30 März 2012

Punks in der Romanheft-Zukunft


In den 80er-Jahren waren Punks gerne die »bösen Buben«, vor allem wenn es um ihre Darstellung in der Populärkultur ging. Wir erinnern uns an die lustigen Punks in »American Werewolf«, an die Deppen in »Star Trek« - bei dieser Zeitreisegeschichte -, an den debilen Straßenräuber in »Crocodile Dundee« sowie an zahlreiche weitere Ausfälle.

Seit Punk für die meisten Menschen mittlerweile so tot ist, dass man ihn nicht mal mehr totsagen muss, sind solche Begleiterscheinungen eher selten geworden. Aber der gute alte Heftroman, der gibt noch nicht auf. Und so freue ich mich ganz besonders über den Roman »Paris - verbotene Stadt«, den die Kollegen von »Maddrax« als Nummer 319 veröffentlicht haben.

Auf dem Cover sind drei wunderbar gestylte Irokesen zu sehen. Der Mann mit dem roten Iro hat ein Ramones-T-Shirt an, trägt einen Misfits- sowie einen Exploited-Aufnäher, was alles nicht so richtig zusammenpasst. Der im Hintergrund stehende Herr mit dem blauen Iro trägt ziemlich verwaschene Aufnäher, die alle nach Anarcho- oder Crustpunk aussehen.

Im Text tragen die französischen Punks dann - ich zitiere - »rote und grellblaue Haarkämme, rot und blau bemalte Fingernägel, Stiefel, Sonnenbrillen und Waffenkolben«. Ein junger Mann, der mit »hartem deutschen Akzent« spricht, hat »gelb-schwarzes Haar«. Irgendwie finde ich das sehr-sehr witzig.

Kommentare:

Stefan Gaffory hat gesagt…

Einer meiner Favoriten ist ein Film namens "Punk Vacation" mit dem Untertitel "Ferien nach Punker- Art... das bedeutet Terror, Mord und Vergewaltigung". Irgendwie ging mir zu meiner Punkzeit aber der Humor dafür ab. Daß der Iropunk auf dem Cover aber ein zerissenes "Delicious Vinyl"- (ein HipHop- Label)T- Shirt trägt, finde ich schon wieder niedlich... und zeugt von großer Szenekenntnis der Filmemacher.

Bernd hat gesagt…

Mir scheint, bei dir macht sich eine gewisse Altersmilde bemerkbar. :-)
Punks im Misfits T-Shirt, die dazu Ramones- und Exploited-Aufnäher bzw. -Buttons tragen, habe ich aber auch schon im richtigen Leben gesehen. Und es gibt mit Sicherheit so manche Metal-Kutte, auf der diese drei Bands einträchtig nebeneinander prangen. (Neben fünf Dutzend anderen Aufnähern.)
An die Punks in American Werewolf kann ich mich übrigens gar nicht mehr erinnern, wird Zeit das ich die DVD mal wieder einwerfe.
Dafür hast du in deiner Aufzählung "Die Klasse von 1984" vergessen. Ist aus meiner Erinnerung heraus der erste Film, der Punks als Bösewichter aufgebaut hat.

Bernd hat gesagt…

Zu American Werwolf:
Die Szene in der U-Bahn – wie konnte ich die nur vergessen?
Naja, ich fand schon damals, dass sich da eigentlich nur der Grimassen schneidende Hauptdarsteller zum Idioten macht. Die Punks knutschen schließlich nur herum. :-)
Eventuell hat sich John Landis sogar etwas bei dieser Szene gedacht, schließlich steht der Titelheld einige Tage später (nur mit einem Damenmantel bekleidet) in einer Warteschlange und wird wegen seines ungewöhnlichen Aufzuges von anderen Reisenden schief angesehen. Aber wahrscheinlich ist diese Doppeldeutigkeit schon überinterpretiert.
Vermutlich galten Punks damals nur einfach als Erscheinung, die für London so typisch war, wie der Wachwechsel der königlichen Garden oder wallender Nebel im Hafen. Sieht man sich das Making-Of an, stellt man fest, dass der normale Mittzwanziger damals noch die Haare bis zum Ohrläppchen oder länger getragen hat.