; damals mochte ich sie sehr. An diesem Abend in Solingen wirkte die Band mit ihrem Hardrock-Metal-Mix, als sei sie aus der Zeit gefallen. Nach zwei Stücken und einem langen Gitarrensolo verließen wir die Halle.
Es gab Bier und vegane Würstchen, man konnte sich im Freien bei fallenden Temperaturen auch gut unterhalten, und so verpassten wir glatt den Pepstpapst oder wie immer der Solo-Künstler aus Aachen sich nannte. Soll aber skurril gewesen sein.
Zum Ausgleich überzeugten EA 80. Die alten Herren aus Mönchengladbach, die ich bei ihrem letzten Auftritt in Karlsruhe langweilig gefunden hatte, lieferten ein druckvolles Punkrock-Brett an. Der Sänger hüpfte wie in alten Zeiten in den Pogo-Mob, die Band ließ es ordentlich krachen – das ist nach über dreißig Jahren ohne Pause eine völlig überzeugende Leistung.
Ob es so schlau war, Wire als letzte Band aufs Programm zu hieven, weiß ich nicht. Die alten Engländer brachten viele Stücke aus ihrer Wave-Phase, brachten aber auch ihren Punkrock, der 1977 völlig neu und originell war und heute nach wie vor überzeugend ist: Pogo gibt's da aber keinen, und die Stimmung ist naturgemäß verhalten. Man steht halt rum und guckt sich interessiert die Band an. Toll war's trotzdem.
Nach ein Uhr kamen wir aus dem Gebäude, dann ging's auf die Autobahn. Da ich wegen Übermüdung öfter Pause einlegen musste, waren wir erst gegen fünf Uhr morgens wieder in Karlsruhe. Eine schöne Expedition war's auf jeden Fall!
Weil die A3 bei Köln gesperrt war, eierten wir über irgendwelche Landstraßen, schauten uns die Innenstadt von Köln-Mühlheim und von Leverkusen an und kamen erst kurz vor 20 Uhr im »Cobra« in Solingen an. Sniffin' Glue, die ich unbedingt hatte sehen sollen, waren da bereits mit ihrem Auftritt fertig.
Einige hundert Leute waren da, viele grauhaarige Männer darunter – ich war auf jeden Fall nicht der älteste. Dass Punk keine Jugendkultur mehr ist, belegte dieses Festival ganz eindeutig; es waren aber genügend junge Leute anwesend, was ich gut fand.
Als erste Band sahen wir Pascow: teilweise bebrillte Saarländer, die knalligen Deutschpunkt mit guten Texten machen. Ich finde die Band schon auf Platte gut und mochte sie auch live sehr. Das ist Deutschpunk in den Zehner-Jahren, und das ist um Längen besser als der Aufguss alter 80er-Jahre-Kapellen.
Leider erwies sich Jingo de Lunch danach als Enttäuschung. Vielleicht wurde die Band auch schon in den späten 80er-Jahren überschätzt; damals mochte ich sie sehr. An diesem Abend in Solingen wirkte die Band mit ihrem Hardrock-Metal-Mix, als sei sie aus der Zeit gefallen. Nach zwei Stücken und einem langen Gitarrensolo verließen wir die Halle.
Es gab Bier und vegane Würstchen, man konnte sich im Freien bei fallenden Temperaturen auch gut unterhalten, und so verpassten wir glatt den Pepstpapst oder wie immer der Solo-Künstler aus Aachen sich nannte. Soll aber skurril gewesen sein.
Zum Ausgleich überzeugten EA 80. Die alten Herren aus Mönchengladbach, die ich bei ihrem letzten Auftritt in Karlsruhe langweilig gefunden hatte, lieferten ein druckvolles Punkrock-Brett an. Der Sänger hüpfte wie in alten Zeiten in den Pogo-Mob, die Band ließ es ordentlich krachen – das ist nach über dreißig Jahren ohne Pause eine völlig überzeugende Leistung.
Ob es so schlau war, Wire als letzte Band aufs Programm zu hieven, weiß ich nicht. Die alten Engländer brachten viele Stücke aus ihrer Wave-Phase, brachten aber auch ihren Punkrock, der 1977 völlig neu und originell war und heute nach wie vor überzeugend ist: Pogo gibt's da aber keinen, und die Stimmung ist naturgemäß verhalten. Man steht halt rum und guckt sich interessiert die Band an. Toll war's trotzdem.
Nach ein Uhr kamen wir aus dem Gebäude, dann ging's auf die Autobahn. Da ich wegen Übermüdung öfter Pause einlegen musste, waren wir erst gegen fünf Uhr morgens wieder in Karlsruhe. Eine schöne Expedition war's auf jeden Fall!
10 Februar 2012
Larps und ihre Zeiten
Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem ich zum ersten Mal »live« eine Fantasy-Figur spielte. Das war 1980 in Konstanz, ich war ein pickeliger Jugendlicher, und meine Verkleidung bestand aus einem Morgenstern aus Plastik, den ich mit mir herumschleppte.
Mit dabei waren ein Mann im Bastrock, der heute als Teil eines Autorenpaars für sensationelle Historien-Bestseller verantwortlich ist, sowie eine Reihe anderer Leute, von denen ich größtenteils seit Jahren nichts mehr gehört habe. Das ganze nannte sich »Follow-Marsch« und hatte mehr mit einer Art Schnitzeljagd zu tun als mit einem »Live Action Roleplaying Game«.
Das wiederum ist die ausgeschriebene Formulierung von »LARP«, und das scheint mittlerweile eine echte Industrie geworden zu sein. Zumindest komme ich zu diesem Gedanken, wenn ich das schön gemachte Magazin »LARP-zeit« betrachte; mir liegt die Nummer 33 vor.
Das 92 A4-Seiten starke Magazin ist richtig gut gemacht: schönes farbiges Layout, viele Fotos, gut geschriebene Artikel. Es gibt Ratschläge, wie man sich entsprechende Masken macht oder Klamotten schneidert, es gibt Beiträge über LARP-Hintergründe, und natürlich gibt es schöne Berichte von den eigentlichen Veranstaltungen.
Beeindruckend, wirklich – das sieht gut aus, das scheint richtig Laune zu machen. Ich habe das Magazin mit großem Interesse geblättert, angeguckt und streckenweise auch richtig gelesen.
Das hat alles nichts mehr mit dem zu tun, was wir im Sommer 1980 in einem Wald am Bodensee »gespielt« haben. Das ist alles wesentlich weiter entwickelt, viel ausgefeilter und auch ... ja! ... besser. Aber für mich wär's nichts mehr.
Mit dabei waren ein Mann im Bastrock, der heute als Teil eines Autorenpaars für sensationelle Historien-Bestseller verantwortlich ist, sowie eine Reihe anderer Leute, von denen ich größtenteils seit Jahren nichts mehr gehört habe. Das ganze nannte sich »Follow-Marsch« und hatte mehr mit einer Art Schnitzeljagd zu tun als mit einem »Live Action Roleplaying Game«.
Das wiederum ist die ausgeschriebene Formulierung von »LARP«, und das scheint mittlerweile eine echte Industrie geworden zu sein. Zumindest komme ich zu diesem Gedanken, wenn ich das schön gemachte Magazin »LARP-zeit« betrachte; mir liegt die Nummer 33 vor.
Das 92 A4-Seiten starke Magazin ist richtig gut gemacht: schönes farbiges Layout, viele Fotos, gut geschriebene Artikel. Es gibt Ratschläge, wie man sich entsprechende Masken macht oder Klamotten schneidert, es gibt Beiträge über LARP-Hintergründe, und natürlich gibt es schöne Berichte von den eigentlichen Veranstaltungen.
Beeindruckend, wirklich – das sieht gut aus, das scheint richtig Laune zu machen. Ich habe das Magazin mit großem Interesse geblättert, angeguckt und streckenweise auch richtig gelesen.
Das hat alles nichts mehr mit dem zu tun, was wir im Sommer 1980 in einem Wald am Bodensee »gespielt« haben. Das ist alles wesentlich weiter entwickelt, viel ausgefeilter und auch ... ja! ... besser. Aber für mich wär's nichts mehr.
09 Februar 2012
Die Nächte bei Familie Patel
Rückblick auf meinen Kalifornien-Trip im Jahr 2006
Nach dem Science-Fiction-WorldCon in Anaheim, den ich im Sommer 2006 besucht hatte, fuhr ich mit dem Bus nach Long Beach hinunter. Dort quartierte ich mich im Rodeway Inn ein, einem Motel, das nur einige hundert Meter vom Strand entfernt lag – und einen Aufenthalt am Strand des Pazifischen Ozeans hatte ich mir nach einigen Tagen im Kongresszentrum redlich verdient.
Geführt wurde das Motel von Hitu Patel, es war also im Besitz einer indisch-stämmigen Familie. Die Hilfe der netten Familienangehörigen benötigte ich gleich mehrfach, weil ich vor allem am Anfang nicht in der Lage war, die Tür vernünftig zu öffnen, und eine Weile brauchte, bis ich den dafür nötigen Trick mit der Codekarte kapiert hatte. Ansonsten beschränkten sich meine Kontakte auf »hello«- und »bye«-sagen.
Das Motel lag in einer vergleichsweise ruhigen Nebenstraße; der Hauptverkehr auf der Strandpromenade sowie der Durchgangsverkehr liefen quasi rechts und links ab. Es war ein typisches Motel; ich hatte ein Zimmer im ersten Obergeschoss, und von meiner Tür aus hatte ich einen netten Blick auf die parkenden Autos im Innenhof. Vom Fenster aus sah ich auf einen staubigen Hinterhof, das war weniger prickelnd.
Man ließ mich in Ruhe, das ganze Motel schien eine Oase der Ruhe zu sein. Die Gäste kamen und gingen; einige waren Tagesgäste wie ich, andere wiederum hatten sich wohl für längere Zeit einquartiert. Ich wurde freundlich gegrüßt, wenn ich die Pforte passierte, ansonsten aber überließ man mich meinem geruhsamen Durch-den-Tag-trödeln, das ich in Long Beach betrieb.
Als ich nach einigen Tagen und Nächten das Rodeway Inn räumte, hatte ich nicht gerade das Gefühl, eine Bande von Freunden zu verlassen; ich verabschiedete mich dennoch mit einem Gefühl von Wehmut. Ein bisschen Heimat war das Motel dann doch für mich geworden ...
Nach dem Science-Fiction-WorldCon in Anaheim, den ich im Sommer 2006 besucht hatte, fuhr ich mit dem Bus nach Long Beach hinunter. Dort quartierte ich mich im Rodeway Inn ein, einem Motel, das nur einige hundert Meter vom Strand entfernt lag – und einen Aufenthalt am Strand des Pazifischen Ozeans hatte ich mir nach einigen Tagen im Kongresszentrum redlich verdient.
Geführt wurde das Motel von Hitu Patel, es war also im Besitz einer indisch-stämmigen Familie. Die Hilfe der netten Familienangehörigen benötigte ich gleich mehrfach, weil ich vor allem am Anfang nicht in der Lage war, die Tür vernünftig zu öffnen, und eine Weile brauchte, bis ich den dafür nötigen Trick mit der Codekarte kapiert hatte. Ansonsten beschränkten sich meine Kontakte auf »hello«- und »bye«-sagen.
Das Motel lag in einer vergleichsweise ruhigen Nebenstraße; der Hauptverkehr auf der Strandpromenade sowie der Durchgangsverkehr liefen quasi rechts und links ab. Es war ein typisches Motel; ich hatte ein Zimmer im ersten Obergeschoss, und von meiner Tür aus hatte ich einen netten Blick auf die parkenden Autos im Innenhof. Vom Fenster aus sah ich auf einen staubigen Hinterhof, das war weniger prickelnd.
Man ließ mich in Ruhe, das ganze Motel schien eine Oase der Ruhe zu sein. Die Gäste kamen und gingen; einige waren Tagesgäste wie ich, andere wiederum hatten sich wohl für längere Zeit einquartiert. Ich wurde freundlich gegrüßt, wenn ich die Pforte passierte, ansonsten aber überließ man mich meinem geruhsamen Durch-den-Tag-trödeln, das ich in Long Beach betrieb.
Als ich nach einigen Tagen und Nächten das Rodeway Inn räumte, hatte ich nicht gerade das Gefühl, eine Bande von Freunden zu verlassen; ich verabschiedete mich dennoch mit einem Gefühl von Wehmut. Ein bisschen Heimat war das Motel dann doch für mich geworden ...
08 Februar 2012
Aktuelles vom Nazi-Terror
Wer in diesen Tagen das aktuelle »Antifaschistische Info-Blatt« aus Berlin liest, hat eine wenig erheiternde Lektüre vor sich: Die Darstellung des sogenannten Zwickauer Terror-Trios, die derzeit aus den gängigen Medien so gut wie verschwunden ist, nimmt in der vorliegenden Nummer 93 breiten Raum ein. Vor allem aber widmet sich das »Antifa-Info« auch der Art und Weise, wie die Nazis teilweise vom Verfassungsschutz behütet, finanziert und aufgebaut werden.
Wie immer ist das 60 DIN A4-Seiten starke Blatt eine unverzichtbare Lektüre für all diejenigen, die sich für das Thema interessieren oder die aktiv gegen Nazis vorgehen möchten. Wo sonst erfährt man als Leser so viel über Rechtsextremismus, Nazi-Gruppierungen im Ausland (diesmal geht's unter anderem um die Hetze gegen Sinti in Osteuropa) oder eben hiesige Nazi-Terrorgruppen?
Eindrucksvoll finde ich den Artikel über den Boxer Johann Trollmann, der wegen seiner »Zigeuner-Abstammung« in der Nazi-Zeit ausgegrenzt, verfolgt und zuletzt im Konzentrationslager brutal ermordet wurde. Ebenso spannend ist die Darstellung zur aktuellen Lage bei der NPD und anderen Nazi-Gruppierungen.
Wie schon gesagt: eine unverzichtbare Lektüre – das Heft gibt's im örtlichen Infoladen oder selbstverständlich im Abonnement. Lohnt sich!
Wie immer ist das 60 DIN A4-Seiten starke Blatt eine unverzichtbare Lektüre für all diejenigen, die sich für das Thema interessieren oder die aktiv gegen Nazis vorgehen möchten. Wo sonst erfährt man als Leser so viel über Rechtsextremismus, Nazi-Gruppierungen im Ausland (diesmal geht's unter anderem um die Hetze gegen Sinti in Osteuropa) oder eben hiesige Nazi-Terrorgruppen?
Eindrucksvoll finde ich den Artikel über den Boxer Johann Trollmann, der wegen seiner »Zigeuner-Abstammung« in der Nazi-Zeit ausgegrenzt, verfolgt und zuletzt im Konzentrationslager brutal ermordet wurde. Ebenso spannend ist die Darstellung zur aktuellen Lage bei der NPD und anderen Nazi-Gruppierungen.
Wie schon gesagt: eine unverzichtbare Lektüre – das Heft gibt's im örtlichen Infoladen oder selbstverständlich im Abonnement. Lohnt sich!
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