11 Juli 2009
The Fine Print aus Regensburg
Zu den vielen Bands, die hierzulande eine Mischung aus Emo- und Melodie-Punk spielen, gehören The Fine Print aus Regensburg. Die vier Burschen orientieren sich – und geben es zu – eindeutig am Sound, der aus Gainesville in Florida kommt, sprich, sie arbeiten sich an Hot Water Music und vergleichbaren Kapellen ab.
Das machen sie aber sehr anständig. Mir liegt die CD »Excorcism« vor, die vier Titel enthält, und das rockt alles ziemlich angenehm und melodisch vor sich hin. Spektakulär ist es noch nicht, ich poge nicht gleich durch die Bude, aber das ist bei dieser Musik kaum zu erwarten.
The Fine Print machen angenehmen Punkrock, den ich mir gut für den Sommer vorstellen kann. Schöne Sache, das!
Das machen sie aber sehr anständig. Mir liegt die CD »Excorcism« vor, die vier Titel enthält, und das rockt alles ziemlich angenehm und melodisch vor sich hin. Spektakulär ist es noch nicht, ich poge nicht gleich durch die Bude, aber das ist bei dieser Musik kaum zu erwarten.
The Fine Print machen angenehmen Punkrock, den ich mir gut für den Sommer vorstellen kann. Schöne Sache, das!
Über Aus- und Inländer

Ich mag die Zeitschrift »Am Erker«, über die ich in diesem Blog schon gelegentlich mal geschrieben habe – zuletzt über die Ausgaben 53 und 54. Im Zug von Hamburg nach Karlsruhe hatte ich die Muße, die aktuelle Ausgabe 57 zu lesen: ein umfangreiches Themenheft, nein, -buch zum Thema »Fremde Länder, fremde Sitten«.
Auf 184 Seiten plus Umschlag gibt es Kurzgeschichten, Gedichte und andere Texte zum Thema; wunderbar ist eine Satire über Reiseschriftsteller, bei der ich mich gelegentlich auch an der eigenen Nase packen mußte. Wie immer gefällt mir nicht alles, das ist aber einem solchen Sammelsurium an Texten auch nicht anders möglich.
Unterm Strich aber wieder eine gelungene Ausgabe. Gibt's für neun Euro zumindest theoretisch im Buchladen, ISBN 978-3-89126-557-4 nicht vergessen. Besser geht's wohl über die Homepage. Auf der neu gestalteten Homepage gibt's übrigens einige nette Textbeispiele – anklicken lohnt sich.
10 Juli 2009
Miese Pizza
Der Kollege Frank Borsch und ich standen nach der Pressekonferenz ein wenig unschlüssig herum, während die Filmleute ihre Kamera einpackten. Die Interviews waren fertig, und natürlich hatten wir von den angebotenen Schnittchen so gut wie nichts abbekommen; das ist einer der Probleme, wenn man der »Star« einer Pressekonferenz ist und anschließend die Journalisten alles an Käsebrötchen verdrücken und gehässigerweise eine Handvoll an Schinken- udn Wurstbrötchen übrig lassen.
»Ich hab' gleich wieder einen Termin«, sagte er. »Halb vier am Bahnhof treffe ich mich. Lass uns mit der S-Bahn hinfahren.«
Noch während ich zustimmen wollte, brach ein fieser Regen über Hamburg herein. Spontan entschlossen wir uns zum »Spesenmachen« und enterten ein bereitstehendes Taxi direkt vor dem Hotel. Und so gelangten wir fast trocken in den Hauptbahnhof.
Und dort packte uns der Hunger. Während der Regen auf die Stadt herunterprasselte, entschlossen wir uns kurzerhand, im Bahnhof und in den Unterführungen zu bleiben, um dort etwas zu essen. Wir landeten in der »Fressmeile« der Wandelhalle, und nach einigem Zögern saßen wir an der Theke eines Pizza-Imbisses, bestellten, wurden rasch beliefert und futterten.
Es war definitiv eine der schlechtesten Pizzen meines Lebens: Geschmacklos war sie, mit billigstem oder gar künstlichem Käse bestreut, immerhin so halbwegs vegetarisch. Danach stieß ich mehrfach auf und hatte Verlangen nach einem Schnaps.
Ich entschied mich dann doch dafür, mit dem Zug nach Hause zu fahren und still im Abteil vor mich hinzuleiden. Was die kulinarischen Genüsse anging, so hatte es Hamburg an diesem Tag mit mir verschissen.
»Ich hab' gleich wieder einen Termin«, sagte er. »Halb vier am Bahnhof treffe ich mich. Lass uns mit der S-Bahn hinfahren.«
Noch während ich zustimmen wollte, brach ein fieser Regen über Hamburg herein. Spontan entschlossen wir uns zum »Spesenmachen« und enterten ein bereitstehendes Taxi direkt vor dem Hotel. Und so gelangten wir fast trocken in den Hauptbahnhof.
Und dort packte uns der Hunger. Während der Regen auf die Stadt herunterprasselte, entschlossen wir uns kurzerhand, im Bahnhof und in den Unterführungen zu bleiben, um dort etwas zu essen. Wir landeten in der »Fressmeile« der Wandelhalle, und nach einigem Zögern saßen wir an der Theke eines Pizza-Imbisses, bestellten, wurden rasch beliefert und futterten.
Es war definitiv eine der schlechtesten Pizzen meines Lebens: Geschmacklos war sie, mit billigstem oder gar künstlichem Käse bestreut, immerhin so halbwegs vegetarisch. Danach stieß ich mehrfach auf und hatte Verlangen nach einem Schnaps.
Ich entschied mich dann doch dafür, mit dem Zug nach Hause zu fahren und still im Abteil vor mich hinzuleiden. Was die kulinarischen Genüsse anging, so hatte es Hamburg an diesem Tag mit mir verschissen.
09 Juli 2009
Kurz in der »Mopo«
Früher gab's ein Punkrock-Fanzine namens »Hamburger Mottenpost«; das war damals eine satirische Antwort auf die »Hamburger Morgenpost«. Während das Punkrock-Heft vor vielen Jahren das Zeitliche gesegnet hat, läuft die »Mopo« weiter.
Heute mit einem Kurz-Interview mit mir. Verlinkt haben sie's auch auf ihrer Homepage. Leider ohne das seltsame Foto, das den Autor Frank Borsch und mich zeigt.
Heute mit einem Kurz-Interview mit mir. Verlinkt haben sie's auch auf ihrer Homepage. Leider ohne das seltsame Foto, das den Autor Frank Borsch und mich zeigt.
Interview in der SOL
Die SOL ist die Mitgliederzeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale, in der ich ja auch Mitglied bin. (Wäre ja blöd, wenn ich's nicht wäre. Aber ich war's jahrelang nicht, weil ich an so banale Dinge wie einen Mitgliedsbeitrag nie gedacht habe.) Die Ausgabe 55, die in den nächsten Tagen an die Abonnenten und Mitglieder ausgeliefert wird, enthält ein Interview mit mir, das mehrere Seiten umfasst.
Die Fragen stellte Rüdiger Schäfer, der es mittlerweile zum Autor mehrerer ATLAN-Romane gebracht hat. So mußte ich zu meinem Job als Chefredakteur einiges erzählen, die Vergangenheit ein wenig beleuchten und einen Ausblick auf die nahe Zukunft der Serie liefern.
Die Leser werden darüber hinaus mit einem Foto von mir belohnt, auf dem ich dynamisch in die Wäsche gucke; so richtig ernsthaft mit Anzug und Krawatte, aufgenommen auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse. Manchmal erkenne ich mich auf den eigenen Fotos nicht wieder ...
Die Fragen stellte Rüdiger Schäfer, der es mittlerweile zum Autor mehrerer ATLAN-Romane gebracht hat. So mußte ich zu meinem Job als Chefredakteur einiges erzählen, die Vergangenheit ein wenig beleuchten und einen Ausblick auf die nahe Zukunft der Serie liefern.
Die Leser werden darüber hinaus mit einem Foto von mir belohnt, auf dem ich dynamisch in die Wäsche gucke; so richtig ernsthaft mit Anzug und Krawatte, aufgenommen auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse. Manchmal erkenne ich mich auf den eigenen Fotos nicht wieder ...
08 Juli 2009
Schickes Hotel, schicke PK
Das Hotel East in St. Pauli ist richtig stylisch: Die Bar ist schick, die Rezeption sieht super aus, die Konferenzräume wirken, als sei ein Raumschiff gelandet. Überall läuft dezente Elektro-Musik, der Kaffee schmeckt, und das Personal ist nett.
Am heutigen Mittwoch, 8. Juli, war das Hotel der Schauplatz einer Pressekonferenz. Ich kann nur hoffen, daß ich die Journalisten mit langen Monologen nicht zu sehr überfordert habe - die Berichterstattung zu der Pressekonferenz werde ich mit großer Spannung lesen.
Am heutigen Mittwoch, 8. Juli, war das Hotel der Schauplatz einer Pressekonferenz. Ich kann nur hoffen, daß ich die Journalisten mit langen Monologen nicht zu sehr überfordert habe - die Berichterstattung zu der Pressekonferenz werde ich mit großer Spannung lesen.
07 Juli 2009
Sommer in Hamburg
In all den Jahren, in denen ich schon nach Hamburg fahre, sowohl geschäftlicher als auch privater Natur, habe ich eines nie erlebt: daß es in der Hansestadt mal wärmer war als in Karlsruhe. Morgens war's in Karlsruhe auf jeden Fall deutlich kühler als an der Alster - und ich Trottel bin auch noch mit dem Anzug unterwegs.
Daß ich den ersten »Business-Termin« allerdings mit einem ollen Punkrock-Kumpan (der aber noch im klassischen Outfit) absolvierte, fand ich dann schon wieder richtig lustig. Man kann ja altern, aber das bitteschön in Würde.
Die zweite Garnitur der Klamotten kommt immerhin abends zum Einstz: zwar nicht eben pogotauglich, aber immerhin so weit normalisiert, daß ich auch in eine Kneipe gehen kann. Hat ja dann doch was mit der Firma zu tun, trotz der netten Leute, die ich treffe. (Irgendwas mache ich falsch, fürchte ich ...)
Daß ich den ersten »Business-Termin« allerdings mit einem ollen Punkrock-Kumpan (der aber noch im klassischen Outfit) absolvierte, fand ich dann schon wieder richtig lustig. Man kann ja altern, aber das bitteschön in Würde.
Die zweite Garnitur der Klamotten kommt immerhin abends zum Einstz: zwar nicht eben pogotauglich, aber immerhin so weit normalisiert, daß ich auch in eine Kneipe gehen kann. Hat ja dann doch was mit der Firma zu tun, trotz der netten Leute, die ich treffe. (Irgendwas mache ich falsch, fürchte ich ...)
06 Juli 2009
Weltstadt Düsseldorf
In der gestrigen Radiosendung, die ich im örtlichen Sender Querfunk live brachte, war Düsseldorf das Thema. Genau jene Stadt, aus der eine der bekanntesten deutschsprachigen Bands überhaupt kommt: die Toten Hosen. Und auch jene Stadt, die - glaubt man einschlägigen Büchern - Deutschlands erste eigenständige Punk-Szene hervorbrachte.
Weder das eine noch das andere war ein Thema in meiner Sendung. In die Geschichtskiste griff ich allerdings dennoch - und das meist gespielte Label wurde Teenage Rebel Records aus Düsseldorf.
Ziemlich alten Punk brachten Die Profis aus den frühen 80er Jahren. Aus den späten 80er Jahren steuerten die Schwarzen Schafe einiges bei, und aus den frühen 90er Jahren stammten die Silly Encores, eine zu Unrecht völlig untergegangene Band. Auch aus den 90er Jahren stammte Eskalierende Vernunft.
Recht aktuelle Bands waren die Ska-Kumpels von Alpha Boy School und die Glatzen von den Broilers. Knallig wie immer waren Supabond, die ich sehr mag, oder Ultrafair - beide Bands orientieren sich bewusst an den späten 70er Jahren.
Hardcore gab's diesmal keinen. Aber abwechslungsreich war die Sendung allemal.
Weder das eine noch das andere war ein Thema in meiner Sendung. In die Geschichtskiste griff ich allerdings dennoch - und das meist gespielte Label wurde Teenage Rebel Records aus Düsseldorf.
Ziemlich alten Punk brachten Die Profis aus den frühen 80er Jahren. Aus den späten 80er Jahren steuerten die Schwarzen Schafe einiges bei, und aus den frühen 90er Jahren stammten die Silly Encores, eine zu Unrecht völlig untergegangene Band. Auch aus den 90er Jahren stammte Eskalierende Vernunft.
Recht aktuelle Bands waren die Ska-Kumpels von Alpha Boy School und die Glatzen von den Broilers. Knallig wie immer waren Supabond, die ich sehr mag, oder Ultrafair - beide Bands orientieren sich bewusst an den späten 70er Jahren.
Hardcore gab's diesmal keinen. Aber abwechslungsreich war die Sendung allemal.
05 Juli 2009
Nicht an fröhliche Stunden gedacht
Es war eine recht spontane Idee, die uns am Samstag abend zu vorgerückter Stunde noch ins »Besitos« stolpern ließ. Essen wollten wir nichts, denn wir hatten zuvor in der »Kräuterküche« lecker gespeist - aber wir hatten noch Lust, im Freien zu sitzen und etwas zu trinken, und da bot sich in der Innenstadt das »Besitos« geradezu ideal an.
Was wir nicht beachteten: Es war Happy Hour. Und so tranken wir fleißig diverse Cockteils, erfreuten uns des guten Geschmacks, der guten frischen Luft und des später einsetzenden Regens, der uns ins Innere vertrieb, und wir achteten keine Sekunde lang darauf, was irgend etwas kostete.
Die Bedienungen waren freundlich, die Cocktails mächtig - und bei der Bezahlung stellten wir fest, daß alles gar nicht so teuer war. Happy Hour kann eine tolle Sache sein, vor allem dann, wenn man sie geistig-moralisch nicht auf dem Schirm hat.
Über das Essen im »Besitos« kann ich nach wie vor nichts aussagen, aber über die Cocktails: Die waren klasse, und sie bollerten ordentlich rein. Der Heimweg war auf den feuchten Straßen durchaus feucht-fröhlich, und daß uns die Polizei nicht anhielt, lag sicher daran, daß sie mit herumstromernden Jugendlichen mehr zu tun hatte.
Eine gelungene Expedition in die Innenstadt. Es muss nicht immer Krachmusik sein ...
Was wir nicht beachteten: Es war Happy Hour. Und so tranken wir fleißig diverse Cockteils, erfreuten uns des guten Geschmacks, der guten frischen Luft und des später einsetzenden Regens, der uns ins Innere vertrieb, und wir achteten keine Sekunde lang darauf, was irgend etwas kostete.
Die Bedienungen waren freundlich, die Cocktails mächtig - und bei der Bezahlung stellten wir fest, daß alles gar nicht so teuer war. Happy Hour kann eine tolle Sache sein, vor allem dann, wenn man sie geistig-moralisch nicht auf dem Schirm hat.
Über das Essen im »Besitos« kann ich nach wie vor nichts aussagen, aber über die Cocktails: Die waren klasse, und sie bollerten ordentlich rein. Der Heimweg war auf den feuchten Straßen durchaus feucht-fröhlich, und daß uns die Polizei nicht anhielt, lag sicher daran, daß sie mit herumstromernden Jugendlichen mehr zu tun hatte.
Eine gelungene Expedition in die Innenstadt. Es muss nicht immer Krachmusik sein ...
04 Juli 2009
Assi am Brunnen
Es war eigentlich eine gute Idee: Meine zwei Begleiterinnen und ich bewaffneten uns mit drei Weingläsern und einer Flasche Vinho Verde; damit gingen wir an den Brunnen, entzündeten einige Kerzen, damit die Fliegen zumindest ein wenig abgewehrt wurden, tranken Wein und unterhielten uns leise.
Zwei Besoffene torkelten halbnackt durch den Brunnen; der eine stellte lallend fest, daß die »Tauchtiefe nur fünfzig Zentimeter« beträgt. Sie lachten laut und waren fröhlich, ignorierten uns aber völlig.
Aus einer anderen Gruppe von Menschen, die Musik hörten, löste sich irgendwann einer und torkelte zu uns herüber. Er trank Bier aus einer Plastikflasche (mit Schraubverschluß), stellte sich uns vor und laberte uns zu.
Das war nicht unfreundlich, sieht man von den andauernden Versuchen ab, gegen mich zu sticheln. Keine Ahnung, was das sollte, aber wir blieben freundlich und fröhlich, tranken weiter Wein und stießen mit unserem Besucher an.
Bis die Polizei kam ... Tatsächlich hatten die Nachbarn angerufen und sich beschwert. Unglaublich!, alle Leute unterhielten sich in Zimmerlautstärke.
Und so wurde ich zum ersten Mal seit vielen Jahren von der Polizei von einem gemütlich-ruhigen Trinkgelage vertrieben – in diesem Fall war's mir nicht unrecht, weil der schlecht riechende Schnauzbartträger mit dem Plastikbier irgendwann ziemlich nervte ...
Zwei Besoffene torkelten halbnackt durch den Brunnen; der eine stellte lallend fest, daß die »Tauchtiefe nur fünfzig Zentimeter« beträgt. Sie lachten laut und waren fröhlich, ignorierten uns aber völlig.
Aus einer anderen Gruppe von Menschen, die Musik hörten, löste sich irgendwann einer und torkelte zu uns herüber. Er trank Bier aus einer Plastikflasche (mit Schraubverschluß), stellte sich uns vor und laberte uns zu.
Das war nicht unfreundlich, sieht man von den andauernden Versuchen ab, gegen mich zu sticheln. Keine Ahnung, was das sollte, aber wir blieben freundlich und fröhlich, tranken weiter Wein und stießen mit unserem Besucher an.
Bis die Polizei kam ... Tatsächlich hatten die Nachbarn angerufen und sich beschwert. Unglaublich!, alle Leute unterhielten sich in Zimmerlautstärke.
Und so wurde ich zum ersten Mal seit vielen Jahren von der Polizei von einem gemütlich-ruhigen Trinkgelage vertrieben – in diesem Fall war's mir nicht unrecht, weil der schlecht riechende Schnauzbartträger mit dem Plastikbier irgendwann ziemlich nervte ...
Punk-Action-Knaller

Daß ich Fanzines nicht in der »richtigen« Reihenfolge lese, ist meinem dauernden Zeitmangel geschuldet. Und der Tatsache, daß das Papier buchstäblich tonnenweise in unsere Wohnung schwappt. Glücklicherweise gibt es Fanzines, die kann man auch Jahre nach ihrem Erscheinen mit Genuß und Spaß lesen.
Dazu zählt auf jeden Fall das AntiEverything, das praktisch ohne aktuelle Berichte auskommt. Ich habe jetzt erst die »Platinum Edition« gelesen, die als Nummer die 6666 trägt und die etwa 2005 erschienen sein müßte. Leider steht das nirgends so genau drin; aber genau diese obskure Art und Weise, das Heft zu anonymisieren, hat dazu beigetragen, daß das AntiEverything eines der faszinierendsten Hefte der letzten zehn Jahre war.
Herausgeber und Autor Krzysztof Wrath, der garantiert nicht mit bürgerlichem Namen so heißt, hat auch in diesem Heft wieder mal einen gnadenlosen Fortsetzungsroman. Der heißt »Glory White Trash«, arbeitet tatsächlich mit den Mitteln trashiger Unterhaltungsromane und knallt gut rein: Sex, Gewalt, Musik und Berlin, das alles gut vermengt. Coole Scheiße.
Daneben geht's aber um Manila, die Hauptstadt der Philipinen, wozu es einen lesenserten Reisebericht gibt, oder um den Unabomber in den USA. Diese Beiträge sind bewußt am Rand dessen, was die Punkrock-Szene interessiert, und von daher spannend.
Klasse Heft. Wer so was mag, berappt für das farbige Cover und den klasse gestalteten Inhalt nur zwoeinhalb Euro; gibt's bei diversen Punkrock-Vertrieben.
03 Juli 2009
Chaostage in Südfrankreich
Wer wissen möchte, wie richtig gelungene Chaostage - in diesem Fall eher Chaosminuten - aussehen, möge den entsprechenden Youtube-Link anklicken. Gezeigt wird mal wieder Remi Gaillard in Aktion; der Mann ist ohnehin völlig durch den Wind, aber in positivem Sinn.
Ich habe mittlerweile von dem Kerl mehrere Filmchen im Internet gesehen; qualitativ zwischen genial und »geht so«. Dieser Film aber sprengt einige Maßstäbe: Zwei, drei Dutzend verkleidete Menschen stürmen ein Fachgeschäft für Party-Zubehör in der südfranzösischen Stadt Béziers, wo sie eine Party feiern, die im Prinzip den ganzen Laden in Schutt und Asche legt.
Die Aufnahmen sind alle wackelig und ein wenig unscharf, alles soll schließlich authentisch aussehen. Aber unterm Strich ist das mehr Punkrock als das Gros der aktuellen Bands; so was hätte ich vor 15 Jahren in Hannover auch ausgesprochen lustig gefunden.
Ich habe mittlerweile von dem Kerl mehrere Filmchen im Internet gesehen; qualitativ zwischen genial und »geht so«. Dieser Film aber sprengt einige Maßstäbe: Zwei, drei Dutzend verkleidete Menschen stürmen ein Fachgeschäft für Party-Zubehör in der südfranzösischen Stadt Béziers, wo sie eine Party feiern, die im Prinzip den ganzen Laden in Schutt und Asche legt.
Die Aufnahmen sind alle wackelig und ein wenig unscharf, alles soll schließlich authentisch aussehen. Aber unterm Strich ist das mehr Punkrock als das Gros der aktuellen Bands; so was hätte ich vor 15 Jahren in Hannover auch ausgesprochen lustig gefunden.
02 Juli 2009
Zehn Jahre ZACK

Als Jugendlicher habe ich »Zack« gelesen; es war mein erstes Comic-Magazin, und es hat meine Lesegewohnheiten bis heute beeinflußt. Ich konnte das Heft damals nicht regelmäßig lesen, und fürs Kaufen fehlte das Geld, also war ich darauf angewiesen, daß ich es ausgeliehen bekam.
Umso besser fand ich es von daher, als vor zehn Jahren die neue »Zack«-Ära begann. Seit 1999 erscheint jetzt wieder ein neues »Zack«-Magazin, jeden Monat neu, mit der Präzision eines Uhrwerks. Und im Juni kam auf diese Methode die Ausgabe 120 auf den Markt - ich habe sie erst dieser Tage ausgelesen.
Nicht jeden der veröffentlichten Comics mag ich; manche Story wäre verzichtbar oder gefällt mir entweder künstlerisch oder erzählerisch überhaupt nicht. Aber gerade das macht seit Jahren den Charakter des Magazins aus: Ich finde immer wieder neue und interessante Stoffe, die ich sonst nie entdeckt hätte.
Mag sein, daß so etwas antiquiert ist, im Jahr 2009 noch ein gedrucktes Magazin mit Comics zu lesen. Aber in dieser Hinsicht bin ich erschütternd konservativ und freue mich jeden Monat auf das neue »Zack«. Was die Redaktion hier unterm Strich leistet, ist bewundernswert, und ich kann ihr nur ein glückliches Händchen für die Zukunft wünschen.
Herzliche Gratulation zum Zehnjährigen!
01 Juli 2009
Mauerschau jetzt auch als Beleg
Auf die Zeitschrift »mauerschau« habe ich schon im Frühjahr hingewiesen. Es handelt sich dabei um eine Fachzeitschrift für Germanistik, verlegt von der Universität Duisburg-Essen. Die aktuelle Ausgabe 1/2009 habe ich mittlerweile auch erhalten; sieht sehr schick aus. Um was es in dem Schwerpunkt-Thema »Konstruktion/Dekonstruktion« geht, habe ich allerdings nich hat kapiert.
Immerhin gibt es ein sehr ausführliches und auch gelungenes Interview, über das ich mich gefreut habe. Es geht natürlich um PERRY RHODAN, was an dieser Stelle niemanden verwundern dürfte. Wer das Ding nachlesen möchte, kann es über die offizielle PR-Homepage tun.
Die restlichen Artikel habe ich angelesen, aber meist nicht so richtig kapiert. »Jugend ohne Charakter – Dekonstruktivismus oder die Unmöglichkeit der Revolte« oder auch »Das Geschlechterverhältnis in Stanley Kubricks Shining« sind nicht so ganz meine Tasse Bier ...
Immerhin gibt es ein sehr ausführliches und auch gelungenes Interview, über das ich mich gefreut habe. Es geht natürlich um PERRY RHODAN, was an dieser Stelle niemanden verwundern dürfte. Wer das Ding nachlesen möchte, kann es über die offizielle PR-Homepage tun.
Die restlichen Artikel habe ich angelesen, aber meist nicht so richtig kapiert. »Jugend ohne Charakter – Dekonstruktivismus oder die Unmöglichkeit der Revolte« oder auch »Das Geschlechterverhältnis in Stanley Kubricks Shining« sind nicht so ganz meine Tasse Bier ...
29 Juni 2009
Hardcore-Gebolze am Freitag
Es gibt diese Wochen, da ist man froh, wenn das Ende naht, und fühlt sich trotzdem wie erschlagen. So ging es mir am Freitag abend, 26. Juni: Als ich kurz vor Mitternacht aus dem Haus ging, überlegte ich mir noch ein letztes Mal, ob ich mich nicht lieber gleich ins Bett legen sollte. Aber dann fuhr ich doch dann mit dem Rad langsam durch die Innenstadt.
Bis ich in der »Alten Hackerei« ankam, hatte die erste Band schon aufgehört: Norton aus Zürich. Schade, aber nicht zu ändern. Ich vertrieb mir die Zeit mit Trinken und Labern.
Dann kamen Scheisse Minelli, die trotz des bescheuerten Namens keinen Deutschpunk spielen, sondern aggressiven Hardcore, wie man ihn Ende der 80er Jahre hierzulande in subkulturellen Kreisen bevorzugte. Das Trio ging auf der Bühne auch sehr energisch zur Sache, das knallte und rappelte und machte durchwegs gute Laune.
Im Publikum herrschten eher Gemütlichkeit und Ruhe vor. (Den meisten geht es wie mir: Man wird halt älter.) Nur eine Gruppe von jüngeren Hardcore-Leuten bewegte sich vorne. Alles in allem sehr nett, wenngleich nicht überragend spektakulär.
Bis ich in der »Alten Hackerei« ankam, hatte die erste Band schon aufgehört: Norton aus Zürich. Schade, aber nicht zu ändern. Ich vertrieb mir die Zeit mit Trinken und Labern.
Dann kamen Scheisse Minelli, die trotz des bescheuerten Namens keinen Deutschpunk spielen, sondern aggressiven Hardcore, wie man ihn Ende der 80er Jahre hierzulande in subkulturellen Kreisen bevorzugte. Das Trio ging auf der Bühne auch sehr energisch zur Sache, das knallte und rappelte und machte durchwegs gute Laune.
Im Publikum herrschten eher Gemütlichkeit und Ruhe vor. (Den meisten geht es wie mir: Man wird halt älter.) Nur eine Gruppe von jüngeren Hardcore-Leuten bewegte sich vorne. Alles in allem sehr nett, wenngleich nicht überragend spektakulär.
28 Juni 2009
New Noise Festival
Das New Noise Festival im beschaulichen Durmersheim (liegt zwischen Rastatt und Karlsruhe) war am gestrigen Samstag, 27. Juni 2009. Ich fand's klasse: Zwischen 500 und 800 Leute, die meisten Jugendliche, tummelten sich auf dem Gelände rings um das Jugendhaus der Gemeinde; die Skateboard-Rampen waren ständig belagert, und zwischen Ständen und Zelten war richtig was los.
Als ich ankam, hatte ich bereits die Karlsruher Bands The Equal Men und Ende Oktober verpaßt; das ist peinlich, weil das waren so ziemlich die einzigen Bands, die ich kannte. Ich lungerte im Merchandising-Zelt herum, futterte vegane Muffins und trank Bier, so daß ich mittags um 16 Uhr schon leicht bedröppelt war.
Idealer Zustand für meine erste Lesung im »Liedermacher-Zelt«: Anfangs saß ich dort mit drei Leuten, gegen Ende waren's trotz tropischer Hitze 15 Leute, die sich eine Kurzgeschichte und einmal »Maschinengewehr, sing!« anhörten.
Danach schaute ich mir im großen Zelt die Band The Haverbrook Disaster an: Sehr junge Leute auf der Bühne fabrizierten ein metallisches Hardcore-Brett. Vor der Bühne gab es einen Freiraum von acht auf acht Metern, in dem sich alle fünf Minuten für vielleicht 20, 30 Sekunden eine Gruppe von vier, fünf Typen tummelte. Die Burschen führten die neuesten »Hardcore-Moves« vor, Kampfsport- und Kickbox-Einlagen inklusive. Nun denn ...
Nach vielem Gerede und Gelaber pendelte ich ins Liedermacher-Zelt, um mir Tom Mess anzuschauen, der mit Wandergitarre auftrat, dabei aber nicht peinlich wurde. Es nieselte und regnete abwechselnd, und ich hatte schon die Befürchtung, das Festival fiele ins Wasser.
Das Wetter hielt sich, und später guckte ich bei Ende/Aus ins Musik-Zelt. Es war der erste Auftritt der Karlsruher Hardcore-Band: mächtiges Gebretter mit einem Sänger, der sich die Kehle aus dem Leib brüllte; war echt klasse.
Die nächsten Bands verpaßte ich wegen Bier und veganen Schnitzeln komplett. Das Vegan-Futter war lecker, verpaßte mir aber im Verlauf des Abends noch fiese Fürze. Mannomann. Meine zweite Lesung ging aber gut vorüber; immerhin hatten sich diesmal gut zwei Dutzend Leute eingefunden.
Von Trainwreck und Shipwreck A.D. bekam ich genug mit, um zu erkennen, daß es ziemlich metallischer Hardcore war. Die Belgier von Rise And Fall lieferten die Art von trockenem Hardcore, für die das Land bei mir langsam bekannt ist; auf die Dauer zu langweilig.
Immerhin war's jetzt so voll, daß die üblichen Spacken für ihre »Moves« kaum noch Platz hatten; vor dem Zelt übten einige supercoole Jugendliche aber die neuesten Hardcore-Tanzschritte ein. (Nein, das ist jetzt keine Satire. Ich dachte auch, ich traute meinen Augen nicht.)
Den Abschluß eines Konzerttages, von dem ich zwei Drittel komplett verlabert hatte, bildeten Have Heart, bei denen das Zelt buchstäblich kochte. Massenpogo und eine Flut von Stagedivern sorgte für heftige Stimmung. Die Band strotzte nicht vor Originalität, brachte aber schon die Energie rüber, die in den 90er Jahren von Bands wie Madball oder Sick Of It All verkörpert worden war.
Alles in allem ein schönes Festival
Als ich ankam, hatte ich bereits die Karlsruher Bands The Equal Men und Ende Oktober verpaßt; das ist peinlich, weil das waren so ziemlich die einzigen Bands, die ich kannte. Ich lungerte im Merchandising-Zelt herum, futterte vegane Muffins und trank Bier, so daß ich mittags um 16 Uhr schon leicht bedröppelt war.
Idealer Zustand für meine erste Lesung im »Liedermacher-Zelt«: Anfangs saß ich dort mit drei Leuten, gegen Ende waren's trotz tropischer Hitze 15 Leute, die sich eine Kurzgeschichte und einmal »Maschinengewehr, sing!« anhörten.
Danach schaute ich mir im großen Zelt die Band The Haverbrook Disaster an: Sehr junge Leute auf der Bühne fabrizierten ein metallisches Hardcore-Brett. Vor der Bühne gab es einen Freiraum von acht auf acht Metern, in dem sich alle fünf Minuten für vielleicht 20, 30 Sekunden eine Gruppe von vier, fünf Typen tummelte. Die Burschen führten die neuesten »Hardcore-Moves« vor, Kampfsport- und Kickbox-Einlagen inklusive. Nun denn ...
Nach vielem Gerede und Gelaber pendelte ich ins Liedermacher-Zelt, um mir Tom Mess anzuschauen, der mit Wandergitarre auftrat, dabei aber nicht peinlich wurde. Es nieselte und regnete abwechselnd, und ich hatte schon die Befürchtung, das Festival fiele ins Wasser.
Das Wetter hielt sich, und später guckte ich bei Ende/Aus ins Musik-Zelt. Es war der erste Auftritt der Karlsruher Hardcore-Band: mächtiges Gebretter mit einem Sänger, der sich die Kehle aus dem Leib brüllte; war echt klasse.
Die nächsten Bands verpaßte ich wegen Bier und veganen Schnitzeln komplett. Das Vegan-Futter war lecker, verpaßte mir aber im Verlauf des Abends noch fiese Fürze. Mannomann. Meine zweite Lesung ging aber gut vorüber; immerhin hatten sich diesmal gut zwei Dutzend Leute eingefunden.
Von Trainwreck und Shipwreck A.D. bekam ich genug mit, um zu erkennen, daß es ziemlich metallischer Hardcore war. Die Belgier von Rise And Fall lieferten die Art von trockenem Hardcore, für die das Land bei mir langsam bekannt ist; auf die Dauer zu langweilig.
Immerhin war's jetzt so voll, daß die üblichen Spacken für ihre »Moves« kaum noch Platz hatten; vor dem Zelt übten einige supercoole Jugendliche aber die neuesten Hardcore-Tanzschritte ein. (Nein, das ist jetzt keine Satire. Ich dachte auch, ich traute meinen Augen nicht.)
Den Abschluß eines Konzerttages, von dem ich zwei Drittel komplett verlabert hatte, bildeten Have Heart, bei denen das Zelt buchstäblich kochte. Massenpogo und eine Flut von Stagedivern sorgte für heftige Stimmung. Die Band strotzte nicht vor Originalität, brachte aber schon die Energie rüber, die in den 90er Jahren von Bands wie Madball oder Sick Of It All verkörpert worden war.
Alles in allem ein schönes Festival
26 Juni 2009
Prominente Tote
Michael Jackson ist gestorben. Und der Tod des »King of Pop« erschüttert jetzt die Welt. So sehr, daß in den Medien sogar die erschütternden Ereignisse im Iran von den Titeln und Anfängen verdrängt werden.
Ich will den Mann posthum gar nicht schlecht machen. Wenngleich ich seine Musik nie mochte, kann ich Stücke wie »Thriller« oder »Billy Jean« sofort-sogleich mitpfeifen. Wobei »Billy Jean« in der Version der Punk-Band The Bates eh besser klang. (Apropos: Ist deren Sänger nicht letztes oder vorletztes Jahr gestorben?)
Ganz ehrlich: Mich hat der Tod von Pedder Theumer stärker getroffen. Der Sänger der klassischen Deutschpunk-Band Daily Terror ist kürzlich im Alter von 53 Jahren gestorben. In den 80er Jahren gehörten Stücke wie »Der Countdown läuft« zu den großen Feten-Klassikern; natürlich hat unsereins den Text auch ernst gemeint.
Daß die Band in den 90er Jahren und danach nichts relevantes mehr auf die Reihe bekommen hat, ist unbestritten - das teilt sie mit Michael Jackson. Zu meiner Sozialisation gehören irgendwie beide musikalische Seiten ...
Ich will den Mann posthum gar nicht schlecht machen. Wenngleich ich seine Musik nie mochte, kann ich Stücke wie »Thriller« oder »Billy Jean« sofort-sogleich mitpfeifen. Wobei »Billy Jean« in der Version der Punk-Band The Bates eh besser klang. (Apropos: Ist deren Sänger nicht letztes oder vorletztes Jahr gestorben?)
Ganz ehrlich: Mich hat der Tod von Pedder Theumer stärker getroffen. Der Sänger der klassischen Deutschpunk-Band Daily Terror ist kürzlich im Alter von 53 Jahren gestorben. In den 80er Jahren gehörten Stücke wie »Der Countdown läuft« zu den großen Feten-Klassikern; natürlich hat unsereins den Text auch ernst gemeint.
Daß die Band in den 90er Jahren und danach nichts relevantes mehr auf die Reihe bekommen hat, ist unbestritten - das teilt sie mit Michael Jackson. Zu meiner Sozialisation gehören irgendwie beide musikalische Seiten ...
