31 März 2007

Arschkrampe

Heute im Bau- und Pflanzenmarkt: Ich schiebe tranfunzelig den Wagen, sie schaut sich interessiert um. Als Mann geht man ja bei solchen Gelegenheiten mit, weil es ja eigentlich darum gehen sollte, den Balkon fürs Frühjahr schick zu machen. (Daraus wurde heute nichts, weil es ununterbrochen regnet. Na super.)

Schräg vor mir ist ein anderer Mann unterwegs, allein allerdings. Jogginghose in dunkelblau, Pulli in dunkelgrün, dazu eine ordentliche Plauze, die den Pulle gelungen wölbt.

Dann bückt sich der Mann, weil er einen Terrakotta-Topf genauer angucken will. Der Pulli rutscht nach oben, die Hose nach unten, ein Hautausschnitt wird frei. Meine Begleiterin wendet sich voller Entsetzen ab, während ich mich nicht rühren kann.

Selten so einen haarigen Hintern gesehen - und das auch noch in epischer Breite und Tiefe. Dreidimensional gewissermaßen. Ich komme mir vor wie im Horror-Film.

Baumärkte und andere Örtlichkeiten sollten eine Altersfreigabe bekommen. Jugendliche würden durch so einen Anblick fürs Leben versaut.

30 März 2007

Weihnachtessen im Schloß

Warum meine Kollegen und ich unser gemeinsames Weihnachtsessen im März veranstalteten, ist eine lange Geschichte. Sagen wir so: Im Dezember 2006 war uns nicht sehr weihnachtlich zumute, mittlerweile waren wir eher in Feierlaune.

Also fuhren wir in den reizenden Schwarzwaldort Gernsbach, wo oben auf dem Berg das schicke Schloß Eberstein thront. Das sieht nicht nur supertoll aus, es ist auch noch von Weinbergen umgeben und bietet zwei Lokalitäten an: das Gourmet-Restaurant und die etwas schlichtere (aber immer noch teure) Schloß-Schänke. In der futterten wir dann.

Der Hammer: Es gab kein vegetarisches Essen. Als ich die Bedienung fragte, ob es denn irgendwo noch welches gäbe, sagte sie »Nein«. Erst nach einigem Zureden bequemte man sich dazu, mir doch eine Cremesuppe ohne Fleischbrocken (aber garantiert mit Fleischbrühe, seufz) und ein leckeres Nudelgericht mit Soße zu servieren.

Im Jahr 2007 sollte man auch im Murgtal schon mal von Vegetariern gehört haben ...

29 März 2007

Gesicht wie eine Maske

Ich hatte Glück: An diesem Sonntag nachmittag war keine Schlange an den vier Computern, die in der Messehalle 2 das Internet-Café der Leipziger Buchmesse bildeten. Keine Manga-Mädels schauten sich Bilder von anderen Manga-Mädels an. Keine Männer klickten sich mit wichtiger Miene durch dpa-Meldungen.

Aufatmend ließ ich mich auf einem der Barhocker nieder und fing damit an, irgendwelche Einträge in meinen privaten Blog sowie in das PERRY RHODAN-Forum zu tippen. Schnell und effektiv, wie ich das mochte – schließlich wartete Arbeit am Messestand auf mich.

Mir gegenüber saß ein Jugendlicher. Wie so viele in Halle 2 hatte er sich verkleidet: schwarzrote Gewänder, schwere Stiefel. Sein Gesicht hatte er weiß geschminkt, hinzu kamen schwarze und rote Striemen, damit es wie eine Teufelsfratze wirkte. Die schwarz lackierten Fingernägel und das T-Shirt, das ein Motiv der Band Slipknot zeigte, machten klar, daß er nicht zu den Manga-Kids zählte, sondern eher wie eine Kreuzung aus Gothic- und Metal-Fan anmutete.

Er schaute mich an, nicht böse oder arg kritisch, aber sehr ernst. Ich grinste und nickte ihm grüßend zu. Würdevoll nickte er zurück. Dann wies er auf eine Ein-Liter-Colaflasche, die neben mir stand. »Gehört die Ihnen?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein. Hat wahrscheinlich jemand hier vergessen.«

Er verzog das Gesicht. Möglicherweise war es ein Grinsen, aber durch die Schminke hindurch sah es wie eine fiese Grimasse aus. »Dann gehört sie jetzt mir.« Er nahm die Flasche an sich und steckte sie in die Umhängetasche, die neben ihm auf dem Tisch lag.

Ich kümmerte mich nicht weiter um ihn, sondern tippte irgendwelche Mails.

Keine zwei Minuten später setzte er die fremde Flasche an und nahm einen Schluck. »Bäh!« machte er danach, verzog das Gesicht, so daß die weiße Farbe fast splitterte. »Das ist ja ekelhaft.«

»Wieso?«

»Kein Wunder, daß die das hier abstellen. Das ist keine Cola, das ist kalter Kaffee mit ...« Er trank erneut. »... mit Whisky oder so.« Er schmatzte mit den rot geschminkten Lippen. »Schmeckt gar nicht mal so schlecht.«

Dann steckte er die Flasche wieder ein. Sein Gesicht war immer noch maskenhaft starr, aber jetzt sah es so aus, als sei aus den schwarzen Linien eine Grinse-Visage geworden. Nett.

28 März 2007

Jetzt endlich: Bilder aus Leipzig

Seit meinem Aufenthalt in der duften Messestadt sind schon wieder einige Tage vergangen. Zeit, einige Bilder ins Netz zu stellen.

Die nette Bilder-Show zeigt von oben diverse Impressionen des Abends in »Ilses Erika«, über den ich an anderer Stelle schon schrieb.

Zuerst las Hilmar aus seinem duften Buch »Die Schönheit der Chance« über seine Tour mit Tomte.



Dann spielten Clickclickdecker ihren duften Emo-Pop mit netten deutschen Texten; sieht auf dem Bild sogar sehr punkig aus.



Zwischendurch fuchtelte ich mit meinem Buch »Zwei Whisky für Neumann« auf der Bühne herum; war lustig.



Ganz wichtig: die freundliche Journalistin und Publizistin, die den Abend mit Kunst, Kultur und netter Musik arrangierte.

Artikel im »phantastisch!«

Die Ausgabe 26 der wie immer sehr gut wirkenden Zeitschrift phantastisch! aus dem Verlag Achim Havemann ist so druckfrisch, dass ich noch nicht mal ein Cover-Motiv aus dem Netz klauen kann. Sei's drum: Jedem Freund (und jeder Freundin) der phantastischen Literatur sei das Magazin sowieso zum Abonnement empfohlen - es lohnt sich immer.

In der brandneuen Ausgabe 26 sind zwei Beiträge von mir enthalten. Das schmeichelt meinem Ego.

»Geheimnisse im ländlichen Frankreich« ist ein Artikel zur Comic-Trilogie »Extra-Muros« des französischen Künstlers Daniel Hulet. Den Beitrag hat das Layout sehr schön illustriert, so dass er hoffentlich ein wenig Appetit auf die drei Ehapa-Alben macht.

»Der doppelte Zamorra« behandelt, wie der Titel des Artikels schon andeutet, zwei neue Romane aus der »Professor Zamorra«-Buchreihe. Ich schrecke wirklich vor nichts zurück. Die zwei Bücher aus dem Zaubermond-Verlag haben mir allerdings gut gefallen, so dass ich kein Problem damit habe, die Kollegen Mehnert und Montillon zu loben.

26 März 2007

Ich und Marc und Atlan

Falls sich jemand wundert: Mir ist durchaus bekannt, dass sich der Esel stets zuerst nennt. Da dieses Tier aber bekannt ist für seine lammfrohe, genügsame Art, mag das dann doch passen.

Sonntag High Noon: Ich habe einen Programmpunkt. In der Fantasy-Leseinsel auf der Leipziger Buchmesse. Ohne jegliche Vorbereitung bestreiten Marc Szodruch von Fantasy Productions und ich eine halbe Stunde zu ATLAN - das ist die SF-Serie, die wir als Taschenbuch-Lizenz bei FanPro verlegen.

Die Peinlichkeiten halten sich hoffentlich in Grenzen, obwohl ich finde, daß ich mit Brille und Headset ziemlich albern aussehe. Immerhin bleiben Leute stehen und sitzen, die ich vorher nicht gesehen habe, und hören sich an, was wir erzählen.

Hinterher steht ein höchstens 13 Jahre alter Junge bei uns am Messestand, geht aber nicht zu mir, sondern zur Kollegin. Er habe den Programmpunkt mitbekommen, und er wolle jetzt unbedingt so ein Taschenbuch kaufen.

Cool. Wir haben tatsächlich einen angefixt.

25 März 2007

Doppelrolle in Leipzig

Nein, ich bin nicht schizophren. Aber in Leipzig habe ich schon manchmal das Gefühl, aus zwei getrennten Identitäten zu bestehen. Und zwar immer dann, wenn ich Bücher signiere.

Das geht so: Ich sitze im Anzug im PERRY RHODAN-Stand und gucke wichtig. Dann kommt ein strubbeliger Punkrocker oder ein Wave-Mädchen an und hält mir ein Buch vor die Nase. »Könnten Sie das bitte signieren?«

Das Buch ist meist »Zwei Whisky mit Neumann«, was mich überrascht, oft auch »Chaos en France« oder »Vielen Dank Peter Pank«. Neben unserem Stand ist nämlich das Archiv der Jugendkulturen, bei dem meine Bücher erscheinen.

Und Chef-Verleger Klaus Farin schickt gern mit breitem Grinsen arglose Jugendliche zu mir und gibt ihnen eine Bemerkung mit: »Da drüben sitzt der Autor dieser Punk-Bücher. Wenn du ihn erkennst, schreibt er dir was ins Buch rein.«

Schöne Aussichten. Und da soll man nicht schizophren werden.

Staubsaugen

Es gibt einige Nachteile, wenn man quasi selbst-organisiert auf eine Buchmesse fährt: Es gibt nicht das schicke Catering in Frankfurt, wo mir die Brötchen, der Kaffee und nötigenfalls auch das Bier an den Tisch gebracht werden, und es gibt auch nicht die dienstbaren Geister, die morgens oder nachts oder wann auch immer den Messestand aufräumen.

Heute morgen hatte ich zum ersten Mal auf dieser Messe den Staubsauger in der Hand. Und natürlich war ich anfangs zu blöd, das Ding zu bedienen - ich dachte, das sei ohne Kabel und nur irgendwie batteriegetrieben (warum dieser Glaube? keine Ahnung), und erregte mit meinem Gehampel abwechselnd das Mitleid und das Amusement der Umstehenden.

Irgendwie klappte es dann aber doch. Ordentlich saugte ich blaue Fuseln, Papierdreck und irgendwelchen anderen Mist weg und warf liegen gebliebenen Müll in den Eimer.

Körperliche Arbeit während einer Buchmesse. Da sage noch einer, diese Messe sei dem geistigen Genuß verpflichtet.

24 März 2007

In »Ilseserika«

Ich würde »Ilseserika« nicht noch mal wiederfinden. Ein Kellerlokal in der Südstadt von Leipzig, das den Charme eines ehemals besetzten Hauses ausstrahlt - so sieht es zumindest aus.

Hilmar liest aus seinem Tourtagebuch über Tomte, gut 30 Leute hören interessiert zu. Teilweise extrem lustige Geschichten, teilweise sehr pointiert, dazu Dias, die das Publikum zum Lachen anregen. Ich glaube, dieses Buch brauch ich auch noch.

Recht spontan lädt er mich dazu ein, auch was vorzulesen. Ich klaute mir zuvor am Stand des Archivs der Jugendkulturen eine Ausgabe von »Zwei Whisky mit Neumann«, das ich jetzt auch dabei habe. Er moderiert mich mit der Bemerkung an, schließlich sei ich in Hannover verhaftet worden, während der Chaostage, als ich »seine Stadt« besucht habe, und dafür sei das jetzt der Ausgleich.

Da ich schon fünf bis acht Bier gezischt habe und schon gut auf Strom bin, klappt die Lesung ganz gut. Ich lese »Meine liebste Parkuhr«; das Publikum lacht an den richtigen Stellen und ekelt sich ein wenig. Schön. Leider sind die Fotos, die Atta machte, wohl größtenteils nix geworden - mal schauen, ob ich was nachreichen kann.

Danach Clickclickdecker aus Hamburg oder so, netter Emo-Pop mit viel Gitarre, der die Leute zum Tanzen anregt und mir gut gefällt. Ein schmächtiger Mann mit heller Krawatte, hellem Mantel und Schnösel-Gesicht steht irgendwann ganz wichtig mit zwei Begleitern in dem Laden. Es ist Benjamin von Stuckrad-Barre, der sogenannte Popliterat. Nina aus Bremen pöbelt ihn ein wenig an, er reagiert ausweichend.

Später noch Disco, noch mehr Bier, ich rede zu viel Blech und stolpere in den Backstage-Raum, als es der Band nun wirklich nicht paßt (sehr peinlich von mir), schäme mich fürchterlich dafür, trinke noch ein Bier und verschwinde.

Eigentlich ein extrem gelungener Abend mit Literatur, Bier und einer feinen Prise Punk für alte Männer.

Der Sturm der Manga-Fans

»Sie kommen!« Der Schrei gellt durch Messehalle 2 auf der Leipziger Buchmesse. Von den Eingängen her hört man das Trommeln von Schuhen auf dem Boden, das Kichern und Rufen von Teenagern.

Manga-Alarm. Innerhalb von fünf Minuten füllt sich der Platz vor dem Manga-und-Anime-Forum mit geschätzten zweihundert Jugendlichen, die meisten davon bunt gekleidet, und ständig kommen neuen hinzu.

Leipzig ist wieder mal in der Hand der Cosplayer und Manga-Fans. Sieht schick aus, ist für Menschen über zwanzig aber oftmals seltsam.

23 März 2007

Kuscheln mit Anwälten

Es ist nicht gerade normal für mich, mittags um 14.30 Uhr oder so schon Alkohol zu trinken. Und dann auch noch Sekt. Brrrr. Aber was tut man nicht alles, um sich ein wenig zu amüsieren.

Ein fröhlicher Rechtsanwalt aus München, mit dem unsereins gelegentlich geschäftlich zu tun hat, kam vorbei und lud mich und eine Kollegin zu Sekt und Kaffee ein. Na gut, wir haben ja sonst nichts zu tun auf dieser Messe.

In Leipzig ist das ein bißchen seltsam: Man sitzt auf Bierbecken, trinkt Sekt und Kaffee, und rings um einen flitzen irgendwelche Manga-Jugendliche in bunten Klamotten herum. Kein Wunder, daß da kein echtes "Business Feeling" aufkommen mag.

Immerhin bastle ich an Terminen und arbeite so richtig mit Terminplan und so. Meinte der Kollege vom Nachbarstand tadelnd: "Hey, Klaus, mach hier mal keinen auf Frankfurt. Leipzig ist doch die Spaßmesse."

Wie? Ich bin doch nicht zum Spaß hier ...

Mal wieder Leibsch

Wieder mal eine Buchmesse in Leipzig. Ich in schickem Schackett (okay, das doofe Wortspiel mußte jetzt sein), aber heute mit Jeans und immerhin Chaostage-T-Shirt unterm offiziellen Business-Hemd. Irgendwie muss man sich ja noch selbst einen Coolness-Faktor attestieren.

Wobei cool auch das Wort für das Wetter hier ist. Wenngleich eher unfreiwillig: Gestern schneite es in Leipzig wie blöd. Das hielt den Taxifahrer vom Bahnhof zur Messe aber nicht davon ab, wie ein Blöder zu rasen und Wettrennen mit anderen Taxifahrern zu veranstalten.

Mit Freiberger Bier und leckerem Abendessen läßt es sich aber gut aushalten. Und jetzt ohne Schmarrn: Die Leipziger Buchmesse macht Spaß; schade ist ja nur, daß man als Fachbesucher so wenig von der Stadt sieht und die meiste Zeit auf dem Messegelände herumlungert.

Aber das wird sich wohl heute abend ändern!

21 März 2007

Tolles Telefon-Geschäft

Gelegentlich wundere ich mich ja darüber, wie manche Menschen zu Opfern von irgendwelchen Abzockern und Betrügern im Internet werden. Jetzt wundere ich mich nicht mehr, denn mich hat es auch erwischt – ohne daß ich oder sonst jemand etwas dafür kann.

Seit Januar 2007 haben wir in unserer Wohnung eine DSL-Anlage installiert, es klappt auch ganz gut. Und mit der Telefonrechnung vom Januar 2007 tauchte erstmals ein Posten über neun Euro (also zweimal 4,50, wie wir später kapierten) auf, der für einen »avanio Internetzugang« bezahlt werden mußte.

Ich recherchierte ein bißchen im Netz (wer das Stichwort »avanio« eingibt, wird rasch fündig – echt der Hammer!) und stellte fest, daß folgendes wohl passiert war: Weil wir zeitweise den Smart Surfer von Web.de benutzt hatten, waren wir auch auf der avanio-Seite gelandet. Und die hatten uns prompt als neue Mitglieder betrachtet, die nun fleißig Beiträge zu bezahlen hätten.

Hä? Wie bitte?

In der Folge schrieb ich Einschreibebriefe an die Telekom und Avanio, kündigte mein Einzugsverfahren (durch das bislang die Telefongebühren abgebucht wurden) und überwies einen deutlich reduzierten Rechnungsbetrag an die Telekom. Das kostete Zeit und Geld.

Im Februar 2007 tauchte die Firma avanio und ihr ominöser Internetzugang nicht mehr auf der Rechnung auf; ich war erleichtert und warf den gesamten Mist weg. Jetzt haben wir März – und ich habe wieder 4,50 für den »avanio Internetzugang« auf der Rechnung stehen.

Also kann die ganze Prozedur wieder losgehen. Wir haben sonst ja nix zu tun.

20 März 2007

Grimmiger Blick in Blau


Ich bin mir nicht ganz sicher, was der Herr mit dem dunklen Blick und dem drohenden Zeigefinger genau sagen möchte - aber eindrucksvoll sieht er schon aus.

Karlsruhe ist keine echte Graffiti-Stadt. Wenn man aber ein bißchen durch die Gegend schlendert, beispielsweise entlang der Alb (das ist der kleine Fluß, der quasi durch die Stadt fließt; heißt wirklich »die« Alb), sieht man immer wieder Graffiti. Ebenso sieht man sie - so ein Zufall - in der Gegend von Jugendzentren.

Manche sind erbärmlich schlecht, manche aber richtig gut. Das Bild hier, so finde ich, gehört zu den richtig Guten.

19 März 2007

Irgendwas mache ich wohl falsch

Manchmal bekomme ich im Büro seltsame Schreiben. Ich zitiere einfach mal aus einem Brief:

»Als Autor habe ich bisher noch kein Buch veröffentlicht, ich gehe dem Beruf des Schriftstellers aber erst seit einem Jahr nach.«

Aha.

18 März 2007

Mal wieder beim verrückten Affen

Als ich am Abend des Samstag, 17. März, im »Crazy Kong« eintraf, erwartete mich dort die übliche Mischung aus sympathischen Punks, schon halb angegammelten Berbern und schnauzbärtigen Langhaarigen (oder langhaarigen Schnauzbartträgern), die für diesen Laden üblich sind. Dafür sind ja immer das Bier billig und die Eintrittspreise mit null Euro sensationell billig; kiffen kann man sowieso umsonst, weil die Luft in dem Raum vom Rauch geschwängert ist.

Weil ich so spät dran war und viel Zeit mit Labern verbrachte, verpaßte ich die Band, wegen der ich eigentlich gekommen war: Lost Again aus Freiburg, der ich in diesem Blog mal attestiert hatte, sie spiele »Punkrock von der Stange«, die sich aber mittlerweile klar verbessert haben – die erste EP ist richtig gut!

Statt dessen sah ich eine Band namens IHW, die auf der Bühne lärmte, was mich bei den Unterhaltungen mit den vielen Bekannten ein wenig hinderte. Die Karlsruher Punkrock-Kapelle spielte im Prinzip einen NoFX-Sound mit halber Geschwindigkeit, teilweise angefüttert mit Emo und generell mit studentischer Attitüde ausgestattet. Nun ja, teilweise ganz okay, teilweise langweilig, aber wichtiger waren eh die Gespräche.

Danach noch eine Bluesrock-Band, die zeitweise durchaus punkig klang. Aber irgendwie klangen Bands wie Bauer, Garn und Dyke oder die Lösekes Blues Gang, die anno 1981/82 im Jugendzentrum »Murgtäler Hof« in Freudenstadt aufspielten, damals wesentlich rotziger, rasanter und rebellischer.

Ein netter Abend also. Die Musik störte zeitweise ein wenig. Aber angesichts eines sensationellen Eintrittspreises will ich ja nicht meckern.

17 März 2007

Schwartzwaldgrill keine Chance


Kaum setzte die Werbung ein, erhob sich Berthold von seiner Couch. Er schaute auf seine Mutter hinunter. »Ich geh' noch mal spazieren, Mama«, sagte er, während aus dem Fernsehen die Werbung für eine neue Serie plärrte.

So lakonisch beginnt meine sehr kurze Kurzgeschichte »Schwartzwaldgrill keine Chance« (ja, der Schreibfehler ist beabsichtigt), die in der aktuellen Ausgabe des Literatur- und Musik-Fanzines Drachenmädchen abgedruckt wurde. Darüber freue ich mich selbstverständlich wieder mal.

Das gesamte Heft habe ich noch nicht gelesen, sondern bislang nur geblättert. Das sieht alles sehr schick aus und gefällt mir. Die 112 Seiten können im Internet runtergeladen werden, das Ding ist aber auch kaufbar. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

16 März 2007

Indiepedia – nett!

Es gibt seit einiger Zeit Online-Lexika, und ich ertappe mich dabei, wie ich diese immer öfter benutze. Manchmal findet man viel Mist auf diesen Seiten, meist aber sind sie eine sinnvolle Ergänzung von Print-Lexika. Vor allem deshalb, weil sie im Idealfall immer auf dem aktuellen Stand sind und nicht so schnell veralten.

Jetzt gibt es sogar ein »deutschsprachiges, lebendes Lexikon für Indie- und Popkultur«, so ein Zitat aus dem Inhalt. Die Seite indiepedia.de versteht sich als »deutschsprachiges Wiki zum Thema Indie- und Popkultur«. Das finde ich gut, das ist unterstützenswert. Ich werde hier sicher oft vorbeischauen.

Mitstreiter sind im übrigen noch gesucht; Leerstellen gibt es ja genug. Noch mal ein Zitat: »Wer kennt die Subkultur deiner Stadt oder die Elektropunkszene in Tadschikistan besser als du?«

Sehr nett für mich sind die ersten Einträge zu mir und zu meinem Fanzine ENPUNKT. Da fühle ich mich natürlich geschmeichelt.

15 März 2007

Wenn sich ein Redakteur erinnert ...

Auf der PERRY RHODAN-Homepage habe ich ein neues Projekt gestartet; zumindest erschien heute die erste Folge einer neuen Reihe von Texten, die den hübschen Titel »Der Redakteur erinnert sich« tragen sollen. Das ist dann mal was anderes als die aktuellen Berichte über neue Projekte, die ich an dieser Stelle sonst bringe.

Die erste Folge ist in gewisser Weise ein historischer Rückblick: Es geht um den ersten Buchmesse-Prospekt, den ich anno 1995 herausbrachte und in dem erstmals die PERRY RHODAN-Bücher eigenständig präsentiert werden. Schon ein seltsames Gefühl, so ein Rückblick auf das Jahr 1995 (geht mir übrigens auch so, wenn ich Fotos der Chaostage auf Karl Nagels Homepage anschaue, die ja zufälligerweise 1995 einen Höhepunkt erlebten) ...

In diesem Fall ist eine Quer-Verlinkung von meinem eigenen Blog zum Logbuch auf der Verlags-Homepage berechtigt – beides Mal geht es ja schließlich um »Log«-Texte ...

14 März 2007

Warum bin ich kein Stammgast?

Ich war noch in der Karlsruher Diskothek »Agostea«, werde das angesichts des Musikprogramms, das die auf ihrer Homepage anbieten, sicher auch nicht so schnell tun. Da ich öfter in dem Supermarkt einkaufe, der im selben Gebäude ist, kenne ich das Parkhaus – und dort die Unmengen von Kaugummi, den die Diskotheken-Besucher dort offensichtlich bergeweise verkleben.

Aber ich habe die Werbung für das »Agostea« gesehen, die auf Plakaten und auch in einem sogenannten Eventmagazin verbreitet wird. Dagegen gibt es nichts zu sagen. Manche Dinge verwundern mich allerdings schon.

So gab es am 8. März eine »Arschgeweih Party« (nur echt ohne Bindestrich im Begriff). »Alle weiblichen Gäste, mit Arschgeweih, erhalten bis 0:00 Uhr 1 Flasche Sekt Cixo gratis« verkündete die Werbung. Das finde ich lustig: Als ich den Begriff »Arschgeweih« erstmals hörte, war der alles andere als positiv besetzt – so ändert sich das.

Am Frauentag, dem 9. März, lud die Diskothek zu einer »Frauenpower & Energy-Night«, bei der alle Frauen Freigetränke im Wert von bis zu sechs Euro erhielten. Richtig frauenspezifisch wurde es aber am Samstag, 10. März, unter dem Motto »Agostea Vibration«.

Unter diesem Motto startete eine »All you need is Party mit Oben Ohne House Djane Niki Belucci«. Laut Internet-Recherche ist die Dame ein ehemaliger »Porno-Star«, was immer das heutzutage heißen mag. Hm.

Wird wohl doch nicht meine Stamm-Diskothek ...