Die ENPUNKT-Radiosendung am Sonntag, 6. Februar 2011, stand ganz im Zeichen des italienischen Punkrocks. Da gibt es viele gute Bands, und über die spreche ich gern.
Sehr poppig waren The New Story, eher in die Folk-Richtung tendierten die Modena City Ramblers. Und wer Ska mochte, war mit der Frauenband Tremende sicher sehr gut bedient.
Klassischen Streetpunk mit vielen Chören und Straßenschlachten-Begeisterung lieferten auch in dieser Sendung die modernen Klassiker Los Fastidios und Klasse Kriminale – bei denen kann ich nie etwas falsch machen. Wobei die Mixtur aus Zirkusmusik, Punkrock und Ska, die von Talco kommt, auch ziemlich gelungen ist.
Gegen Ende ging's in die Retroecke: Mess Mess Mess sehen nicht nur so aus, sondern klingen auch wie englische Punks von 1982. Und Reazione sehen nicht nur so aus, sondern klingen auch so wie britische Skinheads von 1982. Guter Kontrast!
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
07 Februar 2011
06 Februar 2011
Seltsame Empfindung
Beim Aufräumen von Bildern, die ich im Nachlass meiner Eltern gefunden habe, fiel mir ein Bild in die Hand, das meine Mutter im Jahr 1950 zeigt. Da war sie 20 Jahre alt, einige Jahre vor der Hochzeit und bereits mit meinem Vater »liiert«. Auf dem Bild erkannte ich sie kaum wieder, in meiner Erinnerung ist schließlich auch keine junge Frau, sondern die 76 Jahre alte Frau, als die ich sie zuletzt erlebte.
Es ist ein professionelles Foto, wie es aussieht, ordentlich ausgelichtet und mit einem großen Krug im Hintergrund, der wohl zur Dekoration diente. Sie lächelt auf dem Bild, aber es ist ein eher verlegenes Lächeln; 1950 wurde man noch nicht so oft abgelichtet.
Die Kleidung ist schlicht, fast ärmlich. Eleganz konnten sich arme Leute kurz nach dem Krieg nicht leisten. Wenn ich das Bild anschaue, werde ich jetzt immer traurig: Sie hat ihr Leben lang eigentlich nur gearbeitet, zu einem bisschen Luxus musste man sie fast schon zwingen. Und dann starb sie viel zu früh.
Es ist ein professionelles Foto, wie es aussieht, ordentlich ausgelichtet und mit einem großen Krug im Hintergrund, der wohl zur Dekoration diente. Sie lächelt auf dem Bild, aber es ist ein eher verlegenes Lächeln; 1950 wurde man noch nicht so oft abgelichtet.
Die Kleidung ist schlicht, fast ärmlich. Eleganz konnten sich arme Leute kurz nach dem Krieg nicht leisten. Wenn ich das Bild anschaue, werde ich jetzt immer traurig: Sie hat ihr Leben lang eigentlich nur gearbeitet, zu einem bisschen Luxus musste man sie fast schon zwingen. Und dann starb sie viel zu früh.
05 Februar 2011
Skurrile Diskussion
»Ich verstehe mich als linksradikal«, sagte der Mann neben mir an der Theke. Wir waren in ein Gespräch über Politik und Gesellschaft gerutscht, und ich hatte ihm erzählt, dass mir persönliche Freiheit sehr wichtig sei, dass ich unbedingt den Individualismus verteidigen würde und dass ich trotzdem ein Gemeinschaftsgefühl für wichtig hielte. Das eine schließe das andere nicht aus.
Der Mann neben mir sah das andere. Wenn es nach ihm ginge, so argumentierte er, könnte auch eine Diktatur das Land regieren. »Hauptsache, die Diktatur ist so, dass sie meine Meinung vertritt.«
Ich versuchte es noch eine Weile, aber gab es dann auf. Den Rest des Gespräches verbrachte ich damit, Witze zu reißen und über die DDR zu lästern. Er fühlte sich irgendwann verarscht.
Wenn ich das richtig sehe, sind politische Diskussionen mit mir kein Spaß. Der gute Mann tat mir dann fast schon leid ...
Der Mann neben mir sah das andere. Wenn es nach ihm ginge, so argumentierte er, könnte auch eine Diktatur das Land regieren. »Hauptsache, die Diktatur ist so, dass sie meine Meinung vertritt.«
Ich versuchte es noch eine Weile, aber gab es dann auf. Den Rest des Gespräches verbrachte ich damit, Witze zu reißen und über die DDR zu lästern. Er fühlte sich irgendwann verarscht.
Wenn ich das richtig sehe, sind politische Diskussionen mit mir kein Spaß. Der gute Mann tat mir dann fast schon leid ...
04 Februar 2011
SF-Deppen und die Politik
1979 begannen meine Kontakte zur Science-Fiction-Szene, in der ich mich jahrzehntelang sehr wohl fühlte und es häufig heute noch tue. Allerdings fiel mit im Lauf der letzten Jahre immer stärker auf, wie spießig, wie konservativ und wie ekelhaft zugleich viele Leute in dieser Szene sind.
Wer das nicht glaubt, besuche beispielsweise Seiten wie das SF-Netzwerk und begutachte dort einige der Diskussionen. Ich mache das selten, bin dann aber meist sprachlos angesichts der geballten Mischung aus Einbildung (die meisten glauben, richtig viel Ahnung zu haben und deshalb etwas »besseres« zu sein) und Unkenntnis (wie es in Verlagen zugeht, können sich beispielsweise Hobbyschriftsteller nicht vorstellen).
Zuletzt fiel mir das wieder auf, als der »Fandom Observer« eine wunderbare Ausgabe veröffentlichte. Diese wurde in den einschlägigen Foren diskutiert, und da ich über den »FO« positiv schrieb und in diesem auch zitiert wurde, finde ich mich indirekt in irgendwelchen Auseinandersetzungen einiger Gralshüter der Science-Fiction-Szene wieder.
Und natürlich haben einige dieser Leute nichts anderes zu tun, als mir dann die Kommentarspalte meines Blogs zuzuschmieren. Macht nichts, das kann ich stets sofort löschen. Das machen diese Leute immer schön anonym, damit man ihnen nichts nachweisen kann.
Besonders schick ein Eintrag von dieser Woche: »"links" und "antifaschistisch" passt ja wohl nicht zusammen. Die Linken&Rechten sind gemeinsam Faschisten.« Genauso schrieb es jemand, und ich habe diesen Kommentar nicht freigeschaltet.
Dabei will ich jetzt gar nicht in eine Extremismus-Diskussion einsteigen. Ich habe einige Standpunkte, und das genügt. (Kommunisten finde ich lästig, und von ihnen will ich sicher nicht regiert werden. Mit Salonfaschisten à la Sarrazin diskutiere ich nicht. Nazis sind einfach indiskutabel, und notfalls müssen sie mit sportlichen Mitteln in ihre Schranken verwiesen werden.)
Für den anonymen Feigling sei dennoch zusammengefasst: Dass ich mich als »antifaschistisch« verstehe, heißt noch lange nicht, dass ich auch »links« bin. Aber wahrscheinlich überschreitet eine solche Logik die Hirnkapazität mancher selbsternannter Science-Fiction-Experten.
Wer das nicht glaubt, besuche beispielsweise Seiten wie das SF-Netzwerk und begutachte dort einige der Diskussionen. Ich mache das selten, bin dann aber meist sprachlos angesichts der geballten Mischung aus Einbildung (die meisten glauben, richtig viel Ahnung zu haben und deshalb etwas »besseres« zu sein) und Unkenntnis (wie es in Verlagen zugeht, können sich beispielsweise Hobbyschriftsteller nicht vorstellen).
Zuletzt fiel mir das wieder auf, als der »Fandom Observer« eine wunderbare Ausgabe veröffentlichte. Diese wurde in den einschlägigen Foren diskutiert, und da ich über den »FO« positiv schrieb und in diesem auch zitiert wurde, finde ich mich indirekt in irgendwelchen Auseinandersetzungen einiger Gralshüter der Science-Fiction-Szene wieder.
Und natürlich haben einige dieser Leute nichts anderes zu tun, als mir dann die Kommentarspalte meines Blogs zuzuschmieren. Macht nichts, das kann ich stets sofort löschen. Das machen diese Leute immer schön anonym, damit man ihnen nichts nachweisen kann.
Besonders schick ein Eintrag von dieser Woche: »"links" und "antifaschistisch" passt ja wohl nicht zusammen. Die Linken&Rechten sind gemeinsam Faschisten.« Genauso schrieb es jemand, und ich habe diesen Kommentar nicht freigeschaltet.
Dabei will ich jetzt gar nicht in eine Extremismus-Diskussion einsteigen. Ich habe einige Standpunkte, und das genügt. (Kommunisten finde ich lästig, und von ihnen will ich sicher nicht regiert werden. Mit Salonfaschisten à la Sarrazin diskutiere ich nicht. Nazis sind einfach indiskutabel, und notfalls müssen sie mit sportlichen Mitteln in ihre Schranken verwiesen werden.)
Für den anonymen Feigling sei dennoch zusammengefasst: Dass ich mich als »antifaschistisch« verstehe, heißt noch lange nicht, dass ich auch »links« bin. Aber wahrscheinlich überschreitet eine solche Logik die Hirnkapazität mancher selbsternannter Science-Fiction-Experten.
03 Februar 2011
Im Zug nach Köln
Der Mann setzt sich neben mich in die Sitzreihe. Ich schaue kurz auf, widme mich dann wieder dem Manuskript, in dem ich lese. Auf der Fahrt von Karlsruhe nach Köln sind es genau zwei Stunden, in denen ich eigentlich meine Ruhe haben möchte.
Der Mann, vielleicht in meinem Alter, zückt sein Handy. »Ich konnte vorher nicht reden«, fängt er laut an. »Da saß ich in einem normalen Abteil, mit fünf Leuten, die alle gelesen haben.« Er lacht leise. »Na ja, und die konnte ich ja nicht stören. Aber jetzt sitze ich im Großraumabteil, und da geht es.«
Ich überlege kurz, ob ich niemand sei. Er telefoniert ununterbrochen, gut eine Stunde lang. Es sind Nichtigkeiten, sofern ich das richtig mitbekomme. Denn glücklicherweise kann ich ihn gut ausblenden ...
Manno.
Der Mann, vielleicht in meinem Alter, zückt sein Handy. »Ich konnte vorher nicht reden«, fängt er laut an. »Da saß ich in einem normalen Abteil, mit fünf Leuten, die alle gelesen haben.« Er lacht leise. »Na ja, und die konnte ich ja nicht stören. Aber jetzt sitze ich im Großraumabteil, und da geht es.«
Ich überlege kurz, ob ich niemand sei. Er telefoniert ununterbrochen, gut eine Stunde lang. Es sind Nichtigkeiten, sofern ich das richtig mitbekomme. Denn glücklicherweise kann ich ihn gut ausblenden ...
Manno.
02 Februar 2011
Seltsame Zeitreise in den Jaguar-Club
Noch nie in meinem Leben war ich in Herford. In den 80er Jahren kam von dort das coole Fanzine »Sun Over Herford«, aber sonst weiß ich nichts über die Stadt. Doch dann schenkte mir Werner Fuchs, der Chef von Fantasy Productions, ein Buch über die 60er-Jahre, zumindest über die 60er-Jahre, wie sie in dieser Stadt abliefen.
Es gab einen Musik-Club in der Stadt, den »Jaguar-Club«. Der Name ist leicht bescheuert, aber das war Mitte der 60er Jahre wohl so üblich. Die ehemalige Chefin des Clubs, Carola Frauli, verfasste das Fotobuch »Musikszene der 60er/70er Jahre«, das ich mit großem Vergnügen gelesen und angehört habe; dem Buch liegt auch eine CD bei.
Rein schriftstellerisch oder journalistisch ist das großformatige Buch kein Highlight. Es lebt von der Zusammenstellung kurzer Notizen sowie den Fotos, und ich bin sicher, dass alte Herforder das Buch mit glänzenden Augen durchblättern.
Für mich, der ich diese Zeit als kleines Kind erlebt habe und Herford nicht kenne, stellt sich keine Erinnerung ein, nicht die geringste. Aber das Buch ist auf seine Art cool, denn es gibt einen schönen Einblick in eine Zeit, in der noch vieles möglich schien. Und durch seine Jeans-Optik sowie die nostalgischen Fotos ist es ebenfalls ziemlich gelungen.
Wo man es kaufen kann? Keine Ahnung. Wahrscheinlich in ausgewählten Fachgeschäften in Herford und den umliegenden Weltstädten.
Es gab einen Musik-Club in der Stadt, den »Jaguar-Club«. Der Name ist leicht bescheuert, aber das war Mitte der 60er Jahre wohl so üblich. Die ehemalige Chefin des Clubs, Carola Frauli, verfasste das Fotobuch »Musikszene der 60er/70er Jahre«, das ich mit großem Vergnügen gelesen und angehört habe; dem Buch liegt auch eine CD bei.
Rein schriftstellerisch oder journalistisch ist das großformatige Buch kein Highlight. Es lebt von der Zusammenstellung kurzer Notizen sowie den Fotos, und ich bin sicher, dass alte Herforder das Buch mit glänzenden Augen durchblättern.
Für mich, der ich diese Zeit als kleines Kind erlebt habe und Herford nicht kenne, stellt sich keine Erinnerung ein, nicht die geringste. Aber das Buch ist auf seine Art cool, denn es gibt einen schönen Einblick in eine Zeit, in der noch vieles möglich schien. Und durch seine Jeans-Optik sowie die nostalgischen Fotos ist es ebenfalls ziemlich gelungen.
Wo man es kaufen kann? Keine Ahnung. Wahrscheinlich in ausgewählten Fachgeschäften in Herford und den umliegenden Weltstädten.
01 Februar 2011
Ein überflüssiges Sachbuch
Als ich zum ersten Mal davon hörte, hielt ich es für eine gute Idee: In seinem eigenen Verlag p.machinery wollte Michael Haitel ein Sachbuch über PERRY RHODAN veröffentlichen. Es sollte innerhalb der Reihe »andro SF« erscheinen, sogar als erster Band dieser Reihe, und es sollte sich auf den Jubiläumsband 2500 beziehen.
Ich bin erst während meines einwöchigen »Urlaubs« dazu gekommen, mir das Buch genauer anzuschauen. Die letzten eineinhalb Jahre lag es in einem Stapel und wurde nicht gewürdigt; jetzt steht es im Regal, und ich fürchte, dass ich es dort die nächsten Jahre auch kaum anschauen werde.
Es ist nämlich kein gutes Buch, nein, es ist sogar ein überflüssiges Werk. Dabei sieht es gut und professionell aus: schickes Cover, sauberes Layout, ein sehr ordentliches Werk also. Bei 25,90 für 463 Taschenbuchseiten kann man das tatsächlich erwarten; der hohe Preis kommt von der niedrigen Auflage.
Neben kürzeren Texten von Hermann Ritter und Frank Gerigk, die eher satirischen Charakter haben, enthält das Buch vor allem Texte von Dr. Robert Hector. Der Mann ist klug und gebildet, und er ist PERRY RHODAN-Fan. Es fehlt ihm allerdings die Distanz zur Serie, in seiner Kritik ist er fannisch verbissen und wirkt humorlos.
Seitenweise werden die PERRY RHODAN-Zyklen nacherzählt, werden relevante Figuren erwähnt und Zusammenhänge zwischen der Wissenschaft und der Serie hergestellt. Das alles kann man anderswo lesen, etwa in den wunderbaren »Zeitraffer«-Bänden des SF-Clubs Universum, allerdings bekommt man dort nicht die permanenten Einwürfe des Autors mitgeliefert ...
Ach, ich muss das Buch nicht so ausführlich würdigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand wirklich lesen wird. Wer sich für PERRY RHODAN-Inhalte interessiert, bekommt im Netz oder im »Zeitraffer« wesentlich besseres Material; wer Tratsch und Klatsch mag, schaut in die einschlägigen Diskussionsforen.
Es bleibt ein Sachbuch, das keiner braucht und das auch inhaltlich schlecht ist. (Kapitel, die ich genauer gelesen habe, enthalten haufenweise Fehler; wenn's beispielsweise um Verlagsinterna geht, von denen der Autor keine Ahnung hat.) Wer's trotzdem mag, kann es sich ja über Amazon.de oder sonstwie übers Internet bestellen. Man ärgert sich bei der Lektüre nicht sooo sehr ...
Ich bin erst während meines einwöchigen »Urlaubs« dazu gekommen, mir das Buch genauer anzuschauen. Die letzten eineinhalb Jahre lag es in einem Stapel und wurde nicht gewürdigt; jetzt steht es im Regal, und ich fürchte, dass ich es dort die nächsten Jahre auch kaum anschauen werde.
Es ist nämlich kein gutes Buch, nein, es ist sogar ein überflüssiges Werk. Dabei sieht es gut und professionell aus: schickes Cover, sauberes Layout, ein sehr ordentliches Werk also. Bei 25,90 für 463 Taschenbuchseiten kann man das tatsächlich erwarten; der hohe Preis kommt von der niedrigen Auflage.
Neben kürzeren Texten von Hermann Ritter und Frank Gerigk, die eher satirischen Charakter haben, enthält das Buch vor allem Texte von Dr. Robert Hector. Der Mann ist klug und gebildet, und er ist PERRY RHODAN-Fan. Es fehlt ihm allerdings die Distanz zur Serie, in seiner Kritik ist er fannisch verbissen und wirkt humorlos.
Seitenweise werden die PERRY RHODAN-Zyklen nacherzählt, werden relevante Figuren erwähnt und Zusammenhänge zwischen der Wissenschaft und der Serie hergestellt. Das alles kann man anderswo lesen, etwa in den wunderbaren »Zeitraffer«-Bänden des SF-Clubs Universum, allerdings bekommt man dort nicht die permanenten Einwürfe des Autors mitgeliefert ...
Ach, ich muss das Buch nicht so ausführlich würdigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand wirklich lesen wird. Wer sich für PERRY RHODAN-Inhalte interessiert, bekommt im Netz oder im »Zeitraffer« wesentlich besseres Material; wer Tratsch und Klatsch mag, schaut in die einschlägigen Diskussionsforen.
Es bleibt ein Sachbuch, das keiner braucht und das auch inhaltlich schlecht ist. (Kapitel, die ich genauer gelesen habe, enthalten haufenweise Fehler; wenn's beispielsweise um Verlagsinterna geht, von denen der Autor keine Ahnung hat.) Wer's trotzdem mag, kann es sich ja über Amazon.de oder sonstwie übers Internet bestellen. Man ärgert sich bei der Lektüre nicht sooo sehr ...
31 Januar 2011
Halbwegs neue Platten
Das Thema meiner Radiosendung am Sonntag abend, 30. Januar 2011, war bewusst schwammig. »Halbwegs neue« Punkrock- und Hardcore-Platten aus Deutschland wollte ich spielen, und das schaffte ich dann auch. Wie immer lief das ganze im Querfunk, dem Freien Radio in Karlsruhe.
Wobei ich gleich mit den Spermbirds ein klassisches Schwergewicht ins Gefecht führen konnte – die alten Herren sind immer noch klasse. Metallischen Hardcore gab's von Destiny Programm aus Husum, rockigen Punkrock von den Typhoon Motor Dudes aus Kiel.
Deutschpunkig wurde es mit den Fro-Tee Slips aus Flensburg und Pascow aus dem Saarland, wobei die Flensburger mit ihrer neuen Platte unerwartet gut abschnitten. Ebenfalls deutschsprachig sind Balboa Burnout aus Göttingen, die ich gern spielte.
Als Abschluss spielte ich übrigens einen Liedermachen, allerdings einen mit Punkrock-Hintergrund. Gemeint ist Johnny Freedom aus Berlin, dessen schrabbeligen Sound ich bei jedem Anhören gelungener finde.
Wobei ich gleich mit den Spermbirds ein klassisches Schwergewicht ins Gefecht führen konnte – die alten Herren sind immer noch klasse. Metallischen Hardcore gab's von Destiny Programm aus Husum, rockigen Punkrock von den Typhoon Motor Dudes aus Kiel.
Deutschpunkig wurde es mit den Fro-Tee Slips aus Flensburg und Pascow aus dem Saarland, wobei die Flensburger mit ihrer neuen Platte unerwartet gut abschnitten. Ebenfalls deutschsprachig sind Balboa Burnout aus Göttingen, die ich gern spielte.
Als Abschluss spielte ich übrigens einen Liedermachen, allerdings einen mit Punkrock-Hintergrund. Gemeint ist Johnny Freedom aus Berlin, dessen schrabbeligen Sound ich bei jedem Anhören gelungener finde.
30 Januar 2011
Grüne Hornisse
Es war sicher nicht der klügste und innovativste Film des Jahres, aber wir unterhielten uns bestens: Am Samstag abend schauten wir uns »Green Hornet« an, die aktuelle Comic-Verfilmung aus den USA. Die Drei-D-Version, die wir anguckten, war allerdings ziemlich überflüssig: Sieht man von einigen toll gemachten Explosionen ab, bei denen Zeugs auf die Zuschauer zuflog, erwies sich »3D« wieder ainmal nur als unnötige Effekthascherei.
Egal, der ganze Film bestand ja aus Effekthascherei. Reicher Erbe eines Pressehauses will Verbrecher bekämpfen, mithilfe seines chinesischen Kumpels tritt er als Grüne Hornisse auf und nimmt den Kampf gegen einen Unterweltboss auf. Klingt blöd, ist eigentlich auch blöd.
Der Film funktioniert trotzdem, weil er sich nicht ernst nimmt. Der eigentliche Held ist ein ziemlicher Trottel, großmäulig noch dazu, und sein Diener, Chauffeur und Kumpel ist derjenige, der die Hauptarbeit erledigt. Dazu kommt noch Cameron Diaz als umwerfende Sekretärin – und fertig ist ein Trio, von dem man in der Zukunft sicher weitere Streifen sehen wird.
Ich fand den Endkampf in der Druckerei und im Verlag ziemlich klasse. Die Pyrotechniker hatten sicher einen riesigen Spaß dabei, ein Verlagshaus in Schutt und Asche zu legen ...
Alles in allem ein unterhaltsamer Spaß, der nur im Kino funktionieren dürfte. Auf DVD und Fernsehbildschirmgröße dürfte der Film sehr schnell auf das Normalmaß zusammenschrumpfen – auf einer Großleinwand kriegt man das »Boah ey«-Gefühl immer noch gut genug hin.
Ein Film, den man nicht gesehen haben muss und der auch schwächer ist als der durchaus vergleichbare »Iron Man«. Ein Film aber, bei dem ich mich bombig amüsiert habe.
Egal, der ganze Film bestand ja aus Effekthascherei. Reicher Erbe eines Pressehauses will Verbrecher bekämpfen, mithilfe seines chinesischen Kumpels tritt er als Grüne Hornisse auf und nimmt den Kampf gegen einen Unterweltboss auf. Klingt blöd, ist eigentlich auch blöd.
Der Film funktioniert trotzdem, weil er sich nicht ernst nimmt. Der eigentliche Held ist ein ziemlicher Trottel, großmäulig noch dazu, und sein Diener, Chauffeur und Kumpel ist derjenige, der die Hauptarbeit erledigt. Dazu kommt noch Cameron Diaz als umwerfende Sekretärin – und fertig ist ein Trio, von dem man in der Zukunft sicher weitere Streifen sehen wird.
Ich fand den Endkampf in der Druckerei und im Verlag ziemlich klasse. Die Pyrotechniker hatten sicher einen riesigen Spaß dabei, ein Verlagshaus in Schutt und Asche zu legen ...
Alles in allem ein unterhaltsamer Spaß, der nur im Kino funktionieren dürfte. Auf DVD und Fernsehbildschirmgröße dürfte der Film sehr schnell auf das Normalmaß zusammenschrumpfen – auf einer Großleinwand kriegt man das »Boah ey«-Gefühl immer noch gut genug hin.
Ein Film, den man nicht gesehen haben muss und der auch schwächer ist als der durchaus vergleichbare »Iron Man«. Ein Film aber, bei dem ich mich bombig amüsiert habe.
29 Januar 2011
Balboa Burnout im Ohr
Seit 2007 gibt es die Band Balboa Burnout; die fünf Burschen kommen aus Göttingen und haben teilweise schon vorher in anderen Bands gespielt. (Einigermaßen bekannt sind ja El Mariachi.) 2010 kam mit »OKHC« die erste Platte raus; sowohl als CD als auch auf Vinyl.
Das ist tatsächlich Emopunk ohne Weinerlichkeit, ziemlich rockig und mit gelungenen deutschsprachigen Texten. Schreiend originell ist das nicht, das alles hat man natürlich irgendwie und irgendwann schon einmal gehört. Aber wer beispielsweise immer gerne Duesenjaeger mochte, wird diese Band auch gern haben.
Die Texte sind manchmal sehr nachdenklich: »Manche Menschen schwirren nur an mir vorbei. Manchmal denke ich: Licht aus und Schluss.« Dann gibt es die titelgebende Hymne an den Hardcore-Punk, wo ich mir nicht sicher bin, wo die Ironie in den Ernst übergeht – und so weiter.
Schlau. Gut. Eigenwillig: Balboa Burnout kann und darf man gut finden.
Das ist tatsächlich Emopunk ohne Weinerlichkeit, ziemlich rockig und mit gelungenen deutschsprachigen Texten. Schreiend originell ist das nicht, das alles hat man natürlich irgendwie und irgendwann schon einmal gehört. Aber wer beispielsweise immer gerne Duesenjaeger mochte, wird diese Band auch gern haben.
Die Texte sind manchmal sehr nachdenklich: »Manche Menschen schwirren nur an mir vorbei. Manchmal denke ich: Licht aus und Schluss.« Dann gibt es die titelgebende Hymne an den Hardcore-Punk, wo ich mir nicht sicher bin, wo die Ironie in den Ernst übergeht – und so weiter.
Schlau. Gut. Eigenwillig: Balboa Burnout kann und darf man gut finden.
Ich fahre nach Darmstadt
Eigentlich wäre das ja keine besondere Nachricht: Ich fahre mal wieder durch die Gegend. Diesmal allerdings ist es fast wieder so etwas wie eine Lesung. »So etwas wie« ist natürlich nicht richtig - ich bin in offizieller Mission unterwegs.
Konkret: Am Samstag, 5. Februar 2011, schlage ich beim Science-Fiction-Stammtisch in Darmstadt auf. Es geht unter anderem um den bevorstehenden PERRY RHODAN-WeltCon, es geht um die PERRY RHODAN-Serie im allgemeinen, und vielleicht kann ich den einen oder anderen Satz zu allgemeinen Themen fallen lassen.
Ganz normale Dienstreise also. Der schicke Vorbericht in den »Darmstadt-News« schmeichelt mir dennoch ein bisschen.
Konkret: Am Samstag, 5. Februar 2011, schlage ich beim Science-Fiction-Stammtisch in Darmstadt auf. Es geht unter anderem um den bevorstehenden PERRY RHODAN-WeltCon, es geht um die PERRY RHODAN-Serie im allgemeinen, und vielleicht kann ich den einen oder anderen Satz zu allgemeinen Themen fallen lassen.
Ganz normale Dienstreise also. Der schicke Vorbericht in den »Darmstadt-News« schmeichelt mir dennoch ein bisschen.
28 Januar 2011
Sofakartoffeln und Revolution
In Ägypten kracht's, die Bürger gehen auf die Straße und wehren sich gegen die Staatsmacht. In Jordanien und im Jemen wird demonstriert, sicher auch bald in anderen arabischen Ländern; in Tunesien wurde die korrupte Regierung bereits weggefegt. Es herrscht ein Hauch von Perestroika.
Und ich fühle mich in gewisser Weise wie 1989: Atemlos und gebannt sitze ich daheim vor der Glotze und gucke mit großer Faszination zu, wie sich buchstäblich vor meinen Augen die Weltgeschichte entwickelt. Niemand weiß, wohin das alles gehen wird - aber es passiert enorm viel.
Dabei wird mir zum wiederholten Mal meine privilegierte Situation klar. Mein Bauch ist rund, die Heizung stiftet Wärme, ich habe ein relativ unzensiertes Internet - und so sitze ich bequem da und gucke Reality-TV, als ob es ein spannender Polit-Thriller wäre. Manchmal finde ich mich da schon selbst pervers.
Angesichts der vielen Realität kann ich die Leute gut verstehen, die das Dschungel-Camp gucken. Das sind ja dieses Jahr noch mehr als sonst; bei Twitter und Facebook scheint es zeitweise kein anderes Thema mehr zu geben. (Wer zum Teufel ist diese Sarah, von der alle reden?)
Ich bin eine Sofakartoffel, wenn es um Politik geht. Da könnte ich stundenlang zuschauen, und ich fühle mich ebenso gefesselt wie im Sommer 1989, als niemand wusste, wie sich die Situation in der damaligen DDR entwickeln würde.
Und ich fühle mich in gewisser Weise wie 1989: Atemlos und gebannt sitze ich daheim vor der Glotze und gucke mit großer Faszination zu, wie sich buchstäblich vor meinen Augen die Weltgeschichte entwickelt. Niemand weiß, wohin das alles gehen wird - aber es passiert enorm viel.
Dabei wird mir zum wiederholten Mal meine privilegierte Situation klar. Mein Bauch ist rund, die Heizung stiftet Wärme, ich habe ein relativ unzensiertes Internet - und so sitze ich bequem da und gucke Reality-TV, als ob es ein spannender Polit-Thriller wäre. Manchmal finde ich mich da schon selbst pervers.
Angesichts der vielen Realität kann ich die Leute gut verstehen, die das Dschungel-Camp gucken. Das sind ja dieses Jahr noch mehr als sonst; bei Twitter und Facebook scheint es zeitweise kein anderes Thema mehr zu geben. (Wer zum Teufel ist diese Sarah, von der alle reden?)
Ich bin eine Sofakartoffel, wenn es um Politik geht. Da könnte ich stundenlang zuschauen, und ich fühle mich ebenso gefesselt wie im Sommer 1989, als niemand wusste, wie sich die Situation in der damaligen DDR entwickeln würde.
27 Januar 2011
Reise in den Schnee
Eine Fahrt in die alte Heimat ist manchmal - nein, fast immer! - wie eine Zeitreise. So auch am heutigen Tag, an dem ich mal wieder nach Dietersweiler fuhr: vom schneefreien Karlsruhe aus, wo man sich fast wie im Frühling fühlen könnte, hoch in den Wald, der aussieht, als wollte man einen kitschigen Film drehen.
Auf der Hochfläche des Nordschwarzwalds, wo ich der Bundesstraße von Besenfeld nach Freudenstadt folgte, wirkten die Bäume und Büsche, als hätte man eine Million Tonnen von feinstem Zucker über sie gekippt. Alles weiß bestäubt, eine endlose Kette von hellen Konturen, die dürre Äste und Tannengrün gleichermaßen zudeckten.
Das einzige, was mein Bild störte, war der Himmel. Nicht die Sonne schien, sondern ein nebelgrauer Himmel bedeckte alles, und da bekam ich dann glatt noch das Gefühl, die Wolkendecke fiele mir gleich auf den Kopf.
Aber dieser Eindruck kann auch daher kommen, dass eine Reise in den Schwarzwald für mich immer eine Reise in die Vergangenheit ist. Und da wird's dann halt grauwolkentrauriggrau, also graurig.
Auf der Hochfläche des Nordschwarzwalds, wo ich der Bundesstraße von Besenfeld nach Freudenstadt folgte, wirkten die Bäume und Büsche, als hätte man eine Million Tonnen von feinstem Zucker über sie gekippt. Alles weiß bestäubt, eine endlose Kette von hellen Konturen, die dürre Äste und Tannengrün gleichermaßen zudeckten.
Das einzige, was mein Bild störte, war der Himmel. Nicht die Sonne schien, sondern ein nebelgrauer Himmel bedeckte alles, und da bekam ich dann glatt noch das Gefühl, die Wolkendecke fiele mir gleich auf den Kopf.
Aber dieser Eindruck kann auch daher kommen, dass eine Reise in den Schwarzwald für mich immer eine Reise in die Vergangenheit ist. Und da wird's dann halt grauwolkentrauriggrau, also graurig.
26 Januar 2011
Im Lobby-Café
Rückblick auf den Zypern-Trip im Herbst 2010
Unsere Ausflüge nach Ayia Napa, dem Strandstädtchen auf Zypern, führten uns fast immer ins »Lobby Café«. Dort konnte man im Freien sitzen, aber schön unter einem Sonnendach, und im Freien nervte die Musik nicht so sehr, die ansonsten aus den Lautsprechern zirpte und rummste - je nach dem.
Das Café liegt verkehrsgünstig an einer Kreuzung: Hier geht es direkt in die »Altstadt«, so dass ständig Busladungen von kulturhistorisch interessierten Menschen an uns vorbeiflanierten. Gleichzeitig hielten an der Ecke viele Taxis, was zu vielen hübschen Diskussionen und gestenreichen Unterhatltungen führte - es gab immer viel zu gucken.
Oder wir versackten in den orange-farbenen Sesseln, streckten die Füße so weit aus, wie es nur ging, schlürften Kaffee oder Erfrischungsgetränke und redeten. Oder wir hatten ein Buch zur Hand, in dem wir faul schmökerten.
Es ließ sich aushalten im »Lobby Café« in Ayia Napa. Auch wenn es nicht gerade von besonderer Relevanz war - aber das war schließlich der gesamte Urlaub nicht ...
Unsere Ausflüge nach Ayia Napa, dem Strandstädtchen auf Zypern, führten uns fast immer ins »Lobby Café«. Dort konnte man im Freien sitzen, aber schön unter einem Sonnendach, und im Freien nervte die Musik nicht so sehr, die ansonsten aus den Lautsprechern zirpte und rummste - je nach dem.
Das Café liegt verkehrsgünstig an einer Kreuzung: Hier geht es direkt in die »Altstadt«, so dass ständig Busladungen von kulturhistorisch interessierten Menschen an uns vorbeiflanierten. Gleichzeitig hielten an der Ecke viele Taxis, was zu vielen hübschen Diskussionen und gestenreichen Unterhatltungen führte - es gab immer viel zu gucken.
Oder wir versackten in den orange-farbenen Sesseln, streckten die Füße so weit aus, wie es nur ging, schlürften Kaffee oder Erfrischungsgetränke und redeten. Oder wir hatten ein Buch zur Hand, in dem wir faul schmökerten.
Es ließ sich aushalten im »Lobby Café« in Ayia Napa. Auch wenn es nicht gerade von besonderer Relevanz war - aber das war schließlich der gesamte Urlaub nicht ...
25 Januar 2011
Bummeln in Ayia Napa
Rückblick auf den Zypern-Trip im Herbst 2010
Die Küstenstadt Ayia Napa gilt als einer der touristischen »Hot Spots« von ganz Zypern. Das ist sie sicher auch, aber eben vor allem während der Hauptsaison. Wir waren glücklicherweise außerhalb jeglicher Saison auf der Insel, und so bekamen wir vom Disco-Betrieb der Stadt nichts mit.
Diskotheken sahen wir genug; sie waren geschlossen. Wir sahen englische Pubs, in denen niemand saß, und Eiscafés, die ihre Türen verschlossen hatten. Auf den Straßen waren viele grauhaarige Menschen unterwegs; von der Disco-Szene, die sich im Sommer in Ayia Napa herumtreibt, sahen wir nichts.
Das fand ich nicht schlimm, ganz und gar nicht. So konnten wir ein wenig durch die alten Gemäuer der Stadt bummeln, die langen Wege am Strand entlang genießen und in einem Café in der Nähe des Hafens der Sonne zuschauen, wie sie über die Bucht wanderte.
Direkt vor der Nase hatten wir das in der Ferne fast verschwimmende Cape Greco, und hinter dem wiederum lag unser Hotel. Das Treiben der Stadt, dezent in den Hintergrund gedrückt, war so fast erholsam.
In einem Geschäft kauften wir billige Schnorchelbrillen, die für einen Gammelurlaub dieser Güteklasse völlig ausreichend waren. Wir aßen Eis und tranken Cocktails. Und wenn die Sonne langsam sank und es kühl wurde – ab 18 Uhr immer schneller –, setzten wir uns in den Bus und fuhren von der Stadt zurück ins Hotel am Rande des Nationalparks.
Die Küstenstadt Ayia Napa gilt als einer der touristischen »Hot Spots« von ganz Zypern. Das ist sie sicher auch, aber eben vor allem während der Hauptsaison. Wir waren glücklicherweise außerhalb jeglicher Saison auf der Insel, und so bekamen wir vom Disco-Betrieb der Stadt nichts mit.
Diskotheken sahen wir genug; sie waren geschlossen. Wir sahen englische Pubs, in denen niemand saß, und Eiscafés, die ihre Türen verschlossen hatten. Auf den Straßen waren viele grauhaarige Menschen unterwegs; von der Disco-Szene, die sich im Sommer in Ayia Napa herumtreibt, sahen wir nichts.
Das fand ich nicht schlimm, ganz und gar nicht. So konnten wir ein wenig durch die alten Gemäuer der Stadt bummeln, die langen Wege am Strand entlang genießen und in einem Café in der Nähe des Hafens der Sonne zuschauen, wie sie über die Bucht wanderte.
Direkt vor der Nase hatten wir das in der Ferne fast verschwimmende Cape Greco, und hinter dem wiederum lag unser Hotel. Das Treiben der Stadt, dezent in den Hintergrund gedrückt, war so fast erholsam.
In einem Geschäft kauften wir billige Schnorchelbrillen, die für einen Gammelurlaub dieser Güteklasse völlig ausreichend waren. Wir aßen Eis und tranken Cocktails. Und wenn die Sonne langsam sank und es kühl wurde – ab 18 Uhr immer schneller –, setzten wir uns in den Bus und fuhren von der Stadt zurück ins Hotel am Rande des Nationalparks.
Ein Songwriter namens David Celia
Ich hatte von David Celia bis vor wenigen Wochen nichts gehört. Dann legte ich die CD »I Tried« in den CD-Player meines Autos ein und hörte sie zweimal durch. Das verwirrte mich, denn da waren richtig gute Stücke drauf und einige derart lahme Heuler, dass ich nicht so recht glauben wollte, das sei vom selben Musiker.
Der Mann ist Kanadier, hat in den 90er Jahren schon Musik in irgendwelchen Bands gemacht und ist seit einiger Zeit als Sänger unterwegs, Songwriter nennt man das neuerdings wieder. Mit »I Tried« gibt's schon die dritte CD von ihm.
Vor allem die ersten Stücke finde ich klasse. Das ist melodisch, das ist gelungen, da schwingen manchmal wirklich die 60es mit, also die britischen sechziger Jahre natürlich, da dudelt eine Orgelt, da wird ein bisschen auf dem Klavier geklimpert, da gibt es eine Trompete, und über alle dem gleitet die angenehme Stimme des Sängers dahin. Sehr schön!, ideale Musik für einen Abend mit einem Glas Wein und einem Buch.
In der zweiten Hälfte der CD häufen sich die lahmen Stücke. Da wird arg viel gesäuselt und »aaaahhaaaaa« gejault, das ist mir dann zu lasch und zu verspielt, zu wenig krachig. Schon klar, der Mann ist halt Songwriter, aber dann langweilt es mich irgendwann. Da überzeugt dann doch eher ein Klassiker wie Randy Newman.
Eine sehr nette Platte, die sich die Freunde ruhiger Töne anhören sollten. Mir würde die erste Hälfte reichen; wenn ich sie jetzt noch mal anhöre, läuft gewissermaßen nur noch die A-Seite.
Der Mann ist Kanadier, hat in den 90er Jahren schon Musik in irgendwelchen Bands gemacht und ist seit einiger Zeit als Sänger unterwegs, Songwriter nennt man das neuerdings wieder. Mit »I Tried« gibt's schon die dritte CD von ihm.
Vor allem die ersten Stücke finde ich klasse. Das ist melodisch, das ist gelungen, da schwingen manchmal wirklich die 60es mit, also die britischen sechziger Jahre natürlich, da dudelt eine Orgelt, da wird ein bisschen auf dem Klavier geklimpert, da gibt es eine Trompete, und über alle dem gleitet die angenehme Stimme des Sängers dahin. Sehr schön!, ideale Musik für einen Abend mit einem Glas Wein und einem Buch.
In der zweiten Hälfte der CD häufen sich die lahmen Stücke. Da wird arg viel gesäuselt und »aaaahhaaaaa« gejault, das ist mir dann zu lasch und zu verspielt, zu wenig krachig. Schon klar, der Mann ist halt Songwriter, aber dann langweilt es mich irgendwann. Da überzeugt dann doch eher ein Klassiker wie Randy Newman.
Eine sehr nette Platte, die sich die Freunde ruhiger Töne anhören sollten. Mir würde die erste Hälfte reichen; wenn ich sie jetzt noch mal anhöre, läuft gewissermaßen nur noch die A-Seite.
24 Januar 2011
Die Teninch von Never Built Ruins
Hölle und Teufel!, die Platte, die heute den ganzen Tag durch mein Büro rockt, stammt ja aus dem Jahr 2007. Wie konnte diese Hardcore-Explosion so lang an mir vorübergehen? Ich weiß schon: weil ich manchmal ignorant bin ...
Egal: Never Built Ruins aus Freiburg und Umgebung bolzen sich auf der 10"-Platte durch acht krachige Stücke, die voller Wut und Energie stecken, die aber eben nicht nur ungestüm nach vorne bolzen, sondern auch wuchtige Melodien mit sich schleppen, die einem ins Ohr krachen. Dazu ein rauher Gesang, der die englischsprachigen Texte gut zur Geltung bringt, und fertig ist eine feine Scheibe, die mich echt begeistert.
Von der Band gibt's mittlerweile auch eine richtige Langspielplatte. Die habe ich heute gleich mal bestellt. Ich brauche Nachschub!
Egal: Never Built Ruins aus Freiburg und Umgebung bolzen sich auf der 10"-Platte durch acht krachige Stücke, die voller Wut und Energie stecken, die aber eben nicht nur ungestüm nach vorne bolzen, sondern auch wuchtige Melodien mit sich schleppen, die einem ins Ohr krachen. Dazu ein rauher Gesang, der die englischsprachigen Texte gut zur Geltung bringt, und fertig ist eine feine Scheibe, die mich echt begeistert.
Von der Band gibt's mittlerweile auch eine richtige Langspielplatte. Die habe ich heute gleich mal bestellt. Ich brauche Nachschub!
Schwerst gerockt
Mein härtester Gegner am Samstag abend, 22. Januar, war die Trägheit. In einem heldenhaften Kampf überwand ich sie und eierte zu später Stunde noch in die »Alte Hackerei«. Gerade noch rechtzeitig: Die Band stand schon auf der Bühne und lärmte, der Laden war angenehm voll, ich drängelte mich durch die Menge und holte ein Bier.
Auf der Bühne tobten die Cellophane Suckers aus Köln, ein Sänger mit schrecklichem Schweinebärtchen und ein Band, die mit Vollgas durch die Stücke raste. Das war nicht unbedingt Punk, das war eher Rock, aber in Versalien geschrieben, also ROCK.
Die Band, die ich bislang unverständlicherweise nur von ihren Platten her kannte, drückte ordentlich aufs Gaspedal. Alle Stücke waren wuchtig, sie knallten durch die Bank, und trotz gelegentlichen Gitarrengewichses von maximal wenigen Sekunden Länge kam kein schleimiges Hardrock-Gefühl auf. Sagen wir's so: Bei den besten Stücken der Band klingt's sowieso eher nach Hardcore, und damit komme ich am besten klar.
Schönes Konzert, auch ein wenig schweißtreibend, obwohl ich nur ein bisschen herumhippelte. Das Bier schmeckte, ich laberte viel Unfug, und um zwei Uhr fuhr ich fröhlich nach Hause.
Warum so was wie die Cellophane Suckers immer als »Rock'n'Roll« bezeichnet wird, was ein Schreihals im Publikum nach jedem Stück lauthals artikulierte, ist mir übrigens schleierhaft. Diese Bezeichnung brachte allerdings einen Haufen von Deppen in die »Hackerei«, den ich mir eher erspart hätte: Macho-Typen mit ihren Girlies am Arm oder »cool« in der ersten Reihe stehende und Cocktails schlürfende, sich dabei ihre Handybildchen zeigende Erstsemester sowie anderes Gesindel. Ich weiß, warum ich sogenannte Rock'n'Roll-Konzerte normalerweise meide.
Auf der Bühne tobten die Cellophane Suckers aus Köln, ein Sänger mit schrecklichem Schweinebärtchen und ein Band, die mit Vollgas durch die Stücke raste. Das war nicht unbedingt Punk, das war eher Rock, aber in Versalien geschrieben, also ROCK.
Die Band, die ich bislang unverständlicherweise nur von ihren Platten her kannte, drückte ordentlich aufs Gaspedal. Alle Stücke waren wuchtig, sie knallten durch die Bank, und trotz gelegentlichen Gitarrengewichses von maximal wenigen Sekunden Länge kam kein schleimiges Hardrock-Gefühl auf. Sagen wir's so: Bei den besten Stücken der Band klingt's sowieso eher nach Hardcore, und damit komme ich am besten klar.
Schönes Konzert, auch ein wenig schweißtreibend, obwohl ich nur ein bisschen herumhippelte. Das Bier schmeckte, ich laberte viel Unfug, und um zwei Uhr fuhr ich fröhlich nach Hause.
Warum so was wie die Cellophane Suckers immer als »Rock'n'Roll« bezeichnet wird, was ein Schreihals im Publikum nach jedem Stück lauthals artikulierte, ist mir übrigens schleierhaft. Diese Bezeichnung brachte allerdings einen Haufen von Deppen in die »Hackerei«, den ich mir eher erspart hätte: Macho-Typen mit ihren Girlies am Arm oder »cool« in der ersten Reihe stehende und Cocktails schlürfende, sich dabei ihre Handybildchen zeigende Erstsemester sowie anderes Gesindel. Ich weiß, warum ich sogenannte Rock'n'Roll-Konzerte normalerweise meide.
22 Januar 2011
Interview in Philea's Blog
Ein schönes Interview (finde ich) veröffentlichte heute »Philea's Blog«. Der Blog kommt aus Karlsruhe und stammt von Petra Gust-Kazakos, die ich bei der Gemeinschaftslesung vor genau einer Woche kennen gelernt habe.
Thematisch geht es in »Klaus N. Frick zu seinen Lese- und Reisegewohnheiten« um ... na, um was wohl? Es geht ums Lesen und ums Reisen - ich habe versucht, auf die Fragen halbwegs vernünftige Antworten zu finden, und ich bin mit der Antwort sehr zufrieden.
Thematisch geht es in »Klaus N. Frick zu seinen Lese- und Reisegewohnheiten« um ... na, um was wohl? Es geht ums Lesen und ums Reisen - ich habe versucht, auf die Fragen halbwegs vernünftige Antworten zu finden, und ich bin mit der Antwort sehr zufrieden.
21 Januar 2011
Bei Horst Evers
Nachdem ich erst vor einigen Wochen den Karlstorbahnhof in Heidelberg anlässlich eines Punk-Konzerts besucht hatte, stand jetzt eine Kabarett-Mission vor der Tür: Wir schauten uns Horst Evers an, den ich bislang von seinen skurrilen Kurzgeschichten her kannte und auch mochte.
Um es kurz zu machen: Es war superlustig. Evers, der auf der Bühne auch über seine eigenen Witze lachen kann, liefert eine Mischung aus Lesung - und das ist schon witzig - und Stand-Up-Comedy. Wie der Mann seine Geschichten ansagt, wie er sich verlabert, wie er dann doch die Kurve kriegt und wie er sich in seinen eigenen Unfug hineinsteigert ... das ist sagenhaft.
Großartiges Abendprogramm, definitiv klasse. Ich lachte sehr viel, ich klatschte wie ein Besessener auch Beifall, und als nach über zweieinhalb Stunden das Programm am Ende war, fühlte ich mich richtig gut.
Kabarett tröstet auch über eine stressige Arbeitswoche hinweg, eine gute Medizin. Vor allem, wenn der verabreichende Arzt das auch noch so humorvoll rüberbringt ...
Um es kurz zu machen: Es war superlustig. Evers, der auf der Bühne auch über seine eigenen Witze lachen kann, liefert eine Mischung aus Lesung - und das ist schon witzig - und Stand-Up-Comedy. Wie der Mann seine Geschichten ansagt, wie er sich verlabert, wie er dann doch die Kurve kriegt und wie er sich in seinen eigenen Unfug hineinsteigert ... das ist sagenhaft.
Großartiges Abendprogramm, definitiv klasse. Ich lachte sehr viel, ich klatschte wie ein Besessener auch Beifall, und als nach über zweieinhalb Stunden das Programm am Ende war, fühlte ich mich richtig gut.
Kabarett tröstet auch über eine stressige Arbeitswoche hinweg, eine gute Medizin. Vor allem, wenn der verabreichende Arzt das auch noch so humorvoll rüberbringt ...
20 Januar 2011
Day By Day komplett
Man kann nicht behaupten, dass ich mit den Leuten von Day By Day dicke befreundet war. Die Band existierte von 1991 bis 1995, und wir liefen uns eben oft genug in dieser Zeit über den Weg. Ursprünglich stammten die vier Bandmitglieder aus Pforzheim, später zogen sie teilweise nach Karlsruhe, und heute wohnen sie über die halbe Republik verstreut.
Twisted Chords hat alle Aufnahmen der Band auf einer schicken LP zusammengefasst, die den Titel »Animal Abuse ... Is Nothing Bygone« trägt. Das passt: Die Band war immer im Tierschutz engagiert und sprach sich in Texten, bei Live-Auftritten und auch im persönlichen Umfeld immer für Tierschutz, für vegane Ernährung und anderes aus. (Ich wurde gelegentlich ermahnt, als Vegetarier dürfte ich doch keine Lederjacke tragen ...)
Das ist richtig geil: ruppiger Anarcho-Punk mit dem eindrucksvollen Gebrüll der Sängerin Tati, die später bei Lost World zeigen sollte, wie gut sie wirklich singen & schreien kann. Auf der Platte sind 14 Stücke aus den frühen 90er Jahren, und die kann man sich heute noch locker und gern anhören. Starke Wiederveröffentlichung!
Twisted Chords hat alle Aufnahmen der Band auf einer schicken LP zusammengefasst, die den Titel »Animal Abuse ... Is Nothing Bygone« trägt. Das passt: Die Band war immer im Tierschutz engagiert und sprach sich in Texten, bei Live-Auftritten und auch im persönlichen Umfeld immer für Tierschutz, für vegane Ernährung und anderes aus. (Ich wurde gelegentlich ermahnt, als Vegetarier dürfte ich doch keine Lederjacke tragen ...)
Das ist richtig geil: ruppiger Anarcho-Punk mit dem eindrucksvollen Gebrüll der Sängerin Tati, die später bei Lost World zeigen sollte, wie gut sie wirklich singen & schreien kann. Auf der Platte sind 14 Stücke aus den frühen 90er Jahren, und die kann man sich heute noch locker und gern anhören. Starke Wiederveröffentlichung!
Piaf in Prag
Als ich im Mai 1999 mit Robert Feldhoff in Prag war, hatte ich zwischendurch ein wenig Muße. Dabei entstand der kurze Text »Piaf wenn es regnet«, eigentlich so etwas wie ein Gedicht.
Diesen Text habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen, und ich wusste nicht einmal, dass es ihn gibt. Eine schöne Gelegenheit, ihn in diesem Blog zu präsentieren, finde ich ...
Piaf wenn es regnet
Ein Bier vor dem Schlafengehen,
und Edith Piaf im Hintergrund.
Vor den Festern glimmen die Fackeln
als Zeichen gegen den Nieselregen.
Schnelle Schritte auf nassem Asphalt,
Stöckelschuhe knallen auf Pflasterstein.
Zuckendes Kerzenlicht zerreißt die Wände
in Muster aus weiß und schwarz, blau und rot.
Die Filme in meinem halbbetäubten Gehirn
sind schwarzweiß und ohne eigenen Ton,
es gibt nur Edith Piaf im Regen
im französischen Restaurant in Prags Altstadt.
Diesen Text habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen, und ich wusste nicht einmal, dass es ihn gibt. Eine schöne Gelegenheit, ihn in diesem Blog zu präsentieren, finde ich ...
Piaf wenn es regnet
Ein Bier vor dem Schlafengehen,
und Edith Piaf im Hintergrund.
Vor den Festern glimmen die Fackeln
als Zeichen gegen den Nieselregen.
Schnelle Schritte auf nassem Asphalt,
Stöckelschuhe knallen auf Pflasterstein.
Zuckendes Kerzenlicht zerreißt die Wände
in Muster aus weiß und schwarz, blau und rot.
Die Filme in meinem halbbetäubten Gehirn
sind schwarzweiß und ohne eigenen Ton,
es gibt nur Edith Piaf im Regen
im französischen Restaurant in Prags Altstadt.
19 Januar 2011
Blöder Titel, toller Film
Wer auf die Idee kam, den Streifen »We Want Sex« zu nennen, obwohl er den hervorragenden Originaltitel »Made In Dagenham« trägt, hat zwar Ahnung von »Verkaufe«, kümmert sich aber einen Dreck um Inhalte. Trotz des Titels gingen wir gestern in den englischen Spielfilm, und trotz der fürchterlichen Sitze im Schauburg-Kino war ich hinterher völlig begeistert.
Der Streifen spielt im Jahr 1968, vor allem aber spielt er in einer Arbeitersiedlung und in einer Autofabrik des Ford-Konzerns, wo Frauen mies bezahlt werden und unter noch mieseren Bedingungen arbeiten müssen. Eines Tages werden sie aufmüpfig und beginnen mit einem Streik.
Die eigenen Männer finden das nicht witzig, das Management des Konzerns sowieso nicht. Und so wird aus einer eigentlich spontanen Geschichte eine zähe Auseinandersetzung.
Das klingt jetzt vielleicht nach einem anstrengenden Film mit viel Sozialkitsch, ist aber in Wirklichkeit ein rundum gelungener Film mit viel Emotionen, mit Herzschmerz und Tragik, mit Komik und knappen Kleidern, mit flotten Sprüchen und rasanter Musik. Wie die Hauptdarstellerin ihre Heldin spielt, die immer mehr aufdreht, das ist einfach sagenhaft.
Kein Schmarrn: Diesen Film muss man gesehen haben. Wer englische Filme wie »Ganz oder gar nicht« schätzt. wird an »We Want Sex« seine helle Freude haben. (Meine war so groß, dass ich hinterher im »Milano« das eine oder andere Bier zuviel trank.)
Der Streifen spielt im Jahr 1968, vor allem aber spielt er in einer Arbeitersiedlung und in einer Autofabrik des Ford-Konzerns, wo Frauen mies bezahlt werden und unter noch mieseren Bedingungen arbeiten müssen. Eines Tages werden sie aufmüpfig und beginnen mit einem Streik.
Die eigenen Männer finden das nicht witzig, das Management des Konzerns sowieso nicht. Und so wird aus einer eigentlich spontanen Geschichte eine zähe Auseinandersetzung.
Das klingt jetzt vielleicht nach einem anstrengenden Film mit viel Sozialkitsch, ist aber in Wirklichkeit ein rundum gelungener Film mit viel Emotionen, mit Herzschmerz und Tragik, mit Komik und knappen Kleidern, mit flotten Sprüchen und rasanter Musik. Wie die Hauptdarstellerin ihre Heldin spielt, die immer mehr aufdreht, das ist einfach sagenhaft.
Kein Schmarrn: Diesen Film muss man gesehen haben. Wer englische Filme wie »Ganz oder gar nicht« schätzt. wird an »We Want Sex« seine helle Freude haben. (Meine war so groß, dass ich hinterher im »Milano« das eine oder andere Bier zuviel trank.)
18 Januar 2011
Comics besprochen
Auf der PERRY RHODAN-Homepage finden sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Besprechungen zu Comics. Das macht mir Spaß und ist hoffentlich auch für die Leser von Interesse.
Heute gibt's darauf mal wieder einen kleinen Rückblick. Wer mag, klicke die Besprechungen an - die Comics sind durch die Bank empfehlenswert.
Unter dem Titel »Ende einer phantastischen Tauchfahrt« schrieb ich über die Science-Fiction-Trilogie »Heiligtum«. Die stammt von zwei Franzosen, ist in einem fotorealistischen Stil gehalten und hat mich sehr beeindruckt.
Die wunderbaren, neuen »Spirou«-Abenteuer standen im Zentrum von »Spirou in einer parallelen Welt«. Der Hotelpage und seine Abenteuer sind seit Jahrzehnten ein Bestandteil der Comic-Kultur; in neuen Comics geht es um Spirous Abenteuer während des Zweiten Weltkriegs.
»Auch SF-Fans sollten Western-Comics mögen« ist die Überschrift zu meinem »Comanche«-Artikel. Die Serie »Comanche« mochte ich schon in den 70er Jahren, und die neue Ausgabe im Splitter-Verlag ist sensationell gut.
Die SF-Serie »Metronom« und die Fantasy-Serie »Finsternis« sind neu im Splitter-Programm. Ich schrieb über die unterschiedlichen Comics in einem Sammelartikel.
Heute gibt's darauf mal wieder einen kleinen Rückblick. Wer mag, klicke die Besprechungen an - die Comics sind durch die Bank empfehlenswert.
Unter dem Titel »Ende einer phantastischen Tauchfahrt« schrieb ich über die Science-Fiction-Trilogie »Heiligtum«. Die stammt von zwei Franzosen, ist in einem fotorealistischen Stil gehalten und hat mich sehr beeindruckt.
Die wunderbaren, neuen »Spirou«-Abenteuer standen im Zentrum von »Spirou in einer parallelen Welt«. Der Hotelpage und seine Abenteuer sind seit Jahrzehnten ein Bestandteil der Comic-Kultur; in neuen Comics geht es um Spirous Abenteuer während des Zweiten Weltkriegs.
»Auch SF-Fans sollten Western-Comics mögen« ist die Überschrift zu meinem »Comanche«-Artikel. Die Serie »Comanche« mochte ich schon in den 70er Jahren, und die neue Ausgabe im Splitter-Verlag ist sensationell gut.
Die SF-Serie »Metronom« und die Fantasy-Serie »Finsternis« sind neu im Splitter-Programm. Ich schrieb über die unterschiedlichen Comics in einem Sammelartikel.
17 Januar 2011
Nachtrag zur Samstagslesung
Es gibt bereits die ersten Berichte zu der Lesung, an der ich am Samstag, 15. Januar 2011, teilnahm. Da ich durch so etwas leicht zu schmeicheln bin, berichte ich gern in meinem Blog darüber ...
Schön ist der Text auf der Homepage der Veranstalter, des Künstlernetzwerkes. Der Bericht an sich ist sehr kurz, dafür gibt es zwei nette Fotos, die das Publikum zeigen. Beim einen Bild bin ich der zersauste Mensch vorne in der ersten Reihe.
In ihrem Blog schreibt Petra Gust-Kazakos über die Lesung. Auch hier findet sich ein nettes Bild von mir, wobei die Bilder ein wenig unscharf sind.
Schön ist der Text auf der Homepage der Veranstalter, des Künstlernetzwerkes. Der Bericht an sich ist sehr kurz, dafür gibt es zwei nette Fotos, die das Publikum zeigen. Beim einen Bild bin ich der zersauste Mensch vorne in der ersten Reihe.
In ihrem Blog schreibt Petra Gust-Kazakos über die Lesung. Auch hier findet sich ein nettes Bild von mir, wobei die Bilder ein wenig unscharf sind.
16 Januar 2011
Bei einer Gemeinschaftslesung
Es war meine erste Veranstaltung im Rahmen des Künstlernetzwerkes SW, und es war meine erste Gemeinschaftslesung seit gut 28 Jahren – kein Witz: Am Samstag, 15. Januar 2011, sah ich den schönen Veranstaltungsraum des Netzwerkes, der sich lustigerweise hinter dem Restaurant »Gurke« befindet, und dort hatte ich einen gelungenen Auftritt. Denke zumindest ich.
Durch die Veranstaltung leitete Matthias Kehle, den ich bislang nur vom Namen her kannte und der vorzügliche Gedichte schreibt. Da er als Moderator eingesetzt war, las er keine eigenen Texte vor, sondern die Gedichte eines Lyrikers, der im November gestorben war – das empfand ich als schöne Geste.
Die Lesung bezog sich auf das »Neue Karlsruher Lesebuch«, das unter anderem von Matthias Kehle herausgegeben worden war. Ich war nur einer der Autoren, und gelesen wurde in alphabetischer Reihenfolge.
Zuerst kam Karin Bruder, die einen Text aus dem Rumänien ihrer Kindheid vorlas, dann brachte ich meine Kurzgeschichte über den Bankangestellten Lehmann und einen Ausschnitt aus »Chaos en France«. Jasmin Hambsch, die in Karlsruhe die Lesungen im Kohi mitorganisiert, las einen biografisch klingenden Text über ihre Großmutter.
Sehr lustig war die badisch angehauchte Geschichte von Eva Klingler, extrem badisch der essayistische Text von Doris Lott, eher künstlerisch die Story von Hedi Schulitz. Kurzum: eine unterhaltsame, eine abwechslungsreiche Mischung.
Ich fand das stark, ein gelungener Samstag abend. Und mit rund fünfzig Besuchern auch mit einem ordentlich gefüllten Saal; ebenfalls klasse!
Durch die Veranstaltung leitete Matthias Kehle, den ich bislang nur vom Namen her kannte und der vorzügliche Gedichte schreibt. Da er als Moderator eingesetzt war, las er keine eigenen Texte vor, sondern die Gedichte eines Lyrikers, der im November gestorben war – das empfand ich als schöne Geste.
Die Lesung bezog sich auf das »Neue Karlsruher Lesebuch«, das unter anderem von Matthias Kehle herausgegeben worden war. Ich war nur einer der Autoren, und gelesen wurde in alphabetischer Reihenfolge.
Zuerst kam Karin Bruder, die einen Text aus dem Rumänien ihrer Kindheid vorlas, dann brachte ich meine Kurzgeschichte über den Bankangestellten Lehmann und einen Ausschnitt aus »Chaos en France«. Jasmin Hambsch, die in Karlsruhe die Lesungen im Kohi mitorganisiert, las einen biografisch klingenden Text über ihre Großmutter.
Sehr lustig war die badisch angehauchte Geschichte von Eva Klingler, extrem badisch der essayistische Text von Doris Lott, eher künstlerisch die Story von Hedi Schulitz. Kurzum: eine unterhaltsame, eine abwechslungsreiche Mischung.
Ich fand das stark, ein gelungener Samstag abend. Und mit rund fünfzig Besuchern auch mit einem ordentlich gefüllten Saal; ebenfalls klasse!
15 Januar 2011
Hadayatullah tot
Kennengelernt habe ich Hadayatulla Hübsch nie, aber ich mochte seine Texte: Der Mann fing irgendwann in den 60er Jahren als Hippie an, wurde später einer der frühen deutschsprachigen Underground-Autoren und war in den letzten Jahren vor allem als konvertierter Moslem (nicht Islamist) bekannt.
Seit den frühen 80er Jahren las ich seine Gedichte und Cut-Up-Texte in kleinauflagigen Literaturzeitschriften. Wir kommunizierten einige Male per Post, unter anderem, weil ich bei ihm Literaturhefte kaufte.
Dieser Tage starb er, in der Presse weitestgehend unbeachtet. Und ich war tatsächlich bewegt durch die Nachricht von seinem Tod.
Vielleicht muss ich sein »Bewege deinen Kopf« noch mal aus der Schublade fischen. Oder sein »Peng«. Oder sonst eines der Bücher, die durch rhythmische Texte und eine Freude an schrägen Formulierungen buchstäblich lebten.
Seit den frühen 80er Jahren las ich seine Gedichte und Cut-Up-Texte in kleinauflagigen Literaturzeitschriften. Wir kommunizierten einige Male per Post, unter anderem, weil ich bei ihm Literaturhefte kaufte.
Dieser Tage starb er, in der Presse weitestgehend unbeachtet. Und ich war tatsächlich bewegt durch die Nachricht von seinem Tod.
Vielleicht muss ich sein »Bewege deinen Kopf« noch mal aus der Schublade fischen. Oder sein »Peng«. Oder sonst eines der Bücher, die durch rhythmische Texte und eine Freude an schrägen Formulierungen buchstäblich lebten.
14 Januar 2011
Diogenes lädt echt ein
Der Diogenes-Verlag gehört zu meinen Lieblingsverlagen, vielleicht auch deshalb, weil er sehr wenig Science Fiction und Fantasy anbietet und mir so Raum gibt, mich über andere Literatur zu informieren. Der Verlag ist mir unter anderem deshalb sympathisch, weil viele der Autoren jene Mischung aus Unterhaltung und Hirn bieten, die ich mag: Krimi-Klassiker wie George Simenon und Raymond Chandler, die punkigen Romane von Joey Goebel und die modernen Krimis von Jakob Arjouni, die intellektuelle Phantastik von Ray Bradbury und der feingeistige Urs Widmer – da gibt es richtig viel zu entdecken.
Dann machen die zu allem Überfluss auch noch ein Kundenmagazin, das so richtig klasse ist. Das »Diogenes Magazin« ist ein echtes Magazin, und die Ausgabe 6 vom Frühjahr 2011 bestätigt das auf hohem Niveau.
Da gibt's dann Interviews mit Ian Mac Ewan und Hartmut Lange, eine Krimi-Kurzgeschichte von Dashiell Hammett oder einen Beitrag übers Musikhören und Literatur. Auf hundert farbigen Seiten wird brillante Unterhaltung mit ebenso brillanter Information vermengt – das ist respektabel, und das macht Spaß. Da lese ich mit großer Begeisterung auch Texte über Autoren, die ich vielleicht gar nicht so mag, und gehe aus der Lektüre bereichert hervor.
Literatur ist toll, und das »Diogenes Magazin« bestätigt das dreimal im Jahr. Ein Abo ist preiswert, das lohnt sich! Und eigentlich ist der Begriff eines Kundenmagazins für diese anspruchsvolle und ansprechende Literaturzeitschrift völlig falsch gewählt ...
Dann machen die zu allem Überfluss auch noch ein Kundenmagazin, das so richtig klasse ist. Das »Diogenes Magazin« ist ein echtes Magazin, und die Ausgabe 6 vom Frühjahr 2011 bestätigt das auf hohem Niveau.
Da gibt's dann Interviews mit Ian Mac Ewan und Hartmut Lange, eine Krimi-Kurzgeschichte von Dashiell Hammett oder einen Beitrag übers Musikhören und Literatur. Auf hundert farbigen Seiten wird brillante Unterhaltung mit ebenso brillanter Information vermengt – das ist respektabel, und das macht Spaß. Da lese ich mit großer Begeisterung auch Texte über Autoren, die ich vielleicht gar nicht so mag, und gehe aus der Lektüre bereichert hervor.
Literatur ist toll, und das »Diogenes Magazin« bestätigt das dreimal im Jahr. Ein Abo ist preiswert, das lohnt sich! Und eigentlich ist der Begriff eines Kundenmagazins für diese anspruchsvolle und ansprechende Literaturzeitschrift völlig falsch gewählt ...
13 Januar 2011
Vom FreuCon X zum FreuCon 92
(In diesen Tagen des beginnenden Jahres 2011 beschäftige ich mich buchstäblich Tag und Nacht mit dem anstehenden PERRY RHODAN-WeltCon. Da ist es durchaus hilfreich, wenn ich mir den FreuCon vor Augen führe, diese Fan-Veranstaltung, die jahrelang in Freudenstadt veranstaltet wurde ...)
Im Sommer 1990 war der FreuCon X schon Geschichte. Das Team um Günther Freunek, Hermann Ritter und mich hatte im Kreishaus der Stadt Freudenstadt im Schwarzwald einen Science-Fiction-Con veranstaltet, den wir selbst gut fanden, der aber auch bei den Besuchern gut ankam.
220 Menschen besuchten den Con, was für eine Veranstaltung dieser Klasse ordentlich war. Zudem waren die Örtlichkeiten schön: kein angeschmuddeltes Jugendzentrum, keine heruntergerockte Schule, kein Hinterraum einer Bahnhofskneipe. Stattdessen nutzten wir moderne Räume mit schicker, zeitgemäßer Einrichtung, und das Programm lief wie am Schnürchen ab.
Zusammen mit dem Fanzine »Fandom Newsletter« publizierte Günther Freunek ein abschließendes Heft, das den Con noch einmal Revue passieren ließ. Und auf einer sauber gestalteten Seite gab's nicht nur einen Rückblick auf das Frühjahr 1990, sondern ebenso einen Ausblick auf das Frühjahr 1992.
»Schuld« daran war der ColoniaCon im Sommer 1990 gewesen, bei dem quasi über meinen Kopf hinweg beschlossen worden war, dass wir 1992 so richtig auf die Tube drücken wollten. Wobei ich mich nicht sonderlich gewehrt hatte.
Auf jeden Fall verkündeten wir 1990 mit einem gewissen Anflug von Großkotzigkeit: »Wir werden in 1991 ein wasserdichtes Konzept vorlegen, wie wir uns 1992 einen FreuCon 12 vorstellen, der im Kongreßzentrum Freudenstadt ... stattfinden soll.«
Das Schlimmste daran: Wir hielten alle Versprechungen nicht nur ein, wir übertrafen sie sogar. Zwei Jahre später hatten wir 800 Besucher aus zwanzig Nationen in einer Kleinstadt im Schwarzwald ... aber das ist dann eine ganz andere Geschichte.
Im Sommer 1990 war der FreuCon X schon Geschichte. Das Team um Günther Freunek, Hermann Ritter und mich hatte im Kreishaus der Stadt Freudenstadt im Schwarzwald einen Science-Fiction-Con veranstaltet, den wir selbst gut fanden, der aber auch bei den Besuchern gut ankam.
220 Menschen besuchten den Con, was für eine Veranstaltung dieser Klasse ordentlich war. Zudem waren die Örtlichkeiten schön: kein angeschmuddeltes Jugendzentrum, keine heruntergerockte Schule, kein Hinterraum einer Bahnhofskneipe. Stattdessen nutzten wir moderne Räume mit schicker, zeitgemäßer Einrichtung, und das Programm lief wie am Schnürchen ab.
Zusammen mit dem Fanzine »Fandom Newsletter« publizierte Günther Freunek ein abschließendes Heft, das den Con noch einmal Revue passieren ließ. Und auf einer sauber gestalteten Seite gab's nicht nur einen Rückblick auf das Frühjahr 1990, sondern ebenso einen Ausblick auf das Frühjahr 1992.
»Schuld« daran war der ColoniaCon im Sommer 1990 gewesen, bei dem quasi über meinen Kopf hinweg beschlossen worden war, dass wir 1992 so richtig auf die Tube drücken wollten. Wobei ich mich nicht sonderlich gewehrt hatte.
Auf jeden Fall verkündeten wir 1990 mit einem gewissen Anflug von Großkotzigkeit: »Wir werden in 1991 ein wasserdichtes Konzept vorlegen, wie wir uns 1992 einen FreuCon 12 vorstellen, der im Kongreßzentrum Freudenstadt ... stattfinden soll.«
Das Schlimmste daran: Wir hielten alle Versprechungen nicht nur ein, wir übertrafen sie sogar. Zwei Jahre später hatten wir 800 Besucher aus zwanzig Nationen in einer Kleinstadt im Schwarzwald ... aber das ist dann eine ganz andere Geschichte.
Skarbone 14 mixen Steeldrums mit Ska
Als ich vor einigen Jahren auf Trinidad und Tobago unterwegs war, begegneten mir praktisch überall Steeldrums mit ihrem charakteristischen Sound. In meiner Wohnung höre ich das eher selten, dabei mochte ich das durchaus.
Die belgische Band Skarbone 14 leistet jetzt eine entsprechende Abhilfe für mich: Auf ihrem dritten Album, das mir als CD vorliegt, das bei ANR mucis erschienen ist, mixen die Burschen allerlei südamerikanische Klänge zu ihrem Gebräu aus Ska und Punkrock. Das wirkt manchmal beliebig, hat aber durchaus was.
Es ist so eine Autofahren-im-Sommer-CD, auf die ich mich schon freue: Mit solcher Musik macht's Spaß, an den Baggersee zu rollen, und sie macht den Stau auf der Autobahn erträglicher. Dass der Sound unterm Strich ein bisschen belanglos ist und für mich keine Hitqualitäten aufweist, stört dabei überhaupt nicht.
Sehr nett! (Der Sommer kann also kommen. Dauert ja nicht mehr sooo lang.)
Die belgische Band Skarbone 14 leistet jetzt eine entsprechende Abhilfe für mich: Auf ihrem dritten Album, das mir als CD vorliegt, das bei ANR mucis erschienen ist, mixen die Burschen allerlei südamerikanische Klänge zu ihrem Gebräu aus Ska und Punkrock. Das wirkt manchmal beliebig, hat aber durchaus was.
Es ist so eine Autofahren-im-Sommer-CD, auf die ich mich schon freue: Mit solcher Musik macht's Spaß, an den Baggersee zu rollen, und sie macht den Stau auf der Autobahn erträglicher. Dass der Sound unterm Strich ein bisschen belanglos ist und für mich keine Hitqualitäten aufweist, stört dabei überhaupt nicht.
Sehr nett! (Der Sommer kann also kommen. Dauert ja nicht mehr sooo lang.)
12 Januar 2011
Der aktuelle Fandom Observer ist heiß!
Den Fandom Observer mag ich, seit vor vielen Jahren die erste Ausgabe erschienen ist. Im Verlauf der Jahre habe ich selbst immer wieder Texte beigesteuert; das wurde leider immer seltener. Ich mag das Heft, weil es über die Fan-Szene informiert und weil es schön respektlos ist.
Am respektlosesten war stets Manfred Müller, jahrelang alleiniger Chefredakteur des Fanzines; seit Jahren wird das Heft von abwechselnden Chefs herausgegeben. Dass Müller im Januar 2011 die Ausgabe 259 als Redakteur veröffentlichte, bescherte dem Blatt einen enormen Aufmerksamkeitsschub.
Zu Recht. Unter dem Titel »Der Netzmensch« und der Unterzeile »Nachrichten aus dem wiedergefundenen Fandom« forscht Müller nach der heutigen Fan-Szene, die er vor allem im Internet verortet. Er führt kritische Interviews und stellt einen aktiven Fan vor.
Auf nur zwei Seiten und unter dem Titel »Ideologisch behämmert« geht Müller auf den Umstand ein, dass die ehemals linken und antifaschistischen Autoren Horst Pukallus und Ronald M. Hahn einen Science-Fiction-Roman im Unitall-Verlag veröffentlichten. Der Verlag wurde vor allem durch die indizierte Serie »Stahlfront« sowie die »Verbotene Zone« mit politisch rechtslastigen Themen bekannt, und das findet Müller seltsam.
(Die Diskussion in den einschlägigen Science-Fiction-Foren nahm prompt seltsame Züge an, als allerlei Autoren auf das Thema aufsprangen und Gedankenfreiheit und anderes einforderten, was Müller im übrigen niemandem verboten hat. Wer sehen will, wie sich eigentlich honorige Menschen öffentlich blamieren, mag die entsprechende Diskussion im SF-Netzwerk nachlesen.)
Hin wie her: Der aktuelle Fandom Observer ist einfach super! Gelungener Fan-Journalismus auf hohem Niveau, unterhaltsam und provokativ. So was habe ich schon lange nicht mehr gelesen, so was finde ich klasse. (Das beste: Der Download des Fanzines ist kostenfrei möglich!)
Am respektlosesten war stets Manfred Müller, jahrelang alleiniger Chefredakteur des Fanzines; seit Jahren wird das Heft von abwechselnden Chefs herausgegeben. Dass Müller im Januar 2011 die Ausgabe 259 als Redakteur veröffentlichte, bescherte dem Blatt einen enormen Aufmerksamkeitsschub.
Zu Recht. Unter dem Titel »Der Netzmensch« und der Unterzeile »Nachrichten aus dem wiedergefundenen Fandom« forscht Müller nach der heutigen Fan-Szene, die er vor allem im Internet verortet. Er führt kritische Interviews und stellt einen aktiven Fan vor.
Auf nur zwei Seiten und unter dem Titel »Ideologisch behämmert« geht Müller auf den Umstand ein, dass die ehemals linken und antifaschistischen Autoren Horst Pukallus und Ronald M. Hahn einen Science-Fiction-Roman im Unitall-Verlag veröffentlichten. Der Verlag wurde vor allem durch die indizierte Serie »Stahlfront« sowie die »Verbotene Zone« mit politisch rechtslastigen Themen bekannt, und das findet Müller seltsam.
(Die Diskussion in den einschlägigen Science-Fiction-Foren nahm prompt seltsame Züge an, als allerlei Autoren auf das Thema aufsprangen und Gedankenfreiheit und anderes einforderten, was Müller im übrigen niemandem verboten hat. Wer sehen will, wie sich eigentlich honorige Menschen öffentlich blamieren, mag die entsprechende Diskussion im SF-Netzwerk nachlesen.)
Hin wie her: Der aktuelle Fandom Observer ist einfach super! Gelungener Fan-Journalismus auf hohem Niveau, unterhaltsam und provokativ. So was habe ich schon lange nicht mehr gelesen, so was finde ich klasse. (Das beste: Der Download des Fanzines ist kostenfrei möglich!)
11 Januar 2011
Bitter(st)böse Satire auf zwei CDs
Der Kabarettist Georg Schramm ist mir – wie sich das gehört – aus dem Fernsehen bekannt. Live gesehen habe ich ihn noch nicht, aber ich erhielt eine Doppel-CD geschenkt. Die trägt den Titel »Thomas Bernhard hätte geschossen«, ist zeitweise superlustig und gleichzeitig so brutal ernst, dass es mir jegliches Grinsen aus dem Gesicht treibt.
Schramm ist kein Comedian, keiner dieser albernen Clowns, mit denen die Privatfernsehsender ihre Zuschauer unterhalten. Schramm ist ein politischer Kabarettist, und sein Ziel sind die Politiker, ihre unsägliche Auffassung, wie man das Volk zu veräppeln hat, und die Wut des Volkes.
Das Programm auf der CD stammt aus dem Jahr 2006; es geht um einen »Informationsabend der Stiftungsinitiative Leben jetzt«. Das ist aber nur der Rahmen für einen erstklassigen Angriff auf die Ausbeutermentalität der Herrschenden; einige Namen haben sich seitdem geändert, am Grundsatz aber nichts. Politiker nutzen die Dämlichkeit oder Faulheit des Volkes aus, Pharmakonzerne bereichern sich schamlos, und Georg Schramm regt sich auf.
In seinen unterschiedlichen Rollen, vor allem in der des Rentners Dombrowski, zieht er gegen den »Urnenpöbel« vom Leder, schimpft über die »Eierdiebe« in der Regierung, ärgert sich über die FDP – und er hat erschütternderweise in allem recht. Man sitzt da, hört sich die CD an, fragt sich, wo die Revolution bleibt, ärgert sich weiter, und bleibt sitzen.
(Von wegen »Wutbürger«. Faulbürger sind wir.)
Schramm ist dann gut, wenn er recht hat. Das ist auf dieser Doppel-CD verdammt oft der Fall. Dann ist sie auch gar nicht lustig. Glücklicherweise gibt es immer wieder genug zu lachen zwischendurch – und das ist tröstlich.
Eine großartige Doppel-CD, ein herausragender Kabarettist. Das Ding hab' ich nicht zum letzten Mal angehört.
Schramm ist kein Comedian, keiner dieser albernen Clowns, mit denen die Privatfernsehsender ihre Zuschauer unterhalten. Schramm ist ein politischer Kabarettist, und sein Ziel sind die Politiker, ihre unsägliche Auffassung, wie man das Volk zu veräppeln hat, und die Wut des Volkes.
Das Programm auf der CD stammt aus dem Jahr 2006; es geht um einen »Informationsabend der Stiftungsinitiative Leben jetzt«. Das ist aber nur der Rahmen für einen erstklassigen Angriff auf die Ausbeutermentalität der Herrschenden; einige Namen haben sich seitdem geändert, am Grundsatz aber nichts. Politiker nutzen die Dämlichkeit oder Faulheit des Volkes aus, Pharmakonzerne bereichern sich schamlos, und Georg Schramm regt sich auf.
In seinen unterschiedlichen Rollen, vor allem in der des Rentners Dombrowski, zieht er gegen den »Urnenpöbel« vom Leder, schimpft über die »Eierdiebe« in der Regierung, ärgert sich über die FDP – und er hat erschütternderweise in allem recht. Man sitzt da, hört sich die CD an, fragt sich, wo die Revolution bleibt, ärgert sich weiter, und bleibt sitzen.
(Von wegen »Wutbürger«. Faulbürger sind wir.)
Schramm ist dann gut, wenn er recht hat. Das ist auf dieser Doppel-CD verdammt oft der Fall. Dann ist sie auch gar nicht lustig. Glücklicherweise gibt es immer wieder genug zu lachen zwischendurch – und das ist tröstlich.
Eine großartige Doppel-CD, ein herausragender Kabarettist. Das Ding hab' ich nicht zum letzten Mal angehört.
10 Januar 2011
Sommerfrischler und ein Mörder
Ein Verbrecher, der kurz vor der Hinrichtung steht, berichtet dem Kommissar Maigret von einem Verbrechen, das mehrere Jahre zurück liegt. Der Mörder von damals laufe noch frei herum, soviel verrät er, und damit legt er eine Spur ...
Kurze Zeit später nimmt Maigret die Spur auf, anfangs in einer Mischung aus Zufall und erwachendem Instinkt. Er landet auf einer Sommerfrischler-Party am Ufer der Seine, mit tanzenden und trinkenden Menschen, mit Liebesverwirrung und Eifersucht – und dann passiert prompt ein Mord ...
Ich liebe die Romane, die George Simenon über seinen Kommissar Maigret geschrieben hat. Seit es die 75 Einzeltitel alle in einer schicken Neuausgabe bei Diogenes gibt, habe ich den Ehrgeiz, sie alle zu lesen. »Maigret und die kleine Landkneipe« ist der elfte Band, da steht mir also noch ein langer Ritt bevor.
Den werde ich sicher genießen, denn auch dieser Roman hat mich wieder in seinen Bann gezogen. Maigret scheint in diesem Roman zeitweise kaum zu ermitteln, sondern den Fall fast zu genießen. Mit einem Briten namens James sitzt er immer wieder in einer Eckkneipe, wo die beiden miteinander trinken und auf die Straße gucken ...
Maigrets Milieu-Beschreibungen sind messerscharf; mit wenigen Sätzen schafft er Stimmung, setzt er klare Akzente. Bei diesem dünnen Roman von gerade mal 160 Seiten fällt das besonders auf: Da wird nicht geschwafelt, da wird klar erzählt und die Handlung mit vielen Dialogen vorangetrieben.
Brillant. Wieder einmal!
Kurze Zeit später nimmt Maigret die Spur auf, anfangs in einer Mischung aus Zufall und erwachendem Instinkt. Er landet auf einer Sommerfrischler-Party am Ufer der Seine, mit tanzenden und trinkenden Menschen, mit Liebesverwirrung und Eifersucht – und dann passiert prompt ein Mord ...
Ich liebe die Romane, die George Simenon über seinen Kommissar Maigret geschrieben hat. Seit es die 75 Einzeltitel alle in einer schicken Neuausgabe bei Diogenes gibt, habe ich den Ehrgeiz, sie alle zu lesen. »Maigret und die kleine Landkneipe« ist der elfte Band, da steht mir also noch ein langer Ritt bevor.
Den werde ich sicher genießen, denn auch dieser Roman hat mich wieder in seinen Bann gezogen. Maigret scheint in diesem Roman zeitweise kaum zu ermitteln, sondern den Fall fast zu genießen. Mit einem Briten namens James sitzt er immer wieder in einer Eckkneipe, wo die beiden miteinander trinken und auf die Straße gucken ...
Maigrets Milieu-Beschreibungen sind messerscharf; mit wenigen Sätzen schafft er Stimmung, setzt er klare Akzente. Bei diesem dünnen Roman von gerade mal 160 Seiten fällt das besonders auf: Da wird nicht geschwafelt, da wird klar erzählt und die Handlung mit vielen Dialogen vorangetrieben.
Brillant. Wieder einmal!
07 Januar 2011
Dreikönigsrutschen
Nachdem Karlsruhe für zwei Wochen unter einer Schneekatastrophe liegt – nicht durch den Schnee ausgelöst, sondern durch die Unfähigkeit der Stadtverwaltung, das bisschen Schnee wegräumen zu lassen -, kam ausgerechnet am 6. Januar 2011 ein richtig fettes Tauwetter. Es regnete auf den Schnee und das Eis drauf, dass es eine wahre Pracht war.
Und ich wollte mit dem Rad in die Innenstadt. Das war ein toller Plan: Die festgefahrene Schneedecke hatte sich in Matsch verwandelt, in dem ich mit dem Rad nicht vorankam. Und das, was zuvor größere Erhebungen in Schnee und Eis waren, hatte sich jetzt in spiegelglattes Eis mit abgerundeten Kanten verwandelt.
So suchte ich mir meinen Weg, in dem ich auf die Stellen auswich, wo ich bereits den Teer und die Schlaglöcher sehen konnte. Dummerweise stand genau an diesen Stellen auch das Wasser, zeitweise gut fünf, sechs Zentimeter tief; so wurde ich gleichmäßig von unten wie von oben durchnässt. Ganz klasse!
Meinetwegen könnte es wieder schneien. Mit dem Schnee kam ich in diesem Winter bislang am besten zurecht.
Und ich wollte mit dem Rad in die Innenstadt. Das war ein toller Plan: Die festgefahrene Schneedecke hatte sich in Matsch verwandelt, in dem ich mit dem Rad nicht vorankam. Und das, was zuvor größere Erhebungen in Schnee und Eis waren, hatte sich jetzt in spiegelglattes Eis mit abgerundeten Kanten verwandelt.
So suchte ich mir meinen Weg, in dem ich auf die Stellen auswich, wo ich bereits den Teer und die Schlaglöcher sehen konnte. Dummerweise stand genau an diesen Stellen auch das Wasser, zeitweise gut fünf, sechs Zentimeter tief; so wurde ich gleichmäßig von unten wie von oben durchnässt. Ganz klasse!
Meinetwegen könnte es wieder schneien. Mit dem Schnee kam ich in diesem Winter bislang am besten zurecht.
06 Januar 2011
Coole Jokes zum Thema Nummer eins
Seit die Kollegen des Splitter-Verlag ihren »Nebenbei«-Verlag namens Toonfish gegründet haben, kamen aus der Cartoon-Ecke eine Reihe sehr amüsanter Bände. Richtig gelungen sind dabei die Comics des französischen Zeichners Zep. Jetzt gibt's von ihm »Happy Girls«.
Nach dem durchaus heftigen »Happy Sex« ist dieser Band geradezu harmlos. Es geht nicht um Sex und Erotik, sondern um die Vorstufe: um die Versuche eines jungen Mannes, mit jungen Frauen auszugehen, diese anzubaggern und irgendwann hoffentlich mit ihnen ins Bett zu gehen. Das klappt natürlich nie, zumindest nicht so, wie es sich der jugendliche Held vorstellt ...
Und das wiederum bringt Zep so klasse auf den Punkt, dass ich immer wieder schmunzeln musste. Die Comics sind meist zwei Seiten lang und bestehen aus wenigen Bildern; sie lassen sich leicht lesen. Ein optimaler Comic-Band zum Verschenken oder zum Kaufen und Aufs-Klo-Legen ...
Das Buch ist 96 Seiten stark; in seinem Quadratformat sieht es aus wie eine dicke Single. Es kostet 16 Euro, und wer wissen mag, wie die Bilder innendrin wirklich aussehen, der muss eben mal die Leseprobe auf der Toonfish-Seiten checken.
Nach dem durchaus heftigen »Happy Sex« ist dieser Band geradezu harmlos. Es geht nicht um Sex und Erotik, sondern um die Vorstufe: um die Versuche eines jungen Mannes, mit jungen Frauen auszugehen, diese anzubaggern und irgendwann hoffentlich mit ihnen ins Bett zu gehen. Das klappt natürlich nie, zumindest nicht so, wie es sich der jugendliche Held vorstellt ...
Und das wiederum bringt Zep so klasse auf den Punkt, dass ich immer wieder schmunzeln musste. Die Comics sind meist zwei Seiten lang und bestehen aus wenigen Bildern; sie lassen sich leicht lesen. Ein optimaler Comic-Band zum Verschenken oder zum Kaufen und Aufs-Klo-Legen ...
Das Buch ist 96 Seiten stark; in seinem Quadratformat sieht es aus wie eine dicke Single. Es kostet 16 Euro, und wer wissen mag, wie die Bilder innendrin wirklich aussehen, der muss eben mal die Leseprobe auf der Toonfish-Seiten checken.
05 Januar 2011
Johnny Freedom mit klarem Punk-Spirit
Ich gestehe, dass ich vom Namen des Musikers erst mal abgeschreckt wurde: Johnny Freedom klingt gar zu sehr nach aufgesetztem Polit-Geist. Aber nachdem ich die EP »Die Party ist vorbei« ein paarmal gehört habe, gehe ich davon aus, dass der Mann weiß, wo er herkommt und wo's irgendwie hingeht.
»Punkrock ist nicht nur Musik, sondern auch Saufen« steht es selbstbewusst im Beiblatt der EP, die im Sommer 2010 bei Andisfriends Records erschienen ist. Endlich mal einer, der die Essenz von Punk richtig aufgreift ... da werde ich heute sicher noch ein Tannenzäpfle drauf trinken müssen.
Aber mal ernsthaft: Der Mann ist ein Liedermacher, aber einer, der's punkig krachen lässt. Mit lauter Stimme singt er von einer Massenschlägerei im Bundestag – endlich mal eine sinnvolle Veranstaltung für die Ansammlung von »Eierdieben«, um mal einen Kabarettisten zu zitieren –, dann wieder besingt er den SV Babelsberg.
Das ist alles ziemlich klasse und mit viel Eigenironie und Liebe serviert. Wenn ich das nächste Mal in Berlin bin, brauche ich ein Konzert mit dem Mann!
»Punkrock ist nicht nur Musik, sondern auch Saufen« steht es selbstbewusst im Beiblatt der EP, die im Sommer 2010 bei Andisfriends Records erschienen ist. Endlich mal einer, der die Essenz von Punk richtig aufgreift ... da werde ich heute sicher noch ein Tannenzäpfle drauf trinken müssen.
Aber mal ernsthaft: Der Mann ist ein Liedermacher, aber einer, der's punkig krachen lässt. Mit lauter Stimme singt er von einer Massenschlägerei im Bundestag – endlich mal eine sinnvolle Veranstaltung für die Ansammlung von »Eierdieben«, um mal einen Kabarettisten zu zitieren –, dann wieder besingt er den SV Babelsberg.
Das ist alles ziemlich klasse und mit viel Eigenironie und Liebe serviert. Wenn ich das nächste Mal in Berlin bin, brauche ich ein Konzert mit dem Mann!
In der Kunstgalerie
Sage mir keiner, ich sei an Kunst völlig uninteressiert. Ich tarne mich erfolgreich hinter »Schundheften« und Comics. Aber ich war unlängst in der Städtischen Galerie Karlsruhe - da's noch im alten Jahr war, ist diese Tat praktisch verjährt. Und Coolness-Punkte muss ich eh keine mehr erwerben.
Ich bin war in der Ausstellung »Venedig-Bilder in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts«. Gezeigt wurden viele Ölgemälde, aber auch Fotos, Skizzen und andere künstlerische Details.
Von den Künstlern kannte ich keinen einzigen; ich hatte noch nicht einmal die Namen gehört. Aber da das ganze keinen Eintritt kostete und ich Venedig eigentlich sehr interessant finde, schaute ich mir die Ausstellung gründlich an.
Gut eine Stunde lang bummelte ich an den Bildern entlang, staunte über extrem realitätsnahe Bilder und teilweise beeindruckende Perspektiven. Das war schon toll und war einen Besuch wert. Zum Fan klassischer Kunst werde ich wohl trotzdem nicht ...
Ich bin war in der Ausstellung »Venedig-Bilder in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts«. Gezeigt wurden viele Ölgemälde, aber auch Fotos, Skizzen und andere künstlerische Details.
Von den Künstlern kannte ich keinen einzigen; ich hatte noch nicht einmal die Namen gehört. Aber da das ganze keinen Eintritt kostete und ich Venedig eigentlich sehr interessant finde, schaute ich mir die Ausstellung gründlich an.
Gut eine Stunde lang bummelte ich an den Bildern entlang, staunte über extrem realitätsnahe Bilder und teilweise beeindruckende Perspektiven. Das war schon toll und war einen Besuch wert. Zum Fan klassischer Kunst werde ich wohl trotzdem nicht ...
04 Januar 2011
Lesung in Karlsruhe
Nach längerer Pause geht's mal wieder auf eine Lesungsbühne, allerdings weder mit Punkrock-, noch mit Science-Fiction-Hintergrund. Ich lese am Samstag, 15. Januar 2011, im Rahmen einer Gemeinschaftslesung, die das Künstlernetzwerk SW veranstaltet.
Grundlage ist meine Beteiligung am »Neuen Karlsruher Lesebuch«, und mit mir lesen noch Karin Bruder, Jasmin Hambsch, Matthias Kehle, Eva Klingler, Doris Lott und Hedi Schulitz. Vor allem auf die Beiträge von Matthias Kehle bin ich gespannt: Den Mann kenne ich vom Namen her seit gut zwei Dutzend Jahren, aber getroffen haben wir uns nie.
Die Lesung findet im Veranstaltungsraum des Künstlernetzwerks statt - und dieser liegt »hinter« dem Speisehaus Gurke in der Augustastraße 3 in Karlsruhe. (In der »Gurke« kann man übrigens lecker essen!) Losgehen soll es um 19 Uhr, und der Eintrittspreis beträgt drei Euro.
Grundlage ist meine Beteiligung am »Neuen Karlsruher Lesebuch«, und mit mir lesen noch Karin Bruder, Jasmin Hambsch, Matthias Kehle, Eva Klingler, Doris Lott und Hedi Schulitz. Vor allem auf die Beiträge von Matthias Kehle bin ich gespannt: Den Mann kenne ich vom Namen her seit gut zwei Dutzend Jahren, aber getroffen haben wir uns nie.
Die Lesung findet im Veranstaltungsraum des Künstlernetzwerks statt - und dieser liegt »hinter« dem Speisehaus Gurke in der Augustastraße 3 in Karlsruhe. (In der »Gurke« kann man übrigens lecker essen!) Losgehen soll es um 19 Uhr, und der Eintrittspreis beträgt drei Euro.
Typhoon Motor Dudes zwischen Punk und Rock
Die seit den 90er Jahren populär gewordene Vermischung von Hardrock mit Punk hat mir nicht nur einmal Schweißperlen des Entsetzens auf die Stirn getrieben. Entsprechend vorsichtig ging ich an die CD »Stranded In Hell« der aus Kiel stammenden Band Typhoon Motor Dudes heran. Ob diese Mischung »aus kompromisslosem Punkrock der alten Schule und Schwedenrock« für mich erträglich oder schrecklich sein würde?
Seien wir fair: Erträglich ist das richtige Wort. Die vier Jungs aus Kiel lassen es ordentlich krachen, bleiben dabei aber immer in der textlichen Welt tätowierter harter Männer verhaftet. Musikalisch wird das Gaspedal tatsächlich durchgetreten, wird ordentlich gerockt und mit der Gitarre gewimmert, aber gottseidank nicht so sehr, dass ich brechen müsste.
Live ist das ganze wahrscheinlich viel cooler als auf Platte; live macht dann sogar vielleicht jemand wie ich das lustige »Teufelszeichen« und spielt ironische Luftgitarre. Höre ich mir die CD oberflächlich an, gefällt sie mir sehr gut; höre ich intensiver hin, verfällt der Charme ein wenig in zu vielen Klischees.
Das klingt jetzt negativer, als es ist: Die Band liefert sehr ordentlichen Punkrock, bei dem der ROCK in Versalien geschrieben wird, und das macht sie überzeugend. Wer so was mag, sollte reinhören!
Seien wir fair: Erträglich ist das richtige Wort. Die vier Jungs aus Kiel lassen es ordentlich krachen, bleiben dabei aber immer in der textlichen Welt tätowierter harter Männer verhaftet. Musikalisch wird das Gaspedal tatsächlich durchgetreten, wird ordentlich gerockt und mit der Gitarre gewimmert, aber gottseidank nicht so sehr, dass ich brechen müsste.
Live ist das ganze wahrscheinlich viel cooler als auf Platte; live macht dann sogar vielleicht jemand wie ich das lustige »Teufelszeichen« und spielt ironische Luftgitarre. Höre ich mir die CD oberflächlich an, gefällt sie mir sehr gut; höre ich intensiver hin, verfällt der Charme ein wenig in zu vielen Klischees.
Das klingt jetzt negativer, als es ist: Die Band liefert sehr ordentlichen Punkrock, bei dem der ROCK in Versalien geschrieben wird, und das macht sie überzeugend. Wer so was mag, sollte reinhören!
03 Januar 2011
Und sie fahren wieder ...
Das neue Jahr hat angefangen. 2011 begrüßt die Autofahrer in Karlsruhe und Umgebung mit Schneebergen am Straßenrand, mitten auf der Straße und überall da, wo in echten Schneeregionen wie im Schwarzwald piekfein geräumt ist.
In ihrer Öffentlichkeitsarbeit lobt die Stadtverwaltung die 200 Fahrzeuge mit 500 Arbeitern, die über die Feiertage den Schneeräumdienst gemacht hätten - ich habe in den letzten zehn Tagen übrigens so gut wie kein Räumfahrzeug gesehen ... In meiner Straße liegt alles so, wie es am 24. Dezember 2010 und danach gefallen ist und wie es seither von den Autos durch Rutschen und Fahren plattgewalt werden konnte.
Das wäre alles nicht schlimm. Mit schlechten Schneeverhältnissen komme ich gut klar. Schlimm ist, dass jetzt all die Spacken auf die Straße rollen, die zwischen Weihnachten und Neujahr wegen des Wetters ihre Karre in der beheizten Garage stehen ließen.
Und so eiern sie wieder über die Straße: Rentner mit Hut, Studentinnen mit Handy am Ohr - die Klischees scheinen oft zu stimmen. Sie haben Angst, weil sie Schnee und Eis sehen, und sie fahren mit Tempo 25 über die Hauptverkehrsstraße, beschleunigen außerhalb der Ortschaft mutig auf Tempo fünfzig und wechseln auf die linke Spur.
Die verlassen sie dann nicht, weil zwischen der linken und der rechten Spur immer noch ein Streifen Schnee liegt. Es ist ein Elend mit Leuten, die gar nicht autofahren können. Ich wünsche mir den Schnee der Weihnachtsfeiertage wieder zurück - da war die Straße besser befahrbar als jetzt ...
In ihrer Öffentlichkeitsarbeit lobt die Stadtverwaltung die 200 Fahrzeuge mit 500 Arbeitern, die über die Feiertage den Schneeräumdienst gemacht hätten - ich habe in den letzten zehn Tagen übrigens so gut wie kein Räumfahrzeug gesehen ... In meiner Straße liegt alles so, wie es am 24. Dezember 2010 und danach gefallen ist und wie es seither von den Autos durch Rutschen und Fahren plattgewalt werden konnte.
Das wäre alles nicht schlimm. Mit schlechten Schneeverhältnissen komme ich gut klar. Schlimm ist, dass jetzt all die Spacken auf die Straße rollen, die zwischen Weihnachten und Neujahr wegen des Wetters ihre Karre in der beheizten Garage stehen ließen.
Und so eiern sie wieder über die Straße: Rentner mit Hut, Studentinnen mit Handy am Ohr - die Klischees scheinen oft zu stimmen. Sie haben Angst, weil sie Schnee und Eis sehen, und sie fahren mit Tempo 25 über die Hauptverkehrsstraße, beschleunigen außerhalb der Ortschaft mutig auf Tempo fünfzig und wechseln auf die linke Spur.
Die verlassen sie dann nicht, weil zwischen der linken und der rechten Spur immer noch ein Streifen Schnee liegt. Es ist ein Elend mit Leuten, die gar nicht autofahren können. Ich wünsche mir den Schnee der Weihnachtsfeiertage wieder zurück - da war die Straße besser befahrbar als jetzt ...
31 Dezember 2010
Fiebriger Jahreswechsel
Das hatte ich ja mal wieder toll hingekriegt: Eigentlich war für den Freitag, 31. Dezember 2010, ein unglaublich leckeres Menü mit gutem Wein und netter Gesellschaft geplant, im »fünf«, wo sonst? Aber dann begann am Donnerstag davor ein fieser Kopfschmerz, gefolgt von Frösteln.
Zum Abendessen gab es heiße Suppe, danach hockte ich an der Heizung und fror, und um 22 Uhr lag ich im Bett. Na super!, wieder so eine fiebrige Erkältung. Die einzige Hoffnung, die mir blieb, war, dass der Mist nach 24 Stunden wieder vorüber sein würde.
Am Freitag morgen hatte ich Fieber, kombiniert mit den üblichen Begleiterscheinungen. Ich wurde mit Gesundheitstee und Vitaminen bombardiert und fühlte mich gegen Nachmittag wieder wie ein Mensch.
Für eine ausschweifende Neujahrsparty fehlt's dann doch an der Kraft. Das leckere vegetarische Menü schwebt im Geiste an mir vorüber, und mir bleiben das Fernsehprogramm und einige hundert ungelesene Bücher.
Zum Abendessen gab es heiße Suppe, danach hockte ich an der Heizung und fror, und um 22 Uhr lag ich im Bett. Na super!, wieder so eine fiebrige Erkältung. Die einzige Hoffnung, die mir blieb, war, dass der Mist nach 24 Stunden wieder vorüber sein würde.
Am Freitag morgen hatte ich Fieber, kombiniert mit den üblichen Begleiterscheinungen. Ich wurde mit Gesundheitstee und Vitaminen bombardiert und fühlte mich gegen Nachmittag wieder wie ein Mensch.
Für eine ausschweifende Neujahrsparty fehlt's dann doch an der Kraft. Das leckere vegetarische Menü schwebt im Geiste an mir vorüber, und mir bleiben das Fernsehprogramm und einige hundert ungelesene Bücher.
30 Dezember 2010
Mafia-Action geguckt
Irgendwie mag ich Filme aus Frankreich. Nachdem diese Woche der eher nachdenkliche »Small World« dran war, kam als Kontrastprogramm gleich »22 Bullets«. Das ist ein Mafia-Thriller mit Jean Reno in der Hauptrolle, wobei streng genommen die Mittelmeer-Metropole Marseille die eigentliche Hauptrolle spielt. (Kennt jemand noch »Der Mann aus Marseille« mit Jean-Paul Belmondo?)
Ein knallharter Gangster will sich eigentlich zur Ruhe setzen und sich nur noch um seine Familie kümmern. Doch ein Killerkommando richtet ihn in einer Tiefgarage mit 22 Kugeln hin. Jeder hält ihn für tot, aber die Ärzte flicken ihn wieder zusammen. Nach seiner Genesung nimmt der Mann den Rachefeldzug gegen die Täter auf; dabei ist ihm eine Polizistin auf den Fersen, die selbst ihre privaten Probleme hat.
Das wird heftig in Szene gesetzt. Leute werden derb zusammengeschlagen, Kugeln reißen tiefe Wunden, Stacheldraht zerreißt Fleisch. »22 Bullets« ist kein alberner Rodriguez- oder Tarantino-Gewaltfilm, sondern der Versuch, beinharte Realität auf die Leinwand zu bringen.
Hervorragende Schauspieler, eine beeindruckende Musik, dann aber wieder gelegentliche Schwächen im Dialog - der Film war eine Achterbahnfahrt. Niemand von uns langweilte sich, wir alle waren mit Faszination dabei.
Hinterher waren die Ansichten durchaus verschieden; der Film ist nicht jedermanns Geschmack. Letztlich ist er blutig und heftig, sehr ernst und gegen Ende ziemlich moralisch. Kein lustiger Streifen.
Der Film hat dennoch seinen dezenten Witz. Gegen Ende hängt der Polizeichef, während er eine peinliche Rede hält, ein Bild des französischen Staatspräsidenten auf - sehr schön.
Und im Abspann werden die Mafia-Clans und ihre Darsteller aufgelistet. Einer der Clans ist dann der »Clan der Bullen«, sprich die Polizei wird als eigene Bande aufgefasst. (Es lohnt sich, Abspänne anzugucken ...)
Ein knallharter Gangster will sich eigentlich zur Ruhe setzen und sich nur noch um seine Familie kümmern. Doch ein Killerkommando richtet ihn in einer Tiefgarage mit 22 Kugeln hin. Jeder hält ihn für tot, aber die Ärzte flicken ihn wieder zusammen. Nach seiner Genesung nimmt der Mann den Rachefeldzug gegen die Täter auf; dabei ist ihm eine Polizistin auf den Fersen, die selbst ihre privaten Probleme hat.
Das wird heftig in Szene gesetzt. Leute werden derb zusammengeschlagen, Kugeln reißen tiefe Wunden, Stacheldraht zerreißt Fleisch. »22 Bullets« ist kein alberner Rodriguez- oder Tarantino-Gewaltfilm, sondern der Versuch, beinharte Realität auf die Leinwand zu bringen.
Hervorragende Schauspieler, eine beeindruckende Musik, dann aber wieder gelegentliche Schwächen im Dialog - der Film war eine Achterbahnfahrt. Niemand von uns langweilte sich, wir alle waren mit Faszination dabei.
Hinterher waren die Ansichten durchaus verschieden; der Film ist nicht jedermanns Geschmack. Letztlich ist er blutig und heftig, sehr ernst und gegen Ende ziemlich moralisch. Kein lustiger Streifen.
Der Film hat dennoch seinen dezenten Witz. Gegen Ende hängt der Polizeichef, während er eine peinliche Rede hält, ein Bild des französischen Staatspräsidenten auf - sehr schön.
Und im Abspann werden die Mafia-Clans und ihre Darsteller aufgelistet. Einer der Clans ist dann der »Clan der Bullen«, sprich die Polizei wird als eigene Bande aufgefasst. (Es lohnt sich, Abspänne anzugucken ...)
29 Dezember 2010
Eindrucksvoller Kinofilm
Ich gestehe, dass ich anfangs sehr skeptisch war. Dann aber ging ich doch mit, um mir »Small World« in der Schauburg in Karlsruhe anzuschauen. Den Ausschlag gab die Tatsache, dass Gérard Depardieu eine der Hauptrollen spielen sollte - und den dicken ollen Franzosen finde ich ziemlich klasse.
Das war der Film auch. »Small World« entstand nach einem Roman von Martin Suter, von dem ich leider noch keine Zeile gelesen habe, und ist eine Mischung aus Familienfilm und Krimi. Nachdem ich ihn anfangs ein wenig lahm fand, zog mich die Mischung aus Intrigen und Gefühlen immer mehr in ihren Bann.
Eine Zusammenfassung fällt schwer: Es geht um zwei alte Männer, die in ihrer Kindheit dicke Freunde waren, bevor der eine zum Chef eines Unternehmens und der andere zu seinem Gärtner wurde. Es geht um eine junge Frau, die in diese Unternehmerfamilie einheiratet (gespielt von Alexandra Maria Lara, der zweiten Hauptdarstellerin dieses Films), und es geht um eine intrigante alte Schachtel, die seit Jahrzehnten um ihre Macht und ihren Einfluss ringt.
Nicht kapiert? Macht nichts. Man kapiert's beim Angucken. Und erst am Ende des Filmes hat man das gesamte Puzzle so richtig zusammen. Dann sitzt man da, atmet erst mal tief durch und unterdrückt die eine oder andere Träne. Doch, ernsthaft!
Die Bilder sind super, die Kameraführung ist herausragend, und die Schauspieler agieren alle auf ziemlich hohem Niveau. Spezialeffekte sind dafür Mangelware ... aber das ist nun mal kein Knall-Bumm-Beng-Actionfilm.
Streckenweise erinnert »Small World« an alte Chabrol-Filme, die ja ebenfalls nicht gerade krachende Spannung bieten, aber sehr subtil und gemein unterhalten. »Small World« ist ein toller Film, der es verdient, dass ihn mehr Leute angucken!
Das war der Film auch. »Small World« entstand nach einem Roman von Martin Suter, von dem ich leider noch keine Zeile gelesen habe, und ist eine Mischung aus Familienfilm und Krimi. Nachdem ich ihn anfangs ein wenig lahm fand, zog mich die Mischung aus Intrigen und Gefühlen immer mehr in ihren Bann.
Eine Zusammenfassung fällt schwer: Es geht um zwei alte Männer, die in ihrer Kindheit dicke Freunde waren, bevor der eine zum Chef eines Unternehmens und der andere zu seinem Gärtner wurde. Es geht um eine junge Frau, die in diese Unternehmerfamilie einheiratet (gespielt von Alexandra Maria Lara, der zweiten Hauptdarstellerin dieses Films), und es geht um eine intrigante alte Schachtel, die seit Jahrzehnten um ihre Macht und ihren Einfluss ringt.
Nicht kapiert? Macht nichts. Man kapiert's beim Angucken. Und erst am Ende des Filmes hat man das gesamte Puzzle so richtig zusammen. Dann sitzt man da, atmet erst mal tief durch und unterdrückt die eine oder andere Träne. Doch, ernsthaft!
Die Bilder sind super, die Kameraführung ist herausragend, und die Schauspieler agieren alle auf ziemlich hohem Niveau. Spezialeffekte sind dafür Mangelware ... aber das ist nun mal kein Knall-Bumm-Beng-Actionfilm.
Streckenweise erinnert »Small World« an alte Chabrol-Filme, die ja ebenfalls nicht gerade krachende Spannung bieten, aber sehr subtil und gemein unterhalten. »Small World« ist ein toller Film, der es verdient, dass ihn mehr Leute angucken!
28 Dezember 2010
Public Image damals
Nach seiner Zeit bei den Sexpistols musste Johnny Rotten sich offensichtlich weit von seinen bisherigen Wurzeln entfernen. Die Band Public Image war das tatsächlich, und das zeigt die erste Platte der Band sehr deutlich: »First Issue« kam schon 1978 heraus und hat mit Punkrock wirklich nichts mehr zu tun.
Hysterisch-überhöhter Gesang, rhythmische Musik, die zeitweise ins Funkige geht, dazu Händeklatschen vom Band – das klang alles fürchterlich unpunkig und ebenso ungewöhnlich. Ich erinnere mich noch gut, wie konsterniert ich mir die Platte anhörte, als ich sie mir anno 1980 etwa kaufte. Seither hörte ich sie auch extrem selten an.
Inhaltlich geht es vor allem um das Mega-Thema Religion, dem sich Johnny Rotten in zynischer Weise annähert. Rein textlich entfernte er sich nicht so weit vom Punkrock, und großkotzig blieb er auch mit Public Image.
Die Platte kann man übrigens tatsächlich heute noch anhören (aber nur alle fünf Jahre etwa); sie ist schräg und abwechslungsreich und möglicherweise auch tanzbar. Mit New Wave, zumindest dem, was man heutzutage darunter versteht, hat sie allerdings auch nicht viel zu tun. Interessante Scheibe auf jeden Fall ...
Hysterisch-überhöhter Gesang, rhythmische Musik, die zeitweise ins Funkige geht, dazu Händeklatschen vom Band – das klang alles fürchterlich unpunkig und ebenso ungewöhnlich. Ich erinnere mich noch gut, wie konsterniert ich mir die Platte anhörte, als ich sie mir anno 1980 etwa kaufte. Seither hörte ich sie auch extrem selten an.
Inhaltlich geht es vor allem um das Mega-Thema Religion, dem sich Johnny Rotten in zynischer Weise annähert. Rein textlich entfernte er sich nicht so weit vom Punkrock, und großkotzig blieb er auch mit Public Image.
Die Platte kann man übrigens tatsächlich heute noch anhören (aber nur alle fünf Jahre etwa); sie ist schräg und abwechslungsreich und möglicherweise auch tanzbar. Mit New Wave, zumindest dem, was man heutzutage darunter versteht, hat sie allerdings auch nicht viel zu tun. Interessante Scheibe auf jeden Fall ...
27 Dezember 2010
Besuch aus dem Wald
Am zweiten Weihnachtsfeiertag besuchte ich meine Schwester; sie wohnt in dem Dorf im Schwarzwald, in dem ich aufgewachsen bin. Ich holte sie am Bahnhof ab.
Keine leichte Aufgabe: Für eine Strecke, die mit dem Auto normalerweise fünf Minuten dauern würde und die ich mit dem Rad normalerweise in 15 Minuten bewältige, brauchte ich gut zwanzig Minuten. Spiegelglatte Straßen, Schneechaos, durchdrehende Reifen, tobende Autofahrer - es war richtig was los.
Als wir vom Bahnhof aus durch die Stadt fuhren, kam meine Schwester nicht aus dem Staunen heraus. »Da wurde ja nix geräumt«, stellte sie andächtig fest. Da hatte sie recht: Auf den Straßen lagen zwanzig bis dreißig Zentimeter Schnee, von zahlreichen Spurrinnen teilweise schon gut zusammengedrückt und in Eisflächen verwandelt.
Im Schwarzwald, wo gut das Doppelte an Schnee lag, konnte man ordentlich fahren. Bundes- und Landstraßen waren sauber geräumt, die Nebenstrecken immerhin fahrbar. In Karlsruhe hatte der nicht existente Schneeräumdienst es geschafft, die großen Kreuzungen in gigantische Eisbahnen und die Straßenbahnschienen in fiese Holperstellen zu verwandeln.
Karlsruhe im Winter - das ist jedes Jahr aufs neue ein Phänomen, bei dem ich nicht weiß, ob ich lachen, schreiben oder toben soll ...
Keine leichte Aufgabe: Für eine Strecke, die mit dem Auto normalerweise fünf Minuten dauern würde und die ich mit dem Rad normalerweise in 15 Minuten bewältige, brauchte ich gut zwanzig Minuten. Spiegelglatte Straßen, Schneechaos, durchdrehende Reifen, tobende Autofahrer - es war richtig was los.
Als wir vom Bahnhof aus durch die Stadt fuhren, kam meine Schwester nicht aus dem Staunen heraus. »Da wurde ja nix geräumt«, stellte sie andächtig fest. Da hatte sie recht: Auf den Straßen lagen zwanzig bis dreißig Zentimeter Schnee, von zahlreichen Spurrinnen teilweise schon gut zusammengedrückt und in Eisflächen verwandelt.
Im Schwarzwald, wo gut das Doppelte an Schnee lag, konnte man ordentlich fahren. Bundes- und Landstraßen waren sauber geräumt, die Nebenstrecken immerhin fahrbar. In Karlsruhe hatte der nicht existente Schneeräumdienst es geschafft, die großen Kreuzungen in gigantische Eisbahnen und die Straßenbahnschienen in fiese Holperstellen zu verwandeln.
Karlsruhe im Winter - das ist jedes Jahr aufs neue ein Phänomen, bei dem ich nicht weiß, ob ich lachen, schreiben oder toben soll ...
24 Dezember 2010
Wortfechtereien bei Punk
Kurz vor dem Heiligen Fest noch ein wenig Besinnlichkeit: Ich schaue mir die Anzeigen von Punkrock-Vertrieben an und überlege mir, eine besinnliche Punkrockscheibe zu kaufen. Da fällt mir dann der »Contra-Onlineshop« quasi vor die Nase.
Ich kann weder gegen den Shop noch das dazu gehörige Label noch gegen die Menschen, die dahinter stehen, auch nur einen Ton sagen. Aber ich lese die Werbetexte zu den Platten und wundere mich.
Was muss ich von der Band Ghostbastardz halten, die folgendermaßen angepriesen wird? »Unverkrampft treffen die Ghostbastardz sowohl textlich wie auch musikalisch mitten ins Ziel.« Wenn sich einer als »unverkrampft« bezeichnet, heißt das ja irgendwas - ich komme nur nicht dahinter, was wirklich gemeint sein könnte ...
Schön ist auch »gehobener deutscher Punkrock«, der den Eastside Boys zugeschrieben wird. Heißt »gehoben« in dem Fall, dass man viele Fremdwörter benutzt, dass man Günther Grass vertont oder dass man einfach fleißig das Bierglas gehoben hat? Fragen über Fragen.
Oder The Ruckers, die als Berliner Vorzeige-Skinheads bezeichnet werden. »ehrlich, aufrecht, direkt und authentisch«, so sei die Band, wird mir versprochen. Und ich kann jetzt rätseln, was damit gemeint ist.
Ohne Schmarrn: Ich finde es lustig, wie man im ausklingenden Jahr 2010 den Punkrock zu vermarkten versucht. Manchmal klingt's als habe man versucht, möglichst viele Worthülsen zu verwenden, ohne etwas konkret sagen zu müssen.
Vor dreißig Jahren war Punk was neues, was rebellisches, vor zwanzig Jahren galt dasselbe für Hardcore, vor zehn Jahren meinetwegen noch für die neue deutsche Streetpunk-Welle. Zum Jahreswechsel 2010/11 braucht man Wortfechtereien, die nach Werbeagentur riechen, um neue und alte Bands anzupreisen. Schon seltsam ...
Ich kann weder gegen den Shop noch das dazu gehörige Label noch gegen die Menschen, die dahinter stehen, auch nur einen Ton sagen. Aber ich lese die Werbetexte zu den Platten und wundere mich.
Was muss ich von der Band Ghostbastardz halten, die folgendermaßen angepriesen wird? »Unverkrampft treffen die Ghostbastardz sowohl textlich wie auch musikalisch mitten ins Ziel.« Wenn sich einer als »unverkrampft« bezeichnet, heißt das ja irgendwas - ich komme nur nicht dahinter, was wirklich gemeint sein könnte ...
Schön ist auch »gehobener deutscher Punkrock«, der den Eastside Boys zugeschrieben wird. Heißt »gehoben« in dem Fall, dass man viele Fremdwörter benutzt, dass man Günther Grass vertont oder dass man einfach fleißig das Bierglas gehoben hat? Fragen über Fragen.
Oder The Ruckers, die als Berliner Vorzeige-Skinheads bezeichnet werden. »ehrlich, aufrecht, direkt und authentisch«, so sei die Band, wird mir versprochen. Und ich kann jetzt rätseln, was damit gemeint ist.
Ohne Schmarrn: Ich finde es lustig, wie man im ausklingenden Jahr 2010 den Punkrock zu vermarkten versucht. Manchmal klingt's als habe man versucht, möglichst viele Worthülsen zu verwenden, ohne etwas konkret sagen zu müssen.
Vor dreißig Jahren war Punk was neues, was rebellisches, vor zwanzig Jahren galt dasselbe für Hardcore, vor zehn Jahren meinetwegen noch für die neue deutsche Streetpunk-Welle. Zum Jahreswechsel 2010/11 braucht man Wortfechtereien, die nach Werbeagentur riechen, um neue und alte Bands anzupreisen. Schon seltsam ...
23 Dezember 2010
Schon wieder Fuchs-Aus
Als Kind las ich lieber »Fix & Foxi« als »Micky Maus«. Warum das so war, weiß ich nicht mehr, aber diese Freundschaft hält über Jahrzehnte hinweg. Vor einigen Jahren machte ich sogar ein »Fix & Foxi«-Buch, das allerdings mangels eines vernünftigen Vertriebs ein ziemlicher Flop wurde.
Trotzdem trifft es mich, wenn das Kinderheft eingestellt wird und wenn es keine vernünftigen Impulse mehr gibt, die alte Marke wiederzubeleben. Nach dem Aus in den frühen 90er Jahren gab es immer wieder Versuche - und jetzt scheiterte kurz vor Weihnachten der aktuellste.
Laut Branchendiensten hat die mir persönlich unbekannte Firma New Ground Publishing die Rechte zurückgegeben. Man schiebt es auf ominöse »Umstrukturierungsmaßnahmen«, und es trifft auch gleich einen Geschäftsführer.
Keine Ahnung, welche Gründe es wirklich waren, die zum Aus der kleinen Fuchs-Zwillinge führte. Traurig finde ich es trotzdem.
Trotzdem trifft es mich, wenn das Kinderheft eingestellt wird und wenn es keine vernünftigen Impulse mehr gibt, die alte Marke wiederzubeleben. Nach dem Aus in den frühen 90er Jahren gab es immer wieder Versuche - und jetzt scheiterte kurz vor Weihnachten der aktuellste.
Laut Branchendiensten hat die mir persönlich unbekannte Firma New Ground Publishing die Rechte zurückgegeben. Man schiebt es auf ominöse »Umstrukturierungsmaßnahmen«, und es trifft auch gleich einen Geschäftsführer.
Keine Ahnung, welche Gründe es wirklich waren, die zum Aus der kleinen Fuchs-Zwillinge führte. Traurig finde ich es trotzdem.
Crossover made by La Confianza
Der Begriff Crossover stammt ursprünglich aus dem Jazz, galt anfangs der 90er Jahre aber vor allem für die anfangs begeisternde Mischung aus Hardcore und HipHop. Irgendwann in den 90er Jahren war der Begriff für mich durch, und bei Crossover winkte ich nur noch ab. Entsprechend skeptisch ging ich an die Band La Confianza und ihre CD »Epochenjäger« ran.
Dabei handelt es sich um vier Typen aus der Region Franken, die allesamt ein wenig studentisch aussehen und genau die oben genannte Mischung spielen. Das ganze vermengen sie mit deutschsprachigen Texten, die sogar ziemlich clever sind, recht lange und mit einem durchaus politischen Gehalt. Schlaumeier-HipHop gewissermaßen.
Das lässt sich gut anhören, ärgert nie, reißt mich allerdings auch nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Wenn die Gitarren laut genug bratzen und krachen, gefällt's mir besser; mit Sprechgesang kann ich aber einfach nicht so viel anfangen.
Wer auf klassischen Crossover steht – ha, was für ein Widerspruch! –, dem könnte die Band mit ihrer CD gut bis sehr gut gefallen. Auf der Band-Homepage gibt's ausreichend Texte zum Lesen und Videos zum Gucken ...
Dabei handelt es sich um vier Typen aus der Region Franken, die allesamt ein wenig studentisch aussehen und genau die oben genannte Mischung spielen. Das ganze vermengen sie mit deutschsprachigen Texten, die sogar ziemlich clever sind, recht lange und mit einem durchaus politischen Gehalt. Schlaumeier-HipHop gewissermaßen.
Das lässt sich gut anhören, ärgert nie, reißt mich allerdings auch nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Wenn die Gitarren laut genug bratzen und krachen, gefällt's mir besser; mit Sprechgesang kann ich aber einfach nicht so viel anfangen.
Wer auf klassischen Crossover steht – ha, was für ein Widerspruch! –, dem könnte die Band mit ihrer CD gut bis sehr gut gefallen. Auf der Band-Homepage gibt's ausreichend Texte zum Lesen und Videos zum Gucken ...
22 Dezember 2010
Ich und altersmilde?
Ich hätte nie gedacht, dass ich mal bei Aussagen von CDU- und FDP-Parlamentariern applaudieren müsste. Silvana Koch-Mehrin von der FDP, die ja irgendwie Karlsruhe im Europa-Parlament vertritt, war mir in all den Jahren herzlich unsympathisch, und auf einmal sagt sie etwas, das sie gut findet.
Es geht um die unsägliche Glühbirnendiskussion. Ich gehöre ja zu den Leuten, die zuletzt die alten Glühbirnen gehamstert haben, weil ich die sogenannten Energiesparlampen komplett bescheuert finde.
Mag ja sein, dass man damit Energie sparen kann. (Den ganzen Unfug in Sachen Klimaschutz mag ich nicht einmal kommentieren. Der Popanz Klimaschutz ist eine riesige Seifenblase, die immer dann ins Gefecht geführt wird, wenn Politiker nichts sinnvolles zu melden haben. Dabei würde ein schlichtes »Energie und Ressourcen sparen, weil die endlich sind« zumindst mir reichen. Aber ich bin ja auch Schwabe und von Natur aus sparsam.)
Aber hundertprozentig sicher hole ich mir eine geballte Ladung Gift ins Wohn- und Schlafzimmer. Quecksilber ist fies, und das weiß man nicht erst seit kurzem.
Es ist erfreulich, dass das jetzt auch einige Politiker verstanden haben. (Wer sie für diese Erkenntnis gesponsert hat, will ich nicht wissen.) In ihrem typisch geschwurbelten Deutsch hat Silvana KM vorgeschlagen, das Verbot der Glühbirne zu stoppen. Da muss ich ihr ausnahmsweise zustimmen, da hat die Frau ja glatt mal recht.
Nur fühle ich mich jetzt völlig irritiert: Ein Lob für eine FDP-Politikerin? Werde ich altersmilde? Darüber muss ich über Weihnachten wohl dringend nachdenken.
Es geht um die unsägliche Glühbirnendiskussion. Ich gehöre ja zu den Leuten, die zuletzt die alten Glühbirnen gehamstert haben, weil ich die sogenannten Energiesparlampen komplett bescheuert finde.
Mag ja sein, dass man damit Energie sparen kann. (Den ganzen Unfug in Sachen Klimaschutz mag ich nicht einmal kommentieren. Der Popanz Klimaschutz ist eine riesige Seifenblase, die immer dann ins Gefecht geführt wird, wenn Politiker nichts sinnvolles zu melden haben. Dabei würde ein schlichtes »Energie und Ressourcen sparen, weil die endlich sind« zumindst mir reichen. Aber ich bin ja auch Schwabe und von Natur aus sparsam.)
Aber hundertprozentig sicher hole ich mir eine geballte Ladung Gift ins Wohn- und Schlafzimmer. Quecksilber ist fies, und das weiß man nicht erst seit kurzem.
Es ist erfreulich, dass das jetzt auch einige Politiker verstanden haben. (Wer sie für diese Erkenntnis gesponsert hat, will ich nicht wissen.) In ihrem typisch geschwurbelten Deutsch hat Silvana KM vorgeschlagen, das Verbot der Glühbirne zu stoppen. Da muss ich ihr ausnahmsweise zustimmen, da hat die Frau ja glatt mal recht.
Nur fühle ich mich jetzt völlig irritiert: Ein Lob für eine FDP-Politikerin? Werde ich altersmilde? Darüber muss ich über Weihnachten wohl dringend nachdenken.
21 Dezember 2010
Das Cape Greco
Erinnerungen an die Zypern-Reise vom Oktober 2010
Vom Hotel aus gingen wir an einem Vormittag los, immer an der Küste entlang und damit auch an der Grenze des Naturschutzgebietes Cape Greco. Im Prinzip handelt es sich um eine Halbinsel, die größtenteils aus karstigem bis felsigem Untergrund besteht, an der Küste teilweise pechschwarzer Stein, der völlig zerklüftet ist, im Inneren der Halbinsel teilweise mit Büschen und Bäumen bewachsen.
Anfangs gingen wir direkt am Strand entlang, überkletterten mannshohe Steine, zwischen denen wir leere Bierdosen und zerborstene Flaschen fanden, oder stolperten durchs Gebüsch, das teilweise bis an den Strand wucherte. Aber irgendwann ging es nicht weiter; wir krabbelten noch zur Küste und verließen uns auf die schön gemachten Wanderwege, die sich entlang der Küste und durch das Buschland zogen.
Die Luft war warm, aber nicht zu heiß, die Sonne schien, und in den Büschen wimmelte es von Leben. Wir sahen die üblichen Eidechsen und Vögel, erschraken einmal über eine schwarze Schlange, die aber schnell davon huschte, und betrachteten allerlei Insekten: Wer spazierengeht, hat auch Zeit sowie ein Auge für solche Dinge.
Ich fand die Buchten und Grotten schön; hätten wir Badesachen dabei gehabt, wären wir irgendwo sogar ins klare Wasser geklettert. Ab einem gewissen Punkt ging es nicht weiter: Es kam ein Sperrgebiet, irgendeine Funkanlage, die von Zäunen umgeben war. So wanderten wir an diesem Tag stundenlang durch die Gegend; zurück ging es über einen Radweg, der besser ausgebaut war und über den wir schneller vorankamen.
An einem anderen Tag wanderten wir dann in die andere Richtung, erreichten dann endlich den südöstlichsten Punkt der Europäischen Union. An dieser Stelle war der Fels zerklüftet und fast schwarz, Sandkristalle glitzerten in tiefen Rillen und Löchern. Wenn man nur auf den Fels schaute und das Meer ausblendete, sah das ganze aus wie die Landschaft eines fremden Planeten.
Das Cape Greco fand ich schön, und ich mochte jeden unserer Ausflüge in das Gelände hinein. Nicht mit dem Schwarzwald vergleichbar – aber das brauche ich im Urlaub ja nicht unbedingt ...
Vom Hotel aus gingen wir an einem Vormittag los, immer an der Küste entlang und damit auch an der Grenze des Naturschutzgebietes Cape Greco. Im Prinzip handelt es sich um eine Halbinsel, die größtenteils aus karstigem bis felsigem Untergrund besteht, an der Küste teilweise pechschwarzer Stein, der völlig zerklüftet ist, im Inneren der Halbinsel teilweise mit Büschen und Bäumen bewachsen.
Anfangs gingen wir direkt am Strand entlang, überkletterten mannshohe Steine, zwischen denen wir leere Bierdosen und zerborstene Flaschen fanden, oder stolperten durchs Gebüsch, das teilweise bis an den Strand wucherte. Aber irgendwann ging es nicht weiter; wir krabbelten noch zur Küste und verließen uns auf die schön gemachten Wanderwege, die sich entlang der Küste und durch das Buschland zogen.
Die Luft war warm, aber nicht zu heiß, die Sonne schien, und in den Büschen wimmelte es von Leben. Wir sahen die üblichen Eidechsen und Vögel, erschraken einmal über eine schwarze Schlange, die aber schnell davon huschte, und betrachteten allerlei Insekten: Wer spazierengeht, hat auch Zeit sowie ein Auge für solche Dinge.
Ich fand die Buchten und Grotten schön; hätten wir Badesachen dabei gehabt, wären wir irgendwo sogar ins klare Wasser geklettert. Ab einem gewissen Punkt ging es nicht weiter: Es kam ein Sperrgebiet, irgendeine Funkanlage, die von Zäunen umgeben war. So wanderten wir an diesem Tag stundenlang durch die Gegend; zurück ging es über einen Radweg, der besser ausgebaut war und über den wir schneller vorankamen.
An einem anderen Tag wanderten wir dann in die andere Richtung, erreichten dann endlich den südöstlichsten Punkt der Europäischen Union. An dieser Stelle war der Fels zerklüftet und fast schwarz, Sandkristalle glitzerten in tiefen Rillen und Löchern. Wenn man nur auf den Fels schaute und das Meer ausblendete, sah das ganze aus wie die Landschaft eines fremden Planeten.
Das Cape Greco fand ich schön, und ich mochte jeden unserer Ausflüge in das Gelände hinein. Nicht mit dem Schwarzwald vergleichbar – aber das brauche ich im Urlaub ja nicht unbedingt ...
20 Dezember 2010
Rolf Miller im Auto
Rolf Miller kannte ich bislang aus dem Fernsehen; der Mann ist Kabarettist, aber einer von der ruhigen Sorte. Zu seinem Programm gehört, dass er in Jeans und T-Shirt auf einem Stuhl sitzt, ganz der gemütliche Mann von nebenan, und über sich, sein Leben und die Gesellschaft laut nachdenkt.
Im Dezember bekam ich eine CD geschenkt, auf der sich ein Programm des Kabarettisten befindet. Das Ding heißt »Der Spaß ist voll«, und es zeigt, dass der Mann auch »ohne Bild« wunderbar funktioniert.
In seiner Rolle als leicht vertrottelter Spießer, der von seiner Frau nur als »die ... ähm ... die Ding« spricht, der sich stotternd über die Wirren der Welt aufregt und der immer mal wieder albern loslacht, ist er einfach großartig.
Seine Sätze, die vor sich hin mäandern, die zeitweise richtig blöd klingen, strotzen allerdings vor Wortwitz und doppelbödigen Aussagen; ich hörte die CD beim Autofahren an und musste immer wieder lachen. Das beste ist ja, dass man sie auch zweimal hören kann. So ging's mir – beim zweiten Mal mit Beifahrerin –, und ich lachte trotzdem wieder die meiste Zeit über die Witze.
Für längere Autofahrten in den Urlaub hatten wir bislang eine CD von Hagen Rether als Allheilmittel, bei der man auch beim dritten und vierten Mal noch lachen kann. Ich nehme an, dass sich Rolf Miller künftig in diesen Kanon des schrägen Humors einreihen wird. Bingo!
Im Dezember bekam ich eine CD geschenkt, auf der sich ein Programm des Kabarettisten befindet. Das Ding heißt »Der Spaß ist voll«, und es zeigt, dass der Mann auch »ohne Bild« wunderbar funktioniert.
In seiner Rolle als leicht vertrottelter Spießer, der von seiner Frau nur als »die ... ähm ... die Ding« spricht, der sich stotternd über die Wirren der Welt aufregt und der immer mal wieder albern loslacht, ist er einfach großartig.
Seine Sätze, die vor sich hin mäandern, die zeitweise richtig blöd klingen, strotzen allerdings vor Wortwitz und doppelbödigen Aussagen; ich hörte die CD beim Autofahren an und musste immer wieder lachen. Das beste ist ja, dass man sie auch zweimal hören kann. So ging's mir – beim zweiten Mal mit Beifahrerin –, und ich lachte trotzdem wieder die meiste Zeit über die Witze.
Für längere Autofahrten in den Urlaub hatten wir bislang eine CD von Hagen Rether als Allheilmittel, bei der man auch beim dritten und vierten Mal noch lachen kann. Ich nehme an, dass sich Rolf Miller künftig in diesen Kanon des schrägen Humors einreihen wird. Bingo!
19 Dezember 2010
Badisch-gemütlich
Durch fieses Schneetreiben kämpften wir uns nach Durlach durch. Klingt spannend, ist aber übertrieben ... Tatsächlich kamen wir trotz Eis und Schnee an diesem Wochenende zur »Alten Schmiede« im Karlsruher Ortsteil Durlach; dieses Restaurant erfreut sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit, weshalb man stets einen Tisch reservieren muss.
Der Laden ist vor allem wegen seiner Optik und seiner Speisekarte beliebt. Die Karte ist im badischen Dialekt verfasst, die Optik ist auf alt getrimmt. Das mag ein bisschen übertrieben sein, kommt aber immer gut an.
Für Vegetarier ist das kein ideales Restaurant: Es gibt außer den Salaten (»ich kann Ihnen einen Salat mit Lachsstreifen empfehlen« - arrrrrgl) praktisch nur ein einziges Gericht, und das sind Käsespätzle. Nun ja ... Wer aber gerne Fleischgerichte mit regionalem Charme ist, ist hier richtig.
Meine Begleiter verspeisten tote Tiere mit wachsender Begeisterung, während ich ihre Beilagen plünderte, mich über die Gemüsebrühe als Vorspeise und die Käsespätzle freute und ansonsten - ich war Fahrer - wegen der Wetterverhältnisse bei alkoholfreiem Bier blieb. Klingt jetzt fast asketisch, war aber sehr nett.
Meine Stammkneipe wird's nicht. Will ich aber jemandem zeigen, was »badische Gemütlichkeit« bedeutet, ist dieses Lokal sicher bald wieder meine erste Wahl ...
Der Laden ist vor allem wegen seiner Optik und seiner Speisekarte beliebt. Die Karte ist im badischen Dialekt verfasst, die Optik ist auf alt getrimmt. Das mag ein bisschen übertrieben sein, kommt aber immer gut an.
Für Vegetarier ist das kein ideales Restaurant: Es gibt außer den Salaten (»ich kann Ihnen einen Salat mit Lachsstreifen empfehlen« - arrrrrgl) praktisch nur ein einziges Gericht, und das sind Käsespätzle. Nun ja ... Wer aber gerne Fleischgerichte mit regionalem Charme ist, ist hier richtig.
Meine Begleiter verspeisten tote Tiere mit wachsender Begeisterung, während ich ihre Beilagen plünderte, mich über die Gemüsebrühe als Vorspeise und die Käsespätzle freute und ansonsten - ich war Fahrer - wegen der Wetterverhältnisse bei alkoholfreiem Bier blieb. Klingt jetzt fast asketisch, war aber sehr nett.
Meine Stammkneipe wird's nicht. Will ich aber jemandem zeigen, was »badische Gemütlichkeit« bedeutet, ist dieses Lokal sicher bald wieder meine erste Wahl ...
18 Dezember 2010
Schräger Sampler von I Love Marbach
Das Label I Love Marbach Records ist – wenn ich das richtig kapiert habe – ein musikalisches Kollektiv, das alle möglichen Interessen zusammenfasst. Von den Bands und Musikprojekten, die zumeist aus Erfurt stammen, gibt es seit November 2009 einen Sampler, den ich mir jetzt mehrfach angehört habe.
Der Titel ist schon ungewöhnlich: »001:04:00.00« klingt nicht nach einer Band und schon gar nicht nach einem Musikstil. Und das ist auch das, was für die gesamte CD spricht: Der Sound ist extrem abwechslungsreich, mal ist es Elektro-Gewummer, dann wieder schräges Songwriter-und-Gitarre-Geklimper, dann wieder krachige Rock-Musik.
Aus diesem Grund kann ich auch keine echte Empfehlung geben. Die CD habe ich mehrfach angehört – und je nach Tageslaune gefallen mir die Stücke oder eben auch nicht. Das ist vorher nicht zu bestimmen. Interessant und ungewöhnlich ist die Zusammenstellung allemal.
Wahrscheinlich ist es eh sinnvoller, sich die Homepage genauer anzuschauen, um sich ein Bild zu machen. So richtig vermitteln kann ich das ja eh nicht ...
Der Titel ist schon ungewöhnlich: »001:04:00.00« klingt nicht nach einer Band und schon gar nicht nach einem Musikstil. Und das ist auch das, was für die gesamte CD spricht: Der Sound ist extrem abwechslungsreich, mal ist es Elektro-Gewummer, dann wieder schräges Songwriter-und-Gitarre-Geklimper, dann wieder krachige Rock-Musik.
Aus diesem Grund kann ich auch keine echte Empfehlung geben. Die CD habe ich mehrfach angehört – und je nach Tageslaune gefallen mir die Stücke oder eben auch nicht. Das ist vorher nicht zu bestimmen. Interessant und ungewöhnlich ist die Zusammenstellung allemal.
Wahrscheinlich ist es eh sinnvoller, sich die Homepage genauer anzuschauen, um sich ein Bild zu machen. So richtig vermitteln kann ich das ja eh nicht ...
17 Dezember 2010
Erinnerungen an Prag
In den letzten Wochen brachte ich einige Folgen von »Der Redakteur erinnert sich« auf die PERRY RHODAN-Homepage. Hier kurz eine Auflistung mit passenden Erläuterungen ...
»Mit Robert in Prag« ist der Titel des ersten Textes, in dem ich eine Reise nach Prag und Chotebor schilderte. Im Mai 1999 war ich dort mit dem leider schon verstorbenen Autor Robert Feldhoff unterwegs.
In »Interview-Tour durch Prager Kneipen« setzt sich dieser Bericht fort. Wir hatten eine Reihe von Pressegesprächen, weil wir neue Romane auf den tschechischen Markt bringen wollten.
Der dritte und abschließende Teil kam gestern auf die Homepage: »Mein erster Trip nach Chotebor« berichtet vom AvalCon, dem tschechischen Nationalcon, und das war schon einigermaßen seltsam.
»Mit Robert in Prag« ist der Titel des ersten Textes, in dem ich eine Reise nach Prag und Chotebor schilderte. Im Mai 1999 war ich dort mit dem leider schon verstorbenen Autor Robert Feldhoff unterwegs.
In »Interview-Tour durch Prager Kneipen« setzt sich dieser Bericht fort. Wir hatten eine Reihe von Pressegesprächen, weil wir neue Romane auf den tschechischen Markt bringen wollten.
Der dritte und abschließende Teil kam gestern auf die Homepage: »Mein erster Trip nach Chotebor« berichtet vom AvalCon, dem tschechischen Nationalcon, und das war schon einigermaßen seltsam.
16 Dezember 2010
Schöner Start zu einer Anthologie-Reihe
Ich mag ja Produkte von kleinen Verlagen, und in den letzten Jahren habe ich da auch immer wieder Geld ausgegeben. Einer dieser kleinen Verlag ist der Wunderwaldverlag, in dem Erik Schreiber jetzt eine Reihe von Anthologien herausgeben möchte. Erik selbst ist mir seit über einem Vierteljahrhundert bekannt – und mit »Geheimnisvolle Geschichten 1« liegt die erste Anthologie vor.
Werbewirksam wurde der Name Markus Heitz aufs ansonsten eher schlichte Cover gedruckt; immerhin hat der Bestsellerautor eine Geschichte beigesteuert. Ansonsten ist das rund 150 Seiten starke Taschenbuch sauber gedruckt, es wirkt recht professionell.
Die sieben Geschichten spielen in unterschiedlichen Genres, mal ein bisschen Fantasy (gelungen die Story von Petra Jörns), mal ein wenig Horror (hier zeigt Markus Heitz, das er gut mit den Erwartungen spielen kann), sogar eine SF-Satire (Erik Schreiber mit einem kurzen Text). So richtig begeistert hat mich keine der Geschichten, schlecht ist aber auch keine.
Im Verlauf der letzten Jahre habe ich schlechtere Anthologien aus Kleinverlagen in den Fingern gehalten. Ich habe mich bei »Geheimnisvolle Geschichten 1« gut unterhalten. Und das ist nicht das schlechteste beim Start einer neuen Reihe.
Werbewirksam wurde der Name Markus Heitz aufs ansonsten eher schlichte Cover gedruckt; immerhin hat der Bestsellerautor eine Geschichte beigesteuert. Ansonsten ist das rund 150 Seiten starke Taschenbuch sauber gedruckt, es wirkt recht professionell.
Die sieben Geschichten spielen in unterschiedlichen Genres, mal ein bisschen Fantasy (gelungen die Story von Petra Jörns), mal ein wenig Horror (hier zeigt Markus Heitz, das er gut mit den Erwartungen spielen kann), sogar eine SF-Satire (Erik Schreiber mit einem kurzen Text). So richtig begeistert hat mich keine der Geschichten, schlecht ist aber auch keine.
Im Verlauf der letzten Jahre habe ich schlechtere Anthologien aus Kleinverlagen in den Fingern gehalten. Ich habe mich bei »Geheimnisvolle Geschichten 1« gut unterhalten. Und das ist nicht das schlechteste beim Start einer neuen Reihe.
15 Dezember 2010
Saturday's Heroes mit mitreißendem Sound
Der Begriff Streetpunk war vor etwa einem Vierteljahrhundert eher auf die Bahnhofspunker-Szene gemünzt. Nimmt man heute diesen Begriff, meint man eigentlich den »modernen Oi!«, gerne auch mit einem Schuss »allgemeine Rockmusik« vermengt. Seit die Dropkick Murphys und andere Bands in den 90er Jahren losgelegt haben, wird das ganze manchmal schunkelig und manchmal auch folkig.
All das kann man über die junge schwedische Band Saturday's Heroes auch sagen. Ihre erste Platte heißt »Set To Sail«, kam hierzulande bei Bandworm Records raus, sieht schick aus und enthält ein Dutzend schmissiger Stücke, die allesamt gut unterhalten, meist gut nach vorne gehen und nur gelegentlich ins Schunkeln verfallen. Die Burschen sind jung, und ihre Platte ist richtig gelungen.
Selbstverständlich erfinden sie das Rad nicht neu. In Schweden, wo in den letzten 15 Jahren haufenweise neue Bands aus dem Boden geschossen sind, die aufgrund ihrer Texte und ihrer Musik im Punkrock-Geschäft international vermarktet werden können, passen sie gut in die Landschaft. Und hierzulande werden sie genügend Punkrocker und Skinheads mit ihrer Musik begeistern können.
Textlich bleibt man auf der sicheren Seite. Es geht um die Szene, es wird ein wenig politisch, und eine tüchtige Portion Pathos darf nicht fehlen. Alles in allem eine Platte, die mich nicht umfegt, die ich aber in den letzten Wochen immer mal wieder gern gehört habe. Wer Streetpunk der »modernen Art« mag, sollte unbedingt reinhören.
All das kann man über die junge schwedische Band Saturday's Heroes auch sagen. Ihre erste Platte heißt »Set To Sail«, kam hierzulande bei Bandworm Records raus, sieht schick aus und enthält ein Dutzend schmissiger Stücke, die allesamt gut unterhalten, meist gut nach vorne gehen und nur gelegentlich ins Schunkeln verfallen. Die Burschen sind jung, und ihre Platte ist richtig gelungen.
Selbstverständlich erfinden sie das Rad nicht neu. In Schweden, wo in den letzten 15 Jahren haufenweise neue Bands aus dem Boden geschossen sind, die aufgrund ihrer Texte und ihrer Musik im Punkrock-Geschäft international vermarktet werden können, passen sie gut in die Landschaft. Und hierzulande werden sie genügend Punkrocker und Skinheads mit ihrer Musik begeistern können.
Textlich bleibt man auf der sicheren Seite. Es geht um die Szene, es wird ein wenig politisch, und eine tüchtige Portion Pathos darf nicht fehlen. Alles in allem eine Platte, die mich nicht umfegt, die ich aber in den letzten Wochen immer mal wieder gern gehört habe. Wer Streetpunk der »modernen Art« mag, sollte unbedingt reinhören.
Jetzt auch als Epub

Mein Buch »Das Tier von Garoua - Abenteuer Alltag in Afrika« ist seit drei Jahren auf dem Markt, in Form eines Taschenbuches sowie auch als eBook. Seit einigen Tagen kann die Sammlung von Erzählungen und Kurzgeschichten zusätzlich im modernen epub-Format heruntergeladen werden.
Das ist für all die Menschen interessant, die gerne »mobil lesen« möchten. Das Buch kann jetzt beispielsweise auf den Sony Reader geladen werden, und weitere Geräte und Plattformen dürften alsbald folgen.
Ich finde so was klasse: Selbst kann ich's zwar nicht herunterladen, weil mir nach wie vor das entsprechende Endgerät fehlt - aber »mein Verlag« ist hier erfreulich aktiv und spielt bei den neuen Möglichkeiten vorne mit. Sehr schön!
Es gibt jetzt eigentlich nur ein Problem: Ich kann solche Bücher nicht signieren. Wer also eine Unterschrift in sein Buch gemalt haben möchte, muss weiterhin eine Print-Ausgabe in der örtlichen Buchhandlung kaufen.
14 Dezember 2010
Zombies made in Germany
Den Film »Rammbock« verpasste ich, als er im Kino kam. Er sprach mich nicht an, die Mixtur aus Zombiefilm und Berlindrama hielt ich für uninteressant. Doch jetzt kam er im Fernsehen, ausgerechnet im »Kleinen Fernsehspiel« des ZDF – und ich fand ihn richtig gut.
Klar wird ein Zombiefilm nie dazu beitragen, niveauvolle Unterhaltung unters Volk zu streuen. Aber die Gruppe junger Leute (Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler sind meist jung) hat es geschafft, einen richtig spannenden Streifen hinzutrimmen, der mich bestens unterhalten hat.
Es gibt einige blutige Szenen, aber die halten sich in Grenzen. Im wesentlichen geht es um die Flucht und die Angst des Helden und seiner unfreiwilligen Begleiter, es geht um die Isolierung in einem Wohnhaus, das von Zombies belagert wird, und es geht vor allem um eine unerfüllte Liebe, auf die ein schräges Happy End wartet.
Alles in allem ein packender Streifen, den ich mir vielleicht noch im Kino anschauen werde. Wer ihn bislang verpasst hat und auch im ZDF nicht zugucken mochte, muss wohl auf die DVD warten. Und guckt sich so lange bitteschön den offiziellen Trailer an.
Klar wird ein Zombiefilm nie dazu beitragen, niveauvolle Unterhaltung unters Volk zu streuen. Aber die Gruppe junger Leute (Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler sind meist jung) hat es geschafft, einen richtig spannenden Streifen hinzutrimmen, der mich bestens unterhalten hat.
Es gibt einige blutige Szenen, aber die halten sich in Grenzen. Im wesentlichen geht es um die Flucht und die Angst des Helden und seiner unfreiwilligen Begleiter, es geht um die Isolierung in einem Wohnhaus, das von Zombies belagert wird, und es geht vor allem um eine unerfüllte Liebe, auf die ein schräges Happy End wartet.
Alles in allem ein packender Streifen, den ich mir vielleicht noch im Kino anschauen werde. Wer ihn bislang verpasst hat und auch im ZDF nicht zugucken mochte, muss wohl auf die DVD warten. Und guckt sich so lange bitteschön den offiziellen Trailer an.
13 Dezember 2010
Zauberkreis sagte ab
In der ersten Hälfte der 80er Jahre glaubte ich, nachdem ich einige Veröffentlichungen auf die Beine bekommen hatte, die große Schriftsteller-Karriere warte auf mich. Schriftsteller im Science-Fiction-Bereich natürlich, denn am liebsten las ich zu der Zeit eben Science Fiction.
Also versuchte ich mich an einem eigenständigen Roman, den ich an die damaligen Lektorate schickte; mühsam kopierte ich zuvor jedes Blatt einzeln auf dem Kopierer in dem Supermarkt, in dem ich zu jener Zeit noch arbeitete. Und sehnsüchtig wartete ich danach auf Antwort.
Am 5. März 1984 meldete sich Frau Sauer vom Zauberkreis-Verlag, der damals in der Karlsruher Straße 22 in Rastatt ansässig war. Frau Sauer arbeitete im SF-Lektorat, und sie leitete mir die Beurteilung eines leider anonymen Außenlektorats weiter.
»Die Story ist vom Inhalt nicht sehr attraktiv«, schrieb sie. »Es fehlt der Clou - irgendein geheimnisvoller Aufhänger, der sich durch die Story zieht und den Leser in Atem hält.« Hole ich mir den Text in Erinnerung, hat sie recht: Die Flucht meines »Helden« aus einer Kuppelstadt strotzte nicht unbedingt vor Intelligenz.
»Auch der Stil ist nicht actionbetont«, ging die Kritik weiter. »Vieles, wie die Fluchtszene, wird zu breit und zu ausführlich behandelt. Das gilt auch für die Parallelhandlung, die keine Spannung hergibt.« Damit hatte das Lektorat, das damit meinen Text ablehnte, selbstverständlich ebenfalls recht.
Im Nachhinein bin ich ja froh; man stelle sich vor, Zauberkreis hätte damals meinen Roman genommen - selbstverständlich erst nach gründlichem Umarbeiten. Keine Ahnung, was dann heute mit mir wäre; womöglich wäre ich ein mehr oder weniger erfolgreicher Autor ...
Also versuchte ich mich an einem eigenständigen Roman, den ich an die damaligen Lektorate schickte; mühsam kopierte ich zuvor jedes Blatt einzeln auf dem Kopierer in dem Supermarkt, in dem ich zu jener Zeit noch arbeitete. Und sehnsüchtig wartete ich danach auf Antwort.
Am 5. März 1984 meldete sich Frau Sauer vom Zauberkreis-Verlag, der damals in der Karlsruher Straße 22 in Rastatt ansässig war. Frau Sauer arbeitete im SF-Lektorat, und sie leitete mir die Beurteilung eines leider anonymen Außenlektorats weiter.
»Die Story ist vom Inhalt nicht sehr attraktiv«, schrieb sie. »Es fehlt der Clou - irgendein geheimnisvoller Aufhänger, der sich durch die Story zieht und den Leser in Atem hält.« Hole ich mir den Text in Erinnerung, hat sie recht: Die Flucht meines »Helden« aus einer Kuppelstadt strotzte nicht unbedingt vor Intelligenz.
»Auch der Stil ist nicht actionbetont«, ging die Kritik weiter. »Vieles, wie die Fluchtszene, wird zu breit und zu ausführlich behandelt. Das gilt auch für die Parallelhandlung, die keine Spannung hergibt.« Damit hatte das Lektorat, das damit meinen Text ablehnte, selbstverständlich ebenfalls recht.
Im Nachhinein bin ich ja froh; man stelle sich vor, Zauberkreis hätte damals meinen Roman genommen - selbstverständlich erst nach gründlichem Umarbeiten. Keine Ahnung, was dann heute mit mir wäre; womöglich wäre ich ein mehr oder weniger erfolgreicher Autor ...
12 Dezember 2010
Warten auf Paphos
Erinnerung an den Zypern-Trip im November 2010
Wir starteten bei der Rückreise in Larnaca und hatten nach einer halben Stunde Flugzeit gleich eine Zwischenlandung. Die fand auf der anderen Seite der Insel statt, in Paphos. Das ist das touristische Highlight der Insel, und deshalb stiegen dort viele Touristen zu.
Wir hatten eine Stunde oder mehr Aufenthalt, und wir mussten dafür die Maschine verlassen. Also schlenderten wir gelangweilt durch das Flughafengebäude, schauten uns den überschauberen Duty-Free-Shop an, guckten gelangweilt auf den Flugplatz hinaus und leisteten uns zuletzt für wenig Geld eine Limonade.
Mit der saßen wir dann in einer Ecke, schon reichlich übermüdet und zermatscht vom vielen Warten, und stierten in die Flughafenhalle. Ich war zu zermatscht, um in meinem Buch weiterzulesen.
Die meisten Menschen wirkten in Eile, nur eine große Gruppe von Reisenden gammelte ganz offensichtlich herum: Es waren kanadische Soldaten, Männer wie Frauen, die in allen möglichen Sitzgelegenheiten saßen und lagen, teils miteinander redeten, zumeist aber schliefen.
»Die haben die richtige Soldaten-Einstellung«, mutmaßte ich. »Man nutzt jede Chance, die man hat, um einschlafen zu können, weil man ja nicht weiß, wann man die nächste Chance hat.« Wobei ich mir den Einsatz kanadischer Truppen auf Zypern alles andere als anstrengend vorstellte ...
Wir starteten bei der Rückreise in Larnaca und hatten nach einer halben Stunde Flugzeit gleich eine Zwischenlandung. Die fand auf der anderen Seite der Insel statt, in Paphos. Das ist das touristische Highlight der Insel, und deshalb stiegen dort viele Touristen zu.
Wir hatten eine Stunde oder mehr Aufenthalt, und wir mussten dafür die Maschine verlassen. Also schlenderten wir gelangweilt durch das Flughafengebäude, schauten uns den überschauberen Duty-Free-Shop an, guckten gelangweilt auf den Flugplatz hinaus und leisteten uns zuletzt für wenig Geld eine Limonade.
Mit der saßen wir dann in einer Ecke, schon reichlich übermüdet und zermatscht vom vielen Warten, und stierten in die Flughafenhalle. Ich war zu zermatscht, um in meinem Buch weiterzulesen.
Die meisten Menschen wirkten in Eile, nur eine große Gruppe von Reisenden gammelte ganz offensichtlich herum: Es waren kanadische Soldaten, Männer wie Frauen, die in allen möglichen Sitzgelegenheiten saßen und lagen, teils miteinander redeten, zumeist aber schliefen.
»Die haben die richtige Soldaten-Einstellung«, mutmaßte ich. »Man nutzt jede Chance, die man hat, um einschlafen zu können, weil man ja nicht weiß, wann man die nächste Chance hat.« Wobei ich mir den Einsatz kanadischer Truppen auf Zypern alles andere als anstrengend vorstellte ...
11 Dezember 2010
Herausragendes Magazin mit letzter Ausgabe
Manche Sachen dauern länger; bei mir ist das häufig die Lektüre aktueller Dinge. Schließlich geht ständig etwas aus dem »Perryversum« vor, da bleibt dann nicht immer die nötige Zeit für privates Schmökern. Aus diesem Grund beendete ich auch dieser Tage erst die Lektüre der vierten Ausgabe von »Pandora«.
Dabei handelt, nein, handelte es sich um ein Magazin für Science Fiction und Fantasy. Einen der Herausgeber kenne ich seit vielen Jahren; es ist der Ex-Freiburger Hannes Riffel, der in Berlin unter anderem für den Otherland-Buchladen (ehemals Ufo-Buchladen) in Kreuzberg verantwortlich ist, wenn er sein Geld nicht gerade als Lektor, Herausgeber und Übersetzer verdient. Der andere Herausgeber ist Jakob Schmidt, den ich nur vom Namen und von seinen teilweise recht intellektuellen Texten her kenne.
Gemeinsam haben die beiden vier Ausgaben von »Pandora« herausgebracht. Die vierte, also diejenige, die ich zuletzt gelesen habe, stammt bereits aus dem Herbst 2009 – das ist ganz schön lange her. Aber ich habe nicht bereut, das Magazin von vorne bis hinten gelesen zu haben.
Magazin? 272 Seiten in einem Format, das ein wenig über dem gängiger Hardcover ist, gesetzt mit Texten, die mehr Inhalt haben als ein 500-Seiten-Buch? Magazin? Na gut, bei dem Begriff geht es ja um Erscheinungsweise und Vertriebsform, trotzdem wirkt das Wort hier ein wenig falsch.
Dafür stimmt der Inhalt hundertprozentig. Neben Buchbesprechungen und Artikeln (unter anderem über Philip K. Dick und Kurd Lasswitz) gibt es vor allem Erzählungen, allesamt sehr gut illustriert.
Ich mochte vor allem den beeindruckenden Kurzroman »Flammen«, der in den »Pandora«-Ausgaben 3 und 4 veröffentlicht wurde und den ich erst jetzt komplett gelesen habe – da geht's um menschliche Kolonisten auf einem fremden Planeten und deren Probleme und Gefühle und vor allem um dramatische Öko-Entwicklungen und gesellschaftliche Hintergründe.
Klingt schwierig, ist aber faszinierend zu lesen. Dazu kommen andere Geschichten, unter anderem von Autoren wie Jeffrey Thomas (dessen »Punktown«-Geschichten ich eh mag) oder Wolfgang Jeschke (der »große alte Mann der deutschen SF«). Eine starke Sammlung von »gehobener« Science Fiction.
Das beeindruckende Buch/Magazin kostete 16,90 Euro – ein Betrag, der wirklich gut angelegt ist. Ich find's schade, dass »Pandora« schon eingestellt wird, und ich kann das Magazin auch im Nachhinein nur jedem empfehlen. Gibt's ja immer noch über die Homepage des Verlages ...
Dabei handelt, nein, handelte es sich um ein Magazin für Science Fiction und Fantasy. Einen der Herausgeber kenne ich seit vielen Jahren; es ist der Ex-Freiburger Hannes Riffel, der in Berlin unter anderem für den Otherland-Buchladen (ehemals Ufo-Buchladen) in Kreuzberg verantwortlich ist, wenn er sein Geld nicht gerade als Lektor, Herausgeber und Übersetzer verdient. Der andere Herausgeber ist Jakob Schmidt, den ich nur vom Namen und von seinen teilweise recht intellektuellen Texten her kenne.
Gemeinsam haben die beiden vier Ausgaben von »Pandora« herausgebracht. Die vierte, also diejenige, die ich zuletzt gelesen habe, stammt bereits aus dem Herbst 2009 – das ist ganz schön lange her. Aber ich habe nicht bereut, das Magazin von vorne bis hinten gelesen zu haben.
Magazin? 272 Seiten in einem Format, das ein wenig über dem gängiger Hardcover ist, gesetzt mit Texten, die mehr Inhalt haben als ein 500-Seiten-Buch? Magazin? Na gut, bei dem Begriff geht es ja um Erscheinungsweise und Vertriebsform, trotzdem wirkt das Wort hier ein wenig falsch.
Dafür stimmt der Inhalt hundertprozentig. Neben Buchbesprechungen und Artikeln (unter anderem über Philip K. Dick und Kurd Lasswitz) gibt es vor allem Erzählungen, allesamt sehr gut illustriert.
Ich mochte vor allem den beeindruckenden Kurzroman »Flammen«, der in den »Pandora«-Ausgaben 3 und 4 veröffentlicht wurde und den ich erst jetzt komplett gelesen habe – da geht's um menschliche Kolonisten auf einem fremden Planeten und deren Probleme und Gefühle und vor allem um dramatische Öko-Entwicklungen und gesellschaftliche Hintergründe.
Klingt schwierig, ist aber faszinierend zu lesen. Dazu kommen andere Geschichten, unter anderem von Autoren wie Jeffrey Thomas (dessen »Punktown«-Geschichten ich eh mag) oder Wolfgang Jeschke (der »große alte Mann der deutschen SF«). Eine starke Sammlung von »gehobener« Science Fiction.
Das beeindruckende Buch/Magazin kostete 16,90 Euro – ein Betrag, der wirklich gut angelegt ist. Ich find's schade, dass »Pandora« schon eingestellt wird, und ich kann das Magazin auch im Nachhinein nur jedem empfehlen. Gibt's ja immer noch über die Homepage des Verlages ...
10 Dezember 2010
Wer zu schnell kürzt ...
Im aktuellen »Fandom Observer« sind gleich drei Buchbesprechungen von mir zu finden. Der Herausgeber hat mich nach Material gefragt, und ich habe geliefert. Bei der heutigen Lektüre der Ausgabe 258 habe ich mich allerdings glatt über schlimmes Deutsch geärgert. Wohlgemerkt in meinen eigenen Rezensionen ...
Des Rätsels Lösung: Ich habe - nach Absprache natürlich - Rezensionen genommen, die ich bereits im Internet publiziert hatte. Für den »Fandom Observer« wurden diese selbstverständlich umgeschrieben und leicht bearbeitet, vor allem um »Rhodanismen« gekürzt. Ich schreibe ja schließlich für ein anderes Publikum.
Das musste schnell gehen, wie so oft. Und beim Kürzen haute es dabei ganze Worte bis halbe Sätze auch an den Stellen weg, wo diese richtig gewesen wären. Die Folge sind einige blöde Holpereien.
Mist. Was lernen wir daraus? Auch unter Zeitdruck sollte man sich genügend Zeit fürs Schreiben nehmen ...
Des Rätsels Lösung: Ich habe - nach Absprache natürlich - Rezensionen genommen, die ich bereits im Internet publiziert hatte. Für den »Fandom Observer« wurden diese selbstverständlich umgeschrieben und leicht bearbeitet, vor allem um »Rhodanismen« gekürzt. Ich schreibe ja schließlich für ein anderes Publikum.
Das musste schnell gehen, wie so oft. Und beim Kürzen haute es dabei ganze Worte bis halbe Sätze auch an den Stellen weg, wo diese richtig gewesen wären. Die Folge sind einige blöde Holpereien.
Mist. Was lernen wir daraus? Auch unter Zeitdruck sollte man sich genügend Zeit fürs Schreiben nehmen ...
Amari mit italienischem Pop
Früher hätte ich gesagt, »Dancefloor-Music« sei pauschal Mist. Doch seit ich Faithless vor vielen Jahren live in Karlsruhe gesehen habe, bekomme ich Stücke wie »God Is A DJ« nicht aus dem Kopf. Das ist meilenweit weg vom Punk, aber dennoch ziemlich klasse.
Entsprechend interessiert ging ich an die italienische Band Amari ran. Von der Kapelle liegt mir die CD »Poweri« vor, die ziemlich abwechslungsreich ist. Mal fiepen und klimpern die Computer, mal wird mit tief hängenden Gitarren tatsächlich gerockt, dass es eine Freude ist. Wer sich ein Stück wie »Girls On Vodka« ausdenkt, kann kein schlechter Mensch sein.
Kurzum: Das hat echt was. Meine Lieblingsband wird Amari aber sicher nicht ...
Entsprechend interessiert ging ich an die italienische Band Amari ran. Von der Kapelle liegt mir die CD »Poweri« vor, die ziemlich abwechslungsreich ist. Mal fiepen und klimpern die Computer, mal wird mit tief hängenden Gitarren tatsächlich gerockt, dass es eine Freude ist. Wer sich ein Stück wie »Girls On Vodka« ausdenkt, kann kein schlechter Mensch sein.
Kurzum: Das hat echt was. Meine Lieblingsband wird Amari aber sicher nicht ...
09 Dezember 2010
Beim Schuster
Nur wenige hundert Meter von meiner Haustür entfernt gibt es eine winzigkleine Schuhmacher-Werkstatt. In einem Raum, der nicht viel größer ist als mein Arbeitszimmer daheim, sitzt ein türkisch sprechender Mann, der schon ein wenig älter wirkt, und leistet für gutes Geld hervorragende Arbeit.
Zu diesem brachte ich kurz vor dem Winter meine Stiefel. »Die sind nicht mehr gut«, sagte ich, zeigte auf die Sohlen und gab sie ihm. »Können Sie die reparieren?«
Er nahm die Schuhe, drehte sie in der Hand, betrachtete die völlig abgelatschte Sohle. »Für Arbeit?«, fragte er dann.
Kurz überlegte ich, ob ich ihm die Wahrheit sagen sollte. Dann nickte ich. »Ja«, log ich. »Die sind für die Arbeit.«
Er nickte, machte sich an die Arbeit, am nächsten Tag waren die Schuhe neu besohlt. Ich hatte kein schlechtes Gewissen angesichts meiner Lüge. Hätte der Mann verstanden, was ich meinte, wenn ich die Wahrheit gesagt hätte?
»Nein, das sind keine Arbeitsschuhe«, hätte ich gesagt. »Das sind meine Tanzschuhe. Für Pogo.«
Zu diesem brachte ich kurz vor dem Winter meine Stiefel. »Die sind nicht mehr gut«, sagte ich, zeigte auf die Sohlen und gab sie ihm. »Können Sie die reparieren?«
Er nahm die Schuhe, drehte sie in der Hand, betrachtete die völlig abgelatschte Sohle. »Für Arbeit?«, fragte er dann.
Kurz überlegte ich, ob ich ihm die Wahrheit sagen sollte. Dann nickte ich. »Ja«, log ich. »Die sind für die Arbeit.«
Er nickte, machte sich an die Arbeit, am nächsten Tag waren die Schuhe neu besohlt. Ich hatte kein schlechtes Gewissen angesichts meiner Lüge. Hätte der Mann verstanden, was ich meinte, wenn ich die Wahrheit gesagt hätte?
»Nein, das sind keine Arbeitsschuhe«, hätte ich gesagt. »Das sind meine Tanzschuhe. Für Pogo.«
08 Dezember 2010
Wetterjammern
Seit Jahren spotte ich über die Menschen, die nur über das Wetter klagen, anstatt es zu akzeptieren - letztlich kann man ohnehin nichts dagegen tun. Nur bin ich in diesen Tagen auch frustriert: Ich hatte mich so schön an die Minusgrade gewöhnt, an die kalte Luft, an den gewissermaßen trockenen Schnee und die Möglichkeiten, sich in ordentlicher Kleidung an der frischen Luft aufzuhalten.
Doch jetzt? Es regnet ununterbrochen, da macht Radfahren keinen Spaß, und das reduziert die Laune schlagartig. Für einen Dezember, der so schön begonnen hat, ist das keine überzeugende Entwicklung. Wenn ich könnte, würde ich diesen Monat aus meiner persönlichen Liste »voten«.
Das schlimmste daran: Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen blühen bei diesen Temperaturen meine Allergien. Die Nase läuft, die Augen tränen. Da freut sich unsereins schon auf den nächsten Kälteeinbruch ...
Doch jetzt? Es regnet ununterbrochen, da macht Radfahren keinen Spaß, und das reduziert die Laune schlagartig. Für einen Dezember, der so schön begonnen hat, ist das keine überzeugende Entwicklung. Wenn ich könnte, würde ich diesen Monat aus meiner persönlichen Liste »voten«.
Das schlimmste daran: Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen blühen bei diesen Temperaturen meine Allergien. Die Nase läuft, die Augen tränen. Da freut sich unsereins schon auf den nächsten Kälteeinbruch ...
07 Dezember 2010
Im Land der Verheißung
Bereits vor zwei Jahren veröffentlichte Dr. Jörg Weigand einen ersten Band unter dem Reihentitel »Phantastischer Oberrhein« im Schillinger-Verlag, Freiburg. Damals war ich mit einer Kurzgeschichte vertreten, und in der Fortsetzung bin ich's ebenfalls. Mit »Land der Verheißung« liegt nämlich die zweite Sammlung mit Kurzgeschichten und Erzählungen vor.
Drin sind diesmal 16 Autoren, darunter der Bestsellerautor Gisbert Haefs - mit so jemandem tauche ich gern im selben Buch auf. Die Gemeinsamkeit ist laut Verlag, dass wir allesamt »am Oberrhein geboren, aufgewachsen oder ansässig sind«. Nun gut ...
Gelesen habe ich das Buch noch nicht; von mir stammt die Kurzgeschichte »Schwarzwaldfahrt«, die im weitesten Sinne phantastisch ist und streng genommen im Landkreis Freudenstadt spielt. Wen's interessiert: Das 202 Seiten starke Buch ist als Hardcover erschienen und kostet 18,80 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-89155-359-6 kann es überall im Buchhandel bestellt werden.
Drin sind diesmal 16 Autoren, darunter der Bestsellerautor Gisbert Haefs - mit so jemandem tauche ich gern im selben Buch auf. Die Gemeinsamkeit ist laut Verlag, dass wir allesamt »am Oberrhein geboren, aufgewachsen oder ansässig sind«. Nun gut ...
Gelesen habe ich das Buch noch nicht; von mir stammt die Kurzgeschichte »Schwarzwaldfahrt«, die im weitesten Sinne phantastisch ist und streng genommen im Landkreis Freudenstadt spielt. Wen's interessiert: Das 202 Seiten starke Buch ist als Hardcover erschienen und kostet 18,80 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-89155-359-6 kann es überall im Buchhandel bestellt werden.
06 Dezember 2010
Nordrhein-Westfalen historisch
Nicht dass ich viel zur Geschichte des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen sagen könnte ... aber ich weiß immerhin genug über die Punkrock-Vergangenheit der Region. Und so machte ich am Sonntag, 5. Dezember 2010, eine Sendung im örtlichen Radio Querfunk, in der es um NRW ging – vor allem unter einem gewissen historischen Blickwinkel.
Das hieß allerdings auch, dass ich durchaus die Ränder anguckte. Male sind klassischer Punk, wie es klassischer nicht sein kann, aber mit Family Five und The Stairs brachte ich eher Mod-Sound; und Billy & The Willies sind nur mit einigem guten Willen in die Punk-Schublade zu stecken – ich mag die Band dennoch.
Rotziger dann die 80er-Jahre-Kapellen Tu Do Hospital, an die sich kaum noch jemand erinnern dürfte, oder Rim Shout, für die das gleiche gilt. Die Idiots aus Dortmund, deren Sänger Sir Hannes immer noch einen Plattenladen besitzt, soweit ich weiß, gehören auf jeden Fall zu den bekannteren Bands der 80er Jahre.
Und dann noch die Lokalmatadore – prollig, aber irgendwie gut – und Hass, die in Sachen Deutschpunk schon ziemlich gut knallten. Die Sendung war somit schön abwechslungsreich und stöberte mehr oder weniger erfolgreich in den 80er und frühesten 90er Jahren.
Das hieß allerdings auch, dass ich durchaus die Ränder anguckte. Male sind klassischer Punk, wie es klassischer nicht sein kann, aber mit Family Five und The Stairs brachte ich eher Mod-Sound; und Billy & The Willies sind nur mit einigem guten Willen in die Punk-Schublade zu stecken – ich mag die Band dennoch.
Rotziger dann die 80er-Jahre-Kapellen Tu Do Hospital, an die sich kaum noch jemand erinnern dürfte, oder Rim Shout, für die das gleiche gilt. Die Idiots aus Dortmund, deren Sänger Sir Hannes immer noch einen Plattenladen besitzt, soweit ich weiß, gehören auf jeden Fall zu den bekannteren Bands der 80er Jahre.
Und dann noch die Lokalmatadore – prollig, aber irgendwie gut – und Hass, die in Sachen Deutschpunk schon ziemlich gut knallten. Die Sendung war somit schön abwechslungsreich und stöberte mehr oder weniger erfolgreich in den 80er und frühesten 90er Jahren.
05 Dezember 2010
Tardi und sein Werk

Seit vielen Jahren - wahrscheinlich seit der Erstausgabe bin ich Abonnent des Comic-Magazins »Reddition«, das an Sach- und Fachkenntnis meiner Ansicht nach unübertroffen ist. Vor allem fasziniert mich seit langer Zeit, wie gut die Schwerpunkthefte gemacht sind; ärgerlich ist nur, dass ich selten dazu komme, sie von vorne bis hinten zu lesen.
Eine Dienstfahrt kann viel ändern, und so las ich im Zug endlich die Ausgabe 52, die bereitsim frühjahr erschienen war. Sie behandelt den französischen Zeichner und Autor Jacques Tardi, dessen »Adele«-Comics im Jahr 2010 auch als Kinofilm »geadelt« wurden. Selbst habe ich von Tardi gar nicht so viel gelesen, weshalb ich die Artikel umso interessanter fand.
Der Mann schrieb und zeichnete Comics, die im Krimi-Milieu spielen oder sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen; sein Stil ist außergewöhnlich und passt in keine Schublade. Das alles bildet das Dossiert wunderbar ab, mit vielen Bildbeispielen, die in mir das Interesse an dem Künstler so richtig wecken.
Ein Klasse-Magazin, das mich mit seinen 76 Seiten und seiner »Bastelbeilage« (kein Scherz!) beeindruckte. Der Preis von acht Euro ist angesichts der optischen wie inhaltlichen Qualität angemessen - man kann das Heft im Comic-Laden kaufen oder direkt bei der Edition Alfons.
04 Dezember 2010
Peter beichtet
Die aktuelle Folge meines PETER PANK-Romans ist erschienen - in der Ausgabe 93 des OX-Fanzines, die dieser Tage aus der Druckerei kam. Angesichts des schrägen Covers bin ich ja mal gespannt, ob man das Heft im regulären Zeitschriftenhandel überhaupt erhalten wird ...
Hin wie her: In der aktuellen Folge 29 meines Fortsetzungsromans, bei dem ich nicht weiß, ob und wie der jemals als Buch zu haben sein wird, geht's immer noch um den Ärger des jungen Helden mit Nazis und anderen Deppen. Der Journalist, den er kennt, erzählt einige Hintergründe, die klar machen, dass nichts so einfach ist, wie Peter Pank es sich vorstellt.
Und ich mache mich schon mal mit dem Umstand vertraut, dass ich in den nächsten Tagen wieder mit dem Schreiben anfangen muss. Ich sollte mal einen Termin so richtig sauber einhalten und nicht erst auf dem letzten Drücker liefern.
Hin wie her: In der aktuellen Folge 29 meines Fortsetzungsromans, bei dem ich nicht weiß, ob und wie der jemals als Buch zu haben sein wird, geht's immer noch um den Ärger des jungen Helden mit Nazis und anderen Deppen. Der Journalist, den er kennt, erzählt einige Hintergründe, die klar machen, dass nichts so einfach ist, wie Peter Pank es sich vorstellt.
Und ich mache mich schon mal mit dem Umstand vertraut, dass ich in den nächsten Tagen wieder mit dem Schreiben anfangen muss. Ich sollte mal einen Termin so richtig sauber einhalten und nicht erst auf dem letzten Drücker liefern.
03 Dezember 2010
Einmal Hamburg und zurück
Dienstreisen kosten viel Zeit, haben aber - wenn ich mit der Bahn unterwegs bin - einen unschlagbaren Vorteil: Endlich habe ich Zeit und Ruhe zum Lesen. Normalerweise zumindest.
So ging es gestern nach Hamburg, die Bahn aus dem Süden hatte insgesamt gerade mal eine Viertelstunde Verspätung und das trotz des Wetters. Der Wagen war voll, neben mir wollte eine ältere Dame immer wieder in ein Gespräch mit mir einsteigen, aber ich kam gut zum Lesen.
Das waren in diesem Fall Manuskripte und andere Arbeitssachen, aber auch die aktuelle Ausgabe der "bild der wissenschaft" und der "Reddition"; zumindest da folgt noch eine Besprechung. So konnte ich am gestrigen Donnerstag, 2. Dezember, in Hamburg einen Termin bei einem unserer Lizenzpartner vereinbaren, der sich als recht gut erwies, und abends noch mit einem anderen Lizenzpartner sehr nett in ein sympathisches Restaurant in Altona gehen.
Am heutigen Freitag, 3. Dezember, dann morgens noch ein Termin bei einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, dann ging es in die Bahn. Die war diesmal richtig voll, und die Verspätung summierte sich auf insgesamt eine halbe Stunde.
Ich schlief, und ich las, unter anderem eine ältere Ausgabe von "Spektrum der Wissenschaft" (über Quantenphysik, schluck!, aber ein bisschen Bescheid wissen sollte ich ja darüber) und den neuesten Roman von Kinky Friedman. Besprechung folgt, toll war er. Danach begann ich mit der Lektüre des ersten Romans von Paul Di Filippo, der hierzulande erschienen ist (bisher kannte ich von dem Mann nur zwei Novellen) - viel Sex, viel Phantasie.
Dienstreisen bilden. Und sie bringen hoffentlich nicht nur der Firma was, sondern auch mir.
So ging es gestern nach Hamburg, die Bahn aus dem Süden hatte insgesamt gerade mal eine Viertelstunde Verspätung und das trotz des Wetters. Der Wagen war voll, neben mir wollte eine ältere Dame immer wieder in ein Gespräch mit mir einsteigen, aber ich kam gut zum Lesen.
Das waren in diesem Fall Manuskripte und andere Arbeitssachen, aber auch die aktuelle Ausgabe der "bild der wissenschaft" und der "Reddition"; zumindest da folgt noch eine Besprechung. So konnte ich am gestrigen Donnerstag, 2. Dezember, in Hamburg einen Termin bei einem unserer Lizenzpartner vereinbaren, der sich als recht gut erwies, und abends noch mit einem anderen Lizenzpartner sehr nett in ein sympathisches Restaurant in Altona gehen.
Am heutigen Freitag, 3. Dezember, dann morgens noch ein Termin bei einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, dann ging es in die Bahn. Die war diesmal richtig voll, und die Verspätung summierte sich auf insgesamt eine halbe Stunde.
Ich schlief, und ich las, unter anderem eine ältere Ausgabe von "Spektrum der Wissenschaft" (über Quantenphysik, schluck!, aber ein bisschen Bescheid wissen sollte ich ja darüber) und den neuesten Roman von Kinky Friedman. Besprechung folgt, toll war er. Danach begann ich mit der Lektüre des ersten Romans von Paul Di Filippo, der hierzulande erschienen ist (bisher kannte ich von dem Mann nur zwei Novellen) - viel Sex, viel Phantasie.
Dienstreisen bilden. Und sie bringen hoffentlich nicht nur der Firma was, sondern auch mir.
02 Dezember 2010
Bier und Eis
Auch wenn es am 1. Dezember stürmt und schneit, hält das einen euphorischen Biertrinker nicht davon ab, das Haus zu verlassen. Da im Verkehrsbericht gesagt worden war, man sollte das Auto nur benutzen, wenn es wirklich nötig sei, entschloss ich mich, mit dem Rad zu fahren.
Das stellte sich, nachdem es mich gleich in der Hofeinfahrt fast hingelegt hätte, als erstaunlich unterhaltsam heraus. Sorgsam schlidderte ich über Fahrspuren von Autos und über zugeschneite Gehwege, umschleuderte elegant die Eisplatten, die unter dem Neuschnee verborgen waren, und kam so frisch und munter ins "fünf".
Eine Suppe und ein wenig Bier später ging's auch schon heim - und wieder ging alles glatt. Der Schnee auf der Strecke entlang des Alten Flughafens war jungfräulich weiß, die Luft war klar und frisch, und ich hatte richtig gute Laune. Meinetwegen kann der Winter kommen.
Das stellte sich, nachdem es mich gleich in der Hofeinfahrt fast hingelegt hätte, als erstaunlich unterhaltsam heraus. Sorgsam schlidderte ich über Fahrspuren von Autos und über zugeschneite Gehwege, umschleuderte elegant die Eisplatten, die unter dem Neuschnee verborgen waren, und kam so frisch und munter ins "fünf".
Eine Suppe und ein wenig Bier später ging's auch schon heim - und wieder ging alles glatt. Der Schnee auf der Strecke entlang des Alten Flughafens war jungfräulich weiß, die Luft war klar und frisch, und ich hatte richtig gute Laune. Meinetwegen kann der Winter kommen.
01 Dezember 2010
Schlichter und Dämonenkiller
Wenn es ein Thema in den letzten Tagen gab, das mich auf die Palme brachte, war es die sogenannte Schlichtung im Konflikt um »Stuttgart 21«. Ich schaute ein paarmal zu, bekam über die Nachrichten einiges mit, und ich war gebührend beeindruckt. Und dann nahm ich mir vor, das Thema zu ignorieren - ich ärgerte mich unnötig, und das ist nicht gut für den Kreislauf.
Da höre ich mir dann doch lieber ein cooles Horror-Hörspiel an. In diesem Fall war's die Folge elf von »Dorian Hunter«, produziert vom Zaubermond-Verlag und vertrieben von Universal. In der Folge »Schwestern der Gnade« verschlägt es den Helden der Serie in ein Irrenhaus, in das er sich freiwillig einliefern lässt.
Das Irrenhaus ist gefährlicher, als sich Dorian Hunter vorher vorstellen konnte. Leute werden umgebracht, er kommt in die Zwangsjacke - und das wird zeitweise so fies und gehässig geschildert, dass man einerseits mitleiden kann und andererseits über den so gefesselten Helden grinsen muss.
Ähnlich ging es mir ja mit dem Thema in den letzten Tagen, über das ich mir eigentlich keine Gedanken machen will. Wann immer ich Nachrichten gucke, ärgere ich mich über das Gesindel, das uns regiert; deshalb habe ich die Stuttgart-21-Diskussion bis zum Sommer 2010 so gut wie aus dem Kopf gehabt.
Die Arroganz der Macht und das großkotzige Vorgehen von Bahn und Regierung machte mich - ohnen dass ich es wollte - zum Gegner eines übertriebenen Megaprojekts. An die Schlichtung glaubte ich nie, das erschien mir als geschickter PR-Schachzug der Befürworter: Professionelle Bahnmanager, die einen riesigen Coaching-Stab im Hintergrund haben, treffen auf fach- und sachkundige Amateure, die sich in ihrer Freizeit um Bahnangelegenheiten kümmern; den Farbtupfer dabei geben unfähig wirkende Minister des Landes.
Da lobe ich mir die Kriminalbeamten und sogar die Bösewichte in »Schwestern der Gnade«. Da geht es richtig zur Sache; da wird zwischen dem Nachmittagstee und den leckeren Keksen auch mal über die Ermordung eines Patienten geredet.
Wie immer ist die Produktion äußerst gelungen, werden Musik und Effekte hervorragend eingesetzt. Auch das elfte »Dorian Hunter«-Hörspiel macht Spaß und überzeugte mich auf ganzer Linie.
Ebenso wie die Schlichtung: Die Landesregierung steht bombig da und hat den Segen, dass sie weiterbauen darf. Wer jetzt noch gegen Stuttgarts Großkotzprojekt ist, muss sich endgültig sagen lassen, dass er sich dem demokratisch legitimierten und durch einen Schlichter geadelten Fortschritt in den Weg stellt. Klasse gemacht hat das der Ministerpräsident, das muss man ihm lassen.
Manchmal bin ich mir nicht so ganz im klaren darüber, ob zwischen dem Irrenhaus in »Dorian Hunter« und diversen öffentlichen Gebäuden in Stuttgart wirklich ein so großer Unterschied besteht ...
Da höre ich mir dann doch lieber ein cooles Horror-Hörspiel an. In diesem Fall war's die Folge elf von »Dorian Hunter«, produziert vom Zaubermond-Verlag und vertrieben von Universal. In der Folge »Schwestern der Gnade« verschlägt es den Helden der Serie in ein Irrenhaus, in das er sich freiwillig einliefern lässt.
Das Irrenhaus ist gefährlicher, als sich Dorian Hunter vorher vorstellen konnte. Leute werden umgebracht, er kommt in die Zwangsjacke - und das wird zeitweise so fies und gehässig geschildert, dass man einerseits mitleiden kann und andererseits über den so gefesselten Helden grinsen muss.
Ähnlich ging es mir ja mit dem Thema in den letzten Tagen, über das ich mir eigentlich keine Gedanken machen will. Wann immer ich Nachrichten gucke, ärgere ich mich über das Gesindel, das uns regiert; deshalb habe ich die Stuttgart-21-Diskussion bis zum Sommer 2010 so gut wie aus dem Kopf gehabt.
Die Arroganz der Macht und das großkotzige Vorgehen von Bahn und Regierung machte mich - ohnen dass ich es wollte - zum Gegner eines übertriebenen Megaprojekts. An die Schlichtung glaubte ich nie, das erschien mir als geschickter PR-Schachzug der Befürworter: Professionelle Bahnmanager, die einen riesigen Coaching-Stab im Hintergrund haben, treffen auf fach- und sachkundige Amateure, die sich in ihrer Freizeit um Bahnangelegenheiten kümmern; den Farbtupfer dabei geben unfähig wirkende Minister des Landes.
Da lobe ich mir die Kriminalbeamten und sogar die Bösewichte in »Schwestern der Gnade«. Da geht es richtig zur Sache; da wird zwischen dem Nachmittagstee und den leckeren Keksen auch mal über die Ermordung eines Patienten geredet.
Wie immer ist die Produktion äußerst gelungen, werden Musik und Effekte hervorragend eingesetzt. Auch das elfte »Dorian Hunter«-Hörspiel macht Spaß und überzeugte mich auf ganzer Linie.
Ebenso wie die Schlichtung: Die Landesregierung steht bombig da und hat den Segen, dass sie weiterbauen darf. Wer jetzt noch gegen Stuttgarts Großkotzprojekt ist, muss sich endgültig sagen lassen, dass er sich dem demokratisch legitimierten und durch einen Schlichter geadelten Fortschritt in den Weg stellt. Klasse gemacht hat das der Ministerpräsident, das muss man ihm lassen.
Manchmal bin ich mir nicht so ganz im klaren darüber, ob zwischen dem Irrenhaus in »Dorian Hunter« und diversen öffentlichen Gebäuden in Stuttgart wirklich ein so großer Unterschied besteht ...
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