13 Juli 2026

Drei-D im Supermarkt

Die Frau in der Supermarktschlange vor mir war um die vierzig Jahre alt, schätzte ich. Sie trug ein schwarzes Kleid und leichte Sommerschuhe, und sie hielt ein Smartphone so in der Hand, dass ich auf das Display sehen konnte: Anscheinend schaute sie sich Kurzvideos an, entweder TikTok oder Instagram.

Von wegen, es sind immer nur die Kids, die ununterbrochen Videos gucken, dachte ich.

Ich verstand die Frau nicht, die interessiert auf ihr Smartphone starrte. Wieso schauten sich die Leute ständig irgendwelche Filme an, wieso hielten sie es augenscheinlich nicht aus, auch nur fünf Minuten irgendwo anzustehen und keine bewegten Bilder in Zwei-D zu sehen?

Es gab ja genügend, was man sich anschauen konnte. Rings um uns spielte sich das wahre Leben ab, ein Drei-D-Fernsehen in bester Bild- und Tonqualität.

Ein bärtiger Mann um die dreißig, der mit einer rosafarbenen kurzen Hose und einem grünen T-Shirt viel Mut bei der Farbwahl seiner Klamotten bewies, ging mit einem Jungen, der vielleicht drei Jahre alt war und eine Kappe trug, an den Regalen entlang und erklärte ihm allerlei. Eine grauhaarige Frau in Jeans, Turnschuhen und leichter Bluse ließ sich an der Bäckereitheke von der Verkäuferin beraten.

Überall tobte das Leben. Wenn man auf die Straße geht, sieht man Leute. Ist man später unterwegs, sieht man auch in der Stadt irgendwelche Igel oder Marder, die über die Straßen huschen, von Katzen ganz zu schweigen. Es ist überall etwas los.

Und da verschwenden die Leute ihre Zeit, indem sie auf dass Display ihrer Smartphons starren. Vielleicht bin ich echt zu alt dafür ...

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