Ist es eine Band, oder ist es ein Soloprojekt mit Begleitmusikern? Auf der Bühne sind Dead Bob auf jeden Fall eine echte Band, auch wenn John Wright die zentrale Person ist. Er hat jahrzehntelang bei No Means No getrommelt, seine Begleitung – eine Frau und drei Männer – ist zwar deutlich jünger, aber auch weit entfernt davon, junge Punks zu sein.
Im vergangenen Herbst sah ich Dead Bob schon einmal, am 7. Juli 2026 spielten sie wieder in der »Alten Hackerei« in Karlsruhe. Das Konzert war unter der Woche, die Temperaturen immer noch recht hoch; ich schätzte, dass sich gut hundert Leute einfanden, nicht nur aus Karlsruhe, sondern auch aus Städten, die 100 oder 150 Kilometer entfernt waren.
Vom ersten Ton an hatte die Band ihr Publikum im Griff. Wright machte die Ansagen, ansonsten saß er hinter seinem Schlagzeug und trommelte, sang und hatte sichtlich Freude an alledem. Zwischendurch fischte er sein Smartphone aus der Tasche und telefonierte – ob das nun zur Show gehörte oder nicht, war mir nicht klar.
Die Frau und die drei Männer, die Wright begleiteten, ließen es ebenfalls krachen. Sie sangen mal einige Stücke mit, sie trommelten und bedienten Blasinstrumente, sie spielten Gitarre und Bass, sie bewegten sich und sprangen auf der Bühne hin und her.
Im Publikum hatten wir gleich ebenfalls Bewegung. Es war kein Pogo-Konzert, dafür herrschten schlicht zu viele grauhaarige Leute vor. Aber man bewegte sich, es wurde ein bisschen gehüpft, ansonsten frenetisch gejubelt, gejohlt und applaudiert. Es herrschte eine großartige Stimmung, die das gesamte Konzert über anhielt.
Leider war das Ganze auch unfassbar laut. Ich merkte nach einiger Zeit, dass meine Ohren zu pfeifen anfingen, blieb trotzdem noch recht lange vorne stehen und hüpfte ein wenig, bis ich später in den hinteren Teil des Konzertraums ging. Als ich später auf meinem Rad saß und quer durch Karlsruhe strampelte, hatte ich in meinen Ohren ein unaufhörliches Rauschen.
(Am nächsten Tag ging ich in die Ohrenklinik im Städtischen Klinikum, um meinen Hörschaden begutachten zu lassen. Aber das ist eine andere Geschichte. Ein geiles Konzert war's ja trotzdem.)


1 Kommentar:
Dieses Youtube-Video zeigt deutlich die Spielfreude der Band, es zeigt auch ein wenig, wie schwülheiß es in der »Alten Hackerei« an diesem Abend war:
https://www.youtube.com/watch?v=EGREyiv9Y_c
»No Fun« von Dead Bob ist auch eine starke Live-Aufnahme, die man hier bei YouTube anschauen kann – starke Band:
https://www.youtube.com/watch?v=kvgdh0KhOPI
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